ST“OO“PP für „MONSANTO-BAYER“ – ST“OO“PPT „GLYPHOSAT“ /// „Neue“ Umweltministerin : Neue „Pflanzen-Schutz-Regeln“ sollen „INSEKTEN-STERBEN“ aufhalten – – – „KLÖCKNER“ versus „SCHULZE“ //// „Die WILD-Biene“ STIRBT“ ///// „Autonome Drohnen“ statt „Bienen“ also //// „AUFSTAND in FRANKREICH“ ////// Schwere „Vorwürfe“ aus der „EU“ gegen „Merkel“ wegen „Türkei-Deal“

siehe auch „KLÖCKNER und die BIENEN“ – und „der DIGITALE BAUER“

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33116/

Neue Studien zeigen: Glyphosat ist weiterhin gefährlich

05.04.2018

Auswirkungen von Glyphosat
13,4 Millionen Menschen sind in Argentinien unmittelbar von den Folgen des Glyphosat-Einsatzes betroffen-+-Bild: Pablo E. Piovano

Mehrere aktuelle Studien zeigen, dass das Herbizid Glyphosat Umwelt und Gesundheit negativ beeinflusst. Sie liefern neue Argumente dafür, den Wirkstoff in Deutschland Ende 2021 endgültig zu verbieten, wie dies Bundesumweltministerin Svenja Schulze forderte.

Wissenschaftler der Universität des US-Staates Indiana haben 71 Schwangere untersucht und bei 93 Prozent von ihnen Glyphosat im Urin nachgewiesen. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Glyphosatbelastung und einer verkürzten Schwangerschaftsdauer. Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass eine verkürzte Schwangerschaft für das Neugeborene lebenslange negative Auswirkungen haben könnte. Sie mahnten weitere Studien mit mehr Schwangeren an, um zu erkennen, ob die Glyphosatbelastung noch andere Risiken für die Ungeborenen mit sich bringt.

Ebenfalls aus den USA kam die Nachricht, dass die Population des Monarch-Falters weiter abnimmt. Das Center für Biological Diversity (CBD) hatte in den Überwinterungsquartieren des Falters in Mexiko den Bestand überprüft. Waren es vor 20 Jahren noch eine Milliarde Falter, so sind jetzt noch 93 Millionen übrig. Um auf Dauer überleben zu können, müsste die Population 225 Millionen Tiere betragen, schrieb das CBD. Als Grund für die rapide Abnahme nennen die Artenforscher den Einsatz von Herbiziden, insbesondere von Glyphosat. Die Spritzgifte lassen die Wirtsblume des Falters, die Seidenpflanze, absterben.

Argentinische Wissenschaftler haben gezeigt, dass Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA vom Winde verweht werden können. Dazu sammelten sie den Staub, den der Wind von abgeernteten, offen daliegenden Feldern wehte. Der bis zu einer Höhe von eineinhalb Meter aufgewirbelte Staub enthielt 247 Mikrogramm je Kilogramm (µg/kg) an Glyphosat und fast ebensoviel AMPA. Das sei 60 mal mehr Glyphosat als im Boden selbst, heißt es in der Studie. Daraus folge, dass der Erosionsstaub sich möglicherweise negativ auf das Ökosystem und die menschliche Gesundheit auswirke.

Andere argentinische Forscher haben die Kaulquappen von Fröschen gängigen Umweltkonzentrationen an Glyphosat ausgesetzt und dabei unterm Mikroskop Leberveränderungen nachgewiesen. Dabei war die gebrauchsfertige gylyphosathaltige Pestizidmischung Roundup noch schädlicher als reines Glyphosat. Brasilianische Forscher hatten die Fischart Astyanax lacustris in Wasser mit Spuren eines glyphosathaltigen Herbizids schwimmen lassen. Bei einer Konzentration von 50 Mikrogramm je Liter waren die Spermien der Fische bewegungsunfähig, bei 300 Mikrogramm starben die Samenzellen ab.

All diese Studien müssen berücksichtigt werden, wenn in den kommenden Monaten in Deutschland glyphosathaltige Herbizide neu zugelassen werden. Denn dabei sollen die Behörden die Risiken für Nichtziel-Pflanzen und die Biodiversität besonders beachten. Bis Fristende am 16. März hatten acht Hersteller beantragt, 24 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zuzulassen. Weitere zwölf Herbizide, die über 2018 hinaus zugelassen sind, würden von Amts wegen überprüft, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Anfrage mit.

Ginge es nach der neuen Bundesumweltministerin Svenja Schulze, würden die Zulassungen nur noch befristet bis Ende 2021 erteilt. Danach will die SPD-Politikerin das Herbizid in Deutschland endgültig verbieten, teilte sie der BILD-Zeitung mit. Bedeckt hält sich dagegen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU. Sie sagte der Rheinischen Post lediglich, Naturschutz und Landwirtschaft seien keine Gegensätze und gehörten zusammen: „Und deshalb will ich mit der Kollegin Schulze auch ein gutes Einvernehmen finden.“ [lf]

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MON-SANTO-KONTAMINATION

DAS GANZE ist eine „BÖSARTIGE FARCE“

MERKEL der „SUPER-G(r)AU(s)“ – zur PERSON MERKEL: „AUS-SITZEN“ – „UNNÜTZE BLÖDE SPRÜCHE“ –  „MACHT-GEIL-HEIT“…. – – – – – ÜBRIGENDS ist die PERSON „mit-HAUPT-VERANTWORTLICHE“ für den „SATANISCHEN DEAL“

SCHLUSS mit LUSTIG!!! – WIEVIEL BEKOMMT „VESTAGER“(EU) von „MONSANTO-BAYER“ für den DEAL

?“WETT-BEWERB“?  – diesen schaltet MON-SATAN schon mit der ERMÄCHTIGUNG über „PATENT auf LEBEN“  AUS und mit der UN-KONTROLLIERTEN AUSBREITUNG der manipulierten SAAT  – ALLES wird KONTAMINIERT

ANKLAGE: VESTAGER (EU) ist GEGEN das „VORSORGE-PRINZIP“ und GEGEN die „GESUNDHEIT“ und „ÖKOLOGIE“ DENN es gibt UNENDLICH VIEL BEWEISE GEGEN MONSANTO – die FRAGE ist: „WIESO ist dieser satanische KONZERN mit seinen UNTERSTÜTZERN noch nicht hinter SCHLOSS und RIEGEL“???!!!

„kontrollierter FEIND“ – „trojanisches Pferd“ – RA – RA – RA – S – „PUTIN“ demaskiert sich „WIEDER-MAL“ – DENN PUTIN UNTERSTÜTZT den satanischen DEAL???!!!

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33130/

Baysanto: USA und Russland wohl einverstanden

12.04.2018

Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer)
Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer) ………… (<<< hier sieht man  Zwei DRECKIG GRINSENDEEIERKÖPFE“ mit „HUNDELEINE„>>>)

Fast 20 der rund 30 relevanten Kartellbehörden hat Bayer inzwischen im Boot. Und die Einkaufsliste des Chemiekonzerns BASF wird immer länger. Nach dem Willen der US-Wettbewerbshüter soll BASF nun noch das Geschäft mit der digitalen Landwirtschaft von Bayer erwerben, damit die Leverkusener den amerikanischen Saatgutgiganten Monsanto übernehmen dürfen.

Nach Medienberichten vom Mittwoch werde das USJustizministeriums damit wohl grünes Licht geben für die größte Firmenübernahme der Nachkriegsgeschichte. Ein Bayer-Sprecher bestätigte das Verkaufsangebot an BASF, äußerte sich aber nicht zum Stand des Genehmigungsverfahrens in den USA. Der EU-Wettbewerbskommissarin hatte es für ihre Zustimmung im März noch ausgereicht, dass BASF nur eine Lizenz für Bayers Digital-Farming bekommt. Nach dem Willen der USBehörden soll Bayer nun umgekehrt Lizenznehmer bei ihrem Käufer BASF werden.

Mit den agrarspezifischen IT-Plattformen, die Bayer und Monsanto beide entwickeln, können Landwirte ihre kompletten Betriebe digital steuern. Anhand riesiger Datenmengen zu Rahmenbedingungen wie Wetter oder Bodenbeschaffenheit werden Bedarf und Einsatz von Wasser, Saatgut, Dünger und Spritzmitteln berechnet und umgesetzt. So können die Konzerne ihr IT-Angebot direkt auf ihr Warenangebot abstimmen – von gentechnisch verändertem Saatgut bis zum Pestizid. Es entsteht eine computergestützte Rundumversorgung mit der Gefahr maximaler Abhängigkeit der Landwirte vom jeweiligen Konzern. Künftig werden dann wohl Bayer mit der MonsantoPlattform und BASF mit der ehemaligen BayerPlattform auf IT-Kundenfang gehen.

Schließlich hat sich die Einkaufsliste von BASF um eine Reihe von Mitteln zur Saatgutbehandlung verlängert, teilte Bayer mit. Dafür steht NemaStrike, ein Bodeninsektizid von Monsanto, dessen Verkauf die EU gefordert hatte, nicht mehr auf der Liste. Auf Wunsch der EU enthält sie aber bereits Bayers Raps-, Soja- und Baumwollsaatgut, das Gemüsegeschäft sowie das weltweite Geschäft mit dem Unkrautvernichter Glufosinat-Ammonium. Der Preis für den Großeinkauf von BASF wurde bislang auf mehr als sechs Milliarden Euro beziffert. Was durch die US-Bedingungen noch hinzukommen wird, ist nicht bekannt.

Diese Verkaufsliste an BASF wird aktuell von EU-Kommissarin Margrethe Vestager noch abschließend geprüft. Ende kommender Woche will sie das Ergebnis verkünden. Wie proplanta.de berichtete, soll auch Russland der Megafusion in Kürze zustimmen. Bayer hat weiterhin das Ziel, Monsanto noch in diesem Quartal für mehr als 49 Milliarden Euro zu übernehmen und damit zum weltweit größten Anbieter für Saatgut und Pestizide aufzusteigen. Die Börse hat schon begonnen zu feiern. [vef]

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siehe auch MONSANTO-„RoundUP“ incl. GLYPHOSAT ist als „FORMULIERUNG“ „125“ mal toxischer als GLYPHOSAT pur

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/unkrautvernichtungsmittel-umweltministerin-schulze-will-glyphosat-verbot-durchsetzen-aid-1.7475385

| 18.13 Uhr

Bis spätestens Ende 2021

Umweltministerin Schulze will GlyphosatVerbot durchsetzen

Unkrautvernichtungsmittel: Umweltministerin Schulze will Glyphosat-Verbot durchsetzen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD bei ihrer Rede im Bundestag. FOTO: dpa, cgt tba
Berlin. Bundesumweltministerin Schulze hat angekündigt, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bis spätestens Ende 2021 verbieten zu lassen. Damit geht sie über den Koalitionsvertrag hinaus.

Die Deutschen wollten nicht nur kein Glyphosat auf Äckern, sondern insgesamt einen sorgsameren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei ihrer Rede im Bundestag. „Wir werden deshalb die Anwendung von Glyphosat in dieser Legislaturperiode schnellstmöglich beenden.“ Damit ging sie über den Koalitionsvertrag hinaus, in dem nur von einem schnellstmöglichen Ausstieg aus der weit verbreiteten Glyphosat-Nutzung die Rede ist, ohne ein Datum zu nennen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) ging in ihrer Rede nicht auf Glyphosat ein, kündigte aber ein entschiedenes Vorgehen gegen Insektizide auf Grundlage von Neonikotinoiden (Neokis) an. Das Mittel wird von mehreren Konzernen hergestellt, darunter Bayer und Syngenta. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei das hochwirksame Nervengift verantwortlich für das Bienensterben.

„Was für Bienen schädlich ist, muss weg vom Markt“, erklärte die CDU-Politikerin. Klöckner setzte damit einen anderen Akzent als ihr Vorgänger Christian Schmidt (CSU). Der hatte sich Ende Februar gegen ein Verbot von Neoniks gewandt, nachdem die EU-Lebensmittelbehörde Efsa vor der Chemikalie gewarnt hatte.

Schmidt war öfter mit Schulzes Vorgängerin, der SPD-Politikerin Barbara Hendricks, aneinander geraten. So hatte der CSU-Politiker im November ohne Abstimmung mit der Bundesregierung in der EU für die Zulassungsverlängerung von Glyphosat gestimmt und damit heftigen Protest von Hendricks und anderen SPD-Politikern ausgelöst.

„Meine Hoffnung ist, dass dies ein einmaliger Ausrutscher war und dass wir davon ausgehen können, dass in der neuen Bundesregierung ein neuer Geist herrscht und solche Foulspiele nicht wiederholt werden“, erklärte Schulze. Klöckner sagte, Naturschutz und Landwirtschaft seien keine Gegensätze und gehörten zusammen: „Und deshalb will ich mit der Kollegin Schulze auch ein gutes Einvernehmen finden.“

(gaa/REU)

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/watch?v=aaEGdeqaBho

Ist Glyphosat bioakkumulativ? Lagert sich der Unkrautvernichter im Körper ab? [NDV]

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Ökosystem – Großes „INSEKTEN-STERBEN“ in Deutschland – WELT

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http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-pflanzenschutz-regeln-sollen-insektensterben-aufhalten-15528984.html

Neue Umweltministerin : Neue Pflanzenschutz-Regeln sollen Insektensterben aufhalten

  • Aktualisiert am

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sitzt im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit während eines Interviews. Bild: dpa

Glyphosat tötet alles, was grün ist“, sagt die neue Bundesumweltministerin. Sie fordert insgesamt weniger Pflanzenschutzmittel – und will bald schon die ersten Gesetze auf den Weg bringen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat den Kampf gegen das Insektensterben zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt. „Das Artensterben aufzuhalten, ist eine der zentralen politischen Aufgaben unserer Zeit“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Insektensterben nehme rasant zu. „Mit den Insekten verschwinden auch die Vögel. Und all die wertvollen Leistungen, die Insekten für uns erbringen – von der Bestäubung, über die Reinigungsfunktion in Gewässern bis zur Bodenfruchtbarkeit.“

Schulze hat schon angekündigt, dass sie gleich nach Ostern mit Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) das geplante Aktionsprogramm für Insektenschutz angehen will. „Ich will die Landwirtschaftsministerin beim Wort nehmen – sie hat gesagt, dass Bienen systemrelevant seien und man etwas tun muss“, sagte sie Anfang der Woche. Das Programm ist im Koalitionsvertrag festgehalten. Schulze will noch innerhalb der ersten 100 Tage der neuen Regierung Eckpunkte vorlegen.

Im Interview der Funke-Zeitungen verlangte sie, sämtliche Pflanzenschutzmittel zurückhaltender einzusetzen. „Wir brauchen einen grundsätzlichen GlyphosatAusstieg in dieser Legislaturperiode. Glyphosat tötet alles, was grün ist. Insekten finden danach keine Nahrung mehr“, sagte Schulze. „Aber mit dem Glyphosat-Ausstieg allein ist es nicht getan – wir brauchen einen grundsätzlich restriktiveren Einsatz aller Pflanzenschutzmittel.“

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Bedrohte Bestäuber : Stirbt die Biene wirklich?

In ihrem Bestand bedroht: Mehr als die Hälfte aller heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste. Bild: dpa

Plötzlich redet alle Welt vom Bienensterben. Steht es um die Tierchen tatsächlich so schlimm? Ein Faktencheck.

 

Manchmal sind es gerade die einfachen Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Die Frage „Liebst du mich?“ gehört dazu. Da kommen mitunter selbst geübte Rhetoriker ins Schwimmen. Solche tückisch-einfachen Fragen gibt es auch in der Politik („Gehört der Islam zu Deutschland?“). Selbst die angeblich so objektive Welt der Naturwissenschaften hat auf manch einfache Fragen keine eindeutigen Antworten. Ob es den Klimawandel gibt, darüber haben prominente Köpfe quer über alle Kontinente jahrelang erbittert gestritten.

