MORGEN FREITAG – – – den „27 APRIL 2018“ – – – will „EU“ über DREI „BIENEN-GIFTIGE“ „PESTIZID-WIRKSTOFFE“ abstimmen lassen ///// „EFSA“ und „INDUSTRIE“ vereinigt in ‚EFSI‘ /////// BAYERN – SOWAS????!!!! – -„GROSS-ANGRIFF“ auf die NATUR – IN ZEITEN VON „INSEKTEN-STERBEN“ – ÖKOLOGIE – „BIODIVERSITÄT“

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Bienengifte: Werden genug EU-Länder mit Deutschland für ein Verbot stimmen?

26.04.2018

Biene
Fleißige Biene im Anflug (Foto: autan/Flickr.com)

 

Die Europäische Kommission will drei bienengiftige Pestizidwirkstoffe im Freiland verbieten. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sollen morgen darüber abstimmen. Deutschland wird die Verbote unterstützen. Ob das für eine Mehrheit reicht, ist offen.

Auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel stehen drei Verordnungsvorschläge der EU-Kommission zur Diskussion. Sie will den Einsatz der Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam im Freiland komplett verbieten und diese Insektizide nur noch für Gewächshäuser zulassen. Die drei Substanzen zählen zur Wirkstoffklasse der Neonikotinoide (Neonics) und gelten schon seit Jahren als extrem bienengiftig. Bereits 2013 hatte die EU ihren Einsatz deshalb eingeschränkt. Ende Februar 2018 legte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA eine neue Bewertung vor, die zeigte, dass die drei Neonics für Honigbienen, Hummeln und Wildbienen gefährlich sind.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) teilte dem Bundestag mit, sie werde „in Brüssel dem Verbot der Freilandanwendung dieser Wirkstoffe zustimmen.“ Zur Begründung sagte sie: „Bienen sind systemrelevant, und was der Biene schadet, muss vom Markt.“ Laut Klöckner will Frankreich das Verbot ebenfalls unterstützen; auch Österreich signalisierte Zustimmung. Ob in Brüssel nach der Diskussion über die Verordnungen auch darüber abgestimmt wird, ist noch unklar. Bereits zweimal, im Dezember 2017 und im März 2018 wurde die geplante Abstimmung verschoben. Es wäre ein Kniefall vor privaten Interessen und eine Demonstration der Macht internationaler Agrarchemiekonzerne, wenn morgen wieder nicht entschieden würde, sagte Francesco Panella, Präsident der europäischen Imkerorganisation BeeLife.

Wollten die EU-Mitgliedsstaaten die Neonics verbieten, wäre eine qualifizierte Mehrheit von 16 Mitgliedsstaaten erforderlich, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Experten rechnen damit, dass mit Deutschland, Österreich und Frankreich insgesamt mindestens acht Länder gegen die Bienengifte stimmen werden. Um eine qualifizierte Mehrheit zu erreichen, müssten allerdings noch weitere bevölkerungsreiche EU-Länder hinzukommen.

Grüne und Umweltverbände bezeichneten das anstehende Verbot als längst überfällig. Es geht ihnen jedoch nicht weit genug: Ein breites Bündnis von mehr als 40 Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden hat die Bundesregierung heute aufgefordert, sich nicht nur für ein EU-weites Verbot von drei Neonikotinoiden, sondern der gesamten Wirkstoffgruppe einzusetzen. Alternativ könnte sie die Wirkstoffe wie Frankreich national verbieten, heißt es in einem Forderungspapier zum Aktionsplan Insektenschutz. „Sonst können Landwirte einen Stoff leicht mit einem anderen, ähnlich gefährlichen, ersetzen“, erklärte BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Sie warnte, Neonics seien langlebig und reicherten sich im Boden an. „Sie schädigen auch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Ameisen und Springschwänze.“

Leif Miller, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) wies darauf hin, dass derzeit EU-weit noch vier weitere Neonikotinoide zugelassen sind, sowie mehrere ähnlich wirkende Insektizide. Der grüne Abgeordnete Harald Ebner forderte die Bundesregierung ebenfalls auf, alle Neonics vom Acker zu nehmen. Auch solle sie Importe von Saatgut stoppen, das mit nicht zugelassenen Neonikotinoiden behandelt sei.

Dem Protest des Bauernverbandes entgegnete Jan Plagge, Präsident von Bioland: „Der ökologische Landbau macht vor, dass es auch ohne Neonikotinoide geht: Ausgeklügelte Fruchtfolgen statt Monokulturen sowie die Förderung von Nützlingen sind Teil eines Systems, das ohne chemischsynthetische Pestizide erfolgreich wirtschaftet und die Artenvielfalt erhält.“ [lf/vef]

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siehe auch „Die WILD-BIENE STIRBT“ – „?DROHNE MAJA?“

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-04/bienensterben-ursachen-pestizide-imker-klimawandel/komplettansicht

Bienensterben: Rettet die Bienen, aber nicht so!

Die EU verbietet Neonikotinoide – zum Schutz der Bienen. Damit bewegt sie sich zwar in die richtige Richtung, die größte Bedrohung sind aber nicht die Pestizide.
Bienensterben: Eine Biene
Eine Biene © Yasser al Zayyat/AFP/Getty Images

Was dem Menschen die Zigarette, ist der Biene das Insektizid: Neonikotinoide wirken auf Bienen ähnlich anziehend wie Nikotin auf die Menschen. Pflanzen, die mit den Insektiziden behandelt wurden, scheinen Bienen und andere Bestäuber regelrecht anzulocken – um sie dann zu schädigen. Unter anderem wird das Nervensystem der Bienen angegriffen, wodurch ihr Lernvermögen und ihre Orientierungsfähigkeit eingeschränkt werden (Plos One: Fischer et al., 2014). Neonikotinoide stehen unter dem Verdacht, für das Bienensterben mitverantwortlich zu sein.

Bereits seit 2013 dürfen Neonikotinoide in Europa deshalb nicht mehr bei Pflanzen eingesetzt werden, auf denen sich Bienen normalerweise niederlassen. Am heutigen Freitag hat ein EU-Ausschuss das Verbot verschärft: Der Freilandeinsatz von drei Stoffen – Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam – ist künftig europaweit verboten. Nach Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) stellen die Insektengifte auch dann ein Risiko für Bienen dar, wenn die Blüten selbst nicht damit behandelt wurden. Es reiche, wenn der Boden, auf dem sie wachsen, kontaminiert sei. Mit dem Verbot bleibt ihre Verwendung künftig auf Gewächshäuser beschränkt. „Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft“, sagte der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis am Freitag.

Mit dem Verbot sei das Problem aber nicht gelöst, sagen Experten. „Jetzt hat die EU wieder Millionen Euro investiert, um zu zeigen, dass Insektizide Insekten schädigen. Das wissen wir doch schon seit den Sechzigerjahren„, sagt Peter Neumann, Tiermediziner und Leiter des Instituts für Bienengesundheit an der Universität Bern im Gespräch mit ZEIT ONLINE. Der Erfolg eines Totalverbots von Neonikotinoiden sei fraglich, denn Bauern würden notgedrungen auf andere Methoden und Mittel ausweichen. Die nächste Generation der Pestizide stehe schon bereit.

Das sieht der britische Entomologe Dave Goulson ähnlich. Er sagte dazu kürzlich im BBC-Radio: „In den 1940er Jahren hatten wir Organochlorpestizide wie das DDT. Nach deren Verbot gab es Pestizide auf Phosphorsäurebasis. Dann kamen die Neonikotinoide. Und als Nächstes wird wieder etwas Anderes, aber ähnlich Schädliches kommen. Wenn wir diesen Kreislauf nicht unterbrechen, sehe ich keine Hoffnung, dass sich etwas für die Umwelt verbessert.“

Der Verlust der Vielfalt setzt den Wildbienen zu

Um Bienen nachhaltig zu schützen, muss den Experten zufolge bei der grundlegenden Ausrichtung der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion angesetzt werden. Wichtig dabei: Für Wild– und Honigbienen gelten unterschiedliche Rahmenbedingungen. Majas wilde Schwestern, etwa Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen, Pelzbienen oder Hosenbienen, leiden am meisten unter dem Verlust der Vielfalt in unseren Landschaften. Sie leben einzeln oder in vergleichsweise kleinen Kolonien von höchstens einigen Hundert Tieren. Weltweit sind 20.000 Arten bekannt. Allein in Deutschland stehen mehr als die Hälfte der 569 Arten auf der Roten Liste.

Die Bedrohung der Wildbienen ist menschengemacht: Wir verwandeln unsere Gärten in Steinwüsten oder legen eine grüne Ödnis aus Rasen und Thujahecken an. Wir flurbereinigen Feldgehölze, fällen Bäume, begradigen Bäche und Flüsse, legen Moore trocken und pflügen Ackerrandstreifen. Blütenreiche Wiesen düngen und mähen wir, bis sich außer Löwenzahn und Gänseblümchen nichts mehr aus dem Boden wagt. Daneben überziehen wir unser Land großflächig mit Straßen, Parkplätzen, Gewerbe- und Neubaugebieten.

Insbesondere die Wildbienen trifft der Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten und Futterpflanzen. Aber auch Honigbienen leiden unter einseitiger Ernährung, denn Pollen ist nicht gleich Pollen. Wenn die natürliche bunte Mischung durch Massentrachten wie Raps oder Sonnenblumen ersetzt wird, kann auch das die Bienen schwächen. An dieser Entwicklung ändere auch ein Verbot von Pestiziden nichts.

