die „GEN–SCHERE“ – „CRISPR/Cas“ /// „EPI-GENETIK“ – – – DER „ALP-TRAUM“ von MONSANTO – – – ALLES ist INFORMATION – Wer steuert die GENE? /// „Glyphosat“: Die „Mischung“ macht das Gift

 

 

SCHÄDLINGs-RESISTENZEN

siehe auch „MEGA-SCHÄDLING“ – „BAUMWOLL-KAPSELBOHRER“

****************************************************************************

dieGenSchere“ – CRISPR/Cas“ – Genome Editing

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/unabh-ngige-wissenschaft-im-dienst-der-industrie

„Unabhängige Wissenschaft“ im Dienst der Industrie

Wahrheitswidrige Behauptungen zu neuen Gentechnikverfahren
Mittwoch, 2. May 2018

Derzeit laufen die GentechnikLobbyisten Sturm in der EU. Was sie erreichen wollen, kann erhebliche Konsequenzen für Mensch und Umwelt haben: Die Politik soll davon überzeugt werden, dass neue Gentechnikverfahren, bei denen beispielsweise die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, von der bestehenden Gentechnik-Regulierung ausgenommen werden. Sie behaupten, man könne die Veränderungen, die mit Verfahren des sogenannten Genome Editing herbeigeführt werden, nicht von denen der bisherigen Züchtung unterscheiden. Das entspricht nicht der Wahrheit. Trotzdem wird diese falsche Behauptung immer wieder geäußert. Auch der Präsident des deutschen Biologenverbandes VBIO, Bernd Müller-Röber, lobbyiert derzeit mit diesen falschen Argumenten bei Abgeordneten des EU-Parlamentes.

Gerade der VBIO als Dachverband der biowissenschaftlichen Fachgesellschaften, sollte eigentlich politisch, ideologisch und wirtschaftlich unabhängig sein. Dies gilt aber augenscheinlich nicht für seinen Präsidenten, der seit Jahren selbst Patente im Bereich Gentechnik anmeldet – jüngst auch auf dem Gebiet der neuen Gentechnikverfahren. Bernd MüllerRöber scheint somit auch als Lobbyist in eigener Sache zu handeln.

Was MüllerRöber und andere Lobbyisten verschweigen: Wenn das Erbgut von Organismen mit den neuen Gentechnikverfahren verändert wird, unterscheiden sich die Ergebnisse in der Regel deutlich von denen der bisherigen Züchtung. Das trifft auch dann zu, wenn keine neuen Gene eingefügt wurden. Testbiotech hat jetzt einen ersten tabellarischen Überblick zu wichtigen Unterschieden zwischen herkömmlicher Züchtung und Genome Editing veröffentlicht.

Testbiotech tritt für eine Regulierung der neuen Gentechnikverfahren nach dem Gentechnikgesetz ein. Sollten die neuen Verfahren nicht gesetzlich reguliert werden, drohen ähnliche Verhältnisse wie in den USA. Dort wurden bereits zahlreiche GentechnikOrganismen, darunter auch „CRISPRPilze“, ohne Risikoprüfung zugelassen. In der Folge gibt es keine verlässlichen Informationen über deren Risiken und auch keine Möglichkeit, deren Ausbreitung in der Umwelt zu verhindern. Damit fehlt Behörden, Politik, Landwirten und Verbrauchern jegliche Kontrolle und Wahlmöglichkeit.

Auch der Gentechnik-Konzern Monsanto setzt inzwischen verstärkt auf die neuen Gentechnikverfahren. Jüngst gab das US Unternehmen bekannt, dass es über 100 Millionen US-Dollar in ein Startup mit dem Namen Pairwise investiert, das entsprechende Anwendungen in der Landwirtschaft entwickeln soll.

– – – –
Beispiele für Patentanträge unter Beteiligung von Bernd MüllerRöber sind u.a.:
EP584324 B1 (erteilt 2003), Firma Bayer
EP571427 B1 (erteilt 2003) , Firma Bayer
WO2018046496 (angemeldet 2017), Universität Potsdam

Ein Schreiben, das Bernd MüllerRöber gemeinsam mit anderen Lobbyisten an Abgeordnete des EUParlamentes gerichtet hat, ist auf Nachfrage erhältlich.

Kontakt:

Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

******************************************************************************

******************************************************************************

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-gentechnik-verfahren-rechtsexperte-kritisiert-stellungnahme-des-generalanwalts

Neue Gentechnik-Verfahren: Rechtsexperte kritisiert Stellungnahme des Generalanwalts des EuGH

Trennlinie zwischen Züchtung und Gentechnik zu unklar definiert
Mittwoch, 28. February 2018

Am 18. Januar positionierte sich der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu der Frage, ob das sogenannte GenomEditing unter die Gentechnikgesetzgebung der EU fällt. Im Auftrag von Testbiotech befasste sich jetzt der renommierte EURechtsexperte Professor Dr. Ludwig Krämer mit der Einschätzung des Generalanwaltes. Ludwig Krämer war bis 2004 Beamter der EU-Kommission (Generaldirektion Umwelt) und war an der Formulierung der EUGentechnikgesetze beteiligt. In seinem Gutachten, das heute veröffentlicht wird, äußert Krämer deutliche Kritik an der Position des Generalanwaltes.

Nach dem Gutachten von Krämer fallen die neuen GentechnikVerfahren eindeutig unter den Geltungsbereich der EU-Richtlinie 2001/18. Demnach sind Züchtungsverfahren nur dann von der Gentechnikregulierung ausgenommen, wenn diese bereits bei Inkrafttreten der EU-Richtlinie „seit langem als sicher“ angesehen wurden. Bei den neuen GentechnikVerfahren, bei denen u.a. die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, ist das aber nicht der Fall. Deswegen müssen Pflanzen und Tiere, die in ihrem Erbgut mithilfe von GenomEditing verändert wurden, in einem Zulassungsverfahren auf ihre Risiken untersucht werden, bevor sie freigesetzt oder importiert werden könnten. Der Generalanwalt unterscheidet in seiner Stellungnahme dagegen nicht klar zwischen Gentechnik und konventioneller Züchtung.

Krämer weist darauf hin, dass der Generalanwalt auch in Bezug auf die Interpretation des Vorsorgeprinzips zu einer unzutreffenden Einschätzung kommt: Wenn es Unsicherheiten in der Einschätzung der Risiken von neuen GentechnikVerfahren gibt, muss der Gesetzgeber auf Nummer sicher gehen und die Risiken untersuchen lassen. Entsprechende Regelungen müssen EUweit angewendet und dürfen – anders als der Generalanwalt dies formuliertnicht den einzelnen EUMitgliedsländern überlassen bleiben.

Falls der EUGerichtshof der Meinung des Generalanwaltes folgt, könnten sich in der EU erhebliche Lücken in der Gentechnikregulierung ergeben. In diesem Fall wäre es nach Ansicht von Testbiotech unerlässlich, dass die Politik aktiv wird, um beispielsweise unkontrollierte Importe oder Freisetzungen zu verhindern.

Testbiotech betont, dass es in der Bewertung der neuen Gentechnik-Verfahren keineswegs nur um rechtliche Fragen geht. Vielmehr sind die Methoden des GenomEditing in ihren Verfahren und Risiken auch dann von denen der konventionellen Züchtung unterscheidbar, wenn keine Gene über die Artgrenzen übertragen werden. Um diese Unterschiede möglichst einfach und verständlich zu erklären, veröffentlicht Testbiotech heute auch zwei kurze Texte zu den Unterschieden zwischen CRISPR/Cas und der bisherigen Mutationszüchtung.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

**************************************************************************

siehe auch „ROUNDup-GLYPHOSAT“ – „Die Formulierung ist das GIFT“- Polyoxyethylenamine (POEA)

aus dem TEXT:..Die Ergebnisse des NTP könnten auch Folgen für die Neuzulassung glyphosathaltiger Pestizide in Deutschland haben. Nachdem die EU den Wirkstoff Gyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen hat !!!??? muss nun das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheiden, ob es 36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt???!!!.….

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33204/#gsc.tab=0

Glyphosat: Die Mischung macht das Gift

14.05.2018

Gebrauchsfertige Pestizidmischungen mit Glyphosat sind für menschliche Zellen weitaus giftiger als Glyphosat als isolierter Wirkstoff. Das zeigen Forschungsergebnisse des US-Gesundheitsministeriums.

Das National Toxicology Programm (NTP) des US-Gesundheitsministeriums vergleicht derzeit die Wirkungen von Glyphosat als isolierter Substanz mit Pestizidmischungen, die neben Glyphosat auch Chemikalien enthalten, die dafür sorgen, dass sich der Wirkstoff gut auf der Blattoberfäche verteilt und in das Blatt einzieht. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen hat die Organisation U.S. Right to Know veröffentlicht. Die NTP-Forscher hatten verschiedene menschliche Zell-Linien mit Glyphosat alleine und als Vergleich dazu mit fertigen Pestizidmischungen wie Roundup behandelt. Dabei zeigte sich, dass die Pestizidmischungen weitaus mehr oxidativen Stress in den Zellen auslösten und sogar Zellen abtöteten, während Glyphosat alleine kaum Effekte auslöste. Die Mischungen seien bis zu 1000-fach potenter gewesen, heißt es in der Untersuchung. Diese ersten Ergebnisse belegten allerdings nicht, dass die Mischungen Krebs oder andere Krankheiten verursachen würden, schränkte Mike DeVito, der Leiter des NTP-Fotschungsprogramms, gegenüber der britischen Tageszeitung „The Guardian“ ein. Um das festzustellen, seien weitere Untersuchungen notwendig.

Erschwert werden diese dadurch, dass der amerikanische Hersteller Monsanto die genaue Zusammensetzung seiner Pestizide nicht offenlegt. „Wir kennen die Rezepturen nicht, das sind Geschäftsgeheimnisse“, erklärte DeVito dem Guardian. Eine ebenfalls von US Right to Know veröffentlichte Zusammenfassung eines Treffens von Mitarbeitern der US-Umweltbehörde EPA und Monsanto im Frühjahr 2016 legt nahe, dass auch die Behörde keine Daten über Monsantos Pestizidmischungen hat. Man sei an jeglichen Informationen interessiert, die Monsanto über Unterschiede zwischen Wirkstoff und Pestizidmischung habe, heißt es darin.

The Guardian wirft die Frage auf, ob Monsanto selbst jemals die Giftigkeit der fertigen Mischungen untersucht hat und verweist auf interne MonsantoEmails aus den Jahren 2003 und 2010. In ihnen schrieben Mitarbeiter des Konzerns, dass fertige Pestizide nicht auf ihre krebserzeugende Wirkung hin überprüft worden seien.

