Warnung vor „MEGA-SCHÄDLING“: Der „Baumwoll-Kapselbohrer“ wird immer resistenter //// „Gentechnik-LOBBYisten laufen STURM in der „EU“ //// „Genom-Editing“ – die „Gen-Schere“ – „CRISPR/Cas“

„MONSANTOs – SYSTEM“ ist „AB-GE-STÜRTZT“ – – – ERROR mit „RESISTENZEN“ – – – „GIFT-und MANIPULATIONs- PROGRAMM“ ist eine „FEHL-PROGRAMMIERUNG“

MONSANTO in EUROPA und DEUTSCHLAND: DAS PROBLEM „MONSANTO“ wurde den MENSCHEN von CDU/CSU einge-brockt!!!

„Wie MONSANTO auf GANZER LINIE VERSAGT“ – DICAMBA – RESISTENZ und „SUPER-UNKRÄUTER“ –„SUPERWEEDS“ –  „herbizid-resistente Unkräuter“

SCHÄDLINGs-RESISTENZEN – siehe auch „GIFT-SPRÜH-AKTION“ in BAYERNs EICHEN-WÄLDER

 https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33184/#gsc.tab=0

Warnung vor „Mega-Schädling“: Der „Baumwollkapselbohrer“ wird immer resistenter

07.05.2018

Baumwolle Texas
Baumwolle, hier in Texas, also fast sicher Gentechnik (Foto: Jay Phagan / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Die Baumwollfarmer in Texas und anderen Bundesstaaten im Süden der USA könnten in diesem Jahr große Probleme mit dem Baumwollkapselbohrer bekommen, warnt Insektenforscher David Kern von der texanischen A&M-Universität. Denn der Nachtfalter mit seinen gefräßigen Raupen wird zunehmend immun gegen die Gifte der gentechnisch veränderten (gv-) Baumwollpflanzen.

Die in den USA angebaute gvBaumwolle produziert Bt-Toxine, das sind Insektengifte, die die Raupen der Falter töten. Bt steht für Bacillus thuringiensis, der diese Gifte produziert. Die erste Generation dieser BaumwollPflanzen, etwa Bollguard I von Monsanto, beschränkte sich auf ein Toxin, Cry1Ac genannt. Da immer mehr Kapselbohrer dagegen resistent wurden, brachten Monsanto und die Mitbewerber neue Pflanzen auf den Markt, die zusätzlich Cry 2Toxine produzierten. Insektenforscher Kern stellte nun fest, dass die von ihm untersuchten Populationen des Schädlings in den südlichen Bundesstaaten fast alle gegen das BtToxin Cry1Ac resistent waren.70 bis 75 Prozent dieser Populationen zeigen auch eine Resistenz gegenüber den Cry2 Toxinen”, sagte Kern dem Magazin Cotton Grower. Ebenso von Resistenzen betroffen seien Pflanzen mit den Toxinen Cry1Ac and Cry1F. Laut Kern ist die einzige noch wirksame Variante derzeit das Bt-Toxin Vip3A, das ebenfalls von Monsanto entwickelt und in die neueste Generation von Gentech-Baumwolle (Bollguard III) eingebaut wurde. Doch sei dieses Toxin in gv-Baumwolle weniger effektiv als im gv-Mais. Der Insektenforscher empfiehlt den Landwirten deshalb zu beobachten, ob sich der Schädling in den Feldern breit macht und ihn dann mit Pestiziden zu bekämpfen.

Wissenschaftler der australischen Risikobewertungsbehörde CSIRO warnen, dass auf die Landwirte in den USA (und anderswo) noch eine weit größere Bedrohung zukommen könnte. Denn der in Amerika heimische Kapselbohrer (Helicoverpa zea) kann sich mit der nahe verwandten und in Europa und Asien vorkommenden BaumwollkapselEule (Helicoverpa armigera) paaren. Erste Hybride mit dem Erbgut beider Arten haben die Wissenschaftler in Brasilien gefunden. Helicoverpa armigera sei berüchtigt dafür, dass sie sehr schnell Resistenzen entwickle und diese auch weitergebe. Zudem könne sie weitaus mehr Pflanzenarten schädigen als der Kapselbohrer, heißt es in der Studie der Australier. Wenn sich diese Hybriden als eigene Art etablieren, würde dieser MegaSchädling eine Bedrohung der Ernten in Amerika und darüber hinaus bedeuten. Zwei Drittel der US-Ernte könnten betroffen sein, warnte CSIRO.

Meldungen über Bt-resistente Schädlinge gibt es seit inzwischen zehn Jahren: Sie betreffen nicht nur den Baumwollkapselbohrer, sondern auch andere Arten wie den Baumwollkapselwurm, den Heerwurm oder den Maiswurzelbohrer. Schon vor zwei Jahren verkündeten deshalb Wissenschaftler der Texas A&M Universität das Ende der gentechnisch veränderten BtPflanzen. „CryToxine hatte ihre Berechtigung und sie werden noch eine ganze Weile angewendet werden, aber die Ära der CryToxine scheint dem Ende zuzugehen.“ [lf]

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https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/unabh-ngige-wissenschaft-im-dienst-der-industrie

„Unabhängige Wissenschaft“ im Dienst der Industrie

Wahrheitswidrige Behauptungen zu neuen Gentechnikverfahren
Mittwoch, 2. May 2018

Derzeit laufen die GentechnikLobbyisten Sturm in der EU. Was sie erreichen wollen, kann erhebliche Konsequenzen für Mensch und Umwelt haben: Die Politik soll davon überzeugt werden, dass neue Gentechnikverfahren, bei denen beispielsweise die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, von der bestehenden Gentechnik-Regulierung ausgenommen werden. Sie behaupten, man könne die Veränderungen, die mit Verfahren des sogenannten Genome Editing herbeigeführt werden, nicht von denen der bisherigen Züchtung unterscheiden. Das entspricht nicht der Wahrheit. Trotzdem wird diese falsche Behauptung immer wieder geäußert. Auch der Präsident des deutschen Biologenverbandes VBIO, Bernd Müller-Röber, lobbyiert derzeit mit diesen falschen Argumenten bei Abgeordneten des EU-Parlamentes.

Gerade der VBIO als Dachverband der biowissenschaftlichen Fachgesellschaften, sollte eigentlich politisch, ideologisch und wirtschaftlich unabhängig sein. Dies gilt aber augenscheinlich nicht für seinen Präsidenten, der seit Jahren selbst Patente im Bereich Gentechnik anmeldet – jüngst auch auf dem Gebiet der neuen Gentechnikverfahren. Bernd MüllerRöber scheint somit auch als Lobbyist in eigener Sache zu handeln.

Was MüllerRöber und andere Lobbyisten verschweigen: Wenn das Erbgut von Organismen mit den neuen Gentechnikverfahren verändert wird, unterscheiden sich die Ergebnisse in der Regel deutlich von denen der bisherigen Züchtung. Das trifft auch dann zu, wenn keine neuen Gene eingefügt wurden. Testbiotech hat jetzt einen ersten tabellarischen Überblick zu wichtigen Unterschieden zwischen herkömmlicher Züchtung und Genome Editing veröffentlicht.

Testbiotech tritt für eine Regulierung der neuen Gentechnikverfahren nach dem Gentechnikgesetz ein. Sollten die neuen Verfahren nicht gesetzlich reguliert werden, drohen ähnliche Verhältnisse wie in den USA. Dort wurden bereits zahlreiche GentechnikOrganismen, darunter auch „CRISPRPilze“, ohne Risikoprüfung zugelassen. In der Folge gibt es keine verlässlichen Informationen über deren Risiken und auch keine Möglichkeit, deren Ausbreitung in der Umwelt zu verhindern. Damit fehlt Behörden, Politik, Landwirten und Verbrauchern jegliche Kontrolle und Wahlmöglichkeit.

Auch der Gentechnik-Konzern Monsanto setzt inzwischen verstärkt auf die neuen Gentechnikverfahren. Jüngst gab das US Unternehmen bekannt, dass es über 100 Millionen US-Dollar in ein Startup mit dem Namen Pairwise investiert, das entsprechende Anwendungen in der Landwirtschaft entwickeln soll.

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Beispiele für Patentanträge unter Beteiligung von Bernd MüllerRöber sind u.a.:
EP584324 B1 (erteilt 2003), Firma Bayer
EP571427 B1 (erteilt 2003) , Firma Bayer
WO2018046496 (angemeldet 2017), Universität Potsdam

Ein Schreiben, das Bernd MüllerRöber gemeinsam mit anderen Lobbyisten an Abgeordnete des EUParlamentes gerichtet hat, ist auf Nachfrage erhältlich.

Kontakt:

Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

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http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/crispr-wann-ist-eine-gentechnik-pflanze-eine-gentechnik-pflanze-a-1196477.html

EuGH-Entscheidung

Wann ist eine Gentechnik-Pflanze eine Gentechnik-Pflanze?

Mit moderner Gentechnik lassen sich unerkannt Mutationen in Organismen einschleusen, die auch natürlich auftreten. Der Europäische Gerichtshof muss nun entscheiden, ob so veränderte Pflanzen unter das GentechnikGesetz fallen.