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das gilt auch für eine der aktuell wichtigsten Fragen: Gibt es das Artensterben und insbesondere das Bienensterben wirklich? Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, antwortete darauf vor zwei Wochen in der F.A.S.: „Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell.“ Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Der Chemiekonzern Bayer beispielsweise ließ ausrichten, dass es ein Bienensterben „definitiv nicht“ gebe.

Wie es den Bienen und den Bestäubern im Allgemeinen geht, hat wirtschaftlich große Auswirkungen. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden. Umso wichtiger ist die Frage: Gibt es das Artensterben wirklich?

Um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen

Spätestens seit Ende vergangenen Jahres muss man wohl sagen: Ja! Im Oktober 2017 nämlich kam eine von Caspar Hallmann von der RadboudUniversität in Nimwegen geleitete und mit Hilfe von ehrenamtlichen Insektenkundlern aus Krefeld vorgenommene Studie zu dem Schluss: Die drastischen Bestandseinbrüche sind real. Die Forscher stellten fest, dass die Biomasse der Fluginsekten in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen ist. Die Verluste betreffen offenbar die meisten Arten. In der Folge gab es vereinzelt Kritik an der Studie, insgesamt aber bescheinigte ihr die Fachwelt eine sehr hohe Aussagekraft. Auch das Bundesumweltministerium legt sich auf Nachfrage fest: „Sowohl die Gesamtzahl der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nachweislich abgenommen.“

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Bedrohte Bienenarten in Deutschland
Ausgestorben 39
Vom Aussterben bedroht 31
Stark gefährdet 78
Gefährdet 85
Gefährdet (Ausmaß unbekannt) 34
Extrem selten 24
52,6% der heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste
Grafik: F.A.Z. / Quellen:  Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen; Bundesamt für Naturschutz

Die speziellere Frage, ob es auch das Bienensterben gibt, ist schwieriger zu beantworten, weil es die eine Biene nicht gibt. Die meisten Deutschen denken unwillkürlich nur an die Honigbienen, die von Imkern gehalten werden. Die Gattung der Honigbiene umfasst sieben bis zwölf staatenbildende Arten, für die Imkerei ist die Westliche Honigbiene allerdings die bedeutendste. Doch Honigbienen sind nur ein Teil des Spektrums. Laut dem Naturschutzbund Deutschland leben in Deutschland nämlich einige hundert Bienenarten und auch jede Menge Hummeln und Wespen. Unter ihnen stellt die Honigbiene eigentlich eine Ausnahme dar, denn sie lebt und überwintert als Volk und vermehrt sich durch Volksteilung, das sogenannte Schwärmen. Die meisten Bienenarten aber leben alleine. Es sind solitäre Bienen beziehungsweise Wespen, von denen nur die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben. Sie legen ihre Eier in der Erde oder in Ritzen von Holz oder Lehm ab.

Ein generelles, weltweites und alle Arten betreffendes Bienensterben kann es aber allein schon deshalb nicht geben, weil die Zahl der Honigbienen signifikant steigt. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zählte im Jahr 1961, dem ersten Jahr ihrer Erhebung, lediglich 49 Millionen kommerzielle Bienenstöcke auf der Welt. Im Jahr 2016 waren es mit 90 Millionen schon fast doppelt so viele.

„Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere“

Das liegt vor allem an der Entwicklung in Asien, wo sich die Zahl der Honigbienen-Völker auf 42 Millionen vervierfacht hat. Auch in Südamerika (plus 311 Prozent) und in Afrika (plus 150 Prozent) ging es rasant aufwärts. Selbst in China, das für seine schlechten Umweltschutzstandards bekannt ist, hat sich die Zahl der Honigbienen fast verdreifacht.

Geradezu gegenteilig verlief die Entwicklung in vielen westlichen Ländern. In Nordamerika brach die Zahl der Bienenstöcke um 40 Prozent ein, in Europa um 13 Prozent. In Deutschland lebten nach Angaben des Deutschen Imkerbundes Ende vergangenen Jahres etwa 766.000 von Menschen gehaltene Bienenvölker. Das sind 23 Prozent kommerzielle Bienenstöcke mehr als vier Jahre zuvor, nach Angaben der FAO aber waren es Anfang der 60er noch fast dreimal mehr.

Mit Umwelteinflüssen hat das zunächst einmal nichts zu tun, dafür umso mehr mit der Zahl der Imker. „Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere, sie werden von Menschen gehegt und gepflegt“, sagt Stefanie Hahn vom Institut für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg. Genauso wie Kühe und Schweine gelten Honigbienen als Nutztiere, daher fällt ihr Wohlergehen in Deutschland in den Bereich des Landwirtschaftsministeriums. Deshalb war es nicht etwa die neue Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), sondern die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die in ihrer Antrittsrede im Bundestag die Bienen als „systemrelevant“ bezeichnete. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung legte die CDU-Politikerin nach: „Für mich ist klar: Was der Biene schadet, muss vom Markt.“

Bei den Wildbienen sieht es ganz anders aus

Aus der steigenden Zahl der von Menschen gehaltenen Honigbienen kann man aber keinesfalls schließen, dass es den Bienen auch gutgeht. Wenn in Deutschland mehr Hühner gehalten werden, heißt das ja auch nicht, dass die Hühner in einer besseren Umwelt leben und sich deshalb glücklich vermehren. Es bedeutet schlicht und einfach nur, dass es mehr Hühnerhalter gibt.

Senckenberg-Chef Mosbrugger sieht die Vermehrung der Honigbienen zum Teil sogar als Warnsignal: „Die natürliche Bestäubung hat nachgelassen. Deswegen gehen Obstbauern mit großen Plantagen dazu über, sich Bienen zu halten. Die machen das ja nicht wegen dem Honig, sondern weil sie Bestäuber brauchen.“ Diese Lesart würde erklären, warum die Honigbiene gerade in Umweltsünder-Staaten wie China auf dem Vormarsch ist.

Ganz anders sieht es bei den Wildbienen aus, ihre Zahl nimmt ab. Den stärksten Beweis dafür liefert die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichte „Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen Deutschlands“. Solche Roten Listen haben in Deutschland den Status von Sachverständigengutachten, sie dienen dem Gesetzgeber und den Behörden als Informationsquelle für ihre Umweltpolitik. Mit Blick auf die Bienen fällt die Rote Liste eindeutig aus: Sie vermerkt 39 heimische Arten als in Deutschland ausgestorben oder verschollen, 31 sind vom Aussterben bedroht, 78 Arten gelten als stark gefährdet, 85 als gefährdet. Weitere 34 Bienenarten sind gefährdet, die Wissenschaftler wissen aber nicht, wie stark genau. Nochmal 24 Arten gelten als extrem selten. Insgesamt stehen damit mehr als die Hälfte (52,6 Prozent) aller heimischen Bienenarten auf der Roten Liste und sind damit mehr oder weniger in ihrem Bestand bedroht. Langfristig gesehen stehen 233 Arten, die abgenommen haben, nur fünf Arten gegenüber, die zugenommen haben.

„Die Ursachen der Gefährdung so vieler Arten sind zwar vielfältig, jedoch stets in immer intensiveren Eingriffen des Menschen in natürliche Kulturökosysteme zu suchen“, schreiben die Autoren. Insbesondere die Zerstörung der Nistplätze und die Vernichtung des Nahrungsangebots sei dafür verantwortlich. Während die kleinbäuerliche Landwirtschaft für Vielfalt gesorgt und damit unzähligen Bienenarten ein Auskommen ermöglicht habe, sei die industrielle Landwirtschaft die Hauptursache für den Rückgang.

Zu ähnlich alarmierenden Ergebnissen kommt auch der jüngste Report des Weltbiodiversitätsrates IPBES und das in Arizona beheimatete Zentrum für Biologische Vielfalt (Center for Biological Diversity). In dessen Analyse „Bestäuber in Gefahr“ vom Februar dieses Jahres steht, dass mehr als die Hälfte aller in Nordamerika heimischen Bienenarten zurückgehe, jede vierte Art sei gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Verantwortlich dafür machen die Autoren ebenfalls den Verlust an natürlichen Lebensräumen, den Klimawandel und Pestizide, die Bauern zu oft, zu intensiv oder gar verbotenerweise in ihren Feldern einsetzen.

Was bleibt? Der Vorwurf, dass Umweltschützer alarmierende Berichte schreiben, um ihre eigenen Jobs zu retten und sich wichtig zu machen, lässt sich weder belegen noch widerlegen. Auch sind sich alle Forscher einig, dass es mehr Grundlagenforschung braucht und die Zahl der Insekten an mehr Stellen exakt beobachtet werden muss. Aber eines hat unser Faktencheck als Merksatz klar ergeben: Die Honigbiene lebt, aber die viel zahlreichere Wildbiene stirbt leider.

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http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/bienen-sterben-eine-gefahr-fuers-bruttosozialprodukt-15511262.html?premium

Artikel Bienensterben : „Das Artensterben kostet drei Billionen Euro“

Die westliche Honigbiene: Apis mellifera. Bild: dpa

Der Biologe Volker Mosbrugger über den Tod der Honigbiene, die Folgen für das Bruttosozialprodukt. Und warum Gartenbesitzer nicht so oft mähen sollten.

Herr Mosbrugger, früher redeten alle vom Waldsterben, heute vom Bienensterben. Das Waldsterben fand nie statt, wie ist es mit dem Bienensterben?

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell. Wissenschaftler vom SenckenbergForschungsinstitut haben zum Beispiel herausgefunden, dass in den letzten zweihundert Jahren jede vierte einheimische Pflanzenart in Frankfurt verschwunden ist. Andere Senckenberg-Kollegen haben gezeigt, dass an Trockenhängen in der Nähe von Regensburg in den letzten 150 Jahren etwa jede dritte Schmetterlingsart nicht mehr vorkommt. Das sind so die Größenordnungen des Artenverlustes, die wir an ganz vielen Stellen sehen.

Das Artensterben ist also definitiv kein Medienphänomen und keine Hysterie?

Nein, ganz im Gegenteil: Wir Wissenschaftler haben schon sehr viel länger gemahnt, das Problem wird aber erst jetzt zunehmend ernst genommen. Man sieht und fühlt es ja auch, jeder kann es beobachten: Wenn Sie früher mit dem Auto durch die Landschaft fuhren, war die Autoscheibe immer voller toter Insekten. Das gibt es heute nicht mehr. Wenn Sie heute rausgehen in die Natur, dann ist die relativ still. Früher hat es gezirpt und gezwitschert. Heute ist es viel ruhiger geworden, weil es viel weniger Insekten und Vögel gibt. Das Phänomen hat auch schon einen Namen: „Der stumme Frühling“.

Wer ist daran schuld?

Bei uns in Europa ist es ganz wesentlich die Landwirtschaft. Es gibt fast keine Feldränder mehr, die Bauern pflügen bis an den Rand. Sie bauen große Monokulturen an und lassen kaum noch eine natürliche Vielfalt an Pflanzen zu, die als Nahrung für die Insekten und andere Tiere wichtig sind. Außerdem bringen sie zu viele Schadstoffe wie Insektizide und Glyphosat auf die Felder und übernutzen die Böden, statt sie nachhaltig zu bewirtschaften. Die Landwirtschaft ernährt uns, aber sie zerstört auch die Lebensgrundlage vieler Tiere und Pflanzen, gerade auch von Insekten.

Woran liegt es noch?

Auch durch den Klimawandel verschwinden viele Arten, vor allem die kälteliebenden. Und bei der Honigbiene spielt eine bestimmte Milbenart eine wichtige Rolle, die Varroa, die die Bienenbestände reduziert.

Angenommen, es gibt auf der Erde keine Honigbienen mehr. Was passiert dann?

Es kommt nicht nur auf unsere domestizierten Honigbienen an, sondern auf die Bestäuber insgesamt. Die Honigbiene ist ja nicht die einzige Bestäuberin. Allein in Deutschland gibt es mehrere hundert Bienenarten, hinzu kommen Schmetterlinge, Fliegen, ein ganzes Spektrum an Insekten, die Pflanzen bestäuben. Das Problem ist, dass die Vielfalt der Bestäuber insgesamt deutlich zurückgegangen ist.

Countdown – der politische Newsletter der F.A.Z.

Wie sähe eine Welt ohne Bestäuber aus?

Die Pflanzen, die von einer Bestäubung abhängen, würden stark zurückgehen. Das träfe vor allem die Vitaminlieferanten, die beispielsweise Äpfel, Birnen oder Kirschen wachsen lassen. Die Kohlehydratlieferanten wie Weizen, Reis und Mais hätten kein allzu großes Problem; die werden vom Wind bestäubt, da sind Insekten nicht so wichtig.

Man kann auch per Hand bestäuben, in China in der Provinz Sichuan wird das schon gemacht.

Genau da ist der Punkt, wo es spannend wird: Macht es wirklich Sinn, die natürlichen Dienstleister zum Aussterben zu bringen? Da kann man doch besser gleich sagen: Lass sie weiter ihren Job machen, dafür bezahle ich ja nichts. Man kann sogar ausrechnen, was die sogenannten Ökosystem-Dienstleistungen wert sind. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten etwa wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden Euro.

Wie lässt sich so etwas denn ausrechnen?

Wenn die kostenfreie Dienstleistung der Natur wegfällt, muss der Bauer sie ersetzen. In China muss er dann Menschen fürs Bestäuben bezahlen. Das lohnt sich aber nur in Ländern, in denen die Arbeitskraft extrem preisgünstig ist. Im Hochlohnland Amerika hingegen hat sich rund um die Honigbiene eine richtige Industrie entwickelt. Da gibt es riesige Lastwagen voll mit Bienenkörben, die ich buchen kann. Da rufen die Bauern den Vermieter der Bienen an und sagen ihm: Meine Mandelbäume blühen von dann bis dann, da brauche ich zwei Trucks Bienen von dir. Dann stellt der seine Bienen vier Wochen hin und fährt dann weiter zum nächsten. Da überlege ich mir doch lieber vorher eine gescheite Landwirtschaft, die das Bestäuben von Haus aus macht.

Wo leistet uns die Natur noch gute Dienste, um die wir uns sonst selbst kümmern müssten?

Wenn ich speziell auf die belebte Natur blicke, dann unterscheidet man häufig vier Typen von ÖkosystemDienstleistungen. Da gibt es erstens die sogenannten „unterstützenden Dienstleistungen“ wie die Photosynthese und die Bodenbildung. Zweitens die „versorgenden Dienstleistungen“. Dazu zählen etwa Früchte oder Brennholz, die wir direkt aus der Natur entnehmen.

Und die beiden anderen?

Die dritte Gruppe sind die „regulierenden Dienstleistungen“. Die Natur regelt zum Beispiel den Wasserkreislauf: Wenn es regnet, kommt es nicht gleich zu Überflutungen, weil das Wasser im Boden, in den Wurzeln und in den Pflanzen gespeichert wird. Viertens geht es um kulturelle Werte. Stellen Sie sich vor, ich würde in Frankfurt alle Bäume fällen. Wer würde dann dort noch leben wollen? Deshalb sollte ich schon jetzt fragen: „Wie viel sind Sie bereit, für die Bäume in Frankfurt zu zahlen?“ Und dann sehen Sie: Auch bei uns hat die Natur einen hohen kulturellen Wert.

Hat jemand mal versucht, all diese Leistungen der Natur zu berechnen?