-3:08
Momente – Bienenvölker im Biosphärenreservat Schaalsee Bienen tragen den ersten gesammelten Nektar des Jahres und Pollen in ihren Bienenstock

Kein Grund zur Entwarnung, kein Grund zur Panik

Unter den Honigbienen gibt es weltweit nur neun Arten, in Europa und Afrika sogar nur eine einzige, nämlich die Westliche Honigbiene (Apis mellifera). Für sie sind eingeschleppte Bienenkrankheiten und Parasiten, wie die Varroa-Milbe (Varroa destructor), momentan die größte Bedrohung. Die Milbe wurde vor gut 30 Jahren durch den Menschen aus Asien eingeschleppt. Die blutsaugenden Milben schwächen die Bienen nicht nur durch den direkten Befall, sondern übertragen dabei auch eine ganze Reihe an Krankheitserregern. Je nach Witterung müssen Imkerinnen und Imker über den Winter Völkerverluste zwischen 15 und 40 Prozent hinnehmen – trotz aufwändiger Behandlung der Völker mit Milbengift oder organischen Säuren.

Da sich Varroa-Milben in den Brutwaben der Bienen vermehren, sind warme Winter, in denen die Insekten fast durchgehend Brut aufziehen, ideal für den Parasiten. Auf dem Vormarsch sind außerdem der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) – ein Parasit aus der Familie der Glanzkäfer, der sich aus Afrika bereits bis nach Süditalien verbreitet hat –, außerdem die bienenjagende Asiatische Hornisse (Vespa vetulina), die im Jahr 2014 in Deutschland das erste Mal nachgewiesen wurde, und der ebenfalls aus Asien stammende parasitische Einzeller Nosema ceranae. Alle diese Neubürger profitieren von der Klimaerwärmung und könnten der Honigbiene in Zukunft weiter zusetzen.

Obwohl Imkerinnen und Imker eine wertvolle Arbeit zur Erhaltung der Honigbiene leisten, sollten sie ihre Zunft kritisch hinterfragen, sagt Peter Neumann. Bienenköniginnen werden europa– und weltweit verfrachtet oder mit der Post verschickt, um Honigertrag, Sanftmütigkeit und andere von den Imkern gewünschte Zuchtziele zu optimieren. Dabei gehen lokale Anpassungen verloren, Krankheiten und Parasiten werden verbreitet; die natürliche Selektion wird durch Zucht außer Kraft gesetzt. Neumann wünscht sich von seinen Kollegen deshalb „keine Importe von Königinnen, sondern eine Imkerei, die sich etwas mehr an den Bedürfnissen der Bienen orientiert“.

Nicht alles ist schlecht

Was die Honigbiene angeht, gebe es seiner Meinung nach keinen Grund zur Entwarnung, aber auch keinen Grund zur Panik. Die Völkerverluste lägen zwar in manchen Regionen nach wie vor weit über den normalen Werten, aber noch gelinge den Imkern ein Ausgleich durch Nachzucht. Die Zahl der Honigbienenvölker in Deutschland und weltweit ist in den letzten Jahren sogar wieder leicht angestiegen.

Es ist eine zaghaft gute Nachricht. Doch Wissenschaft und Imker sind weiterhin gefordert, neue Wege zu gehen. So ist im Schweizer Emmental ein Experiment geplant, bei dem Honigbienenvölker ohne imkerliche Maßnahmen gegen die Varroa-Milbe gehalten werden, um auf diese Weise deren natürliche Widerstandskraft zu fördern. Was die Wildbienen angeht, wäre eine grundlegende Neuausrichtung der Landwirtschaft aus Sicht der Bienen wohl wichtiger als ein Pestizidverbot der EU-Kommission. Zumal es trotz der umfassenden Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit umstritten ist, wie sehr Pestizide schließlich dazu beitragen, sowohl wilde als auch Honigbienen zu gefährden.

„Der ruinöse Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen kann so nicht weitergehen„, sagt Peter Neumann und fasst damit das grundlegende Problem zusammen. Neue Gesetze können zwar helfen, doch die größte Hilfe für die Bienen könne nur aus der Gesellschaft kommen: „Was mir wirklich Hoffnung macht, ist, dass viele junge Leute anfangen, Bienen zu halten. Und ich das Gefühl habe, dass die Problematik in der Bevölkerung angekommen ist.“

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?GLYPHOSAT-VERBOT?: „KLÖCKNER – CDU“

CDU/CSU – MERKEL und ihr „GE-FOLGE“ sind AN SCHADENs-MAXIMIERUNG interessiert (MONSANTO-BAYER) hinsichtlich
„ANGRIFF“ AUF die „GESUNDHEIT“ und NATUR

 

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aus dem TEXT:..Wie der Infodienst Gentechnik berichtete, prüft das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aktuell, ob es >>>>> „36 glyphosathaltige“ <<<<<<<Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt. Das BVL ist eine Behörde des Agrarministeriums. >>>>>Hier kann und muss die Agrarministerin jetzt handeln!“<<<<<, fordert der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner….

…… Die Expertin für Biodiversität, Silvia Bender, forderte darüber hinaus, die Vorerntebehandlung mit Glyphosat unverzüglich zu verbieten, da diese zu besonders hohen Rückstandsbelastungen führe. Um die biologische Vielfalt zu erhalten, müsse Glyphosat innerhalb von drei Jahren von deutschen Äckern verbannt werden, so Bender.

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33147/

GroKo will weniger Glyphosat auf deutschen Äckern

17.04.2018

Glyphosat
Glyphosat auf EU-Äckern noch bis 2022? (Foto: Chafer Machinery/Flickr.com)

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will die Anwendung des Unkrautvernichters Glyphosat in der Landwirtschaft stark einschränken. Das Totalherbizid solle auf deutschen Äckern nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt werden, heißt es in einer geplanten Verordnung, die Klöckner heute in Berlin vorstellte. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sprach von einem ersten Schritt zum gemeinsamen Ziel, den Einsatz von Glyphosat grundsätzlich zu beenden.

Nach den Plänen der Agrarministerin dürfen Landwirte Spritzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat künftig nur noch einsetzen, wenn es Hecken oder Blühstreifen an den Äckern gibt. Das Pflanzengift dürfe nur dann versprüht werden, wenn es absolut notwendig sei, wie bei erosionsgefährdeten Böden nach der Ernte. Auch hartnäckige Unkräuter wie Distel und Quecken dürfen Landwirte damit bekämpfen, so lange noch keine Alternative erforscht ist. Sollte in nassen Jahren der Verlust der gesamten Ernte drohen, soll eine Vorerntebehandlung mit Glyphosat erlaubt sein.

In öffentlichen Parks und Sportanlagen will Ministerin Klöckner glyphosathaltige Spitzmittel ganz verbieten. In privaten Gärten dürfen sie nur Gärtner mit einem Sachkundenachweis versprühen und auch nur dann, wenn es keine Alternative gibt. Den Mindestabstand von Gewässern will Klöckner bundeseinheitlich regeln, die ausnahmsweise Anwendung in Naturschutzgebieten abschaffen. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart verfolge sie das Ziel, den Einsatz solcher Spritzmittel „so schnell wie möglich im europarechtlichen Rahmen zu beenden“, sagte die Agrarministerin.

Ob das Europarecht es den Mitgliedsländern erlaubt, Glyphosat komplett zu verbieten, ist umstritten. Als die EU-Kommission den Wirkstoff im Dezember 2017 erneut für fünf Jahre zuließ, hatte Gesundheitskommissar Andriukaitis argumentiert, die Mitgliedsländer könnten ja die entsprechenden Spritzmittel national beschränken. Gegen die Entscheidung des österreichischen Bundeslandes Kärnten, Glyphosat komplett zu verbieten, hatte die EUKommission im März allerdings „ernsthafte Bedenken“ geäußert, berichtete kurier.at. Die EUMitgliedsstaaten müssten das für jedes Spritzmittel individuell entscheiden, so die EU-Kommission.

Wie der Infodienst Gentechnik berichtete, prüft das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aktuell, ob es 36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt. Das BVL ist eine Behörde des Agrarministeriums. „Hier kann und muss die Agrarministerin jetzt handeln!“, fordert der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner.

Ein Sprecher der Bundesumweltministerin hat inzwischen ebenfalls europarechtliche Bedenken gegen ein Komplettverbot von Glyphosat eingeräumt. Das Statement von Svenja Schulze (SPD) lautete heute so: „Ich will, dass Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff spätestens zum Ende der Legislaturperiode keine Rolle mehr spielen.“ Die Vorschläge der Agrarministerin seien „ein erster Schritt“. „Für unser gemeinsames Ziel, den Einsatz von Glyphosat grundsätzlich zu beenden, werden weitere Schritte folgen müssen“, sagte Schulze.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sind Klöckners Pläne ebenfalls „ein erster Schritt in die richtige Richtung“. Die Expertin für Biodiversität, Silvia Bender, forderte darüber hinaus, die Vorerntebehandlung mit Glyphosat unverzüglich zu verbieten, da diese zu besonders hohen Rückstandsbelastungen führe. Um die biologische Vielfalt zu erhalten, müsse Glyphosat innerhalb von drei Jahren von deutschen Äckern verbannt werden, so Bender. [vef]

 

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https://www.testbiotech.org/node/2195

EFSA und Industrie vereinigt in ‚EFSI‘

Neue Publikation zeigt enge Kooperation zwischen ExpertInnen der EFSA und der GentechnikIndustrie

24. April 2018 / Eine neue wissenschaftliche Publikation erörtert die Risiken einer Ausbreitung der Gene von gentechnisch verändertem Mais in Spanien. Die Veröffentlichung beruht auf einer engen Kooperation zwischen ExpertInnen der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA und der GentechnikIndustrie. Um diese Art der Zusammenarbeit anzuprangern, schlägt Testbiotech einen neuen Begriff vor: European Food Safety Industry (‚EFSI‚).

Der Hauptautor, Yann Devos, arbeitet für die EFSA; ein anderer Autor, Alan Raybould, für den Syngenta-Konzern, der das GentechnikSaatgut in Spanien verkaufen will. Weitere EFSA-ExpertInnen, wie die Leiterin der GentechnikAbteilung, Elisabeth Waigmann, waren am Artikel beteiligt. Monsanto, DuPont und Syngenta haben in der EU Anträge auf Anbau von GentechnikMais gestellt. Der GentechnikMais produziert Insektengifte (MON810, Bt11 und Mais 1507) und / oder ist resistent gegenüber den Herbiziden Glyphosat (GA21) und Glufosinat (Bt11 und Maize 1507).

