Vom NATÜRLICHEN zum KÜNSTLICHEN – – – Schwarm-Intelligenz – – – – – „Ich“ war gestern /// „Vom Internet der DINGE““ – – – „Ge-PLANte Obsoleszenz“ – 5 G – – – „Bad Wiessee“ stoppt 5 GGGGGGG /// Homo Sapiens 2.0 //// „Quanten-Philosophie“ /// „GLYPHOSAT-HORROR““ //// Dieses MUSTER treibt „autonome Autos“ in den WAHN-SINN /// Beschlossene Impfpflicht verfassungswidrig: „Ärzte-Verein“ will KLAGEN //// „TESLA BRENNT““ /// „Original Play“ oder „KINDES-MISSBRAUCH“ – – – – – Kinder-SCHUTZ-bund fordert VERBOT von „Original Play“ //// AN-ge-KLAGT wegen GIGANTISCHER „STEUER-GELD-VERSCHWENDUNG“ ist „von der Leyen“ – „Berater-AFFÄRE“ – – – „Versagen befördert die Karriere“ – – UNTERSUCHUNGs-AUSSCHUSS: am „12 Dezember 2019“ –

“Year Million – – – Schwarmintelligenz – „Ich“ war gestern – “Re- UP- LOAD”

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5G und was damit wirklich geplant ist

21.03.2018

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Am Mittwoch den 21. März 2018 hat Vodafone sein erstes Hochsicherheitszentrum ( „Supercore Center“ ) in Berlin, von insgesamt vier geplanten Rechenzentren in Deutschland, für Anwendungen des schnellen Funkstandards 5G, gestartet. Daten aus Mobilfunk, Kabel und Festnetz laufen dort zusammen, werden in Echtzeit verarbeitet und gehen dann an die Empfänger. Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter hebt die Schnelligkeit und Leistungsstärke des Netzes hervor ohne die gesundheitlichen Bedenken zu berücksichtigen. Quelle: Funkwissen – https://youtu.be/fl-AZwF1jqg Tonstimme: Michael (JMH)

 

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https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article196805287/Internet-der-Dinge-Hacker-greifen-Kaffeemaschinen-und-Kuehlschraenke-an.html

Webwelt & Technik Internet der Dinge

So leicht können Hacker Kaffeemaschinen und Kühlschränke angreifen

Wenn das Tablet anzeigt, was noch im Kühlschrank ist, können auch Hacker Haushaltsgeräte manipulieren
Wenn das Tablet anzeigt, was noch im Kühlschrank ist, können auch Hacker Haushaltsgeräte manipulieren
Quelle: pa/dpa Themendie/Florian Schuh

Iliushin ist professioneller Hacker im Dienste des tschechischen Antivirussoftwareanbieters Avast. Sein Job besteht darin, technische Schwachstellen in der Software von Smart-Home-Geräten zu finden – und sie zu stopfen. Die intelligenten Einrichtungsgegenstände für ein vernetztes Zuhause sind das aktuell am schnellsten wachsende Segment der Verbraucherelektronik. In Deutschland nutzen bereits etwa 20 Prozent aller Haushalte vernetzte Heimgeräte. Der Umsatz stieg in den vergangenen zwei Jahren von zwei auf über 3,5 Milliarden Euro.

Das Problem: Bislang fehlen im Markt verpflichtende Standards zur Absicherung des Smart Homes. Das öffnet Hackern Tür und Tor. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt eindringlich, dass Verbraucher mit der Absicherung überfordert sind: „Im Endkundenbereich ist nicht zu erwarten, dass die Einsatzumgebung alle Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb bietet“, heißt das im Expertenjargon gegenüber WELT AM SONNTAG.

Dem Smart-Home-Trend entsprechend vollgestopft ist der Schreibtisch von Avast-Hacker Iliushin: Neben der Kaffeemaschine mit Netzanbindung stehen ein Linksys-Router, eine smarte Kamera von Edimax und ein Laptop. Ein gefährliches Trio, das so auch in immer mehr Haushalten steht. Ihr Zusammenspiel macht das Smart Home so gefährlich, erklärt Iliushin: „In diesem Falle ist die Kamera ab Werk so konfiguriert, dass sie Angreifern Zugriff aus dem Internet auf das heimische Netzwerk ermöglicht.“

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Von der Kamera aus arbeitet sich der Sicherheitsforscher weiter vor, sucht nach Geräten im Netzwerk und findet die Kaffeemaschine. „Genauso gut hätte ich jedoch auch den Router umkonfigurieren können und darüber dann den Laptop angreifen.“ Angreifer könnten das Szenario einerseits für technischen Terror, andererseits für Erpressung nutzen. Iliushin demonstriert, wie er eine Erpresserbotschaft auf dem Display anzeigen kann: „Willst du wieder Kaffee, zahle eine Bitcoin-Summe auf folgendes Konto.“

„Grundsätzlich steigt die Anzahl von Missbrauchsmöglichkeiten, je mehr Abläufe im Haus durch den Einsatz von smarten Systemen automatisiert werden“, erklären die Experten vom BSI. Im Mai warnte das Bonner Bundesamt eindringlich vor offenen Sicherheitslücken bei Smart-Home-Systemen vom Typ HomeMatic. Viele Nutzer haben in ihren Routern Ausnahmen konfiguriert, um ihre Rollläden, Heizungen oder Lichtschalter per Mobilfunk-App steuern zu können – und damit unfreiwillig jedem Fremden die digitale Tür zu ihren smarten Häusern geöffnet.

Smart-Home-Geräte aus der Hölle

Ein weiteres Negativbeispiel ist die Küchenmaschine Monsieur Cuisine Connect, verkauft beim Discounter Lidl unter der Eigenmarke Silvercrest. Hier fanden die französischen Hacker Alexis Viguie und Adrien Albisetti Anfang Juni heraus, dass die Maschine mit Onlineanbindung auf Basis des völlig veralteten Mobilbetriebssystems Android 6 „Marshmallow“ gebaut wurde. Sie fanden zudem ein undokumentiertes Mikrofon in dem Gerät, mit dem sie die Nutzer hätten abhören können. Die Maschine ist damit ein perfektes Beispiel für Smart-Home-Geräte aus der Hölle: veraltete Software, undokumentierte Hardware und eine eigentlich unnötige Onlineanbindung, die eine Einladung für Hacker darstellt.

Abhilfe gegen solche Billigheimer soll laut BSI ein neuer Mindeststandard für die Geräte bringen: Im Mai veröffentlichte das Deutsche Institut für Normung die DIN SPEC 27072, einen Entwurf für eine Sicherheitsnorm im Internet der Dinge. Wichtigste Bestandteile: Eine Herstellerverpflichtung zu Sicherheitsupdates und ein Verbot von Standardpasswörtern.

Wenn Ihr Kühlschrank weiß, was Sie letzten Sommer bestellt haben

“Internet der Dinge”” – Was wenn Hacker Kaffeemaschinen und Kühlschränke angreifen

 

Das vernetzte Zuhause schien bis eben noch ein smarter Gedanke zu sein. Doch nun wird klar: Ihr Kühlschrank weiß nicht nur, was Sie einkaufen müssen. Seine Informationen könnte er im Zweifelsfall auch an Behörden verpfeifen.

Quelle: WELT / Eybe Ahlers

Der Haken daran: Die DIN SPEC ist freiwillig und bringt zusätzliche Kosten, Hersteller von billiger Massenware haben wenig davon, sie einzuhalten, kommentiert Jan-Peter Kleinhans, IoT-Sicherheitsexperte der Stiftung Neue Verantwortung. „Die Einhaltung der DIN SPEC ist freiwillig. Hersteller, die ohnehin mit IoT-Sicherheit werben, werden sie vielleicht als Verkaufsargument nutzen. Dass sie jedoch im Massenmarkt billiger Geräte ankommt, glaube ich nicht so recht.“

Kleinhans hofft deswegen auf verpflichtende Mindeststandards auf EU-Ebene. „In Brüssel sucht die Politik aktuell nach geeigneten Regulierungsinstrumenten.“ Zum einen könnte die in der EU vorgeschriebene CE-Richtlinie für Produktsicherheit um eine IT-Sicherheitskomponente erweitert werden. Denn bislang können Unternehmen die meisten Produkte selbst zertifizieren – sie können ohne externe Prüfung angeben, dass sie die CE-Vorgaben einhalten. „Die Selbsterklärung des Herstellers ist zunächst keine schlechte Wahl, um ein Mindestmaß an IT-Sicherheit in die Breite zu bringen.“

Zum anderen haben die EU-Mitgliedstaaten im April die „Digitale-Inhalte-Richtlinie“ verabschiedet. Diese gibt den Verbrauchern mehr Rechte – unter anderem auf Geräteupdates bei Sicherheitslücken. Doch auch hier gibt es ein Problem: Diese Rechte können sie nur gegenüber dem Händler geltend machen, bei dem sie gekauft haben, nicht gegenüber dem Hersteller. „Doch wenn der Händler heißt, ist dass vielleicht gar nicht so schlecht“, kommentiert Experte Kleinhans. „Denn dann setzt der Onlineriese vielleicht auch die Hersteller in Fernost unter Druck.“

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https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/plus201676800/Smart-Home-Warum-Sie-sich-in-Ihrem-Bad-nicht-mehr-ausziehen-sollten.html

Smart Home-Geräte

Totaler Kontrollverlust über Ihre Privatsphäre

Kameras von Google, Amazon, Facebook: Datenschützer wittern einen Big Brother der neuesten Generation
Kameras von Google, Amazon, Facebook: Datenschützer wittern einen Big Brother der neuesten Generation
Quelle: Hersteller
Als Amazon Ende September in Seattle seine neuesten Geräte vorführte, konnte man glauben, der Technologieriese habe sein Geschäft umgestellt und stelle ab sofort Elektronikausstattung für einen Hochsicherheitstrakt her. David Limp, der Hardware-Chef, zeigte: Zwei neue Überwachungskameras, für draußen und drinnen. Einen intelligenten Bewegungssensor. Ein sogenanntes Smart Display mit eingebauter Kamera und Überwachungsfunktion. Dazu kommen noch die neuen Funktionen seines digitalen Helfers Alexa. Auch Google und Facebook versuchen, ihre digitalen Augen in die Wohnungen zu bringen. Die vernetzten Kameras sind nicht mehr nur für den Schutz vor unerwünschten Eindringlingen gedacht.

Sie sollen ihre Nutzer erkennen und auf sie eingehen. Die Konzerne verkaufen das als Dienst am Kunden. Allerdings liefern ihre Produkte den Konzernen selbst einen intimen Einblick in den Alltag ihrer Nutzer. Deutsche Datenschützer sind entsetzt. Sie wittern einen Big Brother der neuesten Generation. Im Wohnzimmer, im Kinderzimmer, im Bad…..

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https://www.welt.de/gesundheit/plus203599870/Wie-Smartphones-und-Tablets-das-Hirn-von-Kleinkindern-veraendern.html

Geistige Entwicklung

Wie Tablets das Hirn von Kleinkindern verändern

Redakteurin im Ressort Wissen
Kleine Kinder sollten möglichst gar
Kinder müssen nicht so früh wie möglich an digitale Geräte gewöhnt werden
Quelle: Getty Images
Eine neurologische Untersuchung aus den USA gibt nun Hinweise darauf, was im Gehirn von Kleinkindern passiert, die häufig mit digitalen Medien beschäftigt werden. Forscher am Cincinnati Children’s Hospital Medical Center haben gezeigt, dass der Umgang mit Handy und Tablet zu sichtbaren Defiziten in der Hirnentwicklung führt.

Eine neurologische Untersuchung aus den USA gibt nun Hinweise darauf, was im Gehirn von Kleinkindern passiert, die häufig mit digitalen Medien beschäftigt werden. Forscher am Cincinnati Children’s Hospital Medical Center haben gezeigt, dass der Umgang mit Handy und Tablet zu sichtbaren Defiziten in der Hirnentwicklung führt…..

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Gehirnforscher Professor „Manfred Spitzer“

Gehirnforschung – Verkümmerte Intelligenz durch digitales lernen

1.991 Aufrufe
11.01.2019

14.200 Abonnenten
Ausschnitte aus Sport und Gehirn – was weiß die Neurowissenschaft? https://www.youtube.com/watch?v=viMzn… Quelle: Landessportbund Berlin https://www.youtube.com/channel/UC3V-…

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Sport und Gehirn – was weiß die Neurowissenschaft?

96.754 Aufrufe
13.12.2017

380 Abonnenten
Vortrag von dem renommiertesten deutschen Gehirnforscher Professor Manfred Spitzer aus Ulm auf der Tagung „Sport bewegt und bildet“, die der Landessportbund Berlin am 8. Dezember 2017 in der TU Berlin veranstaltet hat.

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https://www.sueddeutsche.de/digital/obsoleszenz-elektroschrott-hardware-software-updates-1.4688175

Geplante Obsoleszenz:„Irgendwann müssen wir umziehen, weil im Smart-Home die Tür nicht mehr aufgeht“

Elektronischer Abfall Kiel Studio Schleswig Holstein Germany *** Electronic Waste Kiel Studio Schles
Manches elektronische Gerät wäre noch gut zu gebrauchen – wenn es denn die Software dafür gäbe.(Foto: Petra Nowack/imago)
  • Immer häufiger ist Software dafür verantwortlich, dass Geräte, die eigentlich top in Schuss sind, nicht mehr zu gebrauchen sind.
  • Entweder sind aktuelle Betriebssysteme zu anspruchsvoll oder aber es gibt für ältere Geräte keine Sicherheitsupdates mehr.
  • Dieser Verfall ist für die Herstellerfimen finanziell lukrativ, Kunden schauen in die Röhre. Experten fordern deshalb gesetzlichen Verbraucherschutz.

Wenn die älteren Modelle eines großen amerikanischen Handy-Herstellers mit jedem SoftwareUpdate immer langsamer werden oder nach einem Akku-Austausch durch eine freie Werkstatt den Batteriezustand überhaupt nicht mehr anzeigen. Wenn der Drucker verkündet, dass die Patronen leer sind, obwohl immer noch Tinte für viele Seiten darin enthalten ist – dann sind das aktuelle Beispiele dafür, wie Software eine an sich einwandfrei funktionierende Hardware entwertet und im schlimmsten Fall unbrauchbar macht. Nachweisen lässt sich die Vorgehensweise der sogenannten geplanten Obsoleszenz selten. Und ebenso selten geben die Hersteller derartige Eingriffe zu: So drosselte Apple nach eigenen Angaben die Leistung der älteren iPhones, um Akkus zu schonen.

Denn eigentlich ist Software ein sehr nachhaltiges und genügsames Produkt, das sich wie ein Roman oder eine Partitur nicht abnutzen kann, erklärte der Züricher Informatikprofessors Lorenz Hilty bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. Doch die Geschäftsstrategien der IT-Industrie laufen dieser Theorie zuwider. Da gibt es zum einen die software-induzierte Obsoleszenz, das heißt, die Ansprüche der Software steigen mit jeder neuen Entwicklung, sie will mit dem Effizienzfortschritt der Hardware („Moore’s Law“) mithalten. So braucht etwa Windows 10 im Vergleich zu Windows 95 ganze 40 Mal so viel Prozessorleistung, 250 Mal so viel Arbeitsspeicherkapazität und 320 Mal so viel Festplattenplatz.

Zudem, so Hilty, ist Software immer fehlerhaft und mittlerweile auch überkomplex. Dadurch hat sie ein massives Sicherheitsproblem, das Hacker ausnutzen können. Zwar bieten die Hersteller durch Sicherheits-Updates an, diese Lücken zu schließen, aber meist hören sie nach einiger Zeit auf, die hauseigene Software zu verbessern. So erzwingen sie das Ende der Software. Nutzer können sie nicht mehr ohne Risiko verwenden und das macht letztlich oft auch die Geräte wertlos, auf denen sie läuft.

Von „programmierter Obsoleszenz“ spricht Hilty, wenn der Softwarecode explizite Anweisungen enthält, wie zum Beispiel, dass nach einem Update die Leistung eines Gerätes gedrosselt werden soll. Aber auch Zähler in Druckern, die nach 10 000 Druckvorgängen oder einer bestimmten Anzahl an Ladyzyklen bei Akkus ihren Dienst quittieren, fallen unter diese Kategorie. Genauso wie Ersatzteile anderer Hersteller, die die Software ohne technisch ersichtlichen Grund einfach nicht erkennen will. Die IT-Unternehmen nutzen mit solchen Strategien die Informations-Asymmetrien, die gerade bei digitalen Technologien sehr groß sind.

Verbraucher sollten ein Recht auf Reparatur haben

„Der Nutzer weiß nichts, der Hersteller weiß alles und hinterher weiß er viel über den Nutzer“, sagt Hilty. Selbst wenn der Quellcode wie bei freier oder Open-Source-Software offen liege, brauche man viel Fachwissen, um das alles zu verstehen. Softwareprodukte seien also Vertrauensgüter, man habe praktisch keine Möglichkeit, sich im Voraus über deren Qualität zu informieren. Man könne sich lediglich – wie bei einem Arztbesuch – auf fremde Erfahrung verlassen und müsse dem Anbieter vertrauen. Und diese Orientierungslosigkeit der Kunden nutzten die IT-Hersteller wiederum aus, um sie an sich zu binden. So ist das eine Betriebssystem nicht mit Apps oder Anwendungen anderer Hersteller kompatibel oder Musikdateien laufen nur auf einem bestimmten Player.

Lassen sich diese Probleme überhaupt lösen und wenn ja, wie? Lorenz Hilty befürchtet, dass sich durch Trends wie das „Internet der Dinge“, also immer mehr smarte software-gesteuerte und internetfähige Geräte wie Lampen, Heizungen und Türklingeln, das Problem eher verschärfen wird. „Wir werden durch sinnlosen Konsum steuerbar. Irgendwann müssen wir umziehen, weil im smarten Home die Rollläden nicht mehr funktionieren und die Tür nicht mehr aufgeht.“

Kampflos aufgeben will er aber nicht. So fordert er auch in der EU ein „Recht auf Reparatur“ für Elektrogeräte, wie es das in einigen US-Bundesstaaten für Autos bereits gibt. Jeder, der ein Produkt besitzt, soll demnach das Gerät selbst reparieren, es überall reparieren lassen oder einen anderen Ausgleich erhalten können. Hersteller sollen durch das Gesetz Ersatzteile auch an unabhängige Werkstätten verkaufen müssen. Und neben Ersatzteilen sollen die Hersteller ihren Kunden Reparaturanleitungen und Diagnosewerkzeuge zugänglich machen und zudem auch den Quellcode der Software offen legen.

Dieses Recht reicht Hilty allerdings nicht. Er fordert, analog zum Recht auf informationelle Selbstbestimmung, ein „Recht auf materielle Selbstbestimmung“. Es könne doch nicht sein, dass Sachgüter, die man als Eigentum erworben hat, dauerhaft unter Kontrolle des Herstellers bleiben und von diesem jederzeit entwertet werden können.

Smartphone Wie Hersteller Handys alt aussehen lassen

Smartphone-Design

Wie Hersteller Handys alt aussehen lassen

Das Smartphone würde es locker noch tun, aber es hat halt einfach noch keine Notch: Apple und Co. ändern gezielt das Design, um Kunden zu verführen. Über psychologische Obsoleszenz.   Von Mirjam Hauck

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/501116/Mit-Riesenaufwand-entwickelter-Roboter-kann-Putzfrauen-nicht-ersetzen-Ist-der-Robotik-Hype-ueberhaupt-berechtigt

Mit Riesenaufwand entwickelter Roboter kann Putzfrauen nicht ersetzen: Ist der Robotik-Hype überhaupt berechtigt?

23.11.2019 15:00

Das Fraunhofer-Institut hat einen PutzRoboter entwickelt. Seine Einsatzfähigkeit ist allerdings begrenzt.

Mit Riesenaufwand entwickelter Roboter kann Putzfrauen nicht ersetzen: Ist der Robotik-Hype überhaupt berechtigt?

Dieser Reinigungs-Roboter kann nicht so viel wie sein Kollege „BakeR“ von Fraunhofer – aber auch „BakeR“ ist bei weitem noch nicht marktreif. (Foto: dpa)

Das „Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung“ (IPA/ Stuttgart) hat das Modell eines Reinigungs-Roboters entwickelt und angefertigt. „BakeR“ (Baukastensystem für kosteneffiziente, modulare Reinigungsroboter) ist unter anderem in der Lage, staubzusaugen, den Boden zu wischen und Papierkörbe zu leeren. Weil er über einen Arm mit Greifer verfügt, kann er bestimmte Hindernisse überwinden, zum Beispiel einen Stuhl verrücken, um mit dem Staubsauger unter den Tisch zu gelangen, oder eine Bürotür öffnen. Angezeigt werden ihm Hindernisse beziehungsweise zu bewegende Gegenstände von einer Objekt-Erkennungs-Software.

Seine Arbeit plant „BakeR“ auf Grundlage eines Raumbuchs, das Informationen zu den zu säubernden Räumlichkeiten enthält, sowie eines sogenannten Revierplans, der die zu erbringenden Leistungen genau definiert. Laut IPA ist der Roboter in der Lage, eine optimale Reinigungsreihenfolge sowie systematische Fahrmuster zu errechnen. Nach Erledigung der Arbeiten erhält der Auftraggeber ein digitales Reinigungsprotokoll, in dem alle ausgeführten Tätigkeiten dokumentiert sind.

Der Roboter ist modular aufgebaut; das IPA will in Zukunft weitere Module entwickeln. „Anwender müssen den Roboter optimal auslasten können“, sagt die Leiterin des „BakeR“-Projekts, Birgit Graf. Nur so würde sich die Anschaffung für Reinigungs-Unternehmen lohnen.

Wann und ob „BakeR“ oder ein Nachfolgemodell sich durchsetzen wird, steht allerdings noch in den Sternen. Betriebswirtschaftlich lohne sich der Einsatz eines solchen Roboters derzeit nicht, beantwortete Laura Hein, Anwendungstechnikerin im Technischen Management bei „Piepenbrock“ (Deutschlands größtes Reinigungs-Unternehmen), eine Anfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Hein weiter: „Zwar arbeiten wir bereits mit autonomen Scheuersaugautomaten. Im derzeitigen Entwicklungsstand müssen die autonomen Geräte allerdings noch stark betreut werden und sind daher nicht in der Lage, ihre Reinigungstätigkeiten voll autonom durchzuführen. Beispielsweise muss der Automat eingelernt sowie weiterhin manuell befüllt und geladen, gewartet und gereinigt werden. Außerdem sind die Automaten nicht für jedes Objekt und jede Räumlichkeit geeignet.“

Auch Ulrike Laux – Mitglied im Bundesvorstand der IG Bau und dort unter anderem für den Bereich Dienstleistungen zuständig – nennt den Roboter-Einsatz in der Gebäudereinigung „Zukunftsmusik“. Sollte er jedoch eines Tages technisch ausgereift sein, werde er den Mitarbeitern wahrscheinlich nicht nur die schweren Arbeiten abnehmen, sondern gleich den ganzen Arbeitsplatz kosten: „Das ist allerdings noch viele Jahre hin.“

Johannes Bungart, Geschäftsführer vom „Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks“ (BIV), betont, dass der Roboter zurzeit noch nicht alle Arten von Räumen und Gebäuden reinigen kann: „Für die Reinigung großer Industriehallen ohne Hindernisse mögen automatisierte Maschinen und Roboter schon jetzt vorstellbar sein. Doch die Reinigung von individuellen Büros, Toiletten oder OP-Sälen wird auf absehbare Zeit in den meisten Bestandsgebäuden nicht praktikabel sein.“

Digitalisierung in der Reinigungsbranche bedeutet für Bungart nicht so sehr Robotik, sondern vor allem Sensorik, Automation und Vernetzung. Ein Beispiel von vielen sei der Seifenspender. „Heute müssen Beschäftigte noch routinemäßig und in regelmäßigen Abständen kontrollieren, ob genügend Seife vorhanden ist. Künftig werden immer mehr Geräte automatisch eine Meldung absetzen, wenn nachgefüllt werden muss. Das geschieht digital und steigert Nachhaltigkeit, Kosten und Effizienz.“

Auch wenn die Fähigkeiten von Reinigungs-Robotern derzeit noch beschränkt sind, hält der Branchenverband das Thema für wichtig. Bungart: „Auch in der Reinigungs-Branche herrscht großer Fachkräfte- und Azubi-Mangel. Fürs Recruiting ist das Thema Robotik oder Co-Robotik spannend. So locken zum Beispiel auf Messen neueste technische Innovationen viele Besucher an, mit denen man ansonsten nicht ins Gespräch gekommen wäre. Die Digitalisierung unseres Handwerks kann auch ein Magnet sein für junge, technikaffine Zielgruppen.“ In nicht so ferner Zukunft werde der demografische Wandel, aber auch der technische Fortschritt , den Einsatz von mehr Maschinen schließlich unumgänglich machen: „Und wenn das soweit ist, ist der Reinigungs-Roboter technisch auch ausgereift.“

Noch ist das allerdings nicht der Fall. Roboter sind weiterhin sehr gut darin, wiederkehrende, standardisierte Arbeitsabläufe auszuführen. Für Tätigkeiten, die sich nicht in ein festes, vorhersehbares Schema pressen lassen, sind die maschinellen Helfer nach wie vor eher ungeeignet.

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Der GEIST und die Aura sind mächtig – Bewusstsein in der Quantenphysik Doku HD

2020 Abonnenten

 

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Dr. rer. nat. Ulrich Warnke

Vortrag: Quantenphilosophie und Spiritualität – VIA MUNDI

30.03.2019

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http://www.via-mundi.net Quantenphilosophie und Spiritualität – ein neues Verständis der Welt Unter Berücksichtigung der Quantenphilosophie und den Erfahrungen uralter Traditionen, sowie der wissenschaftlich untersuchten Phänomene wie Nahtod, Savants, Remote Viewing, mental herbeigeführter Herzstillstand bei Yogis und anderes, kann ein neues Weltbild beschrieben werden. Im Mittelpunkt steht die „Innenwelt“, ein universelles Feld aus Energie und Information, das die Natur und unseren Körper vollständig durchdringt. Durch die Aktivierung der Zirbeldrüse (3.Auge) mit Hilfe spezieller Methoden ist eine willentliche Ankoppelung an Inhalte dieser Innenwelt möglich. Dr. rer. nat. Ulrich Warnke, Lehrer für besondere Aufgaben an der Universität des Saarlandes; 38 Jahre Dozententätigkeit in Biomedizin, Biophysik, Umweltmedizin, Physiologischer Psychologie und Psychosomatik, Präventiv Biologie und Bionik. Seit 1969 Forschungen auf dem Gebiet „Wirkungen elektromagnetischer Schwingungen und Felder, einschließlich Licht, auf Organismen“ Seit 1989 Leiter der Arbeitsgruppe Technische Biomedizin; Konstruktion diverser Therapie- und Diagnosesysteme, alle nicht invasiv Die Arbeitsgruppe hat sich die Aufgabe gerstellt, die physikalisch-philosophischen Quanten und Stringtheorien auf die Phänomene des Lebens (insbesondere der Physiologie, Biologie, Psychologie und Medizin) anzuwenden. Dabei ergibt sich eine völlig neue Sichtweise des Organismus mit überraschenden neuen Ansätzen für Noxen, Therapien und Prophylaxen. Gründungs-Mitglied der Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik e.V. der Universität des Saarlandes.

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Gedankenkontrolle mit 5G hier zu sehen! – Die ersten AI-Kinder!

19.000 Abonnenten
Dies ist wohl eines der wichtigsten 5G-Videos die ich je produziert habe für euch: Gedankenkontrolle mit 5G ist keine Science Fiction oder nur böse Theorie. Dass dies bereits durchgeführt wird zeige ich euch ausführlich in diesem Video. Es werden die ersten AI-Kinder gezüchtet. Sie werden mittels 5G in der Schule ununterbrochen überwacht und gesteuert, ihre Gedanken ausgelesen und ausgewertet, Algorythmen errechnet. Schöne neue Welt und auch bald bei uns? Die Uhr tickt!

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Sieg gegen 5G ! – Bad Wiessee stoppt 5g

19.100 Abonnenten
Unglaublich aber wahr: Sieg gegen 5G ! – Bad Wiessee stopt 5g Eine kleines Dorf hält Stand gegen die Römische Übermacht. Bad Wiessee hat beschlossen kein 5G ohne Abstimmung in ihrer Gemeinde zu installieren. Der Widerstand wächst auch in den Partnergemeinden und im Umkreis!

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https://www.welt.de/mediathek/dokumentation/gesellschaft/year-million/sendung174316992/Year-Million-Homo-Sapiens-2-0-Kannst-du-eine-Maschine-lieben.html

Video Year Million

Homo Sapiens 2.0 – Kannst du eine Maschine lieben?

  • Dauer 46 Min

Year Million – Homo Sapiens 2.0 – Kannst du eine Maschine lieben – “RE- UP -LOAD”

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https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/elon-musk-will-in-ihren-kopf-hirnimplantat-von-neuralink-a-1277727.html

Technik für Hirnimplantate Elon Musk will in Ihren Kopf

Würden Sie sich ein Loch in den Kopf bohren lassen, um Elektroden ins Hirn verlegen zu lassen? Elon Musk arbeitet mit dem Unternehmen Neuralink an genau solch einer Technik – und hat gerade gezeigt, was er damit vorhat.

Das Hirn mit einem Computer zu verbinden, das ist der Plan des US-Unternehmens Neuralink, zu dessen Großinvestoren Tesla– und SpaceX-Chef Elon Musk zählt. Im Grundsatz gibt es die Technik der Computer-Hirn-Schnittstelle schon seit Jahren, doch der US-Unternehmer hat mit ihr neue, hochfliegende Pläne. Dafür will die Firma einen Roboter entwickeln, der wie eine Nähmaschine feine, sehr flexible Drähte ins Gehirn implantiert. Diese sollen dann mit einem außerhalb des Schädels sitzenden Prozessor verbunden werden. Der Roboter soll beim Implantieren der Drähte auch darauf achten, keine Blutgefäße auf der Oberfläche des Gehirns zu verletzen.

Neuralink vermeldet nun, dass man bei Experimenten zumindest Zwischenschritte bei der Entwicklung absolviert habe. Zunächst hatte die „New York Times“ über die Versuche berichtet, bei denen Wissenschaftler der Firma im Hirn von Ratten 1500 kleine Elektroden verankert haben. Bei einer Präsentation hat Musk die Ergebnisse vorgestellt und für das Projekt geworben.

Loch in den Schädel bohren oder lasern

Tests mit menschlichen Probanden solle es bereits im zweiten Quartal des kommenden Jahres geben. Neuralink arbeitet außerdem an einem Verfahren, wie das für die Elektroden nötige Loch im Schädel nicht wie bisher üblich mit einem mechanischen Bohrer, sondern mit einem Laser erzeugt werden kann.

Gedacht sind die Implantate zunächst für Menschen mit Behinderungen. Im Grundsatz ist Musks Vision für Neuralink jedoch deutlich umfassender. Dem Unternehmer schwebt eine Art App-Store vor, über den sich Nutzer des Systems neue Fähigkeiten sozusagen direkt in ihr Hirn laden können. Eine Zukunftsvision, die erstens extrem schwer zu erreichen sein dürfte und zweitens womöglich nicht jedermanns Sache ist. Eine Zulassung des geplanten Systems durch die zuständige US-Behörde, die Food and Drug Administration, gibt es bisher noch nicht.

Cyborgs – das klingt nach einer puren Sci-Fi-Vision. Doch Musk hat deutlich gemacht, dass er die Kombination von Mensch und Computer für den einzigen Weg hält, einer in Zukunft möglicherweise übermächtigen Künstlichen Intelligenz die Stirn zu bieten. Andere Hirnforscher halten solche Prophezeiungen für „völlig absurd und frei von wissenschaftlichen Fakten“, wie es etwa Miguel Nicolelis, Hirnforscher an der Duke University in Durham (US-Bundestaat North Carolina), ausgedrückt hat.

Um das menschliche Hirn mit Computern zu verbinden, muss man es nicht zwangsläufig anbohren. Hirnströme lassen sich auch von außen ablesen, allerdings nicht mit besonders hoher Präzision.

Sehen Sie im Video: Selbstversuch zur Maschinensteuerung mit Gedanken

SPIEGEL ONLINE

Hirnimplantate gibt es bereits heute, allerdings mit normalerweise deutlich weniger Elektroden als sie Neuralink bei seinen Versuchen nutzen möchte. Die existierenden Implantate werden unter anderem beim Verfahren der sogenannten Tiefen Hirnstimulation eingesetzt, das bei der Behandlung schwerer neurologischer Erkrankungen wie Parkinson oder Epilepsie zum Einsatz kommt.

Experimentell werden Hirnimplantate auch dazu genutzt, dass körperlich eingeschränkte Menschen bestimmte Funktionen mit Hilfe eines Computers wieder durchführen können. Ein weiteres Anwendungsfeld von Hirnimplantaten sind Geräte, die schwer Hörgeschädigten helfen sollen.

chs

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Elon Musk’s Neuralink Says It’s Ready for Brain Surgery

17.07.2019

243.000 Abonnenten
Jul.17 — Tesla Inc. Chief Executive Officer Elon Musk speaks about Neuralink, a company he founded in 2017 to develop a data transmission system between people and computers. “This is going to sound pretty weird, but ultimately, we will achieve symbiosis with artificial intelligence,” Musk said at a news conference Tuesday night in San Francisco.

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Watch Elon Musk’s Neuralink presentation

17.07.2019

2,37 Mio. Abonnenten
Electric vehicles, rockets… and now brain-computer interfaces. Elon Musk’s newest venture, Neuralink, aims to bridge the gap between humans and artificial intelligence by implanting tiny chips that can link up to the brain. At a press conference on July 16, Neuralink’s ambitious plans were detailed for the first time, showcasing a future (a very distant future!) technology that could help people deal with brain or spinal cord injuries or controlling 3D digital avatars. Elon Musk says Neuralink plans 2020 human test of brain-computer interface: https://cnet.co/2Zb3piU

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https://www.cnet.com/news/elon-musk-neuralink-works-monkeys-human-test-brain-computer-interface-in-2020/

Elon Musk says Neuralink plans 2020 human test of brain-computer interface

„A monkey has been able to control a computer with his brain,“ CEO Musk says of his startup’s brain-machine interface.

 

Neuralink plans to test its brain machine interface technology with four of its N1 chips installed under patients' skin.
Neuralink plans to test its brain machine interface technology with four of its N1 chips installed under patients‘ skin. Neuralink; Screenshot by Stephen Shankland/CNET

Neuralink, Elon Musk’s startup that’s trying to directly link brains and computers, has developed a system to feed thousands of electrical probes into a brain and hopes to start testing the technology on humans in in 2020, Chief Executive Elon Musk revealed Tuesday. And it’s working already in animal tests. „A monkey has been able to control a computer with his brain,“ Musk said at a San Francisco livestreaming the presentation on YouTube Tuesday, revealing even more research results than the company’s scientists expected.

Neuralink’s initial goal is to help people deal with brain and spinal cord injuries or congenital defects, Musk said. The technology could help paraplegics who have lost the ability to move or sense because of spinal cord injury — a medical treatment that’s a lot less shocking than radical sci-fi ideas like „consensual telepathy.“

Watch this: Elon Musk’s Neuralink wants to hook your brain to a computer…
18:28

But the long-term goal is to build a „digital superintelligence layer“ to link humans with artificial intelligence, a technology he views as an existential threat to humanity.

„Ultimately, we can do a full brain-machine interfaces where we can achieve a sort of symbiosis with AI,“ Musk said. One goal along the way will be letting people type 40 words per minute just by thinking.

Neuralink has the potential to dramatically reshape both computing and humanity — if it and like-minded researchers can persuade regulators and society at large that we should be directly wired to machines. That’s a big if. The challenges are immense when it comes to developing the technology, making it practical and affordable, and convincing people it’s safe and desirable.

The startup uses sewing machine-like technology this year to drill small holes into brains and insert super-slender electrodes called threads, steering clear of blood vessels as they go.

Neuralink envisions brain-connected chips and accompanying communication wires placed under the skin. A data transfer system would then link to a wearable, removable pod behind the ear that communicates wirelessly with external devices like a phone or computer.
Neuralink envisions brain-connected chips and accompanying communication wires placed under the skin. A data transfer system would then link to a wearable, removable pod behind the ear that communicates wirelessly with external devices like a phone or computer. Neuralink; Screenshot by Stephen Shankland/CNET

„We hope to have this, aspirationally, in a human patient by the end of this year. So it’s not far,“ Musk said. He acknowledged, though, that approval from the US Food and Drug Administration „is quite difficult.“

Brain-machine interface (BMI) technology is active research at competitors and other laboratories. But some worry that Neuralink’s invasive method is risky.

Today, some epilepsy patients have dozens of wires inserted to monitor brain activity, said Bin He, head of biomedical engineering at Carnegie Mellon University and a researcher who favors noninvasive methods. „In the general population, I could not see how many of such inserted wires into a human’s brain would not cause risks or potentially impair the working of the brain,“ He said.

Noninvasive methods not only can read brain activity but also stimulate it. That’s easier at the surface, but new breakthroughs show promise for communications with neurons deeper in the brain, He said.

Even if Neuralink’s approach works, don’t expect to download the ability to speak French anytime soon. The company’s first goals are dauntingly ambitious, and training the brain to understand the Neuralink signals won’t be easy, either, said Max Hodak, Neuralink’s president and co-founder. „It’s a long process. It’s like learning to touch-type or play piano,“ he said.

In a research paper — authored by „Elon Musk and Neuralink“ but not published in a peer-reviewed journal — Neuralink described progress using its technology with rats. In one case, it laced electrodes into a rat’s brain and fitted it with a USB-C port so the sensor data can be monitored. „This system serves as a state-of-the-art research platform and a first prototype towards a fully implantable human BMI,“ the paper says.

Thousands of electrodes implanted by robot

With Neuralink’s approach, a robot inserts tiny threads a quarter the width of a human hair. „The threads are about the same size as a neuron,“ Musk said. „If you’re going to stick something in your brain, you want it to be tiny — approximately on par with the things that are already there.“

On this rat, Neuralink’s sensor chip connects to the outside world with a USB-C port. On humans, the plan is to communicate wirelessly so there won’t be a cable plugged into your skull. Neuralink

A „wisp“ of 1,024 threads attach to a small chip, up to 10 of which will be embedded under your skin. Each will connect wirelessly to a wearable, detachable, upgradable „pod“ behind your ear that communicates wirelessly with a phone. „The interface to the chip is wireless so you have no wires poking out of your head. It basically Bluetooths to your phone,“ Musk said.

The installation takes place through holes 2mm wide, temporarily expanded to 8mm, then glued shut, Musk said. Among the company’s challenges are developing electrodes that will last „many decades,“ but „getting the right coatings is a tough materials science problem.“ The human brain is not a hospitable environment.

Electrodes read and write brain data

Neuralink is designing its electrodes not just to „read“ from neurons what’s going on in the brain, but also to „write“ signals into the brain. „You can use this technology in the brain to restore a sense of touch or vision,“ said Neuralink scientist Philip Sabes.

Connections to the motor control parts of the brain also could help people with brain disorders, Sabes said.

Neuralink's N1 sensor chip, measuring 4x5mm in its present incarnation, can detect spikes of neural activity and send signals back to the brain.
Neuralink’s N1 sensor chip, measuring 4x5mm in its present incarnation, can detect spikes of neural activity and send signals back to the brain. Neuralink; Screenshot by Stephen Shankland/CNET

„A person could imagine running, dancing or even kung fu,“ Sabes said, with the Neuralink connection controlling their 3D avatar in a digital realm. „Ultimately, if and when technology for spinal cord nerve or muscle stimulation gets far enough, it could be used to restore that individual’s control over their own body.“

Neuralink hopes its procedure will be safe and easy enough that people will choose to undergo it. „This should be safe enough that it can be an elective procedure,“ said company neurosurgeon Matthew MacDougall.

In tests so far, „we’ve been able to rapidly place thousands of electrodes into the brain without any bleeding,“ MacDougall said. That’s because the electrodes are small — far smaller than the deep-brain stimulation electrodes that currently come with about a 1-in-100 risk of causing bleeding in the brain, he said.

In an era dominated by tech giants that have succeeded through computing hardware, software and services, Musk stands out as an entrepreneur who’s got a knack for other parts of the physical world — things like electricity, rocks and gravity.

Musk is pretty busy. He’s got Tesla, which makes electric cars and trucks, massive electric power storage batteries and solar roofs. He’s got SpaceX, which is launching satellites — including its own set for providing internet service — and is working on rockets to get people to orbit, Mars and the other side of Earth. Then there’s the Boring Company, which is trying to create tunnels to relieve automobile congestion on ordinary roads.

Watch this: Controlling electronics with your mind!
5:10

Neuralink brings the squishier, immensely complicated realm of biology into Musk’s purview. Human brains are famously hard to understand, though computer scientists at companies like Facebook and Google are progressing rapidly at emulating some of how brains work through technology called neural networks, the most practical and promising foundation for today’s artificial intelligence work. One of the most useful aspects of that research is getting computers to understand humans better by processing human speech.

But as with his other projects, Musk sees Neuralink as important to civilization.

„Even in a benign AI scenario, we will be left behind. Hopefully it is a benign scenario,“ in which superintelligent AIs surpass but don’t wipe out humans, Musk said. „With a high-bandwidth brain-machine interface, I think we can go along for the ride and effectively have the option of merging with AI.“

First published July 16 at 8:41 p.m. PT.
Update at 11:13 p.m. PT:  Adds details, images and background. Update, July 17: Adds new graphics.

