„Bevölkerungs-KONTROLLE“ – – – Die andere WAHRHEIT zur „ÜBER-BEVÖLKERUNG“ – „Population Boom“ – „Werner Boote“ – „PLASTIC-PLANET“ ///// „MONSANTO-BAYER“ //// „PERCY SCHMEISSER“

 

m/watch?v=LONrYfb2D8E&feature=youtu.be

„Die andere Wahrheit zur ÜberbeVÖLKerung der Welt“ von „Werner Boote“

ab Minuten 11:32 – „Georgia Guide Stones“- „Welt-Bevölkerungs-Reduzierung“

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„Georgia Guide-Stones“

https://www.focus.de/fotos/georgia-guidestones-nuemmer-zwei_id_8300144.html

Georgia Guidestones Nümmer zwei

https://www.focus.de/wissen/mensch/zehn-leitsaetze-in-acht-sprachen-seit-den-70er-jahren-ungeloest-steintafel-monument-in-den-usa-gibt-raetsel-auf_id_8300145.html

15.01.2018, 19:24 |  FOCUS Online/Wochit

Zehn Leitsätze in acht Sprachen

Seit den 70er-Jahren ungelöst: Steintafel-Monument in den USA gibt Rätsel auf

Es steht auf einem Hügel – mitten im Nirgendwo des US-amerikanischen Bundesstaates „Georgia“: Doch die Lage ist gar nicht das merkwürdige an den so genannten „Georgia Guidestones“. Auf den „vier“ Steinen des Monuments finden sich „zehn“ geheimnisvolle Leitsätze in „acht“ verschiedenen Sprachen.

Seit seiner Errichtung im Jahr 1980 ranken sich zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien um die vier großen Steintafeln. Einige glauben, dass die Sätze der Aufruf der Illuminaten zu einer neuen Weltordnung sein, berichtet die Seite travelbook.com. Andere glauben es seien die zehn Gebote der Neuzeit.

Und tatsächlich erinnern die Inschriften, die unter anderem auf Englisch, Arabisch und Hebräisch verfasst wurden, an die Worte Gottes aus der Bibel. Auf den Steintafeln steht:

  1. „Halte die Menschheit unter 500.000.000 in andauerndem Gleichgewicht mit der Natur.“
  2. Vereine die Menschheit mit einer neuen Sprache.“
  3. Steuere die Fortpflanzung weise – um Tauglichkeit und Vielfalt zu verbessern.“
  4. Beherrsche Leidenschaft – Glaube – Tradition und alle Dinge mit gemäßigter Vernunft.“
  5. „Schütze Menschen und Nationen durch faire Gesetze und gerechte Gerichte.“
  6. „Lass alle Nationen ihre eigenen Angelegenheiten intern regeln und internationale Auseinandersetzungen vor einem Weltgericht beilegen.“
  7. „Vermeide kleinliche Gesetze und unnütze Beamte.“
  8. „Schaffe ein Gleichgewicht zwischen den persönlichen Rechten und den gesellschaftlichen Pflichten.“
  9. „Würdige Wahrheit – Schönheit – Liebe – bei der Suche nach Harmonie mit dem Unendlichen.“
  10. „Sei kein Krebsgeschwür auf dieser Erde – lasse Raum für die Natur – lasse Raum für die Natur.“

Als Schöpfer der Guidestones gilt ein gewisser „R.C. Christian“. Dabei soll es sich jedoch um ein Pseudonym handeln. Seine wahre Identität ist bis heute ein Rätsel. Ein Banker, der als Kontaktperson fungierte, soll extra eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben haben.

 

 

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https://de.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones

Georgia Guidestones

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Georgia Guidestones
Georgia Guidestones, Blick nach Osten
Georgia Guidestones, Blick nach Osten
Daten
Ort Elbert County, Georgia
Baumeister Joe H. Fendley, Sr
Bauherr R. C. Christian
Baujahr 1980
Höhe 5,87 m
Grundfläche 44,59 m²
Koordinaten 34° 13′ 55,2″ N, 82° 53′ 40,2″ WKoordinaten: 34° 13′ 55,2″ N, 82° 53′ 40,2″ W |

Die Georgia Guidestones (dt. etwa „Orientierungstafeln von Georgia“, auch bekannt als Steine von Georgia bzw. Marksteine von Georgia) sind ein Monument aus Granitstein, welches sich in Elbert County im US-Bundesstaat Georgia befindet. Aufgrund seines Aussehens wird es manchmal als das „amerikanische Stonehenge bezeichnet. Eine Inschrift mit zehn Richtlinien ist in die massiven Steinblöcke in acht modernen Sprachen eingeschlagen. Auf der Oberseite befinden sich die Richtlinien in gekürzter Form in vier altertümlichen Sprachen: Babylonisch, Altgriechisch, Sanskrit und in ägyptischen Hieroglyphen.

Es ist fast zwanzig Fuß (etwa 6 Meter) hoch, besteht aus sechs Granitplatten und wiegt fast 100 Tonnen. Im Zentrum des Monuments befindet sich eine Platte, um die sich vier weitere Platten sternförmig gruppieren. Auf diesen Platten ruht ein Deckstein. Des Weiteren befindet sich in unmittelbarer Nähe eine in den Boden eingelassene Steinplatte, welche Informationen über die Geschichte und den Zweck der Guidestones enthält.

Geschichte

Im Juni 1979 erschien bei der Elberton Granite Finishing Company ein Mann, der sich selber Robert C. Christian nannte und erklärte, dass er im Auftrag einer „kleinen Gruppe loyaler Amerikaner, die an Gott glaube“ handele und anonym bleiben wolle. Der richtige Name ist unbekannt, da das verwendete Pseudonym R. C. Christian auf Christian Rosencreutz verweist.

Christian erklärte dem Eigentümer der Firma und späteren Baumeister Joe Fendley den Plan. Es solle als Kompass, Kalender sowie Uhr genutzt werden und katastrophale Ereignisse überstehen können. Er machte dabei metrische Angaben zur Größe und dem Umfang des Monuments. Dabei waren zur Errichtung des Monuments Granitblöcke in einer Größe notwendig, wie sie im ElbertCounty bisher nicht abgebaut, geschnitten oder fertiggestellt wurden. Fendley konnte nur eine grobe Kostenschätzung machen, da zusätzliche Werkzeuge und Berater notwendig waren und schätzte die Bauzeit auf etwa sechs Monate.

Zur Finanzierung wandte sich Christian an den Präsident der lokalen Granite City Bank, Wyatt Martin. Martin war durch eine Verschwiegenheitserklärung sowie als einzigem Mittelsmann die Identität von Christian bekannt, da er dessen Kreditwürdigkeit prüfen musste. Christian erzählte ihm, dass die Gruppe seit mehr als 20 Jahren ein ungewöhnlich großes und aufwändiges Stein-Monument plane.

Christian übergab Fendley ein hölzernes Modell des Monuments sowie zehn Seiten mit detaillierten Angaben zum Monument. Darunter sind Angaben zur Statik, Gründung und Astrologie. Dabei ähneln die Angaben denen des inneren Teils von Stonehenge.

Martin erteilte Fendley die Freigabe zum Bau, nachdem ein Guthaben bei seiner Bank eingegangen war. Das fünf ac große Grundstück, auf dem die Guidestones stehen, wurde am 1. Oktober 1979 durch Christian vom Farmbesitzer Wayne Mullinex gekauft. Nach dem Grundstückkauf hatte Martin mit Christian nur noch per Brief Kontakt. Später wurde das Grundstück an das County überschrieben.

Die Enthüllung der Guidestones fand am 22. März 1980 und somit nahe dem Zeitpunkt des Frühlingsäquinoktiums statt. Dieser wohnten zwischen 100 und 400 Personen bei.

Inschriften

ZehnGebote“, Leitsätze oder Richtlinien sind in den Georgia Guidestones in acht verschiedenen Sprachen mittels Sandstrahlen eingraviert, eine Sprache auf jeder Seite der vier aufrecht stehenden Steine. Von Norden im Uhrzeigersinn beginnend sind dies Englisch, Spanisch, Swahili, Hindi, Hebräisch, Arabisch, altes Chinesisch, und Russisch. Nachfolgend wird die englische Inschrift (grau unterlegt) wiedergegeben und die deutsche Übersetzung gegenüber gestellt.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