Gentechnisch veränderter Maiskolben auf einem Feld (Archiv)

DPA

Gentechnisch veränderter Maiskolben auf einem Feld (Archiv)

Montag, 05.03.2018 10:52 Uhr

 

Eine Weizensorte, die gegen die gefürchtete Pilzkrankheit Mehltau resistent ist oder stressresistente Maispflanzen: An der Entwicklung solcher und vieler anderer Kulturpflanzen arbeiten derzeit zahlreiche Pflanzenforscher. Viele nutzen dazu ein molekulares Werkzeug, das sich seit einigen Jahren in rasantem Tempo in den Labors rund um die Welt verbreitet: Crispr/Cas9, kurz Crispr.

Mit der Genschere ist es möglich, das Erbgut – und damit die Eigenschaften von Pflanzen und anderen Lebewesenschneller, günstiger und präziser zu verändern als bisher. Viele Forscher sehen enormes Potenzial in der Technologie. Das Besondere: Die Schere hinterlässt außer der von ihr durchgeführten Veränderungen keine Spuren im Erbgut. Werden mit Crispr also Mutationen eingefügt, die auch natürlich auftreten können – etwa durch Züchtung – lässt sich im Nachhinein nicht mehr sagen, welche Methode angewendet wurde.

GentechnikKritiker fürchten deshalb, dass mit Crispr eine Vielzahl gentechnisch veränderter Pflanzen geschaffen, schlimmstenfalls unkontrolliert angebaut und letztlich den Verbrauchern unwissentlich untergejubelt werden könnten.

Beide Seiten warten derzeit mit Spannung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), der die entscheidende rechtliche Bewertung von entsprechenden Organismen liefern soll, die mit Crispr und vergleichbaren Techniken erzeugt wurden. Die Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.

Gentechnisch veränderter Organismus oder normale Zuchtpflanze?

Die Frage ist: Handelt es sich in den zur Debatte stehenden Fällen um gentechnisch veränderte Organismen (GVOs), die unter die strengen Auflagen des europäischen Gentechnikrechts fallen? Sie müssten in diesem Fall unter anderem ein Zulassungsverfahren durchlaufen und gekennzeichnet werden.

Oder sind viele Crispr-Produkte keine GVOs, weil sie nicht zu unterscheiden sind von Pflanzen, die natürlich entstanden sind oder mit konventionellen Züchtungsmethoden erzeugt wurden? In diesem Fall dürften sie ohne spezielle Prüfung und Kennzeichnung in den Verkehr und auf den Markt gebracht werden.

Der Generalanwalt des EuGH, Michal Bobek, legte im Januar dieses Jahres eine Stellungnahme zur rechtlichen Bewertung der Verfahren vor. Darin heißt es unter anderem, dass mit Crispr und vergleichbaren Verfahren erzeugte Organismen nicht als gentechnisch verändert anzusehen sind, solange die vorgenommenen Veränderungen auch auf natürliche Weise entstanden sein könnten.

Zu einem ganz anderen Schluss kommt der Rechtsfachmann Ludwig Krämer. Er hat sich im Auftrag von Testbiotech – einer gentechnikkritischen Lobbyorganisation – mit der Stellungnahme befasst. Seiner Ansicht nach fallen die neuen Verfahren sehr wohl unter den Geltungsbereich der EUFreisetzungsrichtlinie, welche die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen regelt. Pflanzen und Tiere, die damit verändert wurden, müssten in einem Zulassungsverfahren auf Risiken untersucht werden.

„Fallweise entscheiden“

„Mit der hohen Präzision der CrisprTechnologie ist ein wesentlicher Schritt erreicht, den Pflanzenzüchtung schon immer angestrebt hat“, sagt Ralf Wilhelm, Leiter des Fachinstituts für die Sicherheit biotechnologischer Verfahren bei Pflanzen am Julius-Kühn-Institut. Man könne damit Züchtungsziele wie Krankheits- und Schädlingsresistenz oder eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Nässe oder Trockenheit erreichen – und zwar wesentlich schneller und günstiger als je zuvor.

Hinsichtlich einer rechtlichen Bewertung der Verfahren hält sich Wilhelm allerdings bedeckt. „Wir würden von wissenschaftlicher Seite keinen Sinn darin sehen, zwei Organismen, die völlig gleich sind, rechtlich unterschiedlich zu bewerten.“ Allerdings müsse man fallweise entscheiden und die Art der jeweiligen Veränderung berücksichtigen.

„Das ist ein Werkzeug, eine Methodik, die in vielen Zusammenhängen einsetzbar ist“, so Wilhelm. So können mit Crispr etwa auch mehrere Gene gleichzeitig stillgelegt werden oder neue Genbausteine eingefügt werden – von der eigenen wie von fremden Arten. Vor allem wenn fremde Gene eingefügt würden, bedürfe es nach dem Gentechnikrecht einer umfassenden Sicherheitsprüfung der resultierenden Produkte, sagt Wilhelm. Das bei solchen größeren Eingriffen das Gentechnik-Gesetz greift, ist allerdings auch unstrittig.

So funktioniert Crispr in der Pflanzenzucht

Die Genschere Crispr kann Gene, die für eine bestimmte Eigenschaft der Pflanze verantwortlich sind, gezielt ansteuern. Der Genstrang wird an der entsprechenden Stelle geschnitten und dann vom zelleigenen Reparatursystem wieder zusammengefügt. Da die Reparatur nicht immer perfekt verläuft, wird das Gen dabei unter Umständen verändert, zum Beispiel ausgeschaltet. An der Schnittstelle können auch neue Gene eingefügt werden.

Die resultierende Pflanze unterscheidet sich nur in einem oder wenigen genetischen Bausteinen von der Ausgangspflanze. Solche Mutationen, die zur Stilllegung von Genen führen können, treten natürlicherweise ständig auf und führen zu zufälligen Veränderungen des Pflanzen-Erbguts. Klassische Züchtungsmethoden, etwa die Bestrahlung, erhöhen die Mutationsrate ebenfalls künstlich, um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und schneller eine gewünschte Veränderung im Erbgut und den Eigenschaften der Pflanze hervorzurufen.

Ob der Europäische Gerichtshof der Linie seines Generalanwalts folgt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Sollten mit Crispr und vergleichbaren Methoden eingefügte Genveränderungen, die auch natürlich auftreten können, als Gentechnik gelten, bleibt die Frage, wie das kontrolliert werden soll. Weder in Genanalysen noch äußerlich sieht man diesen Pflanzen an, ob sie natürlich oder künstlich mutiert sind.

jme/dpa

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https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-gentechnik-verfahren-rechtsexperte-kritisiert-stellungnahme-des-generalanwalts

Neue Gentechnik-Verfahren: Rechtsexperte kritisiert Stellungnahme des Generalanwalts des EuGH

Trennlinie zwischen Züchtung und Gentechnik zu unklar definiert
Mittwoch, 28. February 2018

Am 18. Januar positionierte sich der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu der Frage, ob das sogenannte GenomEditing unter die Gentechnikgesetzgebung der EU fällt. Im Auftrag von Testbiotech befasste sich jetzt der renommierte EURechtsexperte Professor Dr. Ludwig Krämer mit der Einschätzung des Generalanwaltes. Ludwig Krämer war bis 2004 Beamter der EU-Kommission (Generaldirektion Umwelt) und war an der Formulierung der EUGentechnikgesetze beteiligt. In seinem Gutachten, das heute veröffentlicht wird, äußert Krämer deutliche Kritik an der Position des Generalanwaltes.

Nach dem Gutachten von Krämer fallen die neuen GentechnikVerfahren eindeutig unter den Geltungsbereich der EU-Richtlinie 2001/18. Demnach sind Züchtungsverfahren nur dann von der Gentechnikregulierung ausgenommen, wenn diese bereits bei Inkrafttreten der EU-Richtlinie „seit langem als sicher“ angesehen wurden. Bei den neuen GentechnikVerfahren, bei denen u.a. die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, ist das aber nicht der Fall. Deswegen müssen Pflanzen und Tiere, die in ihrem Erbgut mithilfe von GenomEditing verändert wurden, in einem Zulassungsverfahren auf ihre Risiken untersucht werden, bevor sie freigesetzt oder importiert werden könnten. Der Generalanwalt unterscheidet in seiner Stellungnahme dagegen nicht klar zwischen Gentechnik und konventioneller Züchtung.

Krämer weist darauf hin, dass der Generalanwalt auch in Bezug auf die Interpretation des Vorsorgeprinzips zu einer unzutreffenden Einschätzung kommt: Wenn es Unsicherheiten in der Einschätzung der Risiken von neuen GentechnikVerfahren gibt, muss der Gesetzgeber auf Nummer sicher gehen und die Risiken untersuchen lassen. Entsprechende Regelungen müssen EUweit angewendet und dürfen – anders als der Generalanwalt dies formuliertnicht den einzelnen EUMitgliedsländern überlassen bleiben.

Falls der EUGerichtshof der Meinung des Generalanwaltes folgt, könnten sich in der EU erhebliche Lücken in der Gentechnikregulierung ergeben. In diesem Fall wäre es nach Ansicht von Testbiotech unerlässlich, dass die Politik aktiv wird, um beispielsweise unkontrollierte Importe oder Freisetzungen zu verhindern.