Spanien ist in der EU das Hauptanbaugebiet für diesen Mais. Hier breitet sich seit einigen Jahren eine mit dem Mais verwandte Wildpflanzenart, die Teosinte, aus. Diese wird als die Ursprungspflanze des gezüchteten Mais angesehen. Wissenschaftler der ETH Zürich zeigten im Jahr 2017, dass es bei der in Spanien vorkommenden TeosinteUnterart bereits in der Vergangenheit zu einem Genaustausch mit Maispflanzen gekommen ist. Es ist anzunehmen, dass auch der transgene Mais in der Lage ist, seine Gene an die Teosinte weiterzugeben. So wäre es möglich, dass neue „Superunkräuter“ entstehen, die gegen Herbizide resistent sind und Insektengifte produzieren. Die entsprechenden Gene könnten dann von der Teosinte auch wieder auf die Maisfelder übertragen werden.

Die ‚EFSI‚-Autoren stellen diese Risiken als gering dar: Dabei gehen sie davon aus, dass die zusätzlich eingefügten Gene in der Teosinte nur die ursprünglich beabsichtigten Eigenschaften aufweisen. Diese ExpertInnen sehen Gene als eine Art Bauklötzchen an, die beliebig ein- oder ausgebaut werden können, ohne dass die Funktion von anderen Genen oder der Umwelt beeinflusst wird. Das ist falsch. So ist beispielsweise bekannt, dass das zusätzliche Enzym, das in Gentechnik-Pflanzen produziert wird, um sie gegenüber Glyphosat resistent zu machen, diesen gleichzeitig eine höhere biologische Fitness verleihen kann. Wenn der Gensprung auf natürliche Populationen gelingt, könnten die daraus entstehenden Nachkommen ihre Gene noch schneller in der Umwelt ausbreiten als vorher. Dieser Effekt ist auf die zusätzlich eingefügten Gene zurückzuführen. Er tritt auch dann auf, wenn kein Glyphosat angewendet wird. Unter Stressbedingungen wie Trockenheit und Hitze kann sich der Effekt noch verstärken.

“Die ‚EFSIignoriert, dass gentechnisch veränderte TeosinteMaishybride als neue, gentechnisch veränderte Pflanzen anzusehen sind, die nie auf ihre Risiken getestet wurden. Ihr Ausbreitung in der Umwelt kann deswegen grundsätzlich nicht zugelassen werden. Dabei ist es nicht entscheidend, ob diese Pflanzen innerhalb oder außerhalb der Felder wachsen“, sagt Christoph Then für Testbiotech.

Derzeit gibt es in der EU keine Leitlinien und keine Methoden, um die Risiken zu bewerten, die durch spontane Kreuzungen gentechnisch veränderter Pflanzen entstehen. Bisher bezieht sich die Risikoabschätzung meist auf Pflanzen, die nur für eine Anbauperiode auf den Feldern wachsen und jedes Jahr neu ausgesät werden müssen.

„Durch eine unkontrollierte Ausbreitung der Transgene können für Umwelt und Landwirte erhebliche Schäden entstehen“, erklärt Christoph Then von Testbiotech. „Bisher hat sich die EFSA nie ernsthaft mit dem Thema beschäftigt. Wenn die Behörde ihre Arbeit jetzt auch noch in Kooperation mit der Industrie durchführt, wer soll diese Risiken dann unabhängig bewerten?“

Testbiotech kritisiert ein grundsätzliches Problem mit der Unabhängigkeit der EFSA: Bis heute hat es die EFSA nicht geschafft, sich ausreichende Standards zu geben, um die Behörde gegen eine Einflussnahme von ExpertInnen zu schützen, die im Interesse der Industrie tätig sind.

Das Problem wird auch im aktuellen Fall deutlich: Die ‚EFSI‚-Publikation entstand ursprünglich 2017 auf einer Konferenz mit dem Titel “International Symposium on the Biosafety of Genetically Modified Organisms (ISBGMO)”. Diese Konferenz wurde von der “International Society for Biosafety Research” (ISBR) organisiert. Über die Finanzierung der ISBR gibt es kaum öffentliche Informationen. Es ist aber bekannt, dass Konferenzen der Organisation regelmäßig von Konzernen wie Monsanto, Bayer, Dow AgroSciences, DuPont und Syngenta sowie dem Dachverband CropLife International gesponsert werden. Zudem besteht das Management der ISBR weitgehend aus Mitarbeitern der Industrie. 2016 war Yann Devos, angestellter Experte der EFSA, als Programmdirektor für die ISBR tätig. Es gibt offensichtlich keine Beschränkungen, die eine Zusammenarbeit von Angestellten der EFSA mit ExpertInnen der Industrie wirksam beschränken.

Kontakt:
Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

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„URSACHEN-FINDUNG“ STATT „SYMPTOM-HERUM-DOKTOREI“ – – – URSACHEN sind z.B. MONSANTO – BAYER und CO

WER PROFITIERTGIFT?!

http://www.spiegel.de/spiegel/sollen-insektizide-gegen-schwammspinner-raupen-eingesetzt-werden-a-1204330.html

Schwammspinner-Raupen

Großangriff auf die deutsche Eiche

Millionen Schwammspinner-Raupen rüsten sich in diesem Frühjahr zum Kahlfraß. Forstbehörden wollen vorsorglich Insektizide verspritzen Naturschützer warnen vor dem Gifteinsatz. Wer hat recht?

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

imago

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

Bald sollen Hubschrauber aufsteigen über den Wäldern der Fränkischen Platte. An Bord haben sie Tanks, gefüllt mit Insektengift. Auf den Flugkarten der Piloten sind gut 60 Zielgebiete eingetragen.

Die Gegner haben sich konzentriert in der Gegend um Schweinfurt, Kitzingen, Uffenheim. Dort sitzen sie in den Bäumen, kaum zentimetergroß und bewaffnet nur mit Kauwerkzeugen: die haarigen Raupen des Schwammspinners, eines unscheinbaren Schmetterlings.

Es sind hübsche Krabbler, in den kommenden Wochen werden sie sich mit blauen und roten Wärzchen schmücken. Wenn sie Schrecken verbreiten, dann durch ihre Zahl. Zu Abermillionen treten die Raupen mitunter auf den Plan – und sie lieben Eichen. Gefräßig wie der Schwammspinner ist, kann er ganze Wälder entlauben.

Die Bayerische Forstverwaltung will das unbedingt verhindern. Deshalb ist für Mai in Franken ein großer Helikoptereinsatz geplant. Insgesamt rund 1300 Hektar sollen aus der Luft besprüht werden. Auf diesen Flächen, heißt es, seien die Eichen in höchster Gefahr.

Der Schmetterling lebt über Jahr und Tag weitgehend unauffällig. Er mag es warm und trocken, die lichten Eichenmischwälder Frankens sagen ihm von jeher zu. Aber wenn die Lage besonders günstig ist, kann die Population binnen drei, vier Jahren stetig zunehmen – bis sie am Ende schier explodiert. Dann wimmelt es im Wald von hungrigen Raupen. Eine jede von ihnen vertilgt einen Quadratmeter Eichenlaub.

Zu Fuß kommen die Krabbler nicht weit, aber bei kräftigem Wind lassen sie sich einfach davonwehen wie Pusteblumen. Dank ihrer langen, feinen Haare schweben sie oft über Hunderte Meter. Zudem können sie Fäden als Hilfssegel spinnen.

So manches haarige Flugobjekt erreicht, mit Glück, eine noch unberührte Eiche. Auf diese Weise kann der Schwammspinner beträchtliche Areale abweiden.

Vor allem in Süddeutschland kommt es gelegentlich zu einer Massenvermehrung. In Bayern steht das Spektakel offenbar kurz bevor. Aber im Zuge des Klimawandels dürfte der Laubfresser weiter nach Norden vordringen.

Früher oder später stellt sich dann überall, wo es Eichen gibt, eine Grundsatzfrage: Darf der Wald mit Insektiziden eingenebelt werden wie ein Maisfeld? Und zwar einfach so, nur zur Sicherheit?

Denn nach jeder Massenvermehrung bricht die Population von selbst wieder zusammen. Gesunde Eichen überleben den Kahlfraß in der Regel, sie treiben wenig später neu aus. Sofern es zu Schäden kommt, sind diese schwer zu beziffern.

Waldbesitzer und Forstbehörden befürchten dennoch hohe Verluste. Naturschützer dagegen verurteilen den chemischen Präventivschlag als Überreaktion; sie empfehlen Gelassenheit.

Nicht immer ist das einfach. Die erste Großattacke des Schwammspinners ereignete sich 1993, nach vier warmen Frühsommern in Folge. Millionen Raupen überfielen die Wälder in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg, sie fraßen großflächig die Eichen kahl. Von „Horrorraupen“ orgelte damals die „Bild„-Zeitung: „Schwammspinner rotten die deutsche Eiche aus.“

Als die Bestände geplündert waren, marschierten hungrige Raupen in benachbarte Weinberge ein. Nahe Ebelsbach im Maintal lag ein Zentrum der Massenvermehrung; die Feuerwehr hob dort Abwehrgräben gegen die Invasoren aus. Die Raupen machten sich über Gärten her, krochen an Fassaden empor, vereinzelt drangen sie sogar in Häuser ein: „Jetzt greifen sie auch Menschen an. Sie kriechen dir in die Hosen, du hast sie in den Haaren“ („Bild„).

Eichenwald in Bayern: "Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben"

Johannes Voith / Bayerisches Landesamt für Umwelt

Eichenwald in Bayern: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben

Auch der Frankfurter Stadtwald fiel damals an die haarigen Heerscharen. Auf Spaziergänger rieselten Kotkügelchen herab, groß wie Pfefferkörner. Die Medien sprachen von einer biblischen Plage.

Im Zuge dieses Naturschauspiels ließen die Förster allein in Bayern auf rund 23.000 Hektar Gift spritzen, das sind 230 Quadratkilometer. Angeblich ging es um die „Rettung der Bestände“. Umweltschützer waren empört, Insektenforscher organisierten eine Unterschriftenaktion.