MAINTAIN HUMANITY UNDER 500,000,000

IN PERPETUAL BALANCE WITH NATURE
GUIDE REPRODUCTION WISELY —

IMPROVING FITNESS AND DIVERSITY
UNITE HUMANITY

WITH A LIVING NEW LANGUAGE
RULE PASSION — FAITH — TRADITION

AND ALL THINGS

WITH TEMPERED REASON
PROTECT PEOPLE AND NATIONS

WITH FAIR LAWS AND JUST COURTS
LET ALL NATIONS RULE INTERNALLY

RESOLVING EXTERNAL DISPUTES

IN A WORLD COURT
AVOID PETTY LAWS

AND USELESS OFFICIALS
BALANCE PERSONAL RIGHTS WITH

SOCIAL DUTIES
PRIZE TRUTH — BEAUTY — LOVE —

SEEKING HARMONY WITH THE
INFINITE
BE NOT A CANCER ON THE EARTH —

LEAVE ROOM FOR NATURE —

LEAVE ROOM FOR NATURE
Halte die Menschheit unter 500.000.000

in fortwährendem Gleichgewicht mit der Natur
Lenke die Fortpflanzung weise –

um Tauglichkeit und Vielfalt zu verbessern
Vereine die Menschheit

mit einer neuen, lebendigen Sprache
Beherrsche Leidenschaft – Glauben – Tradition

und alles Sonstige

mit gemäßigter Vernunft
Schütze die Menschen und Nationen

durch gerechte Gesetze und gerechte Gerichte
Lass alle Nationen ihre eigenen Angelegenheiten selbst/intern regeln

und internationale Streitfälle

vor einem Weltgericht beilegen
Vermeide belanglose Gesetze

und unnütze Beamte
Schaffe ein Gleichgewicht zwischen den persönlichen Rechten und

den gesellschaftlichen/sozialen Pflichten
Würdige Wahrheit – Schönheit – Liebe –

im Streben nach Harmonie mit dem
Unendlichen
Sei kein Krebsgeschwür für diese Erde –

lass der Natur Raum –

lass der Natur Raum

Eine kürzere Botschaft steht auf den vier vertikalen Seiten des Decksteins, wiederum jeweils in einer anderen Sprache und entsprechender Schrift auf jeder Seite. Die erläuternde Tafel neben den Guidestones identifiziert diese Sprachen/Schriften als Babylonische Keilschrift (Nord), Altgriechisch (Ost), Sanskrit (Süd) und ägyptische Hieroglyphen (West) und fordert (was vermutlich die englische Übersetzung ist):

Let these be guidestones to an age of reason   (etwa: „Lass diese [Steine] Wegweiser-Steine in ein Zeitalter der Vernunft sein“)

Im Jahre 2014 wurde dem Denkmal ein Schlussstein mit der Inschrift2014“ hinzugefügt; er befindet sich an der Tafel mit englischer und spanischer Inschrift.

Tafel mit Erläuterungen

Wenige Meter westlich des Monuments wurde eine weitere Granitplatte in den Boden eingelassen. Sie erläutert die Struktur und die Sprachen, enthält Daten zu Größe, Gewicht und astronomische Details der Steine sowie über das Errichtungsdatum und die Sponsoren des Projekts.

Zusätzlich gibt es eine Angabe zu einer Zeitkapsel, die unter der Tafel vergraben sein soll. Jedoch fehlen die Gravuren, wann die Kapsel vergraben wurde und später wieder ausgegraben werden soll. Daher ist offen, ob überhaupt eine Zeitkapsel dort vergraben ist.

Die Tafel selbst ist mit ihren Seiten auf die Haupthimmelsrichtungen ausgerichtet und so beschriftet, dass Norden die Leserichtung angibt. In der Mitte jeder Seite befindet sich dazu ein kleiner Kreis, mit je einem eingeschlossenen Buchstaben, der die entsprechende Himmelsrichtung in englischer Sprache angibt (N, S, E, W). Die Beschriftung der ist ungenau bei der Interpunktion. Auch wird das Wort „PSEUDONYN“ verwendet. Hierzu wird spekuliert, dass es sich nicht um einen Eigennamen, sondern um „PSEUDONYM“ in falscher Schreibweise handeln könnte. Ein orthografischer Flüchtigkeitsfehler scheint allerdings im Verhältnis zum immensen finanziellen Aufwand zur Errichtung der Anlage ebenso eher unwahrscheinlich.

Ganz oben auf der Tafel steht:

THE GEORGIA GUIDESTONES
CENTER CLUSTER ERECTED MARCH 22, 1980

Darunter befindet sich der Umriss eines Vierecks mit Text. An den Seiten des Vierecks sind die Namen von vier antiken Schriften bzw. Sprachen angeordnet, eine pro Seite. Diese sind nachfolgend im Uhrzeigersinn von der Spitze beginnend aufgelistet. Das Viereck soll die Deckplatte der vier Steine darstellen.

Linker Teil der Erläuterungstafel

Rechter Teil der Erläuterungstafel
LET THESE BE
GUIDESTONES
TO AN AGE
OF REASON
Capstone Languages.jpg
BABYLONIAN CUNEIFORM
CLASSICAL GREEK
SANSKRIT
EGYPTIAN HIEROGLYPHICS

Darunter folgen in zwei Blöcken, einem links und einem rechts, weitere Erläuterungen

ASTRONOMIC FEATURES:
1. CHANNEL THROUGH STONE

INDICATES CELESTIAL POLE.
2. HORIZONTAL SLOT INDICATES

ANNUAL TRAVEL OF SUN.
3. SUNBEAM THROUGH CAPSTONE

MARKS NOONTIME THROUGHOUT
THE YEAR
AUTHOR: R.C. CHRISTIAN

(A PSEUDONYN)
SPONSORS: A SMALL GROUP
OF AMERICANS WHO SEEK
THE AGE OF REASON
TIME CAPSULE:
PLACED SIX FEET BELOW THIS SPOT
ON
TO BE OPENED ON
PHYSICAL DATA
1. OVERALL HEIGHT – 19 feet 3 inches (5.9 m)
2. TOTAL WEIGHT – 237, 746 POUNDS
3. FOUR MAJOR STONES ARE 16 feet (4.9 m),

FOUR INCHES (102 mm) HIGH, EACH WEIGHING
AN AVERAGE OF 42, 437 POUNDS.
4. CENTER STONE IS 16 feet (4.9 m), FOUR-

INCHES HIGH; WEIGHS 20, 957
POUNDS.
5. CAPSTONE IS 9 feet (2.7 m), 8-INCHES

LONG; 6 feet (1.8 m), 6-INCHES WIDE;
1-foot (0.30 m), 7-INCHES THICK. WEIGHS
24,832 POUNDS.
6. SUPPORT STONES (BASES) 7-FEET,

4 INCHES LONG 2 feet (0.61 m) WIDE.
1-foot (0.30 m), 4 INCHES THICK, EACH
WEIGHING AN AVERAGE OF 4,875
POUNDS.
7. SUPPORT STONE (BASE) 4-FEET,

2 1/2 INCHES LONG, 2 feet (0.61 m), 2-INCHES
WIDE; 1-foot (0.30 m), 7-INCHES THICK.
WEIGHT 2,707 POUNDS.
8. 951 cubic feet (26.9 m³) GRANITE.
9. GRANITE QUARRIED FROM PYRAMID

QUARRIES LOCATED 3 MILES WEST
OF ELBERTON, GEORGIA.

Es folgt eine weitere Überschrift und darunter der Grundriss der aufrechten Steine der Struktur, bestehend aus einem kleinen Viereck, umgeben von vier längeren Vierecken nach Nordwesten, Nordost, Südost und Südwest zeigend. In der Darstellung befinden sich die Namen von acht Sprachen mit je einer an den langen Seiten der Steine. Diese sind nachfolgend von der oberen Seite des nordöstlichen Quaders beginnend und im Uhrzeigersinn aufgelistet.

GUIDESTONE LANGUAGES:
ENGLISH
SPANISH
SWAHILI
HINDI
HEBREW
ARABIC
CHINESE
RUSSIAN

Am unteren Ende der Tafel befindet sich der Hinweis

ADDITIONAL INFORMATION AVAILABLE AT ELBERTON GRANITE MUSEUM & EXHIBIT

COLLEGE AVENUE
ELBERTON, GEORGIA

Ort

Die Georgia Guidestones befinden sich auf dem höchsten Punkt des Elbert County, Georgia. Die Steine befinden sich in der Nähe des Highway 77 (Hartwell Highway) östlich von Georgia und sind von dieser Straße aus gut sichtbar. Kleine Straßenschilder am Highway zeigen die Abfahrt zu den Guidestones: „Guidestones Rd.“ Sie liegen etwa 90 Meilen (145 Kilometer) östlich von Atlanta, 45 Meilen (72 Kilometer) von Athens, Georgia und 9 Meilen (15 Kilometer) nördlich des Zentrums von Elberton.

Rezeption und Interpretation

Unter anderem Yoko Ono huldigte den Inschriften als „einen ergreifenden Appell an das rationale Denken“ („a stirring call to rational thinking“), während Wired.com angab, dass nicht näher bestimmte Ablehnende darin die „Zehn Gebote des Antichristen“ sähen.

Die Guidestones erlangten großes Interesse unter sogenannten Verschwörungstheoretikern. So forderte ein Aktivist namens Mark Dice, die Guidestones sollten „in Millionen Teile zerschlagen“ und für ein Bauprojekt genutzt werden, da ihr Ursprung im Satanismus läge und dass R. C. Christian einem Luzifer’schen Geheimbund angehöre, welcher mit der „Neuen Weltordnung“ in Verbindung stehe.

Bei der Einweihung/Enthüllung des Monuments zeigte sich ein Lokalpolitiker überzeugt, es sei für Sonnenanbeter, kultische Riten und zur Teufelsanbetung. Anderslautende Stimmen sagen, die Steine seien im Auftrag von Rosenkreuzern errichtet worden.

Der Computeranalyst William C. Van Smith schrieb in dem CNN-Artikel „Waiting for the end of the world: Georgia’s 30-year stone mystery“, die Ausmaße des Monuments hätten die Höhe des Burj Khalifa in Dubai, dem derzeit höchsten Gebäudes der Welt, vorhergesagt, das über 30 Jahre nach Errichtung der Guidestones eröffnet wurde. Smith behauptete, die Urheber der Steine hätten wahrscheinlich vom Burj-Khalifa-Projekt gewusst, das er mit dem biblischen Turmbau zu Babel gleichsetzte.[2]

Die geläufigste Annahme ist, dass die Steine das grundlegende Konzept zum Neuaufbau einer zerrütteten Zivilisation darlegten. Der Autor Brad Meltzer befand, dass die Steine 1979 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges errichtet wurden und als Botschaft an die eventuellen Überlebenden des Dritten Weltkrieges gedacht waren. Demnach könne die Forderung, die Erdpopulation unter 500 Millionen Menschen zu halten, von der Annahme herrühren, dass nach jenem Krieg durch selbigen die Population unterhalb dieser Größenordnung liegen würde.