Testbiotech betont, dass es in der Bewertung der neuen Gentechnik-Verfahren keineswegs nur um rechtliche Fragen geht. Vielmehr sind die Methoden des GenomEditing in ihren Verfahren und Risiken auch dann von denen der konventionellen Züchtung unterscheidbar, wenn keine Gene über die Artgrenzen übertragen werden. Um diese Unterschiede möglichst einfach und verständlich zu erklären, veröffentlicht Testbiotech heute auch zwei kurze Texte zu den Unterschieden zwischen CRISPR/Cas und der bisherigen Mutationszüchtung.

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Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

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https://www.testbiotech.org/aktuelles/der-eu-drohen-bei-gentechnik-organismen-erhebliche-regelungsl-cken

In der EU drohen bei Gentechnik-Organismen erhebliche Regelungslücken

Stellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in der Kritik

24. Januar 2018 / In der vergangenen Woche hat der Generalanwalt des EuGH eine Bewertung veröffentlicht, ob die neuen Verfahren des GenEditing unter die Gentechnikgesetzgebung der EU fallen sollen. Er befasst sich nicht in der Sache mit den technischen Verfahren und ihren Anwendungen und Risiken. Seine Argumentation beruht vielmehr zu großen Teilen auf zu generellen und zum Teil veralteten Kategorien, die zu erheblichen Rechtsunsicherheiten führen können. Insbesondere fehlt eine klare Unterscheidung zwischen den bisher üblichen Verfahren der Züchtung und den neuen Verfahren des GenEditing, bei denen unter anderem die Gen-Schere CRISPR-Cas eingesetzt wird. Deswegen erwartet Testbiotech, dass das anstehende Gerichtsurteil keineswegs zu einem Ende der Debatte über die Regulierung der neuen Gentechnikverfahren führen wird.

Die Unklarheiten in der Stellungnahme des Generalanwalts gehen zum großen Teil auf Begrifflichkeiten zurück, die von der Saatgutindustrie geprägt wurden: Hier spricht man in der Regel von „Neuen Züchtungsverfahren“ oder „zielgerichteter Mutation“, wenn eigentlich die neuen Gentechnikverfahren gemeint sind. Tatsächlich spricht auch der Generalanwalt im Zusammenhang mit den neuen Gentechnikverfahren meist von „Mutationen“ und verwendet den präziseren und korrekteren Begriff des „GenEditinglediglich einmal in einer Fußnote. Diese Wortwahl, die schon in den Fragen zu finden ist, die dem Gericht ursprünglich zur Prüfung vorgelegt wurden, führt hier zu erheblichen Verwirrungen.

Mutationen treten auch spontan in der Natur auf oder können durch unspezifische Reize wie UVLicht oder Chemikalien erzeugt werden. Die traditionellen Verfahren der Mutationszüchtung zielen dabei auf eine Erhöhung der genetischen Variabilität im Erbgut der Pflanzen. Aufgrund ihrer biologischen Eigenheiten sind sie nur eingeschränkt regulierbar. Sie sind von der Gentechnikgesetzgebung auch aus historischen Gründen ausgenommen.

Dagegen greifen die Methoden des GenEditing direkt auf der Ebene des Erbguts ein und versuchen nicht die genetische Vielfalt zu erhöhen, sondern möglichst gezielt bestimmte Änderungen herbeizuführen. Auch wenn beim GenEditing keine neuen Gene eingefügt werden, sind nicht nur die Verfahren, sondern auch die Ergebnisse und damit verbundene Risiken oft deutlich von denen der konventionellen Züchtung verschieden.

Das zeigt auch eine aktuelle Publikation aus der Grundlagenforschung: Bei Versuchen an der Ackerschmalwand wurden mit Hilfe von CRISPRCas bestimmte Erbanlagen verändert, die der Züchtung bisher nicht zugänglich waren. Obwohl dabei keine zusätzlichen Gene eingefügt wurden, waren die Ergebnisse zwischen verschiedenen Untergruppen der selben Art sehr unterschiedlich, vermutlich wurden sie von der Epigenetik, d.h. der Genregulierung, beeinflusst. Das zeigt, dass die Methoden für die Risikobewertung verbessert werden müssen: Epigenetische Effekte werden bisher nicht berücksichtigt.

Dagegen kommt der Generalanwalt, ohne sich mit Details zu befassen, zu der überraschenden Einschätzung, dass es nicht darauf ankomme, ob die jeweiligen Verfahren risikobehaftet sind oder bereits als sicher erprobt sind. Je nach Lesart der Stellungnahme könnten so auch Organismen, die mit neuen Verfahren unter Verwendung der GenSchere CRISPR verändert sind, ohne Zulassungsprüfung und Kennzeichnung auf den Markt kommen. Die damit verbundenen Risiken müssten dann von den EU-Mitgliedsländern national geregelt werden, so der Generalanwalt.

Falls der EUGerichtshof der Meinung des Generalanwaltes folgt, könnten sich in der EU erhebliche Lücken in der Regulierung ergeben. Die Folge wäre, dass es in vielen Fällen keine Erfassung der Organismen, keine Sicherheitsprüfung und keine geeigneten Nachweisverfahren gäbe.

Nach Ansicht von Testbiotech müssen die neuen Verfahren EU-weit einheitlich auf ihre Risiken geprüft werden. Sollte es durch das in den nächsten Wochen zu erwartende Gerichtsurteil tatsächlich zu erheblichen Lücken in der Regulierung kommen, wäre es daher unerlässlich, dass die Politik aktiv wird, um beispielsweise unkontrollierte Importe oder Freisetzungen zu verhindern.

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Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

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https://www.keine-gentechnik.de/1/nachricht/32624/#gsc.tab=0

CRISPR-Cas9: Forscher fanden 1500 ungewollte Mutationen

14.06.2017

Die Genschere CRISPRCas9 ist offenbar doch nicht so zielgenau, wie oft behauptet. Wissenschaftler der Uniklinik der ColumbiaUniversität in New York fanden nach ihrem Einsatz in Mausversuchen 1500 ungewollte Veränderungen im Genom, berichtete das Fachblatt „Nature Methods„. Die gentechnikkritische Organisation GMWatch forderte, solche neuen Verfahren gesetzlich so strikt zu regeln wie die „alteGentechnik.

Die Forscher der Columbia Universität hatten bei blinden Mäusen das verantwortliche Gen mit der Genschere CRISPRCas9 repariert. Dann überprüften sie das komplette Erbgut von zwei verschiedenen Mäusen und entdeckten, dass an 1500 Stellen einzelne Nukleotide geändert worden waren (sogenannte Punktmutationen). Außerdem waren mehr als 100 Gene eingefügt oder gelöscht worden.

Die Wissenschaftsgemeinschaft müsse die potenziellen Gefahren solcher „OffTarget“-Effekte der Genschere berücksichtigen, zitierte der Tagesspiegel den Wissenschaftler Stephen Tsang. CRISPR könne sowohl Mutationen in einzelnen Erbgutbausteinen verursachen als auch Regionen des Erbguts verändern, in denen keine Geninformationen lägen, so der Mediziner. Mit der üblichen Computeranalyse, die mittels Vorhersagealgorithmen das Erbgut nach Fehlern absucht, welche der Zielsequenz besonders ähnlich sind, wären die zahlreichen ungewollten Veränderungen wohl nicht gefunden worden.

Denn die Mäuse konnten wieder sehen und zeigten auch sonst keine auffälligen Defekte. Die Wissenschaftler wiesen aber darauf hin, dass auch eine einzelne Punktmutation große Wirkung haben könne. Daher müsse man weiter daran arbeiten, CRISPRCas9 im Blick auf die OfftargetEffekte zu erforschen, bevor die Technik am Menschen eingesetzt werden könne.

Am Unterschied von Mensch und Maus machte Toni Cathomen vom Institut für Zell- und Gentherapie der Universität Freiburg dann auch seine Zweifel an der Übertragbarkeit der Studie fest. In den Mausversuchen seien große Mengen Lotsen-RNA produziert worden, die die Genschere zur Zielsequenz im Erbgut lenke, zitierte der Tagesspiegel den Molekularbiologen. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Off-Target-Effekten. Beim Menschen könne das anders sein.