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Neurologie

Wir erweitern unser Hirn

 
Science-Fiction
Ein alter Traum der Science-Fiction: Schauspieler Keanu Reeves verschmilzt im Film „Johnny Mnemonic“ aus dem Jahr 1995 mit einer Maschine

In der Science-Fiction sind sie seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit: Menschen, die sich in Computer „einklinken“, durch Gedankenkraft kommunizieren und auf Daten zugreifen oder gar als Avatare in virtuelle Welten eintauchen. Die Realität hinkt der Fiktion bislang hinterher, scheint aber nun ein Stück weit aufzuholen. „Facebook kauft für eine Milliarde Dollar das Start-up, CTRL-Labs, um Gedanken zu lesen“, meldete am 24. September „The Independent“. Demnach plant der Konzern, dass seine Nutzer in Zukunft Fotos teilen oder einen Post schreiben können, ohne ihr Handy in die Hand zu nehmen. Die Verschmelzung mit der Maschine hat im Grunde längst begonnen.  Wie ist der Stand? Wo geht sie hin, die Gedankenreise?….

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„DIGITALE LAND-WIRTSCHAFT““

Die Story – – – – – „Die Saat der Gier“ – Wie Bayer mit Monsanto die Landwirtschaft verändern will

31.01.2018

5 Abonnenten
Die Rechte dieses Videos liegen beim WDR

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Glyphosat Geballt: Nico DaVincis Interview mit der Flowgrade-Show

385 Aufrufe
Premiere am 25.11.2019

2800 Abonnenten
SHOWNOTES: Weiterführende Information zum Video und wesentlichen getroffenen Aussagen, sowie eine Liste mit Quellen und Tipps zu Eigenrecherche hier: http://bit.ly/NicoFlow (PDF, 10 Seiten) NICO TO THE MAX: Aufzeichnung Interview Nico DaVinci mit flowgrade-Inhaber Maximilian „Max“ Gotzler im Juni 2019

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Glyphosat: Der neue Schwindel und KEIN schneller Vergleich mit Bayer in den USA…

Glyphosat: Der neue Schwindel und KEIN schneller Vergleich mit Bayer in den USA…

NEOPresse in Gesundheit

Schlechte Nachrichten für Bayer aus den USA. Es wird keinen neuen, schnellen Vergleich geben, wie jetzt bekannt wurde. Die „Mediation geht langsam, aber stetig weiter“, so ließ es der Mediator Ken Feinberg nach einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ wissen. Es gibt aktuell immerhin 42.700 Klagen gegen Monsanto. Deren jeweilige Krebserkrankung soll durch Glyphosat ausgelöst worden sein. Bayer möchte mit Studien dagegen halten. Ob dies gelingt? Wir zweifeln daran und erinnern an einen Bericht, den wir dazu bereits verfasst hatten.

Aspartam gilt als Ersatz für Zucker, bisweilen sogar als gesunder Ersatz. Zucker ist offensichtlich Auslöser von Übergewicht sowie beispielsweise dem Ausbruch von Diabetes 2. Doch ist Aspartam die unbedenkliche Alternative, nach der wir alle suchen?

2006 bereits stellte eine Untersuchung an Ratten dar, dass es ein Risiko geben könne, bestimmte Krebsarten mit Aspartam zu begünstigen. Diese Befunde wurden 2012 zumindest auch an Männern festgestellt. Die US-Gesundheitsbehörde FDS sowie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, haben sich bisher geweigert, Aspartam in Frage zu stellen. Eine britische Studie jedoch lässt den Verdacht entstehen, Aspartam sei für den menschlichen Verzehr nicht geeignet.

Zweifel aus Großbritannien

So hat das Untersuchungsteam der „University of Sussex“ die Ergebnisse der EFSA-Studie aus dem Jahr 2013 in Frage gestellt. Das entsprechende Gremium habe gleich 73 Studien, in denen die Schädlichkeit des „Süßstoffs“ zumindest nicht widerlegt werden konnte, gar nicht erst berücksichtigt. 84 % der Studien, die wiederum Aspartam die Unbedenklichkeit bescheinigten, seien hingegen als „zuverlässig“ berücksichtigt worden.

Zudem behaupten die Forscher, dass die Aspartam-günstigen Studien „niedrigere Eingangshürden“ verwendet haben als jene, die den Süßstoff als „unsicher“ qualifizierten. Dies wiederum verstößt gegen wissenschaftliche Prinzipien, die zumindest die Gleichartigkeit von Untersuchungen verlangen, um Ergebnisse fortlaufend widerlegen zu können – womit es beispielsweise ausreicht, auch nur in einigen Untersuchungen gesundheitsgefährdende Faktoren nachweisen zu können.

Letztlich wird den EFSA-Leitlinien unterstellt, sie würden gegen die „Transparenz der Risikobewertung“ verstoßen. Ein schwerwiegender Vorwurf, der wiederum Folgen hat: Die britischen Forscher verlangen, dass Aspartam sowohl hinsichtlich der Zulassung wie auch beim Verkauf neu bewertet werden müsse – die EU müsse es zumindest bis zu einer unabhängigen Prüfung aussetzen.

Deshalb folgende Empfehlung: Achten Sie darauf, ob auf Nahrungsmittelkennzeichnungen „E 951“ auftaucht. Dies ist ein Signal für die Verwendung von Aspartam.“ Mehr zum Thema finden Sie hier…

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https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/klage-gegen-eu-zulassung-von-gentechnik-mais-eingereicht

Klage gegen EU-Zulassung von Gentechnik-Mais eingereicht

EFSA bestätigt: Daten sind nicht ausreichend, um Risiken herbizidresistenter Pflanzen abzuschätzen
Donnerstag, 14. November 2019

Testbiotech hat eine neue Klage gegen die EU-Zulassung von Gentechnik-Pflanzen eingereicht. Das Gericht der Europäischen Union hat den Eingang der Klage (T-534/19) bestätigt und die EUKommission aufgefordert, Stellung zu beziehen. Die Klage richtet sich gegen eine EU-Importzulassung für einen Mais der Firma Bayer (Monsanto). Der Mais ist gleich mehrfach gentechnisch verändert. Er weist eine verdoppelte Resistenz gegen die Herbizide Glyphosat und Glufosinat auf. Zudem produziert er sechs Insektengifte. Kombinatorische Wirkungen der Toxine und der Rückstände der Spritzmittel wurden nicht getestet. Es wurde keine Fütterungsstudie vorgelegt, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen des Verzehrs der Maispflanzen zu untersuchen.

Der Mais, der im Dezember 2018 zugelassen wurde, geht aus einer Kreuzung von fünf gentechnisch veränderten Maispflanzen hervor (MON 87427 x MON 89034 x 1507 x MON 88017 x 59122). In einer detaillierten Stellungnahme hatte Testbiotech gezeigt, dass unter anderem die Risiken für das Immunsystem nicht ausreichend untersucht wurden. Zudem wurde der Mais nicht wie vorgeschrieben unter Praxisbedingungen im Freiland getestet: Es wurden weit weniger Pestizide eingesetzt, als in der landwirtschaftlichen Praxis zu erwarten sind. Die von der EFSA bewerteten Daten stimmen also nicht mit den Produkten überein, die tatsächlich importiert werden.

Während die Gentechnik-Abteilung der EFSA und die EU-Kommission davon ausgehen, dass der Mais trotzdem sicher sei, haben die PestizidexpertInnen der EFSA jetzt erneut bestätigt, dass es zu wenig Daten gibt, um die Sicherheit der Glyphosatrückstände in gentechnisch veränderten Pflanzen zu bewerten. Erstmals schlägt die Behörde jetzt sogar eine Absenkung der Grenzwerte für die Rückstandshöchstmengen bei Soja und Mais vor. Nach Ansicht von Testbiotech hätte die EU-Kommission den Mais angesichts dieser offenen Fragen und Unsicherheiten nicht zulassen dürfen. Tatsächlich verlangen die EU-Gesetze, dass die Sicherheit der Gentechnik-Pflanzen nach höchsten wissenschaftlichen Standards nachgewiesen werden muss, bevor eine Zulassung erfolgen kann. Die Klage von Testbiotech zielt auf die Durchsetzung dieser gesetzlichen Bestimmungen.

„Unabhängig davon, ob unsere Klage von Erfolg gekrönt sein wird, ist es wichtig, mehr öffentliche Aufmerksamkeit für Gentechnik-Pflanzen wie diesen ‚Monstermais‘ zu schaffen. Gibt es ausreichend öffentliche Aufmerksamkeit, können die EFSA und die EU-Kommission nicht einfach weitermachen wie bisher“, sagt Christoph Then für Testbiotech.

Im EU-Parlament gibt es seit Jahren erhebliche Kritik an der derzeitigen Praxis der EU-Importzulassungen. Gerade heute hat das Plenum des Parlamentes sich erneut mit großer Mehrheit in entsprechenden Resolutionen gegen vier weitere Genehmigungen von Gentechnik-Pflanzen ausgesprochen. Dabei geht es um zwei weitere Maisvarianten mit mehrfacher gentechnischer Veränderung sowie um Soja und Baumwolle mit Resistenzen gegen Herbizide. Bisher hat die EU-Kommission nicht auf derartige Resolutionen reagiert. Der frühere EU-Kommissar Andriukaitis galt sogar als ein regelrechter Fan der Gentechnik. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie die neue EU-Kommissarin Stella Kyriakides mit dem Thema umgehen wird.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33863/

Bericht: Gentechniktiere und -pflanzen gefährden Artenschutz

18.11.2019

Monarchfalter Schmetterling
Monarchfalter (Foto: Richiebits, public domain)

 

Die Ausbreitung von Pflanzen und Tieren, in deren Erbgut mit neuen Gentechnikverfahren wie der Gen-Schere CRISPR/Cas eingegriffen wurde, könnte fatale Folgen für den Artenschutz haben. Davor warnt ein vergangene Woche veröffentlichter Bericht des Instituts für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie (Testbiotech). Das für den Deutschen Naturschutzring (DNR) erstellte Papier zeigt anhand von Beispielen wie genveränderten Fliegen, Bienen, Bäumen und Korallen die Risiken und möglichen Konsequenzen auf.

„Freisetzungen von gentechnisch veränderten Organismen, die sich in den natürlichen Populationen ausbreiten und vermehren, könnten die Stabilität ökologischer Systeme rasch überfordern“, warnt der Autor des Berichtes, Christoph Then. „Die neuartigen Organismen können wie ‚Störsender‘ auf ihre Umwelt und die Netzwerke der biologischen Vielfalt wirken und das Artensterben beschleunigen.Erstes Beispiel für eine unkontrollierte Ausbreitung ist eine invasive Krebsart, die sich allerdings ohne gentechnischen Eingriff verändert hat. „Durch ein einziges biologisches Ereignis, das auch ‚Makromutation‘ genannt wird, wurde aus dem Sumpfkrebs eine neue Art, der Marmorkrebs, der sich in seiner äußeren Erscheinungsform, seinem Verhalten und seiner genetischen Ausstattung von der ursprünglichen Art deutlich unterscheiden lässt“, schreibt Then.

Die ursprünglich in Florida vorkommende Krebsart, die sich auch ohne Paarung vermehren kann, breitet sich rasch in neuen Lebensräumen aus und verdrängt heimische Arten. In Madagaskar ist der Marmorkrebs zur Plage geworden; jetzt hat er auch Deutschland erreicht. Das Beispiel zeige für die Risiken einer unkontrollierten Ausbreitung von Gentechnik-Organismen interessante Aspekte auf, so der Autor: „Die veränderten Eigenschaften der Krebse gehen auf Veränderungen in ihrem Erbgut zurück. Die Kenntnis dieser ‚Makromutation‘ bedeutet aber nicht, dass alle neuen Eigenschaften der Krebse vorhersagbar wären.“ Um ihr invasives Potenzial richtig abschätzen zu können, müsse man ihr tatsächliches Verhalten in der freien Umwelt und ihre speziellen phänotypischen Eigenschaften kennen. Die für eine Risikoprüfung relevanten Eigenschaften der Krebse ergeben sich erst in Wechselwirkung mit der Umwelt.

Fortsetzung auf unserer Partnerseite http://www.weltagrarbericht.de:

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Wirtschaft Gratis zur Baufinanzierung

Diese Bank setzt Kunden einen Chip unter die Haut

 

Es wirkt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film: Menschen öffnen Türen mit Mikrochips, die sie unter der Haut tragen. Eine US-Firma hat ihre Mitarbeiter mit solchen Implantaten ausgestattet.

Quelle: N24/Janina Lackmann

Autoplay

Für diesen Chip wirbt seit wenigen Tagen kein Sicherheitsdienst und auch kein Tech-Konzern, sondern eine Bank aus Berlin. Mit dem Versprechen „Nie wieder Schlüssel suchen“, wendet sich die dortige Sparda-Bank an Kunden, die zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember eine Baufinanzierung in Höhe von mindestens 50.000 Euro abschließen. Sie erhalten gratis zum Vertrag zwei Nahfeldkommunikations-, kurz NFC-Implantate dazu. Der Vertragspartner und ein beliebiger weiterer Erwachsener können sich diese in die Hand einsetzen lassen. Die Kombination mit der Baufinanzierung soll ein Symbol sein: Kunden erhalten mit dem Darlehen die Schlüssel zum Eigenheim gleich dazu.

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Der Werbespot für den Chip mutet jedoch schon etwas skurril an. Inmitten einer stereotypischen Vorstadtidylle unterhalten sich zwei Protagonistinnen miteinander. Dargestellt von den in der Szene bekannten Berliner Dragqueens Jurassica Parka und Destiny Drescher. Sie sprechen über den Garten der Nachbarin – und schließlich auch über sie selbst. Die junge Frau habe „was machen lassen“, sind sich die beiden sicher. Diese Vermutung bestätigt sich in dem Moment, als die Nachbarin mit dem Chip in ihrer Hand die Haustür öffnet. Der Werbespot wird ausschließlich in sozialen Netzwerken gezeigt.

Du bist anders? #seianders

560.669 Aufrufe
30.09.2019

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Die einzige Baufinanzierung, die unter die Haut geht! http://www.schlüsselkowski.de Setz dir ein NFC-Implantat in die Hand und öffne deine Haustür ohne Schlüssel. Aktion bis zum 31.12.2019: Schließe eine Baufinanzierung bei der Sparda-Bank Berlin ab und erhalte zwei NFC-Implantate sowie Zubehör kostenlos dazu.

Auf YouTube, Facebook, Instagram und Snapchat will die Bank vor allem potenzielle Kunden zwischen 16 und 39 Jahren erreichen. Junge Menschen sind eine wichtige Zielgruppe für das Geldhaus. „Mit dem Eintritt ins Arbeitsleben setzen sich viele zum ersten Mal in ihrem Leben mit Finanzen auseinander“, sagt Frank Kohler, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Berlin. Auf dem umkämpften Privatkundenmarkt ist es für eine Bank entscheidend, mit der eigenen Marke früh bei den jungen Menschen präsent zu sein. Denn das zahlt sich am Ende aus: Viele Verbraucher halten ihrer Hausbank immer noch ein Leben lang die Treue.

Die Videos sind nicht in erster Linie darauf angelegt, für eine Baufinanzierung oder den implantiertem Mikrochip zu werben. „Bei der Kampagne geht es vorrangig darum, Aufmerksamkeit zu erregen“, sagt Kohler. Dazu sollen sowohl die skurrile Idee als auch die Besetzung beitragen. Und die Strategie funktioniert: Mehr als eine Million Nutzer haben die Videos in den sozialen Netzwerken angesehen, mehrere Tausend haben sie geteilt und kommentiert. Positives Feedback ernten vor allem die Darsteller.

Trotz der großen Aufmerksamkeit hat bislang allerdings noch kein Kunde ernsthaftes Interesse an dem Implantat bekundet. Das habe man auch nicht anders erwartet, sagt Kohler, versichert jedoch, dass es sich nicht ausschließlich um einen Werbegag handelt. „Wer das Implantat will, bekommt es natürlich auch.“ Auch eine größere Nachfrage könnte man bedienen.

Technik soll sicherer sein als der Fingerabdruck

Für die Chips kooperiert die Bank mit Digiwell, einem Unternehmen, das auf Bio-Hacking, also die Optimierung des menschlichen Körpers durch technische Zusätze spezialisiert ist. Eingesetzt werden die Implantate nicht von Bankangestellten, sondern von Fachleuten. Das kann beispielsweise ein Arzt oder ein Piercer sein. Von außen ist das reiskorngroße Glasröhrchen nicht zu erkennen. Auch Sicherheitskontrollen wie etwa am Flughafen schlagen nicht an.

Wer sich – von der Werbung inspiriert – nun selbst, also ohne den Abschluss einer Baufinanzierung der Sparda-Bank, einen solchen Chip implantieren lassen möchte, muss mit rund 50 Euro für das Glasröhrchen und mit noch einmal dem gleichen Betrag für das Einsetzen rechnen. Deutlich teurer ist das Lesegerät an der Haustür. Beim Abschluss einer Baufinanzierung trägt diese Kosten die Sparda-Bank. Insgesamt kalkuliert man dort mit rund 800 Euro für Implantate, Türschloss und Installation.

Einmal eingesetzt kann der Chip über Jahre unter der Haut verbleiben. Er funktioniert unabhängig von weiterem Zubehör und benötigt keine Batterien. Der Transponder an der Tür läuft über einen eigenen Akku, funktioniert also selbst bei Stromausfällen. Insgesamt soll die Technik sicherer sein als ein Fingerabdruckscanner, verspricht der Hersteller. Um die Tür zu öffnen, muss sich der Chip in unmittelbarer Nähe befinden, die Daten werden verschlüsselt übertragen. In Schweden beispielsweise lassen sich Tickets für den öffentlichen Nahverkehr bereits jetzt unter der Haut mit sich führen.

Solange der von der Sparda-Bank beworbene Chip wirklich nur die zur Türöffnung benötigten Daten enthält, sehen auch Datenschützer keinen Grund zur Besorgnis. Auch wenn Vorstandsvorsitzender Kohler zugibt: „Das ist natürlich nichts für jedermann.“ Skepsis der Technik gegenüber kann er durchaus nachvollziehen. „Andererseits ist der Chip in der Hand auch nichts anderes als das, was bereits in Handys und Bankkarten verbaut wird“, meint Kohler. Er selbst will sich dennoch kein Implantat einsetzen lassen, das passe einfach nicht zu ihm.

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Brenda Jans Darling
Die Krebspatientin Brenda Jans Darling nimmt seit einem Jahr digitale Pillen ein
Quelle: Privat

Als Brenda Jans Darling vor anderthalb Jahren begann, Medikamente für ihre zweite Chemotherapie zu schlucken, lebte sie in ständiger Angst. Davor, dass sie den Darmkrebs nicht überleben würde. Und sie fürchtete sich auch davor, dass sie vergessen könnte, ihre Pillen zu nehmen. Ihr Leben hing nun auch davon ab, dass das nicht passierte. „Ich kann mir nicht leisten, nachlässig zu sein“, sagt sie. Sie war erleichtert, als ihr Arzt ihr nach sechs Monaten anbot, sich künftig von ihren eigenen Tabletten rund um die Uhr überwachen zu lassen…..

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Wissenschaft Paralysierte Autos

Dieses Muster treibt autonome Autos in den Wahnsinn

Chefkorrespondent Wissenschaft

Wie denken die Deutschen über die Digitalisierung? Sehen sie den technischen Fortschritt optimistisch oder betrachten sie ihn eher skeptisch? Der TechnikRadar 2019 gibt Aufschluss darüber.

Quelle: WELT / Laura Fritsch

Autoplay
Autonome Fahrzeuge lassen sich verblüffend einfach verwirren: Ihre Bildverarbeitung kommt bei einer bestimmten Farbkombination ins Stottern. Tübinger Forscher wollen ihre Erkenntnis als Weckruf in Richtung Autohersteller verstanden wissen.
Die Entwicklung autonom fahrender Autos ist eine große technologische Herausforderung. Die Fahrzeuge müssen schließlich bei jedem Wetter und unterschiedlichsten Lichtverhältnissen in der Lage sein, Verkehrslagen richtig einzuschätzen und zum Beispiel plötzlich auf die Fahrbahn tretende Personen zu erkennen.

Das ist nur möglich, wenn Kameras permanent Daten liefern und diese sehr schnell ausgewertet und richtig interpretiert werden. Diese Aufgabe wird von sogenannten Neuronalen Netzwerken geleistet – eine spezielle Form von künstlicher Intelligenz, die bestimmte Funktionsmechanismen des menschlichen Gehirns imitiert.

Farbmuster zum Verwirren eines neuronalen Netzwerkes
Mit diesem Farbmuster lässt sich ein autonomes Auto paralysieren
Quelle: MPI-IS

Dies alles ist schon schwierig genug, selbst wenn alle am Straßenverkehr teilnehmenden Personen guten Willens sind und sich kooperativ verhalten. Doch wenn man überdies auch noch ausschließen will, dass Bösewichte ein autonomes Auto absichtlich stören und ein mehr oder weniger gefährliches Fehlverhalten erzwingen, dann wird alles noch viel aufwendiger.

Auf einer Internationalen Fachkonferenz in Seoul haben Wissenschaftler des Tübinger Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme vor einer verblüffend einfachen Möglichkeit gewarnt, mit der man das optische Gehirn eines autonomen Autos lahmlegen kann.

Ausreichend sind bestimmte Bilder aus farbigen Pixeln, die ein Aggressor lediglich auf einem T-Shirt tragen oder als Logo auf einer Einkaufstasche verwenden müsste, um autonome Autos zu verwirren. Sobald deren Kameras diese speziellen Farbmuster erfassen, verheddern sich die Algorithmen in logischen Widersprüchen.

Das Forscherteam Anurag Ranjan, Joel Janai, Andreas Geider und Michael Black konnte zeigen, dass damit ein Black-out des Systems provoziert wird, selbst wenn der Farbklecks in der betreffenden Straßenszene weniger als ein Prozent der Fläche ausmacht. „In vielen Fällen wurde bereits dadurch die Erfassung von Bewegungen in der gesamten Szene unmöglich“, stellt Ranjan fest, „das ist eine besorgniserregende Bedrohung.“

Color Patch could throw self-driving vehicles off track, Max Planck Institute for Intelligent Systems, Tübingen, Germany, October 21st, 2019
Mit dem speziellen Farbmuster auf ihrem T-Shirt „stoppen“ die vier Max-Planck-Forscher ein Auto
Quelle: MPI-IS / Wolfram Scheible

Die Konstruktion eines Musters mit möglichst großer Schadwirkung war nach Angaben der Forscher gar nicht aufwendig. „Wir haben dafür nur drei bis vier Stunden benötigt“, sagt Ranjan. Die Forscher haben ein Video produziert, in dem sie die Wirksamkeit des von ihnen kreierten Farbmusters demonstrieren.

Die Max-Planck-Forscher wollen natürlich potenziellen Gefährdern des autonomen Straßenverkehrs keine Blaupause für Attacken liefern. Vielmehr verstehen sie ihre Forschungsergebnisse als „Weckruf“ für die Automobilindustrie.

Bereits vor einigen Monaten hatten die Tübinger Forscher alle Automobilkonzerne über ihre Erkenntnisse informiert, sodass sie von der Veröffentlichung im Online-Journal „ArXiV“ nicht überrascht sein konnten.

Aus gutem Grund machen Fahrzeughersteller ein großes Geheimnis daraus, wie die von ihnen entwickelten autonomen Autos optisch gewonnene Informationen im Detail verarbeiten. Die Forscher können also letztlich nur vermuten, dass es sich um Neuronale Netzwerke handelt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings nach allgemeinem Stand der Technik sehr hoch.

„Unsere Arbeit zeigt den Herstellern von autonomer Fahrzeugtechnik, dass es hier möglicherweise neue Bedrohungen gibt“, sagt Michal Black, „und dass die Systeme so trainiert werden müssen, dass sie robust gegenüber derartigen Angriffen sind.“

Denn jeder könne sich selbst ausmalen, was es bedeuten würde, wenn ein mit hoher Geschwindigkeit über eine Straße fahrendes autonomes Auto plötzlich durch ein paar Farbkleckse völlig paralysiert wäre.

Tesla-Fahrer schläft tief und fest während sein Auto über den Highway rast

Mit 113 km/h ist ein Tesla mit eingeschaltetem Autopilot auf einem Highway unterwegs. Der Fahrer macht dabei ein Nickerchen, bekommt weder von Sirenen noch Lichtsignalen etwas mit. Die Polizei muss eingreifen.

Quelle: WELT / Lukas Axiopoulos

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/501045/Ein-Tesla-Unfall-erschuettert-das-Maerchen-von-der-umweltfreundlichen-E-Mobilitaet

Ein Tesla-Unfall erschüttert das Märchen von der umweltfreundlichen EMobilität

15.11.2019 11:42 

Ein Unfall eines Tesla-Fahrers in Österreich wirft ernste Fragen für die gesamte Elektroauto-Branche auf. Zuerst musste der Wagen drei Tage in einem Wasserbad gelöscht werden, nun verweigern sämtliche Recyclinghöfe die Aufnahme des Unfallfahrzeugs – aufgrund des unbekannten Giftmixes in der Batterie. Tesla wurde im Zuge der Ereignisse beim Lügen erwischt und taucht unter.

Ein Tesla-Unfall erschüttert das Märchen von der umweltfreundlichen E-Mobilität

Tesla-Chef Elon Musk kommt am 28.07.2017 auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien zur Vorstellung der ersten Wagen des Tesla-Fahrzeugs Model 3. (Foto: dpa)

Wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten vor einigen Wochen berichteten, kam ein Tesla-Fahrer im österreichischen Bundesland Tirol von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Der dadurch entstandene Brand hätte dem Besitzer des Elektroautos nicht nur fast das Leben gekostet, sondern er musste von der Feuerwehr durch ein dreitägiges Bad in einem riesigen Wassercontainer gelöscht werden. Der Grund: die beschädigte Antriebsbatterie entzündete sich aufgrund chemischer Reaktionen ständig neu.

Die Probleme hörten nach dem Löschen jedoch nicht auf, sondern sie fingen erst richtig an und werfen nun nicht nur ernste Fragen hinsichtlich der Seriosität von Tesla, sondern auch hinsichtlich der angeblichen „Umweltfreundlichkeit“ von E-Autos, auf.

Denn wie der ORF nun berichtet, weigern sich alle Recyclinghöfe der Gegend, das ausgebrannte Tesla-Wrack bei sich aufzunehmen – aus Angst vor den giftigen Stoffen in der 600 Kilogramm schweren Batterie. Deshalb steht der Wagen seit fünf Wochen am äußersten Eck des Hofes des Abschleppdienstes – „weil man ja nie wisse, ob das Ding nicht doch wieder in Flammen aufginge“, zitiert der ORF den Besitzer des Betriebes.

Ärgerlich sind die Umstände für den Abschleppdienst, skandalös jedoch ist das Verhalten des Fahrzeugherstellers Tesla. Das Unternehmen aus Kalifornien hat schlicht unwahre Angaben zur Frage des Recyclings seiner Fahrzeuge in Österreich gemacht. Der ORF berichtet:

„Der Hersteller Tesla habe beim Erstkontakt eine problemlose Entsorgung zugesichert und sich dann nicht mehr gemeldet. Auf Rückfrage ist Greiderer (der Besitzer des Abschleppdienstes – Anm. der Red.) an Teslas österreichischen Entsorgungspartner ÖCAR Autoverwertungs GmbH verwiesen worden. Auf der Tesla-Homepage liest sich das so: ‚ÖCAR Automobilrecycling verfügt über ein großes Netzwerk von autorisierten Recycling- und Entsorgungspartnern, welche vom Umweltministerium vollständig lizenziert sind.‘ Ganz so vollständig offenbar doch nicht, denn ÖCAR hat gar keine Genehmigung, Tesla-Modelle zu übernehmen. Auf die Frage, wie sie sich denn die Entsorgung eines Elektroautos vorstelle, antwortet ÖCAR-Sprecherin Pia Kleihs: ‚Darüber kann ich Ihnen keine Auskunft erteilen, da wir für Tesla keine Berechtigung haben.‘ Tesla verweist also auf seiner Homepage, pikanterweise im Kapitel ‚Nachhaltigkeit‘, auf einen Entsorgungspartner, der gar nicht befugt ist, einen Tesla zu recyceln.“

Die Antriebs-Batterie und ihre chemische Zusammensetzung stellt indes das Haupthindernis für eine Aufnahme in ein Recyclingwerk dar. Nebenbei macht dieser Umstand deutlich, dass es sich dabei um hochgiftige Substanzen handelt, von deren Zusammensetzung weder der Fahrer des Wagens noch die Behörden offenbar Bescheid wissen.

„Martin Klingler, Entsorgungsfachmann beim Schwazer Umweltunternehmen DAKA, sagt, eine so große Lithiumbatterie könne seine Firma nicht übernehmen, da man den Mix aus gefährlichen Stoffen in ihrem Inneren gar nicht kenne. Die Elektromobilhersteller hielten die Zusammensetzung ihrer Elixiere streng geheim, um ihren Wettbewerbsvorteil nicht zu verlieren. Die Flüssigkeit, in der das Unfallauto vom Walchsee gekühlt wurde, ist ein gefährlich giftiges Gebräu, aber mittlerweile ein begehrter Tropfen. Die Montanuniversität Leoben habe sich bereits Proben davon gesichert, um dem Geheimnis ihres Inhalts auf die Spur zu kommen, sagt Klingler“, wie der ORF berichtet.

In Europa gibt es derzeit offenbar nur 2 Unternehmen, die unbeschädigte Antriebsbatterien recyclen beziehungsweise wichtige enthaltene Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel ausscheiden können. Eines davon sitzt in Österreich. Vom ORF befragt, wie die beschädigte Batterie des Tiroler Unfall-Teslas zu behandeln sie, sagte der Unternehmenschef: Ich weiß es nicht. Überhaupt erfordere der Transport der unberechenbaren Batterie eine EU-Gefahrengut-Genehmigung, welche es in Österreich noch gar nicht gebe.

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Elektro-Autos: rollender Sondermüll?

Elektro-Autos: rollender Sondermüll?

Tesla E-Mobil; Bild Pixabay CC0 Creative Commons

von AR Göhring

Unser Artikel zur Selbstvernichtung von Volkswagen durch vollständige Umstellung auf Elektroautos rief einiges an Echo hervor. Unsere Leser, die häufig auch Bürgerreporter sind, welche die Redaktions-Aktivisten der Qualitätsmedien an Leistungsfähigkeit bei weitem übertreffen, wiesen auf zwei Artikel aus Tirol/Österreich hin. Dort steht seit Wochen im Städtchen Walchsee ein nach Unfall ausgebrannter Tesla. Auch Fachleute wagen es nicht, das Wrack abzutransportieren, weil dessen 600 Kilogramm schwerer Akkumulator mutmaßlich extrem giftige Substanzen enthält. Niemand weiß, wie man diese sicher entsorgen kann. Tesla selbst offenbar auch nicht.

Der Walchseer Dominik Freymuth fuhr am 4. Oktober 2019 mit seinem Batterie-Boliden gegen einen Baum und mußte erleben, daß das Fahrzeug trotz Abwesenheit von jeglichem brennbaren Fossil-Kraftstoff in Flammen aufging. Für die ADAC-Mitarbeiter unter unseren Lesern: Brennen Motor-Autos nach schweren Unfällen eigentlich? Mir sind nur wenige Fälle bekannt; die üblichen telegenen Explosionen in Hollywood-Krachern oder Alarm für Cobra 11 bei RTL entspringen mehr der Fantasie von Drehbuchautoren als den realen Eigenschaften von Benzin oder Diesel, das in flüssiger Form fast gar nicht brennbar ist.

Wir haben nicht die Rechte an den Fotos des ausgebrannten Tiroler Teslas, aber hier können Sie sich das Ergebnis des Brandes ansehen. Das klimaschützende Gefährt sieht aus, als wenn antikapitalistische Antifanten aus Hamburg es anläßlich einer demokratischen Demonstration gegen den G20-Gipfel abgefackelt hätten. Wie kann ein Akku-Auto so schnell brennen, oder überhaupt brennen? Ganz einfach: Was der Laie meist nicht weiß, ist, daß die elektrochemisch gespeicherte Energie einer Ionen-Batterie unter geeigneten Bedingungen schlagartig freigesetzt werden kann. Ist genug Luftsauerstoff vorhanden (meist der Fall), findet eine heftige und schlagartige Oxidationsreaktion statt. Auf deutsch: Die Kiste explodiert oder verbrennt wenigstens.

Der Teslafahrer aus Tirol konnte zum Glück von Unfallhelfern schnell genug aus dem brennenden Auto gerettet werden. Trotzdem lag er zwei Wochen im Spital. Seinen Kauf bereut Unfallopfer Freymuth bitter, und nicht nur er. Die Feuerwehr hat das verkohlte und teils geschmolzene Wrack in einen dichten Container gesteckt und diesen mit Löschwasser geflutet, weil man befürchtet, daß die Lithium-Batterie erneut entflammt. Als Biologe staunt man, was elektrochemisch möglich ist. Organisch gespeicherte Energie ist absolut anwendungs- und feuersicher; denken Sie nur an Holz oder Zellstoff, oder an Ihren eigenen Körper. Wir Menschen können Energie in hoher Dichte einfach noch nicht praktikabel speichern, gestehen wir es uns ein.

Das Tesla-Wrack steht nun seit Wochen in seinem Wasserbad am Rande des Parkplatzes vom örtlichen Abschleppdienst; der Unternehmer befürchtet, daß der Akku trotz der Feuerwehr-Maßnahmen wieder anfängt zu brennen und die anderen abgestellten Fahrzeuge mit entzündet.

Natürlich hat man den Hersteller Tesla, dessen Chef Elon Musk in Brandenburg bald eine „Giga-Fabrik“ für Fahrzeuge und Batterien errichten will (da freuen wir uns schon), kontaktiert und um Rat und Hilfe gebeten. Antwort: Eine „problemlose“ Entsorgung wurde zugesichert, und dann kam nichts mehr. Der Abschlepp-Unternehmer hakte nach und wurde an einen nationalen Entsorgungspartner verwiesen, ÖCAR Autoverwertungs-GmbH. Die Pointe: ÖCAR ist nicht autorisiert, Teslas zu entsorgen, trotz anderslautender Behauptung auf der Tesla-Internetseite. Daher weigern sich die Verantwortlichen von ÖCAR, das brandgefährliche und giftige Wrack abzuholen. Ein Grund: Man wisse nicht, wo der Akku-Batterie im Auto „anfinge und wo sie aufhöre“. Liegt wohl daran, daß die Ingenieure jeden Kubikzentimeter freien Platz in der Karosserie mit Akku vollgestopft haben. Hinzu kommt, daß die Hersteller sich aus Wettbewerbsgründen weigern, die Inhaltsstoffe zu benennen. Umso interessanter ist das Löschwasser des Walchseer Teslas, das den Giftcocktail des Akkus enthält und nun von Wissenschaftlern der Montanuniversität Leoben untersucht wird. Dort gibt es eine Abteilung für Abfallverwertungstechnik, deren Chef Roland Pomberger aber bislang auch nicht weiß, wie man die Autobatterien entsorgt. Seiner Einschätzung nach habe die Firma versäumt, sich über die Rezyklisierung ihres Produktes ausreichend Gedanken zu machen. Von der Computer- und Elektronikindustrie kennt man das Problem; deren Altprodukte landeten und landen daher in indischen oder afrikanischen Slums, wo sie unter unsäglichen Bedingungen „verwertet“ werden. Von einem Hersteller ausdrücklich klimarettender und umweltschützender Produkte sollte man allerdings erwarten, daß die saubere Entsorgung schon vor dem Markteintritt geregelt ist.

Es gibt in Europa zwei Entsorger, die alte Akkus, sofern unbeschädigt, zerlegen und deren wertvolle Bestandteile rückgewinnen können; vor allem Nickel, Kupfer und Annalena Baerbocks Lieblings-Metall „Kobold“. Das Lithium, Hauptbestandteil der modernen Akkumulatoren, wird hingegen nicht neu verwendet, sondern mutmaßlich irgendwo auf eine Deponie gepackt, weil die Rückgewinnung schlicht zu teuer ist. Wenn man bedenkt, daß der Rohstoff in der extrem trockenen Atacama-Wüste und im Flamingo-Gebiet in Argentinien unter enormem Wassereinsatz gewonnen werden muß, fragt man sich, wie ein Tesla-Käufer sich ernsthaft noch für moralisch und umweltschützend halten kann. Man sieht, die „Klimarettung“ ist ein reines Statussymbol von Ökobürgern; was sie der Umwelt und den Bewohnern der Abbaugebiete antun, ist den Bessermenschen völlig gleichgültig.

Kann die Walchsee-Batterie nun zu den Entsorgern in Deutschland oder Belgien gebracht werden? Nein, da ist ausgerechnet die Bürokratie der klimarettenden Europäischen Union vor. Für die große Entfernung bräuchte die Spedition eine EU-Gefahrgut-Genehmigung, die für die Alpenrepublik noch nicht existiert. Und wenn der Walchsee-Akku so gefährlich ist, wieso können dann überall in Europa Elektroautos herumfahren?

Der örtliche Abschlepp-Unternehmer will das Problemwrack natürlich endlich loswerden. Laut Hersteller soll ein Spezialist aus den Niederlanden zu ihm kommen und den kaputten Lithium-Akku entladen. Ist keine Energie mehr drin, kann auch nichts mehr brennen. Gekommen ist der Spezialist aber bislang noch nicht (Stand 13.11.). Unfallopfer Freymuth ist desillusioniert und nennt sein zerstörtes Auto eine „Zeitbombe“. Noch mal kaufe er sich keinen Tesla.

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Tesla warnt kalifornische Kunden davor, wegen Stromabschaltungen mit leerer Batterie dazustehen.

Tesla warnt kalifornische Kunden davor, wegen Stromabschaltungen mit leerer Batterie dazustehen.

Tesla Webseite

CHRIS WHITE, Daily Caller
Einige Besitzer von Elektrofahrzeugen in Kalifornien greifen auf den Einsatz von Benzin [-Autos] zurück, da das staatliche Energieversorgungsunternehmen Stromabschaltungen vornimmt, um mögliche Waldbrände zu vermeiden.

Tesla [denkt mit, und]  warnte seine Kunden am Mittwoch, sich der Probleme bewusst zu sein und ihre Fahrzeuge voll aufzuladen, anstatt sich auf verfügbaren Strom für die Batterieladung  am nächsten Tag zu verlassen. Einige Besitzer von Elektrofahrzeugen im Bundesstaat gaben an, dass sie kein Risiko eingehen und dann auf ihre anderen, Benzin betriebenen Autos nutzen werden, wenn der Strom nicht verfügbar ist.

Das kalifornische Energieversorgungsunternehmen Pacific Gas and Electric (PG & E) beginnt mit einer tagelangen Stromunterbrechung, um die Gefahr von Waldbränden zu verringern. [wie berichtet, wird viel trockenes Unterholz und schlechter Zustand der elektrischen Anlagen als Brandrisiko angesehen)

„Für den schlimmsten Fall habe ich einen benzinbetriebenen Notstrom-Generator für mein Haus und für die mögliche Aufladung meines Autos“, sagte Chad Dunbar, ein Einwohner von Petaluma, Kalifornien, der in der IT der lokalen Regierung arbeitet, gegenüber der Washington Post Mittwochnacht. Laut WaPo war seine Stromversorgung am Mittwoch noch eingeschaltet.

Dunbar kaufte benzinbetriebene Stromgeneratoren, um seinen Tesla Model 3 im Notfall aufzuladen. Er hat sein Fahrzeug Dienstagnacht vor den geplanten Stromabschaltungen voll aufgeladen.

„Ein Versorgungsunternehmen in Ihrer Nähe kündigte an, dass es in einigen Regionen Nordkaliforniens ab dem 9. Oktober im Rahmen von Stromausfällen für die öffentliche Sicherheit den Strom abschalten könnte, was sich auf die Stromzufuhr zu den Ladeoptionen auswirken könnte“, heißt es in der Meldung von Tesla, laut Twitter Posts von Kunden. „Wir empfehlen, Ihren Tesla heute zu 100% aufzuladen, um sicherzustellen, dass Ihre Fahrt nicht unterbrochen wird.“

Tesla hat hat der Daily Caller News Foundation noch keinen Kommentar übermittelt.

Der 35-jährige Zlatko Unger aus Redwood City erkundigte sich aufgrund der Warnung des Unternehmens nach der Verfügbarkeit von Tesla-Ladestationen und teilte Reportern mit, dass die von ihm normalerweise genutzte Station überlasteter sei als gewöhnlich.

Unger sagte, er habe einen Backup-Plan, falls es zu einer Katastrophe kommen sollte. Er würde seinen Kia Niro-Plug-in-Hybrid verwenden, der auf Benzin umschalten kann, sobald die elektrische Batterie leer ist. „Wenn alles schief gehen würde, würden wir stattdessen den Hybrid verwenden“, sagte er.

Am Mittwochmorgen gingen für 513.000 Haushalte und Geschäfte Nordkalifornien „die Lichter aus“, berichtete USA Today. Rund 234.000 Kunden werden voraussichtlich am Mittwochnachmittag den Strom verlieren, es wird geschätzt, dass weitere 42.000 Menschen ebenfalls betroffen sein werden.