Der Inhalt der Guidestones wird auch zu den Alternativen zu den 10 Geboten gezählt.

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???NIEMAND will die MENSCHEN „AUS-ROTTEN“ oder die VÖGEL oder die SCHMETTERLINGE oder die BIENE (WILD-BIENE)  usw???

http://www.sueddeutsche.de/kultur/ueberbevoelkerung-mehret-euch-nicht-1.4030753

Überbevölkerung

Mehret euch nicht!

Die Biomasse der Menschen sei mittlerweile zehnmal so groß wie die aller wild lebenden Tiere zusammen, sagt Aktivist de Giraud.(Foto: picture alliance/AP Photo)

Der Mensch ist das größte Umweltproblem. Deshalb fordern Antinatalisten das Ende der Fortpflanzung. Ein Besuch bei ihrem Vordenker Théophile de Giraud.

Von Alex Rühle

Ein Frühsommerabend in Brüssel, die Touristen walzen in Zehnerpulks durch die vergoldete Innenstadt, die Grand-Place sieht aus, als wäre hier Welttreffen der Selfie-Junkies. Théophile de Giraud wirkt in dieser grellen T-Shirt-Buntheit wie ein schwarzes Loch, hager huscht er durch die Menge, schwarze Schuhe, Hose, Hemd, schwarz gefärbtes Haar, bloß weg hier, in die Chaloupe d’Or, ein leeres Lokal gegenüber dem Rathaus.

Dort baut er schnell seine Kamera auf, als langjähriger Aktivist weiß de Giraud, dass man jedes Interview vielleicht noch einmal brauchen kann, und dann legt er auch schon los: Es gehe natürlich nicht um all die Menschen, die schon lebten, er zeigt dabei nach draußen, in die heitere internationale Fraternisierungsidylle, sondern nur um all jene, die noch gar nicht geboren wurden. Und es gehe ihm um eine Gegenstimme zu der ewigen Propaganda, Fortpflanzung sei per se etwas Gutes. Aber Moment, wer verbreitet denn die? „Na, ihr Deutschen habt da seit ‚45 eine gewisse Neutralität“, sagt de Giraud, und dabei pocht eine Ader an seiner Schläfe, „aber in Frankreich propagiert das staatliche Demografieinstitut Ined ungebrochen: mehr Franzosen, mehr Kinder, Elternschaft ist heilig. Da ist es nicht leicht, mit meinem Anliegen durchzukommen.“

Théophile de Girauds Anliegen ist der Antinatalismus, also die philosophische Überzeugung, dass die Menschheit aufhören sollte, sich fortzupflanzen. Der Ausdruck leitet sich vom lateinischen „natalis„, zur Geburt gehörig, ab. De Giraud, Jahrgang 1968, Philosoph und Autodidakt, ist bestimmt kein Misanthrop und er vertritt auch im Gespräch keinen totalitaristischen Anspruch, im Gegenteil, er ist von vollendeter Freundlichkeit, all die Mails, die er vor dem Treffen beantwortete, könnten als Lehrmaterial ins Handbuch der digitalen Galanterie übernommen werden.

Der Mensch, so de Giraud, sei ja augenscheinlich nicht dazu in der Lage, sein Verhalten zu ändern

Und wenn er die vor dem Fenster entlangströmenden Menschen betrachtet, merkt man, dass er ihnen allen mit weichem Herzen zugetan ist. Er klingt eher wie einer, der als Einziger weiß, dass auf diesem Platz in Kürze ein Meteor einschlagen wird, der längst gut sichtbar am Himmel steht. Brüssel wird verdampfen, und die Armen da draußen, die so arglos in ihrem Alltag herumplanschen, sie ahnen es nicht einmal …

Natürlich gab es immer schon Daseinsskeptiker, von Buddha bis Emil Cioran, von Schopenhauer bis zu Houellebecq. Ihr Hauptargument waren aber philosophischer Ennui, Lebensekel und vor allem das Wissen um das Leid, das jedes Leben immer auch bedeutet – wobei die gerade genannten Autoren wahrscheinlich alle das „auch“ im letzten Halbsatz streichen würden, für sie bedeutet Leben von Geburt bis zum Tod ausnahmslos Leid, das so furchtbar ist, dass man es allen noch nicht geborenen Menschen tunlichst ersparen sollte. Dazu gleich noch mehr.

Theohpile de Giraud, Anarchist und Schriftsteller.(Foto: Wim Beddegenoodts/Reporters/laif)

Antinatalisten wie de Giraud oder der südafrikanische Philosophieprofessor David Benatar haben aber ein weiteres, sehr gewichtiges Argument gegen die Fortpflanzung: Wir sind mittlerweile viel zu viele. Also müssten wir dringend weniger werden. Was ja als These einiges für sich hat. 137 Millionen Menschen kommen weltweit jährlich dazu. Es sterben aber im selben Zeitraum nur rund 58 Millionen. Wenn es so weitergeht, sind wir 2100 zwischen zehn und zwölf Milliarden.

Wir verbrauchen freilich heute schon viel zu viel von allem, sei es Fläche, Tiere, Wald oder Atmosphäre. Die Biomasse der Menschen ist mittlerweile zehnmal so groß wie die aller wild lebenden Tiere zusammen. De Giraud hat in diesem Zusammenhang den zwar nicht wirklich schönen, aber doch treffenden Neologismus „Surpollupopulation“ (aus Pollution für Verschmutzung und surpopulation für Überbevölkerung) geprägt.

Außerdem, so de Giraud, sei der Mensch ja augenscheinlich nicht dazu in der Lage, sein Verhalten zu ändern. Im Gegenteil. Obwohl wir wissen, wie schädlich unser konsumptives Verhalten ist, verbrauchen wir immer noch mehr: Der „Earth Overshoot Day„, der jedes Jahr den Tag markiert, ab dem die Menschheit aus ökologischer Sicht über ihre Verhältnisse lebt, rückt Jahr für Jahr weiter nach vorne. 1987 lag er noch kurz vor Weihnachten, dieses Jahr fällt er auf den 1. August. Wir Menschen nutzen die Natur also 1,7-mal schneller, als Ökosysteme sich regenerieren können. Das bedeutet, wir bräuchten mittlerweile 1,7 Erden, haben aber nur 1,0 – und an dieser letzten Zahl wird sich, Marsfantasien hin oder her, fürs Erste nichts ändern.

Wer heute geboren wird, ist 2050 32 Jahre alt. Er oder sie wird zumindest mild staunen, warum wir es nicht geschafft haben, eine intaktere Umwelt zu hinterlassen, obwohl wir doch alle wussten, was wir da gerade anrichten. Und der eine oder andere wird sich dann gewiss fragen, warum er das alles durchleiden muss. Das Humanste, was man also tun kann, ist, kein zukünftiges Leid zu erzeugen.

Bevölkerungsschrumpfungsfantasien

Und damit zurück in die Gegenwart, in der de Giraud ein Bier bestellt, denn jetzt geht’s ans Eingemachte, an die Philosophie. De Giraud versucht seit mehr als 20 Jahren, seine Mitmenschen davon zu überzeugen, ihr Fortpflanzungsverhalten zu ändern. Mal mit aktivistischen Interventionen oder Fernsehauftritten, mal mit eigenen Büchern, wie „L’art de guillotiner les procréateurs“, in dessen Untertitel („Manifeste antinataliste„) der Begriff des Antinatalismus zum ersten Mal auftauchte.

Man merkt im Gespräch, wie viel Feindseligkeit und argumentative Bräsigkeit ihm schon entgegengeschlagen sein muss, durch seine unterirdischen Leitungen fließt ordentlich Strom, wenn er die üblichen Standardgegenfragen handstreichartig selbst stellt und beantwortet, pocht die Schläfenader noch heftiger als zu Beginn unseres Treffens: Nein, er ist nicht dafür, dass auch nur ein lebender Mensch umgebracht wird. Nein, er will sich auch nicht umbringen und findet Selbstmord nicht die richtige Antwort auf den Schmerz des Daseins. Wenn man schon mal da ist, ist das Leben auch zu leben. Da hat er seit einem juvenilen Selbstmordversuch viel dazugelernt. Es geht ihm um die, die nie da gewesen sind. Ihnen ist, auch ohne apokalyptisches Umweltszenario, das Leid, das Dasein prinzipiell bedeutet, zu ersparen.

Für Menschen, die über die pointierte Hoffnungslosigkeit, die aus Beckett- oder Kafkatexten strahlt, lachen können, ist eine Begegnung mit Théophile de Giraud ein grimmiges Großvergnügen. All die funkelnden Sinnversprechen im Leben, die Liebe, das heroische Dasein, Religion, zerpflückt er als Selbstbetrug. Der ja im Grunde schon mit Kindergarten und Schule anfange, schließlich werde einem da einzig und allein antrainiert, dass man irgendwo anwesend ist, wo man gar nicht sein will, und Aufgaben erfüllt, deren Sinn sich einem nicht erschließen.