Den Bezug zur Landwirtschaft stellte der Londoner Genetiker Michael Antoniou her: PflanzenGewebeKulturen besäßen ihre eigenen inhärenten mutagenen Eigenschaften, schrieb er in einem Beitrag für GMWatch. So könne die Störung einer EnzymFunktion zu unvorhersehbaren biochemischen NebenReaktionen führen, die auch NahrungsmittelPflanzen deutlich verändern könnten. Antoniou forderte daher für neuartige Gentechniken wie CRISPRCas9 LangzeitToxizitätsStudien mit etablierten Tier-Modell-Systemen. [vef]

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https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-forschungsergebnisse-zeigen-umweltrisiken-von-gentechnik-pflanzen-wurden

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Umweltrisiken von Gentechnik-Pflanzen wurden unterschätzt

Pflanzen, die mittels Gentechnik gegen Glyphosat resistent gemacht sind, haben ein überraschend hohes Potential für unkontrollierte Ausbreitung
Freitag, 6. April 2018

Aktuelle Forschungsergebnisse aus China zeigen eine neue Dimension der Umweltrisiken gentechnisch veränderter Pflanzen: Die zusätzlich in die Pflanzen eingebauten Gene können das Risiko für deren Ausbreitung in der Umwelt wesentlich erhöhen. Das wurde jetzt bei Gentechnik-Pflanzen nachgewiesen, die gegen das Spritzmittel Glyphosat resistent gemacht sind. Kreuzen sich die Gentechnik-Pflanzen mit natürlichen Populationen, haben die Nachkommen einen deutlichen Überlebensvorteil und können die transgene DNA wesentlich schneller verbreiten als bisher angenommen. Die neuen Untersuchungen zeigen, dass dieses Umweltrisiko einzig vom zusätzlich eingefügten Gen abhängig ist, nicht aber, wie bisher angenommen, vom Einsatz von Glyphosat. Durch Stressbedingungen wie Hitze und Trockenheit kann sich der Effekt noch verstärken.

Gentechnisch veränderte Pflanzen mit einer Resistenz gegenüber Glyphosat werden seit über 20 Jahren kommerziell angebaut und sind weltweit die am häufigsten verwendeten GentechnikSaaten. Trotzdem wurde deren erhöhtes Potential für eine unkontrollierte Ausbreitung bisher in keinem der offiziellen Zulassungsverfahren eingehend untersucht.

Hinweise auf ein erhöhtes Ausbreitungspotential transgener Pflanzen hatten sich bereits in früheren Untersuchungen gezeigt: Insbesondere GentechnikRaps und –Reis schafften es bereits mehrfach, ihre Gene in natürlichen Populationen zu verbreiten. Entgegen den Erwartungen konnten die daraus entstandenen Nachkommen oft in der Umwelt überdauern und sich weiter vermehren. Darauf hatte Testbiotech bereits mehrfach hingewiesen.

Dennoch hatten die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die Gentechnik-Industrie stets behauptet, dass das zusätzliche Gen keinen Überlebensvorteil für die Pflanzen bieten würde, wenn diese nicht zusätzlich mit Glyphosat behandelt werden. Die Forscher aus China weisen jetzt ausdrücklich darauf hin, dass das Risiko auch dann gegeben ist, wenn kein Glyphosat zum Einsatz kommt. Sie fordern auch weitere Untersuchungen unter Einbeziehung der Nachkommen der transgenen Pflanzen, um die Umweltauswirkungen genauer zu erforschen.

Das zusätzlich in den Pflanzen gebildete Enzym (abgekürzt EPSPS) führt nach den neuen Forschungsergebnissen nicht nur dazu, dass die Pflanzen gegenüber Glyphosat resistent werden. Es greift auch in den Stoffwechsel der Pflanzen ein, der Wachstum und Fruchtbarkeit steuert. Das kann dazu führen, dass Nachkommen der Pflanzen mehr Samen bilden und resistenter gegen Umweltstress sind. Als mögliche Ursache für die beobachteten Effekte nennen die chinesischen Forscher eine vermehrte Bildung des Hormons Auxin in den Gentechnik-Pflanzen. Dieses pflanzliche Hormon ist an der Regulation für Wachstum, Fruchtbarkeit und die Anpassung an Umweltstress beteiligt.

Interessanterweise können Stressfaktoren wie Hitze und Trockenheit diese Tendenz zur unkontrollierten Ausbreitung verstärken. Testbiotech fordert bereits seit Jahren, dass Gentechnik-Pflanzen einer Art Stresstest ausgesetzt werden müssten, um herauszufinden, wie die Pflanzen auf veränderte Umweltbedingungen reagieren, wie diese durch den Klimawandel verursacht werden. Auch hier bestritt die EFSA die Notwendigkeit für eingehende Untersuchungen bisher stets.
„Es zeigt sich, dass es auch nach über 20 Jahren kommerziellen Anbaus von GentechnikPflanzen viel Nichtwissen über deren tatsächliche Umweltrisiken gibt. Jetzt muss die Vorsorge gegen unkontrollierte Ausbreitung erheblich gestärkt werden“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Gentechnisch veränderte Organismen, deren Ausbreitung nicht ausreichend kontrolliert werden kann, dürfen auch nicht freigesetzt werden.“

Es gibt weitere Aspekte, die für die Bekämpfung von Unkräutern sehr wichtig werden können: Manche Unkrautarten verfügen natürlicherweise über Gene, die das EPSPSEnzym bilden können. Doch die Aktivität dieser Gene ist normalerweise zu schwach, um die Unkräuter vor dem Einsatz von Glyphosat zu schützen. Einige dieser Unkrautarten passen sich aber sehr erfolgreich an den Gebrauch von Glyphosat an: Sie können die Aktivität der betreffenden Genabschnitte erhöhen und so die Wirkung ihrer EPSPSEnzyme erhöhen. Man spricht von epigenetischer Anpassung. Die Nachkommen der Unkräuter sind dann oft gegen den Einsatz des Herbizids geschützt. Die neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Unkräuter auf diesem Weg zusätzlich eine höhere biologische Fitness erlangen. Der großflächige Anbau der GentechnikPflanzen führt demnach dazu, dass Superunkräuter entstehen, die sich schneller auf den Äckern ausbreiten als je zuvor. Dass diese Sorge berechtigt ist, zeigt eine weitere, noch aktuellere Studie aus den USA. In jedem Fall sind bereits große Anteile der Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen von diesen herbizidresistenten Unkräutern betroffen.

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https://www.testbiotech.org/aktuelles/usa-versagen-bei-kontrolle-von-gentechnik

USA versagen bei Kontrolle von Gentechnik

Bereits sechs mit CRISPRCas veränderte Organismen zur Vermarktung freigegeben

18. Januar 2018/ Ob alte oder neue Gentechnik: In den USA werden immer mehr Produkte ohne ausreichende Kontrolle zur Vermarktung zugelassen. Seit November 2017 sind die ersten GentechnikÄpfel in US– Supermärkten zu finden. Aufgeschnitten und in Plastiktüten verpackt, sollen die „Arctic“-Äpfel länger frisch aussehen, als sie es eigentlich sind. Die Äpfel wurden mit einem alten Gentechnikverfahren manipuliert, sie müssen in den USA nicht gekennzeichnet werden. Schon bald könnten auch erste Organismen zur Vermarktung kommen, deren Erbgut mit neuen Gentechnik-Verfahren verändert wurde. Diese wurden von der USLandwirtschaftsbehörde in den USA bereits freigegeben, sind allerdings noch nicht auf den Markt gelangt: 2016 wurden Mais und Speisepilze zugelassen, 2017 kamen Leindotter, Soja und Gräser hinzu, im Januar 2018 ein weiterer Mais der Firma DuPont.

Bei diesen Organismen wurde die neue GenSchere CRISPRCas eingesetzt. Aus ihnen gewonnene Lebensmittel oder deren Saatgut müssen in den USA nicht gekennzeichnet werden, die Organismen wurden auch keiner eingehenden Risikoabschätzung unterworfen.

„Die USA verdrängen die Risiken der Gentechnik weitgehend. Das erinnert an den Umgang der derzeitigen US-Regierung mit dem Klimawandel“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Die EU muss jetzt klarmachen, dass sie auf Nachweisverfahren und Risikoprüfung besteht, egal ob es sich um neue oder alte Gentechnik handelt. Sollten sich hier Lücken in der Regulierung ergeben, muss die Politik aktiv werden.“

In den USA haben die Behörden für die Zulassung der Organismen keine detaillierten Untersuchungen verlangt. In der Folge können die Risiken dieser Produkte nicht durch unabhängige ExpertInnen geprüft werden. Auch gibt es keine geeigneten Nachweisverfahren, weil oft nicht bekannt ist, wie das Erbgut im Detail verändert wurde. Von dieser Entwicklung könnten schließlich auch Importe in die EU betroffen sein, denn ohne entsprechende Nachweisverfahren sind die Behörden nur beschränkt handlungsfähig.

Ein Hinweis auf mögliche Lücken in der EURegulierung könnte heute vom Gerichtshof der EU kommen. Dort will der Generalanwalt darlegen, wie die bestehenden EUGesetze in Bezug auf die neuen Gentechnik-Verfahren auszulegen sind.

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Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

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siehe auch „EU“-„WEIH-NACHTs-GESCHENKE“ von MONSANTO

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/gericht-der-europ-ischen-union-st-rkt-das-vorsorgeprinzip

Gericht der Europäischen Union stärkt das Vorsorgeprinzip

Klage wegen Risiken von Gentechnik-Soja ist zulässig
Mittwoch, 14. March 2018

Das Gericht der Europäischen Union hat heute das Recht von Nichtregierungs­organisationen bestätigt, Fragen bezüglich der gesundheitlichen Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen gerichtlich überprüfen zu lassen. Im vorliegenden Fall geht es um Gentechnik-Sojabohnen der Firmen Monsanto und Pioneer, die nach Einschätzung von Testbiotech und anderer ExpertInnen nicht ausreichend auf gesundheitliche Risiken getestet wurden. Die EUKommission wollte es Testbiotech verwehren, die Importzulassung gerichtlich überprüfen zu lassen. Gegen diese Rechtsauslegung hatte Testbiotech eine Grundsatzklage eingereicht (T33/16). Das Gericht der Europäischen Union hat die Klage jetzt für zulässig erklärt.