PG&E nutzt einen Strom Mix aus Erdgas, Wasserkraft und Kernenergie, um Wohnhäuser in Nordkalifornien mit Strom zu versorgen.

Gefunden auf The Daily Caller News Foundation

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://dailycaller.com/2019/10/10/california-blackouts-fires-tesla/

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https://www.spiegel.de/auto/aktuell/mainz-e-bike-akku-setzt-wohnhaus-in-brand-a-1286645.html

Mainz

E-Bike-Akku setzt Wohnhaus in Brand

In Mainz ist ein Wohnhaus in Brand geraten und dadurch unbewohnbar gemacht worden. Offenbar fing der Akku eines im Innenhof abgestellten E-Bikes Feuer.

Ein E-Bike-Akku ist in einem Innenhof in Brand geraten. Die Flammen griffen auf das Gebäude über

Feuerwehr Mainz

Ein E-Bike-Akku ist in einem Innenhof in Brand geraten. Die Flammen griffen auf das Gebäude über

Ein Akku eines E-Bikes hat in Mainz einen Brand ausgelöst. Das teilte die Feuerwehr mit. Es sei niemand verletzt worden, ein Wohnhaus sei nun jedoch vorerst unbewohnbar.

Laut Feuerwehr stand das Rad in einem Innenhof, als der Akku am Donnerstagnachmittag Feuer fing. Die Flammen griffen demnach von dem Hof auf das Gebäude über. „Eine Anwohnerin hörte einen lauten Knall“, sagte ein Sprecher der Stadt. Sie habe sich aber selbst ins Freie retten können und blieb unverletzt.

Zwei Fenster barsten dem Sprecher zufolge. Zudem sei eine Stromleitung beschädigt worden. Es sei ein Sachschaden im fünfstelligen Bereich entstanden. Nach Angaben der Feuerwehr musste auf der Suche nach Glutnestern das Dach, mehrere Decken und Verkleidungen geöffnet werden. Die Bewohner des Hauses seien in einer Notunterkunft untergebracht worden.

cop/dpa

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Kann das Elektroauto die Umwelt retten? | WDR DOKU

952.183 Aufrufe
04.06.2019

320.000 Abonnenten
Elektroautos gelten als besonders umweltfreundlich, manche preisen sie gar als „emissionsfrei“ an. Doch stimmt das? Sind E-Autos wirklich die Rettung für die Umwelt oder nur ein Milliardengeschäft für die Autoindustrie? „Die Story im Ersten“ macht sich auf die Spurensuche. Mehr zur Sendung: https://www.daserste.de/information/r… __ Ein Film für den WDR von Florian Schneider und Valentin Thurn Dieser Film wurde im Jahr 2019 produziert. Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seit dem nicht aktualisiert.

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https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/kobalt-aus-dem-kongo-hier-sterben-menschen-fuer-unsere-e-autos-a-1291533.html

 

Kobaltförderung im Kongo

Hier sterben Menschen für unsere Akkus

Kinder schleppen Erzkörbe, Bergleute schürfen unter lebensgefährlichen Bedingungen: Kobalt ist unerlässlich für die Produktion von Akkus, der Abbau hoch umstritten. Experten haben nun Minen im Kongo geprüft.

Ein Interview von

Ein Bergarbeiter sucht in den Abfällen einer Mine im Kongo nach nutzbarem Kobalt

FEDERICO SCOPPA/ AFP

Ein Bergarbeiter sucht in den Abfällen einer Mine im Kongo nach nutzbarem Kobalt

Wer Akkus für E-Autos bauen will, braucht Kobalt – zumindest beim heutigen Stand der Batterietechnologie. Gefördert wird der Rohstoff vor allem als Nebenprodukt beim Nickel- und Kupferabbau. Das Mineral ist äußerst ungleich auf der Erde verteilt: Die von Krisen geschüttelte Demokratische Republik (DR) Kongo, Australien und Kuba vereinen zusammen mehr als 70 Prozent der bekannten Reserven auf sich.

Um die Förderung in der DR Kongo hat es immer wieder Diskussionen gegeben. Von Kinderarbeit war die Rede, von katastrophalem Arbeitsschutz. Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben nun für eine Studie mehr als 50 Minen in den Kupfer– und Kobaltprovinzen Haut-Katanga und Lualaba besucht. Im Interview stellt Experte Philip Schütte die Ergebnisse vor.

Zur Person
  • Dr. Philip Schütte

    Philip Schütte betreut bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover Forschungsarbeiten zur Nachhaltigkeit im Bergbau und in Rohstofflieferketten. Seit 2015 ist er für die fachliche Koordination eines Projekts zum Rohstoffsektor der DR Kongo verantwortlich. Zuvor leitete er ein Projekt zur Zertifizierung von Konfliktrohstoffen in Ruanda und Burundi

SPIEGEL: Unter welchen Umständen läuft der Kobaltbergbau in der DR Kongo ab?

Schütte: Der Großteil des kongolesischen Kobalts wird im industriellen Bergbau gewonnen. Das läuft über verschiedene große, internationale Unternehmen, die sich in der Regel an weltweit geltende Vorschriften halten. Etwa 10 bis 20 Prozent entfallen aber auch auf Kleinbergbau. Und das kann massive Probleme bringen.

SPIEGEL: Was läuft da genau falsch?

Schütte: Zum größten Teil findet der Kleinbergbau illegal statt, zum Teil auch auf den Gebieten der industriellen Minen. Die Bergleute schürfen unter extrem unsicheren Bedingungen. Da werden tiefe Stollen gegraben, die Einsturzgefahr ist hoch. Häufig sterben Menschen. Außerdem werden die Bergleute in den illegalen Minen schlecht bezahlt, oft weit unter dem Mindestlohn. Der liegt in der DR Kongo ohnehin nur bei etwa vier Dollar pro Tag. Die Bergleute werden von Zwischenhändlern ausgenutzt. Das sind oft Chinesen, Inder oder Libanesen.

SPIEGEL: Es gibt auch legalen Kleinbergbau. Herrschen dort bessere Bedingungen? Oder hält da einfach noch ein Behördenmitarbeiter zusätzlich die Hand auf?

Schütte: Wenn man Kleinbergbau per se als etwas Schlechtes ansieht, macht man es sich zu einfach. Da hängen Arbeitsplätze und Einkommensperspektiven für mehr als 100.000 Bergleute und deren Familien dran. Wenn es gut läuft, organisieren sich die Bergarbeiter in ausgewiesenen Gebieten und ein Behördenvertreter kontrolliert die Arbeitsschutzvorschriften. So weit die Theorie.

SPIEGEL: Und die Praxis?

Schütte: Die industriellen Bergbaufirmen haben sich längst die Filetstücke bei den Abbaugebieten gesichert. Die Kleinbergbauzonen, die der kongolesische Staat ausgewiesen hat, liegen dagegen fast alle in unattraktiven geologischen Formationen. Deswegen gehen die Kleinbergleute nicht dorthin. Sie zieht es stattdessen zur illegalen Förderung auf die Claims der großen Firmen.

SPIEGEL: Wie verbreitet ist Kinderarbeit?

Schütte: Das Thema nimmt in der medialen Berichterstattung und in der Arbeit von NGOs einen großen Raum ein. Da kursieren oft dramatische Zahlen. Wir haben aber herausgefunden, dass Kinderarbeit nicht ganz so verbreitet ist, wie zu befürchten gewesen wäre. Man muss sich außerdem in jedem Einzelfall ansehen, was Kinder in einer Mine genau tun. Dass sie präsent sind, heißt nicht automatisch, dass sie auch schwere Arbeiten verrichten müssen.

„Die schubsen die Leute in den Minen herum“

SPIEGEL: Man könnte sagen, dass Kinder in einem Bergwerk ganz generell nichts verloren haben.

Schütte: Das kann man so sehen. Manchmal begleiten sie aber auch ihre Eltern, die in der Mine ihr Geld verdienen. Ob Kinder selbst arbeiten, hängt am Ende vor allem am akuten Geldbedarf der Familie. Und der kann sich täglich ändern. Die Minen liegen oft in oder nahe bei den Wohngebieten. Wir sind schon ganz glücklich, wenn es zumindest nicht zu schweren Formen der Kinderarbeit kommt.

SPIEGEL: Was heißt das?

Schütte: Nach Definition der Internationalen Arbeitsorganisation ILO wäre das zum Beispiel der Fall, wenn Kinder unter Tage, direkt an der Abbaufront tätig sind. Dort sind die Gesundheitsrisiken natürlich besonders hoch. Oder wenn sie schwere Erzsäcke transportieren müssen. Wenn die Kinder hingegen auf den Minen oberirdisch Erzstücke auflesen oder diese sortieren, häufig neben ihren Eltern, ist das für uns etwas weniger dramatisch. Das ist natürlich nicht gut, aber eben nicht so problematisch wie andere Formen der Kinderarbeit.

SPIEGEL: Wie oft ist Ihnen so etwas aufgefallen?

Schütte: Wir haben gemeinsam mit unseren kongolesischen Projektpartnern 58 Minen untersucht. In einem Fall haben wir 120 Kinder gesehen, die schwere Arbeit verrichten mussten. In einem anderen Bergwerk sahen wir vier Jugendliche, die Erzsäcke transportierten. Auf den anderen 56 besuchten Minen waren insgesamt etwa 2500 Kinder anwesend oder in leichtere Tätigkeiten involviert, jedoch nicht im Sinne schwerster Kinderarbeit.

SPIEGEL: Was kann ein Inspektionsteam denn tatsächlich von den Vorgängen in einer Mine mitbekommen?

Schütte: Wenn wir auf eine Mine fahren, mit einem Überprüfungsteam, dann wird uns immer etwas entgehen. Das Risiko ist da, dass wir die schlimmsten Dinge nicht sehen. Um das Problem zu minimieren, haben wir mit der zuständigen kongolesischen Bergaufsichtsbehörde sowie mit einer lokalen NGO, dem Carter Center, zusammengearbeitet. Die kennen sich vor Ort aus. Und sie haben dafür gesorgt, dass wir nicht mit einer ganz so großen Bugwelle aufgetreten sind, um die Chance für einen realistischen Einblick zu haben.

SPIEGEL: In den Minen haben Ihre Kontrolleure auffällig viele Militär- und Polizeiangehörige angetroffen. Was hatten die dort zu suchen?

Schütte: Nichts! Militär und Geheimdienstmitarbeiter arbeiten zum Beispiel als Bodyguards für Rohstoffhändler, zum Beispiel aus China, und schubsen die Leute in den Minen herum. Menschenrechtsverletzungen sind da nicht ausgeschlossen. Das ist ein delikates Thema und etwas, womit sich Unternehmen auch verstärkt beschäftigen müssen.

„Der Kongo ist als Kobaltförderer zu attraktiv, um auf ihn zu verzichten“

SPIEGEL: Sind diese Leute eher in großen oder kleinen Minen zu finden?

Schütte: Das scheint unabhängig von der Größe der Bergwerke zu sein. Wir haben in 60 Prozent der von uns besuchten Minen Vertreter von staatlichen Behörden angetroffen, die dort eigentlich nicht hingehören – anders als zum Beispiel die kongolesische Minenpolizei oder die Bergaufsicht.

SPIEGEL: Internationale Abnehmer kennen die Probleme im Kongo seit Jahren. Warum verzichten sie nicht einfach auf Kobalt von dort?

Schütte: Einige Unternehmen gehen diesen Weg in der Tat. Die anderen Abbaugebiete, zum Beispiel in Australien oder Russland, reichen jedoch nicht, um den gesamten Bedarf zu decken. Der Kongo ist für mehr als 60 Prozent der weltweiten Förderung verantwortlich. Und dieser Anteil wird in Zukunft wohl eher steigen als fallen, weil die geologischen Verhältnisse im Land so gut sind. Der Kongo ist als Kobaltförderer zu attraktiv, um auf ihn zu verzichten. Man muss sich also überlegen, wie man den Kobaltbezug aus dem Kongo verantwortungsvoller machen kann.

"Jetzt hoffen wir beim Kobalt auf weitere Erfolge"

FEDERICO SCOPPA/ AFP

„Jetzt hoffen wir beim Kobalt auf weitere Erfolge“

SPIEGEL: Und wie kann man das tun?

Schütte: Es gibt zum Beispiel OECD-Standards zu Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Dort werden Mindeststandards definiert, wie der Verzicht auf schwerste Formen der Kinderarbeit. Auch die illegale Präsenz staatlicher Dienste ist da nicht erlaubt. Wenn Unternehmen das umsetzen, dann können sie sich auch im Kongo engagieren. Das ist eine bessere Lösung, als einfach den Kongo zu meiden.

SPIEGEL: Was hat Ihre Arbeit bisher gebracht?

Schütte: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ist zusammen mit anderen Partnern seit zehn Jahren im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in der DR Kongo aktiv. Wir arbeiten mit nationalen und internationalen Partnern. In der Zinn-, Tantal- und Wolframförderung hat das schon sichtbare Fortschritte gebracht. Durch Zertifizierung, durch Inspektionen in den Minen, durch bessere Nachverfolgbarkeit der Rohstoffe ist der Sektor sauberer geworden. Der Anteil der Rohstoffe, die für die Konfliktfinanzierung genutzt wird, ist hier deutlich zurückgegangen. Jetzt hoffen wir beim Kobalt auf weitere Erfolge.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Textes hieß es in der Überschrift: Hier sterben Menschen für unsere E-Autos. Dadurch konnte der Eindruck entstehen, Kobalt werde ausschließlich für Batterien in E-Autos genutzt. Tatsächlich kommt es in fast allen Akkus vor. Wir haben die Überschrift angepasst.

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„Jeanine Añez““ – Bolivien – Lithium

 

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/501097/Bolivien-Militaers-gehen-brutal-gegen-die-indigene-Bevoelkerung-vor

Bolivien: Militärs gehen brutal gegen die indigene Bevölkerung vor

20.11.2019 15:17 

Die bolivianischen Sicherheitskräfte setzen Panzer und Hubschrauber gegen die protestierende indigene Bevölkerung ein. Die selbsternannte Übergangs-Präsidentin Añez hat ihnen Straffreiheit bei Verbrechen gegen die Menschen gewährt. Zuvor hatte sie die indigene Bevölkerung als “satanisch” bezeichnet.

Bolivien: Militärs gehen brutal gegen die indigene Bevölkerung vor

La Paz: Anhänger des ehemaligen Präsidenten Morales sitzen während einer Demonstration vor einem Wandgemälde. (Foto: dpa)

Die bolivianische Interims-Präsidentin Jeanine Añez, die durch einen Militärputsch die Regierungsgewalt in Bolivien an sich gerissen hat, geht offenbar gewaltsam gegen die indigene Bevölkerung des Landes vor. Am vergangenen Freitag hatten in Cochabamba Sicherheitskräfte mindestens acht Mitglieder der indigenen Gemeinschaft, die gegen die Putschregierung protestierten, getötet. 115 Menschen wurden verletzt. Das gab der Vertreter des Bürgerbeauftragten in Cochabamba, Nelson Cox, bekannt, berichtet die Zeitung Opinión Bolivia. Cox verurteilte die Exzesse der Polizei und der Streitkräfte. Die Anzahl der Toten soll mittlerweile auf 23 Personen angestiegen sein. Unter #MasacreEnBolivia lassen sich zahlreiche Videos abrufen, die das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte belegen.

Añez kündigte an, dass sie verpflichtet sei, “alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen”, um “das Land zu befrieden”. Dies beinhaltete eine behördliche Anordnung, die alle Sicherheitsdienste von jeglichen Verbrechen befreit, die während der “Wiederherstellung der Ordnung” begangen wurden, zitiert France 24 die Interims-Präsidentin. Das diesbezügliche Dokument wurde vom venezolanischen Diplomaten Samuel Moncada über Twitter geteilt.

Das Militär setzt nicht nur scharfe Munition, sondern auch Hubschrauber und Panzer ein, um gegen die indigene Bevölkerung vorzugehen. Die US-amerikanische Politikerin Jill Stein, die im Jahr 2016 für das Amt des US-Präsidenten kandidiert hatte, teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: “Todesschwadronen in Bolivien entfesselt: Das Putschregime hat Soldaten, die auf Demonstranten schießen, Immunität gewährt. In nur wenigen Tagen haben sie Hunderte von Menschen erschossen.”

Añez hatte zuvor die indigene Bevölkerung des Landes, die fast 90 Prozent der Bevölkerung ausmacht, als “satanisch” umschrieben, berichtet der Guardian. Die indigene Bevölkerung dürfe nicht in den Städten wohnen, sondern soll, so Añez, im Hochland oder in der Wüste leben.

Stein nutzte in ihrer Twitter-Mitteilung ganz gezielt das Wort “Todesschwadronen”, da ein Großteil der Offiziere, die die Proteste in Bolivien niederschlagen haben an der School of the Americas (SOA), die sich im US-Bundesstaat Georgia befindet, ausgebildet wurden. Die Militärakademie SOA wurde 1946 gegründet. Seitdem werden dort Soldaten aus Lateinamerika ausgebildet, die in den militärischen Kadern der lateinamerikanischen Staaten US-amerikanische Ideale und Interessen vertreten. Die Absolventen dieser Akademie waren in der Vergangenheit an zahlreichen Umstürzen, Massakern und Kriegen gegen Oppositionelle in Lateinamerika beteiligt. Die New York Times titelte im Jahr 1996 ganz offen, dass die School of Americas die “Schule der Diktatoren” Lateinamerikas sei.

So hatten im Jahr 2002 Absolventen der SOA gegen den damaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez geputscht.

Bemerkenswert ist die Rolle der SOA im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen in Bolivien. Kurz vor dem Rücktritt von Evo Morales schlug der Befehlshaber der bolivianischen Streitkräfte, Williams Kaliman, dem Präsidenten vor, zurückzutreten. Einen Tag zuvor hatten Teile der Polizei des Landes rebelliert. Kaliman saß an der Spitze einer Militär– und Polizeikommandostruktur, die von der SOA ausgebaut wurde. Er selbst besuchte 2003 an der SOA einen Kurs mit dem Titel “Comando y Estado Mayor”, berichtet die NGO “School of the Americas Watch”.

Innerhalb der bolivianischen Polizei haben Spitzenbefehlshaber, die den Putsch auslösten, das Austauschprogramm der Agregados de Policia de America Latina en Washington (APALA) durchlaufen. APALA arbeitet von Washington D.C. aus und hat die Aufgabe, Beziehungen zwischen US-Behörden und Polizeibeamten aus lateinamerikanischen Staaten aufzubauen.

Unter den Sicherheitskräften und Truppen des Landes scheint es zahlreiche Beamte zu geben, die eine Abscheu gegenüber der indigenen Bevölkerung hegen. Nach dem Putsch entfernten Sicherheitskräfte öffentlich die einheimischen Wiphala-Flaggen der indigenen Bevölkerung von ihren Uniformen, die neben einer bolivianischen Flagge aufgenäht war.

Morales äußerte sich im Jahr 2015 bei der Gründung einer Schule ganz offen in Gegnerschaft zur SOA. Er sagte nach Angaben des englischsprachigen Dienstes der Deutschen Welle (DW): “Wir wollen mit dieser Schule antikoloniales und antikapitalistisches Denken aufbauen, das die Streitkräfte an soziale Bewegungen bindet und dem Einfluss der School of the Americas, die die Ureinwohner immer als innere Feinde betrachtete, entgegenwirkt.” Doch Morales ist gescheitert. Er konnte der SOA und ihrem politischen Arm im Land nichts entgegensetzen.

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Die Flüchtlings-Macher

144.563 Aufrufe
08.08.2018

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Die Headline dieses Vids ist quasi das Programm, ergo geht es um die „Flüchtlings-Macher“, und das sind interessanterweise genau die, die immer vorgeben ALLES zu tun, um zu verhindern, dass Menschen aus Afrika ausreisen wollen. ***************** Zum Ansehen einiger meiner von YT gesperrten Vids, hier den Link zu meinem VIMEO – Account : https://vimeo.com/jasinna

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High Freunde, Absolutismus in germoney

6.338 Aufrufe
18.11.2019

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Webseite https://www.art-of-vapor.com Instagram https://www.instagram.com/_art_of_vap… Kontakt und support PayPal Donalddenzler420@gmail.com Telegram https://t.me/dr_colly_light

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aus dem TEXT:….Die über 143.000 Stimmen der <<<<Petition „Deutschland braucht keine Impfpflicht“>>>> und die Gutachten, die bescheinigen, dass die Einführung einer Impfpflicht nicht notwendig, sondern sogar verfassungswidrig ist, wurden nicht gehört.….LINK: PETITION: https://www.openpetition.de/petition/online/deutschland-braucht-keine-impfpflicht

Beschlossene Impfpflicht verfassungswidrig: Ärzteverein will klagen

Beschlossene Impfpflicht verfassungswidrig: Ärzteverein will klagen

NEOPresse in Politik

Vor wenigen Tagen hat der Bundestag mit den Stimmen von Union, SPD Und FDP beschlossen, das Masern-Impfpflichtgesetz von Pharma-Minister Jens Spahn (CDU) durchzuwinken. Ab März gilt nun offiziell die Nachweispflicht für die Masernimpfung. Betroffen sind Kinder und Personal in Kindertagesstätten, Horten und Schulen. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2.500 Euro. Kinder die nicht geimpft sind, können von Kitas ausgeschlossen werden.

Eltern müssen dann nachweisen, dass ihre Kinder geimpft sind. Kitas dürfen ungeimpfte Kinder nicht mehr aufnehmen. Auch gegen die Einrichtungen können Bußgelder verhängt werden. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden kann, ist von der Regelung ausgenommen – ebenso Personen, die vor 1971 geboren wurden. Jetzt muss noch der Bundesrat der Reform stimmen. Das dürfte jedoch lediglich eine Formalität sein.

Gegner des Gesetzes haben bereits angekündigt, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen: „Wir als Verein der Ärzte für eine individuelle Impfentscheidung werden aus unseren Reihen eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz einreichen und unterstützen“, sagte Michael Friedl, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Heidelberg und Vorsitzender des Vereins.

Eine so drastische Einschränkung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung sei durch die Masernfälle in Deutschland nicht zu rechtfertigen. Das Gesetz von Spahn beruhe auf falschen Annahmen, so Friedl. Es gebe keine Zunahme von Masernfällen in Deutschland. Zudem sei die Impfbereitschaft in der Bevölkerung gestiegen. Und in anderen Ländern habe eine Impfpflicht nicht zu weniger Masernerkrankungen geführt, so Friedl weiter. Mit einem Zwang, wie er jetzt beschlossen wurde, erreiche die Regierung ihre Ziele nicht.

Die über 143.000 Stimmen der <<<<Petition „Deutschland braucht keine Impfpflicht“>>>> und die Gutachten, die bescheinigen, dass die Einführung einer Impfpflicht nicht notwendig, sondern sogar verfassungswidrig ist, wurden nicht gehört. Hier lesen Sie mehr dazu….

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Masern-Virus „existiert nicht“: Dr. Lanka gewinnt Prozess vor dem BGH

Masern-Virus „existiert nicht“: Dr. Lanka gewinnt Prozess vor dem BGH

NEOPresse in Gesundheit

Im Februar 2011 hatte der Virologe Dr. Stefan Lanka eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro für denjenigen versprochen, der eine wissenschaftliche Publikation vorlegen könne, die die Existenz von Masern-Viren nicht nur behauptet, sondern wissenschaftlich nachweislich belegt. Der Arzt Dr. David Bardens hatte versucht, die Existenz des Masern-Virus durch sechs eingereichte Publikationen zu beweisen und forderte den entsprechenden Betrag ein. Diese Forderung konnte er nicht durchsetzen.

Dr. Lanka teilte jetzt mit, dass der Masern-Virus-Prozess endgültig gewonnen ist: „Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Masern-Virus-Prozess entschieden. Der I. Zivilsenat des BGH hat das Urteil vom Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) vom 16.2.2016 bestätigt. Die im Jahr 2011 von mir ausgelobten 100.000 Euro für einen wissenschaftlichen Beweise der Existenz des behaupteten Masern-Virus müssen dem Kläger nicht ausgezahlt werden. Dieser wurde zudem verurteilt, alle Kosten des Verfahrens zu tragen.“

In den Prozess haben sich fünf Gutachter eingebracht und die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen vorgelegt. Alle fünf Gutachter haben übereinstimmend festgestellt, dass keine der sechs Publikationen einen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des behaupteten Masern-Virus enthält. Zwei unabhängige Labore, darunter ein weltweit führendes genetisches Institut, kamen unabhängig von einander zu den gleichen Resultaten. Die Ergebnisse sollen nach Meinung von Beobachtern beweisen, dass sich die Autoren der sechs Publikationen des Masern-Virus Prozesses irrten und sich deshalb als direkte Folge davon bis heute alle Masern-Virologen irren: Sie haben normale Bestandteile von Zellen als Bestandteile des vermuteten Masern-Virus fehlgedeutet. Andere sprechen von einem reinen Formfehler, der zu diesem Urteil führte.

Die Autoren der sechs Publikationen hatten die fundamentale wissenschaftliche Pflicht verletzt, nach den international definierten Regeln der Wissenschaft zu arbeiten. Sie führten keinerlei Kontrollexperimente durch. Dieser Irrtum wurde zur Grundlage des Glaubens an die Existenz aller krankmachenden Viren. Das OLG Stuttgart wies 2016 die Klage des Klägers gegen Dr. Lanka zurück. Der Kläger versuchte nun mit einer Beschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil des OLG zu Fall zu bringen. Doch die Behauptungen des Klägers wurden auch vom BGH deutlich zurückgewiesen und das Urteil vom 16.2.2016 des OLG Stuttgart bestätigt.

Demnach, so Beobachter, gibt es kein Masern-Virus. Allen nationalen und internationalen Aussagen zum vermuteten Masern-Virus und zur Unbedenklichkeit der Masern-Impfung soll damit bislang die wissenschaftliche und rechtliche Basis entzogen worden sein. Warum dennoch die hochgefährliche Masern-Impfpflicht in Deutschland eingeführt werden soll, darf sich jeder selbst beantworten. Hier lesen Sie mehr. 

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Nichtexistenz des Masern-Virus

Nichtexistenz des Masern-Virus: Dr. Stefan Lanka gewinnt auch vor dem BGH

VirenNeben dem Oberlandesgericht Stuttgart hat nun auch der Bundesgerichtshof entschieden, dass der Virologe Dr. Stefan Lanka keine 100.000 Euro an den Arzt Dr. David Bardens zahlen muss. Im Februar 2011 hatte Dr. Stefan Lanka eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro für denjenigen versprochen, der imstande sei, eine wissenschaftliche Publikation vorzulegen, in der die Existenz des Masern-Virus nicht nur behauptet, sondern auch bewiesen und darin u.a. dessen Durchmesser bestimmt ist. Der Arzt Dr. Bardens versuchte, die Existenz des Masern-Virus durch sechs eingereichten Publikationen zu beweisen.

Im aktuellen Newsletter von WissenschafftPlus schreibt Dr. Stefan Lanka, dass der Masern-Virus-Prozess endgültig gewonnen ist: „Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Masern-Virus-Prozess entschieden. Der I. Zivilsenat des BGH hat das Urteil vom Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) vom 16.2.2016 bestätigt. Die im Jahr 2011 von mir ausgelobten 100.000 € für einen wissenschaftlichen Beweis der Existenz des behaupteten Masern-Virus müssen dem Kläger nicht ausgezahlt werden. Dieser wurde zudem verurteilt, alle Kosten des Verfahrens zu tragen.

In den Prozess haben sich fünf Gutachter eingebracht und die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen vorgelegt. Alle fünf Gutachter, darunter der vom Erstgericht beauftragte Prof. Dr. Dr. Andreas Podbielski haben übereinstimmend festgestellt, dass keine der sechs in den Prozess eingebrachten Publikationen einen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des behaupteten Masern-Virus enthält.

Genetik widerlegt Existenzbehauptungen

In den Prozess wurden die Ergebnisse von Untersuchungen zum sog. genetischen Fingerabdruck des behaupteten Masern-Virus eingebracht. Zwei anerkannte Labore, darunter das weltweit größte und führende genetische Institut, kamen unabhängig voneinander zu exakt den gleichen Resultaten. Die Ergebnisse beweisen, dass sich die Autoren der sechs Publikationen des Masern-Virus-Prozess irrten und als direkte Folge sich bis heute alle Masern-Virologen irren: Sie haben normale Bestandteile von Zellen als Bestandteile des vermuteten Masern-Virus fehlgedeutet.

Aufgrund dieses Irrtums wurden in einem Jahrzehnte dauernden Konsensfindungsprozess normale Zell-Bestandteile gedanklich zu einem Modell eines Masern-Virus zusammen gefügt. Eine tatsächliche Struktur, die diesem Modell entspricht, wurde bis heute weder in einem Menschen, noch in einem Tier gefunden. Mit den Ergebnissen der genetischen Untersuchungen sind alle Existenz-Behauptungen zum Masern-Virus wissenschaftlich widerlegt.

Den Autoren der sechs Publikationen und allen anderen Beteiligten ist dieser Irrtum nicht aufgefallen, weil sie die fundamentale wissenschaftliche Pflicht verletzten, „lege artis“, nach den international definierten Regeln der Wissenschaft zu arbeiten. Sie führten keinerlei Kontrollexperimente durch. Die Durchführung der Kontrollexperimente hätte Autoren und Menschheit vor diesem folgenreichen Irrtum geschützt. Dieser Irrtum wurde zur Grundlage des Glaubens an die Existenz aller krankmachenden Viren. Der gerichtlich bestellte Gutachter Prof. Dr. Dr. Podbielski hat aufgrund der Nachfrage des erkennenden Gerichts auf Seite 7 oben des Protokolls ausdrücklich bestätigt, dass die Autoren keinerlei Kontrollexperimente durchführten.

Das OLG Stuttgart hob am 16.2.2016 das Fehlurteil der ersten Instanz auf, wies die Klage zurück und bezog sich dabei u.a. auf die zentrale Aussage von Prof. Podbielski zu den sechs Publikationen. Der Kläger versuchte mit einer Beschwerde am BGH das Urteil des OLG zu Fall zu bringen. Als Begründung brachte er seine subjektive aber faktisch falsche Wahrnehmung des Verfahrensablaufes in Stuttgart vor und die Behauptung, dass unsere Benennung von Fakten zu Masern eine Gefährdung der Volksgesundheit darstellt. Die Behauptungen des Klägers wurden vom BGH mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Damit hat der BGH das Urteil des OLG Stuttgart vom 16.2.2016 bestätigt.

Schlussfolgerungen

Die sechs im Prozess vorgelegten Publikationen sind die maßgeblichen Publikationen zum „Masern-Virus“. Da es neben diesen sechs Publikationen nachweislich keine anderen Publikationen gibt, in denen mit wissenschaftlichen Methoden versucht wurde, die Existenz des Masern-Virus zu beweisen, haben das nun höchstrichterliche Urteil im Masern-Virus-Prozess und die Ergebnisse der genetischen Untersuchungen Konsequenzen: Allen nationalen und internationalen Aussagen zum vermuteten Masern-Virus, zur Infektiösität von Masern, zu Nutzen und Unbedenklichkeit der Masern-Impfung wurden der Anschein von Wissenschaftlichkeit und damit die rechtliche Basis entzogen.

Durch Anfragen, die das Masern-Virus-Preisausschreiben auslöste, hat die Leiterin des Nationalen Referenz-Instituts für Masern am Robert Koch-Institut (RKI), Prof. Dr. Annette Mankertz, eine wichtige Tatsache eingestanden. Dieses Eingeständnis kann die erhöhte Impfschadensrate speziell der Masern-Impfung erklären und warum und wie besonders diese Impfung vermehrt Autismus auslöst.

Frau Prof. Mankertz hat eingestanden, dass das „Masern-Virus“ typisch zelleigene Bestandteile (Ribosomen, die Eiweiß-Fabriken der Zellen) enthält. Da die Masern-Impfung aus „ganzen Masern-Viren“ besteht, enthält dieser Impfstoff zelleigene Strukturen. Dies erklärt, warum die Masern-Impfung häufigere und stärkere Allergien und Autoimmunreaktionen auslöst als andere Impfungen. Der Gerichtsgutachter Prof. Podbielski führte mehrfach aus, dass mit der Behauptung des RKI zu Ribosomen in den Masern-Viren, die Existenz-Behauptungen eines Masern-Virus widerlegt sind.

Im Verfahren wurde ebenso aktenkundig, dass die höchste deutsche wissenschaftliche Autorität auf dem Gebiet der Infektiologie, das RKI, entgegen seinem gesetzlichen Auftrag in § 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) es unterlassen hat, Untersuchungen zum behaupteten Masern-Virus zu erstellen und zu veröffentlichen. Das RKI behauptet, dass es interne Untersuchungen zum Masern-Virus getätigt hat, weigert sich aber, die Ergebnisse auszuhändigen oder zu veröffentlichen.

Durch den Masern-Virus-Prozess, durch die asoziale Berichterstattung der Leitmedien, der rechten bis zur linken Presse, haben wir finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Wir haben durch den Prozess viel gelernt, sind gestärkt daraus hervorgegangen und das Thema ist durch den Prozess international bekannt geworden. Dadurch haben wir dazu beigetragen, dass die Fehlannahmen der heutigen Biologie, Medizin und Virologie global erkannt und aufgelöst werden. Ein Ziel unserer Arbeit ist, der tatsächlich wissenschaftlichen Biologie und Medizin, die wir vertreten und weiterentwickeln, Raum zu schaffen.

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Masernvirus vor Gericht – 3. Instanz BGH

Masernvirus vor Gericht – 3. Instanz BGH

17.01.2017
zuletzt geändert: 05.11.2019

Masernvirus vor Gericht – 3. Instanz Bundesgerichtshof (BGH)
Sieg für die Impfaufklärung: Genetik widerlegt Masernvirus-Existenzbehauptungen
– als “Formfehler”-Sieg kleingeredet

“Wir können die Herrschenden und ihre Handlanger nicht dazu zwingen, die Wahrheit zu akzeptieren; aber wir können sie dazu zwingen, immer unverschämter zu lügen.”
– 68er-Spruch, verschiedenen Autoren zugeschrieben.

Foto: FR.
Foto: Lanka, mit freundlicher Genehmigung.

Dr. Stefan Lanka gewinnt rechtskräftig den Masernvirus-Prozeß nunmehr auch in 3. Instanz vor dem BGH!

Siehe Newsletter vom 17.01.2017.

Beschluß des Bundesgerichtshofs vom 01.12.2016, Az. I ZR 62/16, über die Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde. Damit ist das Urteil des OLG Stuttgart rechtskräftig, die Realexistenz des Masernvirus nach den verbindlichen Regeln der Wissenschaft konnte nicht durch Vorlage einer wissenschaftlichen Arbeit bewiesen werden, Dr. Lanka hat Recht behalten.

Daß der Gerichtsgutachter und die Richter sich dennoch von der Realexistenz des Masernvirus überzeugt zeigten, weil in keiner der sechs vorgelegten Arbeiten der Existenzbeweis erbracht worden sei, es aber trotzdem vorhanden sei, wenn man die sechs Arbeiten kombiniere (“Gesamtschau”), ist ein Glaubensbekenntnis oder eben politkorrekt, aber keine Wissenschaft, denn was nicht da ist, ist auch dann nicht da, wenn man es sechs Mal kombiniert. Die “Gesamtschau” des virus- und impfgläubigen Gerichtsgutachters ist somit die pharmafreundliche Ausdrucksweise für “Dr. lanka hat Recht, aber ich darf ihm nicht Recht geben, sonst bricht das Kartenhaus der Impflügen und der Viruslügen zusammen, und wie stehen wir dann da? Too big to fail!?”

Selbst wenn in jeder der sechs Arbeiten Teilbeweise vorhanden wären, die dann in der behaupteten “Gesamtschau” den Beweis ergeben würden (was nicht der Fall ist):
Für die Frage, ob es ein Masernvirus gibt oder nicht, benötigt man nur eine Studie, eine Untersuchung, die klärt, ob in der Zellkultur eine virale Struktur vorhanden ist oder nicht. Das kann ein Einzelner tun, an einem Ort, innerhalb von Stunden. Man benötigt dafür nicht sechs Studien von sechs Personen, an sechs Orten über Jahrzehnte hinweg, wie vom Kläger vorgetragen.

Wenn man behauptet, daß es das Masernvirus dennoch gäbe, obwohl es in keiner der sechs Arbeiten (die nicht einmal dem Gericht vorlagen) oder einer sonstigen Arbeit bewiesen sei, dann sagt man: 6 x 0 = 6. Das kann man glauben, es ist aber keine Wissenschaft und verletzt deren verbindliche Regeln (zuletzt DFG 1998). Den Impfbetreibern und Virologen ist damit der Anschein der Wissenschaftlichkeit genommen.

Erstveröffentlichung des BGH-Beschlusses hier am 19.01.2017:

BGH-Beschluß Masernviren, Beschluß des Bundesgerichtshofs vom 01.12.2016, Az. I ZR 62/16, über die Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde.

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Die wahre Extinction Rebellion: Umweltschützer sind wütend, da die Windindustrie ganze Wälder zerstört

Die wahre Extinktion Rebellion: Umweltschützer sind wütend, da die Windindustrie ganze Wälder zerstört

screenshot Bericht des ZDF, s.u

stopthesethings
In Deutschland wehren sich echte Umweltschützer gegen die Zerstörung von Wäldern – dem natürlichen Lebensraum von Raubtieren wie dem vom Aussterben bedrohten Rotmilan. Umweltschützer sind darüber wütend, dass Milane, Adler und Dutzende bedrohter Fledermausarten in ganz Europa ungestraft durch Windmühlen in Scheiben geschnitten und gewürfelt werden.

Landbewohner gehen inzwischen vor Gericht, um Unterlassungsansprüche und Schadensersatz zu  erwirken, da sie aus ihren Häusern vertrieben wurden – durch niederfrequentem Lärm und Infraschall.

Das hat zur Folge, dass der Bau neuer Windparks in Deutschland beinahe zum Stillstand gekommen ist: Bislang wurden in diesem Jahr nur 35 Onshore-Windenergieanlagen errichtet

[Grafiken von „Die Welt“ übernommen – wegen copyright nicht kopiert.
Originalquelle, Deutsche WindGuard
dort finden Sie:

Windguard Status des Windenergie Ausbaus an Land in Deutschland.pdf
Windguard Status des Windenergie Ausbaus Offshore.pdf]

Unabhängig von der Tatsache, dass chaotisch intermittierender Windstrom nicht so geliefert wird, wie von den Verbrauchern benötigt, ist die mutwillige Zerstörung der ursprünglichen Wildnis nicht zu rechtfertigen – der natürlichen Landschaften, der ländlichen Gemeinden und von Millionen Vögeln und Fledermäusen (einschließlich zahlreicher Arten, die vom Aussterben bedroht sind).

Es ist eine Art Ironie, dass Umweltschützer sich als die Nemesis der Windindustrie herausgestellt haben, da der gesamte subventionsgetränkte Betrug einst mit seinen „heiliger als deine“ Umweltschutzbehauptungen angefangen hat.

In Deutschland ist die großflächige Zerstörung von Wäldern durch die Windindustrie, durch Windpark-Projekte mit 7 und gar 24 Anlagen, in den Fokus der Umweltschützer gekommen. Dafür würden 250 Hektar des deutschen Waldes zerstört werden.

Hier ist No Tricks Zone mit Einzelheiten

 

Die Stadt Aachen fällte über 1000 Bäume, um Material für sieben Windenergieanlagen vor Ort zu bringen

No Tricks Zone, Pierre Gosselin, 30. Oktober 2019

Das Folgende ist ein Beispiel dafür, wie deutsche Entscheidungsträger die Umwelt schützen: Sie fällen Hunderte Morgen Wald und verteilen Tausende Tonnen mit Stahl bewehrten Beton auf riesige Kiesbetten, befördert mit Hunderten von Lastwagenladungen. Dann installiere Wolkenkratzer und große industrielle Monstrositäten, die Vögel und Insekten töten.

Ergebnis: Aus einem idyllischen Wald wird ein weithin dominantes und spürbares Industriegebiet – zum Schutz des Klimas.

Es wäre eine grausame Aufgabe, das Umwelt- und CO2-Budget für das nachfolgend beschriebene Windparkprojekt im Münsterwald nahe der westdeutschen Stadt Aachen zu berechnen – Sieben WEA geplant

Für die Zufahrten musste ein „riesiges“ Stück im Herz des Waldes gerodet werden. Nach dem Bericht des öffentlich-rechtlichen ZDF mussten dafür 1000 Bäume gefällt werden.

Abholzung in großem Maßstab

Rainer Hülsheger vom Landesverband für Naturschutz: „Mindestens 1,2 Hektar Wald mussten allein für eine Windenergieanlage gerodet werden, hier sollen sieben Stück gebaut werden.“

Wütende Umweltschützer sagen, dass der Wald für einen Windpark nie geeignet war. Das ZDF berichtet jedoch, dass der Wald der Stadt Aachen gehört, und so erhielt das Subvention generierende Projekt grünes Licht.