Warum haben die meisten Menschen ein tiefes Dankbarkeitsgefühl ihren Eltern gegenüber?

Aber begibt er sich mit seinen Bevölkerungsschrumpfungsfantasien nicht in heikle Gefilde? Meist verbirgt sich hinter solchen Forderungen ja nationalistisches oder rassisches Denken, die anderen müssen weniger werden, aber wir doch nicht. Da lacht er: Er sei nun wirklich kein stolzer Belgier und auch kein fanatischer Europäer, er wolle nicht die Afrikaner oder Asiaten missionieren, sondern habe genug hier in Brüssel zu tun, er wolle nur generell allen Frauen das Recht einräumen, selbst zu entscheiden, wie viele Kinder jede von ihnen in die Welt setzt. Folgt ein feministischer Exkurs, Recht auf Abtreibung, Verhütung und zentrale Rolle der Bildung.

Apropos Elternschaft: Niemand sei seinen Eltern irgendetwas schuldig, sagt de Giraud, im Gegenteil, Eltern machten sich ihrem Kind gegenüber immer schuldig, indem sie es ungefragt ins Leben katapultieren. „Das Kind ist ein Geschenk, das sich die Eltern machen. Und zwar nicht ohne einen gewissen Masochismus“, schreibt de Giraud in einer Aphorismensammlung.

Warum aber haben dann die meisten Menschen ein tiefes Dankbarkeitsgefühl ihren Eltern gegenüber? „Stockholm-Syndrom“, sagt de Giraud, womit er das psychologische Phänomen meint, dass Opfer von Geiselnahmen oder anderer Gewalt, die sie hilflos ertragen müssen, ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern oder Peinigern

aufbauen. Was dazu führen kann, dass sie die Täter irgendwann idealisieren.

Nicht weit von hier hat de Giraud zwischen 2009 und 2011 dreimal die „Fête des Non-Parents“ organisiert, die terminlich genau zwischen Mutter- und Vatertag lag und mit der er und seine Mitstreiterinnen sich vor allem an Frauen wandten, „schließlich“, so de Giraud, „kriegen die alle spätestens ab Mitte 30 permanent vermittelt, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, wenn sie keine Kinder haben wollen.“ Er selbst hat keine Familie, er hat sein ganzes Leben dem Kampf für das Voluntary Human Extinction Movement gewidmet, das in Amerika gegründet wurde und als deren europäischen Vertreter er sich sieht.

Drei Stunden spricht Théophile de Giraud, die Sonne geht langsam unter, die Massen auf der Grand-Place werden nicht weniger, weltweit kommen in den drei Stunden 27 000 Menschen dazu, es bleibt also viel für ihn zu tun.

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utube.com/watch?v=UuZ2zpAcrH8

Die grüne Lüge | Kathrin Hartmann | Werner Boote | ttt | Greenwashing | Verbraucherlobby

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siehe auch „UN-Fruchtbarkeit“ wegen PHTALATE und Bisphenol A – „Inter-Sex-Fisch“

ube.com/watch?v=g_TAXjZEprc&feature=youtu.be

„Werner Boote“ – – –  „Plastic Planet“ – – –  2009 – – –  DOKU – – –  „Phtalate“ – – -„Bisphenol A“

PLASTIK –  „INHALTs-STOFFE“ GEHEIM???!!!

ab Minute 43:00 LondonSusan Jobling“ –  „Umwelt-Toxilogin“„Inter-Sex-FISCH“?! (die östrogene Vorgänge wurden  mit der Entdeckung der Chemikalien wie „PHTALATE“ und „Bisphenol A“ erklärbar) – „endokrine Disruptoren“

„Patricia Hunt“ – Reproduktions-Biologin

ab Minuten 50:00 – BPABISPHENOL A – Polymer von Polycarbonat-Plastik (wichtige Industrie-Chemiekalie) – Babyflaschen sind oft aus „Poly-Carbonaten“ – diese Chemikalie imitiert ein Hormon und Hormone senden Signale und bewirken das Zellen auf bestimmte Weise reagieren – Wenn bestimmte Signale zur falschen Zeit oder im falschen Ausmaß empfangen werden, z.B. an einen Fötus weitergeleitet werden kann es die Entwicklung des Fötus beeinflussenBispheol A kann Zellsterben verursachen – Es verändert den HORMON-Haushalt – Bisphenol A ist eine Chemikalie die Östrogen imitiert Östrogen beeinflusst die Entwicklung des Gehirns – Schon eine „winzige Menge“ kann unsere Zellen aus den Gleichgewicht bringenFEHL-GEBURTEN?! – „ES gab KEINERLEI INTERESSESTUDIEN“ zu FINANZIEREN?!

ab Stunden 1:13 – letzten 50 Jahre:  Sperma – Produktion um 52% reduziertFortpflanzunghohe Belastung der Chemikalie

ab Stunden 1:22 über die „Zukunft des Plastiks“?!„The World in 2030“

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ZUKUNFTs-SZENARIO?! – DIGITALER WALD

http://www.sueddeutsche.de/kultur/digitaler-wald-1.4019485

Ökosysteme und Algorithmen

Ein Wald, der sich selbst abholzt und verkauft

Der selbstverwaltete Wald lässt Drohnen durch sich hindurchschwirren, die Saatgut verteilen.(Foto: SWR)

Drohnen verteilen Saatgut und Ökosysteme handeln mit Bitcoins, um sich selbst zu verwalten. Die Utopie einer Berliner Forschungsgruppe rüttelt an unserem Naturbegriff.

Von Maximilian Sippenauer

Ihr Telefon führt sie durchs Unterholz. Es ist Weihnachten. Sie brauchen einen Baum. Ihr Smartphone hatte das geahnt und den Perlacher Forst empfohlen. Günstig, sagt es, unbehandelt. Sie erreichen eine kleine Tanne, ihr Telefon piept, und sie fällen das Bäumchen. Automatisch wandern ein paar KryptoCoins aus ihrer digitalen Brieftasche an die des Perlacher Forsts. Direkt an den Wald. Nicht an eine Verwaltung oder Försterei. Nein, der Wald ist seit Kurzem sein eigener Herr. Er gehört sich selbst. Organisiert sich durch einen Algorithmus im BlockchainNetzwerk Ethereum, interagiert mit der Außenwelt via Smart Contracts. Der Wald ist ein selbständiger und rechtlich geschützter, ökonomischer Partner in dieser kybernetischen Zukunft.

Wie macht der Wald das? Der Wald erhebt Daten über sich, kauft Satellitenbilder, auf denen er erkennt, welche seiner Kiefern krank sind und ausgeschnitten gehören. Er lässt Drohnen durch sich hindurch schwirren, die, wo nötig, Saatgut verteilen. Er hat einen Jäger engagiert, der sich um das Damwild kümmert, und einen Anwalt, der für ihn einen Rechtsstreit mit der Stadtverwaltung führt. Es geht um eine Umgehungsstraße. Ein Waldleben ist nicht einfach. Um sich aufzuforsten und artenreicher zu werden, muss er Schulden für den Selbsterwerb, Gehälter und laufende Serverkosten abstottern. Dafür verkauft er sein Holz.

Im Anthropozän ist eine Natur denkbar, die als virtuelle Gesellschaft von Ökosystemen in einem nicht hackbaren, digitalen Blockchain-Netzwerk repräsentiert wird. Technisch möglich soll das durch „Deep Learning Systems“ werden, also Algorithmen, die lernen und anpassungsfähig sind. Die Natur, so die Idee, gewinnt Einfluss über sich selbst zurück. Natürlich nach zuvor von Menschenhand programmierten Parametern. Das Konzept wird im Rahmen der Frage nach dem Begriff einer neuen Wildnis unter Naturwissenschaftlern gerade viel diskutiert. Diese Wildnis definiert sich nicht mehr über Unberührtheit, sondern über menschliches Eingreifen und technische Augmentierung.

Der Wald verwaltet sich selbst, Ökosysteme sollen autonom werden

Dank der Fortschritte in der Satelliten- und Drohnentechnik gibt es nicht nur ganz neue Wege zur Erhebung und Analyse von Biodaten, sondern auch zur Intervention auf schwer zugänglichem Gelände. Gleichzeitig versprechen gerade etliche Startups, wie etwa das Regen Network, dass sich augmentierte Ökosysteme mittels der Blockchain-Technologie nicht nur nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlich effizient gestalten lassen.

Die Berliner Forschungsgruppe „terra0„, gesprochen Terra null, geht mit ihrem Konzept eines sich selbst verwaltenden Waldes noch weiter. Ökosysteme sollen autonom werden. In ihrer biokybernetischen Utopie erfährt die menschlich überformte Natur eine zweite, technisch-digitale Überformung. Damit entsteht aus der Grundfrage des Anthropozän-Denkens, was Natur ist, das Anschlussproblem, ob Natur so etwas wie einen Willen oder ein Telos hat. Was will ein Wald? Und lässt sich dieser Wille digital repräsentieren?

Das Kernteam von Terra 0 besteht aus drei jungen Programmierern. In ihrem weiß gefliesten Büro steht ein großes Metallregal mit hundert schwarzen Plastikblumentöpfen. Darauf ist eine Kamera gerichtet, die alle zehn Minuten klickt. „Das ist unser FlowerTokenProjekt,“ erklärt Max Hampshire. „Wir züchten Dahlien, die als Token im Ethereum-Netzwerk erworben und gehandelt werden können. Die Frage ist: Wie lassen sich natürliche Organismen automatisch virtuell darstellen, ohne dass jemand hingeht und das überprüft.“ Das Regal leuchtet in violettem Neon. Sie ist erstaunlich steril, die Zukunft der Natur.