Einen Teil dieser ÖkosystemDienstleistungen können Sie quantifizieren. Eine Gruppe Wissenschaftler kam auf einen Wert von etwa 125 Billionen Dollar im Jahr. Das globale Bruttoinlandsprodukt beträgt jährlich 80 Billionen Dollar. Die Natur erwirtschaftet also mehr als alle Menschen zusammen. Es gibt auch Berechnungen, wonach uns das Artensterben derzeit gut drei Billionen Euro im Jahr kostet.

Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.
Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt. : Bild: Victor Hedwig

Wo ist der Schaden, wenn ich statt tausend Insektenarten nur noch 980 habe?

Der wirtschaftliche Schaden entsteht immer da, wo bestimmte Dienstleistungen der Natur wegfallen, die wir technisch ersetzen müssen. Der Landwirt braucht dann eben mehr Chemikalien oder muss den Bienenlaster anmieten. Tatsächlich wissen wir aber in den meisten Fällen noch nicht, welche ganz konkreten Konsequenzen das Artensterben hat. Das ist, wie wenn Sie als Laie willkürlich irgendwelche Teile aus einem Motor rausziehen. Vielleicht haben Sie zehnmal Glück und merken keinen Unterschied, weil es unwichtige Teile waren. Beim elften Mal aber bleibt das Auto stehen. Genau das passiert gerade in der Natur: Wir nehmen einzelne Arten heraus, und es passiert erst mal nicht dramatisch viel, weil es Redundanzen im System gibt. Fällt die eine Bienenart weg, können andere den Job übernehmen. Aber irgendwann funktioniert das ganze System nicht mehr.

Was kann die Politik tun, um das Artensterben aufzuhalten?

In unseren Breiten müssen wir sicherstellen, dass mehr natürliche Vielfalt möglich wird, die Landwirte etwa mehr Feldränder und Hecken stehenlassen. Außerdem müssen wir Teile unseres Waldes wieder zu einem Urwald werden lassen und auch mehr natürliche Vielfalt in die Städte bringen. Das Wichtigste aber ist, die Natur dort zu erhalten, wo sie noch vorhanden ist. Das gilt insbesondere für den extrem artenreichen Regenwald oder auch die Riffe. Bei uns in Europa ist es dafür zu spät, richtig ursprüngliche Natur gibt es hier so gut wie nicht mehr.

Wie bitte? In Deutschland gibt es doch wahnsinnig viel Waldfläche.

Unsere Wälder sind doch Gärten! Das ist kein wilder Wald, da ist nichts natürlich.

So ein deutscher Mischwald kommt mir sehr natürlich vor…

Ne, ne, ne! Das ist alles Forst, mal mehr, mal weniger naturnah. Unsere deutschen Wälder sind nicht so viel anders als der Palmengarten in Frankfurt. Der ist so gebaut, dass Sie schöne bunte Blumen sehen. Unsere Wälder sind so gebaut, dass die Forstwirte viel Holz bekommen. Beides sind aber letztlich menschengemachte Gärten. Schon die Römer haben den Taunus abgeholzt, wir haben ihn wieder aufgeforstet.

In Vorträgen sagen Sie, das Artensterben sei ein viel größeres Problem als der Klimawandel. Inwiefern?

Beim Klimawandel denken wir derzeit über Mechanismen nach, wie wir Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre herausholen können. Bei der Biodiversität haben wir keine Chance, etwas zurückzuholen. Wenn eine Art weg ist, ist sie weg.

Können unsere Zoos nicht verhindern, dass eine Art ausstirbt?

Wie viele Arten leben schon in einem Zoo? Der Frankfurter Zoo beherbergt etwa 450 Arten. Und dann nehmen Sie alle anderen Arten in den verschiedenen Zoos der Welt hinzu. Dann kommen Sie vielleicht auf ein paar tausend. Aber wir haben zehn Millionen Arten auf der Erde. Der Zoo als Arche-Prinzip funktioniert dafür nicht.

Wird die neue Regierung etwas für die Artenvielfalt tun?

In den Koalitionsverhandlungen war viel von befristeten Arbeitsverträgen und dem Soli die Rede. Die Natur ist der Politik noch nicht wichtig genug, sie muss das Thema ernster nehmen und die Systemforschung stärken. Erfreulicherweise finden sich dazu jetzt in dem Koalitionsvertrag einige Stichworte, wie Erdsystemforschung, Meeresforschung, Insektensterben und Biodiversitäts-Monitoring.

Sie wollen mehr Geld.

Mehr Geld ist immer gut. Aber wir können uns auch bei den Ausgaben fokussieren. Jedes Jahr gehen riesige Summen in die Volksgesundheit. Ich sage: Das Thema Naturforschung ist für unsere Zukunft genauso wichtig wie die Volksgesundheit. Da haben wir noch nicht den richtigen Proporz gefunden.

Kann ich als Privatmann etwas tun, um das Artensterben ein kleines bisschen aufzuhalten?

Kaufen Sie BioLebensmittel, das ist eine gute Tat. Eine andere: Wenn Sie einen Garten haben, machen Sie keinen Steingarten daraus. Und legen Sie auch keinen Golfrasen an, sondern lassen Sie eine Wiese wachsen. Spritzen Sie nicht alles weg, und lassen Sie mal ein bisschen Wildnis zu! Mähen Sie nur zwei– oder dreimal im Jahr, nicht jede Woche. Dann haben Sie nicht nur diesen Golfrasen. Sie bekommen dann eine richtig bunte Wiese mit Blumen in allen Farben und ganz vielen Schmetterlingen darauf.

Aber das Gras wird kniehoch. Meine Kinder, die Fußball spielen wollen, werden sich da bedanken!

Einen Tod stirbt man.

Hm. Was kann ich sonst noch tun?

Wenn Sie ein Haus bauen, denken Sie über ein begrüntes Dach nach. Und erziehen Sie Ihre Kinder so, dass sie in der Natur einen Wert sehen. Geben Sie beispielsweise im Frühjahr jedem Kind einen großen Blumenkübel und eine Kürbispflanze. Das ist wirklich super! Die Kinder lernen dann, Verantwortung für ihre Pflanze zu übernehmen und wie die Natur funktioniert.

Derzeit sind gleich drei Naturbücher in den Bestsellerlisten: „Die Geschichte der Bienen“, „Das geheime Netzwerk der Natur“ und „Das geheime Leben der Bäume“. Ist das esoterischer Quatsch, oder helfen solche Bücher weiter?

Die beiden Bücher über die Bäume und die Bienen haben einen soliden wissenschaftlichen Hintergrund. Natürlich geht das auch in den esoterischen Bereich, wenn ich mit einem Baum rede. Ich glaube aber trotzdem, dass diese Bücher helfen, ein Gefühl für die Bedeutung der Natur zu bekommen. Wenn Sie sich den Kölner Dom anschauen, da geht auch jeder mit einer anderen Empfindung dran: Der Architekt interessiert sich für die Statik, der Historiker für die Geschichte, der dritte sucht Spiritualität. Ich als Naturwissenschaftler gehe an Natur rationaler heran, empfindsamere Seelen reden eben mit den Bäumen. Das ist alles ganz normal und in Ordnung.

Das Gespräch führte Christoph Schäfer.

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siehe auch „MONSANTO-BAYER“ – ARKANSAS – DICAMBA – „DIGITALE LAND-WIRTSCHAFT“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/martin-schulz-monsanto-virtual-reality-spiegel-podcast-zum-gratis-hoeren-a-1201647.html

SPIEGEL-Podcast gratis „Wir geben das Essen der Welt in die Hand von Chemie-Konzernen“

Monsanto und Bayer – wie Konzern-Monster unser Essen verändern. Die Fakten hinter dem VR-Hype.  „Sagen, was ist“

ab Minuten 21:30  – „MONSANTO – BAYER“ – „DICAMBA – ARKANSAS“ – „DIE LANDWIRTSCHAFT wird DIGITALISIERT“ – – – „VR“ – „VIRTUAL REALITY“

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>>>“ANTI-BIOTIKUM“ –  „GLYPHOSAT“<<< – „Wie GLYPHOSAT das „MIKRO-BIOM“ im DARM und im BODEN ANGREIFT

GLYPHOSAT in ALLER MUNDE – auch KINDER-MUNDE?!

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http://www.spiegel.de/spiegel/maja-lunde-nach-bestseller-ueber-bienen-nun-buch-ueber-wasserknappheit-a-1200737.html

Bestsellerautorin Maja Lunde

Die Frau, die unsere Horror-Zukunft beschreibt

Maja Lunde hat einen Bestseller über eine Welt ohne Bienen veröffentlicht. Jetzt erscheint ihr Buch über Wasserknappheit. Wer ist die Frau, die so packend über Umweltthemen schreibt?

Autorin Lunde: Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten

Andrea Gjestvang / DER SPIEGEL

Autorin Lunde: Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten

Es gibt Sätze, die man eigentlich nicht sagen kann, wenn man ernst genommen werden will. Wobei es ja auch immer darauf ankommt, wer sie sagt, sprachtheoretische Binsenweisheit. Maja Lunde steht da also und sagt einen Satz wie: „Alles hängt eben mit allem zusammen“, und während man bei jedem anderen Schriftsteller die Paulo-Coelho-Karte ziehen und ihn vom Platz verweisen würde, sagt man erst mal nichts und denkt dann: ja, stimmt eigentlich. Maja Lunde sagt also: „Alles hängt eben mit allem zusammen“ und guckt beim Laufen auf den Boden. Da sind Linien aufgemalt, sie führen zu Vogelarten, Pflanzenarten, durch den ganzen Planeten, man kann sie ablaufen und Abzweigungen nehmen, von der Blattlaus zum Polarbären, eigentlich für Kinder, aber es macht trotzdem Spaß und ist auch interessant, die Linien sind breit und bunt, Maja Lunde lächelt.

Im Naturhistorischen Museum ist viel los, draußen ist es kalt, minus 15 Grad, das ist selbst für Oslo ungewöhnlich, die Stadt versinkt Ende Februar im Schnee. Maja Lunde läuft durch das Museum, sie kennt sich gut aus. Sie hat hier viel Zeit verbracht für ihre Recherchen, einer ihrer wissenschaftlichen Berater arbeitet hier. Sie war hier schon als Kind, kennt jede Vitrine, jedes Skelett, es habe sich eigentlich nichts verändert, sagt sie.

Maja Lunde war vor Kurzem noch eine unbekannte norwegische Kinder- und Drehbuchautorin, jetzt ist sie Weltbestsellerautorin.

Noch bevor „Die Geschichte der Bienen“, ihr erstes Buch für Erwachsene, in Norwegen erschienen war, wurden die Rechte schon an sieben ausländische Verlage verkauft. Es ist in 30 Sprachen übersetzt und steht seit einem Jahr auf der Bestsellerliste. Es war 2017 in Deutschland das meistverkaufte Buch, über 400.000 Exemplare. Maja Lunde hat vor, eine Klima-Tetralogie zu schreiben, der zweite Band „Die Geschichte des Wassers“ ist vorige Woche auf Deutsch erschienen.

Ob sich der Erfolg wiederholen lässt, ist noch nicht abzusehen, vieles spricht dafür, auch „Die Geschichte des Wassers“ ist direkt auf der Bestenliste eingestiegen. Ökologie sells, das findet auch Maja Lunde überraschend. „Schon komisch, dass ich Dan Brown überholt habe, dabei gibt es bei mir weder Sex noch Crime“, sagt sie, während sie im Museum den aufgemalten Linien nach Afrika folgt.

Dass „Die Geschichte der Bienen“ so einschlug, lag sicherlich auch am perfekten Timing. 2017 war de facto ein miserables und daher medial gesehen ein gutes Jahr für die Biene. Häufig sah man Überschriften wie „Warum sterben sie?“ oder „Bienensterben – EU berät über Neonicotinoide“. Nachrichtensprecher übten sich darin, das Wort Neonicotinoide flüssig auszusprechen, und schließlich hat die Biene es auch in den Koalitionsvertrag geschafft, in dem festgeschrieben ist, dass die Biene der Regierung „besonders am Herzen“ liegt. Erst diese Woche versicherte die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Biene sei „systemrelevant“. Solche Vokabeln kannte man bisher eher von Banken. Die Biene hat jetzt eine Lobby. Und die Deutschen kaufen Bienenbücher.

Maja Lunde entwirft in ihrem Buch eine Welt, die nach dem „großen Kollaps“ nicht mehr bestäubt wird. Alle Bienen sind tot. Sie verwebt drei Geschichten miteinander, um die Zusammenhänge klar darzustellen. 1852 entwirft ein talentloser Biologe einen Bienenkorb, der die Imkerei revolutionieren wird. 2007 wird ein Imker in den USA als einer der Ersten vom Bienenmassensterben heimgesucht. 2098 ist China das einzige noch halbwegs existierende Land, da dort die Menschen die Arbeit der Insekten übernommen haben und per Hand die Pflanzen bestäuben.

Auf die Idee mit den Bienen kam sie durch eine Dokumentation im Fernsehen. Noch bevor das Buch fertig war, beschloss sie, die Geschichte weiterzuschreiben, vier Bücher insgesamt, ein zusammenhängendes fiktionales Universum, das die Folgen der menschlichen Lebensweise für die Umwelt illustriert. Das Klima und der Schutz des Planeten spielten schon eine Rolle für sie, als sie Kind war, ihre Eltern waren „Naturhippies“, wie sie sagt, im Kinderzimmer hing ein Anti-Atomkraft-Plakat. Für ihre Bücher recherchiert sie aufwendig, war in Spitzbergen, um Eisbären zu beobachten, und in Griechenland, um sich Flüchtlingscamps anzusehen.

Maja Lunde steht vor den Vitrinen mit den ausgestopften Tieren, zeigt auf Fußbälle, Flaschendeckel, Zitronennetze. Überall sind kleine Plastikteile drapiert, die sich in die Flora einpassen, als hätten sie immer schon dazugehört. In einer Vitrine am Eingang ist eine Ladung Plastik ausgestellt wie ein Kunstwerk, 3,4 Kilogramm, so viel, wie jede Minute in den Oslofjord geschüttet wird.

Das ganze Museum ist liebevoll gestaltet, etwas altbacken und sehr pädagogisch. „Wir müssen nicht smarter werden, sondern weiser“, sagt Maja Lunde. Noch so ein Satz. Aber auch der stimmt. Nach den Bienen nun also das Wasser. Könnte funktionieren. Das Thema Wasser steht als Krisenherd nicht minder hoch im Kurs als die Biene, eine willkürlich aus dem Netz herausgegriffene Headline der vergangenen Woche: „Gletscherschmelze ist nicht mehr aufzuhalten“.

„Die Geschichte des Wassers“ erzählt von der gleichen Welt wie „Die Geschichte der Bienen“, auf zwei zeitlichen Ebenen. 2017 kehrt eine betagte Frau in ihre Heimat in Norwegen zurück. Sie war ihr Leben lang Umweltaktivistin, hat sich für den Erhalt der heimischen Wasserfälle und des Gletschers eingesetzt. Jetzt ist vom Gletscher kaum noch etwas übrig, windige Geschäftemacher verkaufen tonnenweise Gletschereis „in die Wüstenstaaten“, das dort Ölscheichs in Form exquisiter Eiswürfel die Drinks kühlt. Die Frau, verzweifelt und trotzig, stiehlt eine Ladung Eis, lädt es auf ihr Boot und segelt damit Richtung Süden, nach Frankreich, wo ihr Ex-Freund mittlerweile lebt, der schuld ist an der ganzen Misere. Im Jahr 2041 wiederum sind ein französischer Vater und seine Tochter zu Klimaflüchtlingen geworden. Es ist so trocken, dass sich Südeuropa in einen unbewohnbaren Kontinent verwandelt hat und alle, die stark genug sind, nach Norden flüchten. Auf ihrer Reise finden die beiden ein Boot, gestrandet im ausgetrockneten Canal de Garonne bei Bordeaux.