Wald ist der beste Ort, sagt Aachener Stadtbeamter

Warum werden die Windenergieanlagen in den Wäldern installiert? Der Aachener Stadtbeamte Elmar Wiezorek stellte fest, dass die Aufstellung der WEA auf Feldern ein noch größeres Umweltrisiko darstellt: „Der Wald hatte die geringsten Probleme.“

Doch Herbert Klinkenberg von einer Bürgerinitiative zum Schutz der Windprojekte nennt das alles „eine Katastrophe“. Das ZDF bringt es auf den Punkt: „Klimaschutz auf Kosten der Natur.“

250 Hektar Wald für ein Windrad zerstört

13.507 Aufrufe
20.09.2019

2530 Abonnenten
Windräder im Wald. Waldzerstörung als Weg für den geringsten Widerstand.

Bedrohung für gefährdete Arten

Der ZDF-Bericht zeigt den Wahnsinn, Windräder mitten in Wäldern zu installieren und so seltene Vogelarten wie den Schwarz- und Rotmilan zu gefährden.

Gesamtes Biotop stark beschädigt

Für das Windprojekt Dahlem IV bei Euskirchen, so das ZDF (2:35), „haben die geplanten 24 Windenergieanlagen der Firma Kammerwald ein gesamtes Biotopsystem von Rheinland nach Belgien durchtrennt.“

Wenn es fertig ist, wird es aus 24 Windenergieanlagen, jeweils 200 Meter hoch bestehen. In einem einst ungestörtem Biotop mit natürlicher Bewaldung.

Der Windpark Dahlem IV ist der zweite Windpark der DunoAir in der Gemeinde Dahlem. Er liegt zum Teil auf privaten, die Mehrheit der Windenergieanlagen (WEA) aber auf Flächen der Gemeinde Dahlem.

EIFELON: OVG bestätigt Baustopp für Dahlem IV

Aus naturschutzfachlicher Sicht sei in der Eifel das Blatt überreizt worden. Sofern die Politik weiterhin an dem Windkraftausbau in der Mittelgebirgsregion festhalten wolle, müsse sie deutlich erklären, dass sie bereit sei, die Verantwortung für das Verschwinden windkraftsensibler Arten in der Eifel zu übernehmen, so Ralf Wilke.

Stellungnahme des NaBu zu Windparkprojekten in Euskirchen

No Tricks Zone

Gefunden auf

https://stopthesethings.com/2019/11/15/real-extinction-rebellion-environmentalists-furious-as-wind-industry-slash-burn-entire-forests/

Übersetzung und Strukturierung durch Andreas Demmig

 

Fundstück:

Interaktiver Windfinder von vielen Standorten in Deutschland: Karte – Orte – Messwerte

https://www.windfinder.com/#10/50.4970/6.7082

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„DIGITALER IRR-SINN“ oder  „Year Million“ – „In welcher Galaxie willst du leben“ – – –  WELT

18.07.2018

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„Year Million“ – „ENERGIE“ aus dem All – Wann verlassen wir die ERDE – WELT

183 Abonnenten

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Original Play – Kindesmissbrauch-Vorwurf – evangelische Kita in Berlin-Kreuzberg unter Verdacht

27.064 Aufrufe
25.10.2019

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Warnung vor Original Play! Kontraste (ARD) skandalisiert Original Play-Seminare in deutschen Kitas. Hier zum Original-Video von RBB: https://www.rbb-online.de/kontraste/a… Erwachsene durften auf Seminaren in evangelischer Kita in Berlin-Kreuzberg gegen Geldzahlungen mit den Kindern von Eltern „spielen“ („Kuscheln“), die ihre Kinder tagsüber in die Obhut einer Kindertagesstätte der Evangelischen Kirche gegeben hatten. Kontraste (ARD) berichtet: „Das Training soll helfen, Aggressionen von Kindern abzubauen. #OriginalPlay heißt das Geschäftsmodell eines dubiosen, international tätigen Vereins. Während Eltern nicht ahnen, was in der Kita passiert, dürfen wildfremde Männer mit ihren Kindern „spielen“. Eltern in Berlin und Hamburg zeigten #Missbrauchsfälle und sogar Vergewaltigungen an. Bildquelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg: https://www.ardmediathek.de/ard/playe… In Österreich schlug das systematisch pädo-kriminell von USA aus esoterisch verbrämt organisiert wirkende „Original Play“-System bereits hohe Wellen der Empörung, auch in Deutschland regt sich Kritik, die evangelische Kirche in Berlin verleumdet indes Eltern indirekt als Lügner – wie im Video der Kontraste-Radaktion zu sehen ist. Als „Einladung für Pädophile“, als Gelegenheit zum Kindesmissbrauch und „Einladung zur Übergriffigkeit“, beurteilen Experten und Politiker in Bayern und Berlin das Gebaren. Tagesspiegel berichtet: „Am Donnerstagabend berichteten Eltern in der rbb-Abendschau, ihre Kinder hätten ihnen von sexueller Gewalt erzählt. Eine Mutter berichtete, „ein Mann“ habe ihrer Tochter während des Spiels in der Kita den „Penis in den Po“ gesteckt.“ https://www.tagesspiegel.de/berlin/wa… Spiegel-Online am Abend des 25.10.2019: „Auch die Berliner Kita-Aufsicht habe eine „Gefahr der Grenzüberschreitung“ festgestellt, sagte der Sprecher des dortigen Bildungssenats, Thorsten Metter. „Wir prüfen derzeit, ob ein Verbot möglich ist.“ In der kommenden Woche wolle man alle Berliner Kitas noch einmal darüber informieren, dass die Methode nirgendwo angeboten werden solle. Eine ähnliche Information hatte die Behörde bereits vor einigen Monaten versandt, nachdem Eltern an einer evangelischen Kita im Stadtteil Kreuzberg Missbrauchsvorwürfe geäußert hatten.“ https://www.spiegel.de/lebenundlernen…

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Original Play: Kindesmissbrauch in deutschen Kitas | Kontraste | RBB

30.10.2019

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Das Training soll helfen, Aggressionen von Kindern abzubauen. Original Play heißt das Geschäftsmodell eines dubiosen, international tätigen Vereins. Während Eltern nicht ahnen, was in der Kita passiert, dürfen wildfremde Männer mit ihren Kindern „spielen“. Eltern in Berlin und Hamburg zeigten Missbrauchsfälle und sogar Vergewaltigungen an.

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Professor Karl Heinz Brisch warnt vor „Original Play“

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Kinderpsychiater und Bindungsforscher Prof. Dr. Karl Heinz Brisch warnt in einem Interview mit dem ORF am 24.10.2019 vor „Original Play“.

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Kinderschutzbund fordert Verbot von „Original Play“

Kinderschutzbund fordert Verbot von „Original Play“

NEOPresse in Gesellschaft

Nachdem Beitrag der ARD über „Original Play war die Welle der Empörung massiv. Original Play“ wird in Deutschland und Österreich für Kindergärten und Grundschulen als ein pädagogisches Konzept angeboten. Es öffnet jedoch Pädophilen Tür und Tor in Bereiche, die eigentlich besonders geschützt sein müssten. Besorgte Eltern sind der Ansicht, dass „Original Play“ ein potenzielles Einfallstor für Pädophile darstellen könnte und es gibt Hinweise darauf, dass das Konzept überdurchschnittlich viele Pädophile als Interessenten anzieht.

„Original Play“ wird bereits in Kitas in München, Regensburg, Dresden, Berlin und Hamburg praktiziert. Bei dem „Spiel“ sollen sich Teilnehmer und Erzieher bereits an Kindern vergangen haben. Denn das „Spiel“ zielt auf den Körperkontakt mit Erwachsenen durch „Kuscheln und Raufen“ ab. Der Kinderpsychiater Karl Heinz Brisch zweifelt die Wissenschaftlichkeit der Methode und die Seriosität der „sehr körpernahen Intimitätsspiele“ an. Brisch meint: „Dieser Verein müsste sofort verboten werden, weil er in einer hochkritischen undifferenzierten Weise Körperkontakt in einer geschützten Situation im Kindergarten zu Kindern sucht – und das in einer vollkommen unkontrollierten Art und Weise.“

Auch die Trauma-Expertin Michaela Huber sprach gegenüber der ARD von einer „Einladung zur Übergriffigkeit an Kindern“. Dort, wo das „Spiel“ schon praktiziert worden ist, ist es bereits mehrfach zu unerwünschten Vorfällen gekommen. Eine Mutter wurde zitiert, deren Tochter über Schmerzen im Po geklagt habe, nachdem diese dort einen „Dorn“ gespürt habe. Es könnte sich dabei den Schilderungen des Kinders zufolge um einen Penis gehandelt haben. Ein Vater berichtete: „Unser Sohn hat uns in dem Kontext mit „Original Play“ sehr explizite, sexuelle, gewalttätige Dinge erzählt und auch vorgespielt.“

In Berlin wurden einige Fälle von Kindesmissbrauch durch „Original Play“ angezeigt. In vielen Fällen wurde den Eltern jedoch kein Glauben geschenkt. Es blieb ihnen nur der Kitawechsel. Nach einem Test des Magazins „Kontraste“ wurden weder Personalien noch ein polizeiliches Führungszeugnis der erwachsenen Teilnehmer am „Original Play“ mit Kindern gefordert. Die Ermittlungsverfahren in Berlin wurden eingestellt, den Eltern sowie den Kindern wurde nicht geglaubt. Mittlerweile warnen jedoch Behörden in Berlin und Hamburg vor dem Spiel.

Nun äußert sich auch der Deutsche Kinderschutzbund zu dem „pädagogischen Konzept“. Er fordert ein deutschlandweites Verbot für die Praktiken in deutschen Kitas. Sabine Andresen, die Vizepräsidentin des Kinderschutzbundes sagte, die „Pädagogik müsse immer den Kindern dienen, nicht den Erwachsenen. Kinder seien keine Objekte, die der Sublimierung von wie auch immer gearteten Bedürfnissen von Erwachsenen dienen. Sie sind eigenständige Subjekte“. Jedes pädagogische Handeln solle die Rechte, Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Zentrum haben, erklärt die Vizepräsidentin weiter. Dass dies bei „Original Play“ der Fall sei, daran bestünden berechtigte Zweifel. Die Grenzen zwischen Kindern und Erwachsenen würden verwischt, so Andresen.

Der Kinderschutzbund hält die Entscheidung einiger Landesregierungen etwa in Bayern, Berlin und Brandenburg, „Original Play“ in Kitas zu untersagen, für richtig und ruft die übrigen Landesregierungen auf, ebenso zu verfahren.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/501073/Epstein-Skandal-Fernseh-Interview-wird-fuer-Prinz-Andrew-zum-Fiasko

Epstein-Skandal: Fernseh-Interview wird für Prinz Andrew zum Fiasko

19.11.2019 11:18 

Prinz Andrew gerät im Zuge des Prostitutionsskandals um den inzwischen verstorbenen Jeffrey Epstein unter starken öffentlichen Druck.

Epstein-Skandal: Fernseh-Interview wird für Prinz Andrew zum Fiasko

20.09.2017, Australien, Melbourne: Prinz Andrew, Herzog von York, spricht auf einer Veranstaltung seiner „Pitch@Palace“-Initiative. (Foto: dpa)

Ein Fernsehinterview von Prinz Andrew zu den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen im Zuge der Epstein-Affäre droht zum Fiasko zu werden: PR-Experten bezeichneten das TV-Interview am Sonntag als „verheerend“, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Andrew hatte darin Missbrauchsvorwürfe einer Frau kategorisch zurückgewiesen. Es war das erste Mal, dass er sich in einem Interview über die Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein äußerte, der im August in seiner Gefängniszelle angeblich Suizid begangen hatte. Inzwischen wurden die Gefängniswärter Epsteins verhaftet, weil sie nicht wie vorgesehen alle 30 Minuten nach Epstein gesehen haben sondern schliefen und anschließend die Zeitprotokolle fälschten. Medienberichten zufolge behandelt das FBI den Fall deshalb inzwischen als Kriminalfall.

Das TV-Interview beherrschte am Sonntag viele Titelseiten in Großbritannien, es hagelte Spott und Kritik: „Er sah nicht so aus, als sei er sich des Ernstes der Lage bewusst“, hieß es in der Zeitung „The Guardian“. Prinz Andrew habe „keinerlei Bedauern oder Sorge um die Opfer Epsteins gezeigt“.

Der PR-Experte Mark Borkowski sagte, Andrew habe wie ein Mann „im Treibsand“ gewirkt, dem niemand helfe. Er selbst habe „niemals so etwas Verheerendes gesehen“. Mehreren Presseberichten zufolge trat einer der Presseberater des Prinzen vor zwei Wochen zurück, weil er mit dem BBC-Interview nicht einverstanden war.

„Im Buckingham Palast herrscht Sorge“, zitierte die „Sunday Times“ eine Quelle aus dem Königshaus. Mitarbeiter der Königin und von Thronfolger Prinz Charles seien unterschiedlicher Meinung über den Nutzen des Interviews gewesen.

„Ich habe keinerlei Erinnerung daran, diese Dame jemals getroffen zu haben“, sagte Andrew in dem am Samstagabend von der BBC ausgestrahlten Interview mit Blick auf Virginia Giuffre. Sie wurde die nach eigenen Worten jahrelang von US-Millionär Epstein missbraucht und auch zum Sex mit dessen wohlhabenden Freunden – einschließlich Prinz Andrew – gezwungen.

Der US-Multimillionär soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er hatte gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten.

Giuffre, die früher Roberts hieß, wurde nach eigener Aussage drei Mal zum Sex mit dem britischen Prinzen gezwungen. Demnach war sie beim ersten Mal, im Jahr 2001 in London, erst 17 Jahre alt. Sie nannte zwei andere Gelegenheiten in New York und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik.

Prinz Andrew wies Giuffres Anschuldigungen in der Vergangenheit wiederholt zurück. In dem BBC-Interview vom Samstag betonte Andrew: „Ich habe immer wieder und häufig gesagt, dass wir niemals irgendeinen sexuellen Kontakt hatten.“ Er könne „absolut kategorisch sagen, dass es nie passiert ist“.

Nach einer Anhörung in den USA im August hatte Giuffre vor Reportern gesagt, Prinz Andrew wisse „genau, was er getan hat, und ich hoffe, dass er reinen Tisch macht“.

Auf einem weit verbreiteten Foto ist mutmaßlich der Prinz zu sehen, wie er seinen Arm um die damals 17-jährige Giuffre legt, im Hintergrund zeigt das Bild Epsteins Ex-Freundin Ghislaine Maxwell. Andrew sagte dazu in dem BBC-Interview, es handle sich um „die Fotografie einer Fotografie einer Fotografie“. Er glaube nicht, dass „das Foto in der Weise aufgenommen wurde, die da angedeutet wird“.

Der 59-jährige Andrew ist der zweitälteste Sohn von Queen Elizabeth II. und steht in der Thronfolge auf Platz acht.

In dem BBC-Interview sagte er, er bereue, dass er auch nach der Verurteilung Epsteins im Jahr 2008 dessen Freund geblieben sei. „Ich habe das so oft Revue passieren lassen“, sagte Andrew. „Mit all‘ der nachträglichen Einsicht, die man haben kann, war es definitiv falsch.“ Nachdem Epstein 2008 gestanden hatte, eine Minderjährige in die Prostitution gedrängt zu haben, saß er 13 Monate im Gefängnis.

Andrew hat auch einen wichtigen Sponsor für ein Projekt verloren. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unterstützt nicht mehr Andrews Initiative «Pitch@Palace», wie die Nachrichtenagentur PA am Dienstag berichtete. Der Vertrag lief nach Angaben des Buckingham-Palastes bereits Ende Oktober aus. «Pitch@Palace» ist ein Mentoring-Programm unter anderem für Technologie-Start-Ups.

Auch andere Einrichtungen erwägen, sich von Andrew zu distanzieren. Studenten der englischen Universität Huddersfield haben darüber abgestimmt, ob sie den Royal als Kanzler loswerden wollen. Das Ergebnis soll in den nächsten Tagen feststehen. Der 59-Jährige ist – wie die anderen Royals auch – Schirmherr vieler Organisationen. Die ersten überlegen bereits, ob sie Konsequenzen ziehen sollen.

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Von der Leyen — Yes or NO ?

54.046 Aufrufe
12.07.2019

57.200 Abonnenten
Das ist nur ein kurzes Video, indem ich darüber nachdenke für wie sehr geeignet ich Frau von der Leyen als EU-Kommissions-Präsidentin halten würde. ****** Kleine Korrektur : Frau Von der Leyen ist keine Gynäkologin, sondern hat als Assistenzärztin in der Gynäkologie gearbeitet. **************** Ich wünsche euch ein Schönes Wochenende !

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https://www.n-tv.de/politik/Versagen-befoerdert-die-Karriere-article21128226.html

Von der Leyens Berateraffäre

„Versagen befördert die Karriere“

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Stimmt das EU-Parlament zu, könnte von der Leyen neue Kommissionspräsidentin werden.

(Foto: dpa)

Von der Leyen will nach Brüssel, doch ihre Vergangenheit könnte sie einholen. Viele Mitglieder im Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre beharren auf einer Aussage: Schließlich soll die europäische Öffentlichkeit erleben, wen die Kanzlerin nach Brüssel geschickt hat.“

Als erste Signale in Berlin eintrafen, dass Ursula von der Leyen EU-Kommissionspräsidentin werden soll, herrschte ungläubiges Staunen unter Mitgliedern des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der Berateraffäre. Zwar gab es Gerüchte, die Verteidigungsministerin könnte nach Brüssel gehen. Aber dann gleich der EU-Spitzenposten? Das kam dann doch überraschend. Aus Sicht von Matthias Höhn, der für die Linke in dem Ausschuss sitzt, steht fest: „Nach Frau Suder wird nun auch für die oberste Dienstherrin der Absprung vorbereitet. Der Bürger sieht und staunt: Versagen befördert in der Politik die Karriere, statt sie zu beenden.“ Nun zeige sich, am Ende komme es auf das persönliche Netzwerk an.

Höhn verweist damit einerseits auf das Vertrauensverhältnis zwischen Kanzlerin Angela Merkel und von der Leyen sowie andererseits auf die zumindest beruflich enge Bindung der Ministerin und ihrer ehemaligen Staatsekretärin Katrin Suder. Die Christdemokratin hatte Suder von McKinsey in ihren Stab geholt. Beide machten sich daran, die Rüstungsbeschaffung zu reformieren – durchaus mit ersten Erfolgen, wie es selbst in der Opposition heißt. Suder verließ das Ressort im April 2018 „auf eigenen Wunsch“. Seit vergangenem Sommer leitet sie den Digitalrat der Bundesregierung. Im September poppte die Berateraffäre auf und ramponierte den bis dahin tadellosen Ruf Suders. Ob sie und von der Leyen individuelle, gar strafrechtlich relevante Schuld jenseits politischer Verantwortung trifft, konnte der Ausschuss bisher nicht ermitteln.

Merkel habe den Abgang von der Leyens geschickt eingefädelt, sagt der FDP-Abgeordnete Alexander Müller. „Aus Sicht der Kanzlerin ergibt das Vorgehen Sinn: Sie ist eine Ministerin los, die innenpolitisch Probleme macht, und kann sich feiern lassen, eine Frau zur Kommissionspräsidentin zu machen.“ Zu seinem Demokratieverständnis passe das schon deshalb nicht, da von der Leyen in mehrere Skandale verstrickt sei.

Von der Leyen und Suder sollten nach bisheriger Planung im Dezember vor dem Untersuchungsgremium als Zeugen vernommen werden. „Jetzt stellt sich die Frage, ob wir den Ausschuss straffen und einige Zeugen nicht mehr anhören, um schneller fertig zu werden“, sagt Müller. Was bisher ermittelt worden sei, reiche, um sich ein „klares Bild“ zu machen. Von der Leyen werde definitiv vernommen, auch wenn sie nach Brüssel gehe. „Möglich jedoch ist, dass wir sie nicht erst wie geplant am 12. Dezember hören, sondern früher. Schließlich soll die europäische Öffentlichkeit erleben, wen die Kanzlerin nach Brüssel geschickt hat.“

„Es geht um die Aufklärung eines Skandals“

„Gerade habe ich keine Verkürzungstendenzen“, sagt Grünen-Politiker Tobias Lindner, was also heißt, dass er noch darüber nachdenkt. „Welchen Zeugen sollten wir weglassen?“ Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass allein Ziel gewesen sei, die Ministerin zur Verantwortung zu ziehen oder ihr politisch zu schaden. „Es geht um viel mehr, nämlich die Aufklärung eines Skandals und herauszufinden, was geschehen muss, um die Vergabe von Aufträgen zu verbessern.“ Die Entscheidung hänge auch vom Verhalten des Nachfolgers von der Leyens ab, wie stark sein Willen und Mut seien, die Affäre aufzuklären sowie Beamte für etwaiges Versagen disziplinarisch zu bestrafen.

Die Oppositionspolitiker erwarten im Falle eines Wechsels von der Leyens nach Brüssel internationale Aufmerksamkeit für die Berateraffäre. „Die Bedeutung der Untersuchung wird noch steigen, wenn die zwielichtigen Vorgänge in einem Ministerium eine amtierende EUKommissionspräsidentin politisch zu verantworten hat“, sagt Lindner. Das mediale Interesse dürfte deutlich zunehmen, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, zumal von der Leyen vor dem Ausschuss erklären müsse, „was sie wusste und was nicht“. Linder fragt süffisant: „Wann hat man schon mal eine EU-Spitzenkraft auf dem Zeugenstuhl?“

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Lucassen erwartet das Gegenteil. Die Zeugenvernehmungen hätten ergeben, dass von der Leyen und Suder verantwortlich für die Affäre seien. Mit ihrer „Wegbeförderung“ könne sich die Ministerin vermutlich der „finalen Konfrontation mit ihrem Versagen entziehen“, sagt er. „Damit verliert der Untersuchungsausschuss an Kraft und Bedeutung.“ Zurück bleibe der „schlechte Geschmack“ von einer Kultur gegenseitiger Begünstigung im Verteidigungsministerium bei der Vergabe millionenschwerer Aufträge durch ein „Buddy-System“, an dem Spitzenbeamte und Generäle beteiligt gewesen seien. „Ihre unmittelbare Verantwortung für dieses Politikversagen in der deutschen Regierung wird ihr als Menetekel nach Brüssel vorauseilen.“

„Die Steuerzahler dürfte es schaudern“

Unter Verantwortung von der Leyens seien Millionen Steuergelder für dubiose Beraterverträge und die Sanierung der „Gorch Fock“ verpulvert worden, meint auch Linke-Politiker Höhn. Jetzt stünden in der EU noch gewaltigere Investitionssummen zur Aufrüstung der Nato an. „Die Steuerzahler dürfte es schaudern.“

Was sagen CDU und CSU zu all dem? Zwei Tage wartete n-tv.de auf eine Stellungnahme – vergeblich. Das Büro des verteidigungspolitischen Sprechers Henning Otte teilt lediglich mit, dieser könne „zeitnah“ kein Statement abgeben.

Dennis Rohde vom Koalitionspartner SPD spricht der Ministerin die Qualifikation für den EU-Posten ab. „Ich halte Frau von der Leyen für ungeeignet“, sagt das Ausschussmitglied. Sie hinterlasse das Ministerium „in einem sehr fragwürdigen Zustand“. Eine zeitliche Verkürzung der Untersuchung lehnt er ab. Der SPD gehe es – „im Gegensatz zur FDP“ – nicht allein um bestimmte Personen, sondern um Strukturen und die Frage, was verbessert werden müsse. Sein Aufklärungswillen sei ungebrochen. „Frau von der Leyen wird dann eben nicht als Ministerin, sondern als Kommissionspräsidentin vorgeladen“, sagt Rohde.

Quelle: n-tv.de

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https://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-wusste-monatelang-Bescheid-article21352727.html

Enthüllung bei Berateraffäre

Von der Leyen wusste monatelang Bescheid

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„Freundliche“ Reaktion von Ursula von der Leyen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein General schlug schon Ende 2017 Alarm. In Stellungnahmen an das Bundesverteidigungsministerium berichtete er über den Verdacht der Untreue. Später plädierte er für eine Strafanzeigegestellt wurde keine.

Klaus Veit redete wie ein Wasserfall. Der General a. D. wirkte, als hätte er sich intensiv auf seine Aussage vorbereitet, weil er die Chance unbedingt habe nutzen wollen, vor der Öffentlichkeit seine Sicht der Dinge im Detail zu präsentieren. „Ich bin froh, dass ich hier bin“, sagte er in der Nacht zum Freitag als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss, der die millionenschwere illegale Auftragsvergabe des Verteidigungsministeriums an externe Berater durchleuchtet. „Ich wollte nicht, dass das irgendwo im Sande verläuft.“

Veit reihte sich in jene Gruppe Zeugen ein, die ihre Karriere hinter sich haben und offenkundig deshalb frei von der Leber wegredeten. Er sprach – anders als das Ministerium – von der Verschwendung von Steuergeldern, da die Entlohnung der Berater in mehreren Fällen überteuert gewesen sei. Veit präsentierte neue Details zum Vorgehen der ehemaligen Geschäftsführung der IT-Bundeswehr-Firma BWI, die seinen Erkenntnissen nach trickreich Rechtsvorschriften zu Ausschreibungen umgangen habe. Namen nannte er in dem Zusammenhang nicht. Man könne sehr wohl von einer „Parallelorganisation“ sprechen. Profiteur sei auch eine Headhunter-Firma gewesen – das war eine der Öffentlichkeit bisher nicht bekannte Information.

Der Zeuge erzählte von hanebüchenen Umständen einer Beauftragung der McKinsey-Tochter Orphoz durch die BWI. Den Wert bezifferte er auf sechs Millionen Euro. „Meine persönliche Bewertung des Sachverhalts war damals, dass die Direktvergabe vorsätzlich war durch die BWI-Geschäftsführung, aber ich weiß nicht durch welche Person.“ Insgesamt sei der Vorgang dubios gewesen, der Verdacht der Untreue habe im Raum gestanden. „Die Orphoz GmbH hat erstaunlicherweise, das habe ich Frau Dr. Suder auch gesagt, auf Papier von McKinsey ein Angebot vertraulich geschrieben.“

Das ist insofern heikel, weil die einstige Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder von McKinsey in das Ministerium gewechselt war. Ihre Rolle ist nach wie vor unklar. Veit unterstrich: „Ich hatte schon das Gefühl, Frau Dr. Suder ist aufseiten des Amtes.“ Er sprach in allerhöchsten Tönen von ihr und nannte sie stets nur „Frau Dr. Suder“ oder „Frau Staatssekretärin“. Der Zeuge betonte mehrfach: „Das dienstliche Verhältnis zwischen Frau Dr. Suder und Veit war immer ein hervorragendes. Ich habe bei ihr ein Stein im Brett gehabt.“ Nie habe er das Gefühl gehabt, Suder habe „irgendetwas Falsches“ getan. „Frau Dr. Suder war ihrer Zeit weit voraus“ – und zwar so sehr, „dass der Apparat schwer folgen konnte“.

„Die Kontrollmechanismen funktionieren nicht“

Einerseits erklärte sich Suder nach Darstellung Veits im Falle der BWI wegen der Involvierung von Orphoz für befangen. Andererseits stellte sie sich seinen Worten nach selbst dann noch schützend vor den früheren BWI-Geschäftsführer Ulrich Meister, als schon Vorwürfe gegen den Manager erhoben worden waren, er verhalte sich möglicherweise unsauber. Dies hatte auch schon Klaus Hardy Mühleck als Zeuge erklärt. Er war bis September 2018 unter der damaligen Ministerin Ursula von der Leyen Leiter der Abteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT). Meister war nach Angaben der BWI nach Beschluss des Aufsichtsrats der IT-Firma am 28. Juni 2018 „freigestellt“ und „ordentlich gekündigt“ worden. „Eine Klage gab es nicht“, hieß es dort. Veit bestätigte, dass Meister auf Suders Veranlassung zur BWI gekommen sei. „Der wäre der ideale Part in der Geschäftsleitung.“ Suder und Meister hätten sich geduzt.

Veit berichtete, Mitte Dezember 2017 sei zu ihm „ein mir sehr vertrauter, beurlaubter Offizier“ als Mittelsmann der BWI-Kollegen mit einem mehrseitigen Papier mit Einschätzungen aus der Belegschaft gekommen. Geklagt worden sei über miese Stimmung und eine hohe Zahl externer Berater. In einem anonymen Teil einer frustrieten Mitarbeiterin habe es geheißen: „Die Kontrollmechanismen funktionieren nicht.“ Und weiter: „Die Staatssekretärin deckt ja ihren Ulrich Meister und der bespricht alles mit seiner Kathrin, wie er zu sagen pflegt.“ Suder sei als „ein elementares Teil des Problems“ bezeichnet worden.

Er habe mit Mühleck beschlossen, in der Aufsichtsratssitzung am 15. Dezember 2017 zahlreiche Fragen an Meister zu adressieren. Dazu sei es nicht gekommen. Nicht nur zu seiner Überraschung seien die Antworten schon tags zuvor bei Mühleck angekommen, der sie zurückgewiesen habe. Zugleich habe er, Veit, dem Ministerium von der Stellungnahme aus der Belegschaft berichtet und dazu Suder am Telefon erklärt: „Darin wird auch auf das Verhältnis Ihrer Person zur Geschäftsführung BWI eingegangen.Veit unterstrich: „In aller Deutlichkeit sage ich: Es gab von ihr in keinster Weise irgendeinen Hinweis nach dem Motto: Lasst es sein!“ Suder habe nüchtern erklärt: „Berichten Sie das. Das geht den Dienstweg.“ So sei es gekommen. „Es ging mir nicht darum, dass sie zum Telefonhörer greift und Herrn Meister warnt.“ Er habe sie geschätzt und eine „Brandmauer“ um sie ziehen wollen.

Einstündiges Gespräch mit der Ministerin

In einem weiteren Bericht an das Ministerium, den er am 6. Februar 2018 vollendet habe, sei es um Orphoz gegangen. Auch in dem Fall habe er Suder angerufen: „Allein wenn nach außen dringt, dass Orphoz eine Tochter von McKinsey ist, haben wir ein ernsthaftes Problem.“ Suder habe seine Einschätzungen an von der Leyen weitergereicht mit dem schriftlichen Hinweis: „Aufgrund eigener Betroffenheit könne sie sich darum nicht kümmern.“

„Ich dachte, da müssen doch mehrere Alarmglocken klingeln – und dann höre ich mehrere Tage nichts.“ Da zunächst nichts passiert sei, habe er zwei Tage später bei Mühleck – Suder und Meister „im CC“ – in einer Mail nachgehakt. Der Abteilungsleiter habe am 12. Februar geantwortet, die Zweifel wolle er mit einer Wirtschaftssonderprüfung ausräumen, was geschehen sei. Veit zitierte aus der Antwort: „Selbstverständlich bleibt Ihnen Ihr persönliches Recht nicht als Rollenträger, sondern als Privatperson Strafanzeige zu erstatten.“ Nach Meinung von Alexander Müller, der für die FDP im U-Ausschuss sitzt, bedeutete dies: „Er ist gestoppt worden. Man hat ihm untersagt, dienstlich Anzeige zu erstatten.“

Veit berichtete von einem einstündigen Gespräch mit von der Leyen zu diversen Themen, auch zu den Vorgängen in der BWI. Tobias Lindner von den Grünen fragte nach der Reaktion der Ministerin. „Freundlich“, sagte der Ex-General. Lindner weiter: „Hat sie Ihnen einen Rat gegeben? Oder hat sie gesagt: ‚Ich kümmere mich darum‘?“ „Nein. Nein.“ Nach der Sitzung konstatierte Lindner: „Ein sehr wichtiger Punkt: Frau von der Leyen wusste davon.“

Quelle: n-tv.de

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https://www.n-tv.de/politik/Der-Fehler-liegt-im-System-article21340744.html

Interview zum U-Ausschuss „Der Fehler liegt im System“

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„Niemand war am Ende für irgendetwas zuständig“, moniert Grünen-Verteidigungsexperte Lindner.

(Foto: imago images / auslöser-photographie)

Das Zwischenfazit der Grünen zum Untersuchungsausschuss der Berateraffäre fällt vernichtend aus. Ihr sicherheitspolitischer Experte Tobias Lindner spricht von bundeseigenen Firmen, die ein „Eigenleben führten“, um Honorarkräften „ein sicheres, sehr hohes Einkommen“ zu sichern.

n-tv.de: Seit mehr als einem halben Jahr arbeitet der Untersuchungsausschuss, der den Umgang mit „externer Beratung und Unterstützung der Bundesregierung im Geschäftsbereich“ des Verteidgungsministeriums prüfen soll. Herr Lindner, wie sieht Ihr Zwischenfazit aus?

Tobias Lindner: Nicht allein das Ausmaß der rechtswidrigen Vergabe von Aufträgen an externe Berater ist erschreckend. Es sind viel zu viele Dinge schief gelaufen im Verteidigungsministerium und den mit ihm verbundenen Behörden. Fehler können passieren. Schlimm ist, wie man mit ihnen umgegangen ist. Unter Ursula von der Leyen und ihrer Staatssekretärin Katrin Suder ist eine Kultur des Wegschauens und des Nicht-Wahrhaben-Wollens installiert worden.

Individuelle rechtswidrige Schuld hat allerdings weder die eine noch die andere auf sich geladen, richtig?

Das bisher nicht. Aber der Fehler liegt offenkundig im System. Wir wissen jetzt, dass die ersten aufgeflogenen Fälle rechtswidriger Auftragsvergaben keine Einzelfälle gewesen sind. Ex-Ministerin von der Leyen und Suder stehen für eine miserable Verantwortungskultur. Niemand war am Ende für irgendetwas zuständig. Die vom Ministerium beaufsichtigten Firmen, die vollständig im Besitz des Bundes sind, haben ein regelrechtes Eigenleben geführt.

Können Sie das näher erläutern?

Man hat die IT-Bundeswehr-Tochter BWI in eine GmbH umgestaltet, damit sie im Wettbewerb um erstklassige Arbeitskräfte mit den Konditionen der Privatwirtschaft mithalten kann. Das war sinnvoll. Denn ein Ministerium hat so gut wie keine Mittel, Top-Leute aus der IT-Branche an sich zu binden. Aber das entbindet kein Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Bund gehört, nie und nimmer von einem sparsamen und sinnvollen Umgang mit Steuergeldern. Die BWI hat ihre Rechtsform nicht gewandelt, um externen Beratern ein sicheres, sehr hohes Einkommen zu beschaffen, sondern damit sie eigenes Personal einstellen und halten kann.

Wo genau liegt denn das Problem?

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Die Grünen Özdemir (l.) und Lindner bei der Wehrübung der Bundeswehr für Abgeordnete.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Verteidigungsministerium war und ist nicht in der Lage zu überblicken, was die Unternehmen gerade treiben. Wie die jüngste Zeugenbefragung ergab, entwickelten die Führungen der BWI ebenso wie die Panzer-Reparaturwerkstätten HIL Geschäftspraktiken, die sich verselbstständigten. Das Gebaren der Firmen hatte nichts mehr mit dem zu tun, wie die öffentliche Hand agieren soll. Es geht da nicht nur um Rechtsverstöße, sondern Verschwendung von Steuergeldern. Deshalb glaube ich, dass wir es mit einem systematischen Problem zu tun haben.

Heißt das, Sie wollen weitere heikle Fälle untersuchen?

Wir diskutieren, auch noch das Projekt „Mayflower“ zu durchleuchten. Dahinter verbirgt sich das Bekleidungsmanagement der Bundeswehr. Die Firma, auch eine GmbH, holte sich einer ersten Untersuchung des Bundesrechnungshofes zufolge für Millionen externe Berater ins Haus, über die sie die Kontrolle verlor. Ich bilde mir dazu gerade eine Meinung. Es kann auch sein, dass es mehr Sinn macht, die Vorgänge, die der Ausschuss bereits untersucht, lückenlos aufzuarbeiten, als weitere Fälle zu durchleuchten, die am Ende nur bestätigen, was wir schon wissen.

Was werfen Sie der Ministerin von der Leyen vor?

Mein Eindruck ist: Sie wollte nichts wissen. Und wenn, dann wollte sie Ruhe haben und beauftragte jemanden, für Ruhe zu sorgen. Dabei hätte sie Krawall schlagen und Verdachtsfälle untersuchen lassen müssen.

Und Staatssekretärin Suder?

Da kommt inzwischen einiges zusammen. Sie hat auf Methoden gesetzt, die man in der freien Wirtschaft anwenden kann, aber nicht in der Verwaltung eines Staates. Mit dem, was sie als Leitmotive ihrer Arbeit gepredigt hat, nämlich Fehlerkultur, Verantwortlichkeit, Transparenz, hatte ihr eigenes Handeln nichts zu tun gehabt. Die jüngste Zeugenaussage hat ergeben, dass Frau Suder selbst dann noch an dem inzwischen geschassten Geschäftsführer der BWI, Ulrich Meister, festgehalten hat, als schon Vorwürfe wegen Fehlverhaltens gegen ihn im Raum standen. Da darf man nicht die Aufklärung bremsen, sondern muss im Gegenteil alles tun, die Missstände aufzuklären. Zumal die BWI rechtlich hoch umstrittene Aufträge an eine Tochter von McKinsey vergab, also jener Konzern, von dem Frau Suder kam. Dass sie die Hand derart schützend über Meister gehalten hat, ist ein starkes Stück.

Von der Leyen und Suder sind nicht mehr im Ministerium. Was erwarten Sie von der neuen Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer?

Der U-Ausschuss ist nicht mit der Person von AKK in der Vergangenheit verknüpft. Die Vorgänge stammen alle aus früheren Tagen. Aber ich erwarte von ihr, dass sie sich aktiv dafür interessiert, was der Ausschuss herausbekommt und nicht sagt: Geht mich nichts an, das war alles vor meiner Zeit. Mein Rat an sie lautet, personelle sowie organisatorische Konsequenzen zu ziehen und auch die ministeriumsinternen Verwaltungsermittlungen wieder aufzunhemen.

Gibt es Signale, dass sie es tun wird?

Bisher nicht.

Das Interview führte Thomas Schmoll

Quelle: n-tv.de

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https://www.tagesspiegel.de/politik/berateraffaere-im-verteidigungsministerium-was-von-der-leyen-ihrer-nachfolgerin-hinterlaesst/24886106.html

Berateraffäre im Verteidigungsministerium Was von der Leyen ihrer Nachfolgerin hinterlässt

Die Affäre um millionenteure Berater liegt mit dem Abgang von der Leyens in den Händen von Kramp-Karrenbauer. Die Opposition fordert Transparenz.

Die Opposition sieht Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (li.) in der Pflicht, das „Wirrwarr“ ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen aufzuräumen.

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Die Opposition sieht Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (li.) in der Pflicht, das „Wirrwarr“ ihrer Vorgängerin Ursula von der...Foto: imago images / photothek

Ursula von der Leyen hat den Absprung zur EU nach Brüssel geschafft. Doch im Verteidigungsministerium hinterlässt sie ihrer Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer mit weiteren Beraterkosten im dreistelligen Millionenbereich eine sehr unangenehme Baustelle.

Das Wehrressort und die ihm unterstellten Behörden haben im ersten Halbjahr rund 155 Millionen Euro für externe Beratung und Unterstützung ausgegeben. Fast genauso viel, wie alle anderen Bundesministerien zusammen mit 178 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt.

In der vom Parlamentarischen Staatssekretär Peter Tauber (CDU) unterzeichneten Antwort wird darauf verwiesen, dass aber allein 109 Millionen Euro auf die BWI entfallen, den IT-Dienstleister der Bundeswehr, der 1200 Liegenschaften betreut. Dabei geht es unter anderem um Kosten für den Aufbau einer „privaten Cloud des Bundes“. Tauber betont, die Ausgaben müssten in den Kontext gesetzt werden, „einer Organisation von der Größe und Komplexität der Bundeswehr, mit mehr als 260000 Angehörigen im In- und Ausland“.

Der Einsatz von Beratern im Verteidigungsministerium wird seit einem halben Jahr von einem Untersuchungsausschuss des Bundestags überprüft – dabei geht es um alle seit 2013 geschlossenen Verträge.

Laut Bundesrechnungshof wurde bei 80 Prozent der Abkommen mit einem Volumen von 93 Millionen Euro die Notwendigkeit der Beratung „nicht nachgewiesen“, die Wirtschaftlichkeit fast nie geprüft. Bei dem Untersuchungsausschuss geht es zudem um Vorwürfe von Rechtsbruch und Vetternwirtschaft. Auch als neue EUKommissionschefin wird die CDU-Politikerin von der Leyen wohl vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Berateraffäre Rede und Antwort stehen müssen. Sollten ihr klare Verfehlungen nachgewiesen werden, könnte das Rücktrittsforderungen im neuen Amt nach sich ziehen.

Die Opposition hat viele Fragen

Dass sie das Thema, zumal befeuert durch weitere Millionenverträge, nicht so schnell los wird, zeigte sich schon bei der Abstimmung im Europaparlament über ihre Berufung zur ersten Frau an der Spitze der EU-Kommission im Juli. Nico Semsrott, Komiker und Abgeordneter der „Partei“, zog seinen schwarzen Kapuzenpulli aus, darunter kamen Logos von Beraterfirmen zum Vorschein, zudem setzte er eine gelbe Plastikbrille mit einem McKinsey-Aufkleber auf. Er forderte die „Offenlegung der finanziellen Interessen“ von der Leyens und eine Prüfung, „ob ein Interessenkonflikt vorliegt“.