Die Ergebnisse des NTP könnten auch Folgen für die Neuzulassung glyphosathaltiger Pestizide in Deutschland haben. Nachdem die EU den Wirkstoff Gyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen hat, muss nun das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheiden, ob es 36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt. Das BVL selbst schreibt, dass ein Antragsteller mit dem Zulassungsantrag für ein Pflanzenschutzmittel alle Einzelheiten der Rezeptur mitteilen müsse. Bei der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels werde auch geprüft, ob Beistoffe wie Lösungsmittel, Emulgatoren, Trägerstoffe, Farbstoffe oder Treibgase bedenklich hinsichtlich der Gesundheit oder Umwelt seien. „Grundlage für die Bewertung sind zunächst die vorhandenen Daten und Informationen“. Weiterhin müssten bestimmte toxikologische und ökotoxikologische Studien mit dem Pflanzenschutzmittel durchgeführt werden. „Wenn Fragen offen bleiben, können die Behörden auch gezielt bestimmte Studien mit einzelnen Beistoffen verlangen.“ Bereits Anfang des Jahres hatte eine französische Studie gezeigt, dass glyphosathaltige Pestizide giftiger auf Zellen wirkten als Glyphosat alleine. [lf]

****************************************************************************

Wie enstehen RESISTENZEN?!

aus dem TEXT:.Das zusätzlich in den Pflanzen gebildete Enzym (abgekürzt EPSPS) führt nach den neuen Forschungsergebnissen nicht nur dazu, dass die Pflanzen gegenüber Glyphosat resistent werden. Es greift auch in den Stoffwechsel der Pflanzen ein, der Wachstum und Fruchtbarkeit steuert….

…. Manche Unkrautarten verfügen „natürlicherweise“ über Gene, die das „EPSPS“Enzym bilden können. Doch die Aktivität dieser Gene ist normalerweise zu schwach, um die Unkräuter vor dem „Einsatz von Glyphosat zu schützen“. Einige dieser Unkrautarten passen sich aber sehr erfolgreich an den Gebrauch von Glyphosat an: Sie können die „Aktivität“ der betreffenden „Genabschnitte erhöhen“ und so die Wirkung ihrer „EPSPS“Enzyme erhöhen. Man spricht von „epigenetischer“ Anpassung. Die Nachkommen der Unkräuter sind dann oft gegen den „Einsatz des Herbizids geschützt“. Die neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Unkräuter auf diesem Weg zusätzlich eine „höhere biologische Fitness erlangen“. Der großflächige Anbau der GentechnikPflanzen führt demnach dazu, dass Superunkräuter entstehen, die sich schneller auf den Äckern ausbreiten als je zuvor…

 

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-forschungsergebnisse-zeigen-umweltrisiken-von-gentechnik-pflanzen-wurden

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Umweltrisiken von Gentechnik-Pflanzen wurden unterschätzt

Pflanzen, die mittels Gentechnik gegen Glyphosat resistent gemacht sind, haben ein überraschend hohes Potential für unkontrollierte Ausbreitung
Freitag, 6. April 2018

Aktuelle Forschungsergebnisse aus China zeigen eine neue Dimension der Umweltrisiken gentechnisch veränderter Pflanzen: Die zusätzlich in die Pflanzen eingebauten Gene können das Risiko für deren Ausbreitung in der Umwelt wesentlich erhöhen. Das wurde jetzt bei Gentechnik-Pflanzen nachgewiesen, die gegen das Spritzmittel Glyphosat resistent gemacht sind. Kreuzen sich die Gentechnik-Pflanzen mit natürlichen Populationen, haben die Nachkommen einen deutlichen Überlebensvorteil und können die transgene DNA wesentlich schneller verbreiten als bisher angenommen. Die neuen Untersuchungen zeigen, dass dieses Umweltrisiko einzig vom zusätzlich eingefügten Gen abhängig ist, nicht aber, wie bisher angenommen, vom Einsatz von Glyphosat. Durch Stressbedingungen wie Hitze und Trockenheit kann sich der Effekt noch verstärken.

Gentechnisch veränderte Pflanzen mit einer Resistenz gegenüber Glyphosat werden seit über 20 Jahren kommerziell angebaut und sind weltweit die am häufigsten verwendeten GentechnikSaaten. Trotzdem wurde deren erhöhtes Potential für eine unkontrollierte Ausbreitung bisher in keinem der offiziellen Zulassungsverfahren eingehend untersucht.

Hinweise auf ein erhöhtes Ausbreitungspotential transgener Pflanzen hatten sich bereits in früheren Untersuchungen gezeigt: Insbesondere GentechnikRaps und –Reis schafften es bereits mehrfach, ihre Gene in natürlichen Populationen zu verbreiten. Entgegen den Erwartungen konnten die daraus entstandenen Nachkommen oft in der Umwelt überdauern und sich weiter vermehren. Darauf hatte Testbiotech bereits mehrfach hingewiesen.

Dennoch hatten die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die Gentechnik-Industrie stets behauptet, dass das zusätzliche Gen keinen Überlebensvorteil für die Pflanzen bieten würde, wenn diese nicht zusätzlich mit Glyphosat behandelt werden. Die Forscher aus China weisen jetzt ausdrücklich darauf hin, dass das Risiko auch dann gegeben ist, wenn kein Glyphosat zum Einsatz kommt. Sie fordern auch weitere Untersuchungen unter Einbeziehung der Nachkommen der transgenen Pflanzen, um die Umweltauswirkungen genauer zu erforschen.

Das zusätzlich in den Pflanzen gebildete Enzym (abgekürzt EPSPS) führt nach den neuen Forschungsergebnissen nicht nur dazu, dass die Pflanzen gegenüber Glyphosat resistent werden. Es greift auch in den Stoffwechsel der Pflanzen ein, der Wachstum und Fruchtbarkeit steuert. Das kann dazu führen, dass Nachkommen der Pflanzen mehr Samen bilden und resistenter gegen Umweltstress sind. Als mögliche Ursache für die beobachteten Effekte nennen die chinesischen Forscher eine vermehrte Bildung des Hormons Auxin in den GentechnikPflanzen. Dieses pflanzliche Hormon ist an der Regulation für Wachstum, Fruchtbarkeit und die Anpassung an Umweltstress beteiligt.

Interessanterweise können Stressfaktoren wie Hitze und Trockenheit diese Tendenz zur unkontrollierten Ausbreitung verstärken. Testbiotech fordert bereits seit Jahren, dass Gentechnik-Pflanzen einer Art Stresstest ausgesetzt werden müssten, um herauszufinden, wie die Pflanzen auf veränderte Umweltbedingungen reagieren, wie diese durch den Klimawandel verursacht werden. Auch hier bestritt die EFSA die Notwendigkeit für eingehende Untersuchungen bisher stets.
„Es zeigt sich, dass es auch nach über 20 Jahren kommerziellen Anbaus von GentechnikPflanzen viel Nichtwissen über deren tatsächliche Umweltrisiken gibt. Jetzt muss die Vorsorge gegen unkontrollierte Ausbreitung erheblich gestärkt werden“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Gentechnisch veränderte Organismen, deren Ausbreitung nicht ausreichend kontrolliert werden kann, dürfen auch nicht freigesetzt werden.“

Es gibt weitere Aspekte, die für die Bekämpfung von Unkräutern sehr wichtig werden können: Manche Unkrautarten verfügen natürlicherweise über Gene, die das EPSPSEnzym bilden können. Doch die Aktivität dieser Gene ist normalerweise zu schwach, um die Unkräuter vor dem Einsatz von Glyphosat zu schützen. Einige dieser Unkrautarten passen sich aber sehr erfolgreich an den Gebrauch von Glyphosat an: Sie können die Aktivität der betreffenden Genabschnitte erhöhen und so die Wirkung ihrer EPSPSEnzyme erhöhen. Man spricht von epigenetischer Anpassung. Die Nachkommen der Unkräuter sind dann oft gegen den Einsatz des Herbizids geschützt. Die neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Unkräuter auf diesem Weg zusätzlich eine höhere biologische Fitness erlangen. Der großflächige Anbau der GentechnikPflanzen führt demnach dazu, dass Superunkräuter entstehen, die sich schneller auf den Äckern ausbreiten als je zuvor. Dass diese Sorge berechtigt ist, zeigt eine weitere, noch aktuellere Studie aus den USA. In jedem Fall sind bereits große Anteile der Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen von diesen herbizidresistenten Unkräutern betroffen.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

*****************************************************************************

 

siehe auch „Gefährlich Mahlzeiten“ – „PLASTIK-PLANET“

„EPI-GENETIK“

„Gefährliche Mahlzeiten“ –  Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst Doku über Erbgut – Teil 1

*******************************************************************************

„Gefährliche Mahlzeiten“ –  Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst Doku über Erbgut –  Teil 2

Bisphenol A

**************************************************************************

 

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/02/genetik-dna-code-vererbung-jean-baptiste-de-lamarck/komplettansicht

Genetik: Gibt es Vererbung ohne DNA-Code?

Lebewesen vererben Eigenschaften, die sie mit der Zeit erwarben, glaubte einst Lamarck. Obwohl Darwin das bald widerlegte, gibt ihm die moderne Biologie teilweise recht.
Genetik: Ein DNA-Test im Labor. Was wir sind, steht in unseren Genen – so sind wir heute überzeugt. Aber kann ein Mensch auch Eigenschaften vererben, die nicht von Geburt an in seinem Erbgut verankert sind?
Ein DNA-Test im Labor. Was wir sind, steht in unseren Genen – so sind wir heute überzeugt. Aber kann ein Mensch auch Eigenschaften vererben, die nicht von Geburt an in seinem Erbgut verankert sind? © Cultura RF/Getty Images

Manches Wissen wächst in verdammt hoch gelegenen Gebieten. Trotzdem sollte man sich hin und wieder dorthin aufmachen, auch wenn es richtig anstrengend wird. Willkommen auf dem Pfad der Epigenetik.

Basislager

Gehen Sie erst los, wenn Sie die folgenden Grundlagen in Ihren Rucksack gepackt haben.

„Jetzt lernen wir die Sprache, mit der Gott das Leben erschuf!“ Das sagte Bill Clinton im Jahr 2000, als er im Weißen Haus die erfolgreiche Sequenzierung des menschlichen Genoms verkündete. Knapp ein halbes Jahrhundert zuvor hatten James Watson und Francis Crick die Buchstaben des DNACodes entdeckt. Nun hatten Wissenschaftler diese Buchstaben zu einem Text verbunden, in dem jedes Gen des menschlichen Organismus verzeichnet war. Doch mit dem Fortschritt in der Sequenzierungstechnik häuften sich die Hinweise darauf, dass der DNA-Code nicht alles sein kann.

Eineiige Zwillinge zum Beispiel sind genetisch identisch – warum erkrankt der eine an Alzheimer, der andere nicht? Wenn sich eine Raupe zum Schmetterling entwickelt, ändert sich nichts an ihrem Erbgut, und doch könnten die beiden Lebewesen kaum unterschiedlicher sein. Und obwohl jede Zelle des menschlichen Körpers dasselbe Genmaterial enthält, sieht eine Leberzelle ganz anders aus als eine Nierenzelle.

Die Erklärung: Die Gene sind nur die Hardware. Was die Zellen voneinander unterscheidet, ist die Software – chemische Schalter, zum Beispiel MethylGruppen (H₃C), die an der DNA hängen und Gene ein– und ausschalten. Die Forscher sprechen von „Methylierung“. Durch diese sogenannten epigenetischen Markierungen und bestimmte Steuerproteine wissen Zellen, was sie zu tun und zu lassen haben. Das Besondere daran ist, dass die Markierungen im Gegensatz zu den Genen veränderbar sind. Mit ihrer Hilfe können sich Zellen einer sich wandelnden Umwelt anpassen.