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Keine Bienen heißt keine Nahrung, kein Wasser heißt nichts zu trinken. Die Menschen verenden elendig. Frappierend ist, dass viele der absurden Horrorszenarien, die Lunde aufgreift, bereits Wirklichkeit sind. In China müssen heute schon Menschen auf Bäume steigen, um per Hand die Blüten zu bestäuben. Und in Norwegen bietet ein Start-up tatsächlich Premiumeiswürfel an, selbst geschlagen aus dem Svartisengletscher, damit auserwählte wenige „1000 Jahre Geschichte in ihrem Glas“ haben können. Die Horrorzukunft hat bereits begonnen und ist in Wahrheit eine Horrorgegenwart. Bei so viel Horror dient Lesen auch als Verdrängungsmöglichkeit. Es ist die menschliche Heuchelei, sich betroffen Bücher über das Bienensterben zu kaufen und dann mit dem SUV nach Hause zu fahren. Und es ist viel zu einfach, sich über diese Heuchelei zu echauffieren, weil es das richtige Lesen im falschen Leben gibt.

Im Laufe des Gesprächs bekommt Lunde sieben Kurznachrichten, am Morgen hatte sie ein Treffen mit einem Filmproduzenten, darauf eins mit ihrer Agentin, um die Reise zu besprechen, am nächsten Tag geht es nach Australien. Sie wird für ein Literaturfestival eingeflogen. Danach Neuseeland und Leipzig. Lunde ist gefragt, und dass sie 16.000 Kilometer fliegen wird, um ihr Buch über den menschengemachten Umweltkollaps vorzustellen, macht ihr zu schaffen, „schrecklich“.

Man muss ehrlich sagen, dass Maja Lundes Prosa keine stilistische Meisterleistung ist. Die Story ist vorhersehbar, und die Bilder sind plakativ. Im Bienenbuch gibt es Bienenvergleiche, im Wasserbuch Wasservergleiche. Was Lunde jedoch gelingt, ist, das Versagen der Menschheit als Versagen der Menschen darzustellen. Als Unvermögen jedes Einzelnen, über seine eigenen nächstliegenden Bedürfnisse hinauszusehen. Der Mensch als solcher wird bei Lunde zum Problemfall.

Vor ein paar Jahren tauchte ein Begriff auf im Pop-akademischen Diskurs, der es schaffte, eine große Katastrophe cool zu verpacken: Anthropozän. Das Anthropozän bezeichnet das Zeitalter des Menschen. Indem der Mensch aber sein eigenes Zeitalter bekommt, seinen eigenen definierten geologischen Abdruck auf dem Planeten, denkt er sein Ende schon mit. Jedes Zeitalter geht auch zu Ende.

Lundes Bücher malen das Anthropozän in gewisser Weise aus, zeigen plastisch, was es heißt, wenn der Mensch sich die Welt untertan macht und nichts dagegen tun kann, weil er eben Mensch ist. Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten. „Wir müssen nicht smarter, sondern weiser werden.“

Maja Lunde steht vor einer Vitrine im naturhistorischen Museum. Schon ihr Vorname bietet Stoff für allerhand Witze, eine Frau, die Maja heißt, schreibt ein Buch über Bienen. In der Vitrine sitzen und fliegen Dutzende kleine Lunde. Lunde sind Meeresvögel, „meine Lieblingsvögel“, sagt Lunde. Mittlerweile sind Lunde eine gefährdete Vogelart. Die Lunde sind umgeben von Plastik, einem gelben Seil, einem blauen Ball, einem orangefarbenen Handschuh. Die Vitrine ist aufwendig gestaltet, zeigt ein Stillleben, eine Klippe, das Leben der Lunde. Sie haben diese Traurigkeit an sich, die ausgestopfte Tiere immer an sich haben, auch wenn sie noch so niedlich sind mit ihrem roten Schnabel. Einer der Lunde hängt nur wenige Zentimeter über einem Felsen, die Flügel ausgebreitet. Man kann nicht sagen, ob er gerade abhebt oder ankommt.

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http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-03/bienensterben-roboter-biene-bestaeubung-zukunft/komplettansicht

Bienensterben: Drohne Maja

Weltweit sterben Bienen, vielleicht könnten fliegende Roboter ihnen künftig etwas Arbeit abnehmen. Darüber machen sich manche Forscher Gedanken. Eine Schnapsidee?
Bienensterben: Funktioniert immer noch besser als jede Drohne: Die Biene
Funktioniert immer noch besser als jede Drohne: Die Biene © Getty Images

Es ist das Jahr 2098. Versklavte Frauen und Kinder hängen traubenweise in den Obstbäumen, um mit feinen Pinseln Pollen auf unzählige Blüten aufzutragen. Seit „dem Kollaps“ und dem Verschwinden der Insekten muss die Bestäubung der Nutzpflanzen komplett von Menschenhand erledigt werden. – Diese Szene stammt aus Maja Lundes Bestsellerroman Die Geschichte der Bienen, und wer weiß, dass schon heute in Teilen Chinas die Obstbäume von Hand bestäubt werden, kann sich solch ein Szenario ganz gut vorstellen.

Aber vielleicht muss es gar nicht dazu kommen, weil bis dahin RoboterBienen die Bestäubung übernommen haben. Vielleicht keine abwegige Idee, angesichts der seit Jahren wiederkehrenden Berichte über verendende Bienenvölker und neuen Erkenntnissen, was die Insekten weltweit sterben lässt. Im chinesischen Sichuan wurde die Insektenfauna übrigens durch Pestizide beseitigt. In solchen Gebieten könnte es tatsächlich Bedarf für technische Lösungen geben.

An MiniDrohnen, die Pollen übertragen, arbeitet jedenfalls der Japaner Eijiro Miyako, Chemiker am National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Tsukuba, Japan. Mit einer vier Zentimeter kleinen, ferngesteuerten Drohne gelang es Miyako und seiner Arbeitsgruppe tatsächlich Pollenkörner von den Staubbeuteln einer Japanlilie auf die Blütennarbe einer anderen Blüte zu übertragen. Während der Pollen bei echten Bienen in der feinen Körperbehaarung hängen bleibt, hält Miyakos Bestäubungsroboter ihn mit Pferdehaarborsten fest. An ihnen haftet ein spezielles Gel, oder wie der Forscher und sein Team sagen, eine ionisierte Flüssigkeit (Chem, Amador & Hu, 2017).

Ein Volk, eine Milliarde angeflogene Blüten

Seit Miyako im Fachmagazin Chem erste Ergebnisse veröffentlichte (Chechetka & Yu & Tange & Miyako, 2017), sind im Netz Schlagzeilen zu lesen wie Japanische Forscher erfinden blütenbestäubende Minidrohne, um die Pflanzenwelt zu retten. Miyako selbst will zwar nicht gleich die ganze Flora vor dem Tod bewahren, aber: „Diese Technologie kann zur Entwicklung eines innovativen künstlichen Bestäubers gegen die globale Bestäuberkrise führen“, schreibt er. Autonome Drohnen statt Bienen also. Robobee statt Biene Maja. Aber wie sinnvoll und realistisch ist das?

Ein Honigbienenvolk bildet im Laufe eines Jahres 100.000 bis 200.000 Sammelbienen aus. Wenn jede davon etwa 10 Tage lebt und 1.000 Blüten am Tag besucht, kommt das Volk auf eine Bestäubungsleistung von ein bis zwei Milliarden angeflogene Blüten pro Saison. Auch wenn solche Hochrechnungen ungenau sind, verdeutlichen sie doch die Größenordnungen: Selbst wenn die MiniDrohnen eines Tages so funktionieren sollten, wie es sich Forscherinnen und Wissenschaftler vorstellen, bräuchte man eine beachtliche Menge surrender Robo-Bienen, um auch nur annähernd an die Leistung eines einzigen Bienenstocks heranzukommen. Jede einzelne Drohne müsste mit künstlicher Intelligenz und hochauflösenden Kameras ausgestattet sein, um selbstlenkend und im Schwarm fliegend unterwegs sein zu können.

Im Übrigen gibt es derzeit weltweit rund 80 Millionen Honigbienenvölker. Ihre Mitglieder vollbringen komplexe kognitive und kommunikative Leistungen, um eine optimale Nektar- und Pollenausbeute für sich und damit auch eine effektive Bestäubung der Pflanzen sicherzustellen. Hinzu kommt die Vielfalt der Blütenformen: Die großen, relativ stabilen und weit geöffneten Blüten von Obstbäumen, wie Apfel und Birne oder der im Laborversuch verwendeten Japanlilien mögen sich noch ganz gut für die Ansteuerung mit einer Drohne eignen. Bei Blüten, deren Staubblätter und Griffel versteckter liegen, wie etwa bei Kürbissen oder Klee, wird das schon deutlich schwieriger. Erdbeer- oder Erdnussblüten wachsen bodennah und Heidelbeeren bilden kleine, glockenartige Blüten. Jede Blütenform wäre eine eigene technische Herausforderung.

Evolution schlägt Technik

Teja Tscharntke, Agrarökologe an der Universität Göttingen, glaubt nicht daran, dass es in absehbarer Zeit einen landwirtschaftlich relevanten Anteil an künstlicher Bestäubung geben wird: „Drohnen mögen vielleicht im Einzelfall und im kleinen Maßstab funktionieren, aber sicher nicht bei massenhaft blühenden Nutzpflanzen wie Sonnenblumen, Obst oder Mandeln.“

Zudem sei es fatal, wenn das drohende Aussterben von Wildbienen und anderen Bestäubern zugunsten einer technischen Lösung toleriert würde. Zumal die tierischen Bestäuber ja nicht nur für unsere Nahrungspflanzen zuständig sind. 90 Prozent aller Wildpflanzenarten profitieren von ihnen. „Und die würden dann leer ausgehen“, sagt Tscharntke.

Honigbienen sowie Wildbienen und Wespen haben zusammen mit den Blütenpflanzen im Laufe von über 100 Millionen Jahren ein höchst effektives und bis ins Detail aufeinander abgestimmtes System zum wechselseitigen Nutzen entwickelt. Die Pflanze lockt mit Nektar und Pollen und der tierische Bestäuber bedankt sich mit der Pollenübertragung für die energiereiche Mahlzeit.

Bestäubungsdrohnen gerne, aber nicht nötig

In der Landwirtschaft sichert der so mögliche sexuelle Austausch der Pflanzen höhere Erträge und eine bessere Fruchtqualität im Vergleich zu rein selbst bestäubten Kulturen. So produzieren Süßkirschen ohne die Hilfe von Insekten gerade einmal drei Prozent ihrer normalen Fruchtmenge (Biological Conservation, Holzschuhet al. 2012). Egal ob Süßkirschen, Mandeln, Erdbeeren, Kaffee oder Wassermelonen: Honigbienen und wilde Insekten ergänzen sich und eine hohe Bestäubervielfalt erhöht die Chance auf eine gute Ernte (Science, Garibaldi et al., 2013).

Nichts spricht also gegen Miyakos Forschungsarbeit zu ionischen Flüssigkeiten, deren Eigenschaften und potenziellen Anwendungen; problematisch ist aber seine Annahme, dass diese Ergebnisse zur Lösung der globalen Bestäuberkrise beitragen könnten. Das schürt falsche Hoffnungen. Es braucht keine fliegenden Bestäubungsroboter, sondern ein umweltfreundlicheres Landwirtschaftssystem, das die Bedürfnisse der natürlichen Bestäubervielfalt ausreichend berücksichtigt.

Blindes Vertrauen darauf, dass unsere Forscherinnen und Ingenieure schon einen technischen Weg finden werden, um uns vor dem Kollaps zu retten, ist gefährlich. Und unnötig. Denn Honigbienen, Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und alle anderen von der Evolution geformten tierischen Bestäuber wissen schon heute, wie es geht. Warum lassen wir sie nicht einfach ihren Job machen?

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siehe auch „PARASITEN-KREBS-AUTISMUS“

https://www.spektrum.de/news/pestizide-beguenstigen-hummel-parasiten/1532281?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_content=news&utm_campaign=ZON_KOOP

Insektensterben

Pestizide begünstigen Hummel-Parasiten

Weniger harmlos als bisher gedacht: Das Fungizid Chlorthalonil erweist sich als überraschend schädlich für Hummeln – durch eine Wirkung über Bande.
Hummel beim Bestäuben

Es gibt nicht die eine Ursache für den weltweiten Niedergang der Insekten – Untersuchungen zeigen, dass eine ganze Reihe von Faktoren den Gliederfüßern zusetzt. Wie die verschiedenen Mechanismen zusammenwirken, ist allerdings bisher kaum bekannt. An wilden Bienen und Hummeln, jenen Tieren, deren Schwund mit am besten untersucht ist, hat nun eine Arbeitsgruppe den Zusammenhang zwischen zwei bedeutenden Faktoren des Bienensterbens analysiert. Wie eine Arbeitsgruppe um Lynn S. Adler von der University of Massachusetts bereits im Dezember in den „Proceedings of the Royal Society B“ berichtete, begünstigt der Einsatz des Fungizids Chlorthalonil das Wachstum des parasitischen einzelligen Pilzes Nosema bombi. Der Pilz steht im Verdacht, am Rückgang von Hummelpopulationen beteiligt zu sein; eine verwandte Art löst bei Honigbienen die Krankheit Nosemose aus.

Das Resultat passt zu einer Reihe unerwarteter Forschungsergebnisse, nach denen die als ungefährlich geltenden Fungizide im Labor eine negative Wirkung auf Bienen und Hummeln haben. Wie Adler berichtet, verzeichnete das Team an 284 Orten in den USA insgesamt 24 Umweltparameter über Landnutzung sowie Pflanzenschutzmittel und katalogisierte Vorkommen von Hummeln und ihrer Parasiten. Dabei zeigte sich, dass es bei vier Hummelarten einen Zusammenhang zwischen Chlorthalonil und Nosema gibt – und ebenjene vier Arten werden seltener und verschwinden in Teilen ihres ursprünglichen Ausbreitungsgebiets.

Dagegen zeigte sich bei vier Arten mit stabiler Population keine Korrelation zwischen den Faktoren. Das Ergebnis ist deswegen so bedeutend, weil Fungizide häufig in Bienenstöcken und Hummelnestern nachgewiesen werden; es sei daher wichtig, verwundbare Organismen zu identifizieren und entsprechende Schutzstrategien zu entwerfen, so das Team. Auf welche Weise das auch in Deutschland zugelassene Chlorthalonil und andere Fungizide Nosema-Infektionen begünstigen, ist allerdings noch völlig ungeklärt.

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siehe auch „AUFSTAND in FRANKREICH“ – MACRONs REFORMEN

https://www.facebook.com/Amokalex

telesurenglish/videos/1320294084780657/?hc_ref=ART2jgDRkwT05QPTlIJonk1OJ5yj3DvouDFl7EGp-E5XnpuNvYYH8LVmzImhYx_Fjhs

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http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frankreich-protestierende-studenten-blockieren-unis-a-1201567.html

Frankreich

Studenten verbarrikadieren sich in Unis

Blockierte Hörsäle, Gewalt auf dem Campus: In Frankreich protestieren Studenten gegen eine geplante Bildungsreform. Studieren ist an mehreren Unis kaum noch möglich.

AP

An einigen französischen Universitäten herrscht derzeit Ausnahmezustand. Der Bildungsbetrieb ist inzwischen an mindestens zehn Unis ganz oder teilweise lahmgelegt, weil Studenten gegen eine geplante Hochschulreform protestieren. Mancherorts hielten die Studenten seit Tagen ganze Uni-Gebäude blockiert, wie die Zeitung „Le Figaro“ berichtet.