Die Opposition sieht jedenfalls noch viele offene Fragen. „Solche Unsummen sind skandalös, auch weil die Berater oft nicht liefern“, sagte der Linken-Politiker Höhn. „Frau von der Leyen hat die Bundeswehr zu einem Eldorado für externe Berater gemacht. Nun stellt sich die Frage, ob Annegret Kramp-Karrenbauer die Goldgräber wieder nach Hause schicken wird.“

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Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte, die „horrenden Ausgaben für Berater müssen angesichts der bereits existenten Berateraffäre dringend kritisch hinterfragt werden“. Es sei mehr als verwunderlich, dass trotz des Untersuchungsausschusses zur Berateraffäre „offensichtlich ungehemmt weitergemacht wird“, sagte Strack-Zimmermann. Das sei letztlich auch eine Respektlosigkeit dem Ausschuss gegenüber. Die neue Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sei nun in der Pflicht, für schnellstmögliche Transparenz zu sorgen und das Wirrwarr ihrer Vorgängerin aufzuräumen. „Zudem werden wir Frau Kramp-Karrenbauer daran messen, ob sie zukünftig bessere Haushaltsprioritäten für die Truppe setzt als Ursula von der Leyen.“ Statt Geld für Beratung brauche es vor allem mehr Mittel für die Beschaffung und Wartung von Militärgerät.

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https://www.nzz.ch/international/die-allmaehliche-entzauberung-der-ursula-von-der-leyen-beim-regieren-ld.1431022

Die allmähliche Entzauberung der Ursula von der Leyen beim Regieren
Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen scheint alle Affären im Amt zu überstehen, so auch die sogenannte Berater-Affäre. Und trotzdem wirkt es, als sei sie gescheitert. Denn dass sie Kanzlerin werden könnte, glaubt kaum mehr jemand.
Benedict Neff, Berlin

 

Man nannte sie Röschen, als sie klein war. Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei einem australischen Denkmal für Kriegsgefallene im Oktober 2018. (Bild: Lukas Coch / EPA)

Man nannte sie Röschen, als sie klein war. Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei einem australischen Denkmal für Kriegsgefallene im Oktober 2018. (Bild: Lukas Coch / EPA)

Ursula von der Leyen ist ein kommunikativer Profi, mit Sachkenntnis und sicherem Auftreten. Überhaupt wirkt alles sicher bei ihr, geordnet und durchdacht. Nichts ist zufällig, alles folgt bestimmten Plänen und Konzepten. Das reicht von der Frisur bis zur Neuausrichtung der Bundeswehr. Während man sich manche deutschen Minister nur als Politiker oder als Beamte vorstellen kann, sähe man von der Leyen auch in der Privatwirtschaft. Sie könnte problemlos im Vorstand eines grossen Unternehmens sitzen, sie wirkt weltläufig, ihr Englisch ist sicher. Sie kann ihre Arbeit präsentieren und verkaufen. Bei ihren Ressortwechseln hat sie bewiesen, dass sie sich in kurzer Zeit in völlig neue Themengebiete einarbeiten kann.

Mit diesen Fähigkeiten und Anlagen galt sie lange als mögliche Nachfolgerin von Angela Merkel als deutsche Bundeskanzlerin. Dies umso mehr, als sie eine Vertraute der Kanzlerin ist, die in allen Merkel-Kabinetten als Ministerin präsent war: stets loyal, aber auch mit einem eigenen Kopf. Fast schon routinemässig wurde sie von Journalisten nach ihren Kanzlerambitionen gefragt. Sie dementierte stets ebenso routiniert: «Eine absurde Frage! Meine Kanzlerin heisst Angela Merkel.»

Dass sie den Ehrgeiz hätte, Kanzlerin zu werden, scheint ausser Frage. Ihr Name wird aber kaum noch genannt. Sie wurde verdrängt, fast unbemerkt; allen voran von Annegret Kramp-Karrenbauer, der CDU-Generalsekretärin.

Tatsächlich scheint es eher unwahrscheinlich, dass von der Leyen dieser Karriereschritt noch gelingt. Vor allem dürfte ihre langjährige Merkel-Nähe mittlerweile eher ein Nachteil sein. Zum anderen wirkt von der Leyen, seit sie Verteidigungsministerin ist, auch nicht mehr so souverän wie früher. In diese Zeit fallen drei Affären, die sie alle nicht zu Fall brachten, ihr insgesamt aber doch geschadet haben.

Die Plagiatsaffäre

Die erste war im September 2015. Plagiatsexperten kritisierten ihre Doktorarbeit in Medizin. Von einem «eindeutigen Plagiat» und «grober Schlamperei» war in den Medien die Rede. Gerade in Deutschland ist eine solche Affäre nicht ungefährlich, Politiker mussten wegen Abschreibens schon zurücktreten. Die Medizinische Hochschule Hannover liess die Arbeit schliesslich erneut und unabhängig prüfen und kam zum Ergebnis, dass es zwar Mängel gebe, aber «kein durch Täuschungsabsicht geleitetes Fehlverhalten» vorliege. Damit war die Gefahr für von der Leyen gebannt. Sie selbst erklärte nun, dass Teile der Arbeit nicht den Ansprüchen genügten, die sie an sich selbst stelle.

Bezeichnend für diese Affäre war die Bemerkung des damaligen CDU-Vizefraktionschefs Thomas Strobl. Er meinte: «Im Moment steht anderes im Mittelpunkt als irgendwelche Plagiatsvorwürfe.» Wenn von der Leyens Karriere ins Schlingern gerät, gibt es meistens irgendein Thema, das gerade wichtiger ist. Damals war es die Flüchtlingskrise. Hinzu kommt, dass ihr die Medien durchaus gewogen sind. Im deutschen Boulevard wird von der Leyen sogar regelrecht gefeiert: siebenfache Mutter, Powerfrau, Perfektion mit Herz.

Der Fall Franco A.

Mehr geschadet hat von der Leyen der Fall «Franco A.» im Mai 2017. Ausgelöst hatte die Affäre ein rechtsextremer Offizier der Bundeswehr, der eine Doppelexistenz führte. Obwohl er über keine Arabischkenntnisse verfügte, konnte er sich in Deutschland als syrischer Flüchtling registrieren lassen. Diese Tarnexistenz wollte der Offizier offenbar dazu benutzen, einen Terroranschlag zu verüben.

In Deutschland entwickelte sich daraus eine eher absurde Diskussion: Die Medien schienen sich kaum über die extreme Durchlässigkeit des deutschen Asylsystems zu wundern, sie befassten sich lieber mit dem Rechtsextremismus und dem Nazi-Erbe in der Bundeswehr.

Von der Leyen verlor in diesem Fall die Nerven. Im Fernsehen unterstellte sie ihrer eigenen Truppe «ein Haltungsproblem» und «ein Führungsproblem auf verschiedenen Ebenen»; auch gebe es einen «falsch verstandenen Korpsgeist». Irgendwann erklärte sie noch, die Gesamtverantwortung zu übernehmen. Aber das nahm man schon kaum mehr wahr. Es blieb der ungute Eindruck einer Ministerin, die sich in der Krise nicht vor die Mannschaft stellt; der Kapitalfehler eines Chefs. Das hat ihr in der Bundeswehr und in der Öffentlichkeit geschadet.

Die Berater-Affäre

Die dritte Affäre ist eine schleppende und deshalb auch eine eher ungefährliche. Im Verteidigungsministerium scheint man es mit der fremden Hilfe ein wenig zu übertreiben. Schon länger wird von der Leyen kritisiert, weil ihr Ministerium die Dienste von externen Beratungsunternehmen wie McKinsey in Anspruch nimmt. «Die Zeit» kolportierte 2016 eine Zahl von 300 Millionen Euro für externe Berater, um Rüstungsvorhaben überprüfen zu lassen und die Beschaffung von Rüstungsgütern neu zu organisieren.

Während dies schon lange bekannt ist, sorgt ein Bericht des «Spiegels» nun für neue Unruhe. Nach dessen Informationen prüft die Staatsanwaltschaft Berlin, ob der dauerhafte Einsatz von Unternehmensberatern den Tatbestand der vorsätzlich verursachten Scheinselbständigkeit erfülle. Der Verdacht lautet, dass das Verteidigungsministerium externe Berater wie eigene Mitarbeiter eingesetzt habe. In einem Interview im «Stern» hat von der Leyen am Donnerstag Fehler zugegeben. «Die Art und Weise, wie die Beratungsleistungen abgerufen worden sind, war in Teilen nicht in Ordnung. Da müssen wir ran.»

Eine absurde Frage

Auch dies wird von der Leyens Karriere nicht gefährden. Es ist eher eine Unannehmlichkeit, die das einst glänzende Gesamtbild der Ministerin weiter trübt. Ausserdem gibt es auch jetzt wichtigere Dinge: zum Beispiel den Überlebenskampf der deutschen Volksparteien.

Die «Zeit»-Journalisten Peter Dausend und Elisabeth Niejahr haben 2015 eine Biografie über von der Leyen geschrieben mit dem Titel «Operation Röschen» (so wurde sie als Mädchen genannt). In dem Buch wird das System von der Leyen beschrieben: «Sich ein Thema suchen, das Aufmerksamkeit garantiert, nicht lange nachfragen, was ihre Partei davon hält, die gesellschaftliche Mehrheit mit grossen Worten mobilisieren und die Politik zwingen, sich hinter ihr zu versammeln.» Als Familienministerin und Arbeitsministerin funktionierte das noch gut: Von der Leyen kämpfte erfolgreich für Krippenplätze, Ganztagesschulen und Frauenquote. Ihre Aufrufe für mehr Verantwortung in der Verteidigungspolitik kommen in der deutschen Bevölkerung hingegen schlechter an.

Die Frage nach einer Kanzlerschaft scheint mittlerweile tatsächlich absurd geworden zu sein.

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Der Aufstieg von Ursula von der Leyen kann weitergehen

Plagiatsaffäre
Alexander Kohnen Philipp Neumann

 

Darf ihren Doktortitel behalten: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Foto: Friso Gentsch / dpa

Ursula von der Leyen darf ihren Doktortitel behalten. Damit ist sie politisch gerettet – und bleibt große Hoffnungsträgerin der CDU.

Berlin.  Ein nüchterner Hörsaal, weiße Wände, roter Fußboden. Die Herren, die am Mittwoch um kurz nach 18 Uhr den Raum betreten, machen es spannend. Erst erklärt der Sprecher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die Regeln für die Pressekonferenz. Dann tritt MHH-Präsident Christopher Baum ans Pult. Er spricht so langsam, dass man fast die Silben zählen kann. Baum erklärt, man habe die Dissertation von Frau Ursula von der Leyen „sorgfältig, objektiv, ergebnisoffen und ohne Ansehen der Person“ geprüft. Erst dann fällt der entscheidende Satz: Der Senat habe eine halbe Stunde zuvor „mehrheitlich mit sieben zu eins Stimmen entschieden, den Titel nicht abzuerkennen“.

Ursula von der Leyen ist gerettet. Politisch jedenfalls. Über das Seelenleben der Verteidigungsministerin in diesem Moment ist nichts bekannt.

Vielleicht hat sie irgendwo im Flugzeug von der Entscheidung erfahren, irgendwo auf dem Weg von Washington nach Kalifornien, mehr als 7000 Kilometer von der Heimat entfernt. An der Universität Stanford nahe San Francisco wollte von der Leyen am Mittwoch einen Vortrag halten. Ausgerechnet an der Universität, an der sie einst studiert hat. Wie passend. Wobei: Offiziell war von der Leyen nie Studentin in Stanford, sie war Gasthörerin. Wer ihren Lebenslauf zu schnell liest, kann das übersehen. Aber auch das ist jetzt nur noch eine Fußnote. Die Plagiatsaffäre ist ausgestanden. Ursula von der Leyen kann, theoretisch, Kanzlerin werden.

Das Ministerium reagiert schon eine halbe Stunde später

Man habe „klare Mängel festgestellt“, sagt Hochschulpräsident Baum, vor allem in der Einleitung. „Fehler, für die die Autorin verantwortlich ist.“ Er nimmt sogar das Wort „Plagiat“ in den Mund. Wichtig sei aber: „Das Muster der Plagiate spricht nicht für eine Täuschungsabsicht.“ Es gehe „um Fehler, nicht um Fehlverhalten“, sagt Baum. Es ist der zweite Schlüsselsatz dieses Abends. Der wissenschaftliche Wert der Arbeit werde nicht grundsätzlich in Abrede gestellt. Mehr noch: „Die Ergebnisse waren wissenschaftlich neu und von Relevanz.“ Auf 27 von 62 Seiten hatten die Plagiatsjäger von „VroniPlag“ Textstellen gefunden, an denen von der Leyen andere Wissenschaftler zitierte, ohne dies als Zitat zu kennzeichnen.

Eine halbe Stunde nach der Pressekonferenz in Hannover veröffentlicht das Verteidigungsministerium ein Statement der Ministerin. Es besteht aus zwei Sätzen: „Teile meiner damaligen Arbeit entsprechen nicht den Maßstäben, die ich an mich selber stelle. Ich bin froh, dass die Universität nach eingehender Prüfung zum Schluss gekommen ist, dass meine Experimente für die medizinische Forschung relevant waren und die Arbeit insgesamt die wissenschaftlichen Anforderungen erfüllt.“

Von der Leyen stellt hohe Ansprüche an sich selbst

Wer Ursula von der Leyen einmal erlebt hat, bekommt eine Vorstellung davon, wie sehr es an ihr nagt, nicht doch perfekt gewesen zu sein. Wie hoch die Maßstäbe sind, die sie an sich selbst anlegen kann. Ob sie sich über den Ausgang des Prüfungsverfahrens wirklich gefreut hat? Anders als gewöhnlich hat die Ministerin auf ihrer aktuellen USA-Reise keine Journalisten dabei. Am Vormittag hatte sie sich mit ihrem amerikanischen Amtskollegen Ashton Carter getroffen. Danach sollte es gen Westen nach Stanford gehen, zu einem nicht näher bezeichneten „sicherheitspolitischen Vortrag“.

Fast ein halbes Jahr hat die Hochschule gebraucht, um die 62 Seiten zu untersuchen, die Ursula Gertrud von der Leyen 1990 als Promotionsschrift eingereicht hat. Es ging um den Nutzen eines Bades bei der Geburt eines Kindes. Der wörtliche Titel: „C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssyndroms bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung“. Es war die erste prominente medizinische Doktorarbeit, die auf Plagiate überprüft wurde. Karl-Theodor zu Guttenberg, Annette Schavan und Frank-Walter Steinmeier, die drei anderen Bundesminister, die bisher unter Plagiatsverdacht geraten waren und ihre wissenschaftlichen Werke überprüfen lassen mussten, waren Juristen oder Pädagogin.

Merkel stellt sich hinter von der Leyen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich noch am Vormittag hinter von der Leyen gestellt. Auf die Frage, ob von der Leyen auch ohne den akademischen Grad noch das Vertrauen der Kanzlerin habe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: „Selbstverständlich. Die Ministerin ist eine hervorragende Verteidigungsministerin, was man gerade in diesen Tagen wieder beim Zustandekommen der Nato-Aktivitäten in der Ägäis gesehen hat.“

Ursula von der Leyen ist noch immer die Musterschülerin im Kabinett Merkel, ehrgeizig, teilweise sogar verbissen. Sie ist die erste Frau im Männer-Ressort Verteidigung, das auch ohne Plagiatsaffäre als Schleudersitz gilt. Sie hat sieben Kinder und trägt mit 57 Jahren noch immer Konfektionsgröße 34, was daran liegen mag, dass sie kaum etwas isst, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit. Mitarbeiter sagen: Wenn von der Leyen feiern will, trinkt sie ein Glas Wasser mit Kohlensäure.

Von der Leyen bleibt Hoffnungsträgerin der CDU

Trotz der Plagiatsaffäre galt Ursula von der Leyen immer noch als mögliche Nachfolgerin von Angela Merkel. Jetzt, nachdem alles vorbei ist, gilt das erst recht. Die Personaldecke der CDU ist dünn: Der andere Hoffnungsträger, Thomas de Maizière, ist keiner mehr. Er wird als Bundesinnenminister nur noch geduldet. Und Wolfgang Schäuble, der Finanzminister, wäre mit seinen 73 Jahren allenfalls ein Übergangskandidat für das Kanzleramt – wenn die CDU Merkel denn je stürzen sollte.

Die Opposition reagierte nach der Bekanntgabe der Uni-Entscheidung entspannt. „Zur Freiheit von Forschung und Lehre gehört es auch, dass die Entscheidung der MHH so zu akzeptieren ist, wie sie getroffen wurde“, sagte der grüne Sicherheitsexperte Tobias Lindner unserer Redaktion. Es sei gut, dass nun endlich Klarheit in dieser Angelegenheit herrsche. „Ursula von der Leyen sollte sich jetzt den ganzen Baustellen, die es in ihrem Ressort gibt, widmen.“

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https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/MHH-entzieht-drei-Aerzten-den-Doktor-Titel

hannover

Eigentlich ist jede Universität froh und stolz, wenn eine Bundesministerin dort studiert und promoviert hat. Ob sich das bei der MHH mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (59) ebenso verhält, darf mittlerweile bezweifelt werden.

Denn die ehrgeizige Medizinerin hat für einen zweifelhaften Ruhm der MHH gesorgt. Seit die Internet-Plattform VroniPlag Wiki die Dissertation von der Leyens mit zahlreichen Plagiaten entlarvt hat, folgten weitere Untersuchungen von MHH-Promotionen.

In der Plagiatsliste rangiert die MHH auf Platz drei der medizinischen Fakultäten in Deutschland. Dort sind sieben MHH-Promotionen gelistet, die mehr oder weniger abgeschrieben worden sind. Lediglich die Charitè in Berlin (33 Arbeiten) und die Uni Münster (23) rangieren, wenn auch mit weitem Abstand, vor der MHH. Diese Zahlen müssen insofern relativiert werden, da die untersuchten Arbeiten nur einen sehr kleinen Ausschnitt der geschriebenen Doktor-Arbeiten darstellen. Auffällig ist, dass vor allem Mediziner zum Mauscheln neigen. Etwa die Hälfte der überführten Akademiker tragen einen weißen Kittel.

Im März 2016 kam die Kommission für Gute Wissenschaftliche an der MHH Arbeit zu dem Urteil, dass von der Leyen „keine Täuschungsabsicht“ gehabt habe. VroniPlag Wiki hatte bei ihrer Doktor-Arbeit von 1990 auf 43 Seiten Fremdtextübernahme gefunden, ohne dass die Quelle genannt wurde. Es wurden 47 Textstellen beanstandet. Die Kommission fand hingegen nur 32 Plagiatsstellen. „Dr.“ von der Leyen durfte ihren Titel behalten, erhielt lediglich eine Rüge.

Bei den jüngeren Kollegen der Verteidigungsministerin war die MHH-Kommission weniger nachsichtig. „Der Senat hat in drei Fällen den Entzug des Titels beschlossen. Für die Betroffenen besteht noch die Klagemöglichkeit“, teilte MHH-Sprecher Stefan Zorn mit. In einem Fall sei eine Rüge erfolgt. Zwei Fälle seien noch nicht abgeschlossen. Weitere Einzelheiten gab der MHH-Sprecher nicht preis.

Von Thomas Nagel

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„Hambacher Forst“ – und die „Schein-heilig-keit“ der Grünen //// „SPD“-Umweltministerin schützt GLYPHOSAT //// „General-Anwalt“ des „Europäischen Gerichtshofs“ gegen Prüfung der Risiken von „Gentechnik-Soja“ /// Ärzte fordern STOPP des hochgefährlichen „5G-Mobil-Funk“ //// „US“-Forschung – „Gentech-Biowaffen“ – DARPA – PENTAGON //// „Gen-TECH“ /// „Fragwürdige E-MOBILität“ – – – „Drecks-Schleudern“ – „KREUZ-FAHRT-SCHIFFE“ //// „Cum-Ex“: Der COUP des Jahrhunderts

 

siehe auch „Wind-Kraft und die Grünen“

siehe auch „BIENEN-GLYPHOSAT-KLÖCKNER“

Wissen die GRÜNEN NICHT dass WALD „CO2“ aufnimmt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

https://www.welt.de/regionales/nrw/article182016678/Hambacher-Forst-Die-Scheinheiligkeit-der-Gruenen.html

Nordrhein-Westfalen

Hambacher Forst

Die Scheinheiligkeit der Grünen

Es geschah im März 2014: Umweltminister Johannes Remmel und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft haben sich auf die Verkleinerung von Garzweiler II verständigt – und auf die Abholzung des Hambacher Forsts
Es geschah im März 2014: Umweltminister Johannes Remmel und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft haben sich auf die Verkleinerung von Garzweiler II verständigt – und auf die Abholzung des Hambacher Forsts

Quelle: picture alliance / dpa

Die Grünen in NRW schwelgen im Hambi-Hype. Aber ist das nicht scheinheilig? Immerhin haben sie zu Regierungszeiten die Abholzung des Forsts mitbeschlossen. Auch wenn manch Grüner das jetzt leugnet.
In der Stimme von Monika Düker schwingt das Tremolo des Triumphs. Die Fraktionschefin der Grünen steht in der Debatte um den Hambacher Forst am Rednerpult des Düsseldorfer Landtags. Sie schaut sie auf die Regierungsbank und den in seinen Akten versunkenen Armin Laschet. „Krachend gescheitert“ sei die Regierung mit ihren Braunkohleplänen, ruft Düker dem CDU-Regierungschef zu, gescheitert an den Gerichten und der Zivilgesellschaft. „Sie haben Politik gegen die Mehrheit der Menschen gemacht.“ Schwarz-Gelb stehe vor einem Scherbenhaufen.

Tausende feiern Rodungsstopp am Hambacher Forst

Das Oberverwaltungsgericht Münster stoppte in letzter Minute die geplante Rodung des Hambacher Forstes. Für die Umweltschützer ein Etappensieg, für die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und den Energieriesen RWE ein Debakel.

Quelle: WELT/ Dirk Schommertz

Tatsächlich steht die Landesregierung ziemlich blamiert da, seit das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster in der vorigen Woche die geplanten Rodungen des Hambacher Forstes im rheinischen Braunkohlerevier gestoppt hat. In den Wochen zuvor hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) den Forst von teils militanten Waldbesetzern räumen lassen – mit einem der kostspieligsten Polizeieinsätze der NRW-Geschichte. Und nun das: Laut einer aktuellen WDR-Umfrage halten 79 Prozent der NRW-Bevölkerung die Rodung des 200 Hektar großen Waldes für nicht richtig – darunter auch 71 Prozent bekennende CDU-Anhänger. Da scheint es nur konsequent, dass die CDU bei der letzten Sonntagsfrage sieben Prozentpunkte verlor – und die Grünen gegenüber dem vorangegangenen Quartal um fünf Prozentpunkte auf 17 Prozent zulegten. Solche Werte hatte die Partei zuletzt nach der Reaktor-Katastrophe in Fukushima erzielt.

Anderseits ist das Umfragen-Hoch für die Grünen aber auch erstaunlich. Immerhin waren sie, die einst der Rodung des Waldstücks zur Braunkohleförderung zugestimmt hatten. Während die Partei heute im Hambacher Forst an vorderster Protestfront steht, verständigte sie sich zu ihrer Regierungszeit im Jahr 2014 mit dem sozialdemokratischen Koalitionspartner auf einen Deal. Der umstrittene Tagebau Garzweiler II sollte um etwa ein Fünftel der Abbaufläche verkleinert werden. Im Gegenzug gaben die Grünen für die Tagebaue Inden und Hambach eine Bestandsgarantie – und damit auch grünes Licht für die Rodung des Hambacher Forstes.

2016 führte diese Abmachung zu einer sogenannten Leitentscheidung, die von drei grünen Landesministern im Kabinett mitbeschlossen wurden. In dieser Leitentscheidung heißt es: „Der Braunkohlenabbau in den Tagebauen Garzweiler II, Hambach und Inden in Nordrhein-Westfalen ist zur langfristigen Energieversorgung weiter erforderlich.“ Zuvor hatten Bürger in einem Online-Beteiligungsverfahren zur Erarbeitung dieser Leitentscheidung auf eine Schonung des Hambacher Forstes gedrungen – vergeblich.

Rodungen statt Umsiedlungen

Im Rahmen der Abwägungen, mit denen maßgeblich auch der damalige grüne Umweltminister Johannes Remmel befasst war, entschied die Landesregierung, man wolle lieber die Umsiedlung von Menschen im Planungsgebiet von Garzweiler II verhindern als den Hambacher Forst erhalten. Schließlich seien Umsiedlungen „der schwerste mit dem Braunkohleabbau verbundene Eingriff“. Die Regierung bestätigte in ihrer Leitentscheidung den Bedarf an Braunkohle über das Jahr 2030 hinaus. Dies mache den Tagebau Hambach, in dem keine weiteren Umsiedlungen mehr erforderlich seien, in seinen „unveränderten Abbaugrenzen erforderlich“.

Greenpeace stellt Gutachten gegen Rodung des Hambacher Forsts vor

Die Rodung des Hambacher Forsts sei derzeit nicht nötig und dadurch nicht rechtens. So argumentiert die Umweltorganisation Greenpeace aufgrund eines neuen Gutachtens. Erfahren Sie hier alle Einzelheiten dazu.

Quelle: WELT

Genau das wird aber nun vom OVG-Urteil angezweifelt: Das Land und der Tagebaubetreiber RWE hätten dem Gericht „nicht substantiiert“ belegen können, dass eine sofortige Rodung für die Energieversorgung notwendig sei.

Auch sei nicht geprüft, ob der Wald wegen des Vorkommens der Bechsteinfledermaus nach der geltenden Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) überhaupt abgeholzt werden dürfe. Deshalb müsse die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Hauptbetriebsplans für den Hambacher Tagebau zunächst abgewartet werden, um im Forst keine vollendeten Tatsachen zu schaffen.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung kann es nach Einschätzung von Verwaltungsjuristen noch etwa zwei Jahre dauern. In dieser verfahrenen Lage denkt die Landesregierung jetzt über einen Plan B nach. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) kündigte im Landesparlament vorsichtig eine Neujustierung der Kohlepolitik an: „Die Energiewende muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden“, so sagte er.

„Es wurde über Hambach überhaupt nicht diskutiert“

Die Grünen schwelgen indessen im Hambi-Hype und wollen von ihrem früheren Agieren nichts wissen. Trotz eindeutiger Dokumentenlage beharrt Remmel als der damals zuständige Minister darauf, es habe keinerlei Abwägung zwischen den drei Tagebauen Garzweiler II, Hambach und Inden gegeben. „Das ist Quatsch. Zum Tagebau Hambach gab es 2016 keinen politischen Anknüpfungspunkt. Es wurde über Hambach überhaupt nicht diskutiert“, sagte Remmel in einem Interview mit der „taz“. „Nein, nein, nein!“, beteuerte Remmel, „es gab keinen Deal, wir bekommen die Verkleinerung von Garzweiler und verzichten auf etwas anderes.“

Seit 1978 mussten fast 35.000 Menschen dem Tagebau weichen

Rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle fördert der Tagebau Hambach im Jahr, aus bis zu 370 Metern Tiefe. Seit 1978 arbeitet sich die Wanderbaustelle voran. Proteste gab es von Anfang an.

Quelle: WELT/ Perdita Heise

Doch Reiner Priggen, der ehemalige Fraktionschef der Grünen im Landtag, hat Remmel inzwischen Lügen gestraft. Auf dem jüngsten Landesparteirat am Rande des Hambacher Forstes bestätigte er, dass es seinerzeit sehr wohl einen Handel mit den Sozialdemokraten gegeben habe, um die drohende Umsiedlung von fünf Ortschaften mit über tausend Menschen im Planungsareal von Garzweiler II zu verhindern.

„Ich kann gerne zugeben“, so Priggen, „dass wir uns bei 1400 Leuten oder Wald für die Leute entschieden haben.“ Unterdessen inszenieren seine Parteifreunde weiter ihr Schauspiel der Scheinheiligkeit und erwecken den Eindruck, sie seien in ihrer Regierungszeit von 2010 bis 2017 für den Klimaschutz zuständig gewesen – und die SPD für den Kohleabbau.

Der Wald als Wahlkalkül

Es hat schon eine lange Tradition, dass die NRW-Grünen das Thema Braunkohle je nach Situation für ihre politische Konjunktur zu nutzen wissen. 1995 schafften sie den Wiedereinzug in den Landtag mit einem knallharten Nein zu Garzweiler II, dem europaweit größten Tagebau. Als ihnen dann 1998 wegen ihrer Verweigerungshaltung der Rausschmiss aus der Regierung von Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) drohte, entschieden sie sich gegen die Ökologie und für die Macht.

Noch im Wahlprogramm zur Landtagswahl 2017 war der Hambacher Forst den Grünen keine Silbe wert. Erst jetzt, nachdem sie bei dieser Landtagswahl vor allem wegen einer miserablen Schulpolitik abgewählt wurden, haben sie den Erhalt des Hambacher Forstes wieder auf ihre Agenda gesetzt.

Gaskraftwerke sollen Kohleausstieg ermöglichen

Kohlekraftwerke gelten wegen ihres hohen CO2-Ausstoßes als Klimasünder. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, plant die Bundesregierung deshalb den Kohleausstieg. Dafür sollen Gaskraftwerke eingesetzt werden.

Quelle: WELT/ Chrsitoph Hipp

Der einstige Koalitionspartner SPD hat für den Bruch der Ökopartei mit ihrer eigenen Regierungsverantwortung nur Hohn und Spott übrig. „Wenn die Grünen konsequent wären“, juxt ein führender SPD-Stratege hinter vorgehaltener Hand, „müssten sie jetzt gegen Remmel als damaligem Umweltminister einen Parteiausschluss beantragen.“

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PETITION – – -PETITION – – -PETITION – – -PETITION – – -PETITION – – –

https://www.change.org/p/bundeslandwirtschaftsministerin-kl%C3%B6ckner-bienensterben-glyphosat-schadet-bienen-jetzt-muss-das-herbizid-erst-recht-vom-acker?recruiter=522200648&utm_source=share_petition&utm_medium=email&utm_campaign=undefined

Bienensterben: Glyphosat schadet Bienen – jetzt muss das Herbizid erst recht vom Acker!

Das Bienensterben ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Glyphosat war dabei schon länger im Verdacht, aber es fehlten die Beweise.

Aber jetzt ist klar: Glyphosat schädigt und tötet Bienen.

Jahrzehntelang wollte uns Monsanto weismachen, dass Glyphosat für Menschen und Tiere ungefährlich sei. Eine jetzt veröffentliche Studie im renommierten Fachjournal PNAS zeigt jetzt aber deutlich: Glyphosat wirkt direkt auf die Bakterien im Darm der Bienen und verändert deren genau balancierte Zusammensetzung. Diese bakterielle “Mikroflora” ist entscheidend für die Gesundheit der Bienen, sie hilft u.a. Infektionen abzuwehren und Nahrung zu verdauen. Bienen, die mit realistischen Mengen von Glyphosat gefüttert werden, denen sie auch auf den Feldern ausgesetzt sind, sterben viermal häufiger an einer Infektion als unbehandelte Bienen. Ähnliche Effekte sind auch für Säugetiere und den Menschen zu befürchten.

In der letzten Risikobewertung für Glyphosat wurden solche Effekte nicht berücksichtigt und Glyphosat als ungefährlich für Bienen eingestuft. Dass die neuen Ergebnisse jetzt kommen zeigt auch, wie wenig wir auch nach Jahrzehnten über Glyphosat wissen und wie gefährlich der großflächige Einsatz von Pestiziden ist, selbst wenn sie als vermeintlich sicher gelten.

Angesichts dieser neuen Erkenntnisse und der großen Gefahr, die vom Bienensterben ausgeht, fordern wir, die Unterzeichnenden:

An Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner:

1. Holen Sie Glyphosat endlich vom Acker! Nach Ihrer Ankündigung eines “Minimierungsplans” im April 2018, folgten nur Alibi-Maßnahmen. Wir fordern, den Totalausstieg aus Glyphosat bis spätestens 2020.

2. Erlassen Sie Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bienen und der Bevölkerung:

  • Glyphosat darf nicht mehr in öffentlichen Parks, Gärten und Spielplätzen eingesetzt werden;
  • Glyphosat muss für den Privatgebrauch sofort verboten werden und auch der Online-Verkauf gestoppt werden;
  • Glyphosat darf grundsätzlich nicht mehr vor der Ernte eingesetzt werden.

3. Legen Sie eine echte Pestizid-Reduktionsstrategie vor, damit nicht auf andere Pestizide ausgewichen wird. Zukunftsfähige Landwirtschaft geht auch ohne Gift, setzen Sie sich dafür ein!

An die EU-Kommission, die EU-Mitgliedsländer und das Europaparlament:

4. Reformieren Sie das Zulassungsverfahren ohne Verzögerung noch vor der Europawahl. Transparenz und der Schutz der Bevölkerung müssen immer vor ökonomischen Interessen einiger weniger Unternehmen stehen.

Mit hoffnungsvollen Grüßen,

Sven Giegold, Mitglied des Europäischen Parlaments

Martin Häusling, Mitglied des Europäischen Parlaments

Maximilian Fries, Dr. in Krebsbiologie und M.Sc. mit Schwerpunkt Mikrobiologie

Weiterführende Informationen

PNAS-Studie: http://www.pnas.org/content/early/2018/09/18/1803880115

Einschätzung im Fachjournal Science:  https://www.sciencemag.org/news/2018/09/common-weed-killer-believed-harmless-animals-may-be-harming-bees-worldwide?utm_source=newsfromscience&utm_medium=twitter&utm_campaign=beeguts-21623

Auswirkungen von Glyphosat auf Darmflora von Ratten: https://sven-giegold.de/glyphosat-ramazzini-studien/

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https://www.neopresse.com/politik/spd-umweltministerin-schuetzt-glyphosat-im-hobbygarten-und-damit-die-industrie/

SPD-Umweltministerin schützt Glyphosat im „Hobbygarten“ – und damit die Industrie

NEOPresse in D/A/CH

Glyphosat wird weder in der EU noch in Deutschland und noch nicht einmal im Hobby- oder Privatgarten verboten. Die Politik der GroKo führte auf EU-Ebene dazu, dass das umstrittene sogenannte Pflanzenschutzmittel jahrelang weiter genutzt werden kann. Nun ist es auch für den Privatgebrauch weiterhin auf dem Markt. Anders machen es Frankreich und Belgien.

Verbot bei den Nachbarn….

Frankreich und Belgien haben die Nutzung in privaten Gärten bereits untersagt. Glyphosat und Mittel, die Glyphosat „enthalten“, dürfen demnach nicht eingesetzt werden. Dies moniert beispielsweise die Partei der Grünen in Bezug auf die Ignoranz in Deutschland. Hier hat die SPD, die das Umweltministerium durch die Ministerin Svenja Schulze führt, sich selbst im Aktionsprogramm Insektenschutz“, das neu aufgelegt wurde, gegen eine solche Nutzung durchringen können.

 

Ohnehin hatte die Koalition in ihrem Vertrag zwar geregelt, dass Glyphosat möglichst schnell verboten werden solle. Aber der GroKo-Vertrag wird inzwischen auch in anderen Fragen, beispielsweise beim Export von Waffen und Rüstungsgütern an Länder, die in den Jemen-Krieg involviert sind, mit Füßen getreten, so Kritiker.

Das Umweltministerium sieht jetzt im „Aktionsprogramm“ vor, dass das Mittel eingesetzt werden kann, „wo und soweit dies absolut nicht anders geht“.

Diese Beschreibung ist allerdings in den Augen von Kritikern ein Windei. Da die Wirkung von Glyphosat auf die Gesundheit von Menschen nicht hinreichend abgeschätzt worden ist – in dem Sinne, dass es keine einheitlichen Befunde gibt –, lässt sich auch kaum beschreiben, ob ein Einsatz „nicht anders geht“. Denn Pflanzenschutz geht immer anders – die langfristige Wirkung hingegen müsste an messbaren Zielen festgestellt werden können.

Mit anderen Worten, so die Meinung dieser Redaktion, die SPD hat sich mit dem Umweltministerium in dieser Frage gar nicht vom Einsatz des Mittels verabschieden wollen und dient ganz offensichtlich auch dem Interesse der betreffenden Industrie. Würde Glyphosat privat abgeschafft, wäre der politische Druck auf die Industrie mit hoher Sicherheit größer.

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https://www.welt.de/kultur/plus181711960/Zivilisation-Das-Ende-der-Landschaft.html

Zivilisationskritik

Wir vergöttern die Welt. Und zerstören sie gleichzeitig

Sunrise on a field with hay bales, Jutland, Denmark
Als Bildschirmschoner funktioniert es: Die ideale Landschaft aus der jede Spur des Menschen getilgt ist

Quelle: Getty Images

Tagtäglich unterziehen sich die Heerscharen der Arbeiter an den globalen Datenflüssen vor dem ersten E-Mail-Check einem Reinigungsritual: Mit Bildern vermeintlich unberührter Landschaften, aus denen jegliche Spur von Menschen herausediert wurde, immunisieren sie sich gegen den Dauerbeschuss im digitalen Alltag.

Der Bilderalgorithmus, der uns auf den Bildschirmschonern von Apple oder Microsoft in unendlichen Variationen entgegenleuchtet, ist die Verheißung, dass irgendwo da draußen, jenseits der sieben Berge, heile Natur sei. Und zwar zuhauf.

Landschaft wird hier zum Kitsch, die Vereinfachung eines komplexen historischen und räumlichen In-der-Welt-Seins. Landschaft als Gegengift zum Alltag – eine globalisierte, austauschbare, rein visuelle Erfahrung, die nichts mehr mit der eigenen Lebenswelt zu tun hat.

In einer Zeit totaler Landschaftsvernutzung vor der eigenen Haustür wird uns die Verfügbarkeit von unendlicher Landschaft vorgegaukelt. Georg Simmel notierte vor über hundert Jahren in seiner „Philosophie der Landschaft“, dass uns Landschaften so faszinieren, weil jeder sich darin als Schaffender und Geschöpf zugleich empfinde – als Künstler, der ein Landschaftsbild komponiere, und als Teilhaber an einer Stimmung, die in einer bestimmten Landschaft kulturell aufgehoben sei.

Eine der großen Verlusterfahrungen unserer Tage

Landschaft ist eine der Formen, durch die wir uns in der Welt beheimaten – als autonome Wesen, die im produktiven Austausch mit ihrer naturräumlichen und kulturellen Bedingtheit stehen. In der willkürlichen Ersetzung von Landschaft durch visuelle Effekte wird diese mehrschichtige Dimension der Landschaftserfahrung ausradiert. Der Verlust des Vielsinnigen, Sinnlichen und Geschichtlichen im Alltag muss zu den ganz großen Verlusterfahrungen unserer Tage gerechnet werden.

Als Ende des 19. Jahrhunderts die Narben der radikalen Industrialisierungsschübe im Deutschen Reich unübersehbar waren, entspann sich eine breit angelegte gesellschaftliche Debatte über Landschaftsschutz, an der sich gerade das konservative politische Spektrum meinungsstark beteiligte. Heute ist davon nur wenig zu spüren.

Bei der Entkernung unserer Landschaften wurstelt das konservative Bürgertum mit missionarischem Weltverbesserungseifer mit. Im christsozialen Bayern gehört das Versiegeln von Fläche zur Staatsräson: Mehr als zwölf Hektar pro Tag verschwanden zwischen 2012 und 2015 unter Beton und Teer.

Auf Betreiben des damaligen Heimatministers und jetzigen Ministerpräsidenten Söder sollte Anfang 2017 das sogenannte „Anbindegebot“ so gelockert werden, dass ihn seine eigene Fraktion zurückpfeifen musste. Es ist aber immer noch locker genug, sodass Amazon und Ikea im Prinzip das dürfen, was kein Wohnmobil darf: sich einfach irgendwo hinstellen.

Ein Volksbegehren gegen den „Flächenfraß“ im Freistaat im Frühjahr war zwar erfolgreich und brachte das tiefe Unbehagen eines politisch heterogenen Spektrums an der ziellosen Bauwut zum Ausdruck. Das Referendum wurde aber vom Verfassungsgerichtshof aus formalen Gründen gestoppt, da es zu tief in die kommunalpolitische Planungshoheit eingreife. Beim derzeitigen Wahlkampf in Bayern spielt das Thema nur eine untergeordnete Rolle.

Sunset on Adamello Group and Natural Reserve of Pian di Gembro, Aprica, province of Sondrio, Valtellina, Lombardy, Italy
Als erfolgreiche Reise gilt diejenige, deren Fototrophäen den Verheißungen der perfekten Landschaften gleichen

Quelle: Getty Images

Landschaft lässt sich für die meisten Menschen immer weniger im Alltag erfahren, als Form der Auseinandersetzung mit der eigenen naturräumlichen und kulturellen Herkunft. Unter den Verlusten der Moderne, die der klassische Wertkonservatismus einst eloquent zu beklagen verstand, rangiert sie immer weniger prominent.

Der selbst erklärte „Konservative“ kauft heute ohne Gewissensbisse im Discounter auf der grünen Wiese ein, nennt die immergleiche Fruchtfolge im Agrobusiness „Arbeit an der Kulturlandschaft“ und fährt einmal im Jahr in die „Dom Rep“.

Vielleicht ist das der eigentliche Kern des Landschaftsverlustes, der nicht mehr als Verlust erfahren wird: unsere emotionale Abhängigkeit von Mobilität. Wir seien Opfer eines „kinetischen Expressionismus“ geworden, doziert Peter Sloterdijk.

Immer abhängiger von fossilen Brennstoffen

Und er hat recht: Unsere emotionale Abhängigkeit vom dauernden Standortwechsel ist zu einer ästhetischen Fixierung geworden. Man muss nur zuhören, wenn Backpacker über ihre Globetrotterei prahlen; oder wenn am Stammtisch das Allerheiligste der Mobilität angerufen wird, um dem Dieselmotor eine Gasse zu bahnen.