Schon im 19. Jahrhundert behauptete der französische Zoologe Jean-Baptiste de Lamarck, Lebewesen könnten sich ihrer Umwelt anpassen und diese erworbenen Merkmale an ihre Nachfahren weitergeben. Das berühmteste Beispiel ist die Giraffe, deren Hals sich verlängert, um hohe Blätter zu erreichen. Diese Behauptung steht im krassen Gegensatz zur Maxime der Darwinschen Evolutionstheorie, derzufolge nur angeborene Merkmale vererbt werden können. Als Forscher vor einigen Jahren zum ersten Mal feststellten, dass epigenetische Veränderungen über mehrere Generationen hinweg nachweisbar waren, stellten sie sich verblüfft die Frage: Hatte Lamarck womöglich doch recht?

Erster Anstieg

Los geht’s! Auf leichten Anhöhen begegnen Sie Erkenntnissen, die Sie ins Schwitzen bringen können.

Der Aufstieg führt zunächst durch ein seichtes Tal – mehrere Wege winden sich den Hang hinab. Welchen nehmen wir? Genau dieses Bild hatte der Genetiker Conrad Waddington vor Augen, als er 1942 den Begriff Epigenetik prägte (von epigenesis, griechisch für „nachträgliche Entstehung“): das Bild einer Kugel, die einen zerfurchten Hang hinunterrollt. Die Richtung der Entwicklung ist vorgegeben – nach unten – aber je nachdem, welchen der kleinen Wege sie zufällig hinunterkullert, fällt das Ergebnis anders aus. Von der Struktur der DNA, geschweige denn von chemischen Schaltern wusste Waddington aber noch nichts.

Zeitgleich sorgten die Nazis und die Natur für verheerende Bedingungen, die der Epigenetik Jahrzehnte später einige Aufmerksamkeit bescheren würden: den niederländischen Hungerwinter 1944/45. Mehrere Monate lang lebten die Niederländer aufgrund eines LebensmittelEmbargos durch die deutschen Besatzer von weniger als 700 Kalorien pro Tag. 22.000 Menschen verhungerten. Dass Frauen, die in dieser Zeit schwanger waren, eher kleine Kinder zur Welt brachten, ist nicht verwunderlich. Diese Kinder aber litten im Erwachsenenalter besonders häufig an Übergewicht und Diabetes. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, konnten Wissenschaftler mittlerweile molekularbiologisch aufklären. Der Kölner Kinderarzt Jörg Dötsch erforscht diese perinatale Programmierung. Die zentrale Frage: Wie verändern die Bedingungen der Schwangerschaft das Epigenom des ungeborenen Kindes?

 

Antwort: Die Mangelernährung verursacht eine geänderte Methylierung des IGF2Gens (das Kürzel steht für InsulinlikeGrowthFactor2), das das Wachstum des Kindes steuert. Das epigenetisch veränderte IGF2Gen bewirkt, dass die Kinder klein bleiben und so auch weniger Energie benötigen. Manchmal ist eine solche Anpassung evolutionär von Vorteil, etwa wenn ein Kind tatsächlich in eine hungernde Welt hineingeboren wird. Im Hungerwinter aber war das nicht der Fall: Bald nach Ende des Kriegs gab es wieder ausreichend Nahrung. Das Epigenom der Hungerwinter-Kinder aber hatte sie darauf gepolt, Nährstoffe optimal auszuschlachten: Ein Teil der untergewichtigen Kinder wuchs zu übergewichtigen Erwachsenen heran.

Die Erkenntnisse aus dem Winter 1944/45 haben mittlerweile Einzug in die medizinische Praxis gehalten. Früher wurden Kinder, die zu klein zur Welt kamen, mit kalorienreicher Nahrung hochgepäppelt. Heute wissen Mediziner, dass untergewichtige Kinder mit zu vielen Kalorien überfordert sind und bestimmte Krankheiten dadurch eher gefördert werden. In seltenen Fällen werden Kinder sogar früher entbunden, auch, um epigenetische Fehlprägungen zu vermeiden, wenn sie zum Beispiel aufgrund einer Störung des Mutterkuchens im Mutterleib zu wenig Nährstoffe erhalten.

Im Laufe der Zeit entdeckten die Forscher aber etwas noch Seltsameres: Nicht nur die Kinder der hungernden Schwangeren, sondern sogar deren Enkel waren häufiger dick und zuckerkrank.

Epigenetische Medikamente

Am Steilhang

Atmen Sie tief durch: Es ist alles ganz anders, als Sie dachten – aber Sie schaffen das.

Die letzte Etappe war abwechslungsreich, doch jetzt wird der Aufstieg knifflig. Eigentlich ist die Vererbung epigenetischer Merkmale doch gar nicht möglich. Nachdem Spermium und Eizelle bei der Befruchtung miteinander verschmelzen, fährt gleich zweimal ein Löschprogramm über die Festplatte der Zellen. Fast alle epigenetischen Markierungen werden ausradiert. Tabula rasa, alles auf Anfang. Wie also schaffen es erworbene Merkmale in die nächste Generation?

Die Schweizer Epigenetikerin Isabelle Mansuy fand eine mögliche Erklärung. Sie löste in jungen Mäusen eine Art Depression aus, indem sie sie von ihren Müttern trennte. Die Symptome waren auch in der darauf folgenden Generation zu sehen – selbst dann, wenn frühkindlich traumatisierte Männchen mit gesunden Weibchen gepaart wurden. Im Sperma der gestressten Männchen entdeckte die Forscherin kurze RNA-Abschnitte, sogenannte small non-coding RNA (sncRNA). Als sie diese in befruchtete Eizellen gesunder Mäuse einpflanzte, zeigten auch diese Nachkommen ein depressives Verhalten. Wie genau die übertragene sncRNA die Aktivität der Gene beeinflusst, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Im Jahr 2016 erschien dann eine weitere Studie, die die Diskussion um Vererbung befeuerte. New Yorker Wissenschaftler hatten das Epigenom von 32 Holocaust-Überlebenden und 22 ihrer Kinder untersucht. Es stellte sich heraus, dass das Stress-Gen FKB5, das an der Regulierung des Cortisol-Haushalts und der Stressantwort beteiligt ist, bei Eltern wie Kindern fehlerhaft methyliert war. Selbst Traumata, die noch vor der Empfängnis eines Kindes stattfinden, schlussfolgerten die Wissenschaftler, würden an die Nachkommen vererbt.

Streng genommen handelt es sich allerdings nur dann um eine echte Vererbung, wenn es eine epigenetische Markierung bis in die vierte Generation schafft. Denn wenn eine Schwangere eine bestimmte Situation erlebt, zum Beispiel Hunger, so ist das Kind im Mutterleib ihr ebenfalls indirekt ausgesetzt. Handelt es sich um einen weiblichen Fetus, so reifen in ihm bereits die Keimzellen der dritten Generation heran. Im Jahr 2013 versuchten Forscher um Michael Skinner, diese Vererbung in Nagern nachzuweisen. Nachdem sie trächtige Mäuse mit Pestiziden behandelt hatten, beobachteten sie tatsächlich eine veränderte Methylierung der DNA bis in die vierte Generation. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Daten nur teilweise reproduzierbar waren. Lamarcks Evolutionstheorie kann – zumindest noch – nicht bestätigt werden.

Hier kommen wir also erst mal nicht weiter. Der Weg ist von dichtem Gestrüpp überwuchert, und wir kehren zur letzten Weggabelung zurück. Ein anderer Pfad sieht verlockend aus: Epigenetische Merkmale sind variabel. Können sie gezielt beeinflusst werden?

Die holländischen Kinder, deren Mütter im Winter 1944/45 hungerten, kämpften anschließend nicht nur mit Übergewicht und Diabetes, sie waren auch anfälliger für Drogensucht. Und im Gehirn von Menschen, die als Kinder missbraucht worden waren und sich das Leben nahmen, fand sich eine veränderte Methylierung im Bereich des Glukokortikoid-Rezeptor-Gens, das an der Stressantwort beteiligt ist. Epigenetische Veränderungen scheinen also auch die Psyche zu beeinflussen.

 

Das brachte die Freiburger Psychiaterin Katharina Domschke auf eine Idee: Sie untersuchte Menschen mit einer Panikstörung und fand heraus, dass das Enzym Monoaminoxidase A aufgrund einer veränderten Epigenetik vermehrt produziert wird. Die Monoaminoxidase A baut das als „Wohlfühlhormon“ bekannte Serotonin ab, das bei der Panikstörung oft nur in geringer Menge vorhanden ist. So weit, so bekannt. Erstaunlich war, was als nächstes passierte. In einem Folgeversuch beobachtete sie, dass die Patienten, die auf eine Psychotherapie ansprachen, sich epigenetisch den gesunden Teilnehmern anglichen. Als sich die erkrankte Psyche mithilfe der Therapie verbesserte, normalisierten sich die epigenetischen Markierungen.

Inzwischen gibt es Medikamente, die direkt auf epigenetische Merkmale einwirken. Der 76-jährigen Romy Hummel retteten sie das Leben. Die ältere Dame war eines Tages in ihrem Garten umgekippt. Im Krankenhaus fanden Ärzte in ihrem Blut auffallend viele unreife weiße Blutkörperchen. Diagnose: Akute Myeloische Leukämie (AML). Nur 30 Prozent der Patienten überleben die ersten fünf Jahre dieser Blutkrebs-Art. Zu allem Unglück fand sich kein passender Spender für die Stammzelltransplantation, die die Ärzte als Therapie vorschlugen. Stattdessen nahm sie an einer Studie der Uni-Klinik Freiburg teil, in der der Onkologe Michael Lübbert ein epigenetisches Medikament testete.

Der dabei eingesetzte Wirkstoff Decitabine blockiert sogenannte DNA-Methyltransferasen – Enzyme, die Methyl-Gruppen an die DNA hängen. Dabei wirkt eine verstärkte Methylierung wie ein Ausschalter auf die Gene, gering methylierte Gene werden hingegen angeknipst. In vielen Krebsarten zeigen Tumorsuppressoren, (Gene, die Krebs verhindern sollen) eine zu starke Methylierung. Onkogene wiederum (Gene, die Krebs begünstigen) sind meist zu wenig methyliert. In Lübberts Fachgebiet, Blutkrebs, zeigen epigenetische Wirkstoffe derzeit ihre größte Wirkung.

Warum? Während traditionelle Chemotherapien alle Zellen angreifen, die sich schnell teilen, und damit auch gesundes Gewebe zerstören, beeinflussen epigenetische Medikamente idealerweise nur diejenigen Zellen, die durch Methylierung auf Amoklauf programmiert sind. Romy Hummel sprach positiv auf die epigenetische Therapie an: Die Krebszellen sind vollständig aus ihrem Blut verschwunden.

„Medizin 4.0“

So viel Glück haben jedoch nicht alle Patienten. Wenn Menschen besonders gut auf die epigenetische Therapie reagieren, finden sich als Ursache immer wieder molekulare Besonderheiten. Patienten zum Beispiel, deren Krebszellen bestimmte Veränderungen an den Chromosomen tragen, könnten regelmäßig durch epigenetische Medikamente von Krebszellen befreit werden. Dieser Effekt hält zwar nur kurzfristig an, aber er gibt den Medizinern genug Zeit, die Patienten einer Stammzelltransplantation als entscheidendem Heilungsansatz zu unterziehen. Gut ein Drittel der älteren AML- Patienten trägt solche chromosomalen Veränderungen.