Der Protest der Studierenden richtet sich gegen geplante neue Zugangsregeln zu den Hochschulen. Sie fürchten, sozial benachteiligte Jugendliche könnten dadurch nur schwer an einen Studienplatz kommen und warnen vor einer neuen Elitebildung. Insgesamt gibt es in Frankreich mehr als 70 Hochschulen.

Fotostrecke
9  Bilder

Uni-Proteste in Frankreich: „Eure Selektion ist unser Widerstand“

Besonders angespannt ist die Lage an der Universität Paul-Valéry in Montpellier. Sie ist seit Wochen komplett verbarrikadiert. Die Studenten sollen nun die Klausuren online schreiben, wie der Uni-Präsident ankündigte.

Im Zuge der Proteste kam es bereits mehrfach zu Gewaltausbrüchen: In Montpellier stürmten Vermummte einen Hörsaal und trieben darin verbarrikadierte Studenten gewaltsam nach draußen, wie Amateuraufnahmen zeigen.

Der Dekan war kurz nach den Ereignissen zurückgetreten, zwei Professoren wurden suspendiert. In Straßburg evakuierten Sicherheitskräfte am Mittwoch bereits zum zweiten Mal den Universitätspalast und setzten dabei Berichten zufolge Tränengas ein.

koe/dpa

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http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/air-france-meldet-flugausfaelle-wegen-streiks-a-1201977.html

Arbeitsniederlegungen in Frankreich

Air France meldet weitere Flugausfälle

In Frankreich drohen Reisenden am Dienstag heftige Einschränkungen: Ein Drittel der AirFrance-Piloten hat angekündigt, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Vier weitere Streiktage sind angekündigt.

Anzeigentafel am Pariser Flughafen
Anzeigentafel am Pariser Flughafen
AP

Montag, 09.04.2018 15:05 Uhr

 

Air France richtet sich auf massive Flugausfälle wegen eines Streiks ein. Die französische Fluggesellschaft rechnet damit, dass etwa ein Viertel ihrer Verbindungen ausfällt. Gut 35 Prozent der Piloten und rund 20 Prozent der Flugbegleiter wollen nicht zur Arbeit erscheinen, beim Bodenpersonal wollen knapp 13 Prozent der Mitarbeiter streiken.

Es ist bereits der sechste Streiktag bei Air France seit Ende Februar. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt für die Air-France-Beschäftigten. Das Management bezeichnet dies mit Blick auf die Wettbewerbslage als unmöglich. Die Firmenspitze will die Gehälter um ein Prozent erhöhen und weist zudem auf eine steigende Gewinnbeteiligung wegen einer verbesserten Lage des Unternehmens hin.

Auch am Mittwoch soll gestreikt werden, zudem sind weitere Streiks am 17., 18., 23. und 24. April angekündigt. „Ein Streiktag kostet 25 Millionen Euro“, hatte der Konzernchef von Air France-KLM , Jean-Marc Janaillac, am Freitag dem französischen Radiosender RTL gesagt.

beb/dpa

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 ?“WETTBEWERBsFÄHIG„? auf KOSTEN der „ARBEITER???!!! WIESO nicht auf KOSTEN der BANKSTER die SOLLEN ENDLICH für ihre MISSETATEN BEZAHLEN.

aus dem TEXT:.. Aber er setze nur um, was er angekündigt habe, schüttelt Macron die Vorwürfe ab, „womöglich sind das nicht alle gewöhnt“.VORSICHT: MACRON setzt um was er ANGEKÜNDIGT hat???!!!  ?neue WELTORDNUNG? – ?VEREINIGTE STAATEN von EUROPA?

 

http://www.sueddeutsche.de/politik/emmanuel-macron-ich-verlange-dass-ihr-mir-vertraut-1.3941697

Emmanuel Macron „Ich verlange, dass ihr mir vertraut“

….

Macron redet sich in Rage, wenn er seine Reformen verteidigt, die er seit seinem Amtsantritt teilweise im Eiltempo umgesetzt hat, um Frankreich wettbewerbsfähiger zu machen. Dafür hat er beispielsweise den Kündigungsschutz gelockert, was die Gewerkschaften wütend machte. Nun folgt der umstrittene Umbau der hoch verschuldeten Staatsbahn SNCF. „Ich möchte, dass wir ein Land des Fortschritts werden. Das lässt sich nicht in einem Tag vollbringen. Ich verlange, dass ihr mir vertraut,“ sagt er. Dass dies nicht alle Franzosen tun, zeigen die Umfragewerte, die kontinuierlich sinken.

Wenn es um die Reformen geht, bleibt Macron trotzdem hart. „Ich fordere von allen eine kleine Anstrengung, um die Eisenbahn von morgen zu bauen“, sagt Macron. Man werde bei der Bahnreform „bis zum Ende gehen“. Als Vorbild nennt er die Deutsche Bahn: Diese habe sich seit den Reformen der 1990er Jahre deutlich verbessert.

Seit fast einem Jahr ist Macron nun französischer Präsident – und fast genauso lange muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, abgehoben zu regieren. Der Auftritt in der Grundschule soll ihn nun also volksnah wirken lassen, wegbringen vom Image des Sonnenkönigs, das ihm nicht ganz unverschuldet anlastet. Schließlich gibt er so gut wie keine Interviews, inszeniert sich selbst als starke, unnahbare Führungsperson. Dass die Bahnangestellten im Zuge der geplanten Reform tagelang streikten, setzte Macron besonders unter Druck. Immer lauter wurde der Vorwurf, sein Kurs komme vor allem Unternehmen zugute.

Umso gespannter wurde nun dieser seltene Auftritt im Fernsehen erwartet – Buntstiftzeichnungen von Blumenwiesen im Hintergrund können da wohl nicht schaden.

„Ich höre, was die Menschen sagen und verstehe ihre Ängste“, beschwichtigt er immer wieder. Aber er setze nur um, was er angekündigt habe, schüttelt Macron die Vorwürfe ab, „womöglich sind das nicht alle gewöhnt“.

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„MACRON“: „SOLLEN SIE doch TORTEN ESSEN“???!!!

http://www.sueddeutsche.de/politik/frankreichs-praesident-macron-tappt-in-die-arroganzfalle-1.3696313

Frankreichs Präsident Macron tappt in die Arroganzfalle

Gegner werfen Emmanuel Macron vor, er sei „mit dem goldenen Löffel im Mund“ geboren.(Foto: Robert Pratta/Reuters)
  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht abfällig über protestierende Arbeiter und Arbeitslose.
  • Seine elitären Attituden kommen schlecht an in einem Land, das das Prinzip der Gleichheit der Bürger hochhängt.
  • Dabei wird Macron Takt und Stilgefühl brauchen, wenn er seine Reformagenda durchsetzen will.

……….

Am Mittwoch leistete sich Macron einen ähnlichen Fauxpas, als er bei einem Besuch in Zentralfrankreich in derben Worten zum Ausdruck brachte, protestierende Arbeiter und Arbeitslose sollten lieber dahin gehen, wo es Jobs gebe, statt Chaos anzurichten. Das kritische Echo von ganz links bis ganz rechts ist nun ohrenbetäubend. Es gipfelt in dem Satz, Macron sei ein „président des riches“, ein Präsident der Reichen. Schlimmer kann ein Vorwurf in Frankreich kaum sein.
Erschwerend kommt hinzu: Der 39 Jahre junge Präsident, frühere InvestmentBanker und Eliteschüler aus einer Ärztefamilie ist schon öfter verbal auffällig geworden. Mal wetterte der forsche Reformer, er werde den „Faulen“ nicht nachgeben. Mal sprach er abwertend über „analphabetische Arbeiter„. Ein andermal unterschied er zwischen denen, die Erfolg haben, und jenen, „die nichts sind“. Mal riet er Protestierern, die auf seine teuren Anzüge anspielten: „Die beste Methode, um sich einen Anzug leisten zu können, ist es zu arbeiten.“ Diese elitäre Attitude kommt sehr schlecht an in einem Land, das die „Égalité„, das Prinzip der Gleichheit der Bürger, auf jedes Rathaus geschrieben hat.

Merkel lobt Macrons Pläne für Europa

 

Auch Hollande machte es den Franzosen nicht recht

Wobei es ein Hausherr im Rathaus der Republik, dem Élysée-Palast, nicht leicht hat. Denn allzu gleich soll er auch wieder nicht sein. Macrons sozialistischer Vorgänger François Hollande wurde von den Franzosen verspottet, weil er ein „normaler Präsident“ sein wollte. Ein Nachfolger Charles de Gaulles und François Mitterrands und Herr über die französische Atomstreitmacht normal? Das fanden viele lächerlich, zumal sich Hollande immer wieder recht gewöhnlich benahm.

Von ihrem Präsidenten aber, der ja die Bedeutung der Nation verkörpern soll, erwarten die Bürger eine gewisse Haltung, die nicht mit Hochmut verwechselt werden kann. Macron, so finden seine Kritiker, muss noch lernen, zwischen beidem zu unterscheiden.

Takt und Stilgefühl, gerade gegenüber Menschen, die nicht so schön, jung, smart und erfolgreich wie der sozialliberale Präsident sind, werden wichtig sein, wenn er seine anspruchsvolle Reformagenda durchsetzen will. Wie im Wahlkampf angekündigt, macht sich Macron gerade an den Umbau seines Landes. Er hat bereits den Arbeitsmarkt liberalisiert, was ihm viele Linke als Verrat an den sozialen Errungenschaften der Republik kritisieren.

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???SCHÖN??? – mit „GEIER-NASE“

KLEINNAPOLEON“ – oder sogar ?“JUPITER„? – das geht in RICHTUNG VORSICHT  „PSYCHOPATH

aus dem TEXT:. „Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass es Schwierigkeiten geben wird. Aber nichts wird mich aufhalten.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/emmanuel-macron-im-tv-interview-sprechstunde-beim-oberlehrer-a-1202598.html

Emmanuel Macron im TV-Interview

Sprechstunde beim Oberlehrer der Nation

….Macron, der sich im Wahlkampf vor einem Jahr selbst als „Jupiter“ bezeichnet hatte, ist aus dem Olymp der Umfragen gestürzt. Und seine Art – autoritär, geradeaus, bonapartistisch …..

…..Ziemlich ungewiss, ob Macrons Kurs bei den Arbeitern von SNCF, Air France, den Richtern und Studenten ankommt. In der Sache -„La transformation“ – will der Staatschef nämlich hart bleiben. Kinn nach oben, aufrecht – und immer mitten durch. „Ich bitte um Geduld“, sagt Macron, wiederholt aber mehrfach sein Credo: „Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass es Schwierigkeiten geben wird. Aber nichts wird mich aufhalten.“

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ALLES WEGEN MERKEL: „DIE DEUTSCHEN sollen ZAHLEN“

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/04/13/schwere-vorwuerfe-aus-der-eu-gegen-merkel-wegen-tuerkei-deal/

Schwere Vorwürfe aus der EU gegen Merkel wegen Türkei-Deal

In der EU werden schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzlerin Merkel wegen des Flüchtlings-Deals mit der Türkei laut.

Der türkische Präsident Erdogan mit Angela Merkel im Yildiz-Palast in Istanbul, am 18. Oktober 2015. Wegen dieser Beziehung kommen aus der EU schwere Vorwürfe gegen Merkel. (Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann/dpa)

Der türkische Präsident Erdogan mit Angela Merkel im YildizPalast in Istanbul, am 18. Oktober 2015. (Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann/dpa)

Diplomaten und Insider werfen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, den Flüchtlingsdeal mit der Türkei im Alleingang und hinter dem Rücken der EU verhandelt zu haben. Der österreichische Standard zitiert in einer exklusiven Recherche Personen, die mit den Ereignissen vertraut gewesen sind. Demnach habe Merkel ohne Wissen der EU in der Türkei einen anderen, wesentlich teureren Deal verhandelt. Das Thema kocht jetzt wieder hoch, weil die Türkei auf der Bezahlung der von Merkel verhandelten sechs Milliarden Euro durch die EU besteht. Die Mitgliedsstaaten und die EU streiten darüber, wer die Summe bezahlen soll.

Merkel habe laut Standard ohne Wissen der parallel mit der Türkei verhandelnden EU agiert. Diese Verhandlungen seien erst später „nur durch Zufall“ bekannt geworden. Die Zeitung zitiert einen Diplomaten mit den Worten: „Die Deutschen waren spätestens seit Weihnachten 2015 sehr regelmäßig in der Türkei, wahrscheinlich schon etwas früher, um den Deal auszuverhandeln.“

Die offiziellen EU-Vorschläge sollen von EUKommissar Frans Timmermans und Ratspräsident Donald Tusk ausgearbeitet worden sein. Die Struktur des EUDeals sei grundsätzlich anders gewesen als jene, die am Ende von Merkel durchgesetzt wurde. Die EU wollte deutlich weniger Geld an die Türkei zahlen. Die EU wollte auch mehr Zurückhaltung bei der VisaLiberalisierung der Eröffnung neuer Beitrittskapitel. Das Konzept der EU sah vor, dass die EU die bestehenden Vorbeitrittshilfen umschichten wollte. Gleichzeitig wollte die EU nicht, dass die Türkei die Grenzen für Flüchtlinge völlig dicht machen müsse.

Merkel dagegen wollte, „dass gar niemand mehr hereinkommen kann“, zitiert der Standard einen Beamten aus dem EU-Umfeld. Die Zeitung zitiert einen anonymen Insider mit den Worten: „Der TimmermansTusk-Ansatz hatte aus Berliner Sicht den Nachteil, dass er die Syrer nicht umfasst hätte. Und Merkel wollte 100 Prozent zudrehen, während sie international die humanitäre Heldin spielte.“ Außerdem habe Merkel mit ihrem Deal „verhindern wollen, dass die Syrer in Griechenland Asylanträge stellen“. Die Flüchtlinge aus Syrien sollten in die Türkei zurückgeschickt zu werden, in der Hoffnung, dass sich damit weniger Flüchtlinge auf die Reise in die EU begeben. Ein „Beobachter der damaligen Verhandlungen zum Standard: „Merkel hat also bewusst in Kauf genommen oder sogar darauf gehofft, dass das griechische Asylsystem nicht wirklich funktioniert und Leute vor Ende ihres Verfahrens in die Türkei zurückgeführt werden.“

Der aktuelle Konflikt entzündet sich an der nächsten Tranche von drei Milliarden Euro, die an die Türkei gezahlt werden müssen. Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden, Dänemark und Finnland wollen die gesamte Summe aus dem EU-Budget bezahlt wissen. Dagegen sei in Brüssel „Ungehaltenheit zu spüren“. Eine Quelle sagte dem Standard: „Zuerst macht Merkel dieses Türkei-Abkommen, und dann will Deutschland nicht bezahlen.“

Auch der Vorschlag von Merkel beim jüngsten EU-Gipfel im März, dass die EU die Hälfte des Betrages übernehmen solle, stößt in Brüssel auf Unverständnis: „Das ist aber immer noch eine ziemliche Chuzpe, wenn man weiß, dass sie die sechs Milliarden kreativ erfunden hat“, sagte ein Diplomat dem Standard.

Die Bundesregierung ging auf Rückfrage des Standard nicht auf den Vorwurf der parallelen Verhandlungen ein. In einer Stellungnahme teile die Bundesregierung mit, sie befürwortedie Aufstockung der EU-Türkei-Finanzfazilität um weitere drei Milliarden Euro“ und stimme sich „grundsätzlich eng mit der EU-Kommission und den europäischen Partnern ab“.