Denn mit unserer emotionalen und ästhetischen Verinnerlichung des Mobilitätszwangs geben wir nicht nur einen emotionalen und ästhetischen Bezug zur Landschaft auf, wir machen uns auch immer abhängiger von den fossilen Brennstoffen, deren Verfeuerung die Makrolandschaften der Erde, die Vegetationszonen, komplett verschieben wird.

Verlagerung des Heimatbegriffs

Unsere kulturelle Vernachlässigung der Landschaft wurzelt im trügerischen Eindruck, dass wir uns, kraft der fossilen Mobilität, losgelöst von natürlichen Gegebenheiten eine Heimat auf Erden schaffen könnten. Diese Illusion führt direkt in einen Selbstwiderspruch, der sich am besten am globalen Tourismus ablesen lässt.

Die Verlagerung unseres Heimatbegriffs von der Landschaft auf die Mobilität erweckt eine diffuse Sehnsucht nach authentischer Erfahrung, die auf Fernreisen gestillt werden soll. Auf diesen Reisen exportieren wir dann – nicht selten befeuert durch Bildschirmschonersehnsüchte – unsere Mentalität der Rastlosigkeit und zerstören damit genau das, was wir suchen.

Um uns herum wird alles immer einsinniger

Indem das Reisen immer weniger der Erfahrung anderer Formen des In-der-Welt-Seins und immer mehr einer Bestätigung des kinetischen Expressionismus dient, erfahren wir die Vereinheitlichung unserer Lebensräume kaum noch als Verlust. Als erfolgreiche Reise gilt diejenige, deren Fototrophäen den Verheißungen der perfekten Landschaften gleichen, die in unseren virtuellen Blasen endlos zirkulieren.

Psychologen sprechen hier von einem „Shifting baseline“-Syndrom. Der Referenzrahmen ändert sich: Wenn wir als Kinder nur noch drei Schmetterlingsarten kennenlernen und als Erwachsene Landschaften nur noch durch Windschutzscheiben sehen, dann bekommen wir gar nicht mehr mit, wenn um uns herum alles einsinniger wird.

Wenn die Düfte und Klänge aus unseren Wäldern und Wiesengründen verwehen. Wenn das Sonnenlicht eines Spätsommernachmittags sich nicht mehr mit zahllosen Insekten- und Vogelstimmen zu einer Hängematte knüpft, in der wir die Zeit vergessen können. Dann bleibt nur die Unfähigkeit zu trauern.

GEÄNDERTE FARBWERTE!!!! Dawn at Wooden Shoe Tulip Farm in Woodenville, Oregon.
Unsere Rastlosigkeit zerstört, was wir suchen. Und bleibt die Unfähigkeit zu trauern

Quelle: Getty Images

Wenn es uns nicht gelingt, unser Bedürfnis nach totaler Naturbeherrschung durch emotionale Weisheit und ökologische Klugheit zu zähmen, laufen wir, wie Adorno schreibt, sehenden Auges in die „Naturverfallenheit“.

Damit meint er, dass wir uns durch die totale Berechenbarkeit bestimmter Einzelaspekte der Natur zum Gegenspieler der Natur machen und damit anfälliger werden für die Unberechenbarkeit des Gesamtsystems Natur. An den „Kippmomenten“ des globalen Klimasystems und der Weltmeere erleben wir das momentan ganz konkret.

Für einen toten Wald einen lebenden zerhäckseln

Gut möglich, dass in Zukunft der Kampf um die verbliebenen 200 Hektar des Hambacher Forstes, die der fossile Heißhunger gerade in seinem Schaufelradgebiss zermalmt, in den Geschichtsbüchern unserer Kinder stehen wird – als nationales Symbol gegen die Totalisierung des kinetischen Expressionismus im Umgang mit Landschaft.

Um an einen toten Wald zu kommen, wird ein lebendiger Wald zerhäckselt. Für ein paar Wochen Leuchtreklame in unseren Städten werden Jahrhunderte Natur- und Kulturgeschichte auf eine Dimension reduziert: die der doppelten Buchführung.

Dass den Beteiligten die symbolische Bedeutung dieses Vorgangs nicht stärker bewusst ist, liegt an der Verwahrlosung unseres Verhältnisses zu Landschaft. Das, was mir vor der eigenen Haustüre abhandenkommt, hole ich mir eben durch einen Interkontinentalflug wieder. Aber diese Bilanz geht nicht so schön auf wie die eines Energieriesen im Quartalsbericht.

Energie-Besessenheit

Den Gegnern dieser Politik in den bundesdeutschen Leitmedien fällt allerdings meist auch nichts Besseres ein, als der Nation die völlige Überformung ihrer Küsten und Mittelgebirge mit Windkraft- und Solaranlagen zu verordnen. Das wird zu einem gewissen Grad erforderlich sein, aber die Fahrlässigkeit, mit der dieser Schritt zum Allheilmittel erklärt wird, macht dann doch stutzig.

Wer wird hier in wen verbaut? Die Energiegewinnung in die Landschaft oder die Landschaft in die totale energetische Transformation unseres Lebens?

Verluste nicht mehr als Verluste wahrnehmen

Manchmal wird man den Eindruck nicht los, dass es sich mit dieser Energie-Besessenheit verhält wie mit den zahllosen Bildern, die uns den Bezug zur Wirklichkeit verstellen: Sie sollen uns hinwegtrösten über Verluste, die wir gar nicht mehr als Verluste zu empfinden vermögen.

Niemand hat dies treffender zum Ausdruck gebracht als Botho Strauß: „Nie werden wir’s fassen können, das wilde Land, in dem wir einst waren, von dem nur der Schmerz noch weiß. Indem er aufbegehrt, erfahren wir allein durch ihn von der frühen Zeit – von einem jedes Jetzt durchbohrenden Einst.“

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siehe auch „Generalanwalt“ – „PRO-GEN-TECH-CRISPR/CAS“

auch „Crispr/Cas“

https://www.testbiotech.org/aktuelles/generalanwalt-des-europ-ischen-gerichtshofs-h-lt-genauere-pr-fung-der-risiken-von

Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hält genauere Prüfung der Risiken von Gentechnik-Soja für nicht notwendig

Entscheidung des EuGH erst in einigen Monaten

17. Oktober 2018 / Heute hat der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) seine Stellungnahme zu einer Klage veröffentlicht, die Testbiotech gemeinsam mit dem Europäischen Netzwerk kritischer WissenschaftlerInnen (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility, ENSSER) sowie dem Verein Sambucus eingereicht hatte (C-82/17P). Dabei geht es um die Risiken einer Gentechnik-Soja des Konzerns Monsanto (Bayer) mit dem Markennamen ‚Intacta‚. Nach Ansicht des Generalanwalts müssen die Risiken der GentechnikSoja nicht genauer untersucht werden. Das Gericht wird erst in einigen Monaten seine Entscheidung verkünden.

Im Erbgut dieser Pflanzen sind zwei Eigenschaften kombiniert: Sie produzieren ein Insektengift, ein sogenanntes Bt-Toxin, und sind gleichzeitig unempfindlich gegenüber dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Es ist die erste Soja-Pflanze mit einer Kombination dieser Eigenschaften.

Testbiotech hatte schon 2013 gegen die EUKommission geklagt, die diese Soja für den Import zugelassen hatte. Inzwischen sind auf Seiten der Kommission auch die Firma Monsanto, die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die Regierung von Großbritannien der Klage beigetreten.

Nach Auffassung der Kläger wurde die Soja vor der Zulassung nicht ausreichend auf gesundheitliche Risiken untersucht. Unter anderem geht es dabei um Wechselwirkungen der Herbizid-Rückstände mit dem von den Pflanzen produzierten Insektizid. Zudem besteht der Verdacht, dass mit dem Verzehr der Soja ein erhöhtes Risiko für Immunkrankheiten einhergeht. In der ersten Instanz (T-177/13) scheiterten die Kläger mit ihrem Anliegen, die Soja genauer auf gesundheitliche Risiken untersuchen zu lassen. In der zweiten Instanz geht es jetzt um die Klärung der Frage, wer die Beweispflicht hat zu zeigen, dass Gentechnik-Pflanzen als sicher beziehungsweise nicht sicher bewertet werden. Es handelt sich um einen Fall mit möglicher Präzedenzwirkung.

Bereits im März 2018 hatte Testbiotech in einem anderen Fall einen grundsätzlichen Erfolg erzielt: Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hatte entschieden, dass Klagen gegen die EU-Importzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen grundsätzlich zulässig sind (T-33/16). Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig, da die EU-Kommission keinen Einspruch eingelegt hat.

Kontakt:
Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

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aus dem TEXT:..Der Generalanwalt des EuGH, >>>“Michal Bobek“<<<,…

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/crispr-wann-ist-eine-gentechnik-pflanze-eine-gentechnik-pflanze-a-1196477.html

EuGH-Entscheidung

Wann ist eine Pflanze eine Gentechnik-Pflanze?

Mit moderner Gentechnik lassen sich unerkannt Mutationen in Organismen einschleusen, die auch natürlich auftreten. Der Europäische Gerichtshof muss nun entscheiden, ob so veränderte Pflanzen unter das GentechnikGesetz fallen.

Gentechnisch veränderter Maiskolben auf einem Feld (Archiv)
Montag, 05.03.2018 10:52 Uhr

 

Eine Weizensorte, die gegen die gefürchtete Pilzkrankheit Mehltau resistent ist oder stressresistente Maispflanzen: An der Entwicklung solcher und vieler anderer Kulturpflanzen arbeiten derzeit zahlreiche Pflanzenforscher. Viele nutzen dazu ein molekulares Werkzeug, das sich seit einigen Jahren in rasantem Tempo in den Labors rund um die Welt verbreitet: Crispr/Cas9, kurz Crispr.

Mit der Genschere ist es möglich, das Erbgut – und damit die Eigenschaften von Pflanzen und anderen Lebewesen – schneller, günstiger und präziser zu verändern als bisher. Viele Forscher sehen enormes Potenzial in der Technologie. Das Besondere: Die Schere hinterlässt außer der von ihr durchgeführten Veränderungen keine Spuren im Erbgut. Werden mit Crispr also Mutationen eingefügt, die auch natürlich auftreten können – etwa durch Züchtung – lässt sich im Nachhinein nicht mehr sagen, welche Methode angewendet wurde.

Gentechnik-Kritiker fürchten deshalb, dass mit Crispr eine Vielzahl gentechnisch veränderter Pflanzen geschaffen, schlimmstenfalls unkontrolliert angebaut und letztlich den Verbrauchern unwissentlich untergejubelt werden könnten.

Beide Seiten warten derzeit mit Spannung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), der die entscheidende rechtliche Bewertung von entsprechenden Organismen liefern soll, die mit Crispr und vergleichbaren Techniken erzeugt wurden. Die Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.

Gentechnisch veränderter Organismus oder normale Zuchtpflanze?

Die Frage ist: Handelt es sich in den zur Debatte stehenden Fällen um gentechnisch veränderte Organismen (GVOs), die unter die strengen Auflagen des europäischen Gentechnikrechts fallen? Sie müssten in diesem Fall unter anderem ein Zulassungsverfahren durchlaufen und gekennzeichnet werden.

Oder sind viele Crispr-Produkte keine GVOs, weil sie nicht zu unterscheiden sind von Pflanzen, die natürlich entstanden sind oder mit konventionellen Züchtungsmethoden erzeugt wurden? In diesem Fall dürften sie ohne spezielle Prüfung und Kennzeichnung in den Verkehr und auf den Markt gebracht werden.

Der Generalanwalt des EuGH, Michal Bobek, legte im Januar dieses Jahres eine Stellungnahme zur rechtlichen Bewertung der Verfahren vor. Darin heißt es unter anderem, dass mit Crispr und vergleichbaren Verfahren erzeugte Organismen nicht als gentechnisch verändert anzusehen sind, solange die vorgenommenen Veränderungen auch auf natürliche Weise entstanden sein könnten.
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Zu einem ganz anderen Schluss kommt der Rechtsfachmann Ludwig Krämer. Er hat sich im Auftrag von Testbiotech – einer gentechnik-kritischen Lobbyorganisation – mit der Stellungnahme befasst. Seiner Ansicht nach fallen die neuen Verfahren sehr wohl unter den Geltungsbereich der EU-Freisetzungsrichtlinie, welche die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen regelt. Pflanzen und Tiere, die damit verändert wurden, müssten in einem Zulassungsverfahren auf Risiken untersucht wer……….

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https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ernaehrung-kloeckner-lebensmittel-1.4175526

Ernährung

Klöckners Kniefall vor der Lebensmittelindustrie

Viele Lebensmittel erhalten deutlich zu viel Fett und Zucker. Klöckners groß angekündigte Initiative wird an diesem Missstand wenig ändern.(Foto: REUTERS)

Weniger Fett, weniger Zucker: Die Ernährungsministerin will, dass Lebensmittel gesünder werden. Doch ihr fehlt der Mut für echte Reformen.

Kommentar von Silvia Liebrich

Die Deutschen sollen sich gesünder ernähren. Weniger Zucker, Salz und Fett im Essen, so lautet das erklärte Ziel der Bundesregierung, so steht es auch im Koalitionsvertrag. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat nun geliefert. Diese Woche hat sie ihre Strategie vorgestellt, wie die Politik den überflüssigen Pfunden zu Leibe rücken will.

Gründe um endlich etwas zu bewegen, gibt es genügend: Jeder zweite Erwachsene bringt zu viele Kilos auf die Waage, als besonders gefährdet gelten Kinder und Jugendliche. Ernährungsbedingte Krankheiten nehmen drastisch zu. Experten schätzen, dass Dicksein das deutsche Gesundheitssystem jährlich mehr als 30 Milliarden Euro kostet.

Klöckners groß angekündigte Initiative wird an diesem Missstand jedoch wenig ändern. Was sie vorgelegt hat, geht kaum über das hinaus, was bereits ihr Amtsvorgänger Christian Schmidt (CSU) angestoßen hat: unverbindliche Vereinbarungen, die wenig reformtauglich sind.

Zwar heißt es darin, dass der Gehalt an Zucker, Fetten und Salz in Fertiggerichten von 2019 bis 2025 schrittweise gesenkt werden soll. Was fehlt von Seiten der Politik sind jedoch konkrete Vorgaben, um wie viel der Anteil reduziert werden soll – und das ist schließlich entscheidend für die Frage, wie gesund oder ungesund ein Lebensmittel ist. Ausgerechnet diese wichtige Größe sollen die Hersteller selbst festlegen dürfen.

Das gleicht einem Kniefall vor der Industrie. Offenbar traut sich Klöckner nicht, die milliardenschwere Branche richtig in die Pflicht zu nehmen. Denn die muss um ihre Umsätze fürchten, wenn sie Rezepturen ändert. Zucker, Fett und Salz sind billige Inhaltsstoffe und wichtige Geschmacksträger. Weniger davon in Schokoriegeln oder Kartoffelchips könnte Käufer vergraulen. Der Anreiz etwas zu ändern, ist also gering. Umso wichtiger wären deshalb klare Reduktionsvorgaben.

Entsprechend harsch fällt die Kritik an Klöckners Initiative aus. Krankenkassen wie die AOK halten sie für viel zu lasch. Verbraucherschützer werfen ihr vor, sie befände sich auf Kuschelkurs mit der Industrie. Diese Vorwürfe sind berechtigt. Klöckner betreibt Klientelpolitik. Es drängt sich der Eindruck auf, sie wolle die guten Geschäfte der Lebensmittelindustrie keinesfalls durch strengere staatliche Vorgaben gefährden. Die Gesundheit der Bürger kommt offenbar an zweiter Stelle. Das lässt sich auch daran ablesen, dass sich das Ernährungsministerium in Berlin an die grundlegenden Voraussetzungen für eine gesündere Ernährung erst gar nicht heranwagt. Verbraucher können sehr wohl einschätzen, was gut für sie ist und was nicht. Doch dafür brauchen sie vor allem mehr Transparenz bei der Lebensmittelkennzeichnung. Informationen auf Verpackungen müssen leicht verständlich und eindeutig sein. Doch beides fehlt, weil sich die Politik davor drückt, hier härter einzugreifen.

Wie wenig unverbindliche Vereinbarungen bringen, zeigt das Beispiel Kindermarketing

Wie viel Zucker etwa in einem Müsli steckt, ist in der Regel schwer erkennbar. Versteckte Süßmacher gibt es in unzähligen Varianten. Hinzu kommt: Nährwertangaben werden an Portionsgrößen bemessen, die Hersteller selbst bestimmen dürfen. Portionen lassen sich so kleinrechnen, um die Kalorienbilanz zu schönen. Dass Klöckner nun den Verkauf von extragroßen Packungen, etwa bei Pizza unterbinden will, schafft da keine Abhilfe. Im Gegenteil, für Hersteller wäre dies nur eine Steilvorlage für versteckte Preiserhöhungen, nach dem Prinzip: Kleinere Pizza, aber zum gleichen Preis.

Wie wenig unverbindliche Vereinbarungen mit der Lebensmittelindustrie taugen, zeigt das Beispiel Kindermarketing. Schon vor Jahren haben sich Herstellerverbände verpflichtet, auf Werbung für Kinder zu verzichten, weil die deren vermeintliche Versprechen nicht einschätzen können. Tatsächlich sind die Kleinsten bis heute eine der wichtigsten Zielgruppen, wenn es um das Vermarkten von Softdrinks, Süßigkeiten oder Spielzeug geht, Verzicht sieht anders aus.

Dies alles macht deutlich, dass Vorgaben für die Lebensmittelindustrie künftig nicht allein in das Ressort des Ernährungsministeriums fallen dürfen. Echte Reformen wird es nur dann geben, wenn auch das Gesundheits- sowie das Verbraucherministerium mitentscheiden – für eine gesündere Ernährung, die das Gesundheitssystem entlastet und nicht zuletzt zum Schutz der Verbraucher.

©SZ vom 19.10.2018/jps

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https://www.neopresse.com/wissenschaft/aerzte-fordern-stopp-des-hochgefaehrlichen-5g-mobilfunk/

Ärzte fordern Stopp des hochgefährlichen 5G-Mobilfunk

NEOPresse in Wissenschaft

Mediziner des „Ärztearbeitskreises digitale Medien Stuttgart“ haben jetzt in einem offenen Brief den Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, aufgefordert, den Ausbau des 5G Mobilfunknetzes zu stoppen. In dem Schreiben heißt es, dass der geplante Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes Anlass zu großer Sorge bezüglich der Auswirkungen auf das Lebe elektrosensibler Patienten gebe.

Seit Mitte der neunziger Jahre zeige sich eine immer dramatischere Entwicklung hinsichtlich der drahtlosen Kommunikationstechniken: Zu den bereits installierten Dauer-Funk-Sender (GSM, UMTS, W-LAN, LTE etc.) soll die Bevölkerung nun einer weiteren Hochfrequenz dauerhaft ausgesetzt werden. Das geplante 5G-Netz sehe vor, Haushalte und Umwelt mit einer riesigen Flut von neuen Sendern auszustatten.

Große Gefahren für die Gesundheit

Obwohl es eine „erdrückend hohe“ Anzahl von Forschungsergebnissen gebe, dass Mobilfunkstrahlung zahlreiche physische und psychische Gesundheitsgefahren darstelle, plane man dennoch den Ausbau des hochgefährlichen 5G-Netzwerkes. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei die 5G-Strahlung gentoxisch und krebserregend.

Die erste Studie, die die Wirkungen der 5G-Frequenz untersuchte, fand besorgniserregende Effekte. Wissenschaftler warnen deshalb: 5G darf ohne einen Nachweis einer Gesundheitsverträglichkeit nicht eingeführt werden, denn zahlreiche Studien belegen, dass 5G-Strahlung kanzerogenes Potential hat. Auch die geplante lückenlose W-LAN-Versorgung hat vielfältige gesundheitsschädliche Auswirkungen auf Zellen, Kognition und Verhalten. Studien bestätigen schädigende Wirkungen auf das EEG und die Gehirnfunktionen, die Fruchtbarkeit, die Schilddrüse, das Zellwachstum, die Leber und viele mehr. Die Krebsentwicklung wird gefördert.

 

Mikrowellensyndrom

Umweltärzte stellen eine drastische Zunahme von Patienten fest, die einer Dauer-Massenbestrahlung durch Mobilfunk ausgesetzt sind. Die elektrohypersensiblen Patienten leiden unter dem sogenannten Mikrowellensyndrom. In hochfrequenten Feldern leiden sie unter folgenden Symptomen: Dauerkopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Sehstörungen, Tinnitus, Epilepsien, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Aggressivität, Depressionen, restless legs, Herzrhythmusstörungen und vermehrter Infektanfälligkeit.

Es sei wissenschaftlich längst bewiesen, dass diese und viele andere Symptome durch Mobilfunkstrahlung ausgelöst werden. Die meisten jedoch, die darunter leiden, kennen oft die Ursache dafür nicht. Es dauere oft jahrelang, bis Patienten einen Zusammenhang zwischen ihren Beschwerden und der hochfrequenten Dauerbestrahlung entdecken. Meist dadurch, dass sie sich in funkarmen Gebieten aufhalten und dort ihre Symptome verlieren. Diese Patienten würden von Politik und Gesellschaft nicht ernst- und wahrgenommen, schlimmstenfalls psychiatrisiert werden.

Funkfreie Räume

Die Ärzte fordern von der Politik, dass funkfreie, sogenannte „weiße Zonen“ eingerichtet werden, in denen chronisch Kranke in funkfreien Räumen leben können. In Schweden wird dies bereits seit Jahren praktiziert. Denn nicht nur Elektrosensible sind betroffen, auch gesunde Organismen reagieren auf die schädigende Wirkung der Funkstrahlung mit einer Schwächung des Immunsystems und des Zellenergiestoffwechsels. Es sei dringend notwendig, funkfreie Bereiche in allen sozialen und medizinisch-therapeutischen Einrichtungen zu gewährleisten, ebenso in Kindergärten, Schulen, Universitäten, Altenheimen oder Zügen.

Es sei höchste Zeit, den stark zunehmenden Ausbau dieser gesundheitsgefährdenden Technologie zu stoppen und strahlungsfreie Zonen und Räume einzurichten. Die Kommunikation sei mit flächendeckender Glasfaserversorgung und dadurch viel geringerer Strahlung realisierbar. Daher fordern die Umweltärzte des „Ärztearbeitskreises digitale Medien Stuttgart“ den Minister Scheuer dazu auf, gemeinsam mit den Ärzten nach Lösungen zu suchen.

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33432/#gsc.tab=0

Wissenschaftler warnen vor US-Forschung an GentechBiowaffen

15.10.2018

Grashüpfer Foto: cocoparisienne, CCO
Grashüpfer Foto: cocoparisienne, CCO

Lassen sich mittels infizierter Insekten die Chromosomen von Nutzpflanzen auf den Feldern verändern? Zu dieser Frage wird derzeit im Auftrag des Verteidigungsministeriums in den USA geforscht. Europäische Wissenschaftler warnten im Fachmagazin Science, dass mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse Biowaffen hergestellt werden können.

Schon der Name des Programms des US-Forschungsinstituts DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) lässt aufhorchen: alliierte Insekten. Der Plan ist, mittels Grashüpfern oder Blattläusen Pflanzenviren auf Tomaten- oder Maispflanzen auf den Feldern zu transportieren. Dort sollen die Viren das Erbgut der bereits wachsenden Pflanzen gentechnisch verändern. Der Knackpunkt ist nun die Art der Veränderung: Sie könnte den Pflanzen zumindest vordergründig nützliche Eigenschaften verleihen wie eine bessere Widerstandskraft gegen Klimaeinflüsse. Sie könnte sie aber auch still und heimlich zerstören.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön sowie der Universitäten Freiburg und Montpellier wiesen jetzt im Fachmagazin Science darauf hin, dass ein solches System relativ leicht manipuliert und als biologische Waffe eingesetzt werden kann. „So könnten Gene beispielsweise funktionsuntüchtig gemacht werden – was in der Regel leichter ist als ihre Optimierung“, erläuterte Guy Reeves vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön. „Das Verfahren muss also nicht einmal weiterentwickelt werden, es reicht aus, es zu vereinfachen, um es als Waffe einsetzen zu können.“ Die Wissenschaftler befürchten, dass das amerikanische Beispiel andere Länder animieren könnte, ebenfalls in solche Forschung zu investieren. Bislang können Forscher das Erbgut von Pflanzen mit den neuen Technologien wie der „Genschere“ CRISPR-Cas (sogenannte Genomeditierung) nur im Labor verändern. Bereits auf dem Acker wachsende Pflanzen gezielt gentechnisch zu verändern, wäre eine neue Dimension. Die Forscher mahnen an, dass dieses Vorgehen öffentlich diskutiert werden muss.

Eine Rechtswissenschaftlerin der Universität Freiburg sieht darin sogar einen möglichen Verstoß gegen das Übereinkommen über das Verbot biologischer Waffen. Das Übereinkommen verbietet den 180 Vertragsstaaten die Entwicklung oder Produktion von Toxinen, „die nicht durch Vorbeugungs-, Schutz- oder sonstige friedliche Zwecke gerechtfertigt sind“. Nach Darstellung der DARPA sollen die Erkenntnisse aus dem Insect Allies-Programm vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt werden, zum Beispiel um Nutzpflanzen vor Dürre, Frost, Überschwemmung, Pestiziden oder Krankheiten zu schützen. Doch genau das ziehen die Wissenschaftler in Zweifel.

Bereits Ende 2016 hatte die DARPA, die dem Pentagon untersteht, das auf vier Jahre angelegte Forschungsprogramm im Umfang von 27 Millionen US-Dollar öffentlich ausgeschrieben. Mitte 2017 gab nach Angaben des Max-Planck-Instituts das erste von drei Konsortien mehrerer amerikanischer Forschungseinrichtungen seine Teilnahme an dem DARPA-Programm bekannt. Ziel ist, die Technik so weit zu entwickeln, dass sie nach vier Jahren in großem Stil in Gewächshäusern eingesetzt werden kann. [vef]

 

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http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/forschungsprogramm-der-usa-untersucht-den-einsatz-neuer-biowaffen-15821541.html?premium

Virenverbreitende Insekten : Entwickelt Amerika neue Biowaffen?

Wenn Blattläuse bald offensiv als Biowaffen eingesetzt werden, helfen vielleicht nur noch Ameisen. Bild: dpa

Ein Forschungsprogramm des Pentagon untersucht den Einsatz von Insekten bei der Verbreitung von Viren. Deutsche und französische Wissenschaftler kritisieren das scharf und warnen vor unkontrollierbaren Risiken einer neuen Biowaffen-Generation.

Wenn es um die „Darpa“ geht, kommt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek schon mal ins Schwärmen. Die Darpa ist der wissenschaftliche Arm des amerikanischen Verteidigungsministeriums, ebenso berühmt wie berüchtigt für ihren radikalen Innovationsgeist. Für die deutsche Ministerin stand die Darpa Pate, als es darum ging, den deutschen Erfindergeist auf Trab und die neue Hundert-Millionen-Euro-„Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen“ auf den Weg zu bringen.

Joachim Müller-Jung

Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

Deren Gründung hatte das Bundeskabinett im August beschlossen. Wo die Darpa mit ihrem prallen Dollarsäckel sät, schießen große Ideen und technische Revolutionen wie Pilze aus dem Boden. So jedenfalls geht die Legende.

Ob das auch für ein Darpa-Programm gilt, das jetzt von deutschen und französischen Wissenschaftlern in der angesehenen amerikanischen Zeitschrift „Science“ heftig attackiert wird, müssen die Verantwortlichen in Washington erst noch beweisen.

Bioterror ist eine aktuelle Gefahr

Das Forschungsprogramm trägt den Titel „Insect Allies“ – Insekten als Verbündete. Geleitet wird es von einem texanischen Biologen, der sich auf der Programm-Website damit brüstet, als Überlebenskünstler neben einem selbsternannten Schamanen in der „Tethered“-Reality-Show des Discovery Channel bekanntgeworden zu sein. 27 Millionen Dollar hat das Pentagon für „Insect Allies“ eingesammelt. Darin geht es, wie man in der Beschreibung des vor zwei Jahren gestarteten Programms nachlesen kann, um die Entwicklung „skalierbarer, leicht einsetzbarer und breit anwendbarer Gegenmaßnahmen für den Fall möglicher natürlicher und technisch erzeugter Gefahren für die Nahrungsversorgung und die amerikanische Landwirtschaft“.

Um Landesverteidigung gegen Bioangriffe von außen also soll es unter anderem gehen – vordergründig aber nur, behaupten jetzt die Biologen und Juristen um Guy Reeves vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Biologie in Plön und Silja Vöneky, Ko-Direktorin am Institut für Öffentliches Recht der Universität Freiburg. Als Rechtsethikerin und Mitglied des Deutschen Ethikrates hatte Vöneky vor wenigen Jahren an einer Stellungnahme zur Biosicherheit mitgearbeitet – ein Dokument, das man heute auf der Internetseite des Ethikrates lange suchen muss.

Anders, als diese Abgeschiedenheit vermuten lässt, und anders, als die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit nahelegt, ist die Bedrohung durch Bioterror ein aktuelles Thema. Das wurde nicht zuletzt durch das überraschende Treffen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor wenigen Tagen mit Trumps Sicherheitsberater im Weißen Haus dokumentiert. Angriffe mit biologischen Waffen werden nicht erst nach den Rizin-Funden im vergangenen Sommer als transnationale Gefahrenquelle wieder ernst genommen.

Was Vöneky und Reeves jedoch dem amerikanischen Verteidigungsministerium in ihrem dreiseitigen „Science“-Aufsatz vorwerfen, ist nichts weniger als das Risiko der Entwicklung eigener Biowaffen-Potentiale durch den amerikanischen Staat. „Wir sagen nicht, dass die Darpa derzeit gegen die Biowaffen-Konvention verstößt, die ja ausdrücklich nur die Entwicklung von biologischen Methoden für friedliche Zwecke zulässt“, sagt Vöneky dieser Zeitung. Doch was man anhand der öffentlich zugänglichen Dokumente zu „Insect Allies“ sehen könne, so die Juristin, sei ein Forschungsprogramm, bei dem das Risiko besteht, dass es als Möglichkeit wahrgenommen werden kann, Agenzien und Einsatzmittel für feindliche Zwecke zu entwickeln.

Insekten sollen Viren verbreiten

Konkret geht es bei dem Projekt um im Labor erzeugte Viren, die schnell durch Insekten verbreitet werden und die am Ende das Genmaterial von Nutzpflanzen – versucht wird es zuerst an Maismanipulieren sollen. Durch den Biss der infizierten Insekten – wie Kleinzikaden, Schild- und Blattläuse – werden auf breiter Fläche die Pflanzen gentechnisch buchstäblich umprogrammiert. Auch die modernen „Gen-Scheren“ Crispr-Cas könnten dazu eingesetzt werden.

„Horizontal environmental genetic alteration agents“, HEGAAs, werden die von den Pflanzensaugern verbreiteten Viren genannt, eine Bezeichnung, die auf das biotechnische Verfahren abstellt. Die gewünschten, fremden Gene werden an Bord von Viren für die direkte und schnelle Genveränderung auf dem Acker, den „horizontalen Gentransfer in der Umwelt“, eingesetzt. So weit der Plan.

Nach den Buchstaben des Darpa-Programms geht es nun darum, die Getreidefelder mit solchen Methoden nach Naturkatastrophen oder Bioattacken zu schützen, also ohne den langwierigen Umweg über die klassische Pflanzenzucht im Labor, die Jahre dauern kann. Die Wissenschaftler haben da freilich erhebliche Zweifel. Sie haben die seit Sommer 2017 von „Insect Allies“ finanziell unterstützten drei Konsortien inhaltlich abgeklopft. Insbesondere die Verwendung von Insekten als Überträgern der Fremdgene in allen drei Konsortien weckt das Misstrauen der Gelehrten. Nach den Ausschreibungen sollen mit den Viren mehr als drei fremde Gene in die Nutzpflanzen eingeführt und so mit einem Schlag völlig neue Eigenschaften erzeugt werden.

 

Lässt sich die Verbreitung kontrollieren?

Warum aber Läuse und Zikaden als – ökologisch praktisch unkontrollierbare – Überträger eingesetzt werden, erschließt sich den Wissenschaftlern nicht. Denn das gleiche Ziel könnte durch klassisches Versprühen auf den Feldern erreicht werden. Bisher habe die Darpa keine robuste Erklärungen geliefert, warum für das Verfahren ausgerechnet die Ausbringung von Insekten vorsieht. „Daher ist unser Meinung“, schreiben die Autoren, „dass Insect Allies riskiert, weitreichend wahrgenommen zu werden als Versuch, die HEGAAs für offensive Zwecke zu entwickeln“.

Tatsächlich können Insekten als Verbreiter von Genmaterial sehr viel verdeckter eingesetzt werden als die üblichen Sprühtechniken. Nach Überzeugung der Wissenschaftler ist schon die Entwicklung von Insektenpopulationen als Viren- und Genüberträgern in Laboren und Treibhäusern fragwürdig: „Das Arbeitsprogramm zeigt, dass leichte Vereinfachungen des beschriebenen Programms genutzt werden könnten, um eine neue Klasse Biowaffen zu generieren.“

Noch haben offenbar die drei von der Darpa finanzierten Forschungskonsortien mit den eigentlichen Experimenten im Gewächshaus zwar nicht begonnen. Die Kritik mindert das aber keineswegs. Rechtsethikerin Vöneky und ihre Kollegen beklagen vor allem, dass die Darpa keinerlei Anstrengungen unternimmt, solche international noch völlig unregulierten Biotechniken ohne jede öffentliche oder biopolitische Debatte weiter voranzutreiben.

 

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33384/#gsc.tab=0

Gentechnik: 30 Jahre leere Versprechen?

11.09.2018

Dr. Angelika Hilbeck Foto: privat
Dr. Angelika Hilbeck Foto: privat

Höhere Erträge, bessere Nährwerte, klimaangepasste Sorten: Was für die neuentwickelten gentechnischen Verfahren prophezeit wird, hatte die Agrarindustrie schon vor 30 Jahren für die „alte“ Gentechnik versprochen. „Warum haben sie nicht geliefert?“, fragte die Biologin Angelika Hilbeck bei einer Podiumsdiskussion am Vorabend der 9. Konferenz der gentechnikfreien Regionen vergangene Woche in Berlin.

Gerade jüngst hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner darauf hingewiesen, dass neuen Technologien wie CRISPR/Cas & Co. trockenheitsresistente Pflanzen entwickelt werden könnten. „Es gibt einen trockenheitstoleranten Mais; der wurde aber konventionell gezüchtet“, konterte Hilbeck, die Vorsitzende des einladenden Wissenschaftlernetzwerks ENSSER (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility) ist. Dass gentechnisch veränderte Pflanzen höhere Erträge bringen würden, sei durch Studien widerlegt worden. Und am sogenannten „goldenenReis, der mit selbst gebildetem Vitamin A mangelernährte Menschen in Entwicklungsländern angeblich vor dem Erblinden schützen soll, wird bis heute geforscht. Die „alte“ Gentechnik habe in den 30 Jahren, in denen mit ihr gearbeitet wird, keines ihrer Versprechen gehalten, kritisierte die Wissenschaftlerin der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Stattdessen führte die Agrarindustrie bei gentechnisch verändertem Saatgut meist nur zwei Eigenschaften ein: Herbizid-Resistenzen gegen die von ihr hergestellten Spritzmittel und Insektizide, die Pflanzen selbst produzieren können.

Bei CRISPR/Cas laute das Motto jetzt: neue Genschere, alte Versprechen. Und während in der Pflanze nur noch winzige Basen verändert werden (sogenannten Punktmutationen), werden die Verheißungen immer größer. Es werde Zeit, Wissenschaft von Science Fiction zu unterscheiden, forderte Hilbeck. Leben sei kein Baukasten, wie das wissenschaftlich-technische Konzept der Gentechnik schlicht annimmt: Aus Genen des Erbgutes werden demnach Proteine gebildet, die einem Organismus dann bestimmte Eigenschaften geben. Diese Sichtweise ignoriere jedoch den Einfluss der Umwelt auf das Erbgut. Die Gentechnik-Industrie bezeichne ihn als „Rauschen“. Dieses „Rauschen“ wird wissenschaftlich im Forschungsfeld der Epigenetik untersucht. Es beeinflusst die Ausprägung genetischer Merkmale wesentlich.

Epigenetische Merkmale seien nicht in der DNA kodiert, sondern würden der Erbinformation als kleine biochemische Moleküle angeheftet, erklärte Hilbeck. Sie verändern die DNA-Sequenz nicht, werden aber dennoch an die nächste Generation weitergegeben. Erst im Jahr 2001 entdeckte die Wissenschaft verwundert, dass der Mensch nur etwa 20.000 protein-kodierende Gene hat – weit weniger als die meisten Pflanzen. Jede Zelle trägt in ihrem Zellkern dieselben DNA-Informationen. Die Epigenetik reguliert, in welcher Zelle welche Gene abgelesen werden und welche nicht, und bewirkt so beispielsweise die Entwicklung verschiedener Zellarten wie Hautzellen, Leberzellen etc.

Diese Zusammenhänge werden in der Debatte um die Gentechnik oft vernachlässigt. Die Annahme, dass ausschließlich Gene die Eigenschaften eines Lebewesens bestimmen, ist nach Ansicht Hilbecks aber falsch. Und noch ein Faktor dürfe nicht vernachlässigt werden: die regulatorischen Ribonukleinsäuren (RNAs). Diese besonderen Formen der RNA regulieren unter anderem das An- und Abschalten von Genen und haben einen Einfluss, wie und wann bestimmte Gene ausgeprägt werden.

Auch in der anschließenden Diskussion in den Räumen der GLS-Treuhand wurde die vereinfachte, dogmatische Sicht der Biologie beim Thema Gentechnik kritisiert und ihre Grenzen aufgezeigt. So wurde die Frage aufgeworfen, ob man mit dieser Sichtweise die Risiken der neuen Techniken wirklich umfassend analysieren kann. Eine ausführliche Risikobewertung von Organismen, die mit neuen Gentechnikverfahren verändert wurden, ist nach Ansicht der brasilianischen Pflanzengenetikerin Sarah Agapito-Tenfen aber enorm wichtig. Daher dürfe bei allen Diskussionen nicht vergessen werden, so der neuseeländische Molekularbiologe Jack Heinemann, die Methoden zur Sicherheitsüberprüfung weiter zu entwickeln. Denn die Sicherheit der Umwelt und des Menschen sollte an erster Stelle stehen. [kk/vef]

Mitveranstalter waren die Zukunftsstiftung Landwirtschaft und die Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VdW).

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http://www.faz.net/aktuell/wissen/kuenstliche-befruchtung-das-risiko-der-retortenkinder-15828193.html?premium

Künstliche Befruchtung : Das Risiko der Retortenkinder

  • Von Martina Lenzen-Schulte
  • Aktualisiert am

Mit der ICSI-Methode wird das Spermium in die entnommene Eizelle injiziert. Bild: dpa

Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, ruht die Hoffnung vieler Paare auf künstlicher Befruchtung. Die damit verbundenen Gefahren für den Nachwuchs waren lange ein Tabu. Nun lassen sich die Hinweise nicht länger ignorieren.

Vierzig Jahre nachdem das erste Retortenbaby der Welt in England geboren wurde – Louise Brown –, sieht sich die Reproduktionsmedizin mehr denn je massiver Kritik von anderen Fachdisziplinen ausgesetzt. Die jüngsten Vorwürfe entlarven eine Verleugnungsstrategie, der nach und nach die Argumente ausgehen: „Die Reproduktionsmediziner haben lange Zeit lieber den Kopf in den Sand gesteckt“, umschreibt der Herzspezialist Urs Scherrer vom Inselspital Bern den Sachverhalt. Er und andere Forschergruppen widmen sich Erkrankungen unter den künstlich gezeugten Kindern, die nun dank hartnäckiger Forschung erstmals richtig wahrgenommen werden. Sie werfen damit Fragen auf, die die Disziplin mehr als alles andere fürchtet. Denn im Kern geht es darum, ob die Manipulationen an der Eizelle, den Spermien und dem Embryo im Labor per se einen Schaden hervorrufen, ob also die künstliche Befruchtung als solche die Erkrankungen der Kinder mitverursacht. Das ist ein äußerst wunder Punkt, dessen bloße Erwähnung in der Vergangenheit stets massive Abwehrreaktionen hervorgerufen hat.

Die Reflexe waren immer die gleichen. Man erinnere sich nur, als bereits in der Frühphase der Reproduktionsmedizin auffiel, dass Retortenkinder überdurchschnittlich häufig mit Missbildungen zur Welt kamen, zum Beispiel mit einem falsch liegenden, zu frühen Austritt der Harnröhre am Penis, mit Herzfehlern, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder ohne einen Darmausgang. Dass dies so war, ließ sich irgendwann nicht mehr abstreiten. Aber die Erklärung dafür lautete, dass Eltern, die nicht oder eingeschränkt zeugungsfähig sind, eben kränker sind als andere. Deshalb würden diese Kinder nun mal häufiger mit Defekten geboren. Oder man verwies darauf, die Mütter von künstlich gezeugten Kindern seien eben älter, auch dies trage dazu bei, dass deren Kinder nicht so gesund geboren würden wie ihre natürlich gezeugten Altersgenossen.