Terra 0 startete vor knapp zwei Jahren als Kunstprojekt. „Wir studierten damals Medienkunst an der UdK Berlin,“ sagt Paul Kolling. „Unsere Ausgangsfrage war, wie kann ein Smart Contract ein Ökosystem managen?“ Smart Contracts sind programmierte, internetbasierte Verträge, die selbständig die Erfüllung von Vertragsbedingungen prüfen und sobald diese eintreten, automatisch den anderen Teil des Vertrages umsetzen. Im Zeitalter von Krypto-Währungen und dezentraler Blockchain-Netzwerke wie Bitcoin oder Ethereum wird es damit prinzipiell möglich, dass Geschäfte direkt und ohne Mittler wie Banken geschlossen werden können. Dies gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Dinge. „Technisch beziehen wir uns auf Mike Hearn,“ erklärt Kolling. Der ehemalige Google-Entwickler präsentierte schon 2011 ein Konzept, wonach Autos sich selbst besitzen. Als autonome Taxis sollten diese genug Geld verdienen, um ihre Sprit- und Wartungskosten zu tilgen. Hierzu brauche es noch nicht mal künstliche Intelligenz, sondern nur ein sehr gutes Programm. „Dieses Prinzip übertrugen wir auf den Wald, wobei ein Ökosystem natürlich ungleich komplexer ist.“

Die Krux an einem selbstverwalteten Wald

Mit ihrem zunächst rein hypothetischen Projekt zogen Terra 0 auf Tech-Messen und in der StartupBranche viel Aufmerksamkeit auf sich. „Alle waren begeistert, nur investieren wollte keiner. Wir hatten eine detaillierte RoadMap zur technischen Umsetzung, aber keinen Business-Plan.“ Die Krux an einem selbstverwalteten Wald: Niemand außer dem Wald verdient daran. Trotzdem stellte ein Waldbesitzer Terra 0 ein kleines Waldstück zum Praxistest zur Verfügung. Doch das Projekt tat sich schwer. „Wir versuchten Smart Contracts auf der Basis von hochaufgelösten Satellitenbildern zu programmieren,“ meint Paul Seidler, der dritte Forscher. „Diese Aufnahmen waren aber so teuer, dass wir eine Waldfläche von mindestens fünf Hektar gebraucht hätten, damit der Wald diese aus eigenen Ressourcen hätte finanzieren können.“

Den finanziellen Problemen folgten aber auch technische Fragen. Welche Menge an biobasierten Daten ist notwendig, damit der Wald die ihm inhärenten Ziele erreichen kann? Wie lassen sich diese innerhalb eines dezentralen Netzwerks, also eines Ortes ohne menschliche oder institutionelle Überprüfung, verifizieren? Diesen Detailproblemen geht Terra 0 nun als Forschungsgruppe nach. Aber lässt sich Natur wirklich von einem Algorithmus steuern?

„Tatsächlich ist unser Konzept heute noch nicht in Gänze umzusetzen. Das liegt am technischen Umfeld, aber auch an rechtlichen und moralischen Fragen,“ sagt Kolling. Die technischen Probleme, so glauben er und seine Kollegen, ließen sich lösen, doch was den zweiten Punkt angehe, sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig. „Mit dem Konzept eines augmentierten Waldes, der sich selbst verwaltet, provozieren wir eine völlig neue Debatte zwischen naivem Technikglauben und mythischem Naturbegriff.“

Auf der Homepage von Terra 0 wird ein Vers von Richard Brautigan zitiert, der übersetzt etwa so lautet: „Ich träume von kybernetischen Auen, auf denen Säugetiere und Computer in einvernehmlich programmierender Harmonie zusammenleben; gleich purem Wasser, das auf reinen Himmel trifft.“ Brautigans Gedicht war Ausdruck eines biokybernetischen Optimismus, der bis in die Achtziger anhielt, um dann spektakulär zu scheitern. Die damalige Ökologie begriff Natur als ein in sich geschlossenes, stabiles Kreislaufsystem, das sich selbst reguliert und auf ein Gleichgewicht abzielt. Die Idee der Biokybernetiker war es, diese Systeme mithilfe von Computertechnologie virtuell zu simulieren und damit Ökosysteme zu steuern.

Ökosysteme sind hyperkomplex und streben nicht grundsätzlich nach einem Gleichgewicht

„Dahinter stand ein großer Trugschluss„, meint Kolling und erzählt die Geschichte des Systemökologen George van Dyne. Dyne startete in den Siebzigern das Grassland Project, den über zehn Jahre laufenden Versuch, das Ökosystem einer riesigen Wiese kybernetisch darzustellen. Dyne sammelte Unmengen an Daten. Er ließ Felder absaugen, um die Insekten zu zählen. Praktikanten folgten Antilopen, protokollierten jeden Bissen Schachtelhalm und schauten Bisons in den Magen. Doch je mehr Daten Dyne ins System einpflegte, desto chaotischer wurde es.

Das zeigte, dass Ökosysteme hyperkomplex sind und sich nicht vollständig abbilden lassen. Es widerlegte aber auch die unhinterfragte Grundmaxime, dass Ökosysteme nach einem Gleichgewicht streben. Tatsächlich vollzog sich im Anschluss in der Biologie eine kopernikanische Wende. Man interpretierte Ökosysteme nicht länger als geschlossene Kreisläufe, sondern als dynamische Systeme, die permanenten Fluktuationen ausgesetzt sind. Damit war der biokybernetische Traum von einer Natur, die sich durch Computertechnologie regulieren lässt, vorerst gescheitert.

Abseits der Biologie dominiert noch heute dieses Bild einer äquilibristischen Natur. Es ist als Metapher tief eingeschrieben in unsere Kultur. Die Vorstellung der Natur als eines geschlossenen Kreislaufs war so einflussreich, dass die französischen Physiokraten es sogar als Wirtschaftsprinzip auf den Markt übertrugen.

Die Idee eines sich selbstregulierenden Marktes geht zurück auf eine Fehlkonzeption der Natur. Bis heute ist unser geläufiger Naturbegriff von der metaphysischen Annahme geprägt, dass Natur ein harmonisches System sei. Ein System, das der Mensch zerstört. „Deshalb reagieren manche Leute auf unser Projekt richtig aggressiv“, berichtet Kolling. „Wir würden den Wald zwingen, seine eigenen Bäume zu fällen. Das sei unmenschlich. Aber wer ist das, der Wald? Wir haben es hier mit anthropomorphen Zuschreibungen zu tun.“

Das Anthropozän beginnt im Kopf, dort wo die Natur anhand der Schablone des Menschen interpretiert wird: „Hier in Deutschland gilt der Wald als Refugium, als heiliger Ort echter Naturerfahrung. Aber seit dem Entstehen der Forstwissenschaft wurde jedes Stück Wald in Deutschland abgeholzt und neu bepflanzt“, meint Seidler. Ohne Försterei oder aktiven Naturschutz seien die Wälder heute nicht mehr überlebensfähig. „Wenn wir grobe Leitlinien in einem Algorithmus festlegen und dieser versucht, sie immer besser umzusetzen, dann befreien wir den Wald auch von dieser konzeptionellen Überformung.“ Der Natur zu ihrem Recht zu helfen, heißt, ihr eine eigene Stimme zu geben.

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siehe auch „Monsanto-Glyphosat-Dicamba“

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utube.com/watch?v=PyMQ5pt5zig

„Bayer und Monsanto“: „die Saat der Gier“ –  WDR Doku

ab Minuten – 40:55 – „GLYPHOSAT-AB-STIMMUNG“ – „SCHMIDTs-ALLEIN-GANG“ 

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ube.com/watch?v=J3qT9s_gYrE&feature=youtu.be

„David“ versus „MONSANTO“ – „Percy Schmeiser“

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„DICAMBA“ greift ERNTE an – TROTZDEM GLYPHOSAT TOTAL VERSAGT HAT WILL „MONSANTO“ BALD die GANZE WELT BE-HERRSCHEN???!!! /// „DIGITALER BAUER – „Ver-NETZte Land-Wirtschaft“?!“

NATÜRLICH NICHT ZUFÄLLIG

ALS OB es NIE PROTESTE und DEMONSTRATIONEN gegeben hätte

DANK an MERKEL: Mit „MERKEL-CDU/CSU“ KÖNNTE „MONSANTO-BAYER“ GELINGEN

siehe auch „DICAMBA“ –   „SUPER-UNKRÄUTER – SUPER-WEEDS„- MONSANTOS VERSAGEN und TROTZDEM wird WEITER-GEMACHT

siehe auch „DIGITALE LAND-WIRTSCHAFT“ – Der „Ver-NETZ-te“ BAUER

https://www.keine-gentechnik.de/1/nachricht/32998/

Ärger für Monsanto: Konzerne kämpfen um den US-Markt für Gentech-Soja

12.02.2018

Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; http://bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)
Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; http://bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Der Markt für gentechnisch verändertes (GVO) Sojasaatgut in den USA gerät in Bewegung. Die bisherige Vormachtstellung von Monsanto ist gefährdet. Um seine Position zu verteidigen, hat der Konzern auf das Herbizid Dicamba gesetzt – und sich damit zusätzlichen Ärger eingehandelt.