Seit damals kokelt der Konflikt um den Schwammspinner. Für die Bayerische Forstverwaltung steht auch heute noch außer Frage, dass gespritzt werden muss. In diesem Jahr kommt das Fraßgift Mimic zum Einsatz. Nimmt die Raupe es auf, wird sie quasi chemisch umprogrammiert. Sie hört auf zu fressen, beginnt sich vorzeitig zu häuten und geht daran zugrunde.

Das Mittel der Wahl hieß bisher Dimilin, es bewirkte, dass die Raupen aufplatzten. Aber die Zulassung des Dimilin lief 2014 aus, an einer Verlängerung ist der Hersteller nicht interessiert. Nun bleibt den Forstleuten nicht mehr viel – außer dem berüchtigten Karate Forst, das aber wohl niemand ernsthaft erwägt, weil es praktisch alle Insekten vernichtet.

Und eben Mimic. Dieses Mittel kommt aus dem Obst- und Weinbau, es soll nun gegen den Schwammspinner eingesetzt werden. Was es im Wald auf großer Fläche anrichtet, ist noch gar nicht untersucht worden.

Sicher ist nur: Das Gift wirkt gegen sämtliche Schmetterlingsraupen – keine gute Nachricht für die seltenen Arten, die sich den Lebensraum mit dem Schwammspinner teilen: den Eschenscheckenfalter, den Heckenwollafter, das WaldWiesenvögelchen, die Spanische Flagge.

All diese Raritäten sind heimisch in den lichten Eichenmischwäldern Frankens. Dieses Biotop ist ein artenreiches Schmetterlingsparadies. „Um die 400 Nachtfalter sind hier schon beobachtet worden“, sagt der Insektenkundler Matthias Dolek. „Und von den Tagfaltern stehen an die 40 Arten auf der Roten Liste.“

Wenn deren Raupen gerade in der besprühten Zone fressen, haben sie Pech gehabt. Zudem soll auch in ausgewiesenen FaunaFloraHabitaten gespritzt werden, die nach EU-Recht geschützt sind. Die Forstleute versichern aber, das Gift sei so gering dosiert, da würden schon genügend Exemplare überleben. „Das ist ein Spiel mit dem Feuer“, widerspricht Dolek. Er befürchtet, dass „mit jedem Spritzen einzelne Arten verloren gehen“.

Auch Wolfgang Weisser, Ökologe an der TU München, sieht das Risiko. Er findet aber, dass die Naturschützer es sich zu einfach machen. Auch wer einen Wald bewirtschafte, müsse das Recht haben, seinen Bestand zu schützen. „Oder man entschädigt ihn“, sagt Weisser, „falls er zugunsten der Artenvielfalt auf Spritzmittel verzichtet.“

Den Forscher wundert, wie unterschiedlich Wald- und Landwirtschaft behandelt werden. „Ein Bauer kann zwischen rund 300 erlaubten Pflanzenschutzmitteln wählen“, sagt er. „Dem Förster bleiben gerade mal zwei oder drei. Und deren Anwendung ist genau reguliert.“

Die Landwirtschaft, fürchtet Weisser, habe man als Naturraum wohl schon aufgegeben. Umso dringender nun das Bedürfnis, den Wald als reines Refugium zu verklären. So komme es, dass Naturschützer kategorisch jedes Insektizid im Wald ablehnen. „Die Forstwirtschaft wiederum kämpft um das Recht zu spritzen an sich“, sagt Weisser. Es gehe also, typisch für den Wald, wieder mal ums Prinzip. Viel Interesse an Details und Fakten sei da nicht zu erwarten: „Beide Seiten wissen ja schon vorher Bescheid.“

Die zuständige Forstbehörde warnt vor einem regelrechten Eichensterben, sollte der Schwammspinner über mehrere Jahre in Folge angreifen. Einmaligen Kahlfraß würden die meisten Eichen noch überstehen. Sie treiben dann neu aus, nur ihr Zuwachs fällt in dem Jahr geringer aus. Bereits geschwächte Bäume jedoch seien in Gefahr – zumal wenn Folgeprobleme wie etwa der Eichenmehltau ihnen zusetzen.

„Wir wissen vorher nicht, wie es kommt“, sagt Ralf Petercord von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). „So ein Risiko können wir nicht eingehen.“ Werde gar nicht gespritzt, seien letzten Endes die gesamten befallenen Eichenbestände bedroht – und damit auch der Lebensraum vieler seltener Arten.

„Das ist völlig abwegig“, widerspricht der Forstökologe Jörg Müller von der Universität Würzburg. Es gebe keinerlei Hinweise auf existenzielle Gefahren durch Raupenfraß. „Hier geht es rein um wirtschaftliche Interessen. Um die Zukunft unserer Eichenmischwälder mache ich mir überhaupt keine Sorgen.“

Müller wirft der LWF vor, sie wolle mit dem Schreckgespenst des Schwammspinners eine „Drohkulisse“ aufbauen: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben.“

In der Tat geht es bei der Bekämpfung nur nach der gefühlten Gefahr. Gesicherte Fakten gibt es kaum. Niemand kann sagen, inwieweit der Wald Schaden nähme, wenn weniger gespritzt würde – oder auch gar nicht.

Unbestritten ist, dass die Invasionen des Schwammspinners früher oder später von selbst zusammenbrechen. Wo die Nahrung knapp wird, fallen neu geschlüpfte Tiere eher klein und kränklich aus – leichte Beute für diverse Bakterien, Pilze und vor allem Viren. Die meisten Schwammspinner werden von Epidemien hinweggerafft.

Den Rest erledigen Fressfeinde. Mehr als 150 Arten von Raubparasiten lauern auf die nahrhaften Raupen. Brackwespen und Raupenfliegen legen ihre Eier in die Leiber oder zwischen die Haare. Der Große Puppenräuber, ein Laufkäfer, kann in einer einzigen Saison Hunderte Krabbler vertilgen.

In normalen Zeiten halten diese Gegenspieler den Schwammspinner gut in Schach. Gelingt ihm alle paar Jahre eine Massenvermehrung, dann ist er seinen Verfolgern quasi nur für kurze Zeit entwischt. Aber das Glück durch Überzahl hält nicht lange an: Bald schwillt – etwas zeitversetzt – auch die Menge der Feinde bedrohlich an. Diese profitieren von der nun überreich verfügbaren Beute.

Kurz nach dem Höhepunkt seiner Vermehrung blickt der Schmetterling also schon wieder in den Abgrund: Seuchen gehen um, die Eichen sind allesamt kahl gefressen und ringsum eine Übermacht von Gegnern. Myriaden von Raubparasiten suchen nun den Wald ab, sie spüren die Raupen auf bis in die letzten Winkel.

So wird der Schwammspinner verheerend dezimiert – und auf Jahre hinaus großflächig geschwächt.

Was bewirkt es da, wenn der Mensch frühzeitig mit Spritzmitteln eingreift? Macht er dadurch vielleicht sogar alles noch schlimmer? Denn mit den gefräßigen Raupen zerstört er ja auch die gerade anlaufende Konjunktur ihrer Gegenspieler – umso schneller könnte sich die überlebende Population der Schwammspinner wieder regenerieren.

Das klingt plausibel, aber mangels Daten ist es bislang nur eine Theorie. In dieser Lage helfen allein Experimente weiter. Grundlegende Fragen wären zu klären: Welchen Effekt hat das Spritzen? Und was geschieht mit den Eichen, wenn man sie einfach dem Kahlfraß überlässt?

Auch der Würzburger Forstökologe Müller fordert, die klaffende Forschungslücke endlich zu schließen. Es wäre keine Hexerei. Man müsste paarweise eine Reihe von geeigneten Flächen bestimmen: ökologisch jeweils vergleichbar und gleich stark befallen. Die einen behandelt man, die anderen nicht.

„Und wenn dabei herauskommt, dass der Einsatz von Insektiziden sinnvoll ist“, sagt Müller, „dann wäre ich der Letzte, der dagegen ist.“ Es gehe aber nicht an, bei derart wackeliger Evidenz die Schmetterlinge in den Eichenmischwäldern mit fragwürdigen Mitteln wegzuspritzen: „Das ist einer der artenreichsten Lebensräume, die wir in Deutschland noch haben.“

Die Forstbehörde sei für solche Studien im Prinzip offen, sagt LWF-Experte Petercord. Geschehen ist aber in den vergangenen Jahrzehnten nichts dergleichen.

So bleibt wohl vorerst alles beim Alten. Der Hubschraubereinsatz im Mai wird wieder Steuergelder kosten; hinzu kommt der Aufwand der laufenden Kontrollen: Förster suchen mühsam ihre Eichen ab, Stamm für Stamm, und zählen die Gelege des Schwammspinners.

Der Forstökologe Müller hätte eine bessere Verwendung für das viele Geld, das der Abwehrkampf verschlingt: „Man könnte damit die Waldbesitzer entschädigen“, sagt er, „falls ihnen doch mal ein paar Eichen eingehen.“

Als im August vorigen Jahres der Sturm „Kolle“ viele Fichten im Bayerischen Wald umwarf, bekamen die geschädigten Waldbesitzer unbürokratisch 100 Millionen Euro an Soforthilfe zugesprochen. „Und das für eine Risikobaumart, bei der jeder weiß, dass sie mit unserem Klima Probleme bekommt“, sagt Müller. „Da sollten uns auch die Eichenmischwälder mit ihrer Vielfalt an Insekten ein bisschen mehr Geld wert sein.“

„27. März 2017“ – „EU-Kommission“ wird Gentech-Mais zulassen – „MON810 – Mais 1507“ – „Bt 11“ / „Monsanto“ – „DuPont“ und „Syngenta“ / Offengelegte „Gerichtsunterlagen“ deuten auf Skandal hin, sie belegen „geheime Absprache“ zwischen „Monsanto und EPA“ – Has „Monsanto“ Orchestrated a Massive Cancer Coverup? Unsealed Court Case Documents Point to a Scandal

Anklage an Angela Dorothea Merkel (geborene Kasner),  wegen Fehlen von Natur-und VerantwortungsBewusstsein  <<<<„Die Noch-Kanzlerin „MonsantoMerkel“ entscheidet sich wie immer gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung – hat wohl was falsch verstanden  denn sie soll nicht höchst kriminelle Konzerne wie „Monsanto“ vertreten das ist Täuschung der Wähler und AmtsMissbrauch und total verantwortungslos„>>>>

http://www.keine-gentechnik.de/nachricht/32497/

Bald neuer Gentech-Mais auf europäischen Äckern?