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Erfindungen für die Zukunft – Der Superheld Mensch – Die Manipulation der Gene – Reproduktionsmedizin / Elektroströme fürs Gehirn – Ist dieses kleine Gerät die Droge der Zukunft? / Tesla-Autopilot Unfälle? Lebensgefahr? Dem Minister offenbar egal

Das ALLER-Beste – Das ALLER-Grösste – Das ALLER-Schönste – das ALLER-Sicherste – das ALLER-Stärkste usw. oder wenn man wahnsinnigen Wissenschaftlern keine Grenzen setzt – (ist man dann CYBER-PHOB?)

Erfindungen für die Zukunft

 

Der Superheld Mensch

VIDEO – Noch 5 Tage – http://www.n24.de/n24/Mediathek/Dokumentationen/d/9082744/der-superheld-mensch.html

Zahlreiche Beispiele in Form von Comics und Filmen belegen, wie Superhelden und ihre übernatürlichen Kräfte auf uns wirken. Was wäre, wenn der Mensch solche außergewöhnlichen Fähigkeiten tatsächlich besäße? Ob unverwundbar oder unsichtbar sein – die Forschungen verschiedener Wissenschaftler legen nahe, dass dies schon bald möglich sein wird. Golden Globe- und Emmy-Gewinner James Woods nimmt unter die Lupe, welche Superkräfte wir uns eines Tages aneignen könnten.

 

N 24 VIDEO

http://www.n24.de/n24/Mediathek/Sendungen/d/3053740/die-cyborg-armee.html

 

  Die Cyborg-Armee

Halb Lebewesen, halb Maschine: Cyborgs könnten schon bald Teil unseres Alltags sein. Doch wie würde eine Armee solcher Mischwesen aussehen? Neben kräftigen biomechanischen Gliedmaßen und eingebauten Waffen benötigen Cyborg-Kämpfer einen hive mind – ein kollektives, vernetztes Bewusstsein. Um ihren enormen Energiebedarf zu stillen, bedarf es drahtloser Energieübertragung. Und die „Wartungsarbeiten“ innerhalb des Cyborg-Körpers könnten Nano-Werkzeuge übernehmen. Schöne neue Welt?

 

 

http://www.n24.de/n24/Mediathek/Dokumentationen/d/9082732/die-manipulation-der-gene.html

Die Manipulation der Gene

VIDEO –  Noch 5 Tage Die Manipulation der Gene – ?“Das PATENT auf LEBEN“?

Die Reproduktionsmedizin ist im Laufe der Zeit erstaunlich vorangeschritten und eröffnet in Zukunft völlig neue Optionen. Schon jetzt haben einige biologische Verfahren das Potenzial, die Gene irgendwann einmal derart zu verändern, dass zukünftige Eltern den Nachwuchs frei nach ihren Wünschen gestalten können. Doch welche Gefahren birgt die Manipulation des Erbguts? Golden Globe- und Emmy-Gewinner James Woods zeigt, in welchem Ausmaß eine genetische Modifizierung möglich wäre.

 

http://www.n24.de/n24/Wissen/Technik/d/9010826/roboter—die–killermaschinen–der-zukunft.html

Intelligente Waffen Roboter – die „Killermaschinen“ der Zukunft

Drohen werden schon heute massiv eingesetzt. Militärstrategen glauben, dass sich kleine Drohnen - nicht größer als eine Stechmücke - durchsetzen werden.

Winzige Roboter-Kampfflugzeuge, komplett mit Sprengladung, Autopilot und künstlicher Intelligenz, sind bald Realität. Pentagon-Strategen haben schon Verwendungsszenarien.

Der moderne Spion ist ein Großrechner. Sein Auftrag ist, Feinde in einem Meer von Millionen von Menschen ausfindig zu machen. Er sucht die bedrohliche Nadel in einem Heuhaufen der Harmlosen. Geholfen wird ihm von lernfähigen Programmen mit künstlicher Intelligenz. Die Spionage sucht die Ziele. Das Militär jagt sie.

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Die ersten intelligenten Waffensysteme hatten mit künstlicher Intelligenz nichts zu tun. Es waren computergesteuerte Lenkwaffen und Cruise Missiles. Sie wurden Anfang der 90er-Jahre im ersten Golfkrieg eingesetzt. VoIntelligente Mikrowaffenn U-Booten abgeschossen, konnten sie die Küste orten und die Konturen der Landschaft erkennen. Mit Infrarot-Navigation (look-down/shoot-down) konnten sie Ziele in großer Entfernung finden und vernichten. Sie waren aber sehr teuer.

Künstliche Intelligenz erleichtert unser Leben mit weitreichenden Folgen. In immer neuen Bereichen gibt der Mensch Aufgaben an Computer ab, sei es Stadtplanung, Energieversorgung, Ressourcenverwaltung oder Kriegsführung. Der Autor Jay Tuck geht in seinem Buch "Evolution ohne uns. Wird künstliche Intelligenz uns töten?" den Konsequenzen aus der Computerentwicklung nach. Er breitet Szenarien und ziemlich beunruhigende Planspiele aus. Wir dokumentieren Auszüge aus dem Kapitel über "Das Arsenal der Killermaschinen".
Künstliche Intelligenz erleichtert unser Leben mit weitreichenden Folgen. In immer neuen Bereichen gibt der Mensch Aufgaben an Computer ab, sei es Stadtplanung, Energieversorgung, Ressourcenverwaltung oder Kriegsführung. Der Autor Jay Tuck geht in seinem Buch „Evolution ohne uns. Wird künstliche Intelligenz uns töten?“ den Konsequenzen aus der Computerentwicklung nach. (Foto: Plassen Verlag)

Als „embedded Journalist“ auf der USS Truman

Als ich 2003 im zweiten Golfkrieg auf der „USS Truman“ als „embedded Journalist“ unterwegs war, priesen die Piloten die neuen Joint Direct Attack Munition oder JDAMs. Im Grunde handelte es sich dabei um einen Nachrüstsatz für ungelenkte Fallbomben. Mit JDAMs konnten sie mit Radar- beziehungsweise Lasersteuerung präzise in Einzelziele gelenkt werden – für einen Bruchteil der Kosten. Wie die Cruise Missiles gehörten sie damit zur Kategorie der sogenannten „chirurgischen Waffen.“ Im Gegensatz zu den mörderischen Bombenteppichen im Zweiten Weltkrieg oder in Vietnam, die ganze Landstriche auslöschten, konnten diese Waffen gezielt an Wohngegenden vorbei in militärische Ziele gelenkt werden.

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Die Waffen waren in der Tat intelligent. Aber sie waren nicht lernfähig. Sie spulten ihre Programme ab und trafen keine Entscheidungen. Sie werden niemals zum Arsenal einer künstlichen Intelligenz gehören.

Mit Drohnen ist es anders. Sie haben die Strategie der modernen Kriegsführung auf den Kopf gestellt. Genauso wie Big Data in der Spionage den Feind als Einzelperson definieren kann, können Kampfdrohnen den Feind als Einzelperson ausschalten.

Computer, die im Schwarm töten

Sie sind Teil der neuen, lernfähigen Waffengeneration. Sie können im Schwarm töten und gehören zu einem weithin unbekannten Arsenal an Computerwaffen, die unbemerkt und überall zuschlagen können.

Evolution ohne uns - das neue Buch von Jay Tuck
Evolution ohne uns – das neue Buch von Jay Tuck (Foto: Jay Tuck, Plassen Verlag)

Roboter sind die besseren Piloten. Davon sind viele Visionäre in der Rüstungsindustrie überzeugt. Ihre Zeit wird kommen.

Menschliche Piloten haben so viele Bedürfnisse. Sie brauchen Luft und Wasser, Sauerstoff und Sanitär, Sicherheit und Schleudersitze. Sie brauchen Platz und Rast, Training und Motivation, und ganz viel Lob. Hinzu kommen Versorgungsgeräte für Klimatisierung, Komfort und Kommunikation. Das kostet viel Gewicht.

Roboterkrieger haben keine menschlichen Schwächen

Menschliche Piloten haben außerdem unzählige Schwächen. Sie sind Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Sie leiden unter Ehrgeiz und Ehekrach, Konkurrenzdruck und Krankheit, Angstzuständen und Übermut. Arbeitszeit und Arbeitsbelastung sind begrenzt. Ihre Ausbildung kostet ein Vermögen und dauert viele Jahre.

Maschinen haben diese Probleme in Drohnenkriegen nicht. Sie brauchen weder Sauerstoff noch Schleudersitz, Platz noch Pausen. Risikoreiche Rettungsaktionen im Notfall entfallen. Sie sind ersetzbar – schnell und kostengünstig.

Maschinen sind im Vergleich zu Menschen außerdem sehr robust. Sie können Extremmanöver fliegen – ohne Rücksicht auf G-Kräfte, die einen Menschen umbringen würden. Damit können sie feindlichen Abschussraketen ruckartig ausweichen. Will man vermeiden, dass das Fahrgestell vom gegnerischen Radar erfasst wird, schmeißt sich ein Roboter-Flugzeug einfach auf den Rücken – mit einem menschlichen Piloten undenkbar.

Drohnen treffen Entscheidungen in Mikrosekunden

In dem finalen Vergleich ist entscheidend, dass bei einem Drohnenabschuss kein menschliches Leben verloren geht. Roboter werden geopfert, um lebende Piloten zu retten. Ob intelligente Roboter dies künftig akzeptieren werden, wird abzuwarten sein.

Robotergesteuerte Drohnen mit interkontinentaler Reichweite und revolutionären Flugeigenschaften zählen zum Arsenal künftiger Luftwaffen, womöglich auch zum künftigen Arsenal einer künstlichen Intelligenz. Sie können Daten in rauen Mengen auswerten und kritische Entscheidungen in Mikrosekunden treffen. Größtenteils basieren solche Systeme auf künstlicher Intelligenz. Manche sind winzig klein. Ungeheuer fies. Und ziemlich klug.

Mit Militärmücken ins Feindesland

„Think small“, dachte ein Oberst der US-Luftwaffe und stellte sich eine Flotte mit Tausenden von unbemannten MiniaturFlugzeugen vor, die ferngesteuert über feindliche Grenzen fliegt. Unbemerkt von Bodentruppen, unsichtbar für ihr Radar sollten die mikroskopischen Militärmücken zielsicher ins Landesinnere zischen. Innerhalb von Stunden, so seine Vision, könnte ein intelligenter Schwarm die gegnerische Flugabwehr ausschalten und die Luftverteidigung lahmlegen. Ein Feind wäre hilflos.

Die Flotte, die sich der Oberst vorstellte, sollte aus fliegenden Kleinrobotern bestehen, jeder einzelne winziger als eine Fliege, jedoch voll flugtauglich und notfalls bewaffnet. Sie würden im Schwarm angreifen. Bei entsprechender Programmierung wären sie imstande, fremde Computer anzufliegen, sich in ihrer Hardware einzunisten und dort einen Kurzschluss auszulösen. Sie könnten aber auch kamikazeartig Gewehrläufe verstopfen oder Gift in die Augen feindlicher Soldaten spritzen.

Fantasie aus einem Science-Fiction-Film? Neuer Schocker von Stephen King? Keineswegs.

Sie nisten sich auf Fensterläden ein

Den Oberst gibt es wirklich. Sein Name ist Joseph A. Engelbrecht jr., und die Vision mit den Roboter-Insekten war Teil der hochrangigen Militärstudie Air Force 2025, die unter seinem Vorsitz an der Hochschule der US-Luftwaffe in Colorado Springs entstanden ist.

In dem 3300-Seiten-Werk wurden künftige Bedrohungen untersucht und revolutionäre Technologien ausgedacht, mit denen die US-Luftwaffe in den kommenden Jahren zu tun haben würde.

Das Air Vehicle Directorate an der Wright Paterson Air Force Base in Ohio, Forschungsarm der US-Luftwaffe, hat dazu eine Computer-Animation veröffentlicht, die die Wirkungsweise solcher Mikrodrohnen demonstriert. Gezeigt wird, wie ein schwarzer Schwarm von einem Cruise-Missile abgeworfen wird. Kleine insektenartige Drohnen rattern durch eine Großstadt, platzieren sich strategisch auf Fensterläden und Telefonmasten und funken Bilder von verdächtigen Personen an die Kommandozentrale. Auf Befehl verfolgen die Militärmücken einen Mann durch ein Wohnhaus.

Still nistet sich eine hinter seinem Ohr ein. Und explodiert. Es ist eindrucksvolles Kino. Es ist auch eine realistische Zukunftsvision.

Mikrowaffen ziehen zu Hunderten in die Schlacht

Pentagon-Strategen sind überzeugt: Innerhalb der kommenden Jahre wird die Rüstungsindustrie in der Lage sein, funktionsfähige Roboter-Kampfflugzeuge herzustellen, die kleiner als eine Hummel sind – komplett mit Sprengladung, Autopilot und künstlicher Intelligenz.

Da Mikrowaffen in der Herstellung extrem preiswert sind, sind große Stückzahlen denkbar. Zu Hunderten können sie über einem Schlachtfeld abgesetzt werden. Oder über nachrichtendienstlichen Zielen.

Denkbar sind ebenfalls Lauschangriffe, bei denen Drohnen Videokameras und Mikrofone weit hinter feindlichen Grenzen installieren, vielleicht beim Generalstab. Sie könnten Sand ins Getriebe von Panzern werfen, Benzintanks anbohren oder die Gasmasken gegnerischer Armeen unbrauchbar machen.

Stealth-Jäger können winzige Waffen absetzen

Sabotage und Spionage sind ihre anvisierten Schwerpunkte. Im Schwarm könnten sie etwa über die Klimaanlage unterirdische Rechenzentren infiltrieren und ausgeklügelte Überwachungssysteme überlisten. Haben sie erst mal Zutritt, könnten sie Hardware beschädigen, Software manipulieren oder unbemerkt in der Ecke schweben und geheime Passwörter abfilmen.

Ausgeheckt werden solche schrillen Pläne von den wirren Wissenschaftlern des Pentagon-Forschungsarms DARPA. Ihr Job ist es, zivilwirtschaftliche Erfindungen auf militärisches Potenzial abzuklopfen. Für die Studie Air Force 2025 wurden insgesamt 43 Schwellentechnologien unter die Lupe genommen. Das Feld der Mikromechanik stuften sie unter die zehn wichtigsten Technologien unserer Zeit ein.

Weite Entfernungen werden die Winzlinge wahrscheinlich nicht zurücklegen können. Wahrscheinlicher ist der Transport mit großen Flugzeugen, wie etwa einem F-117-Stealth-Jäger, der einen Container über der Stadt abwirft, aus dem dann Tausende todbringender Mikroflieger ausschwärmen, jeder mit einem separaten Kampfauftrag.

Schwarmverhalten entscheidend für Mikrowaffen

Die klugen Kleinen werden einen Großteil ihres Jobs in Eigenregie erledigen können. Die Studie Air Force 2025 geht davon aus, dass sich die RoboterInsekten ihren Zielen „liegend oder kriechend“ nähern und ihre Kampfaufträge „voll autonom“ erledigen können. Das heißt, sie werden von einer künstlichen Intelligenz gelenkt – ohne menschliche Unterstützung, ohne menschliche Aufsicht, womöglich ohne menschliche Ethik. Zudem gelten sie als „stealthy“, zu klein für Radar, zu fein für das bloße Auge.

Allerdings ist der Weg von der Idee zu einem funktionierenden Militärsystem weit. Und teuer. Das Pentagon investiert zurzeit schon Hunderte von Dollarmillionen in über 50 geheime Militärprojekte auf dem Sektor der Mikrowaffen.