Die US-Farmer geben jedes Jahr mehrere Milliarden Euro für GVOSojasaatgut und die dazu passenden Herbizide aus. Fast 20 Jahre hinweg war dieser Markt fest in den Händen Monsantos. Doch nun sei eine „Schlacht der Bohnen“ ausgebrochen, titelte die Nachrichtenagentur Reuters. Der Grund dafür: Weil die meisten Soja-Farmer Monsantos RoundupReadySoja mit ihrer Resistenz gegen das Herbizid Glyphosat angebaut hatten, wurde das Unkraut ebenfalls gegen Glyphosat resistent. Deshalb entwickelten neben Monsanto auch andere Konzerne Sojabohnen, die zusätzlich zu Glyphosat auch gegen andere Pestizide resistent sind.

Die Bohne Enlist E3 von Dow Dupont verträgt Duschen von Glyphosat, Glufosinat und 2-4-D. 2,4-D soll Geburtsschäden und Erbgutveränderungen verursachen sowie hormonell wirksam sein. 2015 haben es die Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. BASF setzt auf die LibertyLink-Linien, die sie von Bayer übernehmen, wenn der MonsantoDeal perfekt ist. Sie sind gegen Glufosinat resistent. Der von Bayer entwickelte Wirkstoff ist giftig und kann menschliche Embryos schädigen. In der Europäischen Union ist er nur noch bis 31. Juli 2018 zugelassen. Im Rest der Welt darf Glufosinat auch darüberhinaus noch versprüht werden.

Monsantos neue Bohnen sind resistent gegen Dicamba. Der 1967 erstmals zugelassene Wirkstoff wird in Studien mit erhöhten Krebsraten unter Landwirten und Geburtsschäden bei ihren Söhnen in Verbindung gebracht. Außerdem ist Dicamba sehr leicht flüchtig und kann kilometerweit verfrachtet werden. Genau das passierte im vergangenen Jahr, als US-Landwirte erstmals in großem Stil Monsantos Dicambaresistente XtendSojabohnen anbauten. Das Spritzmittel waberte über die Felder der Nachbarn und schädigte deren Pflanzen, auf insgesamt 1,5 Millionen Hektar. In einem großen Prozess gegen Monsanto und andere Dicamba-Hersteller verlangen betroffenen Landwirte Schadensersatz. Der US-Bundesstaat Arkansas hat den Einsatz von Dicamba in diesem Jahr bereits verboten, andere Bundesstaaten überlegen noch, meldete das Agrarnetzwerk Harvest Public Media. Die US-Umweltbehörde EPA verpflichtete alle Landwirte, die Dicamba einsetzen wollen, zu einer Fortbildung – die von Monsanto kostenlos angeboten wird.

Laut Reuters ist unklar, welches SojaSaatgut US-Landwirte in diesem Jahr ausbringen werden. Die Nachrichtenagentur zitiert Saatguthändler, die sich vorsichtshalber mit verschiedenen Bohnen eindecken sowie Landwirte, die auf Monsantos Dicamba-Bohnen setzen – damit ihre Ernte in diesem Jahr keinen Schaden leidet. [lf]

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http://www.spiegel.de/spiegel/bayer-monsanto-fusion-das-sind-die-folgen-fuer-die-welternaehrung-a-1199860.html

Industrielle Landwirtschaft

Was die Bayer-Monsanto-Fusion für unsere Ernährung bedeutet

Durch den geplanten Zusammenschluss von Bayer und der US-Saatgutfirma Monsanto entsteht der größte Agrochemiekonzern der Welt. Mit welchen Folgen?

Sojapflanzen in Monsanto-Forschungslabor: Die Landwirtschaft wird zum Softwarebusiness

George Steinmetz / Agentur Focus

Sojapflanzen in Monsanto-Forschungslabor: Die Landwirtschaft wird zum Softwarebusiness

Wäre die US-Firma Monsanto wirklich so schlimm wie ihr Ruf, hätte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender des deutschen Traditionsunternehmens Bayer, den Erwerb natürlich niemals in Erwägung gezogen. Sagt er. Muss er wohl sagen. Und deshalb hat er ja auch vor der geplanten Übernahme eine Prüfung angeordnet. Die bestätigte, was der Chef glaubt: Der US-Agrokonzern werde „hervorragend und nach den höchsten Standards geführt“.

Und jetzt sogar noch besser! Im September 2016 hat sich Bayer mit dem USSaatgut– und Pestizidhersteller geeinigt, diesen – sofern die Kartellbehörden zustimmen – zu übernehmen, für die Rekordsumme von aktuell 62,5 Milliarden Dollar. Seitdem habe sich Monsanto stärker geöffnet, sagt Baumann. „Immer mehr Menschen verstehen nun, was für ein hoch innovatives Unternehmen das wirklich ist.“

Eines, mit dessen Hilfe Baumann offenbar nur Gutes im Sinn hat: die wachsende Erdbevölkerung zu ernähren, den Hunger zu bekämpfen, Afrikas Landwirtschaft zu verbessern, die Bauern in aller Welt zu unterstützen. Zu Unrecht, so der Manager, gelte der US-Pestizid- und Saatguthersteller in Deutschland als „die Inkarnation des Bösen“.

Bei Baumann klingt das, als kaufte Bayer nicht Monsanto, sondern Misereor. Dabei steht der Saatgutkonzern seit Jahrzehnten wegen seiner aggressiven und oft unethischen Geschäftspraktiken, wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte und des Pflanzenschutzmittels Glyphosat weltweit in den Kritik.

Seit einigen Tagen ist Baumann seinem Ziel ein Stück näher gekommen. Die EUKommission segnete den Deal ab, mit verkraftbaren Auflagen. Nun sind die US-Kartellwächter die letzte verbliebene große Hürde.

Umwelt- und Verbraucherschützer hatten EU-Kommissarin Margrethe Vestager mehr zugetraut. Schließlich hatten sich bei ihr Hunderte Petitionen aller möglichen Organisationen gestapelt, mit der Forderung, den Zusammenschluss zu untersagen. Doch Vestagers Job war es bloß zu prüfen, ob der Wettbewerb gefährdet werde. Wie sich die Fusion auf die Bauern, die Verbraucher, die Welternährung auswirkt, spielte in dem Verfahren keine Rolle.

Dabei sind es diese Dinge, die Monsanto zum Politikum machen. Diese Dinge – und die zum Teil bizarren Geschäftspraktiken.

In den letzten Monaten gab es eigentlich nur Schreckensnachrichten von Monsanto. Es wurden EMails öffentlich, die nahelegen, dass die Firma von den Gesundheitsgefahren ihres Verkaufsschlagers, des Totalherbizids Glyphosat, gewusst und sie wissentlich vertuscht habe. Dass das Unternehmen heimlich an Studien mitgearbeitet habe, die später als Arbeiten unabhängiger Wissenschaftler präsentiert und den US– und europäischen Aufsichtsbehörden untergejubelt worden seien. Beide Vorwürfe bestreitet Monsanto vehement.

In den USA klagen Tausende Krebsopfer gegen Monsanto, weil sie Glyphosat als ursächlich für ihre Erkrankung ansehen. Monsanto bestreitet einen Zusammenhang. Amerikanische Landwirte fordern Entschädigung, sie machen Monsantos neues Produkt für Ernteverluste verantwortlich. Monsanto schiebt die Schuld auf die Bauern: Schäden entstünden nur bei falscher Handhabung.

In Brasilien zog der mächtige Verband der Sojabauern gegen Monsanto vor Gericht, weil das Saatgut angeblich nicht wie versprochen funktioniert. Im Europaparlament bekamen MonsantoLobbyisten Hausverbot, weil sie nicht zu einer Anhörung erschienen.

Für Baumann wird das Sperrfeuer schlechter Nachrichten zunehmend zum Problem. Der üble Ruf von Monsanto kann leicht auf Bayer übergreifen. Und selbst wenn kartellrechtlich Hürde um Hürde fällt, wird immer klarer: Im Fall dieser Megafusion geht es um mehr als nur um Wettbewerbsrecht.

Es geht darum, wem man die Verantwortung für das Essen der Welt überträgt. Wer bestimmen darf, was angebaut wird. Und wie. Von wem. Und zu welchem Preis.

Sohn Bradley, Mutter Karen Wallace

Andrea Morales / DER SPIEGEL

Sohn Bradley, Mutter Karen Wallace

Monette, Arkansas, ist Teil des Korngürtels Amerikas, eigentlich eine friedliche, ländliche Gegend. Doch Monsanto hat Arkansas in einen Kampfplatz um die Zukunft der Landwirtschaft verwandelt. Bauern bekriegen Bauern, aus friedlichen Nachbarn sind Feinde geworden.

Die Farm der Familie Wallace steht am Rande der County Road 541 inmitten einer endlosen Ackerlandschaft. Es regnet seit Tagen. Karen Wallace sitzt auf einem alten Ledersofa in einem Schuppen neben der Halle, in der gewaltige Mähdrescher und Traktoren parken.

„Es ist einfach alles nur sehr traurig„, sagt sie. Seit mehr als hundert Jahren ist die Familie in der Landwirtschaft tätig, ihre Urgroßeltern waren Einwanderer aus Deutschland. Zusammen mit ihrem Mann Mike und Sohn Bradley hat sie die Tradition fortgeführt. Aber nun ist Mike tot. Ein anderer Farmer hat ihn im Streit erschossen. In einem Streit, den Monsanto ausgelöst hat.