Ärzte entdecken immer mehr dieser „Biomarker“ im Blut. Der spanische Epigenetiker Manuel Esteller verglich das Epigenom eines Neugeborenen, eines 26-Jährigen und eines Greises von 103 Jahren. Es zeigte sich ein deutlicher Trend: Je älter die Versuchsperson, desto weniger DNA-Methylierung haben ihre Gene. Mit dem Alter verändert sich das Epigenom des Menschen. Das macht sich der amerikanische Bioinformatiker Steve Horvath zunutze: Er beobachtet typische molekulare Veränderungen an der DNA, um das Alter von Zellen zu bestimmen, gewissermaßen als epigenetische Uhr. 2016 entdeckte er nach einer Langzeitstudie mit über 2.000 Frauen, die besonders häufig an Lungenkrebs erkrankten, dass deren Zellen epigenetisch vorgealtert waren.

Sogar den Tod will Horvath nun voraussagen können. In einer weiteren Studie verglich er das epigenetische mit dem tatsächlichen Alter von mehreren Tausend Männern und Frauen unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Erstaunlich genau konnten die Forscher dadurch die durchschnittliche Lebensdauer der Teilnehmer berechnen. Langfristig hoffen die Wissenschaftler, die epigenetische Uhr nicht nur zu verstehen, sondern auch deren Zeiger zurückdrehen zu können.

Die Entdeckung solcher Biomarker hat auch ihre Schattenseiten: Wenn zukünftig standardmäßig getestet werden kann, ob ein Mensch epigenetisch voraltert, könnten Versicherungsfirmen diese Information nutzen, um die Prämie zu erhöhen. Und was, wenn Mediziner bald epigenetisch feststellen können, ob jemand raucht, Drogen nimmt oder wann er sterben wird?

Auf zum Gipfel

Jetzt wird es zugig: Diese Theorie müssen Sie meistern, um auf der Höhe der Zeit anzukommen.

Bereits in den 1990er Jahren entdeckten Gedächtnisforscher, dass beim Abspeichern von Erinnerungen Gene an- und abgeschaltet werden. Diesmal nicht mit Methyl-, sondern mit Azetyl-Gruppen. Diese Moleküle hängen sich an Proteine, auf die die DNA wie auf eine Spule aufgewickelt ist, sogenannte Histone. Histonveränderungen sind neben der DNA-Methylierung der zweite wichtige epigenetische Mechanismus zur Kontrolle der Genaktivität.

Hemmt man nun bei Mäusen mit Medikamenten diejenigen Enzyme, die Azetyl-Gruppen an die Histone anhängen, verlieren die Nager ihr Gedächtnis. Der Neurobiologe André Fischer, der am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Göttingen die Alzheimer-Demenz erforscht, machte die Gegenprobe. Er behandelte gesunde Mäuse und solche, deren Gehirne denen von Alzheimer-Patienten ähneln, mit Vorinostat. Dieses Medikament verstärkt die Azetylierung von Histonen. Und siehe da: Die Gedächtnisleistung der Alzheimer-Mäuse verbesserte sich. Die Göttinger Forscher haben nun die erste Studie am Menschen begonnen, die die Effekte von Vorinostat bei Alzheimer-Patienten untersucht.

Die Behandlung setzt allerdings nicht an der Ursache der Krankheit an, dafür kommt sie viel zu spät. Denn die Alzheimer-Erkrankung beginnt gut 30 Jahre bevor Patienten die ersten Symptome zeigen. Aber auch hier könnte die Epigenetik helfen: indem sie Anzeichen der Alzheimer-Demenz erkennt, lange bevor Symptome auftreten. So entdeckte Fischers Arbeitsgruppe bereits in der Frühphase der Erkrankung epigenetische Veränderungen in betroffenen Nervenzellen.

Epigenetische Merkmale könnten in Zukunft also als Biomarker genutzt werden – „Medizin 4.0“ nennt Fischer diese Vision. Mithilfe dieser Biomarker könnten Ärzte dann erstens genauer einschätzen, ob ein Patient an Alzheimer oder Krebs erkrankt. Und zweitens könnten diese Krankheiten mithilfe individualisierter epigenetischer Therapien verhindert werden, bevor sie überhaupt entstehen. Das ist die Idee.

Fischer geht noch einen Schritt weiter. Er sagt: „Eigentlich sollten werdende Eltern schon vor der Empfängnis des Kindes schützende epigenetische Faktoren sammeln.“ Zum Beispiel, indem sie sich gesund ernähren und Sport treiben. Diesen Ratschlag hört man heute in Dauerschleife, aber die Epigenetik liefert eine neue Begründung: Schwedische Forscher fanden heraus, dass Ausdauertraining das Epigenom des Muskels verbessert. Dafür ließen sie Probanden über sechs Monate auf einem Fahrradergometer trainieren. Allerdings nur einbeinig. Das untrainierte Bein diente als Kontrolle. In den trainierten Muskeln änderte sich die Methylierung von über 4.000 Genen, viele davon verantwortlich für Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Ein australisches Team bescheinigte auch Yoga-Übungen positive epigenetische Effekte auf Entzündungsbotenstoffe im Körper. Epigenetische Optimierung schon vor der Geburt, geht das zu weit?

Selbst im Tod lässt uns die Epigenetik nicht in Ruhe. Denn einige Gene erwachen erst dann zum Leben, wenn das Herz zu schlagen aufgehört hat. Diese ZombieGene kehren nur zurück, weil etwas anderes im Tod verloren geht: epigenetische Gruppen, die die Gene bis dahin ausgeschaltet hielten. Welche Aufgabe haben diese Gene? Diese Antwort gibt der umwölkte Gipfel derzeit noch nicht preis.

*********************************************************************************************

tube.com/watch?v=-ufRz9UvGO4

Epigenetik – nicht die Gene steuern uns – wir steuern unsere Gene

*****************************************************************************

utube.com/watch?v=yQ1QB_gGadM

Prof. Dr. Jörg Spitz – Autoimmungerkrankungen und die 2. Evolution des Menschen

****************************************************************************

be.com/watch?v=8MbpuxMZNik

Dr. Dietrich Klinghardt – Epigenetik/Transgenerationales Trauma/Pränatales Trauma

*****************************************************************************

 

/watch?v=pVr5PywldOA

Dr. Dietrich Klinghardt – Vortrag/Lecture Deutsch/English

*****************************************************************************

https://www.spektrum.de/news/was-reguliert-die-epigenetische-regulation/1563834?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_content=news&utm_campaign=ZON_KOOP

Immer wenn Biologen eine komplizierte Frage gelöst haben, wird es komplizierter: Sie kennen nun zwar die Epigenetik, verstehen sie aber noch nicht wirklich.
Veränderte epigenetische Modifikationen bringen die Genregulation durcheinander

Fragen der Genregulation – wer schaltet welche Gene wann an und wieder aus? – sind kompliziert genug, nicht einfacher wird es dann aber zu erklären, wer oder was denn eigentlich die Genregulatoren reguliert. Forscher freuen sich daher seit einigen Jahren überhaupt erklären zu können, wie »epigenetische«, also »jenseits der Gen-Ebene« wirkende Mechanismen die Aktivität von Genen beeinflussen. Ein Beispiel für die Epigenetik ist etwa die DNA-Methylierung, die bestimmte Genbereiche mehr oder weniger stark aktiv werden lässt. Dabei blieb die nahe liegende nächste komplizierte Frage bis dato offen: Wer sagt nun wieder den Regulatoren der Genregulation, wie und wo sie tätig werden sollen? Diesem Problemen haben sich Forscher um Julie Law vom Salk Institute angenommen, die nun ein erstes Zwischenfazit im Fachmagazin »Nature Genetics« ziehen.

Stärker methylierte DNA-Abschnitte werden weniger häufig abgelesen, welche Genbereiche aber methyliert und damit inaktiver sind, kann dabei von Gewebe zu Gewebe oder in unterschiedlichen Lebensaltern eines Organismus verschieden sein. Bekannt war, dass der Hauptakteur der Zelle bei der Methylierung der DNA, die Polymerase IV, Einsatzbefehle in Form von kurzen siRNA-Molekülen bekommt: Diese beinhalten eine kurze Sequenz, die das Polymerase-Molekül zum Zielort leitet, an dem die DNA-Basen methyliert werden sollen. An Arabidopsis-thaliana-Pflanzen, der Versuchsmaus der Botaniker, haben Law und Kollegen nun untersucht, welche Mechanismen diesen Prozess zum richtigen Zeitpunkt anstoßen.

Im Verdacht hatten die Forscher ein Set von Regulationsproteinen, die Experten als Mitglieder der »CLASSY«-Genfamilie kennen: Alle wirken sie auf die Polymerase IV. Laws Team schaltete nun jeweils unterschiedliche CLASSY-Proteine aus und beobachtete, welche Auswirkungen dies auf das Methylierungsmuster des Genoms hatte. Dabei zeigte sich, dass je nach CLASSY-Proteinausfall unterschiedliche siRNA-Signale verloren gingen – und dann jeweils ein Teil des gesamten Genoms nicht mehr methyliert wurde. Das Ausschalten aller CLASSY-Regulatoren sorgte dafür, dass jegliche Methylierung genomweit ausfiel.

Auch schon ein Teilausfall der CLASSY-Familie hatte aber deutliche Konsequenzen für die Pflanzen, bei denen plötzlich höhere Aktivitäten in sonst inaktiven DNA-Abschnitten stattfanden. Die nächsten Schritte sind nun erst einmal weitere Forschung: Mit der Bestätigung, dass CLASSY-Proteine Regulatoren der epigenetischen Regulatoren sind, ist alleine noch nichts Praktisches anzufangen. In mittelfristiger Zukunft hoffen die Forscher aber einmal epigenetische Defekte besser beheben zu können, die bei Nutzpflanzen etwa Erträge minimieren. An eine medizinische Anwendung beim Menschen liegt dagegen in noch weiter Ferne – immerhin aber unterscheiden sich die epigenetischen Regulationsprozesse bei Pflanzen und Menschen überraschend wenig.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gentechnisch-veraenderte-lebensmittel-herr-weigel-fuehrt-die-gruenen-vor-a-1205755.html

Deutscher Max-Planck-Forscher

Warum dieser Biologe nichts gegen genveränderte Pflanzen hat

Genveränderte Pflanzen machen vielen Verbrauchern Angst. Eine ganz andere Position vertritt der Forscher Detlef Weigel. Er sagt: „Bio“ kann die Welt nicht retten, und Europa wird bald in großem Stil Gentechnikpflanzen anbauen.
© Theresa Lettner

Ein Interview von Julia Merlot

Samstag, 12.05.2018 13:05 Uhr

Detlef Weigel gehört zu den wenigen renommierten deutschen Forschern, die sich lautstark in öffentliche Diskussionen einmischen. Der Biologe ist Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach auf Twitter mit Grünen-Politikern angelegt.
Zur Person

Jörg Abendroth/ Max-Planck-Institut
Detlef Weigel ist Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen sowie Professor am Salk Institute in La Jolla (Kalifornien) und an der Universität Tübingen. Er erforscht, wie Gene die Eigenschaften von Pflanzen steuern.  <<<(falscher ANSATZ?! oder UN-WISSEND?! – siehe „EPI-GENETIK“ – oder  WER (SOFT-WARE)  STEUERT die GENE (HARD-WARE)???!!!)>>>

Es geht um die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland und um die Lebensmittel, die hier angebaut, verkauft und gegessen werden sollen. Eine neue Technik bringt in diesem Bereich grundlegende Änderungen: Künftig lassen sich manche gentechnisch veränderten Pflanzen nicht mehr von konventionellen Züchtungen unterscheiden. Die Frage ist, ob sie dennoch weiter nach Gentechnikgesetz reguliert werden oder wie herkömmliches Getreide, Obst und Gemüse behandelt werden sollten.