27.03.2017

Mais Syngenta

In den USA bauen viele Farmer Gentechnik-Mais an (Foto: Courtesy of Syngenta)

Es wird immer wahrscheinlicher, dass nach fast 20 Jahren bald wieder gentechnisch veränderter (GVO) Mais in Europa zum Anbau zugelassen wird. Wie erwartet gab es heute auch im EU-Berufungsausschuss keine Mehrheit für oder gegen ein Verbot. Der Gentechnikexperte der Grünen im Bundestag, Harald Ebner, geht davon aus, dass die Europäische Kommission die drei Maislinien nun bald durchwinken wird.

Die EU-Kommission hatte drei GVO-Maissorten zum Anbau in der EU vorgeschlagen: MON 810 (Wiederzulassung), Bt 11 und 1507 (Erstzulassung). Das Zulassungsverfahren für die Maislinie 1507 läuft bereits seit mehr als zehn Jahren. Weil so lange geprüft wurde, hatten die Hersteller DuPont Pioneer und Dow Agrosciences bereits erfolgreich Untätigkeitsklage beim Europäischen Gerichtshof erhoben. Deshalb steht die EUKommission jetzt unter Handlungsdruck. In einer Sitzung im Februar war allerdings darauf hingewiesen worden, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker könne den Vorschlag, die drei Maissorten zuzulassen, jederzeit wieder zurückziehen.

Im Lauf des Zulassungsverfahrens müssen die EU-Mitgliedsstaaten beteiligt werden. Diese haben nun auch im zweiten Gremium, dem Berufungsausschuss, keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen den Anbau des GVO-Maises erzielt. Dafür wären nach Angaben einer Kommissionssprecherin mindestens 16 von 28 Mitgliedsstaaten nötig gewesen, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren müssen. Nach Informationen von Friends of the Earth Europe haben 14 EU-Mitglieder gegen die Wiederzulassung von MON810 gestimmt und damit zwei mehr als im Januar. Sie repräsentieren gut 30 Prozent der EU-Bevölkerung. Bei den Maissorten Bt 11 und 1507 waren sogar 16 Mitglieder (plus 3) für ein Verbot. Sie vertreten aber nur 47 Prozent der EU-Bevölkerung. Die Bundesregierung hat sich den Angaben zufolge wie bei der ersten Abstimmung im Januar enthalten, denn die große Koalition ist sich uneins.

„Deutschland hat sich mit einer Enthaltung um ein klares Nein gedrückt, obwohl die gentechnikfreie Produktion boomt“, kritisierte der Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Felix Prinz zu Löwenstein. „Der Anbau von Gentechnik-Pflanzen kostet alle, die ihn nicht wollen, viel Geld.“

„Kommissionspräsident Juncker muss jetzt Farbe bekennen, ob er die weitgehende GentechnikFreiheit auf den Äckern in der EU erhalten will oder nicht“, sagte die Gentechnikexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Heike Moldenhauer. Der in der Vergangenheit bereits zugelassene Genmais Mon 810 ist in 17 EU-Ländern verboten – darunter Deutschland. Er werde auf weniger als einem Prozent der EU-Ackerfläche angebaut – hauptsächlich in Spanien.

Alle drei Maislinien produzieren ein Insektengift. Außerdem sind sie resistent gegen das Totalherbizid Glufosinat des Chemiekonzerns Bayer. Moldenhauer warf Agrarminister Christian Schmidt (CSU) daher vor, mit seiner Enthaltung in Brüssel vor den Firmen Bayer-Monsanto zu kuschen.

Ohne klares Votum stimmte der Ausschuss auch über die Frage ab, ob eine Reihe von GentechMaissorten des Herstellers Syngenta für die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln zugelassen werden sollen. Es geht um die Sorten Bt11 × 59122 × MIR604 × 1507 × GA21 und ihre Kombinationen. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hatte sich vergangene Woche bereits dagegen ausgesprochen. Sein Votum hat allerdings rechtlich keine Wirkung. Auch hier muss jetzt die EU-Kommission entscheiden. [vef]

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http://www.martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen/1620-gentechnik-anbau-deutsche-regierung-entzieht-sich-verantwortung.html

Am heutigen Montag hat der Berufungsausschuss der EU-Mitgliedsstaaten über den Anbau und Import von mehreren gentechnisch veränderten Maispflanzen in der EU abgestimmt. Wegen der hohen Zahl von Enthaltungen gab es auch diesmal keine Mehrheit für oder gegen Anbau und Import. Damit liegt die Entscheidung nun bei der Europäischen Kommission. Martin Häusling, umwelt- und agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament:

„Immer mehr EU-Mitgliedstaaten lassen sich davon überzeugen, dass ihre Bürgerinnen und Bürger keine Gentechnik auf den Äckern wollen – das zeigt die heutige Abstimmung, bei der die Zahl der Ablehnungen höher war als bei vorherigen Abstimmungen. Es ist bedauerlich, dass sich dennoch einige EU-Länder, darunter auch Deutschland, erneut ihrer Verantwortung entziehen und nicht deutlich gegen Anbau und Import von genetisch veränderten Mais in der Europäischen Union stimmen.
Irreführend sind die Umweltrisikobewertungen der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA der für den Import zur Abstimmung stehenden Sorten. Deren Unterkombinationen, die noch gar nicht alle existieren, wurden nicht auf ihre Sicherheit überprüft. Selbst die EFSA bemängelt das Fehlen relevanter Daten, um eine präzise Risikoeinschätzung abzugeben.   
Wir fordern die Europäische Kommission auf, keine Erlaubnis für den Anbau und Import gentechnisch veränderter Maissorten und deren Verwendung in Futter– und Lebensmitteln zu geben. Eine Zulassung wäre absolut verantwortungslos.“
Maria Heubuch, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, sagt:
„Ich hätte mir von Landwirtschaftsminister Schmidt mehr erwartet als diese dürftige Enthaltung. In Nord– und Südamerika hat sich bitter gezeigt, dass durch die Gentechnik der Pestizideinsatz um ein Vielfaches gestiegen ist. Gerade der Mais 1507 ist in Brasilien bereits stark von Schädlingen befallen. Die europäischen Regierungen dürfen nicht dieselben Fehler begehen. Nationale Anbauverbote sind nicht genug, denn die Pollen machen nicht an den Grenzen halt. Wir brauchen ein EUweites Bekenntnis gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen.“
Hintergrund:
Die EU-Kommission hatte den EU-Mitgliedstaaten einen Vorschlag für Anbauzulassung von zwei Maissorten (Bt11 und 1507) sowie für die Wiederzulassung von Mais MON810 vorgelegt. Zudem legte sie einen Vorschlag zum Import von neuen gentechnisch veränderten Maissorten der Firma Syngenta vor. Dieser würde die Verwendung von fünf verschiedenen Sorten (Bt11 × 59122 × MIR604 × 1507 × GA21) und deren Subkombinationen erlauben. Damit könnten mehr als 20 verschiedene GentechnikMaissorten auf den europäischen Markt gebracht werden. Der Ständige Ausschuss der EU-Mitgliedsländer „Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel“ konnte sich am 27. Januar zu keiner Stellungnahme zum EU-Kommissionsvorschlag einigen. Nachdem auch der heutige Berufungsausschuss zu keinem Ergebnis kommen konnte, geht die Entscheidung nun zurück an die EU-Kommission.

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http://www.keine-gentechnik.de/nachricht/32458/

Grüne: EU-Kommission wird Gentech-Mais zulassen (unter diesen Link – noch mehr Information dazu)

?“EU-Zulassung am 27 März 2017″? – drei GVO-Maissorten „MON810“, „1507“ und „Bt11“ ( Monsanto, DuPont und Syngenta )

11.03.2017

Mais Schmetterling Falter

Foto: Jason Prini / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0)

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Bundestag geht davon aus, dass die EU-Kommissionzeitnahdrei neue gentechnisch veränderte (GVO) Maissorten zum Anbau in der Europäischen Union (EU) zulassen wird. Der zuständige EU-Berufungsausschuss am 27. März werde das wohl nicht verhindern, heißt es in einem Antrag, den die Fraktion vergangenen Donnerstag in den Bundestag einbrachte. Das wäre die erste Anbauzulassung für GVO-Mais nach fast 20 Jahren.

Das Problem liegt im komplizierten Verfahren: Wollen die Mitgliedsstaaten der EU die Zulassung eines GVO verhindern, brauchen sie im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel eine qualifizierte Mehrheit. Da diese im Fall der drei GVO-Maissorten MON810, 1507 und Bt11 im Januar nicht zustande kam, muss nun der Berufungsausschuss entscheiden. Der Gentechnikexperte der Grünen im Bundestag, Harald Ebner, geht davon aus, dass sich die Mehrheitsverhältnisse auch diesmal nicht ändern.