„Die EUKommission hat den Import gentechnisch veränderter Pflanzen auf der Grundlage von unzureichenden Risikoprüfungen erlaubt. Dann hat sie versucht zu verhindern, dass das Gericht der Europäischen Union diese Zulassungen überprüft“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Die jetzige Entscheidung stellt einen Etappensieg dar, der das Vorsorgeprinzip in der EU stärkt.“

Im Mai 2015 hatte Testbiotech gemeinsam mit der Organisation GeneWatch UK einen Antrag auf Überprüfung einer Importzulassung für GentechnikSojabohnen mit veränderter Ölqualität eingereicht. Die EUKommission hatte zunächst die Fristen zur Beantwortung der Beschwerde um Monate überzogen. Dann behauptete sie, man könne gemäß der entsprechenden EUVerordnung (1367/2006) nur Umweltrisiken überprüfen lassen, nicht aber Risiken für die menschliche Gesundheit. Dieser Rechtsauffassung wurde jetzt vom Gericht der Europäischen Union widersprochen.

Testbiotech hat am EUGericht zwei weitere Klagen gegen Importzulassungen von GentechnikSoja eingereicht. In einem Fall wurden Sojabohnen von dem USKonzern Monsanto gentechnisch so verändert, dass sie Insektengifte produzieren. Hier besteht u.a. die Gefahr, dass die Insektengifte allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe von Sojabohnen verstärken (C82/17 P). Im anderen Fall wurden Sojabohnen von der Firma Bayer gegen die Anwendung von gleich mehreren Herbiziden resistent gemacht. Die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken wurden aber nicht überprüft (T-173/17).

Testbiotech sieht die anhängigen Klagen als Pilotprojekt, mit denen rechtliches Neuland beschritten wird. Nachdem jetzt entschieden wurde, dass entsprechende Klagen zulässig sind, muss geklärt werden, wie das Gericht mit wissenschaftlich begründeten Einwänden umgeht und welche Rolle das Vorsorgeprinzip dabei spielt. Unklar ist auch, welche Beweislast die EUKommission für den Nachweis der Sicherheit der gentechnisch veränderten Pflanzen trägt. Diese Fragen sind mit dem jetzt ergangenen Urteil nicht abschließend beantwortet. Testbiotech hat der höchsten Instanz des EUGerichtes aber bereits Fragen vorgelegt (C82/17 P), die Aufschluss darüber geben sollen, wie das EUGericht in diesem Zusammenhang mit wissenschaftlich begründeten Bedenken umgeht.

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33197/#gsc.tab=0

USA: Geplante Gentechnik-Kennzeichnung stößt auf Kritik

10.05.2018

USA Kennzeichnung Protest Labelling
Demo für GentechnikKennzeichnung in Connecticut 2013 (Foto: CT Senate Democrats / flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Das USLandwirtschaftsministerium (USDA) hat einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, wie künftig in den USA gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet werden sollen. Verbraucherorganisationen kritisierten die Vorlage, weil die Informationen nicht auf der Verpackung stehen müssen, sondern hinter einem QRCode versteckt werden können.

Bereits im Sommer 2016 hatte der US-Kongress beschlossen, dass es eine USeinheitliche GentechnikKennzeichnung geben soll. Dabei sollten die Lebensmittelhersteller zwischen drei Möglichkeiten wählen können, um ihre Gentechnikzutaten zu deklarieren: Sie schreiben sie direkt auf die Verpackung; sie verweisen für mehr Informationen auf eine Telefonnummer oder eine Internetseite; oder sie drucken einen sogenannten QRCode auf die Verpackung. Mit dessen Hilfe könnten Smartphone-Nutzer zu entsprechenden Informationen im Netz gelangen. Der Kongress beauftragte das USDA damit, bis Ende Juli 2018 die Detailregelungen vorzulegen. Dies hat die Behörde jetzt getan. Nach einer 60-tägigen Frist für öffentliche Kommentare will sie dann die endgültige Regelung verabschieden.

Die Verbraucherorganisation Center for Food Safety (CFS) kritisierte die Kennzeichnung über QRCodes. Gerade Menschen in ländlichen Gebieten, alte Menschen und solche mit wenig Einkommen verfügten oft nicht über Smartphones und die notwendigen Breitbandverbindungen, um die Informationen hinter den QRCodes abrufen zu können. 100 Millionen US-Amerikaner würden so von der Information über Gentechnik-Zutaten ausgeschlossen. Dies habe das USDA selbst in einer Studie bestätigt. „Das USDA sollte Textangaben auf der Verpackung oder die Verwendung von Symbolen als enzige faire und effektive Möglichkeit der Kennzeichnung vorschreiben“, sagte CFS-Geschäftsführer Andrew Kimbrell.

Er kritisierte auch, dass die USDA die seit 30 Jahren eingeführten Bezeichnungen ‚gentechnisch verändert’ oder GVO (gentechnisch veränderter Organismus) nicht verwenden wolle und statt dessen den Begriff ‚biotechnologisch’ (bioengineered) oder die Abkürzung ‚BEvorschreiben wolle. Das verwirre die Verbraucher und führe sie in die Irre, sagte Kimbrell. Offen lässt der USDA-Vorschlag laut CFS, ob auch stark verarbeitete Lebensmittel wie Öl aus GentechSoja oder Zucker aus GentechZuckerrüben gekennzeichnet werden sollen. Auch beim Umgang mit Zutaten aus Genome Editing will das USDA erst die Kommentare abwarten, bevor es sich endgültig festlegt. Das CFS hat deshalb dazu aufgerufen, die Kommentierungsphase dazu zu nutzen, eine seriöse Kennzeichnung zu verlangen. [lf]

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https://www.testbiotech.org/aktuelles/daten-zu-golden-rice-nicht-ausreichend-f-r-sicherheitsbewertung-nutzen-kaum-zu-erwarten

Daten zu „Golden Rice“: nicht ausreichend für Sicherheitsbewertung, Nutzen kaum zu erwarten

Testbiotech kommentiert Zulassungsprüfung durch Behörden in Neuseeland und Australien

5. Februar 2018 / Das International Rice Research Institute (IRRI) hat 2016 in Australien und Neuseeland einen Antrag auf Importzulassung für den sogenannten „Golden Rice“ (GR2) gestellt. Der Reis ist gentechnisch so verändert, dass er Carotinoide, eine Vorstufe von Vitamin A, produziert. Deswegen haben die Körner eine gelbliche Farbe. Der Reis soll vor allem dazu dienen, die Vitamin-A-Mangelkrankheit (Vitamin A Deficiency, VAD) in Entwicklungsländern zu bekämpfen.

Offensichtlich startete die GentechnikIndustrie eine Unterstützungskampagne für die Zulassung: Bei der zuständigen Behörde Food Standards Australia New Zealand (FSANZ) gingen entsprechende Briefe von Konzernen wie Bayer, Dow und Syngenta ein.

Nahrungsmittelqualität: Die vorgelegten Daten zeigen, dass die Reispflanzen auf dem Feld wesentlich geringere Mengen an Carotinoiden produzieren (3,5µg/g–10.9 µg/g), als aufgrund von bisherigen Daten angenommen wurde (30 µg/g). Zudem lag der Anteil des besonders wichtigen Beta-Carotins nur bei 59 Prozent der Gesamt-Carotinoide, anstatt wie erwartet bei 80 Prozent. Es ist unklar, ob dieser wesentlich niedrigere Gehalt durch die verwendeten Sorten oder durch die Reaktion der Pflanzen auf Umweltbedingungen bedingt ist. Weitere deutliche Verluste an BetaCarotin treten durch Lagerung, Verarbeitung und Kochen auf. Insgesamt muss aus den vorgelegten Daten gefolgert werden, dass die Erwartungen an die Vorteile des „Golden Rice“, die auch durch die Eingaben der Industrie geweckt werden, unter realistischen Bedingungen nicht erfüllt werden können.

Genetische Stabilität: Aktuelle Publikationen, die deutliche genetische Instabilitäten von ähnlichen Varianten des GentechnikReises zeigen, wurden von der FSANZ nicht berücksichtigt, obwohl diese auch für die Lebensmittelsicherheit relevant sein können. Auch die vom IRRI vorgelegten Daten zeigen, dass die Aktivität der zusätzlich eingeführten Gene von den jeweiligen Sorten und Umweltbedingungen abhängig ist. Um den tatsächlichen Einfluss dieser Faktoren auf den Reis zu bewerten, müssten wesentlich mehr Untersuchungen durchgeführt werden. Auf der Grundlage der vorgelegten Daten können jedoch keine endgültigen Schlussfolgerungen über die genetische Stabilität des „Golden Rice“ gezogen werden.