„Verbrauchertäuschung“ oder „Volksverdummung“

Die ehemalige Grünen-Vorsitzende Simone Peter stellte sich auf Twitter gegen die auch als Genome-Editing bezeichnete Technik. Pflanzen, die beispielsweise mit der Genschere Crispr/Cas9 so verändert wurden, dass sie Züchtungen gleichen, müssten weiter als gentechnisch verändert gekennzeichnet und entsprechend streng reguliert beziehungsweise verboten werden, schrieb sie. Alles andere sei „grobe Verbrauchertäuschung“.

Forscher Weigel konterte den Tweet in ähnlichem Sprachduktus und forderte, die Pflanzen gesetzlich mit Zuchtexemplaren gleichzusetzen. Alles andere sei „grobe Volksverdummung“. In den USA gelten die Pflanzen bereits nicht mehr als gentechnisch verändert. In Europa wird bald der Europäische Gerichtshof darüber entscheiden.

Später griff Weigel einen Tweet der ehemaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast an, die vermeldet hatte, niemand könne garantieren, dass mit der Gentechnikmethode Pestizide überflüssig gemacht werden könnten. Außerdem warf er den Grünen generell eine unwissenschaftliche Argumentationsweise im Hinblick auf das Thema Gentechnik vor.

Wir haben mit Weigel über seine Streitlust gesprochen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Weigel, warum sind Sie so sauer?

Detlef Weigel: Sauer würde ich gar nicht sagen. Ich finde es einfach verstörend, dass die Grünen beim Thema Gentechnik fernab aller wissenschaftlichen Erkenntnisse argumentieren. Beim Klimawandel berufen sie sich auf den wissenschaftlichen Konsens – was ich unterstützte – und betreiben dann bei der Gentechnik reine Prinzipienreiterei.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben das von den Grünen propagierte Verbot von Genome-Editing-Pflanzen in Europa als „grobe Volksverdummung“ bezeichnet. Warum?

Weigel: Beim Genome-Editing aktivieren oder deaktivieren wir Gene in Pflanzen, indem wir einzelne Basen verändern. Das passiert von Natur aus jeden Tag milliardenfach auf deutschen Feldern. Ein Beispiel: Auf einem ein Hektar großen Weizenfeld gibt es im Jahr 20 Milliarden solcher Mutationen. Das Getreide verarbeiten wir trotzdem.

Züchter vermehren solche zufällig mutierten Pflanzen, wenn sie gewünschte Eigenschaften haben. Forscher können die Genveränderungen gezielt einbauen. Am Ende gibt es keinen Unterschied zwischen den Zuchtexemplaren und den gezielt veränderten Pflanzen. Es wäre daher unsinnig, ihn vor dem Gesetz zu machen.

SPIEGEL ONLINE: Die Grünen argumentieren, durch Genome-Editing veränderte Nutzpflanzen seien nicht sicher und suggerieren, es gebe bislang unentdeckte Risiken.

Weigel: Die Aussagen sind nachgewiesenermaßen falsch und das wissen die Grünen und andere Lobbyorganisationen auch. Alle großen Wissenschaftsakademien befürworten Gentechnik in der Pflanzenzucht. Sie wird seit über 20 Jahren eingesetzt – in Indien, in China und in Amerika. Hunderte Millionen Menschen haben die Pflanzen in dieser Zeit gegessen und es gibt keine einzige Studie, die einen Schaden belegt. Man muss es ganz klar sagen: Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen sind ungewöhnlich sicher.

SPIEGEL ONLINE: Warum warnen die Grünen dann so vehement davor?

Weigel: Sie befürchten, dass Gentechnik mithilfe des Genome-Editing durch die Hintertür eingeführt werden soll. Wenn genomeditierte Pflanzen in Europa wie jedes andere Getreide, Obst und Gemüse angebaut und gegessen werden, und die Menschen dann merken, dass das nicht so schlimm ist, könnten sie offener gegenüber anderen Gentechnikanwendungen werden. Man darf in der Debatte auch nicht vergessen, dass Organisationen wie Greenpeace, auf die sich die Grünen bei dem Thema gern beziehen, mit Ängsten Geld verdienen.

SPIEGEL ONLINE: In Deutschland gibt es ein großes Insektensterben, Agrarkonzerne diktieren Landwirten die Saatgutpreise, in Argentinien erkranken vermehrt Menschen in landwirtschaftlichen Anbaugebieten an schweren Krankheiten. Halten Sie das alles für Panikmache?

Weigel: In der Debatte geht einiges durcheinander. Beim Insektensterben spielen Monokulturen und der Einsatz von Insektengiften in der Landwirtschaft sicher eine Rolle. Das ist aber was anderes als Gentechnik. Die gibt es auf deutschen Feldern bislang gar nicht und trotzdem schwinden die Insekten.

Dann wird so getan, als würden gentechnisch veränderte Pflanzen den Bauern in Amerika aufgezwungen. Die Leute in den Städten haben oft ein etwas einfaches, wenn nicht gar einfältiges Bild von Landwirten, von denen jedoch viele kluge Geschäftsleute sind. Wenn ihnen das Saatgut keinen Vorteil brächte, würden sie es nicht kaufen.

SPIEGEL ONLINE: Und was ist mit den kranken Menschen in Argentinien?

Weigel: Die genauen Ursachen für ihr Leid kennt man nicht. In dem Land werden aber beispielsweise Spritzmittel eingesetzt, die in Europa seit langem verboten sind, mitunter werden sie mit anderen Stoffen vermischt. Wären gentechnisch veränderte Pflanzen die Ursache, müssten die Probleme überall dort auftreten, wo sie eingesetzt werden. Das ist aber nicht der Fall.

SPIEGEL ONLINE: In den USA haben Unkräuter auf Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel entwickelt. Ist die Gentechnik da auch unschuldig?

Weigel: Da geht es vor allem um gentechnisch veränderte Pflanzen der Firma Monsanto, die resistent sind gegen den Unkrautvernichter Glyphosat. Landwirte können das Spritzmittel mit der Technik über die gesamte Wachstumsperiode hinweg auf die Felder geben. Weil in dem System über viele Jahre hinweg immer das gleiche Mittel verwendet wurde, haben sich die Unkräuter angepasst, Glyphosat wirkt bei ihnen nicht mehr.

Das ist eine natürliche Anpassung, die auch stattfindet, wenn auf Feldern ohne gentechnisch veränderte Pflanzen zu lange die gleichen Pestizide eingesetzt werden. Es gibt auch in Europa glyphosatresistente Unkräuter, obwohl gentechnisch veränderte Pflanzen hier so gut wie gar nicht angebaut werden. Das eigentliche Problem liegt in der einseitigen Anwendung von Glyphosat.

SPIEGEL ONLINE: Sie schreiben dennoch, Sie könnten die allgemeine Gentechnikskepsis in der deutschen Bevölkerung nachvollziehen. Inwiefern?

Weigel: Abseits des Genome-Editings sind mit Gentechnik auch größere Veränderungen in Pflanzen möglich. Es können beispielsweise Gene aus Bakterien auf Pflanzen übertragen werden. Solche artfremden Gentransfers kommen zwar auch natürlich vor, sind aber viel seltener als Mutationen einzelner Basen und durch Züchtung nahezu unmöglich herzustellen. Ich kann verstehen, dass Laien skeptisch werden, wenn sie von solch – in ihren Augen – unnatürlichen Veränderungen hören, auch wenn ich die Ablehnung nicht teile. Es sind auch diese Pflanzen, die seit über 20 Jahren sicher angebaut werden.

SPIEGEL ONLINE: Aber ist Natürlichkeit im Zweifel nicht immer die bessere Alternative?

Weigel: Natur an sich ist erst mal weder gut noch böse. Der Mensch kann sie sich zu Nutze machen, sie kann ihm aber auch schaden. Niemand würde beispielsweise seine Kinder ohne Vorbereitung zum Beerenessen in den Wald schicken. Die meisten Pflanzen sind von Natur aus giftig. In Deutschland bewerten viele Menschen dennoch alles, was natürlich ist, automatisch als harmlos und alles, was künstlich ist, als Gefahr. Greift der Mensch ein, wird das als Manipulation der Schöpfung gesehen. Er spielt Gott. Das ist eine sehr religiöse Sichtweise, die nichts mit realen Risiken zu tun hat.

SPIEGEL ONLINE: In den Neunzigern gab es das große Versprechen, den Welthunger mit Gentechnik zu besiegen. Das hat offensichtlich nicht geklappt.

Weigel: Ich habe nie etwas von solch simplen Versprechen gehalten. Hunger ist ein viel zu komplexes Problem, als dass man es mit einer Technologie allein bekämpfen könnte. Sie kann aber ihren Beitrag leisten. Wenn ein Bauer in Afrika einen bestimmten Prozentsatz seiner Erträge an einen Großgrundbesitzer abgeben muss, wird eine gentechnisch veränderte Nutzpflanze daran nichts ändern. Sie kann aber dafür sorgen, dass er mehr erntet und somit mehr für ihn übrigbleibt.

SPIEGEL ONLINE: Was hat uns Gentechnik bislang gebracht?

Weigel: Wenn man die Technik vernünftig einsetzt, brauchen Landwirte weniger Pestizide und ernten mehr. Das belegen Studien. Wenn Pflanzen höhere Erträge liefern, spart das Fläche. Außerdem hat Baumwolle heute eine viel bessere Qualität als vor 20 Jahren, weil die Fasern der gentechnisch veränderten Pflanzen länger sind. Das erleichtert auch die Ernte.

SPIEGEL ONLINE: Ist Bio nicht die bessere Lösung, wenn es darum geht, Pestizide zu reduzieren?

Weigel: In kleinem Maßstab ist Biolandbau sinnvoll. Bei mir zu Hause im Garten versuche ich auch, möglichst wenig zu spritzen. Global gesehen ist er in Anbetracht der wachsenden Weltbevölkerung aber keine Option. Mit Biolandbau könnte auf der bisher verfügbaren Fläche nur ein Bruchteil der Erträge erwirtschaftet werden. Wir müssten dann vermehrt Wälder roden. Felder müssten intensiv gepflügt werden, was Böden und Bodenorganismen schadet. Und auch der Biolandbau setzt Spritzmittel und Dünger ein, die nicht immer harmlos sind. Er nutzt beispielsweise in großem Maßstab Kupfer, ein anorganisches Schwermetall.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt, als würde Europa ohne Gentechnik untergehen.

Weigel: Nein, eine solch extreme Sichtweise ist ebenfalls Unsinn. Trotzdem ist es mit der Gentechnik in der nachhaltigen Landwirtschaft wie mit Windrädern oder der Photovoltaik bei der Energiewende. Es geht auch ohne – aber auf je mehr Mittel man verzichtet, umso schwieriger wird es. Ich bin auch nicht dafür, blind alle möglichen Gentechnikanwendungen einzuführen. Die Frage ist, was wir wollen.