Katastrophen beginnen manchmal fast unmerklich. So war es auch in Arkansas: Farmer wie die Wallace-Familie pflanzen hier vor allem Sojabohnen und Baumwolle an, manchmal Erdnüsse. Viele Jahre lang setzten sie auch auf Produkte von Monsanto: Sie nutzten deren Glyphosat-Mischung „Roundup“ als Unkrautvernichter und dazu passendes Saatgut, das von Monsanto genetisch so verändert wurde, dass es vom Glyphosat nicht beschädigt werden konnte.

Allerdings mussten die Nutzer der Monsanto-Gensamen eine Verpflichtung unterschreiben, dass sie aus ihrer Ernte kein Saatgut für die kommende Aussaat verwenden, wie Bauern das seit Jahrhunderten eigentlich tun. Durch die gentechnische Veränderung war es zu Monsantos Eigentum geworden. Wer es benutzte, ohne Lizenzgebühren zu zahlen, wurde verklagt.

Die Landwirte schworen dennoch auf die neue Technik. Glyphosat war eine billige, effiziente Zaubermischung. „Alles funktionierte gut, das Unkraut wurde unter Kontrolle gebracht, die Ernten waren ordentlich“, sagt Karen Wallace.

Dank Dünger, Glyphosat und des resistenten Saatguts entstanden riesige Monokulturen. Heute sind fast alle Soja– und Maispflanzen in den USA genmanipuliert. Monsanto kontrolliert mit den beiden größten Konkurrenten rund 80 Prozent des Anbaus.

Das Geschäftsmodell schien unschlagbar. Bis Glyphosat vor einigen Jahren versagte. Ein besonders gefürchtetes Unkraut, „Pigweed„, war resistent geworden und breitete sich explosionsartig aus. Mittlerweile sind in den USA 34 Millionen Hektar Ackerland von Superunkräutern befallen. Eine neue, praktische Mixtur musste her – und damit nahm das Unglück seinen Lauf.

Um weiter mit Saatgut und Unkrautvernichtern ein Milliardengeschäft machen zu können, griff Monsanto auf eine alte, aber hoch umstrittene Chemikalie zurück – Dicamba. Das Unkrautgift sollte alle Probleme lösen. Doch es wurde nur schlimmer.

Werbeplakat für das Spritzmittel Dicamba: Monsanto hat Arkansas in einen Kampfplatz um die Zukunft des Ackerbaus verwandelt

Andrea Morales / DER SPIEGEL

Werbeplakat für das Spritzmittel Dicamba: Monsanto hat Arkansas in einen Kampfplatz um die Zukunft des Ackerbaus verwandelt

2015 brachte Monsanto unter dem Markennamen „XTend“ in den USA neues Saatgut auf den Markt, erst für Baumwolle, dann für Sojabohnen. Das Saatgut wurde gentechnisch resistent gemacht gegen dicambahaltige Spritzmittel, die Monsanto dazu entwickelte. Das gleiche Geschäftsmodell also wie bei den alten Roundup-Paketen.

„Mein Mann Mike wusste gleich, dass da etwas falsch war“, sagt Karen Wallace. Das Problem zeigte sich bald: Anders als Glyphosat bleibt Dicamba in seiner reinen Form nicht auf den Feldern liegen. Es ist leicht flüchtig. Bei hohen Temperaturen, die in Arkansas im Sommer üblich sind, wird es gasförmig, fliegt mit dem Wind und geht dann viele Meilen weiter unkontrolliert auf anderen Pflanzen nieder.

Weil Monsantos Dicamba-Spritzmittel zunächst von den Behörden nicht genehmigt wurde, nutzten viele Bauern das neue Saatgut und sprühten dann eben ein Dicamba-Mittel anderer Hersteller. Die Folgen waren verheerend: Wer seine Felder nicht mit XTend-Saat von Monsanto bepflanzt hatte, musste mit ansehen, wie die eigene Ernte von verwehtem Dicamba angegriffen wurde.

Die Wallace-Familie erlitt in einem Jahr bei Sojabohnen und Baumwolle Ernteschäden in Höhe von 150.000 Dollar. Mike und Karen gingen zu Krisentreffen und forderten die Nachbarn auf, das Gift nicht mehr einzusetzen. Eines Tages wollte Mike einen Bauern, den er im Verdacht hatte, dass er mit Dicamba seine Ernte beschädigt hatte, zur Rede stellen. Die Männer verabredeten sich auf einer Landstraße außerhalb des Ortes Leachville.

Allan Curtis Jones, der andere Bauer, brachte seinen Cousin mit – und eine Waffe. Es wurde hitzig, Wallace soll Jones am Arm angepackt haben. Jones wich zurück, zog seinen Revolver und schoss auf Wallace, bis das Magazin leer und Mike Wallace tot war.

Der Fall hat viele Menschen schockiert, nur die Verantwortlichen von Monsanto offenbar nicht so sehr. Die Firma drückt ihre Produkte weiter in den Markt. Mittlerweile wurde auch Monsantos Dicamba-Spritzmittel von der Umweltbehörde EPA zugelassen, angeblich eine weniger flüchtige Rezeptur.

Dennoch werden immer neue Schäden gemeldet. Nach Ansicht von Monsanto liegen die Probleme nicht bei ihrem Produkt, sondern bei den Bauern, die Dicamba unsachgemäß ausbringen. Die Bedienungsanleitung für das Zeug besteht aus 4550 Wörtern.

Als die Universität von Arkansas die Behauptung von Monsanto, nun sei Dicamba weniger flüchtig, testen wollte, verweigerte der Konzern die Zusammenarbeit. Stattdessen geht die Firma hart gegen den Bundesstaat vor, weil der den Einsatz des Gifts in der Pflanzsaison verboten hat. Die Anwälte der Firma haben nicht nur den Ausschuss verklagt, sondern auch jedes einzelne Mitglied des Gremiums.

Zugleich griff die Firma zu einer durchtriebenen Methode. Sie zahlt den Bauern, die ihr Dicamba benutzen, eine Prämie. Was deren Nachbarn indirekt zwingt, dicambaresistente Pflanzen von Monsanto zu kaufen, um keine Ausfälle zu riskieren.

US-Farmer Wildy: "Monsanto lässt mir keine Wahl - es geht um reine Selbsterhaltung"

Andrea Morales / DER SPIEGEL

US-Farmer Wildy: „Monsanto lässt mir keine Wahl – es geht um reine Selbsterhaltung“

Für David Wildy, einen der größten Farmer in der Gegend, ist der nachbarschaftliche Friede dahin. Er hatte 400.000 Dollar Schaden an seiner Ernte.

„Ein Gift, das nicht auf den Feldern bleibt, darf einfach nicht zum Einsatz kommen“, sagt Wildy. Doch er glaubt nicht daran, dass das Unternehmen nach einer Lösung sucht. „Die Monsanto-Manager sind arrogant“, sagt er.

Zu seinem Ärger geht deren Konzept auch noch auf. Selbst er wird Saatgut mit der XTend-Technologie von Monsanto kaufen und auf einigen Feldern aussäen „Sie lassen mir keine Wahl„, sagt der Farmer, „es geht um reine Selbsterhaltung.“

Mittlerweile haben Farmer in 24 US-Bundesstaaten Beschwerden wegen Dicamba-Schäden eingereicht. Doch der Bauernaufstand lässt Monsanto offenbar kalt. Die Firma meldet eine hohe Nachfrage nach Saatgut für Sojabohnen und feiert einen Anstieg des Jahresgewinns um eine Milliarde Dollar. So ist das eben, wenn es keine Alternativen mehr gibt: Der Kunde ist ausgeliefert. Aber das Geschäft brummt.

Mit der Einverleibung von Monsanto würde Bayer zum größten Agrochemiekonzern der Welt aufsteigen. Das neue Unternehmen kontrollierte dann mehr als 30 Prozent des Saatgutmarkts, rund 25 Prozent des Pestizidmarkts und hielte ein Viertel aller erteilten Patente. Es wäre der Sieger in einem gewaltigen Konzentrationsprozess der Branche: Vergangenen April schluckte ChemChina den Schweizer Saatgutriesen Syngenta, im September fusionierten die US-Agrarchemieunternehmen Dow und DuPont.

Die Kartellbehörden haben diese Zusammenschlüsse bereits durchgewinkt. Kommt jetzt Baysanto dazu, bestimmen drei Konzerne über 61 Prozent des weltweiten Saatguts und 71 Prozents der agrochemischen Produkte. Es ist eine Marktbeherrschung, ähnlich wie durch Amazon, Google oder Apple. Nur, dass es hier im wahrsten Sinne des Wortes um Lebensmittel geht.

DER SPIEGEL

Umwelt– und Naturschützer warnen vor einer faktischen Festlegung auf industrielle Landwirtschaft mit all ihren negativen Folgen wie Monokulturen, Klimaschädigung, Gesundheitsrisiken, Artenverlust.

Entwicklungshelfer und Kirchen weisen auf die negativen Folgen für Kleinbauern hin. In der ersten Welt sehen vor allem bäuerliche Familienbetriebe ihre Unabhängigkeit in Gefahr. Selbst von jenen Landwirten, die in großem Stil industriell produzieren, wünschen sich viele immer noch ein Scheitern der Fusion von Bayer und Monsanto. Besonders in den USA, aber zunehmend auch in den aufstrebenden Agrarmärkten Südamerikas fühlen sie sich immer weniger wie freie Unternehmer, sondern mehr und mehr als Büttel von Monsanto.