Analyse der Inhaltsstoffe: Es gibt weitere Gründe, die Aussagekraft der vom IRRI vorgelegten Daten zu bezweifeln. Erstaunlicherweise wurde für die Freisetzungsversuche und die Analyse der Inhaltsstoffe ausgerechnet die Sorte verwendet, welche die geringste Konzentration an Carotinoiden aufweist. Eine mögliche Erklärung ist, dass man Pflanzen ausgewählt hat, bei denen der Stoffwechsel möglichst wenig durch die Aktivität der zusätzlich eingebauten Gene gestört wird. Dadurch kann das Risiko für ungewollte Veränderungen im Stoffwechsel und in der Zusammensetzung der Pflanzeninhaltsstoffe gesenkt werden. Diese Sorten können „sicherer“ wirken als Pflanzen mit einer höheren Aktivität der eingebauten Gene. In der Konsequenz erlauben die vorgelegten Daten keine Schlüsse über die Sicherheit von Gentechnik-Reis mit einem höheren Gehalt an Carotinoiden.

Toxikologie: Nach Aussage des IRRI soll der Reis insbesondere kleinen Kindern und schwangeren Frauen zugutekommen. Es ist offensichtlich, dass Lebensmittel, zu deren Sicherheit bisher keine Erfahrungen vorliegen, nach den höchsten Sicherheitsstandards geprüft werden müssen, bevor diese für den Verzehr durch besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen zugelassen werden.
Überraschenderweise wurden aber keine toxikologischen Studien mit dem Gentechnik-Reis durchgeführt. Vor dem Hintergrund der öffentlich behaupteten humanitären Motive des Projektes ist es erstaunlich, dass der Zulassungsantrag nicht mit einem umfassenden Datensatz untermauert wird, der die Sicherheit des „Golden Rice“ belegt.

Zusammengefasst zeigen die vorgelegten Daten keinen substanziellen Nutzen. Zudem ist die von FSANZ durchgeführte Risikobewertung nicht ausreichend, um die Sicherheit von Lebensmitteln zu belegen, die aus dem „Golden Rice“ gewonnen werden.

 

 

Kontakt:
Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

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„MERKEL-KRISE“ – – – – ekelhaftes „SCHÖN-REDEN“ der „EX-GROKO“ //// „BANKEN-CRASH“ //// „BAR-GELD“ /// „Gefangen in der Türkei“ – „Der Fall „Deniz Yücel““ /// Bestseller-Autor: „Uwe Laub“: Wird das „Wetter zur Waffe“ – – – „Wissenschaftsthriller: „Sturm“

siehe auch „VEREINIGTE STAATEN von EUROPA“: „Oettinger“ – Merkel – Macron“

„LETTLAND“: „GELD-WÄSCHE“ – „EZB“

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Viel geschafft?!: DER BÜTTEL der „CDU“ (MERKEL) ist die „SPD“ – „CETA“ (GABRIEL) – – –  (KINDER) – „ARMUT“ (MANGEL)

„CDU/CSU“ – GLYPHOSAT – GIFT-SOJA – den WEG für „MONSANTO-BAYER“ geebnet

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/studie-der-bertelsmann-stiftung-groko-versprechen-eingeloest-15465866.html

Viel geschafft : Großteil der Groko-Versprechen von 2013 eingelöst

  • Aktualisiert am

Versprechen gehalten? Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Horst Seehofer bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages von 2013 Bild: Matthias Lüdecke

Wie gut oder schlecht war die Arbeit der Groko? Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung legt nahe, dass die Wähler mit ihrer Bewertung zu streng sind…….

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/02/24/banken-crash-lettland-ablv-muss-abgewickelt-werden/

Banken-Crash Lettland: ABLV muss abgewickelt werden

Vorwürfe der US-Regierung haben die lettische ABLV Bank zu Fall gebracht.

Lettlands drittgrößte Bank ABLV steht nach dem Urteil der Europäischen Zentralbank (EZB) vor dem Zusammenbruch und wird abgewickelt. Eine Rettung sei nicht im öffentlichen Interesse, teilten die EZB und der Einheitliche Abwicklungsausschuss, die für Abwicklung zuständige Behörde der Europäischen Bankenunion, in der Nacht zum Samstag mit.

Zuvor hatte bereits die lettische Finanzministerin Dana Reizniece-Ozola erklärt, die ABLV sei nicht systemrelevant. Deshalb werde die Regierung sie im Fall eines Zusammenbruchs nicht retten. Auch die lettische Finanzaufsicht war am Freitag Befürchtungen entgegengetreten, die Krise bei der ABLV könnte sich auf die gesamte lettische Bankenlandschaft ausweiten. Es gebe keine Panik im Markt, sagte Behördenchef Peters Putnins.

„Angesichts einer signifikanten Verschlechterung ihrer Liquidität ist die Bank wahrscheinlich nicht in der Lage, ihre Schulden und andere Verpflichtungen zu bedienen, wenn sie fällig werden“, erklärte die EZB in der Nacht.

Die US-Regierung hat dem Institut vorgeworfen, in Geldwäsche von Kunden aus dem Nachbarland Russland und der Ukraine verwickelt zu sein. Da rund 40 Prozent der lettischen Bankeinlagen aus dem Ausland kommen, waren Sorgen aufgekommen, dass Ansteckungsgefahren für andere Banken bestehen könnten. Die Vorwürfe gegen ABLV – die diese zurückweist – wurden von der US-Regierung erhoben. Die Finanzlage des Instituts spitzte sich daraufhin erheblich zu. Binnen Tagen flossen Einlagen im Wert von 600 Milionen Euro ab. Von der Zentralbank des Landes erhielt die ABLV in dieser Woche fast 300 Millionen Euro an Hilfen. Die EZB hatte angeordnet, dass die heimischen Aufseher bis auf weiteres sämtliche Auszahlungen der Bank unterbinden. Dem Institut wurde eine Frist bis zu diesem Freitag gesetzt, um die Finanzierungslücke zu schließen.

In dieser kritische Lage war zudem das lettische EZB-Mitglied wegen des Verdachts der Schmiergeldzahlungen von seinem Posten entfernt worden.

Die Abwicklung der Bank muss nun nach den neuen EU-Regeln zum Bail-in erfolgen. Demnach verlieren Gläubiger und Bankkunden ihr Geld. Lediglich Beträge bis 100.000 Euro sind voraussichtlich von einer nationalen Einlagensicherung geschützt.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/02/23/eu-kommissarin-vestager-liefert-ueberraschendes-plaedoyer-fuer-bargeld/?ls=ap

EU-Kommissarin Vestager liefert überraschendes Plädoyer für Bargeld

EU-Kommissarin Vestager sieht einen zu sorglosen Umgang der Bürger beim Bezahlen mit elektronischen Mitteln.

Bargeld in Euro-Scheinen. (Foto: dpa)

Bargeld in Euro-Scheinen. (Foto: dpa)

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat den Bürgern der Europäischen Union angesichts der Risiken der Digitalisierung Blauäugigkeit vorgeworfen. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung warnte die Dänin insbesondere vor einer übergroßen Freigiebigkeit mit persönlichen Informationen. „Wir müssen den Irrglauben durchbrechen, dass die Preisgabe von Daten keine Art von Bezahlung wäre“, sagte Vestager, die durch spektakuläre Wettbewerbsverfahren gegen digitale Weltkonzerne wie Google, Apple und Amazon bekannt geworden ist. „Überall, wo Du nicht mit Bargeld bezahlst, bezahlst Du auch mit Daten“, erklärte die EU-Kommissarin. Der Verbraucher werde auf diese Weise selbst Teil eines Produkts und seine Daten zu einer Ware, die weiterverkauft würde. „Man sollte sich hier keine Illusionen machen“, warnte Vestager.

Die frühere dänische Ministerin zeigte sich irritiert, wie wenig die Verbraucher auf ihre Rechte achteten. „Wir müssen in viel größerem Maße als bisher aufwachen“, rief sie zu mehr Wachsamkeit auf. „Es bringt ja nichts, wenn unsere Politiker unsere Rechte stärken und wir diese als Bevölkerung dann nicht auch nutzen.“

Zugleich beklagte Vestager, „dass die Leute offenbar nicht so neugierig und entschlossen sind, etwas Neues auszuprobieren“. So gebe es Produkte wie den deutschen Browser Cliqz. „Er bietet neue Möglichkeiten zu sagen, ich will nicht getracked werden, ich will keine digitale Spur hinterlassen. Aber wie bekannt ist er?“, fragte Vestager und warb für mehr Wagemut: „Wir brauchen selbstbestimmte Konsumenten und Bürger.“ Wenn die Bürger es wollten, könnten sogar europäische Alternativen zu Google oder Amazon ähnlich wie in Russland oder China erfolgreich sein. „In Europa gibt es jedenfalls keinen Mangel an Unternehmern, Innovatoren, fähigen Leuten im Tech-Bereich. Wir haben, was wir bräuchten“, sagte Vestager. Fraglich sei einzig der Wille der Verbraucher.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/02/20/schweden-rudert-bei-abschaffung-von-bargeld-zurueck/

Schweden rudert bei Abschaffung von Bargeld zurück

Die schwedische Regierung entdeckt plötzlich Risiken aufgrund der zunehmenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs im Land.