Schwarmverhalten ist ein wichtiges Forschungsgebiet in der künstlichen Intelligenz, ein entscheidendes für Mikrowaffen. Die winzigen Drohnen müssen das Zusammenfliegen lernen und gleichzeitig einander ausweichen. Sie müssen Befehle befolgen, und – wenn nötig – ignorieren und improvisieren können.

Pentagon-Planer wollen von Killerbienen lernen

Robotik-Forscher an der Universität Harvard in Boston haben heute bereits Prototypen auf dem Labortisch. Dort rollen 1000 einzelne Roboter-Kügelchen im Schwarm über die Oberfläche. Jedes Kügelchen ist eine dreibeinige Maschine mit eigener Intelligenz. Sie funken sich Daten gegenseitig zu und reihen sich in die Formation ein. Etwaige Fehler eines einzelnen werden vom Nachbarbot korrigiert – ohne menschliche Eingriffe. Das Schwarmverhalten haben sich die kleinen Roboter selbst beigebracht. Es verlangt viel Unabhängigkeit.

Und viel Intelligenz.

Der Schwarm ist ein wichtiges militärstrategisches Konzept. Jeder, der mal mit Wespen zu tun hatte, weiß, wie schwer es ist, sich gegen einen Schwarm zu verteidigen – eine Tatsache, die dem Pentagon nicht entgangen ist.

Auch von Killerbienen wollten die Pentagon-Planer lernen, wie die Abwehr eines Schwarms funktioniert. Als die US-Öffentlichkeit von einer Invasion südamerikanischer Killerbienen aufschreckt wurde, waren die DARPA-Forscher hellwach. Sie beobachteten genau, wie Biologen die Bienen aufhalten wollten. Die Abwehr funktionierte nicht. Die Bienen zogen ungehindert über die Staatsgrenze.

Terroristen kommen auch mit Lowtech-Waffen weit

Die Forscher waren beruhigt. Im Kriegsfall würden ihre MörderMücken auch durchkommen. Intern scherzte man, dass die Mikroroboter nur mit einer Lowtech-Lösung zu stoppen wären. Mit einer Fliegenklatsche.

Auch bei der US-Marine wird an Schwarm-Strategien mit Robotern gearbeitet. Aber ihre Drohnen können nicht fliegen.

Am 13. Oktober 2000, ein knappes Jahr vor ihrem verhängnisvollen Angriff auf die New Yorker Trade Towers, wagte al-Qaida einen direkten Angriff auf die Streitkräfte der USA. Als der Zerstörer „USS Cole“ bei einem Routinebesuch im Hafen von Aden Treibstoff bunkerte, näherte sich ein offenes Kleinboot mit zwei Männern. Direkt neben dem Kriegsschiff zündeten sie ihren Sprengstoff. Die Explosion riss ein metergroßes Loch in den Bug des Schiffes. Sechs Matrosen starben, 35 wurden verletzt. Es war ein Selbstmordattentat. Und eine ernsthafte Warnung: Terroristen könnten mit Lowtech-Mitteln sehr große Schäden anrichten – auch gegen die Marine einer Supermacht.

Unbemannt und aufblasbar

Auch die iranische Marine versucht, die US-Navy mit Kleinbooten zu verunsichern. Mit vorgetäuschten Attacken nähert sie sich in Gruppen und umzingelt die großen amerikanischen Kriegsschiffe. Solche Vorfälle waren Anlass zu neuen strategischen Überlegungen im Pentagon. Wie kann man sich gegen Schwarm-Attacken von Schlauchbooten wirksam wehren? Die Antwort sind Drohnen – unbemannte Patrouillenboote in großen Zahlen.

Im Oktober 2014 stellte das Office of Naval Research im US-Verteidigungsministerium eine neue Generation von selbstgesteuerten Patrouillenbooten vor. Die aufblasbaren Fahrzeuge – mit Maschinengewehren Kaliber .50 ausgerüstet – waren unbemannt. Auf einem Fluss nahe Washington sollten die herrenlosen Roboter-Boote ihre Fähigkeit zu Gruppenverhalten zeigen.

Eng miteinander vernetzt und von künstlicher Eigenintelligenz gelenkt, war es jedem Roboterboot selbst überlassen, ob es ein gegnerisches Schiff umzingeln, blockieren oder unter Beschuss nehmen sollte. Die Demonstration belegte die Machbarkeit eines Schwarmangriffs mit unbemannten Booten.

Die Technologie hierfür, zum Teil von Mars-Robotern der Nasa übernommen, kann auf Schnellboote der Marine angepasst und anmontiert werden. Fortgeschrittene Algorithmen lenken Kurs, Steuerung und Einsatz. Obwohl ein Offizier jeden Einsatz verfolgt – und jederzeit die Kontrolle übernehmen kann –, wird der Ablauf gänzlich von einer künstlichen Intelligenz gesteuert.

Drohnen zur See finden keineswegs nur an der Oberfläche Verwendung. Auch unter Wasser werden autarke Drohnen vielfältig eingesetzt – in der zivilen Handelsmarine bei Schiffsbergungen und der Kontrolle von Unterseeleitungen, in der Kriegsmarine zur Minenräumung und U-Boot-Abwehr. Gerade in tiefen Gewässern, wo Kommunikation schwierig ist, sind Drohnen, die selbstständig arbeiten, besonders sinnvoll.

Wie bei den fliegenden Robotern der Luftwaffe wären auch Roboter zu Wasser technisch in der Lage, den Schießbefehl eigenständig zu geben. Laut Hersteller sind sie heute schon in der Lage, Freund von Feind zu unterscheiden, womöglich präziser als der menschliche Schütze. Zurzeit ist diese Entscheidung per Gesetz den Menschen vorbehalten.

Killer-Roboter gibt es zu Land, zu Wasser, in der Luft. Sie verfügen über künstliche Intelligenz und handeln weitgehend autark. Künstliche Intelligenz wäre jederzeit in der Lage, koordinierte Attacken völlig autark durchzuführen. Das ist der Stand der Technik.

Zurzeit dürfen sie nicht. Aber sie könnten. Eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, und auch des Staatssystems, wann und von welchem Land dies zuerst zugelassen wird.

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Jay Tuck, Journalist

Jay Nelson Tuck Jr. wurde 1945 in Brooklyn, New York, geboren. Er zog 1969 als anerkannter Kriegsdienstverweigerer nach Deutschland. Zwei Jahre später begann er beim NDR, wo er als investigativer Reporter und Kriegsberichterstatter und Redaktionsleiter der „Tagesthemen“ arbeitete. Nach seiner Pensionierung arbeitet er auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und produziert Fernsehfilme. Er beschäftigt sich in Büchern intensiv mit Kriegstechnologie und Geheimdiensten. Tuck ist Langstreckenläufer und war 2000 der erste Amerikaner, der bei Extremtemperaturen den „Sibirischen Eis-Marathon“ in Omsk gelaufen ist. Er lebt in Hamburg.

 

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„Vorsicht Digitale Drogen  auf den Vor-Marsch“

http://www.n24.de/n24/Wissen/Kultur-Gesellschaft/d/8666236/ist-dieses-kleine-geraet-die-droge-der-zukunft-.html

„Elektro-SCHOCKs“

Elektroströme fürs Gehirn –  Ist dieses kleine Gerät die Droge der Zukunft?

Thync kann wach machen oder ruhig, je nachdem wie man es einstellt.

Im Silicon Valley kann man für 300 Dollar ein Gerät kaufen, das Elektroströme ans Gehirn schickt. Das soll wahlweise beruhigen oder die Konzentration steigern. Ist „Thync“ die Droge der Zukunft?

Der Satz klingt irre. Irre, irre, irre, und dann leuchtet er zukunftsfreudig; es ist ein Satz, wie er nur im Silicon Valley gesagt werden kann: „Yeah, it’s awsome, it’s streaming digital content to the nervous system!“

Der Typ ruft die Worte, als seien sie eine Verkündigung, mit strahlenden Augen, kalifornischer Dude-Lässigkeit und einem Grinsen zwischen Kiffergrinsen und Start-up-Präsentationsgrinsen. Kalifornier-Dude hält mir ein Gebilde entgegen, in futuristisch glänzendem Weiß: ein Pad mit drei abgerundeten Ecken, es sieht aus, als hätte der Produktdesigner die Idee einer Piratenaugenklappe nicht ganz verstanden oder neu interpretiert.

Jedenfalls solle ich es mir an die rechte Schläfe heften, meint Kalifornier-Dude, „you should totally try it!“, während ich noch staune, wie er es gerade eben geschafft hat, die Wörter „streaming“, „digital“, „content“ und dann noch „nervous system“ in einem Satz unterzubringen; jedes einzelne könnte in dieser Gegend zum Wort des Jahres gewählt werden, in jedem stecken Anfänge von Zukunftserzählungen.

Digitale Welt wird mit dem Körper verkoppelt

Thync“ regt über Hautkontakt durch winzige Elektroströme Nervenzellen im Gehirn an. Innerhalb von Minuten kann man so seine Stimmung verändern lassen, über eine dazugehörige App stellt man ein, ob man ruhig oder lieber konzentriert sein möchte. Das unauffällige Dreiecksgebilde repräsentiert die Gegenwart des Silicon Valley wie ein in seiner Zurückhaltung besonders vielsagender Botschafter: Es ist ein Gerät, das die digitale Welt unmittelbar mit dem Körper verkoppelt – indem es an dessen empfindlichster und empfindsamster Stelle ansetzt, nämlich am Kopf, im Gesicht, zwischen Gedanken und Gefühlen, kurz: am Bewusstsein.

Und das ist noch nicht alles. Vor allem schreibt „Thync“ das letzte Kapitel der langen, schillernden und durch und durch kalifornischen Geschichte der Bewusstseinserweiterung, weil es etwas völlig Neues schafft: das erste digitale High.

Kalifornier-Dude kommt noch näher mit dem Gebilde, er hält es jetzt direkt vor mein Gesicht, als wäre es eine technoide Maske und als wolle er prüfen, ob sie passt, damit ich sie aufsetze.

„Weil wir es können“

Das Startup, das „Thync“ vertreibt, wurde vor fünf Jahren von einem Biomediziner und einem Chemieingenieur gegründet, inzwischen sind Neurowissenschaftler und Informatiker von Massachusetts Institute of Technology und Stanford beteiligt. Auf der ruhigen, hellen Website des Unternehmens sind Mainstream-Indie-Hipster mit Hut und kryptoasiatischen Weisheitstattoos (sie sehen aus wie in einer Folge der Serie „Girls“), dabei zu beobachten, wie sie stressigen, aber total erfüllenden Mainstream-Indie-Berufen nachgehen.

Eine junge Köchin pflückt im Stadtgarten zwischen Backsteinmauern Kräuter (urban!), ein Musikproduzent rast aus dem Flugzeug ins Aufnahmestudio (authentisch!); beide tragen ein „Thync“ an der Schläfe und stellen sich erst auf „focussed“, später dann auf „calm“. Verändern zu können, wie man sich fühlt, ändere alles, sagen die Erfinder des Geräts. Sie wollten den Leuten helfen, im Alltag ihre geistige und körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, „weil wir es können“ – typische Silicon-Valley-Haltung: Man macht etwas, einfach weil es geht.

Immerhin trauen sie sich, es an sich selbst auszuprobieren: Sumon Pal, Entwickler im "Thync"-Team, beim Testen eines Prototyps.
Immerhin trauen sie sich, es an sich selbst auszuprobieren: Sumon Pal, Entwickler im „Thync“-Team, beim Testen eines Prototyps. (Foto: Getty Images)

Sicher könnte man das Phänomen einfach als eine weitere Ausprägung des nordkalifornischen Tech-Turbokapitalismus werten, der nun schon seit einiger Zeit den Körper als Einnahmequelle nutzt, von Gesundheitsapps bis zu Aktivitätsmessgeräten. Das wäre allerdings zu schlicht gedacht. Mit einem Gegenstand wie „Thync“ verschiebt sich etwas Elementares: Das Gerät verändert die Form von Körper und Geist – statt einfach nur Daten aufzunehmen, die der Körper abgibt; die Hierarchie zwischen Ding und Selbst kehrt sich um. Wirft das ein neues Leib-Seele-Problem auf? Und wo wäre der digitale Descartes, der sich seiner annimmt? Oder ist das vielleicht Kalifornier-Dude?

Die Wunderkammer der Zukunft

Thync“ ist seit knapp einem Jahr auf dem Markt. Zunächst war es eine Spielerei für Tech-Nerds, dann tauchte das Pad zwischen Mahagoniholzbooten und Hemingways Jacke bei den „Cult Favorites“ der „Vanity Fair“ auf, inzwischen kann man es in Palo Alto zwei Minuten hinter Starbucks auf der Hauptstraße für 300 Dollar kaufen.

Der Laden sieht aus wie ein Miniatur-Apple-Store, also minimalistisch, transparent, die hohen Wände sind aus Glas, innen durchkalifornisierte Aufgeräumtheitsästhetik. Angeboten werden ausschließlich Wearables und Gadgets, tragbare Technologie und technologisches Spielzeug – die deutsche Übersetzung ist ungelenk, zu verniedlichend, zu sachbearbeitermäßig, und ohnehin lässt sich kaum übertragen, was sich hier auftut: die Wunderkammer der Zukunft.

Erfindungen begegne man am besten direkt, „in person“, nicht online, betont die Website des Ladens, Mailorder gibt es daher nicht, nur eine analoge Verbindung von Produkt-Showroom und Ideen-Ausstellung: Dinge werden gezeigt, die man sonst mit zwei, drei Klicks im Internet kauft, ausgestellt wie Reliquien aus einer bisher noch unerreichten FuturoUtopie. Neben ihnen informieren Mini-iPads wie Beschriftungstafeln von Museumskunstwerken über Preis und Gebrauchsweise. Es gibt ein Kissen, das den Schlaf des Kopfes auswertet, der auf ihm liegt; einen Ring, der bezahlen kann; einen Clip, der den Rhythmus des Atems aufzeichnet. Und eben „Thync„. Genau vor meinem Gesicht.

Thync als postmoderne Droge?

Wer von Deutschland aus in Richtung Silicon Valley blickt, nimmt meist nur eine grobe Botschaft wahr: Körper werden überwacht – vom Blut über die Fitness bis zur Fruchtbarkeit wird gemessen, analysiert, beobachtet, kontrolliert, und das auch noch freiwillig. Aber Messen, Überwachen und Verwalten sind zu klotzige Kategorien – sie übergehen die Entrepreneurslogik und auch die andere Weltanschauung, die meist aus der „libertarian“ Denktradition wächst. Heißt: Man misst etwas, weil man es messen kann – nicht weil man etwas Suspektes vermutet. Egal, was man davon hält, es ist ein Blick auf die Welt, der ohne Über-Ich-Strenge auskommt.

Was man nun tatsächlich seit Kurzem beobachten kann, ist ein Körper-Essentialismus. Gerade erklärt Arianna Huffington mit ihrem Buch „The Sleep Revolution“ Schlafen zu einer Art Säkular-Nirvana. Schlaf wird beschrieben als besonders reines, wertvolles Produkt, dessen Einfachheit so begehrt wie komplex herzustellen ist wie das „artisanal bread“ von Whole Foods.

Es fällt auf, dass ausgerechnet in der Digitalwelt essenzielle Kräfte des Körpers jetzt als quasi-spirituelle Erkenntnisquellen entdeckt werden. Ursprünglich entstand diese Idee bei amerikanischen Natur-Transzendentalisten wie Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau und dem Entdecker John Muir, der die kalifornischen Wüsten und Wälder zu seinem Philosophiegrund machte.

Später wurde die Vorstellung dann von den Hippies der Gegend und ihrer Counter Culture popularisiert, wozu absolut wesentlich bewusstseinserweiternde Drogen gehörten. Ist „Thync“ also eine Weiterführung dessen mit postmodernen Mitteln – Hippietum 3.0?