Viele Landwirte fürchten, dass das Saatgutangebot im Fall einer Übernahme bald noch eintöniger aussieht als die Monokulturen, die sie anbauen. Sie erwarten Preissteigerungen für Saat, Dünger, Unkrautbekämpfer, wenn es kaum noch Konkurrenz gibt. Eine Marktbeherrschung kann sich auf Preise, die Anzahl der Produkte, aber auch auf Innovation und Forschung auswirken.

Solange der Wettbewerb gewahrt bleibt, gibt es Alternativen, so lautet die Theorie. Genau dafür sollen die Kartellbehörden sorgen. Die EUKommission verlangt, dass sich Bayer von einigen Geschäftsbereichen trennen muss, um eine Monopolstellung auszuschließen.

Und dann ist alles in Ordnung?

Rio Verde, Brasilien. Kilometerlang ziehen sich die Soja- und Maisfelder hin, Getreidesilos stehen wie Trutzburgen inmitten grüner Wüsten. Sojabauer José Oscar Dorigan bewirtschaftet hier 1500 Hektar Land. 23 davon hat er den Agrarmultis überlassen. Monsanto, Bayer und eine chinesische Firma testen neue Produkte.

Dorigan hat keine Berührungsängste. Ohne Düngemittel, Insektizide und Unkrautvernichter wäre das strukturschwache Brasilien niemals zur Nummer zwei auf dem Weltagrarmarkt für Soja aufgestiegen, da ist er sicher. Und doch ängstigt ihn die Fusion von Bayer mit Monsanto.

Rund ein Drittel der Produktionskosten der brasilianischen Sojabauern entfallen auf Düngemittel und Chemikalien, Brasilien ist nach den USA der zweitwichtigste Markt für Monsanto.

„Der Preis steigt jedes Jahr“, sagt Dorigan. „Wer allein mit den Multis verhandelt, hat keine Chance.“ Vor 15 Jahren hat er sich mit 31 Kollegen zusammengeschlossen. Zusammen bestellen sie 110.000 Hektar und kaufen Saatgut, Chemikalien und Düngemittel gemeinsam ein. „Die Konzerne versuchen, uns ein Portfolio aufzuzwingen, das neue Wirkstoffe ebenso umfasst wie alte, die nicht mehr funktionieren“, sagt Dorigan. „Ein gutes Mittel bekommen wir oft nur im Paket mit einem schlechten.“

Die Folge: Statt alle drei Wochen muss Dorigan seine Felder alle zwei Wochen mit Pestiziden besprühen. „Das wird sich nach der Fusion verschlimmern. Wir werden dann in ihrer Hand sein.“ Der Präsident der Agrarkooperative Comigo nennt den Zusammenschluss eine „MonsterHochzeit„. „Sie werden die Preise für ihre Produkte nach Belieben erhöhen, weil es dann praktisch keine Konkurrenz mehr gibt“, vermutet Antonio Chavaglia.

Brasiliens Sojabauern, die vorwiegend gentechnisch verändertes Soja mit Glyphosatresistenz anbauen, wollen nicht kampflos aufgeben. Ihre mächtige Vereinigung Aprosoja ist zum Angriff übergegangen. Ende 2017 beantragte sie vor Gericht die Aberkennung des Patents von Monsantos Soja-Saatgut Intacta RR2 PRO. Sie beklagen, dass die versprochene Wirkung nicht eintritt: „Das Saatgut verliert seine Resistenz„, sagt Dorigan. „Seine genetischen Eigenschaften sind nicht neu, wie Monsanto behauptet.“

Nun fordert der Bauernverband eine Rückerstattung der Lizenzgebühren von 2,6 Milliarden Real pro Jahr, etwa 640 Millionen Euro. Das ist selbst für Monsanto keine Kleinigkeit.

Die Firma bestreitet die Vorwürfe. Sie will bis Ende März Beweise vorlegen, die die Aufrechterhaltung des Patents rechtfertigen.

Das ist nicht Monsantos einziges Problem in Brasilien. Viele Bauern wollen weg von Gensoja und Genmais, weil die Ernte in Europa und anderen Teilen der Welt unverkäuflich ist. Doch eine Verunreinigung der Ernte zu verhindern ist schwierig. „Ein genmanipuliertes Saatkorn reicht aus, um die gesamte konventionelle Produktion zu kontaminieren.“ Dazu kommt: Bei den Pestiziden für den konventionellen Anbau ist Bayer führend. Es gibt kein Entkommen vor dem neuen Riesen.

Auch Länder, die die Gentechnologie eher ablehnen, werden von Monsanto beglückt. In Bangladesch ist seit dem Jahr 2014 eine mit Monsanto-Technik genveränderte, gegen eine Raupe resistente Aubergine, Bt brinjal, auf dem Markt – auf den ersten Blick ein staatliches Projekt mit Unterstützung der US-amerikanischen Cornell University und der Entwicklungsbehörde USAID. Die Lizenz jedoch gehört Monsanto.

Noch ist die Nutzung kostenlos, doch für die Umweltaktivistin Farida Akther ist das bloß ein erster Schritt, Monsantos Geschäftsmodell in Südasien zu etablieren, die Bauern von einheimischem Saatgut zu entfremden und von ihnen letztendlich Lizenzgebühren für Saatgut zu verlangen.

Überhaupt nutzt Monsanto das Schlupfloch Entwicklungspolitik für Marktzugänge. Die Neue Allianz für Ernährungssicherheit etwa, eine öffentlich-private Initiative der G-7-Länder, koppelt Hilfen für teilnehmende afrikanische Länder an deren Verpflichtung, ihre Saatgutgesetze so zu ändern, dass Patente dadurch geschützt werden. Niemand soll mehr frei tauschen können wie bisher. Auf Zuwiderhandlungen stehen im neuen Saatgutgesetz in Tansania hohe Strafen. Überrascht es da noch, dass Monsanto und Syngenta dort Hauptinvestoren sind?

Von Mosambik forderte die Allianz, die kostenlose Verteilung von Saatgut an bedürftige Bauernfamilien einzustellen. Bekämpft man so den Hunger? Eher nicht. Aber man schützt Eigentumsrechte und Marktanteile.

Selbst der Klimawandel, auch eine Folge der industriellen Landwirtschaft, spielt Monsanto in die Hände. Uganda, ein großer Bananenproduzent, leidet unter einer solch heftigen Dürre und Hungersnot einschließlich eines Bakterienbefalls der Bananenplantagen, dass das Parlament aus Verzweiflung beschloss, genmanipulierte Pflanzen zuzulassen.

Doch möglicherweise sind das alles nur Nebenkriegsschauplätze bei der eigentlichen Schlacht, die ansteht.

Kritiker befürchten, dass es Bayer bei der Übernahme von Monsanto vor allem um die Vorherrschaft im Bereich „Digitale Landwirtschaft“ geht. Was erklären würde, warum Baumann diese ethisch fragwürdige Firma selbst um das Risiko eines Imageverlusts haben will.

Auch die Landwirtschaft wird, wie fast alle Branchen, in Zukunft zum Softwarebusiness. Wer den Markt zuerst besetzt, der wird wahrscheinlich den Großteil der Kunden abgreifen. Monsanto hat sich eine Vorrangstellung gesichert. Das Schlüsselelement ist dabei eine Plattform für digitale Anbauempfehlungen, bei der jeder Bauer nachfragen kann und genaue Analysen und Kaufempfehlungen bekommt. Eine Art Betriebssystem für die landwirtschaftliche Produktion, vernetzt mit Wettersatelliten, Stall– und Ackersensoren. Durch die Fusion entstehe die „führende digitale Plattform„, kombiniert mit einer „Best in Class„-Datenanalyse, jubelt Bayer in einem Investorenhandout über die Fusion.

Von 30 Ländern haben über die Hälfte dem Zusammenschluss unter Auflagen zugestimmt, darunter die wichtigen Agrarstandorte China und Brasilien – und nun auch die EU. Doch damit ist Bayer-Chef Baumann nicht über den Berg. Die Behörden gingen „unvorstellbar tief ins Detail“, sagt er. Über vier Millionen Seiten hat Bayer an die Kartellbehörden geliefert.

Möglicherweise muss Bayer noch länger bangen. Anders als bislang angenommen scheint das US-Justizministerium zögerlich zu sein. Kürzlich meldete Bloomberg, dass den Wettbewerbshütern die Zugeständnisse der Deutschen nicht genügten. Die Entscheidung könne sich noch über Monate hinziehen.

Doch am Ende werden wohl auch die Amerikaner ein paar Auflagen verordnen – und den Weg frei machen. Ob das reicht, um BayerMonsantos Marktmacht zu brechen und einen fairen Wettbewerb herzustellen, darf bezweifelt werden.

Die meisten Beschränkungen für derartige Mega-Merger seien viel zu komplex, als dass ihre Einhaltung von den Wettbewerbsbehörden kontrolliert werden könnte, urteilt das American Antitrust Institute, eine angesehene Non-Profit-Organisation von Wettbewerbsexperten. Die starke Marktposition der neuen Firma könnte die Lebensmittelerzeugung weltweit anfällig machen und außerdem die Entwicklung alternativer Ernährungssysteme behindern.

Das alles sollte den Wettbewerbshütern schwer zu denken geben, finden die Analysten des AntitrustInstituts. Deren Urteil steht fest: too big to fix. „Manche Fusionen sind einfach zu groß. Bayer-Monsanto ist eine davon.“