Louise Brown ist 40: Anlässlich Ihres Geburtstages im Sommer gab es eine große Feier für das erste Retortenkind (das noch ohne ICSI gezeugt wurde).
Louise Brown ist 40: Anlässlich Ihres Geburtstages im Sommer gab es eine große Feier für das erste Retortenkind (das noch ohne ICSI gezeugt wurde). : Bild: dpa

Bald waren auch einschlägige Studien zur Hand, um mögliche Vorwürfe zu entkräften. Ein Beispiel ist die Deutsche ICSI-Studie. Unter ICSI versteht man eine besonders eingreifende Befruchtung, bei der eine einzige Samenzelle in die Eizelle injiziert wird. Wegen gravierender methodischer Mängel dieser Studie zog das renommierte Mainzer Fehlbildungsregister von der Universitätskinderklinik seine Beteiligung an dieser Studie zurück. Gleichwohl fühlten sich die ICSI-Anwender in den Folgejahren darin bestärkt, die Eltern mit dem beruhigenden Fazit der Studie zu beschwichtigen: Die derzeitige Datenlage spreche dafür, dass sich die vermehrte Missbildungsrate mit der verminderten Fruchtbarkeit der Eltern erklären lasse. Ob die künstliche Befruchtung als solche damit etwas zu tun habe, sei unklar – so oder so ähnlich lauteten die unangreifbaren Formulierungen, die der Entlastung der Reproduktionsmedizin dienten. Die zwar nie so gefühllos geäußerte, aber letztlich darin enthaltene Botschaft war die folgende: Wer Kinder will, aber keine bekommen kann, muss die Risiken für die Defekte seiner Nachkommen bei sich selbst suchen, wir waren es jedenfalls nicht.

Vorzeitig alternde Gefäße

Zu denen, die echte wissenschaftliche Fakten liefern, wenn auch höchst beunruhigende, gehört die Arbeitsgruppe um Scherrer. In Bern begleiten die Forscher seit mehreren Jahren eine Gruppe von Teenagern und jungen Erwachsenen, von denen 15 mittels normaler In-vitro-Fertilisation (IVF) und 39 mittels ICSI gezeugt worden sind. Unter IVF versteht man eine künstliche Befruchtung, bei der die Eizelle von vielen Spermien umgeben ist und selbst aktiv – also ohne Assistenz mit einer Spritze wie bei ICSI – von einer dieser Samenzellen durchbohrt und befruchtet wird. Bereits vor Jahren beobachteten die Schweizer Forscher an den Kindern, dass mit diesen beiden künstlichen Befruchtungsverfahren eine verfrühte Alterung der Blutgefäße einhergeht. Dies hat sich nun verschlimmert, wie die jüngste Auswertung belegt. Die Blutdruckmessung bei den völlig gesund wirkenden IVF- oder ICSI-Kindern zeigt, dass ihr Risiko für einen Bluthochdruck um das Sechsfache höher liegt als in der Kontrollgruppe der natürlich gezeugten Studienteilnehmer („JACC“ Bd. 72 [11], S. 1267). „Hochdruck in diesem Alter ist eine ernste Diagnose“, so Scherrer. „Wir können somit belegen, dass die von uns schon früher festgestellten Symptome einer vorzeitigen Gefäßalterung tatsächlich krank machen“, bekräftigt er.

ICSI-Behandlung im Kinderwunschzentrum Magdeburg.
ICSI-Behandlung im Kinderwunschzentrum Magdeburg. : Bild: dpa

Seine Beobachtungen lassen sich nicht beschönigen. Zwar ist bekannt, dass andere Faktoren, Frühgeburten zum Beispiel, ebenfalls gehäuft mit einem überhöhten Blutdruck einhergehen. Aber die in der Schweiz untersuchten Probanden stammen aus einem Kollektiv, bei dem solche Risikofaktoren ausgeschlossen wurden. „Es ist plausibel anzunehmen, dass die zu schnell alternden Gefäße irgendetwas mit der künstlichen Befruchtung zu tun haben“, so das Fazit von Scherrer, mit dem er nicht alleinsteht. Laut einer Veröffentlichung von britischen Wissenschaftlern um den Embryologen Tom Fleming in der Fachzeitschrift „Lancet“ ist es unwahrscheinlich anzunehmen, dass die Fragilität der Blutgefäße, aber auch bereits erkennbare Schwachstellen im Zuckerstoffwechsel bei den Retortenkindern auf das Konto der Eltern gehen (Bd. 391, S. 1842). Nicht nur genetische Veränderungen, die man bei ihnen findet und die zu den beobachteten Schwächen passen, lassen dies vermuten. Man weiß auch, dass bei den Kindern jener Frauen mit verminderter Fruchtbarkeit, die sich zunächst in der Kinderwunschsprechstunde vorstellten, dann aber doch natürlich schwanger wurden, solche Defekte nicht so häufig vorkommen. Und schließlich belegen Beobachtungen an vollkommen gesunden, fruchtbaren Tieren, dass deren künstlich gezeugte Nachkommen ebenfalls vermehrt an Bluthochdruck leiden und frühe Anzeichen für einen Diabetes entwickeln.

Undurchsichtige Nährmedien

Mehrere Experten spekulieren infolgedessen darüber, ob neben den mechanischen Manipulationen, die an den Keimzellen und am Embryo vorgenommen werden, womöglich die Nähr- und Aufzuchtmedien eine der Ursachen für die sich häufenden Erkrankungen sein könnten. Bei diesen Medien handelt es sich um eine in jeder Hinsicht undurchsichtige, trübe Brühe. Bei den kommerziell vertriebenen Kulturmedien für reproduktionsmedizinische Labore fehle es an Transparenz, räumten denn auch Wissenschaftler einer Arbeitsgruppe der Europäischen Vereinigung der Reproduktionsmediziner, der ESHRE, bereits vor zwei Jahren ein, man müsse das Problem endlich ernst nehmen, lautet der Appell („Human Reproduction“ Bd. 31; S. 2174). Das heißt im Klartext: Weder die Ärzte, geschweige denn die Eltern wissen wirklich, worin ihre Embryonen in den ersten Lebenstagen eigentlich schwimmen und was dies womöglich für Folgen hat. Nur, was wird tatsächlich unternommen, um dies zu ändern, warum laufen die Geschäfte mit den vorgefertigten Nährmedien weiter?

Eizellen werden in einer Kinderwunschpraxis präpariert. : Bild: dpa

Als vor zwei Jahren in dieser Zeitung erstmals über die – damals noch nicht so dramatischen – Resultate der Berner Forschungsgruppe berichtet wurde, fühlte sie sich von Seiten der Reproduktionsmedizin bis dahin weitgehend ignoriert. Seither lädt man Scherrer immerhin zu den Kongressen der Zunft ein. Praktische Konsequenzen zeitigt dies gleichwohl bisher nicht. „Eigentlich müsste längst bei jeder Krankengeschichte auch die Information erhoben werden, wie ein Kind gezeugt wurde“, verlangt der Kardiologe. Nur so könnten Kinderärzte und andere Spezialisten frühzeitig dafür sorgen, dass die bei einigen der Kinder unvermeidlich gegebenen Handicaps sich nicht langfristig zu schwerwiegenden Erkrankungen entwickelten. Gezieltes Vorbeugen ist nur möglich, wenn der Arzt um die Risiken weiß. Zudem lässt sich nur durch einen systematischen Abgleich von Erkrankungen mit dem Zeugungsmodus erkennen, was den Kindern im Laufe des Älterwerdens noch alles droht und woran es womöglich gelegen hat.

Trotzdem versuchen sich andere weiter im Appeasement. Ebenfalls in diesem Sommer hat eine schwedische Gruppe eine Vergleichsstudie veröffentlicht, die die Schulleistungen von neun Jahre alten Kindern nach künstlicher Befruchtung und diejenigen ihrer natürlich gezeugten Altersgenossen zum Gegenstand hatte („Human Reproduction“ Bd. 27, S. 303). Zunächst ergab die Grobanalyse, dass die Retortenkinder besser abschnitten. So formulierte man auch das Hauptresultat, das nun zitiert und den Kinderwunschpaaren präsentiert werden kann. Die Forscher räumen indes selbst ein – jedoch lediglich ergänzend zur ersten Aussage –, dass eigentlich die natürlich gezeugten Kinder bessere Leistungen erzielten, wenn man ihre schlechtere Ausgangsposition in Betracht zieht und die Ergebnisse danach berechnet. Die Retortenkinder stellten nämlich eine ausgesucht günstige Gruppe dar, ihre Mütter rauchten nur halb so oft in der Schwangerschaft, ihre Eltern waren deutlich besser ausgebildet und verfügten über weitaus mehr Geld – alles Faktoren, die sich bekanntermaßen in einer erfolgreicheren Schulkarriere niederschlagen. Eigentlich hätte die Botschaft lauten können: Retortenkinder, und hier besonders die Mädchen, bleiben in ihren Schulleistungen erkennbar unter den Möglichkeiten ihrer sozioökonomischen Klasse, aber eine solche Schlagzeile ist verständlicherweise unerwünscht.

Wie viel Kunst in der Reproduktionsmedizin?

Erst vor wenigen Wochen zweifelte ein internationales Expertenteam im BJOG, einem der weltbesten Journale für Geburtshilfe, daran, ob Reproduktionsmedizin wirklich als Wissenschaft oder eher als Kunst betrieben werde: „Still more ART than science?“ – in Anspielung auf das üblicherweise verwendete Kürzel ART oder assisted reproductive technologies. Das ist in Zeiten der evidenzbasierten Medizin so etwa das Despektierlichste, das man einem Fach bescheinigen kann. Kritisiert wird überdies, dass man sich nicht an die offiziellen Empfehlungen der zuständigen Fachgesellschaften hält. Oftmals würde viel zu früh eine nicht notwendige, eingreifende Therapie initiiert. So ist zum Beispiel völlig unstrittig, dass eine ICSI längst nicht bei jeder künstlichen Befruchtung angebracht ist, sondern nur, wenn die Unfruchtbarkeit beim Mann liegt. Gleichwohl gibt es Länder, die ICSI bei fast 100 Prozent der Behandlungen anwenden, weil sie deutlich mehr Geld bringt, mitunter ein Plus von mehreren tausend Euro. Die Kliniken und Praxen machen sich meist nicht einmal die Mühe, den Grund für eine ICSI anzugeben, sie setzen sich schlicht über eine solche Anforderung hinweg.

1978 in Oldham, Großbritannien: Louise Joy Brown, der erste durch In-Vitro-Fertilisation gezeugte Mensch, kurz nach ihrer Geburt.
1978 in Oldham, Großbritannien: Louise Joy Brown, der erste durch In-Vitro-Fertilisation gezeugte Mensch, kurz nach ihrer Geburt. : Bild: dpa

Außerdem sind viele Männer und Frauen, die eine Kinderwunschpraxis aufsuchen, nur vermeintlich unfruchtbar, sie können auch ohne Hilfe Kinder bekommen. Im Rahmen einer künstlichen Befruchtung setzen sie diese unnötigerweise den Risiken einer Laborzeugung aus. Bei rund der Hälfte der Paare mit dem Label „infertil“, so heißt es in dem Fachjournal, kündige sich im Laufe von einem Jahr nach der „Diagnose“ der Nachwuchs an. Das sind just diejenigen Eltern, die auch bei einer künstlichen Befruchtung die besten Chancen auf Nachwuchs haben. Infolgedessen sind die scheinbar unfruchtbaren Paare die liebsten Kandidaten der Fertilitätskliniken für eine Laborzeugung, denn mit ihren guten Erfolgsaussichten schönen sie die Statistiken.

„Recht auf Ausprobieren“

Die wenig schmeichelhaften Schlussfolgerungen des BJOG-Artikels überraschen letztlich nicht. Die Autoren werfen ihren Kollegen vor, mit der Forderung nach einem „Recht auf Ausprobieren“, ihren potentiellen Kunden einen Bärendienst zu erweisen. Sie böten einer äußerst verletzlichen Klientel – Kinderwunschpaare leben am Rande des Nervenzusammenbruchs – Therapien an, die auf Spekulation basierten. Es sei mitnichten klar, ob dies irgendjemandem Vorteile brächte außer denen, die sie verkauften.

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http://www.spiegel.de/plus/warum-diese-e-autos-in-wahrheit-besonders-umweltschaedlich-sind-a-00000000-0002-0001-0000-000159904530

Der Volkswagen-Konzern hat ein Elektroauto entwickelt, das schneller beschleunigt als ein Formel1-Rennwagen. Das Einzelstück leistet 500 Kilowatt und hat auf einer amerikanischen Bergrennstrecke eine neue Bestzeit aufgestellt.

Markenvorstand Frank Welsch bezeichnete die Rekordfahrt als „Erfolg von langfristiger Bedeutung“. Und wer sich an dieser Stelle fragt, ob Europas größter Autokonzern noch nicht verstanden hat, worauf es bei einer ökologischen Verkehrswende ankommt, kann diesen Zweifel gleich auf die gesamte heimische Branche ausdehnen.

Deutschlands Autokonzerne streben nach dem Elektroauto der Superlative – stark, schnell und wuchtig. Das Vorbild heißt Tesla, und die etablierten Konzerne sind kurz davor, den amerikanischen Pionier um sein Monopol zu bringen.

Noch in diesem Jahr wird der Audi e-tron 55 quattro in den Handel kommen, ein Elektro-SUV mit 300 Kilowatt Leistung, Allradantrieb und einem Riesenakku, der mehr als 400 Kilometer Reichweite garantieren soll. Daimler folgt im nächsten Jahr mit dem E-Modell EQC, das ähnliche Eckdaten aufweist; es wird bereits als „Mercedes unter den Elektroautos“ angepriesen – was insofern einleuchtet, als der Stuttgarter Hersteller auch ein großer Anbieter von Lastwagen ist. Der Stromkoloss wiegt zweieinhalb Tonnen.

So soll sie aussehen, die neue Welt der emissionsfreien Mobilität: fahren wie bisher, mit großen, starken, schweren Autos, nur eben ohne Sünde. In dieser Illusion kann sich jeder wiegen, der die Dinge nicht kritisch hinterfragt.

Dass auch Autos ohne Auspuff Umwelt- und Klimaschädlinge sein können – und große Exemplare eben auch große Schädlinge –, wurde von einer Untersuchung des schwedischen Umweltinstituts IVL mit sehr eindrucksvollen Zahlen belegt. Pro Kilowattstunde, so die Expertise, entsteht bei der Produktion der Batteriezellen derzeit eine Klimagasemission, die bis zu 200 Kilogramm Kohlendioxid entspricht.

E-Mobile nach Tesla-Vorbild speichern bis zu 100 Kilowattstunden. Das heißt: Noch ehe sie den ersten Kilometer fahren, hat ihre Herstellung das Klima so belastet wie der fossile Spritverbrauch eines sparsamen Benzin-Kleinwagens, der schon über 200.000 Kilometer gefahren wurde.

Der „ökologische Rucksack“, wie Fachleute das Akkuproblem nennen, ist ein praller Tornister, der auch ethische und humanitäre Probleme enthält: Kobalt, ein wichtiger Rohstoff für Batterien, wird in Zentralafrika unter üblen Arbeitsbedingungen, häufig mit Kinderarbeit, gewonnen. Lithium kommt oft aus Salzseen in Südamerika. Der Abbau ist ein empfindlicher Eingriff in den Wasserhaushalt der Regionen.

Was die Klimabelastung durch die Batterieproduktion angeht, fällt der enorme Energieverbrauch ins Gewicht. Stromspeicher sind am Anfang ihres Daseins zunächst große Stromfresser.

In der Gemeinde der Elektroenthusiasten schlug die IVL-Expertise ein wie die Widerlegung eines Gottesbeweises. Proteststürme fegten durch Internetforen, und auch die Bundesregierung stand unter Rechtfertigungsdruck. Schließlich ist Elektromobilität der Schlüssel ihrer geplanten Energiewende im Verkehrssektor.

Audi e-tron 55 quattro: Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h wird der Elektro-Allradwagen (408 PS) abgeregelt. Reichweite: über 400 Kilometer.
Uli Deck / dpa

Audi e-tron 55 quattro: Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h wird der Elektro-Allradwagen (408 PS) abgeregelt. Reichweite: über 400 Kilometer.

So nahm bald das Freiburger Öko-Institut Stellung, das häufig im Dienste des Umweltministeriums solche Fragen untersucht. Es kommt zu einem Schluss, der auf den ersten Blick wie ein Freispruch klingt für das E-Mobil: „Elektrofahrzeuge haben bereits heute eine positive Klimabilanz“, resümiert das Öko-Institut, „selbst wenn dazu die Stromproduktion und die Fahrzeugherstellung berücksichtigt werden.“

Auch das Umweltbundesamt teilt diese Einschätzung und liefert eine Modellrechnung: Nach dieser kann das Elektroauto den höheren Energiebedarf für seine Herstellung gegenüber dem konventionellen Pkw „bei einer mittleren Lebensfahrleistung von 168.000 km etwa ausgleichen“.

Also bestenfalls Gleichstand, und das auch erst gegen Ende eines Autolebens. Und wer sich die Umweltbilanz noch genauer anschaut, stellt schnell fest, dass das E-Mobil derzeit weit entfernt ist von der Öko-Absolution und dass zwischen der schwedischen IVL-Studie und den Einschätzungen der deutschen Umweltexperten kein relevanter Unterschied besteht.

Selbst den langen Weg zur besseren Klimabilanz schafft nur ein Fahrzeug mit sehr kleinem Akku. Protagonist der behördlichen Modellrechnung ist ein E-Mobil, dessen Stromspeicher maximal 100 Kilometer Reichweite ermöglicht; das wäre ein Akku mit rund 20 Kilowattstunden.

Der E-Lieferwagen, den die Post in Eigenregie gebaut hat, ist in diesem Sinne ein mustergültiges Batteriefahrzeug – der Tesla hingegen ein Horror.

Nun aber wollen die deutschen Hersteller nicht den Postlaster bauen. Sie wollen den Tesla-Jäger bauen – das vollwertige Auto mit Stromantrieb, reisetauglich, prestigeträchtig, stark und schnell.

Mit einer Blaupause der Tesla-Architektur, „Modularer Elektrifizierungsbaukasten“ genannt, will Volkswagen in die Massenproduktion gehen: Kernstück aller Modelle wird ein großer, flacher Akku im Wagenboden sein. Schon die kleinste Version soll eine Reichweite von 330 Kilometern garantieren, muss also ein ziemlich großer Akku sein.

Doch die Batteriezellen, versichert VW-Markenvorstand Thomas Ulbrich, sollen befreit sein von der ökologischen Erbsünde. Sie würden, erklärte er kürzlich auf einer Pressekonferenz, „mit grüner Energie“ produziert.

Das klingt erst einmal beruhigend: Wird das E-Mobil nicht nur mit Ökostrom betankt, sondern auch gleich mit solchem hergestellt, ist alles gut und grün. Doch kann das in der Praxis gelingen?

Mercedes EQC: Der Elektro-SUV (408 PS) soll auf eine Reichweite von 450 Kilometern kommen und beschleunigt in 5,1 Sekunden von 0 auf 100.
Picture Alliance / dpa

Mercedes EQC: Der Elektro-SUV (408 PS) soll auf eine Reichweite von 450 Kilometern kommen und beschleunigt in 5,1 Sekunden von 0 auf 100.

VW produziert nicht selbst Batteriezellen. In ganz Europa gibt es keinen Industriekonzern, der das in großem Stil macht. Die führenden Lieferanten sitzen in Südkorea, Japan und China. Die Kontrolle über die Schlüsseltechnik der Elektromobilität haben die westlichen Autoproduzenten längst verloren.

Volkswagen wird die Akkuzellen für seine E-Offensive von den führenden südkoreanischen Herstellern Samsung und LG beziehen. Diese eröffnen für die westliche Kundschaft Werke in Osteuropa, wo sich günstig produzieren lässt, weil dort billiger Strom fossiler Herkunft aus der Leitung kommt. Wird Samsung wirklich einen Windpark vor der schmutzigen Fabrik aufbauen, um die Spezifikationen ökobeflissener Einzelkunden zu erfüllen?

„Wir sind mit unseren nominierten Batteriezellen-Lieferanten dazu aktuell im engen Austausch“, versichert VW-Sprecher Christoph Adomat. Er bittet jedoch um Verständnis, „dass wir erst nach jeweiligem Vertragsabschluss inhaltlich näher darauf eingehen werden“. Verbindlich vereinbart ist also noch nichts.

Wesentlich weiter ist BMW: Der Münchner Hersteller legt sich seit dem Produktionsstart seiner Elektromodelle eine freiwillige interne Zertifizierung auf, die vom TÜV Süd beglaubigt wird. Ein Elektroauto seiner Produktion muss in der Summe aus Herstellung und Betrieb eine geringere Klimabelastung darstellen als ein Vergleichsfahrzeug mit konventionellem Antrieb.

„Wir haben nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus ökologischen Überlegungen heraus am Anfang auf große Reichweiten verzichtet“, sagt Jury Witschnig, Leiter der Nachhaltigkeitsstrategie bei BMW. BMW wird derzeit von Samsung beliefert und kann sich noch nicht mal aussuchen, ob die Zellen in einem südkoreanischen oder einem chinesischen Werk gefertigt werden.

Immerhin, sagt Witschnig, bekomme er von Samsung eine Dokumentation des fossilen Energieverbrauchs aus der Zellherstellung mitgeliefert. Allein mit dieser Anfrage habe er „keine offenen Türen eingerannt“. Die Werte sind so hoch, dass BMW bisher nur Autos mit kleineren Batteriekapazitäten anbietet.

Erst mit dem iNext will BMW ab 2021 große Reichweiten realisieren. Der Strom-SUV soll Zellen aus einem Werk bekommen, das der chinesische Lieferant CATL in Thüringen errichten wird. Hier soll vorwiegend mit regenerativer Energie produziert werden.

Die Ernsthaftigkeit, mit der BMW sich solchen Fragen stellt, ist umso löblicher, als der Gesetzgeber dies weder fordert noch honoriert. Elektroautos gelten grundsätzlich als emissionsfrei. Sie werden für die Hersteller wertvolle Kompensatoren sein, wenn ab 2021 unzulässig hohe Flottenverbrauchswerte mit empfindlichen Strafzahlungen belegt werden.

Ein E-Mobil, das klimaschädigend produziert wurde, wird dann nach seiner Zulassung auch noch die Verbreitung schluckstarker konventioneller Autos erleichtern – also doppelt schädlich sein.

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über die GRÜNE „WILL-KÜR“ – HANDELN der GRÜNEN und „EIN-SCHREITEN“: ?FEHL-ANZEIGE?

https://www.zeit.de/2017/36/kreuzfahrtschiffe-co2-ausstoss-dreck

CO2-Ausstoß: Kreuzfahrt mit Schwefel

Der Wahrheitscheck in der Wirtschaft: Verursachen die 15 größten Seeschiffe mehr Dreck als alle Autos der Welt?
Kreuzfahrtschiff Verbrauch: Postkartenidylle mit Luftverschmutzer
Postkartenidylle mit Luftverschmutzer © Plainpicture

Seeschiffe sind Dreckschleudern, Kreuzfahrten eine Pest für die besuchten Städte. Gerne wird diese Behauptung mit einem Vergleich garniert: Die 15 größten Schiffe machen mehr Dreck als alle Autos der Welt zusammen. Das klingt spektakulär, aber stimmt es auch?

Die Behauptung geht auf ein Zitat zurück, das der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schon 2012 verbreitet hat, zum Auftakt seiner Kampagne „Mir stinkt’s – für eine saubere Kreuzschifffahrt“. Es lautete wörtlich: „Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide aus als alle 760 Millionen Autos weltweit.“ In den sozialen Medien hat die Behauptung gerade mal wieder Konjunktur, angeheizt von der Debatte um schmutzige Dieselautos. Die Einschränkung auf Schwefeloxide ging verloren, stattdessen ist jetzt oft allgemein von Schadstoffen die Rede, in manchem Debattenforum sogar von CO₂. Doch am weltweiten Ausstoß dieses wichtigsten Treibhausgases hat der Schiffsverkehr nur einen Anteil von drei, der Straßenverkehr aber von 17 Prozent. Und pro Passagier oder nach transportiertem Gewicht erzeugt kein Verkehrsmittel weniger CO₂ als ein Schiff.

Und wie steht es – Missverständnisse beiseite – um die ursprüngliche Behauptung des Nabu? Sie enthält einen offensichtlichen Fehler: 2012 gab es weltweit nicht 760 Millionen, sondern deutlich über eine Milliarde Autos, inzwischen sind es rund 1,25 Milliarden. Trotzdem hat der Nabu recht: Schiffe sind tatsächlich für einen größeren Teil der Schwefeloxid-Emissionen verantwortlich als Autos. Allerdings macht der Vergleich wenig Sinn.

Denn seit der Jahrhundertwende wird an Tankstellen zunehmend schwefelarmer, seit 2008 in der EU, den USA und Japan nur noch schwefelfreier Treibstoff angeboten. In China und Indien läuft die Umstellung derzeit. Schon in wenigen Jahren werden Schwefeloxide deshalb im Straßenverkehr praktisch keine Rolle mehr spielen – so wie das Blei, das Ende der 1980er Jahre mit der Umstellung auf bleifreies Benzin aus den Autoabgasen verschwand. Insgesamt sind die Schwefeldioxid-Emissionen in Deutschland seit 1990 um über 90 Prozent gesunken. Es ist ein großer Erfolg schärferer Umweltgesetze. Neben schwefelarmen Kraftstoffen hat vor allem die Stilllegung oder Nachrüstung von Industrieanlagen und Kraftwerken mit Entschwefelungsanlagen dazu beigetragen. Sauren Regen, der infolge hoher Schwefelemissionen entsteht und noch vor 30 Jahren große Waldschäden anrichtete, gibt es in Europa kaum noch.

Bei Seeschiffen verläuft der Abschied vom Schwefel deutlich langsamer. Noch immer fahren sie auf dem offenen Ozean meist mit Schweröl, einer dreckigen Pampe, die auf dem Boden der Raffinerien zurückbleibt und bis zu 3,5 Prozent Schwefel enthalten darf. Das ist 3500-mal mehr, als an Land in Benzin und Diesel erlaubt ist. In europäischen und nordamerikanischen Küstengewässern ist der Schwefelanteil im Schiffstreibstoff seit 2015 zwar auf 0,1 Prozent begrenzt, das ist allerdings noch immer 100-mal mehr als im Straßenverkehr. Deshalb eignen sich Schwefeloxide so gut für einen drastischen Vergleich.

Relevanter für Umwelt und Gesundheit sind allerdings andere Schadstoffe. Neben dem Treibhausgas CO₂ sind das vor allem Stickoxide und Feinstaub. Auch dabei schneiden Seeschiffe schlecht ab, allerdings ist der Unterschied zum Auto weit weniger krass als beim Schwefel. Auch dazu hat der Nabu Zahlen veröffentlicht und im Rahmen seiner Kampagne zu einer schmackigen These zusammengefasst: „Ein einziger Ozeanriese stößt auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf gleicher Strecke.“

Dieser Vergleich wird häufig zitiert und verkürzt. Ein Kreuzfahrtschiff macht so viel Dreck wie fünf Millionen Autos, heißt es dann. Das ist genauso falsch wie die These, die der Nabu aus den eigenen Zahlen ableitet. Für das Vergleichsjahr 2012 geht es dort nämlich gar nicht um „Schadstoffe auf gleicher Strecke“, sondern um „Schadstoffe pro Tag“. Und pro Tag legt ein durchschnittliches Kreuzfahrtschiff mehrere Hundert Kilometer zurück, ein deutsches Auto aber nur 36. Dabei transportiert das Auto im Schnitt 1,5 Menschen, ein großes Kreuzfahrtschiff aber bis zu 9.000. Bezogen auf die Passagierkilometer schrumpft die Vergleichszahl von fünf Millionen auf weniger als hundert.

Hundertmal mehr Schadstoffe – auch das wäre ein krasser Unterschied. Allerdings interpretiert der Nabu seine eigenen Zahlen falsch. In den Originaldaten unterscheidet er die „Schadstoffe pro Tag“ korrekt in Schwefeloxide, Stickoxide, Feinstaub und CO₂. Der Vergleich fällt je nach Stoff extrem unterschiedlich aus: Ein Schiff produziert demnach so viel CO₂ wie 84.000 Autos und so viel Schwefeloxid wie 376 Millionen. Die propagierten fünf Millionen tauchen nirgendwo auf. „Die Zahl haben wir gewichtet nach der Bedeutung der Schadstoffe grob als Quersumme ermittelt“, erläutert Dietmar Oeliger, Leiter der Nabu-Abteilung Verkehrspolitik. Man hat also Äpfel, Birnen, Kirschen und Tomaten irgendwie zusammengezählt und durch vier geteilt. Oeliger weiß, dass so etwas unseriös ist. Man verwende das Ergebnis deshalb auch nur, „wenn Medien eine plakative, einfach zu verwendende Zahl möchten“.

Den Faktencheck kann so etwas nicht bestehen. Daraus zu schließen, dass Schiffe gar nicht so dreckig sind, wäre genauso falsch. Sowohl an Bord als auch in den Häfen erzeugen sie gesundheitsschädliche Feinstaub- und Stickoxidemissionen, die weit über den Grenzwerten liegen, die im Straßenverkehr gelten. Dass sich die Schifffahrt so lange gegen Umweltauflagen wehren konnte, liegt vor allem an ihrer Internationalität. Grenzwerte können nur global durchgesetzt werden, und das ist besonders schwierig. An fehlender Technik liegt es nicht. Schwefelfreier Treibstoff, Katalysatoren und Abgasfilter sind längst erprobt und auf vielen Schiffen schon erfolgreich im Einsatz.

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https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-08/edward-burtynsky-fotograf-ausstellung-national-gallery-of-canada-fs

Edward Burtynsky: Verwundete Erde

Tiefgreifend verändert der Mensch den Planeten. Er baggert, gräbt und flutet, um Kohle, Erz und Salz zu fördern. Unberührte Natur? Gibt es kaum, wie Luftaufnahmen zeigen.

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https://www.zeit.de/2018/43/cum-ex-steuerbetrug-aktiengeschaeft-europa-finanzpolitik/komplettansicht

Cum-Ex: Der Coup des Jahrhunderts

Ganz Europa wurde von Steuerräubern geplündert. Auch weil Deutschland die Partnerländer erst viel zu spät warnte, entstand ein Schaden von mindestens 55 Milliarden Euro.
Cum-Ex: "Es handelt sich um den größten Steuerraub in der Geschichte Europas", sagt Christoph Spengel, Steuerprofessor an der Universität Mannheim.
„Es handelt sich um den größten Steuerraub in der Geschichte Europas„, sagt Christoph Spengel, Steuerprofessor an der Universität Mannheim. © Stephanie F. Scholz für DIE ZEIT

Der Vernehmungsraum im Landeskriminalamt Düsseldorf ist ungefähr acht Quadratmeter groß. Die Fenster dort sind vergittert, ihre Scheiben so milchig, dass man nicht hinausschauen kann. In der Mitte des Raumes steht ein großer Tisch. Dort warten bereits zwei Hauptkommissare und drei Staatsanwälte auf Benjamin Frey. Sie ermitteln im größten Steuerraub aller Zeiten, einem Jahrhundertcoup, der allein den deutschen Staat viele Milliarden Euro gekostet hat. Frey, ein hochintelligenter, asketisch wirkender Mann, ist einer der Hauptbeschuldigten. Er gehörte zum innersten Zirkel der Steuerräuber, hat an den Geschäften zulasten des deutschen Gemeinwesens rund 50 Millionen Euro verdient. Der Staat, so sagt er, war für ihn der Feind.

Nun, im Vernehmungsraum, sitzt er dessen Strafverfolgern gegenüber.

Es ist der 7. November 2016. „Schön, dass wir uns persönlich kennenlernen“, sagt die Staatsanwältin Anne Brorhilker, die das Verfahren leitet. So wird sich Frey später erinnern. Brorhilker ist Anfang 40, wirkt aber jünger. Man kann sie sich als eine Art weiblichen Columbo vorstellen: leicht zu unterschätzen, aber schwer abzuschütteln.

Die Staatsanwältin untersucht seit Jahren spezielle Aktiendeals, mit denen der Staat geplündert wurde und die unter den Namen Cum-Ex und Cum-Cum bekannt geworden sind. Bei diesen Deals geht es darum, sich Steuern zu Unrecht vom Staat erstatten zu lassen. Die Staatsanwältin jagt nun die beteiligten Banker, Anwälte und Berater. Überall auf der Welt hat sie Büros und Wohnungen durchsuchen lassen, auch die von Frey. Gemessen an der Zahl der Beschuldigten haben sich ihre Untersuchungen zum wohl größten steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahren aller Zeiten ausgeweitet.

Der Kronzeuge

Benjamin Frey gehörte zum innersten Kreis der Steuerräuber. Eigentlich heißt er anders und sieht auch anders aus. Das Foto zeigt ihn mit einer Maske, die ihm für ein Fernsehinterview aufgetragen wurde. © Ivo Mayr/Correctiv

Was Brorhilker bis zu diesem Tag noch fehlt, ist ein Kronzeuge, der aus der Phalanx der Steuerräuber ausbricht. Nur wenn Frey auspackt, kann sie die anderen überführen. Frey, dessen ganzes Leben sich ums Geld gedreht hat, weiß, er kann sich nicht freikaufen. Ihm droht Gefängnis. Mindestens sieben Jahre.

Mehr als ein Jahr lang wird Frey anschließend immer wieder vernommen, tagelang, mehr als ein Dutzend Mal. Später wird er sagen, dass dies die schlimmste Zeit seines Lebens gewesen sei. Erst räumt er nur ein, was er einräumen muss, nach einem halben Jahr aber brechen alle Dämme. Frey legt eine Lebensbeichte ab. Er ist der erste Steuerräuber, der aus Angst vor dem Gefängnis seine Komplizen von einst verpfeift und damit Panik unter ihnen auslöst. Bei Brorhilker melden sich nun weitere Steuerräuber, die ebenfalls Kronzeugen werden wollen.

Bereits im vergangenen Jahr berichteten die ZEIT, ZEIT ONLINE und das ARD-Magazin Panorama über Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte. Sie beschrieben, wie Banker, Berater und Anwälte über Jahrzehnte den deutschen Staat plünderten. Wie der es sich gefallen ließ. Und erst eine hartnäckige Sachbearbeiterin aus dem Bundeszentralamt für Steuern sich schließlich weigerte, das Geld auszuzahlen.

Nach den Berichten meldeten sich Journalisten aus Dänemark. Sie sagten, dass ihrem Land etwas ganz Ähnliches widerfahren sei. Es war der Auftakt einer internationalen Kooperation. Sie zeigt nun, dass Finanzjongleure sich nicht nur am deutschen Staat bedienten, sondern die öffentlichen Haushalte in halb Europa angezapft haben.

Alle Berichte der europäischen Medienpartner finden Sie, wenn Sie auf das Bild klicken. © Correctiv

Unter Leitung des Recherchezentrums Correctiv haben sich 19 Medien aus zwölf Ländern zusammengetan, um gemeinsam das ganze Ausmaß dieses Steuerraubs zu recherchieren. Dazu gehören neben der ZEIT, ZEIT ONLINE und Panorama auch die Nachrichtenagentur Reuters, die Zeitungen Le Monde aus Frankreich, La Repubblica aus Italien, das Online-Magazin El Confidencial aus Spanien sowie das öffentlich-rechtliche Fernsehen aus Dänemark, Schweden und Finnland. Gemeinsam haben sie mehr als 180.000 Seiten vertrauliche Akten, interne Gutachten von Banken und Kanzleien sowie E-Mails ausgewertet. Zudem wurden Interviews mit Insidern und verdeckte Recherchen in der Finanzindustrie durchgeführt.

Die Ergebnisse werden ab dem 18. Oktober unter dem Titel „Cum-Ex-Files“ veröffentlicht. In mindestens zehn weiteren europäischen Staaten haben sich die Finanztrickser bedient. In einigen ist das der Öffentlichkeit noch nicht bekannt. Der Schaden durch Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte beträgt mindestens 55,2 Milliarden Euro. „Es handelt sich um den größten Steuerraub in der Geschichte Europas“, sagt der Steuerprofessor Christoph Spengel von der Universität Mannheim.

Wieso können die Steuerräuber ein Land nach dem anderen plündern, ohne dass ihnen jemand Einhalt gebietet? Und was sind das überhaupt für Geschäfte, bei denen Aktien für Milliarden Euro innerhalb weniger Tage hin und her geschoben werden?

Kreaturen der Tiefsee

Stößt man in die Welt der Steuerräuber vor, ist es ein bisschen wie beim Tiefseetauchen: Je näher man dem Grund kommt, desto unglaublicher werden die Kreaturen, die man entdeckt. Bei den sogenannten Cum-Cum-Deals geht es darum, Steuererstattungen zu ergattern, die einem eigentlich nicht zustehen. Man kann sich die Akteure als gefräßige Raubfische vorstellen, die nur einmal zubeißen und dann erst mal satt sind. Weiter unten begegnen einem besonders aggressive Geschöpfe, die Cum-Ex-Geschäfte betreiben. Eine einmal abgeführte Steuer wird dabei doppelt zurückerstattet. Diese Geschöpfe beißen also gleich zweimal zu. Tief unten, in dunklen Gewässern, haben sie sich rasend schnell vermehren können.

Mittlerweile sind auch Mischformen entstanden. Und noch aggressivere Mutationen, für die es noch keine Namen gibt. Gemeinsam haben alle diese Konstrukte, dass sie zu einem einzigen Zweck erschaffen wurden: aus den öffentlichen Kassen das Geld jener Menschen zu erbeuten, die Steuern bezahlen.

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Kurz erklärt – Wie der Cum-Ex-Steuerskandal abgelaufen ist Es ist der wohl größte Steuerskandal der deutschen Geschichte. Wie Banken und Anwälte Milliarden entwendeten, zeigen wir in diesem Video. © Foto: Kerstin Welther

Um Benjamin Frey zum Auspacken zu bewegen, hat sich die Staatsanwältin Brorhilker an einer Methode orientiert, die sonst vor allem bei der amerikanischen Bundespolizei FBI beliebt ist: Die Ermittler sammeln belastendes Material gegen einzelne Beteiligte und setzen sie damit unter Druck. Diese haben dann die Wahl, als Kronzeuge glimpflich davonzukommen, wenn sie alles gestehen, ihre Beute zurückgeben und ihre Komplizen verpfeifen – oder eben angeklagt zu werden.

Frey bekommt diese Methode schon am zweiten Vernehmungstag zu spüren. Gleich zu Beginn halten Brorhilker und ihre Kollegen ihm Dokumente vor, die nach Ansicht der Staatsanwältin nicht zu seinen Aussagen vom Vortag passen. Sie habe ihm „viel Angst eingejagt“, wird Frey später sagen. Im Februar 2017 fliegt Frey sogar für drei Tage nach Dubai, um dort weitere Steuerräuber zum Auspacken zu bewegen.

Schnell deuten Freys Aussagen darauf hin, dass Deutschland nur eines von vielen ausgeraubten Ländern ist. Für Brorhilker steht das nicht im Zentrum ihrer Ermittlungen. Schließlich ist sie eine deutsche Staatsanwältin. Die Reporter der Recherche-Kooperation aber wollen ihn treffen, um mehr zu erfahren.

Ein europäischer Raubzug

In einem Kölner Loft gibt der Kronzeuge Benjamin Frey das erste ausführliche Interview. © Ivo Mayr/Correctiv

Nach langen Verhandlungen kommt es zu einem Treffen. Die Bedingung: Man darf seinen echten Namen nicht nennen. Frey heißt nur in diesem Artikel so. In einem Kölner Loft gibt er das erste, ausführliche Interview. Man sitzt einem 47-jährigen Mann gegenüber: gescheitelte Haare, glatt rasiert, hohe Stirn, volle Lippen, Brille. Doch das Gesicht, in das man schaut, ist nicht seines. Frey trägt eine Maske, die ihm für das Interview, das von Kameras aufgezeichnet wird, von zwei Maskenbildnerinnen aufgetragen wurde. Die Mimik, sein Lachen, das alles ist echt, der Rest nicht wiederzuerkennen.

Frey sagt, er habe Angst vor seinen früheren Komplizen. Deshalb dürfe man ihn nicht erkennen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass er bereits dabei ist, sich eine neue Existenz als seriöser Anwalt aufzubauen. Die Geschichte des Steuerräubers soll sie nicht beschmutzen. Zwei volle Tage wird das Interview dauern. Frey wird darin auch erklären, wie es dazu kam, dass ganz Europa geplündert wurde. Und er wird Namen nennen: von denen, die Länder ausnehmen, dabei kühl von Märkten sprechen – und bis heute auf freiem Fuß sind.

Freys Erzählung beginnt in der Provinz. Dort, wo er aufgewachsen ist, sei man „entweder Arbeiter, Landwirt oder Arbeitsloser“ geworden. Er will sich damit nicht abfinden, studiert Jura, legt einen herausragenden Abschluss hin. Dann fliegt er nach London, eine große Kanzlei hat ihn dorthin eingeladen, ins prachtvolle Queen Victoria and Albert Museum, zu ihrem Jahrestreffen. Die Kanzlei will Frey anwerben. Fast zweitausend Anwälte aus aller Welt sitzen an langen Tischen, inmitten von Ausstellungsstücken des Museums. Wenn Frey nach oben schaut, blickt er in eine große Kuppel. Es ist das Jahr 2001. Frey kann die Sterne leuchten sehen.