Denn viele Mitgliedsstaaten enthalten sich bei der Entscheidung, darunter auch die Bundesrepublik. Das würde Harald Ebner gerne ändern und hat nun zum vierten Mal versucht, den Bundestag zu einer entsprechenden Abstimmung zu bewegen. Wieder vergeblich. Zwar ist die SPD gegen den Anbau von Gentech-Mais, die CDU aber dafür. Und die Koalitionsvereinbarung sieht in diesem Fall eine Enthaltung vor. „Man kann doch nicht in Deutschland gegen Gentechnik sein und dann auf EU-Ebene kneifen“, schimpft Harald Ebner, „um am Ende die Verantwortung dafür der EU zuzuschieben! Das ist unredlich, verantwortungslos und leistet der EU-Verdrossenheit Vorschub.“

Die gentechnisch veränderte Maislinie 1507 von DuPont Pioneer und Dow Agrosciences enthält wie MON810 von Monsanto und Bt11 von Syngenta ein Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt). Deshalb produziert die Pflanze ein BtToxin, das vor allem für bestimmte Insekten giftig ist. Welche Risiken das für andere Lebewesen und letztlich den Menschen mit sich bringt, ist wenig erforscht und umstritten. Doch selbst wenn die EU-Kommission die drei Maislinien zum Anbau zulassen wird, werden sie nicht auf deutschen Äckern wachsen. Denn die Bundesregierung hat bereits vorsorglich beantragt, das Bundesgebiet von der Zulassung auszunehmen. [vef]

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Rückblick – Abstimmung am 27 Januar 2017

https://www.testbiotech.org/node/1828

Abstimmung über neue Anbauzulassungen für Gentechnik-Mais ohne Ergebnis

Vertreter von Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission trafen sich heute in Brüssel

27. Januar 2017/ Heute trafen sich Repräsentanten der EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission in Brüssel, um über den Anbau von gentechnisch verändertem Mais abzustimmen. Die EU-Kommission will neue Anbauzulassungen für Gentechnik-Mais für die Anbausaison 2017 erteilen. Drei Varianten von Insektengift produzierendem Mais stehen zur Zulassung an, sie sind als MON810, Mais 1507 und Bt 11 registriert. Es handelt sich um Saatgut der Konzerne Monsanto, DuPont und Syngenta. Bei der heutigen Abstimmung wurde keine ausreichende Mehrheit für die Anbauzulassung erreicht. Mitte März wird nun nach Angabe der Kommission eine erneute Abstimmung im sogenannten „Appeal Committee“ stattfinden.

Ein aktueller Hintergrundbericht von Testbiotech zeigt, dass viele Risiken, die mit dem Anbau dieser Pflanzen einhergehen, bislang nicht im Detail untersucht wurden. Insbesondere kann der Gentechnik-Mais seine Gene mit einer anderen Pflanzenart austauschen, die als Teosinte bekannt ist und sich seit einigen Jahren vor allem in Spanien ausbreitet.

Zudem standen beim heutigen Treffen zwei weitere wichtige Punkte zur Diskussion: Einer betrifft die Durchführung von Fütterungsversuchen, um gesundheitliche Risiken von Gentechnik-Pflanzen möglichst auszuschließen. Die Industrie lehnt entsprechende Anforderungen vehement ab. Testbiotech ist der Ansicht, dass bisher keine geeigneten Alternativen zu diesen Untersuchungen zur Verfügung stehen, und fordert deswegen Langzeitversuche, um insbesondere Kombinationswirkungen zu testen.

Der zweite Punkt betrifft die Standards der Umweltrisikoprüfung. Die EU-Kommission hat eine Reihe von Änderungen bei den von der EU vorgeschriebenen Untersuchungen vorgeschlagen. Testbiotech hat in einer umfangreichen Analyse gezeigt, dass die Vorschläge in der jetzigen Form nicht ausgereift sind und noch einmal gründlich überarbeitet werden müssen.

Kontakt:
Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

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http://www.martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen/1536-keine-mehrheit-fuer-oder-gegen-zulassung-von-genmais.html

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Neue Kampagne: Der Gentechnik Grenzen setzen

01.02.2017

Vorsicht Gentechnik: Olivenfliege

Vorsicht Gentechnik: Olivenfliege

Unter dem Titel „Der Gentechnik Grenzen setzen“ hat das Münchner Institut Testbiotech eine Kampagne gestartet, die der Diskussion über Folgen und Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere bis zur Bundestagswahl im September neue Impulse verleihen soll. In den kommenden Monaten wird dabei eine Auswahl von Gentechnik-Organismen vorgestellt, die wir in loser Folge auch hier im Informationsdienst Gentechnik präsentieren werden.

Bei den ersten Beispielen handelt es sich um gentechnisch veränderte Äpfel, Fische und Insekten der US-Firma Intrexon. „Die Gentechnik-Debatte wird stark von den Interessen der Industrie bestimmt“, kritisiert Christoph Then für Testbiotech. „Ihr Einfluss auf Forschung, Politik, Behörden und die Medien hat in den letzten Jahren sogar noch weiter zugenommen. Mit unserer Aktion wollen wir eine informierte und kritische Auseinandersetzung ermöglichen.“ Außerdem gibt es Mitmachaktionen, die dazu beitragen sollen, im Jahr der Bundestagswahl von den Parteien und ihren Kandidaten politische Verantwortung einzufordern. [+] mehr…

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http://www.keine-gentechnik.de/1/nachricht/32493/

Monsanto und Glyphosat: Akten belegen Einfluss auf Umweltbehörde

22.03.2017

Mon

Monsanto banner (Photo: Donna Cleveland/Flickr)

Ein maßgeblicher Mitarbeiter in der Pestizid-Abteilung der US-Umweltbehörde EPA stand fest auf der Seite von Monsanto. Das belegen interne Mails des Konzerns, die ein Gericht in Kalifornien für die Öffentlichkeit freigab. In dem Prozess in San Francisco wird über die Klagen von 55 Menschen verhandelt, die selbst an Lymphdrüsenkrebs erkrankten oder Angehörige durch diesen Krebs verloren haben. Sie führen die Erkrankung auf die Anwendung von Glyphosat zurück und werfen Monsanto vor, das Risiko verschwiegen zu haben.

Der in den Unterlagen genannte Mitarbeiter heißt Jess Rowland und arbeitete bis zu seinem Ruhestand im April 2016 in der für Pestizide zuständigen Abteilung der EPA. Dort leitete er einen Ausschuss, der die Frage bearbeitete, ob der von Monsanto entwickelte Wirkstoff Glyphosat Krebs auslösen kann. Letzten September veröffentlichte die EPA das Gutachten des Ausschusses und verneinte die Frage. Glyphosat sei nicht krebserregend, lautete das Fazit der Behörde.

Die Gerichtsakten zeigen, wie Rowland Monsanto versprach, eine Glyphosat-Untersuchung des US-Gesundheitsministeriums zu sabotieren. Sie wurde dann auch tatsächlich aufgegeben. Rowland informierte den Konzern frühzeitig davon, dass die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO Glyphosat als vermutlich krebserregend einstufen würde. Als die IARC ihren Bericht im März 2015 veröffentlichte, wusste Monsanto seit Monaten Bescheid und hatte die Gegenpropaganda bereits vorbereitet. Zu den Mittel des Konzerns gehörte es auch, Wissenschaftler für Studien zu bezahlen, die die Sicherheit von Glyphosat belegen sollten. In den veröffentlichen Mails diskutieren Monsanto-Manager, wie man einen Wissenschaftler ersetzen könnte, der dabei Skrupel bekommen hatte. In einer anderen Mail schlägt ein Monsanto-Manager vor, Wissenschaftler dafür zu bezahlen, dass sie MonsantoStudien als eigene Arbeiten ausgeben und veröffentlichen, so wie das früher auch schon gemacht worden sei.

Angesichts solcher Einflußnahmen verwundert es nicht, dass das EPA-Gutachten Glyphosat vom Krebsverdacht freisprach. Doch inzwischen haben selbst hochrangige EPA-Experten Zweifel bekommen. Der wissenschaftliche Beirat, der die Pestizidarbeit der Behörde begutachtete, kam zu dem Schluss, dass bei der Glyphosatbewertung die zuständige EPA-Abteilung ihre eigenen Richtlinien nicht eingehalten habe. Ein Teil des Beirats war der Auffassung, dass anhand der vorliegenden Studien Glyphosat sehr wohl als vermutlich krebserregend eingestuft werden sollte. Die französische Zeitung Le Monde berichtete, dass bereits im Dezember 2015 die EPA-Abteilung für Forschung und Entwicklung die Arbeit der Pestizid-Abteilung zum Thema Glyphosat intern kritisiert hatte.

Monsanto wies auf Nachfrage von US-Medien sämtliche Vorwürfe zurück und betonte seine Seriösität. [lf]

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netzfrauenhttps://netzfrauen.org/2017/03/26/51096/

Offengelegte Gerichtsunterlagen deuten auf Skandal hin, sie belegen geheime Absprache zwischen Monsanto und EPA – Has Monsanto Orchestrated a Massive Cancer Coverup? Unsealed Court Case Documents Point to a Scandal

26. März 2017

Es wird eng für Monsanto.  Der Agrochemie-Gigant musste eine ziemliche Schlappe hinnehmen. Ein Bundesrichter in San Francisco eröffnete Dokumente, die die Forschungspraktiken des Agrochemie-Giganten und die Sicherheit seines bestverkauften Unkrautvernichters Roundup, des weltweit meistverkauften Herbizids, in Frage stellen.

Bereits 2015 wurde im Zuge einer Kampagne von der US Right to Know die Beziehung zwischen dem „unabhängigen“ Experten Kevin FoltaProfessor und Vorsitzender des Horticultural Sciences Department, University of Florida, und Monsanto aufgedeckt.  Die Untersuchung umfasste 4600 Seiten an Mails und anderen Dokumente von Folta. Kevin Folta erhielt $25 000 von Monsanto. Siehe: Was kostet ein „unabhängiger“ Experte? Monsanto zahlte $25,000 – Kevin Folta received $25,000 from Monsanto

Was geschieht also mit einem Forscher, der herausfindet, dass es die Insektizide sind, die für das Desaster verantwortlich sind? Der Fall von Jonathan Lundgren zeigt, wie kompliziert die Zusammenarbeit von Regierung, Wissenschaft und Industrie werden kann, wenn Milliarden von Dollar auf dem Spiel stehen. Die betroffenen Konzerne wie BASF, Bayer und Syngenta, aber auch Monsanto würden auf Grund dieses Ergebnisses viel Geld verlieren. Jonathan Lundgren, ein hochrangiger Entomologe der Forschungsabteilung der USDA, verlor seinen Job! Siehe: Jonathan Lundgren – ein Wissenschaftler, der Bayer-Monsanto vernichten und die Welt verändern könnte – Jonathan Lundgren, WHO Could Destroy Bayer-Monsanto And Change The World…

Erst kürzlich veröffentlichte die Umweltschutzorganisation Global 2000 den Bericht „Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“, der unter anderem aufzeigen soll, wie der US-Saatgutriese Monsanto daran beteiligt war, dass das Herbizid weiterhin verwendet werden darf. Doch auch in den USA tut sich etwas, denn ein Bundesrichter in San Francisco eröffnete Dokumente, die die Absprachen zwischen EPA belegen.