Stimmung wird bei Bedarf feingetuned

Diejenigen, die das Gerät getestet haben, sind begeistert: Man sei wach wie sonst nur nach vier Espressi oder angenehm sanft-ruhig wie nach einem Wein. Allenfalls beschwert sich einer über prickelnde Haut oder darüber, dass keinerlei Wirkung zu spüren sei. Erwartbare Zweifel – Placeboeffekt? Langzeitfolgen? Psychische Schäden?

Räumen die Erfinder aus: Wer nichts merke, habe das Pad nicht korrekt angebracht (zur Hilfe gibt es einen Live-Chat-Kundenservice), und bei der Neurostimulation blicke man doch inzwischen auf mehrere Jahrzehnte solider medizinischer Forschungsergebnisse zurück. Die offizielle Prüfung des Geräts durch die Food and Drug Administration steht bisher aus.

Interessanter als die Frage der Zulässigkeit ist – wie bei Drogen überhaupt –, was die neue technoide Bewusstseinserweiterung über die Welt, aus der sie kommt, nun eigentlich sagt. Die Hippies, Beatniks und Lebenskünstler der Sechziger und Siebziger wollten in ihren Haight-Ashbury-Höhlen oder am Strand von Monterey mit Drogen vor allem einen anderen Zustand erreichen – eine Fantasieparallelwelt, die nur so zugänglich war und die sich jedes Mal aufs Neue wieder änderte und man selbst sich auch.

Ohne künstliche Selbstentgrenzung wäre die Musik eines Jimi Hendrix oder Jim Morrison nicht ähnlich sphärisch, die Literatur sähe ohne die Autoren, die LSD nahmen, etwa Hunter S. Thompson oder Allen Ginsberg, auch karger aus. Eine ganze Unterströmung des amerikanischen Denkens wäre ohne psychedelische Drogen schwer vorstellbar und die immer leicht esoterisch-wabernde Grundgelassenheit der Westküste nicht dieselbe.

Heute trifft man im Silicon Valley immer noch auf Psychedelika – allerdings eher bei Programmierern, die sie in Mikromengen nehmen, um kreativer oder energiegeladener zu sein (oder zur Abwechslung von sonst so beliebten Pharmazeutika wie Xanax oder Adderall).

Früher waren Drogen vor allem dafür da, sich aus der Realität auszuschalten – jetzt helfen sie einem, sich besser durch sie hindurchzubewegen. Es passt zum On-Demand-Zeitalter, in dem alles von Film über Essen bis zu Sexpartnern verfügbar sein kann, dass jetzt selbst die Stimmung bei Bedarf feingetuned wird, auch wenn die ja eigentlich etwas exklusiv Individuelles ist. Mit „Thync“ wird nicht nur ein High, sondern auch die Utopie der Veränderung des Selbst verkauft. Eigentlich also ziemlich attraktiv. Aber wie man weiß, sind die Utopien die allerschönsten, die welche bleiben. Kalifornier-Dude steht immer noch strahlend vor mir und grinst: „Go ahead!“ Ich grinse zurück, ach, heute lieber nicht.

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„AGENDA CYBER-ISMUS“ – „Künstliche Intelligenz“ ist nur eine schlechte Kopie „der Natürlichen Intelligenz“

http://www.sueddeutsche.de/digital/silicon-valley-warum-fuenf-tech-giganten-gemeinsam-kuenstliche-intelligenz-erforschen-1.3184678

29. September 2016, 14:57 Uhr

Silicon Valley Warum fünf Tech-Giganten gemeinsam künstliche Intelligenz erforschen

Viele Menschen verbinden KI mit Terminator und bösartigen Robotern – fünf Tech-Konzerne wollen dieses Image ändern. 

Ethische Richtlinien für Roboter und Algorithmen – dieses Ziel scheint Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft so wichtig, dass sie dafür ihre Rivalität vergessen.

Von Andrian Kreye

Fünf Giganten der digitalen Industrie haben am vergangenen Mittwoch angekündigt, dass sie ihre Forschungen zur Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) bündeln wollen. Alphabet/Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft haben dafür die „Partnership on Artificial Intelligence to Benefit People and Society“ gegründet, auf deutsch in etwa eine Partnerschaft, damit künstliche Intelligenz den Menschen und der Gesellschaft zum Nutzen dient.

Man könnte nun eine Weltverschwörung des Silicon Valley vermuten. Immerhin handelt es sich hier um die fünf Konzerne, die international die größten Datenbanken und damit das Gros der globalen Datensätze besitzen. In Wahrheit ist die Gründung jedoch ein historischer Schritt, denn die Partnerschaft für künstliche Intelligenz soll vor allem garantieren, dass die Konzerne gemeinsame ethische Richtlinien für die Entwicklung künstlicher Intelligenz finden.

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Im Positionspapier heißt es, man wolle gemeinsam „Forschung betreiben, Erfolgsmethoden empfehlen, Forschungsergebnisse auf Gebieten wie Ethik, Fairness und Inklusion als offene Lizenzen veröffentlichen, für Transparenz sorgen, die Privatsphäre schützen, Standardisierungen schaffen, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI garantieren und ganz allgemein dafür zu sorgen, dass diese Technologien vertrauenswürdig, zuverlässig und robust bleiben.“

Es fehlen: Apple, Elon Musk und Konzerne aus China und Russland

So viel gemeinsamer Wille ist selten im Silicon Valley. Es ist auch auffällig, wer auf der Liste fehlt. Apple, chinesische und russische IT-Giganten und vor allem Elon Musks Verbund internationaler KI-Forschungsinstitute Open AI bleiben außen vor. Gespräche mit Apple und Open AI seien allerdings schon angelaufen.

Die Initiative der fünf Giganten ist nicht die erste. RoboEthik ist ein anerkanntes Forschungsfeld. Alphabet/Google hatte gleich nach dem Aufkauf der Londoner KI-Entwicklungsfirma Deep Mind im Jahre 2014 einen Ethikrat gegründet, kurz darauf sogar noch einen zweiten spezialisierten Ethikrat für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Und Elon Musk hat mit einem Budget von einer Milliarde Dollar für Open AI schon einiges an Pionierarbeit geleistet. Es war aber schon lange klar, dass Ethik-Initiativen nur etwas bringen, wenn sich die gesamte Industrie dazu entscheidet, gemeinsam in die gleiche Richtung zu arbeiten.

Nun werden TerminatorMaschinen, selbstherrliche Computer, wie man sie aus Filmen wie „2001“ oder „Ex Machina“ kennt, Science Fiction bleiben. Es ist auch nicht zu befürchten, dass KI einmal dem menschlichen Geist überlegen sein wird. Worum es nun geht, ist auch nicht nur die Kontrolle über Alltagsanwendungen wie Amazons HeimKI Echo, selbstfahrende Autos oder dem von IBM entwickelten Computerprogramm Watson. Es geht um Grundlagenforschungen, die garantieren, dass in den frühen Codes der KI ethische Richtlinien und Kontrollmechanismen verankert werden, die Katastrophen verhindern, von denen man noch gar nicht weiß, welche Formen sie annehmen könnten.

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http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-09/unfall-autopilot-tesla-model-s-zusammenstoss-autobahn-a24

Unfall: Tesla auf Autopilot kollidiert mit Reisebus

In SchleswigHolstein ist es zu einem Unfall mit einem Tesla gekommen, dessen Fahrassistent eingeschaltet war. Der Fahrer wurde leicht verletzt.
Tesla Unfall Schleswig-Holstein
Ein Mann testet in München einen Tesla Model S in einem Showroom des Autoherstellers (Symbolbild). © Sven Hoppe/dpa

Ein Tesla Model S mit AutopilotFahrassistent ist auf der Autobahn A24 in Schleswig-Holstein mit einem Buszusammengestoßen. Das TeslaElektroautokollidierte nach Polizeiangaben am Mittwochnachmittag auf der A24 in Höhe des Rastplatzes Gudow mit einem dänischen Bus, als dieser bei der Fahrt in Richtung Hamburg nach dem Überholen auf die rechte Spur zurückkehren wollte. Der Fahrassistent sei dabei eingeschaltet gewesen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Der 50 Jahre alte Tesla-Fahrer aus Brandenburg wurde leicht verletzt. Die 29 Insassen des Busses blieben unverletzt, der Sachschaden beträgt rund 55.000 Euro. Wie es zu dem Unfall kam, werde nun untersucht. „Wir haben mit unserem Kunden gesprochen, der bestätigt hat, dass der Autopilot einwandfrei funktioniert hat und nichts mit dem Unfall zu tun hat“, teilte Tesla mit. Die Autos übermitteln diverse Fahrdaten, sodass der Hersteller normalerweise weiß, ob und wie der Autopilot genutzt wurde.

In den vergangenenMonaten wurden mehrereUnfälle mit dem AutopilotSystem in den USA und China bekannt. Im Maistarb ein Fahrer in Florida, als sein Tesla mit eingeschaltetemFahrassistentenunter einen Lastwagen-Anhänger raste, der die Straße querte. In Chinastarb im Januar ein 23-Jähriger, dessen Familie nun Tesla verklagt. Das Autopilot-System kann unter anderem Spur und Abstand halten. Tesla betont zugleich, dass es die Autos nicht zu selbstfahrendenFahrzeugen mache und die Fahrer die Hände ständig am Lenkrad behalten müssten. Der Fahrer aus Brandenburg gab der Polizei zufolge an, die Hände nicht vom Steuer genommen zu haben.

Als Reaktion auf die Unfälle der vergangenn Zeit hat Tesla Mitte September eine neue Version des Fahrassistenzsystems angekündigt. Die Technik werde sich in Zukunft stärker auf Radar statt Kameras verlassen.

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http://www.spiegel.de/spiegel/tesla-autopilot-alexander-dobrindt-ignoriert-kritisches-gutachten-a-1115692.html

Tesla-Autopilot Unfälle? Lebensgefahr? Dem Minister offenbar egal

Experten des Verkehrsministeriums kommen nach SPIEGEL-Informationen in einem Gutachten zu dem Schluss: Der Autopilot im Tesla ist eine erhebliche Verkehrsgefährdung. Trotzdem weigert sich Minister Dobrindt, den Sportwagen auf deutschen Straßen stillzulegen. Was steckt dahinter?

Von

Tesla-Neuwagen in den Niederlanden: Erstaunlich kurzsichtig

Tesla-Neuwagen in den Niederlanden: Erstaunlich kurzsichtig

Normalerweise hätte es der Unfall nicht einmal in die Lokalzeitung geschafft: Ein Sportwagen fährt auf einen Reisebus auf, der Fahrer verletzt sich nur leicht, die Insassen des Reisebusses kommen mit dem Schrecken davon.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte sich dieser Unfall auf der A24 zwischen Berlin und Hamburg ereignet. Doch die Nachricht machte nicht nur landesweit Schlagzeilen, sie versetzte sogar die Beamten des Bundesverkehrsministeriums in nervöse Hektik.

Denn bei dem Sportwagen handelte es sich um einen Tesla vom Model S. Am Steuer saß ein 50-jähriger Mann aus Brandenburg, gelenkt aber hatte ein Computer – und das ist auch der Grund, warum Verkehrsminister Alexander Dobrindt seine Fachleute zusammenrufen ließ.

Über 3000 Exemplare des schicken kalifornischen Elektroautos bewegen sich auf deutschen Straßen. Dabei würden etliche von Dobrindts Fachbeamten dem Modell am liebsten die Zulassung entziehen und es damit stilllegen. Sie gehen von einer „erheblichen Verkehrsgefährdung“ durch den Tesla aus. So steht es in einem Gutachten, das auch Dobrindt kennt – und ignoriert.

Der Minister will den Tesla nicht stilllegen, er hat ganz andere Pläne: Er soll überlegen, der Firma Forschungsgelder zu geben, um die sogenannten Fahrassistenzsysteme in deutschen Großstädten zu testen……….

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http://www.spiegel.de/auto/aktuell/tesla-autopilot-kraftfahrtbundesamt-warnt-tesla-besitzer-a-1116710.html

Freitag, 14.10.2016

Autopilot Kraftfahrt-Bundesamt warnt Tesla-Besitzer

Seit einem tödlichen Unfall mit einem Tesla ist das Autopilot-System des Elektromobils in der Kritik – und weist offenbar schwere Mängel auf. Das Kraftfahrt-Bundesamt griff deswegen jetzt zu ungewöhnlichen Mitteln.

 Tesla Model S. Warnung vom Kraftfahrt-Bundesamt

Tesla Model S. Warnung vom Kraftfahrt-Bundesamt

Tesla-Besitzer dürften in den letzten Tagen überraschende Post vom KraftfahrtBundesamt erhalten haben: Die Behörde ermahnt alle deutschen Fahrer des Elektroautos in einem Brief, bei der Nutzung des AssistenzsystemsAutopilot“ das Verkehrsgeschehen im Blick zu behalten.

„Bei dem in Ihrem Fahrzeug verbauten sogenannten Autopilot handelt es sich um ein reines Fahrerassistenzsystem und nicht um ein hochautomatisiertes Fahrzeug, das ohne ständige Aufmerksamkeit des Fahrers betrieben werden kann“, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag.

Teslas System kann – ähnlich wie Assistenztechnik anderer Hersteller – unter anderem die Spur und den Abstand zum vorderen Fahrzeug halten. Der „Autopilot“ war jedoch in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein tödlicher Unfall in Florida bekannt wurde, bei dem im Mai ein Tesla mit eingeschaltetem System unter einen querenden Lastwagenanhänger raste. In den USA kritisierte die einflussreiche Testorganisation Consumer Reports nach Bekanntwerden des Unfalls im Juli, der Name Autopilot sei verwirrend, weil er Fahrern ein falsches Gefühl der Sicherheit gebe.

Wie der SPIEGEL zuletzt berichtete, hatten Beamten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), der höchsten technischen Instanz des Verkehrsministeriums, nach dem tödlichen Unfall in den USA das Model S viele Tausend Kilometer getestet und waren zu einem vernichtenden Ergebnis gekommen: Das Fahrzeug stelle „eine erhebliche Verkehrsgefährdung“ dar, so die Beamten.

Erhebliche Mängel beim „Autopiloten“

Bei den Tests ließ sich die „Autopilot„-Funktion beispielsweise auch innerorts aktivieren, obwohl das System für derlei komplexe Verkehrssituationen gar nicht ausgelegt ist. Der Notbremsfunktion attestierten die Prüfer im Vergleich zu anderen Fahrzeugen eine „unzureichende Performance“, die Sensoren des Fahrzeugs, die bei Überholvorgängen nach hinten scannen, seien erstaunlich kurzsichtig und könnten mit der Realität auf deutschen Autobahnen nicht mithalten.

Tesla betont stets selbst, dass der „Autopilot“ seine Elektrowagen nicht zu selbstfahrenden Fahrzeugen mache und die Fahrer immer den Überblick und die Hände am Steuer behalten müssten. Bei der jüngsten Software-Aktualisierung wurden immerhin die Sicherheitsmaßnahmen verschärft: Nach dreimaliger missachteter Aufforderung, die Hände wieder auf das Lenkrad zu legen, schaltet sich das System ab und kann erst nach dem Parken wieder aktiviert werden.

Der Empfehlung der Beamten der BASt, dem Tesla vorläufig die Zulassung zu entziehen, folgte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt offenbar nicht, sondern entschied sich für die Variante mit dem Brief. Das Kraftfahrt-Bundesamt empfiehlt deswegen in Bezug auf den „Autopiloten„: „Bitte beachten Sie unbedingt auch die in den Bedienungsanleitungen des Herstellers hierzu ausgewiesenen Verhaltenshinweise.“