Mit gentechnisch veränderten Pflanzen lässt sich die Pestizidmenge senken, der Ertrag steigern und Fläche sparen. Wir könnten auch den ursprünglichen Geschmack von Tomaten wiederherstellen, weil wir inzwischen wissen, welche Geschmacksgene bei der Züchtung verloren gegangen sind. Oder alte Apfelsorten robuster machen. All das kann zu einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft mit besseren Produkten beitragen. Die Frage ist, wie ernst wir es damit meinen.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie noch Hoffnung, dass grüne Gentechnik hierzulande angewendet wird?

Weigel: Ich habe akzeptiert, dass die meisten Leute Gentechnik kritisch sehen und sie nicht auf ihren Feldern haben wollen. Ich glaube daher nicht an eine große Gentechnikrevolution. Gleichzeitig hoffe ich sehr, dass der Europäische Gerichtshof dafür sorgen wird, dass genomeditierte Pflanzen, die sich nicht von Züchtungen unterscheiden, auch wie Züchtungen angebaut werden dürfen. Ich gehe davon aus, dass diese Pflanzen schon bald überall auf europäischen Feldern wachsen werden. Wichtig ist, dass es dann keine Verbote in einzelnen Staaten gibt. Noch bin ich da ganz zuversichtlich, auch weil die Menschen heute immer besser informiert sind.

 

************************************************************************

siehe auch „DAS HERZ“ – „Markus Peters“

siehe auch geplantes „GEO-CLIMATE-ENGINEERING“

.com/watch?v=GA3Gvr_ApL0

Wie wir vergiftet werden – Dr. Dietrich Klinghardt

ALUMINIUM – „CHEMTRAILS“

 

********************************************************************************

„Konstantin Meyl“

„Skalar-Wellen“ – „Mikro-Wellen – 2,45 GHz“ – „Mikrowellen-Herd“

*******************************************************************************

„Konstantin Meyl“

ab 11:00 Minuten –  Ist der Mikro-Wellen-Herd dicht? – „Wie gefährlich ist der Mikro-Wellen-Herd?“

Physik – Biologie – „DNA und Zell-Funk“ – „Energie und Information“ – „UV-Licht – Bio-Photonen“ – „UMTS“ – „W-Lan“ – „FELD-PHYSIK“ – ?“Quanten-PHYSIK“?

********************************************************************************

Warnung vor „MEGA-SCHÄDLING“: Der „Baumwoll-Kapselbohrer“ wird immer resistenter //// „Gentechnik-LOBBYisten laufen STURM in der „EU“ //// „Genom-Editing“ – die „Gen-Schere“ – „CRISPR/Cas“

„MONSANTOs – SYSTEM“ ist „AB-GE-STÜRTZT“ – – – ERROR mit „RESISTENZEN“ – – – „GIFT-und MANIPULATIONs- PROGRAMM“ ist eine „FEHL-PROGRAMMIERUNG“

MONSANTO in EUROPA und DEUTSCHLAND: DAS PROBLEM „MONSANTO“ wurde den MENSCHEN von CDU/CSU einge-brockt!!!

„Wie MONSANTO auf GANZER LINIE VERSAGT“ – DICAMBA – RESISTENZ und „SUPER-UNKRÄUTER“ –„SUPERWEEDS“ –  „herbizid-resistente Unkräuter“

SCHÄDLINGs-RESISTENZEN – siehe auch „GIFT-SPRÜH-AKTION“ in BAYERNs EICHEN-WÄLDER

 https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33184/#gsc.tab=0

Warnung vor „Mega-Schädling“: Der „Baumwollkapselbohrer“ wird immer resistenter

07.05.2018

Baumwolle Texas
Baumwolle, hier in Texas, also fast sicher Gentechnik (Foto: Jay Phagan / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Die Baumwollfarmer in Texas und anderen Bundesstaaten im Süden der USA könnten in diesem Jahr große Probleme mit dem Baumwollkapselbohrer bekommen, warnt Insektenforscher David Kern von der texanischen A&M-Universität. Denn der Nachtfalter mit seinen gefräßigen Raupen wird zunehmend immun gegen die Gifte der gentechnisch veränderten (gv-) Baumwollpflanzen.

Die in den USA angebaute gvBaumwolle produziert Bt-Toxine, das sind Insektengifte, die die Raupen der Falter töten. Bt steht für Bacillus thuringiensis, der diese Gifte produziert. Die erste Generation dieser BaumwollPflanzen, etwa Bollguard I von Monsanto, beschränkte sich auf ein Toxin, Cry1Ac genannt. Da immer mehr Kapselbohrer dagegen resistent wurden, brachten Monsanto und die Mitbewerber neue Pflanzen auf den Markt, die zusätzlich Cry 2Toxine produzierten. Insektenforscher Kern stellte nun fest, dass die von ihm untersuchten Populationen des Schädlings in den südlichen Bundesstaaten fast alle gegen das BtToxin Cry1Ac resistent waren.70 bis 75 Prozent dieser Populationen zeigen auch eine Resistenz gegenüber den Cry2 Toxinen”, sagte Kern dem Magazin Cotton Grower. Ebenso von Resistenzen betroffen seien Pflanzen mit den Toxinen Cry1Ac and Cry1F. Laut Kern ist die einzige noch wirksame Variante derzeit das Bt-Toxin Vip3A, das ebenfalls von Monsanto entwickelt und in die neueste Generation von Gentech-Baumwolle (Bollguard III) eingebaut wurde. Doch sei dieses Toxin in gv-Baumwolle weniger effektiv als im gv-Mais. Der Insektenforscher empfiehlt den Landwirten deshalb zu beobachten, ob sich der Schädling in den Feldern breit macht und ihn dann mit Pestiziden zu bekämpfen.

Wissenschaftler der australischen Risikobewertungsbehörde CSIRO warnen, dass auf die Landwirte in den USA (und anderswo) noch eine weit größere Bedrohung zukommen könnte. Denn der in Amerika heimische Kapselbohrer (Helicoverpa zea) kann sich mit der nahe verwandten und in Europa und Asien vorkommenden BaumwollkapselEule (Helicoverpa armigera) paaren. Erste Hybride mit dem Erbgut beider Arten haben die Wissenschaftler in Brasilien gefunden. Helicoverpa armigera sei berüchtigt dafür, dass sie sehr schnell Resistenzen entwickle und diese auch weitergebe. Zudem könne sie weitaus mehr Pflanzenarten schädigen als der Kapselbohrer, heißt es in der Studie der Australier. Wenn sich diese Hybriden als eigene Art etablieren, würde dieser MegaSchädling eine Bedrohung der Ernten in Amerika und darüber hinaus bedeuten. Zwei Drittel der US-Ernte könnten betroffen sein, warnte CSIRO.

Meldungen über Bt-resistente Schädlinge gibt es seit inzwischen zehn Jahren: Sie betreffen nicht nur den Baumwollkapselbohrer, sondern auch andere Arten wie den Baumwollkapselwurm, den Heerwurm oder den Maiswurzelbohrer. Schon vor zwei Jahren verkündeten deshalb Wissenschaftler der Texas A&M Universität das Ende der gentechnisch veränderten BtPflanzen. „CryToxine hatte ihre Berechtigung und sie werden noch eine ganze Weile angewendet werden, aber die Ära der CryToxine scheint dem Ende zuzugehen.“ [lf]

****************************************************************************

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/unabh-ngige-wissenschaft-im-dienst-der-industrie

„Unabhängige Wissenschaft“ im Dienst der Industrie

Wahrheitswidrige Behauptungen zu neuen Gentechnikverfahren
Mittwoch, 2. May 2018

Derzeit laufen die GentechnikLobbyisten Sturm in der EU. Was sie erreichen wollen, kann erhebliche Konsequenzen für Mensch und Umwelt haben: Die Politik soll davon überzeugt werden, dass neue Gentechnikverfahren, bei denen beispielsweise die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, von der bestehenden Gentechnik-Regulierung ausgenommen werden. Sie behaupten, man könne die Veränderungen, die mit Verfahren des sogenannten Genome Editing herbeigeführt werden, nicht von denen der bisherigen Züchtung unterscheiden. Das entspricht nicht der Wahrheit. Trotzdem wird diese falsche Behauptung immer wieder geäußert. Auch der Präsident des deutschen Biologenverbandes VBIO, Bernd Müller-Röber, lobbyiert derzeit mit diesen falschen Argumenten bei Abgeordneten des EU-Parlamentes.

Gerade der VBIO als Dachverband der biowissenschaftlichen Fachgesellschaften, sollte eigentlich politisch, ideologisch und wirtschaftlich unabhängig sein. Dies gilt aber augenscheinlich nicht für seinen Präsidenten, der seit Jahren selbst Patente im Bereich Gentechnik anmeldet – jüngst auch auf dem Gebiet der neuen Gentechnikverfahren. Bernd MüllerRöber scheint somit auch als Lobbyist in eigener Sache zu handeln.

Was MüllerRöber und andere Lobbyisten verschweigen: Wenn das Erbgut von Organismen mit den neuen Gentechnikverfahren verändert wird, unterscheiden sich die Ergebnisse in der Regel deutlich von denen der bisherigen Züchtung. Das trifft auch dann zu, wenn keine neuen Gene eingefügt wurden. Testbiotech hat jetzt einen ersten tabellarischen Überblick zu wichtigen Unterschieden zwischen herkömmlicher Züchtung und Genome Editing veröffentlicht.

Testbiotech tritt für eine Regulierung der neuen Gentechnikverfahren nach dem Gentechnikgesetz ein. Sollten die neuen Verfahren nicht gesetzlich reguliert werden, drohen ähnliche Verhältnisse wie in den USA. Dort wurden bereits zahlreiche GentechnikOrganismen, darunter auch „CRISPRPilze“, ohne Risikoprüfung zugelassen. In der Folge gibt es keine verlässlichen Informationen über deren Risiken und auch keine Möglichkeit, deren Ausbreitung in der Umwelt zu verhindern. Damit fehlt Behörden, Politik, Landwirten und Verbrauchern jegliche Kontrolle und Wahlmöglichkeit.

Auch der Gentechnik-Konzern Monsanto setzt inzwischen verstärkt auf die neuen Gentechnikverfahren. Jüngst gab das US Unternehmen bekannt, dass es über 100 Millionen US-Dollar in ein Startup mit dem Namen Pairwise investiert, das entsprechende Anwendungen in der Landwirtschaft entwickeln soll.

– – – –
Beispiele für Patentanträge unter Beteiligung von Bernd MüllerRöber sind u.a.:
EP584324 B1 (erteilt 2003), Firma Bayer
EP571427 B1 (erteilt 2003) , Firma Bayer
WO2018046496 (angemeldet 2017), Universität Potsdam

Ein Schreiben, das Bernd MüllerRöber gemeinsam mit anderen Lobbyisten an Abgeordnete des EUParlamentes gerichtet hat, ist auf Nachfrage erhältlich.

Kontakt:

Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

******************************************************************************

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/crispr-wann-ist-eine-gentechnik-pflanze-eine-gentechnik-pflanze-a-1196477.html

EuGH-Entscheidung

Wann ist eine Gentechnik-Pflanze eine Gentechnik-Pflanze?

Mit moderner Gentechnik lassen sich unerkannt Mutationen in Organismen einschleusen, die auch natürlich auftreten. Der Europäische Gerichtshof muss nun entscheiden, ob so veränderte Pflanzen unter das GentechnikGesetz fallen.