„Meine Gier war so groß“

Kurz darauf fängt er bei der Kanzlei an, arbeitet jeden Tag zwölf oder auch vierzehn Stunden. Oft geht es darum, die Steuerlast reicher Kunden zu drücken. „Wir hatten alle dieses Bild vor den Augen: Der Feind ist der Staat“, sagt Frey. Wenn ihm doch einmal der Gedanke kommt, dass dieser Staat ihm seine Ausbildung finanziert hat, drückt er ihn weg. Er weiß, dass Zweifel seiner Karriere schaden würden. „Meine Gier war so groß“, sagt er, „da habe ich mich mit Moral nicht aufgehalten.“

Dann, 2004, lernt Frey Hanno Berger kennen. Dieser gilt als begnadetster Steuertrickser Deutschlands. Frey, das Provinzkind, bewundert Berger, den Sohn eines Pfarrers, für dessen Intellekt, humanistische Bildung, die Latein- und Griechischkenntnisse. Bei den Cum-Ex-Geschäften, die Berger laut der Ermittler seit spätestens 2006 einfädelt, ist Frey von Anfang an mit dabei. Zusammen arbeiten sie im 32. Stock des Skyper, eines gläsernen Turms im Frankfurter Bankenviertel. „Wenn Sie runtergeguckt haben auf die Straße, auf die Taunusanlage, dann haben Sie nur noch ganz kleine Menschen gesehen“, so Frey. „Das war die Welt, die normale Welt, zu der gehörten wir nicht mehr. Wir waren da ganz oben. Wir haben aus dem Fenster geguckt und gedacht: ‚Wir sind die Schlauesten, wir sind Genies, und ihr seid alle doof.'“

Wie funktioniert ein Cum-Cum-Geschäft?

Vereinfachte Darstellung eines Geschäfts auf Kosten des Staates, bei dem eine einfache Steuerrückerstattung ergattert wird

© ZEIT-Grafik

Cum-Ex ist aus ihrer Sicht ein Geniestreich. Es geht nicht mehr nur darum, Steuern möglichst auf null zu drücken. Man holt sich auch noch das Geld derer, die so blöd sind, Steuern zu zahlen.

Der deutsche Staat merkt zunächst gar nicht, dass er geplündert wird. 2007 versucht er zum ersten Mal, den Steuerraub zu unterbinden, doch Berger und Frey sind klüger, finden einen neuen Weg, den Staat auszutricksen. Die Konstruktionen werden immer komplizierter. Schließlich, ab 2011, wollen sie ihn mithilfe von amerikanischen Ein-Mann-Pensionsfonds ausnehmen, die Aktien im Wert von Milliarden Euro handeln. Es ist ein irres Spiel. Berger und Frey scheffeln Millionen um Millionen.

Ein Ärgernis aber gibt es: Cum-Ex funktioniert in Deutschland nur einmal im Jahr, rund um den Tag, an dem die Besitzer von Aktien ihre Dividende ausgeschüttet bekommen, in Deutschland liegt er meist in den ersten Monaten des Jahres. „Wir hatten eine Teufelsmaschine kreiert“, sagt Frey, „sie lief aber immer nur im Frühjahr.“ Das war aus Sicht der Steuerräuber zu wenig. „Also ist man auf die Idee gekommen, eine Ganzjahresmaschine zu kreieren„, sagt Frey. „Und dafür boten sich Aktien anderer Länder an.“ In ihnen nämlich werden Dividenden bis zu viermal im Jahr ausgeschüttet.

Das Bild, das die Recherchen der Medienpartner ergeben, ist das eines europäischen Raubzugs. In Belgien, Dänemark, Österreich, Norwegen und der Schweiz bestätigen die Behörden offiziell oder im Hintergrund, dass auch ihre Länder Opfer von Cum-Ex wurden. In Spanien und Finnland zeigen Dokumente und Insider-Aussagen, dass Cum-Ex-Geschäfte geplant wurden. In Spanien wollen die Behörden weder bestätigen noch dementieren, dass es zu doppelten Steuererstattungen gekommen ist. Die finnischen Behörden gehen davon aus, dass Cum-Ex bei ihnen kein Problem darstellt. Einfache Erstattungen (Cum-Cum) flossen in beiden Ländern.

Einfache Erstattungen – das klingt harmlos, ist es aber nicht. Auch in Frankreich, Italien und den Niederlanden erzeugten sie massive Schäden. Das Spiel funktioniert im Kern so: Inländischen Aktionären steht eine Steuererstattung zu, ausländischen nicht. Banken haben daraus ein Geschäft gemacht. Sie kaufen die Aktien ausländischer Kunden kurz vor Auszahlung der Dividende und verkaufen sie danach sofort zurück. Die so ermogelte Steuererstattung wird aufgeteilt, der Staat ärmer. Zwar sind Cum-Cum-Geschäfte nicht per se illegal. Wenn das einzige Ziel ein steuerlicher Vorteil ist, stellen aber auch sie einen Gestaltungsmissbrauch dar. Deutsche, französische und italienische Behörden sind sich da einig.

Der Schaden

Für Steuerprofessor Spengel sind Cum-Ex und Cum-Cum zwei Spielarten rein steuergetriebener Geschäfte. „Die Banker, Händler und Juristen haben die Steuersysteme der einzelnen Länder analysiert, geguckt, was geht, und dann die entsprechenden Strukturen aufgesetzt.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte Spengel berechnet, dass dem deutschen Fiskus zwischen 2001 und 2016 mindestens 31,8 Milliarden Euro entgangen sind. Im Zuge der Cum-Ex-Files kommen nun in Frankreich mindestens 17 Milliarden, in Italien 4,5 Milliarden, in Dänemark 1,7 Milliarden, in Belgien 201 Millionen Euro dazu. Für die anderen betroffenen Länder liegen keine offiziellen Zahlen oder belastbaren Marktdaten vor.

Wie und wann sich die Geschäfte in Europa ausgebreitet haben, lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen. Cum-Cum-Geschäfte wurden in Deutschland, Frankreich oder Italien bereits seit den 1990er-Jahren getätigt. Cum-Ex-Geschäfte gab es seit 2001 in Deutschland, seit 2006 in der Schweiz und seit 2012 in Dänemark. Auch die Behörden der Länder reagierten unterschiedlich. Während die Schweiz Cum-Ex-Geschäfte 2008 unterband, gelang Deutschland das erst 2012. In Dänemark reichen die untersuchten Fälle bis 2017.

Fast alle Banken waren beteiligt

An den Geschäften waren fast alle Banken auf die eine oder andere Art beteiligt, darunter Deutsche Bank und Commerzbank sowie große amerikanische Investmentbanken. Viele unterhielten Abteilungen, deren Mitarbeiter intern als „Tax Trader“ bezeichnet wurden. Es handelt sich also nicht um das Versagen Einzelner, sondern um ein branchenweites Phänomen. Als „organisierte Kriminalität in Nadelstreifen“ bezeichnet Frey, der Kronzeuge, die Geschäfte. „Jeder, der Kredite geliefert hat, der als Aktienhändler mitgewirkt hat, der als Depotbank nur Aktien verwahrt hat, jeder Anleger, der Geld zur Verfügung gestellt hat, wusste im Kern, dass man hier Rendite aus dem Steuersäckel holt.“

Im Zentrum des europäischen Raubzugs steht eine Gruppe von Londoner Aktienhändlern. Einer von ihnen ist Salim Mohamed. Zunächst arbeitete er für die Investmentbank Goldman Sachs. Später heuerte er bei einem Hedgefonds an. Mohamed arbeitete auch mit Berger und Frey zusammen. So schildert es Frey. Am Anfang habe man sich gut verstanden. Doch als Mohamed sich 2009 selbstständig machte und laut Frey einen Großteil der Gewinne für sich haben wollte, sei es zu Streit gekommen. Berger habe Mohamed daraufhin nur noch den „dreckigen Inder“ genannt. So sagt es Frey gegenüber Brorhilker aus. Berger bestreitet die Aussage ebenso wie die Zusammenarbeit mit Mohamed. Es habe lediglich „ein oder zwei Gespräche“ gegeben.

Mit seiner Firma EQI, so geht es aus den Ermittlungsakten und weiteren Dokumenten hervor, handelte Mohamed nicht nur deutsche, sondern auch spanische, österreichische, belgische und finnische Aktien. 2010 etwa kauft er über eine Firma in Malta 6,9 Millionen Aktien des spanischen Energieversorgers Endesa, ein Jahr später über einen irischen Fonds 10,6 Millionen Aktien der Telekom Austria AG. In allen fünf Ländern beantragte der irische Fonds im Jahr 2011 Rückerstattungen. Warum nur ein Land plündern, wenn es auch woanders geht?

Finanzministerium warnte viel zu spät

Während die EU europaweite Datenbanken betreibt, um Flüchtlinge zu erfassen oder Informationen über Terroristen zu teilen, gibt es so etwas für Steuergeschäfte nicht. Fragt man bei der EU-Kommission nach, ob Cum-Ex-, Cum-Cum- oder verwandte Geschäfte auf europäischer Ebene diskutiert wurden, lautet die Antwort: „Das fällt in die Kompetenz der Nationalstaaten.“ Deren Steuerbehörden aber denken vor allem an sich, kommunizieren kaum miteinander. Das Prinzip: Wer etwas weiß, sagt es nicht weiter. Wer nicht nachfragt, erfährt nichts.

Die Bundesregierung hält Cum-Ex bis heute für ein deutsches Problem. Michael Sell, der zum Zeitpunkt eines Gesprächs mit den Reportern in diesem Sommer noch die Steuerabteilung im Finanzministerium leitete, mittlerweile aber pensioniert wurde, hält die Geschäfte für eindeutig illegal. Er hat sogar von „organisierter Kriminalität“ gesprochen. Doch aus seiner Sicht ist das Problem seit einer Gesetzesänderung von 2012 gelöst. Damals änderte man das System zur Abführung der Kapitalertragsteuer so, dass Cum-Ex nicht mehr funktioniert.

Wie funktioniert ein Cum-Ex-Geschäft?

Vereinfachte Darstellung eines Geschäfts auf Kosten des Staates, bei dem eine doppelte Steuerrückerstattung ergattert wird

© ZEIT-Grafik

Im Büro von Sell hängt eine große Weltkarte, auf der alle Länder orange eingefärbt sind, mit denen Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen hat. Dass auch viele von ihnen Opfer sein könnten, ist ihm aber nie in den Sinn gekommen. Später wird das Finanzministerium keine Zitate aus dem Gespräch mit Sell autorisieren. In dem Gespräch wird aber deutlich, dass es sich der europäischen Dimension von Cum-Ex nicht bewusst ist.

Die einzige Organisation, die sich überhaupt um einen systematischen internationalen Austausch bemüht, ist die OECD. Seit 2007 führt die Industrieländerorganisation ein „Aggressive Tax Planning Directory“. Über diese Datenbank können ihre Mitgliedsländer Steuertricks an alle anderen OECD-Staaten melden. Allerdings, sagt Achim Pross, der Chef der zuständigen Abteilung, funktioniere sie nur, wenn sie auch regelmäßig gelesen und befüllt werde. Hier liegt das Problem. Sucht man in der Datenbank den Begriff „Cum-Ex“, gibt es nur einen Treffer. Die Meldung kommt aus Deutschland. Doch sie ist von 2015. Zu diesem Zeitpunkt weiß das Finanzministerium seit 13 Jahren von Cum-Ex, hat die Praxis selbst seit drei Jahren unterbunden. Das Ministerium dementiert auf Anfrage nicht, die Partner erst ab 2015 gewarnt zu haben, teilt aber generell mit, dass man „in der Vergangenheit diverse Staaten, unter anderem auf deren Nachfrage hin, über die Verfahrensweise bei Cum-Ex-Geschäften informiert“ habe.

Für die europäischen Partner kommt die Warnung viel zu spät. Sie wurden längst ebenfalls geplündert.

Es gibt auch Meldungen aus weiteren Ländern: Irland, Spanien und sogar aus dem fernen Australien. Sie aber arbeiten mit anderen Begriffen, beschreiben meist Cum-Cum-Geschäfte oder Varianten davon. Auch das macht es schwer, die Geschäfte zu unterbinden. Es entstehen immer neue Kreaturen. Salim Mohamed etwa benutzt eine Methode, von der Frey erst in den Vernehmungen durch Brorhilker erfährt. Danach, sagt er, sei er erst mal fünf Minuten sprachlos gewesen. „Ich habe einfach nur gestaunt.“

Bei Cum-Ex-Deals ist es normalerweise wie beim Goldschürfen: Es müssen enorme Mengen umgewälzt werden, damit richtig was hängen bleibt. Man braucht also sehr viel Kapital, muss sich Millionen oder sogar Milliarden Euro von Banken leihen. Salim Mohamed hat einen anderen Weg gefunden: den „Looping“. Vereinfacht gesagt werden Aktien dabei so schnell im Kreis gehandelt, dass der Eindruck entsteht, es wären viel mehr, als es tatsächlich sind. Mit einer Aktie lassen sich auf diese Weise drei, fünf oder auch zehn Steuerbescheinigungen generieren. Einer der Beschuldigten sagt gegenüber Brorhilker aus, der Looping sei ab 2009 bei Geschäften auf Kosten Deutschlands zum Einsatz gekommen.

Versucht man Mohamed zu kontaktieren, antwortet er nicht. Doch es scheint ihm gut zu gehen. 2015 hat er beim „Powerman“ im schweizerischen Zofingen, einem Lauf- und Radfahrwettbewerb, eine respektable Zeit hingelegt. Man entdeckt ihn auch auf der Website der Esher Church School, einer kirchlichen Schule in der Grafschaft Surrey, etwas südwestlich von London. Mohamed, der Steuerräuber, gehört dort zum Leitungsstab der Schule.

Abwehrschlacht

Kein einziger der Beteiligten sitzt bisher im Gefängnis. Das muss aber nicht so bleiben. Brorhilkers Ermittlungen richten sich gegen mehr als 100 Personen. Zu ihnen gehört auch Salim Mohamed. Noch in diesem Jahr könnte Brorhilker die ersten Anklagen erheben.

Allerdings hat die Staatsanwältin einen Gegenspieler. Von einem Schweizer Bergdorf aus arbeitet er an der juristischen Abwehrschlacht, die ihre akribische, jahrelange Arbeit mit einem großen Knall zunichte machen soll. Es ist Hanno Berger, der frühere Mentor ihres Kronzeugen Frey. Nach einer Durchsuchung seiner Kanzlei Ende 2012 hat er sich in die Schweiz abgesetzt. Besucht man ihn zu Hause in seiner Eigentumswohnung schräg gegenüber einem Skilift, wo er mit seiner Frau und seinem Enkel wohnt, erlebt man einen Mann, der sich bis heute im Recht fühlt, der am hölzernen Esstisch endlos darüber dozieren kann, warum Cum-Ex-Geschäfte legal gewesen seien. Das Problem ist für ihn der Staat, der Leute wie ihn zu Unrecht verfolge. In abgehörten Telefonaten spricht er sogar von einem „Vernichtungsfeldzug“. Auch gegen Berger wird seit Jahren ermittelt. Er wirkt müde. Doch er will kämpfen. Die Abwehrschlacht ist zu seinem Lebensinhalt geworden.

Der König der Steuerräuber

Vordergründig geht es dabei um einen jener seltsamen Ein-Mann-US-Pensionsfonds, die für Cum-Ex-Geschäfte genutzt wurden. Er nennt sich „KK Law Firm Retirement Plan Trust“. 2011 beantragte er eine Steuerrückerstattung beim Bonner Bundeszentralamt für Steuern (BZST). Das Amt aber hatte bereits den Verdacht, es könnte sich um Betrug handeln, und lehnte die Auszahlung ab. Nun klagt KK Law vor dem Finanzgericht Köln darauf, 28 Millionen Euro erstattet zu bekommen. Nach Ansicht des BZST wurden sie nie abgeführt. Die Klage ist nicht bloß dreist. Sie ist der Versuch, das gesamte Wirtschaftsstrafverfahren von Brorhilker zu torpedieren.

Berger wollte mehrere Inhaber der Ein-Mann-Pensionsfonds zum Klagen bewegen. Die meisten wollten nicht. Einen von ihnen bezeichnet Berger in einem abgehörten Telefonat als „Arschloch“. Nun aber klagt KK Law. Berger hat den Pensionsfonds beraten. Doch der Prozess ist teuer. Top-Anwälte müssen bezahlt werden. Deshalb gibt es einen weiteren Fonds, millionenschwer, der die Abwehrschlacht finanziert. Dort haben nach Aussage von Insidern mehrere Steuerräuber eingezahlt. Sollte KK Law gewinnen, so sieht es Berger, würde Cum-Ex von einem Gericht für legal erklärt, die Steuerräuber wären fein raus. Ähnlich sieht es auch Steuerprofessor Spengel: „Wenn KK Law tatsächlich recht bekommen sollte, wäre das für die strafrechtliche Verfolgung von Cum-Ex-Geschäften ein herber Rückschlag.“ Das Urteil wird wohl Anfang nächsten Jahres gefällt.

Die alte Cum-Ex-Garde kämpft ihren letzten Kampf. Was aber ist aus ihren Schülern geworden? Sind sie noch immer im Geschäft?

Verdeckte Recherche

Um das herauszufinden, verwandeln sich zwei der Reporter in Felix und Otto. Felix, so lautet die Legende, ist der arrogante Sprössling einer deutschen Milliardärsfamilie, die aus Steuergründen in der Schweiz residiert. Er ist das, was man in der Szene eine „young gun“ nennt: Er will seiner Familie beweisen, dass er Geschäfte machen kann, Millionengeschäfte mit sagenhaften Renditen. An seiner Seite ist Otto, der ältere Halbbruder. Er ist stets skeptisch, achtet mit Argusaugen auf das Vermögen der Familie. Mit Cum-Ex und Cum-Cum haben Felix und Otto vor ein paar Jahren bereits gut verdient. Nun wollen sie wieder in das Geschäft einsteigen, einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.

Felix und Otto erhalten einen Tipp aus Dubai. Über eine Briefkastenfirma nehmen sie Kontakt zu einem Händler auf, ein Treffen in London wird vereinbart. Dort mieten sie für 2500 Euro eine Suite im 37. Stock des Hochhauses The Shard. Durch die bodentiefen Fenster schaut man rechts auf die Tower Bridge, links auf die St. Paul’s Cathedral. Felix trägt eine Breitling-Uhr. Otto hat sich bei einem hanseatischen Herrenausstatter eingekleidet. Alles, damit die Legende glaubwürdig erscheint.

Das Treffen ist für 14 Uhr vereinbart. Um 13.51 Uhr läutet das Telefon. Der Händler ist zu früh. Felix und Otto lassen ihn warten. Erst in 15 Minuten werden sie ihn abholen lassen. Von ihrer Assistentin, die in Wahrheit die Ehefrau eines Kollegen ist.

Der Mann, der unten wartet, ist ein Schüler von Sanjay Shah, einem Mann, der mit seinen Cum-Ex-Geschäften noch einmal alles übertroffen hat, was bis dahin denkbar schien. Für manche ist er der König der Steuerräuber. Mehrere europäische Länder soll er mit Cum-Ex geschädigt haben. Allen voran Dänemark. Hier geht es um1,3 Milliarden Euro. Das ist selbst für Frey kaum zu fassen. Fast ehrfurchtsvoll spricht er von dem Briten. Trotzdem hätten er und Berger nie mit ihm zusammengearbeitet. Zu „dubios“. Selbst unter Steuerräubern habe es Tabus gegeben, keine moralischen, aber solche, die das Risiko begrenzen sollten. Shah kannte keine Grenzen. Er habe „autistische Züge“, sagt Frey.

2011 kommt Shah zum ersten Mal die Idee, aus seinem Hedgefonds Solo Capital eine Art Generalunternehmen für Cum-Ex-Geschäfte zu schmieden. So geht es aus einem 14-seitigen Lebenslauf hervor, den Shah handschriftlich für einen seiner Berater verfasst hat. Normalerweise braucht man mehrere Partner für Cum-Ex-Geschäfte, Banken, Händler, Broker. Shah aber will alles unter einem Dach bündeln, mit niemandem teilen, wird dafür Miteigentümer der Hamburger Bank Varengold. Am Ende, so Frey, konnte Shah sich die Steuerbescheinigungen quasi selbst ausstellen. In der Szene heißt es: „He only used a printer.“ Er habe nur einen Drucker gebraucht.

Shahs Angriff auf Dänemark beginnt 2012, exakt in jenem Jahr, in dem Cum-Ex in Deutschland unterbunden wurde. Dänemark bemerkt ihn erst 2015, als es von britischen Behörden darauf hingewiesen wird. Da lebt Shah längst in Dubai, auf der künstlich angelegten Inselgruppe Palm Jumeirah, wo er mehrere Häuser besitzt. Er feiert Partys auf seiner Luxusjacht, lässt Popstars wie Lenny Kravitz und Snoop Dogg für Charity-Veranstaltungen nach Dubai einfliegen. „Er galt unter den Cum-Ex-Aktienhändlern als verrückter Hund“, sagt Frey.

Hätte Deutschland rechtzeitig gewarnt, wären die Dänen wohl gar nicht ausgeplündert worden.

Mittlerweile kann Shah Dubai nicht mehr verlassen. Staatsanwaltschaften in Europa ermitteln, die dänische, die norwegische, die belgische, die britische und die deutsche. Als Frey ihn im Februar 2017 zum Auspacken zu bewegen versucht, versteht Shah aber gar nicht recht, was die Deutschen überhaupt von ihm wollen. „Ich habe doch nur 50 Millionen von denen“, sagt er. So erinnert sich Frey. Auf schriftliche Fragen der Reporter antwortet Shah nicht.

Nun, im Londoner Wolkenkratzer, betritt einer seiner Schüler die Suite. Er ist Anfang 30, hat einen dunklen Teint, trägt ein weißes Hemd mit Manschettenknöpfen. Dabei hat er eine gebundene Präsentation. Felix, der arrogante Milliardärssprössling, ignoriert ihn erst einmal, tut so, als würde er am Telefon einen Mitarbeiter zusammenstauchen. Dann wird der Shah-Schüler von Felix und Otto abgeklopft. Direkt nach der Universität, erzählt dieser, habe er bei der Maple Bank angefangen, die den Staat mit Cum-Ex-Geschäften um mehrere Hundert Millionen geprellt hat. Später sei er dann für Shahs Hedgefonds tätig gewesen, dort habe er die „Ecken und Kanten des Geschäfts“ kennengelernt, Beziehungen aufgebaut. Gerade noch rechtzeitig, bevor er ins Visier der Ermittler geraten konnte, habe er den Absprung geschafft. Nun sei er dabei, etwas Neues aufzubauen.

Felix gefällt das. Seine Familie habe ja bereits gute Erfahrungen mit Cum-Ex-Geschäften gemacht, suche nun nach Möglichkeiten, wieder in den Markt einzusteigen. „Was können Sie uns anbieten?“

Der Shah-Schüler blättert durch seine Präsentation. „Ich mag es nicht Cum-Ex oder Cum-Cum nennen“, sagt er. Was er beschreibt, klingt aber nach dem bekannten, rein steuergetriebenen Aktienhandel rund um den Dividendenstichtag. Auch Gerhard Schick, Bundestagsabgeordneter und Finanzexperte der Grünen, interpretiert die Präsentation später so. „Ich verstehe das als direkte Fortsetzung von Cum-Ex und Cum-Cum.“ Der Shah-Schüler selbst benutzt lieber einen anderen Namen. Er sagt: „Wir nennen es Corporate Action Trading.“ Die drei „Hauptmärkte“ seien Frankreich, Italien und Spanien. Norwegen, Finnland, Polen und die Tschechische Republik seien aber auch kein Problem und bereits getestet. Er erwähnt seine Kontakte zu großen Investmentbanken. Sie seien nach wie vor im Geschäft.

Und was ist mit Deutschland? „So wie es mit Deutschland gerade steht“, sagt der Shah-Schüler, „würde ich noch mindestens ein Jahr warten, bevor ich wieder reingehe. Es gibt Leute, die Deutschland handeln. Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist ihr gutes Recht. Aber ich würde noch ein Jahr warten.“ Wurden Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte denn in Deutschland nicht unterbunden? Der Shah-Schüler grinst. „Es gibt Möglichkeiten, das zu umgehen.“

Dann wird noch ein wenig gefachsimpelt. Über „Counterparties“ und „Trading-Level“. Bis Otto sagt: „Komm schon, wir müssen nicht um den heißen Brei herumreden, das Geld kommt von der Steuer.“

„Ja, klar“, sagt der Händler.

Der Fernsehbeitrag „Der Jahrhundertcoup – Angriff auf die Steuerzahler“ im ARD-Magazin Panorama läuft am Donnerstag, den 18. Oktober, um 21.45 Uhr, ein Radiofeature um 20.30 Uhr bei NDR Info. Die Beiträge aller Recherchepartner werden auf der Projektseite www.cumex-files.com zusammengeführt.

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Jahrhundertcoup: Angriff auf Europas Steuerzahler | Panorama | NDR

?OLAF SCHOLZ? SPD

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https://www.neopresse.com/finanzsystem/aufgedeckt-so-haben-die-cum-ex-tricks-deutschland-um-milliarden-gebracht/

AUFGEDECKT: So haben die „Cum-Ex“-Tricks Deutschland um Milliarden gebracht

NEOPresse in Finanzsystem

Der Fiskus in Deutschland verzichtet seit vielen Jahren auf viel Geld. „Cum-Ex“ nennt sich ein Steuertrick, mit dem sehr vermögende Menschen im In- und Ausland Steuerrückzahlungen organisiert haben für Steuern, die sie gar nicht gezahlt hatten. Deutschland weiß seit mindestens gut 12 Jahren Bescheid. Reagiert hat im Kern niemand. Die MERKEL-Regierung ist verantwortlich. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Merkel-Deutschland lässt Steuerparadiese entstehen

Dabei geht es in erster Linie um die Erträge aus Aktien, die aus Gewinnausschüttungen bestehen. In diesem komplizierten Geflecht entstehen Rückerstattungsansprüche, wenn ein Steuerzahler zu viel Steuern auf die Erträge der Unternehmen selbst bezahlt hat. Dies ist weidlich ausgenutzt worden. Denn die Unternehmen haben teils höhere Erstattungsansprüche entstehen lassen als sie real hätten entstehen dürfen.

Damit eröffneten sich für Steuerzahler in Deutschland, darunter ein bekannter Vermögens-Vertriebs-Unternehmer, die Möglichkeiten, nicht gezahlte Steuern als Aufwand gegenüber dem Finanzamt zu deklarieren, weil die Informationen über den tatsächlichen Abfluss der Steuern nicht grenzüberschreitend weiter gereicht werden.

 

Deutschland wusste zumindest im Jahr 2005 darüber Bescheid. Die Regierung hat über viele Jahre nichts unternommen. Sie hat es sogar versäumt, ihre Erkenntnisse den anderen betroffenen Staaten wie zum Beispiel Frankreich oder Italien weiterzureichen. Dort sind gleichfalls Milliardenschäden entstanden. In Deutschland selbst wurde der Skandal mit vielen Jahren Verspätung aufgedeckt. Angeblich sollen die Schlupflöcher gestopft worden sein.

Tatsächlich möchte die EU nun sogar die Steuererstattung „erleichtern“ lassen. Dies kann die Risiken auf Steuermindereinnahmen in der EU eher vergrößern.

Die MERKEL-Regierung arbeitet seit 13 Jahren an diesem Fall – oder auch nicht. Sehr viel spricht dafür, dass dies kein Zufall ist. Diejenigen, die jetzt an der Lösung mitwirken sollen, gelten als Lobbyisten der Bankenbranche. Auch dies ist kein Zufall. Die GroKo leistet ganze Arbeit.

 

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https://www.neopresse.com/finanzsystem/aufgedeckt-wer-das-bargeld-abschaffen-will/

AUFGEDECKT: Wer das Bargeld abschaffen will….

NEOPresse in D/A/CH

Bargeld ist das Medium von Kriminellen und Steuerhinterziehern, lassen Politiker gerne so oder ähnlich durchblicken und versuchen, uns das elektronische Geld schmackhaft zu machen. Sie werden unterstützt oder angetrieben durch Allianzen, die einen regelrechten Krieg gegen das Bargeld inszenierten, so Dr. Norbert Häring, der ein bemerkenswertes Buch dazu geschrieben hat („Schönes neues Geld“. Die Organisationen, die hinter der angestrebten Abschaffung des Bargeldes stecken, sind mächtig.

Allianz – „besser als Bargeld“

Diese Allianz ist ein Bündnis, das in erster Linie eigene Interessen oder jedenfalls die vermuteten eigenen Interessen vertritt. Sie nennt sich im Original „Better than Cash Alliance“. Sie ist Teil eines Verbundes verschiedener Organisationen, die weltweit das Bargeld zurückdrängen wollen.

Zunächst die hier Beteiligten: Die „Bill and Melinda Gates Foundation“, die Citibank, Kreditkartenunternehmen wie Mastercard oder Visa und auch das US-Außenministerium. Ein illustres Netzwerk also.

Sinn und Zweck der Bargeldzurückdrängung dieser Organisationen ist schlicht die Kontrolle über das Geld allgemein und die Geldverwendung der Menschen, deren Verhalten also, speziell. Wer das Verhalten „kontrolliert“, wird es am Ende auch steuern können. So, wie es die Chinesen derzeit mit Wohlverhaltenspunkten bereits teils ausüben.

 

Die „Kontrolle“ funktioniert jedoch nur, wenn das – scheinbare – Geld in elektronischer Form auf Konten gehalten wird. Banken schöpfen aus dem E-Geld wie aus dem Nichts neues Geld. Jeder Euro (bei uns) Guthaben kann in etwa zu 90 Cent ein neuer Kredit werden. Aus diesen 90 Cent wiederum können weitere 80 Cent Kredit geschöpft werden und so fort.

Kreditkartenunternehmen wiederum verdienen an der Geldzirkulation. Allerdings naturgemäß nur dann, wenn das Geld auch in E-Form, also unbar, gehandelt wird. Staaten wiederum könnten bei Währungskrisen jede Form der elektronischen Geldhaltung nutzen, um ganze Währungsreformen zu veranlassen. Staaten können über die Kontrolle der Verwendung auch den Zutritt zu bestimmten Leistungen verweigern. Und Staaten können direkt die Besteuerung des Geldvermögens – fast beliebig – veranlassen.

Testfelder für die Arbeit der „Better than Cash Alliance“ sind beispielsweise Schweden oder Indien, das fast über Nacht Bargeld faktisch vom Markt nahm. Gerade Drittwelt-Länder werden zwar mit neuen Zahlungssystemen „beglückt“, um sie angeblich an die moderne Welt anzuschließen. Faktisch jedoch sind diese Versuche mit Bedingungen verknüpft. Sie dürfen nicht – sie müssen.

Die schöne neue Welt – von der wir hier kaum etwas erfahren. Bis die Bargeldfunktionen von „Better than Cash Alliance“ auch hier noch weiter zurückgedrängt werden.

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<<„VERSCHWÖRUNGs-THEORIE“ >><<„VERSCHWÖRUNGs-THEORIE“ >>  WISSENSCHAFTLICHE UNTERSUCHUNG – – – DEFINITION: ein erfundener BEGRIFF der als „ANTI-WAHRHEITS-MUND-TOT-WERKZEUG“ FUNGIERT

aus dem TEXT: ….Christian Lindner begründet die Notwendigkeit eines Bamf-Untersuchungsausschusses mit dem Hinweis ….. (<<<WÄRE am „BAMF-SKANDAL“ auch am „NSU“ nicht ETWAS „OBER-FAUL“ WÄRE es MÖGLICH das GANZE EINFACH und ÖFFENTLICH aufzu-KLÄREN>>>)“WER DECKT WEN???!!!?!“

……Diesen Schauder muss auch der Publizist „Jakob Augstein“ spüren, wenn er bei allem Nachdenken über die globale Wirrnis zum Ergebnis kommt, die Welt leide an einer „ISRAELISIERUNG“…..(siehe auch  „NETANYAHU und Jitzchak Rabin“  

https://www.zeit.de/kultur/2018-06/verschwoerungstheorien-politik-israel-afd/komplettansicht

Verschwörungstheorien: Das geheime Dahinter

Ach, wie erleichternd, wenn aus dem Nichts plötzlich eine dunkle Erklärung auftaucht! Die Verschwörungstheorie ist zum mentalen Ausweg aus der Krise geworden.
Verschwörungstheorien: Der Verschwörungstheoretiker glaubt oft an eine düstere, einfache Wahrheit.
Der Verschwörungstheoretiker glaubt oft an eine düstere, einfache Wahrheit. © Wil Stewart/Unsplash

Als die Menschen noch Windows benutzten, in grauer Vorzeit also, landeten sie regelmäßig im „abgesicherten Modus“. Im abgesicherten Modus standen weniger Funktionen zur Verfügung, alles war folglich einfacher und klarer. Meist wechselte das Betriebssystem in den abgesicherten Modus, wenn sonst nichts mehr ging.

Es scheint, als sei der abgesicherte Modus zurückgekehrt in die analoge Welt, in den politischen Diskurs einer verhedderten Welt. Köpfe fahren nicht mehr ordnungsgemäß hoch. Sie landen in einem Modus, der weniger grafisch ist und weniger komplex, im Modus der Verschwörungstheorie. Dieser Modus ist deshalb so attraktiv und verbreitet, weil er mehrere Vorgänge, die üblicherweise einzeln zu berechnen wären, zu einem zusammenfasst.

Die Verschwörungstheorie ist nicht mehr der Modus der Verrückten, die in der Fußgängerzone stehen und predigen, sie lässt sich nicht mehr an den Rand exotisieren. Sie ist mentaler Ausweg der Mitte, existiert im Kopf einflussreicher Publizisten, im Bundestag. Nicht nur bei der AfD. Christian Lindner begründet die Notwendigkeit eines Bamf-Untersuchungsausschusses mit dem Hinweis, man müsse Verschwörungstheoretikern die Grundlage entziehen. Womit er sich zwar vordergründig gegen Verschwörungstheorien stellt, sie aber gleichzeitig adelt. Offenbar hält Lindner die Theorie, hinter dem amtlichen Durchwinken von Flüchtlingen stehe ein politischer Großplan, für widerlegenswert.

Je komplexer der Weltabdruck in unserer Wahrnehmung, desto höher ist die Gefahr, dass der Kopf auf den abgesicherten Modus umschaltet. Wenn in Syrien ein Bürgerkrieg ausbricht, der von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr komplizierter wird, unter Beteiligung des Iran, Russlands, der USA, Terroristen, Islamisten, Salafisten, Kurden, wenn sich Hunderttausende auf die Flucht machen, manche religiös, manche nicht, der eine nett, der andere nicht, jeder mit eigener Biografie – wenn diese Menschen abgerissen über Felder marschieren und plötzlich vor uns stehen, als herausfordernde Tatsache, als Mosaik der Millionen Geschichten, dann ist es verlockend, dahinter einen Generalplan zu vermuten. Zum Beispiel das Vorhaben Angela Merkels, die deutsche Bevölkerung komplett auszutauschen. Soll doch erst mal jemand beweisen, dass es nicht so ist!

Im Abwärtsstrudel

Wie erleichternd, wenn aus dem Nichts plötzlich die sinistre Wahrheit auftaucht. Fans von Star Wars kennen das: diesen warmen Schauder, der einen überkommt, wenn sich Darth Vader endlich zu seiner Vaterschaft bekennt.

Diesen Schauder muss auch der Publizist Jakob Augstein spüren, wenn er bei allem Nachdenken über die globale Wirrnis zum Ergebnis kommt, die Welt leide an einer „Israelisierung“. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu gehöre „auf traurige Weise“ zu den erfolgreichsten Politikern der Welt. Der Westen habe sich, so schrieb Augstein neulich auf Spiegel Online, auf einen „israelischen Weg“ begeben. Frankreich trage, nach israelischem Vorbild, inzwischen die Züge eines Polizeistaats. Statt den sichtbaren Grund zu nennen für mehr Sicherheitsvorkehrungen zwischen Paris und Nizza, nämlich islamistische Anschläge mit Hunderten Toten, insinuiert Augstein ein Dahinter, etwas metaphysisch Existierendes, eine geheimnisvolle Kraft. Von da ist es nicht mehr weit zum Klassiker der Verschwörungstheorie, zum jahrhundertealten Glauben an das „Weltjudentum“, dem man seit dem Mittelalter unterstellt, weltweit die Fäden in der Hand zu halten.

Dieser Glaube beseelte auch jene kahlköpfigen Männer, die letztes Jahr mit Fackeln durch Charlottesville in Virginia zogen. „Jews will not replace us“, brüllten sie. Was doch merkwürdig ist. Man dachte ja, Trump-Amerika fühle sich existenziell von Maschinen bedroht, vielleicht noch von deutschen Autos und Chinesen. Aber weshalb denn von Juden? Der metaphysische Verschwörungsglauben ist offenbar tröstend fürs eigene Versagen. Eine Erklärung, die auch dem türkischen Präsidenten gefällt. Im Abwärtsstrudel der Inflation brüllt Erdoğan seinem Volk entgegen, die „Zinslobby“ sei schuld an der Misere. Er glaubt da möglicherweise wirklich dran.

Der Flüchtling als Trojanisches Pferd

Das wäre alles zu verdrängen und wegzuschieben und irgendwie zu ignorieren, hätte die Verschwörungstheorie mit der AfD nicht eine Repräsentanz im Bundestag, der Glaube an Islamisierung, Bevölkerungsaustausch, EU-Diktatur, Neue Weltordnung, und schickte sich nicht gerade eine „linke Sammlungsbewegung“ an, ganz ähnliche Denkmuster zu vertreten. Peter Boehringer, AfD, mächtiger Vorsitzender des Haushaltsausschusses, glaubt an eine globale Elite, die im Hintergrund an der „Neuen Weltordnung“ arbeitet. Was keine Verschwörungstheorie ist, die er sich ausgedacht hat. Sie zirkuliert seit dreißig Jahren in den USA, auch unter globalisierungskritischen Linken.

Wie würde es wohl enden, wenn er sich auf ein Bier mit Oskar Lafontaine treffen würde? Was wäre der Konsens des Abends? Könnte man sich möglicherweise darauf einigen, dass es eine „unsichtbare Regierung gibt, die in Wirklichkeit die Geschicke dieser Welt bestimmt“? Exakt das hat Lafontaine im vergangenen Jahr auf einer Friedenskundgebung behauptet. Darauf müsste man sich also einigen können.

Seine Frau, Sahra Wagenknecht, legte vor knapp zwei Wochen in der ZEIT dar, warum Deutschland eine „linke Sammlungsbewegung“ brauche. Ihr Aufruf ist getragen von der Überzeugung, die Flüchtlingswelle sei ein neoliberaler, durch Moral abgesicherter Angriff auf den kleinen Mann. Der Flüchtling als Trojanisches Pferd der Globalisierung – kein Wunder, dass die Sammlungsbewegung um Attac wirbt. Das Problem ist dabei nicht, dass Wagenknecht konkurrierende Interessen am unteren Ende der Gesellschaft anspricht. Nein, das ist okay. Das Problem ist, dass Wagenknecht insinuiert, es gebe einen Profiteur der Flüchtlingskrise, den viel gescholtenen „Neoliberalismus„. Oder sogar einen Plan hinter der Krise.

Finstere Pläne

Während Wagenknecht mit ihrem roten Dolch noch im Trüben stochert, zielt man in Ungarn längst präziser. Der Regierungschef Viktor Orbán hat den Schuldigen für das große Chaos gefunden: George Soros, US-amerikanischer Milliardär mit ungarischen Wurzeln. Soros würde „vor der Öffentlichkeit verborgen“ mit enormen Geldern die illegale Einwanderung fördern. Orbán ließ in Ungarn Fotomontagen plakatieren, die Soros und ungarische Oppositionspolitiker zeigten, wie sie gemeinsam Grenzzäune zerschneiden. Es ist also nicht die verworrene Realität von Krieg und Flucht, die da einbricht. Nein, es ist ein jüdischer Milliardär mit finsteren Plänen.

Die Qual der Einzelvorgänge, der losen Enden, der sich überlagernden Bilder, die Last der Komplexität, des achtfachen Bodens, Aleppo, Fassbomben, Staub, Balkan, Zelte, Bahnhof Budapest, geht auf in einem heilsamen Glauben an eine höhere Kraft. Die Metaphysik der Verschwörungstheorie ist umgekehrte Religiosität. Aus dem Glauben an eine Kraft, die beschützt, wird der Glaube an eine Kraft, die bedroht. Auch das hat etwas Tröstendes. Auch das bekämpft, was Heidegger als das „Hineingehaltensein ins Nichts“ bezeichnete, jenes Gefühl der tiefen existenziellen Weltleere, in der die Dinge ohne jeden Sinn kreuz und quer schießen. Je greller, lauter, je quälender sich diese Weltleere offenbart, desto größer wird offenbar der parareligiöse Wunsch, eine höhere Macht sei für diesen Schlamassel verantwortlich.

Würde dieser Glaube Gottesdienst feiern, er würde ein berühmtes Kirchenlied umkehren und es mit düsterer Beschwingtheit ins Nichts schmettern – Boehringer, Augstein, Lafontaine, den Kriegen entgegen, den Flüchtlingen, dem elenden Durcheinander: „Von schlechten Mächten unsichtbar umgeben, erwarten wir getrost, was kommen mag. Böses ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

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