Hat Monsanto eine massive Vertuschung von Krebsursachen inszeniert? Offengelegte Gerichtsunterlagen deuten auf Skandal hin

Die Dokumente legen eine geheime Absprache zwischen dem Agrochemie-Giganten und der EPA nahe.

Die Dokumente widersprechen der von der Industrie gesponsorten Forschung, die seit langem Monsantos „Flaggschiff“ als sicher bezeichnet, das von Heimgärtnern, Gärtnern öffentlicher Parks und von Farmern auf Hunderten von Äckern angewendet wird.

Monsanto musste am Dienstag [14. 3. 2017] eine ziemliche Schlappe hinnehmen. Ein Bundesrichter in San Francisco eröffnete Dokumente, die die Forschungspraktiken des Agrochemie-Giganten und die Sicherheit seines bestverkauften Unkrautvernichters Roundup, des weltweit meistverkauften Herbizids, in Frage stellen. Die Dokumente widersprechen der von der Industrie gesponserten Forschung, die seit langem Monsantos „Flaggschiff“ als sicher bezeichnet, das von Heimgärtnern, Gärtnern öffentlicher Parks und von Farmern auf Hunderten von Äckern angewendet wird.

Hierzu berichtet die New York Times:

Die Gerichtsunterlagen beinhalteten Monsantos interne E-Mails und den E-Mail-Verkehr zwischen der Firma und den Regulierungsbehörden. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Monsanto von Dritten Forschungsberichte hatte schreiben lassen, die dann später Akademikern zugeschrieben wurden und die darauf hindeuten, dass ein leitender Beamter der EPA (Environmental Protection Agency) daran arbeitete, eine Überprüfung  des Hauptbestandteils von Roundup, Glyphosat, zurückzuhalten, die vom United States Department of Health and Human Services durchgeführt werden sollte. In einer der E-Mails, die Richter Vince Chhabria offenlegte, hatte William F. Heydens, ein Abteilungsleiter Monsantos, seinen Kollegen grünes Licht für das willkürliche Zusammenschreiben der Glyphosatforschung und die anschließende Zuschreibung für Akademiker gegeben, die ihren Namen auf das Papier setzen sollten. Er zitierte sogar eine Passage, aus der hervorgeht, dass die Firma auch in der Vergangenheit so verfahren war. „Wir könnten die Kosten klein halten, wenn wir selbst das Schreiben übernehmen und sie [die Akademiker] einfach ihre Namen darunter setzen“, so Heyden.

Die Dokumente zeigen ferner, dass es innerhalb der EPA nicht nur Kontroversen hinsichtlich der behördeneigenen Sicherheitspolitik in Bezug auf Roundup gab, sondern dass auch mit „gezinkten Karten gespielt“ wurde. In einer E-Mail aus dem Jahr 2015 schreibt Dan Jenkins, ein Direktor Monsantos, dass Jess Rowland, ein Beamter der EPA, dem die Auswertung von Roundup in Bezug auf das Krebsrisiko unterstanden hatte, in Bezug auf eine Überprüfung der Behörde ihm am Telefon gesagt hatte: „Wenn ich das zu Fall bringen kann, sollte ich eine Medaille bekommen“. Diese Überprüfung fand niemals statt.

Die Enthüllungen der gegenwärtigen Prozesskampagne, einer Kombination von mehr als 55 Gerichtsverfahren gegen Monsanto vor dem Bezirksgericht für den Norden Carolinas – in welche sich Einzelpersonen einreihen, die geltend machen, auf Grund von Glyphosat ein Non-Hodgkin-Lymphom entwickelt zu haben – verleihen den wachsenden Sorgen um den verbreiteten Gebrauch von Roundup beträchtliches Gewicht. Sie entfachen auch weiterhin Bedenken wegen Monsantos fragwürdiger Methoden, einen leichtfertigen Umgang seiner Marktaktivitäten durch regulatorische Behörden durchzusetzen.

Der Rechtsstreit wurde entfacht nach dem Urteil der IARC (International Agency for Research on Cancer), die zur WHO gehört, im März 2015, das da lautete, Monsantos umstrittenes Herbizid sei „möglicherweise krebserregend bei Menschen“. In ihrem Ergebnisbericht ließ die IARC verlauten, dass „kontrollierte Fallstudien zu berufsbedingtem Kontakt [mit Glyphosat] von erhöhten Risiken für das Non-Hodgkin-Lymphom berichteten, die auch nach der Umstellung auf andere Pestizide bestehen blieben“.

Über die mögliche krebserregende Wirkung hinaus ist Roundup mit einer Reihe von anderen Gesundheitsproblemen in Zusammenhang gebracht worden wie ADHA, Alzheimer, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Schädigungen der Fortpflanzungsorgane und Geburtsschäden, und das zusätzlich zu den Umweltschäden wie den dramatischen Rückgang der Monarchfalter. Eine Studie, die 2014 vom US Geological Survey durchgeführt wurde, ermittelte die Substanz Roundup in 75 % der Luft- und Regenwasserproben, die im Mississippi-Delta entnommen worden waren, einer fruchtbaren landwirtschaftlichen Gegend.

Glyphosat wurde in den 1970er-Jahren zum ersten Mal zugelassen. Gegenwärtig wird es in mehr als 160 Ländern angewendet. Landwirte in Kalifornien wenden es bei ungefähr 250 verschiedenen Erntepflanzen an. Jedoch haben im Zuge der wachsenden Bedenken gegen Glyphosat es einige Länder verboten, darunter El Salvador, Kolumbien, die Niederlande, Sri Lanka und Frankreich, dessen Verbot nur wenige Monate nach dem Urteil der IARC ausgesprochen wurde.

Nicht nur Monsanto ist der Meinung, Roundup sei sicher. Einige Regierungsbehörden, darunter die EPA und die EFSA (European Food Safety Agency) widersprachen der Schlussfolgerung der IARC, Glyphosat sei möglicherweise krebserregend.

Monsanto mag industriefreundliche Verbündete in der EPA gefunden haben, jedoch hat sich die Justiz als schwieriger Kampfplatz für die weltgrößte Saatgutfirma erwiesen. Die Enthüllung der vernichtenden Dokumente folgt einem Richterspruch auf dem Fuße, und zwar durch die Richterin Kristi Kapetan des Obersten Gerichtshofes des Landkreises Fresno, der am Freitag [10. März] erfolgt war und der besagt, dass Kaliforniens EPA Glyphosat nunmehr als „Chemikalie bezeichnen kann, die bekanntermaßen Krebs erzeugt“. Diese Entscheidung geht auch mit dem „Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act“ von 1986 konform, der allgemein als „Proposition 65“ bekannt ist.

Kapetans Entscheidung ermächtigt den Bundesstaat, von Monsanto zu fordern, Roundup als „möglicherweise krebserregen“ zu kennzeichnen. Trenton Norris, Staatsanwalt für Monsanto, argumentierte, diese [geforderte] Warnung würde der Firma Schaden zufügen, weil diese einige Kunden davon abhalten könnte, das Produkt zu kaufen.

Während Monsanto sich in Kalifornien vor Gericht verteidigen muss, werden die Fälle, die von Richter Chhabria betreut werden, in absehbarer Zeit eine weltweite Dimension bekommen: Er wies Monsantos Einwand gegen die Forderung des Klägers zurück, Dokumente sicherzustellen und einen ehemaligen Vertreter Monsantos aus Europa abzuberufen. Die New York Times berichtet davon, dass weitere Vertreter Monsantos in den kommenden Wochen abgesetzt würden. Chhabria drohte Monsanto sogar mit Strafmaßnahmen, falls das Unternehmen weiterhin über alle Maßen versuche, wichtige Dokumente vor der Öffentlichkeit zu verbergen. „Ich habe ein Problem mit Monsanto, weil …  es darauf besteht, Sachen unter dem Siegel der Verschwiegenheit zu behandelt, die effektiv nicht so behandelt werden sollten“, sagte er während der Anhörung. Wenn Dokumente „relevant für das Gerichtsverfahren sind, sollten sie nicht versiegelt sein, … selbst wenn sie Monsanto nicht gefallen“.

Neue Gerichtsakten vom Anfang dieses Monats beinhalten eine angebliche ungesetzliche Absprache zwischen Monsanto und der EPA. Grundlage hierfür ist ein Brief, der 2013 von Marion Copley geschrieben wurde. In ihm versicherte die inzwischen verstorbene leitende Toxikologin: „Es ist absolut gewiss, dass Glyphosat Krebs verursacht“, und widersprach damit dem Firmen-Statement von 1991, dass die Chemikalie bei Menschen nicht krebserregend sei. In dem besagten Brief warf Copley Rowland unethisches Verhalten vor: „Hören Sie mir nur ein einziges Mal in Ihrem Leben zu und spielen Sie nicht Ihr hinterhältiges politisches Spiel mit der Wissenschaft zugunsten der Registranten. … Tun Sie EINMAL das Richtige und fällen Sie keine Entscheidung nur danach, welchen Einfluss diese auf Ihren Bonus hat“.