Gentechnisch veränderter Maiskolben auf einem Feld (Archiv)

DPA

Gentechnisch veränderter Maiskolben auf einem Feld (Archiv)

Montag, 05.03.2018 10:52 Uhr

 

Eine Weizensorte, die gegen die gefürchtete Pilzkrankheit Mehltau resistent ist oder stressresistente Maispflanzen: An der Entwicklung solcher und vieler anderer Kulturpflanzen arbeiten derzeit zahlreiche Pflanzenforscher. Viele nutzen dazu ein molekulares Werkzeug, das sich seit einigen Jahren in rasantem Tempo in den Labors rund um die Welt verbreitet: Crispr/Cas9, kurz Crispr.

Mit der Genschere ist es möglich, das Erbgut – und damit die Eigenschaften von Pflanzen und anderen Lebewesenschneller, günstiger und präziser zu verändern als bisher. Viele Forscher sehen enormes Potenzial in der Technologie. Das Besondere: Die Schere hinterlässt außer der von ihr durchgeführten Veränderungen keine Spuren im Erbgut. Werden mit Crispr also Mutationen eingefügt, die auch natürlich auftreten können – etwa durch Züchtung – lässt sich im Nachhinein nicht mehr sagen, welche Methode angewendet wurde.

GentechnikKritiker fürchten deshalb, dass mit Crispr eine Vielzahl gentechnisch veränderter Pflanzen geschaffen, schlimmstenfalls unkontrolliert angebaut und letztlich den Verbrauchern unwissentlich untergejubelt werden könnten.

Beide Seiten warten derzeit mit Spannung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), der die entscheidende rechtliche Bewertung von entsprechenden Organismen liefern soll, die mit Crispr und vergleichbaren Techniken erzeugt wurden. Die Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.

Gentechnisch veränderter Organismus oder normale Zuchtpflanze?

Die Frage ist: Handelt es sich in den zur Debatte stehenden Fällen um gentechnisch veränderte Organismen (GVOs), die unter die strengen Auflagen des europäischen Gentechnikrechts fallen? Sie müssten in diesem Fall unter anderem ein Zulassungsverfahren durchlaufen und gekennzeichnet werden.

Oder sind viele Crispr-Produkte keine GVOs, weil sie nicht zu unterscheiden sind von Pflanzen, die natürlich entstanden sind oder mit konventionellen Züchtungsmethoden erzeugt wurden? In diesem Fall dürften sie ohne spezielle Prüfung und Kennzeichnung in den Verkehr und auf den Markt gebracht werden.

Der Generalanwalt des EuGH, Michal Bobek, legte im Januar dieses Jahres eine Stellungnahme zur rechtlichen Bewertung der Verfahren vor. Darin heißt es unter anderem, dass mit Crispr und vergleichbaren Verfahren erzeugte Organismen nicht als gentechnisch verändert anzusehen sind, solange die vorgenommenen Veränderungen auch auf natürliche Weise entstanden sein könnten.

Zu einem ganz anderen Schluss kommt der Rechtsfachmann Ludwig Krämer. Er hat sich im Auftrag von Testbiotech – einer gentechnikkritischen Lobbyorganisation – mit der Stellungnahme befasst. Seiner Ansicht nach fallen die neuen Verfahren sehr wohl unter den Geltungsbereich der EUFreisetzungsrichtlinie, welche die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen regelt. Pflanzen und Tiere, die damit verändert wurden, müssten in einem Zulassungsverfahren auf Risiken untersucht werden.

„Fallweise entscheiden“

„Mit der hohen Präzision der CrisprTechnologie ist ein wesentlicher Schritt erreicht, den Pflanzenzüchtung schon immer angestrebt hat“, sagt Ralf Wilhelm, Leiter des Fachinstituts für die Sicherheit biotechnologischer Verfahren bei Pflanzen am Julius-Kühn-Institut. Man könne damit Züchtungsziele wie Krankheits- und Schädlingsresistenz oder eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Nässe oder Trockenheit erreichen – und zwar wesentlich schneller und günstiger als je zuvor.

Hinsichtlich einer rechtlichen Bewertung der Verfahren hält sich Wilhelm allerdings bedeckt. „Wir würden von wissenschaftlicher Seite keinen Sinn darin sehen, zwei Organismen, die völlig gleich sind, rechtlich unterschiedlich zu bewerten.“ Allerdings müsse man fallweise entscheiden und die Art der jeweiligen Veränderung berücksichtigen.

„Das ist ein Werkzeug, eine Methodik, die in vielen Zusammenhängen einsetzbar ist“, so Wilhelm. So können mit Crispr etwa auch mehrere Gene gleichzeitig stillgelegt werden oder neue Genbausteine eingefügt werden – von der eigenen wie von fremden Arten. Vor allem wenn fremde Gene eingefügt würden, bedürfe es nach dem Gentechnikrecht einer umfassenden Sicherheitsprüfung der resultierenden Produkte, sagt Wilhelm. Das bei solchen größeren Eingriffen das Gentechnik-Gesetz greift, ist allerdings auch unstrittig.

So funktioniert Crispr in der Pflanzenzucht

Die Genschere Crispr kann Gene, die für eine bestimmte Eigenschaft der Pflanze verantwortlich sind, gezielt ansteuern. Der Genstrang wird an der entsprechenden Stelle geschnitten und dann vom zelleigenen Reparatursystem wieder zusammengefügt. Da die Reparatur nicht immer perfekt verläuft, wird das Gen dabei unter Umständen verändert, zum Beispiel ausgeschaltet. An der Schnittstelle können auch neue Gene eingefügt werden.

Die resultierende Pflanze unterscheidet sich nur in einem oder wenigen genetischen Bausteinen von der Ausgangspflanze. Solche Mutationen, die zur Stilllegung von Genen führen können, treten natürlicherweise ständig auf und führen zu zufälligen Veränderungen des Pflanzen-Erbguts. Klassische Züchtungsmethoden, etwa die Bestrahlung, erhöhen die Mutationsrate ebenfalls künstlich, um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und schneller eine gewünschte Veränderung im Erbgut und den Eigenschaften der Pflanze hervorzurufen.

Ob der Europäische Gerichtshof der Linie seines Generalanwalts folgt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Sollten mit Crispr und vergleichbaren Methoden eingefügte Genveränderungen, die auch natürlich auftreten können, als Gentechnik gelten, bleibt die Frage, wie das kontrolliert werden soll. Weder in Genanalysen noch äußerlich sieht man diesen Pflanzen an, ob sie natürlich oder künstlich mutiert sind.

jme/dpa

******************************************************************************

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-gentechnik-verfahren-rechtsexperte-kritisiert-stellungnahme-des-generalanwalts

Neue Gentechnik-Verfahren: Rechtsexperte kritisiert Stellungnahme des Generalanwalts des EuGH

Trennlinie zwischen Züchtung und Gentechnik zu unklar definiert
Mittwoch, 28. February 2018

Am 18. Januar positionierte sich der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu der Frage, ob das sogenannte GenomEditing unter die Gentechnikgesetzgebung der EU fällt. Im Auftrag von Testbiotech befasste sich jetzt der renommierte EURechtsexperte Professor Dr. Ludwig Krämer mit der Einschätzung des Generalanwaltes. Ludwig Krämer war bis 2004 Beamter der EU-Kommission (Generaldirektion Umwelt) und war an der Formulierung der EUGentechnikgesetze beteiligt. In seinem Gutachten, das heute veröffentlicht wird, äußert Krämer deutliche Kritik an der Position des Generalanwaltes.

Nach dem Gutachten von Krämer fallen die neuen GentechnikVerfahren eindeutig unter den Geltungsbereich der EU-Richtlinie 2001/18. Demnach sind Züchtungsverfahren nur dann von der Gentechnikregulierung ausgenommen, wenn diese bereits bei Inkrafttreten der EU-Richtlinie „seit langem als sicher“ angesehen wurden. Bei den neuen GentechnikVerfahren, bei denen u.a. die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, ist das aber nicht der Fall. Deswegen müssen Pflanzen und Tiere, die in ihrem Erbgut mithilfe von GenomEditing verändert wurden, in einem Zulassungsverfahren auf ihre Risiken untersucht werden, bevor sie freigesetzt oder importiert werden könnten. Der Generalanwalt unterscheidet in seiner Stellungnahme dagegen nicht klar zwischen Gentechnik und konventioneller Züchtung.

Krämer weist darauf hin, dass der Generalanwalt auch in Bezug auf die Interpretation des Vorsorgeprinzips zu einer unzutreffenden Einschätzung kommt: Wenn es Unsicherheiten in der Einschätzung der Risiken von neuen GentechnikVerfahren gibt, muss der Gesetzgeber auf Nummer sicher gehen und die Risiken untersuchen lassen. Entsprechende Regelungen müssen EUweit angewendet und dürfen – anders als der Generalanwalt dies formuliertnicht den einzelnen EUMitgliedsländern überlassen bleiben.

Falls der EUGerichtshof der Meinung des Generalanwaltes folgt, könnten sich in der EU erhebliche Lücken in der Gentechnikregulierung ergeben. In diesem Fall wäre es nach Ansicht von Testbiotech unerlässlich, dass die Politik aktiv wird, um beispielsweise unkontrollierte Importe oder Freisetzungen zu verhindern.

Testbiotech betont, dass es in der Bewertung der neuen Gentechnik-Verfahren keineswegs nur um rechtliche Fragen geht. Vielmehr sind die Methoden des GenomEditing in ihren Verfahren und Risiken auch dann von denen der konventionellen Züchtung unterscheidbar, wenn keine Gene über die Artgrenzen übertragen werden. Um diese Unterschiede möglichst einfach und verständlich zu erklären, veröffentlicht Testbiotech heute auch zwei kurze Texte zu den Unterschieden zwischen CRISPR/Cas und der bisherigen Mutationszüchtung.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

**************************************************************************

https://www.testbiotech.org/aktuelles/der-eu-drohen-bei-gentechnik-organismen-erhebliche-regelungsl-cken

In der EU drohen bei Gentechnik-Organismen erhebliche Regelungslücken

Stellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in der Kritik

24. Januar 2018 / In der vergangenen Woche hat der Generalanwalt des EuGH eine Bewertung veröffentlicht, ob die neuen Verfahren des GenEditing unter die Gentechnikgesetzgebung der EU fallen sollen. Er befasst sich nicht in der Sache mit den technischen Verfahren und ihren Anwendungen und Risiken. Seine Argumentation beruht vielmehr zu großen Teilen auf zu generellen und zum Teil veralteten Kategorien, die zu erheblichen Rechtsunsicherheiten führen können. Insbesondere fehlt eine klare Unterscheidung zwischen den bisher üblichen Verfahren der Züchtung und den neuen Verfahren des GenEditing, bei denen unter anderem die Gen-Schere CRISPR-Cas eingesetzt wird. Deswegen erwartet Testbiotech, dass das anstehende Gerichtsurteil keineswegs zu einem Ende der Debatte über die Regulierung der neuen Gentechnikverfahren führen wird.