Schwedische Kronen. (Foto: dpa)

Schwedische Kronen. (Foto: dpa)

 

Die schwedische Regierung rudert im Hinblick auf die schrittweise Abschaffung von Bargeld im Land überraschenderweise zurück. Wie Bloomberg berichtet, hat das Parlament eine umfassende Studie zu der Entwicklung in Auftrag gegeben. Ein erster vorläufiger Bericht soll demnach im Sommer veröffentlicht werden.

Offenbar bestehen Befürchtungen, dass Menschen, die nicht im Umgang mit digitalen Technologien geübt sind, faktisch im Alltag abgehängt werden. „Wenn die faktische Bargeld-Abschaffung zu schnell von statten geht, dann könnte es schwierig werden, die Infrastruktur zu erhalten“, wird der Vorsitzende der parlamentarischen Untersuchungskommission, Mats Dillen, zitiert. Dillen wollte sich nicht dazu äußern, welche Vorschläge der Kommission derzeit auf dem Tisch liegen.

„Vielleicht geraten wir in eine Abwärtsspirale, welche die Bargeld-Infrastruktur gefährden kann. Das sind Dinge, die wir genau ansehen müssen“, sagte Dillen.

Schweden gilt weltweit als Land, welches die Abschaffung von Bargeld am weitesten vorangetrieben hat. Die Regierung denkt sogar über die Entwicklung einer digitalen Form der Landeswährung Krona nach.

Im vergangenen Jahr sank der Gesamtwert des zirkulierenden Geldes auf den niedrigsten Stand seit 1990. Verglichen mit dem Jahr 2007 hat sich der Umlauf um 40 Prozent verringert. Die Rückgänge in den Jahren 2016 und 2017 waren die stärksten bislang verzeichneten.

Eine im vergangenen Monat von Insight Intelligence veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass nur 25 Prozent der Schweden mindestens einmal pro Woche Münzen oder Scheine zum Bezahlen verwenden. Vor vier Jahren betrug dieser Wert noch 63 Prozent. Etwa 36 Prozent der Bevölkerung benutzen so gut wie nie Bargeld.

Die Vorstöße, welche auf eine Einschränkung oder Abschaffung des Bargeld-Gebrauchs abzielen, haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft. Beispielsweise hatte die EU-Kommission beschlossen, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Meist werden diese Restriktionen mit dem Kampf gegen Schwarzarbeit, Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung begründet. Dies erscheint zwar plausibel.

Wahrscheinlich ist aber, dass die Forderungen nach einer Digitalisierung des Geldes noch andere Gründe haben. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass Bargeld die einzige Möglichkeit der Bürger darstellt, ihre Ersparnisse vor dem Zugriff der Staaten und Banken und etwaiger Sonderabgaben oder Vermögenssteuern zu schützen. Zudem erlaubt es Bargeld, anonym zu bezahlen.

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Wieso ist der „TERROR-STAAT“ – TÜRKEI – „NATO“ – MIT-GLIED“???!!!

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ruestungsexporte-vor-yuecel-freilassung-genehmigt-15465710.html

Anfrage von Linken-Politikern : Regierung genehmigte Rüstungsexporte vor Yücel-Freilassung

  • Aktualisiert am

Bestreitet, dass es Deals gegeben hat: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel Bild: AFP

Die Bundesregierung bestreitet, dass der Freilassung Deniz Yücels ein „Deal“ vorangegangen sei. Die Linksfraktion im Bundestag ist aber weiter skeptisch.

Im Zusammenhang mit der Freilassung des deutsch-türkischen „Welt“-Journalisten Deniz Yücel und anderer mittlerweile aus türkischer Haft entlassener Gefangener halten sich Spekulationen über die Vereinbarung möglicher Gegenleistungen zwischen der deutschen und türkischen Regierung. Beide Seiten bestreiten das.

Im Fokus stehen vor allem Rüstungsexporte. Mehrere Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion um Sevim Dagdelen hatten sich in einer kleinen Anfrage erkundigt, ob die Bundesregierung nach der Freilassung der Journalistin Mesale Tolu Ende 2017 Rüstungsausfuhren in die Türkei gebilligt habe. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte darauf in seiner Antwort am Donnerstag mit, dass zwischen dem 18. Dezember und dem 24. Januar 31 Ausfuhrgenehmigungen erteilt wurden. Ein Zusammenhang mit den Freilassungen lässt sich aus den Zahlen nicht erschließen.

Die Linke-Abgeordneten wollten außerdem wissen, inwieweit die Freilassung Deniz Yücels eine ausreichende Voraussetzung sei, die „aktuell vermeintlich restriktive Genehmigungspraxis für Rüstungsexporte in das Nato-Mitglied Türkei“ aufzugeben. Darauf antwortete das Bundeswirtschaftsministerium: “Die Bundesregierung setzt sich auf allen Ebenen für die Freilassung deutscher Staatsbürger ein, die in der Türkei aufgrund politischer Strafvorwürfe inhaftiert sind.“

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http://www.spiegel.de/spiegel/der-fall-deniz-yuecel-eine-rekonstruktion-a-1195100.html

Gefangen in der Türkei

Der Fall Deniz Yücel, eine Rekonstruktion

367 Tage lang saß Deniz Yücel in türkischer Haft. Was bezweckte Präsident Erdogan, und wodurch kam der Journalist frei?

Von , und

…Der deutschtürkische Journalist wurde zum Symbol der Krise zwischen den beiden Ländern, auch wenn diese weit vor seiner Verhaftung begann und mit seiner Freilassung noch lange nicht beendet ist. Der Fall markiert den politischen Graben, der sich zwischen Ankara und Berlin aufgetan hat: auf der einen Seite ein Regime, das rücksichtslos gegen die Opposition vorgeht und nicht davor zurückschreckt, Vertreter ausländischer Medien als Geisel zu nehmen. Auf der anderen Seite ein Journalist, der sich durch nichts und niemanden von seiner Arbeit abhalten lässt. Weder durch die Drohungen eines Autokraten noch durch Warnungen der Bundesregierung oder die Sorgen des eigenen Chefredakteurs…….

……Bei der Pressekonferenz im Amtssitz des damaligen türkischen Premiers Ahmet Davutoglu in Ankara ergreift Deniz Yücel vor laufenden Kameras das Wort. Er hält Merkel auf Deutsch vor, aus Rücksicht auf den Flüchtlingsdeal zu Menschenrechtsverletzungen im Land zu schweigen. Die Türkei sei im internationalen Pressefreiheitsranking auf Platz 159 abgerutscht, im Südosten des Landes würden Sicherheitskräfte gegen Zivilisten vorgehen. „Zu alldem hört man von Ihnen nichts“, sagt er.

Davutoglu entgleiten die Gesichtszüge. Er hat offensichtlich nicht mit einem solchen Angriff gerechnet und kann sich nur schwer kontrollieren. „Sie haben keine Frage gestellt, sondern einen Vortrag gehalten“, sagt er an Yücel gerichtet.

Über Nacht wird der „Welt“-Journalist in der Türkei zum Staatsfeind. Regierungsnahe Medien treten eine Kampagne gegen ihn los, diffamieren ihn als „Religionsfeind“ und Sympathisanten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK..…..

……Eine Woche nach der Bundestagswahl reist Schröder nach Istanbul. Erdogan bietet einen Handel an: Deutschland solle jene Offiziere ausliefern, die seit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 als Verschwörer gesucht werden. Dann sei er bereit, Yücel, Steudtner und die anderen Deutschen freizulassen. Schröder lehnt ab: „Selbst wenn ich noch Kanzler wäre, würde ich das nicht machen.“ Kurz darauf reist auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier nach Istanbul.

Erdogan hinterlässt weitere Wünsche. Er will, dass deutsche Waffenschmieden türkische Panzer modernisieren, es geht um einen besseren Minenschutz für M60-Panzer aus amerikanischer Produktion und ein „Hard-Kill“-Abwehrsystem für deutsche „Leopard 2“-Panzer.

Beide Seiten senden Signale der Versöhnung aus. Im Oktober 2017 genehmigt der Bundessicherheitsrat eine Voranfrage für die Aufrüstung der M60-Panzer. Und der Menschenrechtler Peter Steudtner kommt frei. Am 4. November 2017 lädt der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoglu seinen Kollegen Gabriel nach Antalya ein, kurz vor Weihnachten wird die Journalistin Mesale Tolu aus der Haft entlassen.

Jahresende 2017. Yücel fürchtet einen schmutzigen Deal.

Deniz Yücel hatte gegen seine Haft beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geklagt, am Dienstag, dem 28. November, reicht die türkische Regierung ihre Stellungnahme ein. Sie enthält keinerlei neue Beweise. Zum ersten Mal keimt echte Hoffnung auf, dass Yücel freikommen könnte. „Als wir gesehen haben, dass die nach zehn Monaten umfassendster Ermittlungsarbeiten nichts gefunden haben, wusste ich: Damit kommen die nicht durch“, erinnert sich „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt heute.