Die neuerlichen juristischen Rückschläge, die Hunderte von Gerichtsverfahren in den USA umfassen, haben Monsanto in die Defensive getrieben, aber Monsanto bleibt beharrlich bei seiner Behauptung, Glyphosat sei relativ sicher, und schwor vor dem Richter, seinen Kampf vor Gericht fortzusetzen. Samuel Murphey, Sprecher von Monsanto, nannte Kaliforniens Plan, die Chemikalie in die Liste der „Prop 65“ aufzunehmen, „fehlerhaft und unbegründet„. zudem behauptete er, er verletze sowohl den Staat als auch die US-Verfassung. „Monsanto wird weiterhin diese nicht nachvollziehbare Entscheidung auf wissenschaftlicher und juristischer Basis anfechten“, so Murphey.

„Glyphosat ist nicht krebserregend“, insistierte Monsanto in einem Statement. Das Unternehmen weiter: „Die Unterstellung, Glyphosat könne Krebs bei Menschen verursachen, ist in sich unschlüssig. Das können wir durch jahrzehntelange Sicherheits-Überprüfungen durch führende Regulationsbehörden weltweit belegen. Die Kläger haben isolierte Dokumente vorgelegt, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden“. Das Unternehmen weist ebenfalls Forderungen zurück, die akademische Forschung, die sie selbst finanziert, in Zweifel zu ziehen.

Kämpfer für Umweltschutz und öffentliche Gesundheit sowie für Verantwortlichkeit von Behörden und Unternehmen, heißen den wachsenden juristischen Druck auf Monsanto willkommen und sie finden ihn lange überfällig – und ein bisschen überraschend.

„Anfänglich war ich skeptisch, als diese Fälle vor Gericht kamen, weil Monsanto sich vor Gericht so oft schon als zu mächtig erwiesen hat“, sagt Carey Gillam, eine Direktorin der Verbraucherorganisation „U.S. Right to Know“. „Aber je mehr Informationen ans Tageslicht kommen und je mehr neue wissenschaftliche Forschungen veröffentlicht werden, desto mehr sieht es danach aus, dass die Kläger ihre Sache geltend machen können“.

Hunderte von Verfahren gegen Monsanto sind bereits vor Staats- und Bundesgerichten verhandelt worden. Tim Litzenburg arbeitet als Staatsanwalt für Miller Firm, ein Rechtsanwaltsbüro in Virginia, das viele dieser Verfahren begleitet. Er glaubt, dass die Zahl solcher Verfahren rasch ansteigen wird. Seiner Aussage nach könnten es in 6 bis 8 Wochen Tausende sein, sagte er dem St. Louis Post-Dispatch.

Zulassungsbehörden mögen [weiterhin] Probleme mit der Glyphosatforschung haben, aber die breite öffentliche Debatte um die Chemikalie sowie zunehmende Transparenz bei Zulassung, Verkauf und Marketing kann nur Verbrauchern, Farmern und Wildtieren zugutekommen. John Barton, ein Landwirt aus Bakersfield, Kalifornien, glaubt, sein Non-Hodgkin-Lymphom wurde durch Roundup verursacht. „Ich wünsche niemandem, was ich durchmachen musste„, sagte er kürzlich „Fresno Bee“.

Has Monsanto Orchestrated a Massive Cancer Coverup? Unsealed Court Case Documents Point to a Scandal

The documents suggest collusion between the agrichemical giant and the EPA.

By Reynard Loki / AlterNet March 16, 2017

Monsanto suffered a major setback Tuesday when a federal judge in San Francisco unsealed documents that call into question the agrichemical giant’s research practices and the safety of its best-selling herbicide, Roundup, the world’s most-produced weedkiller. The documents counter industry-funded research that has long asserted Monsanto’s flagship product—used by home gardeners, public park gardeners and farmers, and applied to hundreds of crops—is relatively safe.

According to the New York Times:

The court documents included Monsanto’s internal emails and email traffic between the company and federal regulators. The records suggested that Monsanto had ghostwritten research that was later attributed to academics and indicated that a senior official at the Environmental Protection Agency had worked to quash a review of Roundup’s main ingredient, glyphosate, that was to have been conducted by the United States Department of Health and Human Services.

One of the documents unsealed by Judge Vince Chhabria was an email written by William F. Heydens, a Monsanto executive, giving his colleagues the green light to ghostwrite glyphosate research and then hire academics to put their names on the papers. He even cited an instance where the company had used this method in the past. „We would be keeping the cost down by us doing the writing and they would just edit & sign their names so to speak,” wrote Heydens.

The documents also indicate that within the EPA, there was not only internal disagreement regarding the agency’s own safety assessment of Roundup, but also foul play. In one email from 2015, Dan Jenkins, a Monsanto executive, said that Jess Rowland, an EPA official who was heading the cancer risk evaluation of Roundup, referring to an agency review, had told him over the phone, „If I can kill this, I should get a medal.“ The review never happened.

The revelations from the current court challenge, a combination of more than 55 lawsuits filed against Monsanto in the U.S. District Court for the Northern District of California—including individuals who claim to have developed non-Hodgkin’s lymphoma due to glyphosate exposure—add significant weight to the mounting concerns about the widespread use of Roundup. It also raises concerns about Monsanto’s questionable methods to ensure a light regulatory hand on its marketplace activities.

The litigation was set in motion following the determination by the International Agency for Research on Cancer, the World Health Organization’s cancer arm, in March 2015, that Monsanto’s controversial herbicide is „probably carcinogenic to humans.“ In its finding, IARC noted that „case-control studies of occupational exposure in the USA, Canada, and Sweden reported increased risks for non-Hodgkin lymphoma that persisted after adjustment for other pesticides.“

In addition to its potential cancer-causing properties, Roundup has been linked to a host of other health issues such as ADHD, Alzheimer’s disease, kidney disease, liver disease, reproductive problems and birth defects, as well as environmental impacts, such as the record decline of monarch butterflies. A 2014 study conducted by the U.S. Geological Survey detected the presence of Roundup in 75 percent of air and rainfall test samples take from the Mississippi Delta, a fertile agricultural region.

First approved for use in the 1970s, glyphosate is currently used in more than 160 countries. In California, farmers apply it to around 250 different crops. But as concerns have mounted, glyphosate bans have been passed by some nations, including El Salvador, Colombia, the Netherlands, Sri Lanka and France, whose ban was passed just months after the IARC determination.

Monsanto isn’t alone in its assertion that Roundup is safe. Some governmental agencies, including the EPA and the European Food Safety Agency, have disagreed with IARC’s conclusion that glyphosate is a probable carcinogen.

Though Monsanto may have found pro-industry allies within the EPA, the judiciary has proved to be a tough arena for the world’s largest seed company. The disclosure of the damning documents in San Francisco comes on the heels of a ruling Friday by Fresno County Superior Court Judge Kristi Kapetan that California’s EPA can now list glyphosate as a chemical „known to the state to cause cancer“ in accordance with the Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act of 1986, more commonly known as Proposition 65.

Kapetan’s decision gives the state the authority to require Monsanto to label Roundup a possible carcinogen. Monsanto’s attorney, Trenton Norris, argued that the warnings would hurt the company because it would dissaude some consumers from purchasing the product.

While Monsanto is on the defense in California, the collection of cases overseen by Judge Chhabria will soon have a global dimension, as he overruled Monsanto’s objection to the plaintiffs‘ request to secure documents and depose a former Monsanto official from Europe. The New York Times reports that other Monsanto officials will be deposed in the coming weeks.

Chhabria also threatened Monsanto with sanctions if the company continues „overbroad“ efforts to hide relevant documents from the public. „I have a problem with Monsanto, because… it is insisting that stuff be filed under seal that should not be filed under seal,“ he said at the hearing. When documents are „relevant to the litigation, they shouldn’t be under seal, even… if Monsanto doesn’t like what they say.“

New court filings earlier this month focus on alleged collusion between Monsanto and the EPA. The basis for the allegation is a 2013 letter written by Marion Copley, in which the late EPA senior toxicologist asserts, „It is essentially certain that glyphosate causes cancer,“ contradicting the agency’s 1991 ruling that the chemical is not a human carcinogen. In that letter, Copley also accused Rowland of unethical behavior: „For once in your life, listen to me and don’t play your political conniving games with the science to favor the registrants. … For once do the right thing and don’t make decisions based on how it affects your bonus.“

The recent legal setbacks, which comprise hundreds of lawsuits across the U.S., have put Monsanto on its back foot, but the company remains steadfast in its claims that glyphosate is relatively safe and has vowed to continue its fight in the courts. Monsanto spokesman Samuel Murphey called California’s proposal to list the chemical under Prop 65 „flawed and baseless,“ claiming it violates both the state and U.S. Constitution. „Monsanto will continue to challenge this unfounded proposed ruling on the basis of science and the law,“ Murphey said.

„Glyphosate is not a carcinogen,“ Monsanto insisted in a statement. The company added, „The allegation that glyphosate can cause cancer in humans is inconsistent with decades of comprehensive safety reviews by the leading regulatory authorities around the world. The plaintiffs have submitted isolated documents that are taken out of context.“ The company also rejected claims that the academic research it funds should be discredited.

For environmental, public health and corporate accountability advocates, the mounting legal pressure on Monsanto is welcome, but long overdue—and a bit surprising.

„Initially when these cases started to be filed, I was skeptical because Monsanto has such a strong track record of prevailing in court,” said Carey Gillam, a director of the consumer group U.S. Right to Know. „But the more information that comes out through discovery and new scientific research that’s emerging, the more it looks like the plaintiffs may have a case.“

While hundreds of cases against Monsanto have already been filed in state and federal courts, Tim Litzenburg, an attorney with the Miller Firm, a Virginia-based law office filing many of the cases, believes that the number will increase rapidly. „Six to eight weeks from now they could number in the thousands,“ he told the St. Louis Post-Dispatch.

And though the science around glyphosate may not be settled in some regulatory agencies, sustained public debate about the chemical, as well as increased transparency in regard to its regulation, sale and marketing can only benefit consumers, farmers and wildlife. As John Barton, a farmer from Bakersfield, California, who believes Roundup caused his non-Hodgkin lymphoma, recently told the Fresno Bee, „I don’t want anyone to go through what I have gone through.”

Netzfrau Ursula Rissmann-Telle
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