Kurz nach Weihnachten fliegt Erdogan nach Tunesien und diktiert der mitreisenden Presse einen Satz in die Notizblöcke: „Wir müssen die Zahl der Feinde verringern und die Zahl der Freunde erhöhen.“

„Gut so“, kommentiert Poschardt in der „Welt„. „Die Bundesrepublik sollte die ausgestreckte Hand nicht wegschlagen.“ Poschardt weiß, dass er in einer Doppelrolle ist: einerseits Journalist, andererseits Arbeitgeber, der die Bemühungen um eine Freilassung seines Korrespondenten nicht publizistisch erschweren will. „Ich habe immer, wenn ich über die Türkei geschrieben habe, in dem Wissen geschrieben, dass es auch so wahrgenommen wird“, sagt er.

Am 6. Januar 2018 gehen die Verhandlungen in die heiße Phase. Sigmar Gabriel lädt seinen türkischen Amtskollegen nach Goslar ein. Dass er seinem Gast eigenhändig den Tee aus einer türkischen Kanne serviert, wird von deutschen Politikern kritisiert, in türkischen Medien wird Gabriel hingegen gefeiert. Der deutsche Außenminister stellt in Aussicht, dass Deutschland der Modernisierung der türkischen „Leopard 2“-Panzer zustimmen könnte.

Als Yücel im Gefängnis davon erfährt, beschließt er, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ein Interview zu geben, es wird schriftlich über seine Anwälte geführt. „Für schmutzige Deals stehe ich nicht zur Verfügung“, sagt Yücel darin. Er wolle seine Freiheit nicht „mit Panzergeschäften von Rheinmetall oder dem Treiben irgendwelcher anderen Waffenbrüder befleckt wissen“.

Die Diplomaten im Auswärtigen Amt sind alarmiert, sie fürchten, dass Yücel damit die Bemühungen um seine Freilassung torpediert haben könnte. Auch im Springer-Verlag ist man nicht glücklich. „Welt“-Chefredakteur Poschardt hatte noch versucht, das Interview zu verhindern. Er rief den Chefredakteur der dpa an und malte aus, welche Folgen das Interview haben könne. Aber die dpa ließ sich nicht beirren, ebenso wenig wie Yücel. „Man kann Deniz nichts verbieten“, sagt Poschardt.

Es ist aber nicht Yücels Einspruch, sondern die türkische Militäroffensive in Nordsyrien wenige Tage später, die einen Deal erst mal zunichtemacht. Ausgerechnet mit jenen „Leopard 2“-Panzern, die Berlin modernisieren wollte, geht die türkische Armee jetzt gegen die Kurdenmiliz YPG im syrischen Afrin vor.

Außenminister Gabriel (M.) in der "Welt"-Redaktion (mit Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und "Welt"-Chefredakteur Poschardt am 16. Februar in Berlin anlässlich der Freilassung von Deniz Yücel): "Da habe ich Gerd angerufen"

Inga Kjer/ Photothek via Getty Images

Außenminister Gabriel (M.) in der „Welt“-Redaktion (mit Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und „Welt“-Chefredakteur Poschardt am 16. Februar in Berlin anlässlich der Freilassung von Deniz Yücel): „Da habe ich Gerd angerufen“

Außenminister Gabriel entschließt sich, Erdogan persönlich zu treffen. Er will den türkischen Präsidenten nicht hart konfrontieren, sondern setzt auf dessen guten Willen. Am 4. Februar reist er geheim nach Rom, wo Erdogan den Papst besucht. Anderthalb Stunden sprechen die zwei Politiker im Hotel Excelsior miteinander. Erst ganz am Schluss kommt Gabriel auf den Fall Yücel zu sprechen, er bittet ihn um seinen Rat in der Angelegenheit. Erdogan verspricht, sich dafür einzusetzen, das Verfahren zu beschleunigen.

Als der türkische Präsident den deutschen Außenminister eine Woche später nach Istanbul einlädt, weiß Gabriel, dass die Sache in die richtige Richtung läuft. Bei diesem zweiten Treffen besprechen die beiden sehr konkret das weitere Verfahren……

 

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http://www.neuepresse.de/Menschen/Mensch-Hannover/Bei-Bestsellerautor-Uwe-Laub-wird-das-Wetter-zur-Waffe

Bei Bestsellerautor „Uwe Laub“ wird das „Wetter zur Waffe“

Am Pool: Uwe Laub ist gerne mit seinem Labrador Marley unterwegs – bei jedem Wetter.

Am Pool: Uwe Laub ist gerne mit seinem Labrador Marley unterwegs – bei jedem Wetter.
© MARION LAUB FINE ART PHOTOGRAPHY

Leute

Bei Bestsellerautor Uwe Laub wird das Wetter zur Waffe

Das Wetter spielt verrückt. Hannover versinkt im Schneechaos, in Australien trocknet ein See aus. In Sibirien schmilzt der Permafrost. Das beschreibt „Uwe Laub“ im Thriller „Sturm“. Aus dem Bestseller liest der 46-Jährige am Donnerstag, 1. März in Hannover, wo er eine Zeit lang gelebt hat.

Hannover.  Wie schafft man es, aus langen und vielfach sogar langweiligen Autofahrten ein kurzweiliges Vergnügen zu machen? Uwe Laub (46) hat da seine ganz eigene Methode: Er denkt sich Geschichten aus. Und weil er jahrelang im Pharma-Außendienst des väterlichen Unternehmens unterwegs war (das er inzwischen selbst führt), ist da einiges zusammen gekommen. Gut für Krimi-Fans. Der Mann ist inzwischen Bestseller-Autor.

„Eigentlich bin ich ein Spätstarter“, erzählt Laub. Mit Mitte 30 erst habe er sich die Storys nicht nur ausgedacht, sondern auch aufgeschrieben. Erst kamen Kurzgeschichten raus, dann ein Buch über den Klimawandel, „Blow Out“. Soeben erschienen ist der Wissenschaftsthriller „Sturm“, von der ZDF-heute-Redaktion schon als eines der zehn lesenswertesten Romane 2018 gelistet.

Im Berliner Olympiastadion hat der FC Bayern gerade das 3:0 erzielt, als ein Wirbelsturm aufzieht. Das Wetter wird zur Waffe; mehrere hundert Menschen sterben. Zum gleichen Zeitpunkt schmilzt in Sibirien der Permafrost, in Südaustralien treiben zigtausend toter Fische dort, wo früher ein See war. In Hannover muss Laura Wagner ihren kleinen Sohn ins Krankenhaus Siloah bringen, weil ihn an diesem Spätsommertag ein riesiger Hagelbrocken am Kopf getroffen hat. Ist das alles Zufall? Oder Wettermanipulation?

„Viele Fakten, gemischt mit Fantasie“ nennt Laub das, was er an beängstigender Handlung liefert. Ein großer Teil davon spielt sich ab in Hannover. Laura Wagner arbeitet hier als Sekretärin in einer Technologiefirma. Ein Meteorologe rettet sie, als sie auf dem Weg zur Arbeit auf dem Bremer Damm im Schneechaos verunglückt. Detailgenau beschreibt Uwe Laub den Weg, den die beiden Protagonisten nehmen. „Ich habe beruflich eine Zeit lang in Hannover gelebt“, berichtet er. Er kenne die Stadt „ein bisschen“. geografisch sei sie gut geeignet für ein Wetterphänomen.

Mit der Beschreibung von Extremsituationen greift der Vater einer 18-jährigen Tochter („Amelie macht gerade ihr Abi“) ein Thema auf, über das Menschen leidenschaftlich reden. „Viele finden, wir gehen zu leichtfertig mit unserer Umwelt um. Jeder hat das Gefühl, das Wetter spiele verrückt“, findet Laub. Wenn man sich intensiver damit beschäftige, stoße man auf Begriffe wie Geo-Engeneering und Wettermanipulation. Längst werde Regen über landwirtschaftlich genutzten Flächen erzeugt oder bei Staatsparaden in Russland verhindert. Bei der „Operation Popeye“ setzten die Amerikaner Silberiodid im Vietnamkrieg ein, in der Hoffnung, ihre Feinde würden im Schlamm auf dem legendären Ho-Chi-Minh-Pfad stecken bleiben.

Drei Jahre lang hat Laub für „Sturm“ recherchiert. Der Mann ist gründlich. Mit zwei Jahren kam er aus Rumänien; seine Eltern waren als Banater-Schwaben verfolgt. Er lernte Bankkaufmann, arbeitete vier Jahre an der Börse, stieg dann in den elterlichen Betrieb ein, der Pharmareferenten in ganz Deutschland vermittelt. Das sorgt auch in Zukunft für lange Autofahrten und neue Ideen. „Ich arbeite am dritten Buch“, verrät Laub. Titel und Thema will er noch nicht nennen.

Vielleicht wissen die Kollegen aus dem „Club der fetten Dichter“ mehr: Regelmäßig trifft sich die Runde in Stuttgart zum Erfahrungsaustausch, erzählt der Bestseller-Autor. Und der Name? Laub ist schließlich alles andere als fett. Sportlich. Mit Liebe fürs Tauchen, Segeln und lange Spaziergänge mit Labrador „Marley“. Fett seien nur die Steaks, die sich die Dichter gönnten, erzählt er.

Das Steak sei ihm gegönnt – auch in Hannover, wo Laub am Donnerstag, 1. März, zu Gast ist. In der Buchhandlung „Leuenhagen & Paris“ (Lister Meile 39) liest er ab 19.30 Uhr.

Von Vera König