Die Unklarheiten in der Stellungnahme des Generalanwalts gehen zum großen Teil auf Begrifflichkeiten zurück, die von der Saatgutindustrie geprägt wurden: Hier spricht man in der Regel von „Neuen Züchtungsverfahren“ oder „zielgerichteter Mutation“, wenn eigentlich die neuen Gentechnikverfahren gemeint sind. Tatsächlich spricht auch der Generalanwalt im Zusammenhang mit den neuen Gentechnikverfahren meist von „Mutationen“ und verwendet den präziseren und korrekteren Begriff des „GenEditinglediglich einmal in einer Fußnote. Diese Wortwahl, die schon in den Fragen zu finden ist, die dem Gericht ursprünglich zur Prüfung vorgelegt wurden, führt hier zu erheblichen Verwirrungen.

Mutationen treten auch spontan in der Natur auf oder können durch unspezifische Reize wie UVLicht oder Chemikalien erzeugt werden. Die traditionellen Verfahren der Mutationszüchtung zielen dabei auf eine Erhöhung der genetischen Variabilität im Erbgut der Pflanzen. Aufgrund ihrer biologischen Eigenheiten sind sie nur eingeschränkt regulierbar. Sie sind von der Gentechnikgesetzgebung auch aus historischen Gründen ausgenommen.

Dagegen greifen die Methoden des GenEditing direkt auf der Ebene des Erbguts ein und versuchen nicht die genetische Vielfalt zu erhöhen, sondern möglichst gezielt bestimmte Änderungen herbeizuführen. Auch wenn beim GenEditing keine neuen Gene eingefügt werden, sind nicht nur die Verfahren, sondern auch die Ergebnisse und damit verbundene Risiken oft deutlich von denen der konventionellen Züchtung verschieden.

Das zeigt auch eine aktuelle Publikation aus der Grundlagenforschung: Bei Versuchen an der Ackerschmalwand wurden mit Hilfe von CRISPRCas bestimmte Erbanlagen verändert, die der Züchtung bisher nicht zugänglich waren. Obwohl dabei keine zusätzlichen Gene eingefügt wurden, waren die Ergebnisse zwischen verschiedenen Untergruppen der selben Art sehr unterschiedlich, vermutlich wurden sie von der Epigenetik, d.h. der Genregulierung, beeinflusst. Das zeigt, dass die Methoden für die Risikobewertung verbessert werden müssen: Epigenetische Effekte werden bisher nicht berücksichtigt.

Dagegen kommt der Generalanwalt, ohne sich mit Details zu befassen, zu der überraschenden Einschätzung, dass es nicht darauf ankomme, ob die jeweiligen Verfahren risikobehaftet sind oder bereits als sicher erprobt sind. Je nach Lesart der Stellungnahme könnten so auch Organismen, die mit neuen Verfahren unter Verwendung der GenSchere CRISPR verändert sind, ohne Zulassungsprüfung und Kennzeichnung auf den Markt kommen. Die damit verbundenen Risiken müssten dann von den EU-Mitgliedsländern national geregelt werden, so der Generalanwalt.

Falls der EUGerichtshof der Meinung des Generalanwaltes folgt, könnten sich in der EU erhebliche Lücken in der Regulierung ergeben. Die Folge wäre, dass es in vielen Fällen keine Erfassung der Organismen, keine Sicherheitsprüfung und keine geeigneten Nachweisverfahren gäbe.

Nach Ansicht von Testbiotech müssen die neuen Verfahren EU-weit einheitlich auf ihre Risiken geprüft werden. Sollte es durch das in den nächsten Wochen zu erwartende Gerichtsurteil tatsächlich zu erheblichen Lücken in der Regulierung kommen, wäre es daher unerlässlich, dass die Politik aktiv wird, um beispielsweise unkontrollierte Importe oder Freisetzungen zu verhindern.

Kontakt
Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

***************************************************************************

https://www.keine-gentechnik.de/1/nachricht/32624/#gsc.tab=0

CRISPR-Cas9: Forscher fanden 1500 ungewollte Mutationen

14.06.2017

Die Genschere CRISPRCas9 ist offenbar doch nicht so zielgenau, wie oft behauptet. Wissenschaftler der Uniklinik der ColumbiaUniversität in New York fanden nach ihrem Einsatz in Mausversuchen 1500 ungewollte Veränderungen im Genom, berichtete das Fachblatt „Nature Methods„. Die gentechnikkritische Organisation GMWatch forderte, solche neuen Verfahren gesetzlich so strikt zu regeln wie die „alteGentechnik.

Die Forscher der Columbia Universität hatten bei blinden Mäusen das verantwortliche Gen mit der Genschere CRISPRCas9 repariert. Dann überprüften sie das komplette Erbgut von zwei verschiedenen Mäusen und entdeckten, dass an 1500 Stellen einzelne Nukleotide geändert worden waren (sogenannte Punktmutationen). Außerdem waren mehr als 100 Gene eingefügt oder gelöscht worden.

Die Wissenschaftsgemeinschaft müsse die potenziellen Gefahren solcher „OffTarget“-Effekte der Genschere berücksichtigen, zitierte der Tagesspiegel den Wissenschaftler Stephen Tsang. CRISPR könne sowohl Mutationen in einzelnen Erbgutbausteinen verursachen als auch Regionen des Erbguts verändern, in denen keine Geninformationen lägen, so der Mediziner. Mit der üblichen Computeranalyse, die mittels Vorhersagealgorithmen das Erbgut nach Fehlern absucht, welche der Zielsequenz besonders ähnlich sind, wären die zahlreichen ungewollten Veränderungen wohl nicht gefunden worden.

Denn die Mäuse konnten wieder sehen und zeigten auch sonst keine auffälligen Defekte. Die Wissenschaftler wiesen aber darauf hin, dass auch eine einzelne Punktmutation große Wirkung haben könne. Daher müsse man weiter daran arbeiten, CRISPRCas9 im Blick auf die OfftargetEffekte zu erforschen, bevor die Technik am Menschen eingesetzt werden könne.

Am Unterschied von Mensch und Maus machte Toni Cathomen vom Institut für Zell- und Gentherapie der Universität Freiburg dann auch seine Zweifel an der Übertragbarkeit der Studie fest. In den Mausversuchen seien große Mengen Lotsen-RNA produziert worden, die die Genschere zur Zielsequenz im Erbgut lenke, zitierte der Tagesspiegel den Molekularbiologen. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Off-Target-Effekten. Beim Menschen könne das anders sein.

Den Bezug zur Landwirtschaft stellte der Londoner Genetiker Michael Antoniou her: PflanzenGewebeKulturen besäßen ihre eigenen inhärenten mutagenen Eigenschaften, schrieb er in einem Beitrag für GMWatch. So könne die Störung einer EnzymFunktion zu unvorhersehbaren biochemischen NebenReaktionen führen, die auch NahrungsmittelPflanzen deutlich verändern könnten. Antoniou forderte daher für neuartige Gentechniken wie CRISPRCas9 LangzeitToxizitätsStudien mit etablierten Tier-Modell-Systemen. [vef]

****************************************************************************

 

 

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-forschungsergebnisse-zeigen-umweltrisiken-von-gentechnik-pflanzen-wurden

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Umweltrisiken von Gentechnik-Pflanzen wurden unterschätzt

Pflanzen, die mittels Gentechnik gegen Glyphosat resistent gemacht sind, haben ein überraschend hohes Potential für unkontrollierte Ausbreitung
Freitag, 6. April 2018

Aktuelle Forschungsergebnisse aus China zeigen eine neue Dimension der Umweltrisiken gentechnisch veränderter Pflanzen: Die zusätzlich in die Pflanzen eingebauten Gene können das Risiko für deren Ausbreitung in der Umwelt wesentlich erhöhen. Das wurde jetzt bei Gentechnik-Pflanzen nachgewiesen, die gegen das Spritzmittel Glyphosat resistent gemacht sind. Kreuzen sich die Gentechnik-Pflanzen mit natürlichen Populationen, haben die Nachkommen einen deutlichen Überlebensvorteil und können die transgene DNA wesentlich schneller verbreiten als bisher angenommen. Die neuen Untersuchungen zeigen, dass dieses Umweltrisiko einzig vom zusätzlich eingefügten Gen abhängig ist, nicht aber, wie bisher angenommen, vom Einsatz von Glyphosat. Durch Stressbedingungen wie Hitze und Trockenheit kann sich der Effekt noch verstärken.

Gentechnisch veränderte Pflanzen mit einer Resistenz gegenüber Glyphosat werden seit über 20 Jahren kommerziell angebaut und sind weltweit die am häufigsten verwendeten GentechnikSaaten. Trotzdem wurde deren erhöhtes Potential für eine unkontrollierte Ausbreitung bisher in keinem der offiziellen Zulassungsverfahren eingehend untersucht.

Hinweise auf ein erhöhtes Ausbreitungspotential transgener Pflanzen hatten sich bereits in früheren Untersuchungen gezeigt: Insbesondere GentechnikRaps und –Reis schafften es bereits mehrfach, ihre Gene in natürlichen Populationen zu verbreiten. Entgegen den Erwartungen konnten die daraus entstandenen Nachkommen oft in der Umwelt überdauern und sich weiter vermehren. Darauf hatte Testbiotech bereits mehrfach hingewiesen.

Dennoch hatten die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die Gentechnik-Industrie stets behauptet, dass das zusätzliche Gen keinen Überlebensvorteil für die Pflanzen bieten würde, wenn diese nicht zusätzlich mit Glyphosat behandelt werden. Die Forscher aus China weisen jetzt ausdrücklich darauf hin, dass das Risiko auch dann gegeben ist, wenn kein Glyphosat zum Einsatz kommt. Sie fordern auch weitere Untersuchungen unter Einbeziehung der Nachkommen der transgenen Pflanzen, um die Umweltauswirkungen genauer zu erforschen.

Das zusätzlich in den Pflanzen gebildete Enzym (abgekürzt EPSPS) führt nach den neuen Forschungsergebnissen nicht nur dazu, dass die Pflanzen gegenüber Glyphosat resistent werden. Es greift auch in den Stoffwechsel der Pflanzen ein, der Wachstum und Fruchtbarkeit steuert. Das kann dazu führen, dass Nachkommen der Pflanzen mehr Samen bilden und resistenter gegen Umweltstress sind. Als mögliche Ursache für die beobachteten Effekte nennen die chinesischen Forscher eine vermehrte Bildung des Hormons Auxin in den Gentechnik-Pflanzen. Dieses pflanzliche Hormon ist an der Regulation für Wachstum, Fruchtbarkeit und die Anpassung an Umweltstress beteiligt.

Interessanterweise können Stressfaktoren wie Hitze und Trockenheit diese Tendenz zur unkontrollierten Ausbreitung verstärken. Testbiotech fordert bereits seit Jahren, dass Gentechnik-Pflanzen einer Art Stresstest ausgesetzt werden müssten, um herauszufinden, wie die Pflanzen auf veränderte Umweltbedingungen reagieren, wie diese durch den Klimawandel verursacht werden. Auch hier bestritt die EFSA die Notwendigkeit für eingehende Untersuchungen bisher stets.
„Es zeigt sich, dass es auch nach über 20 Jahren kommerziellen Anbaus von GentechnikPflanzen viel Nichtwissen über deren tatsächliche Umweltrisiken gibt. Jetzt muss die Vorsorge gegen unkontrollierte Ausbreitung erheblich gestärkt werden“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Gentechnisch veränderte Organismen, deren Ausbreitung nicht ausreichend kontrolliert werden kann, dürfen auch nicht freigesetzt werden.“

Es gibt weitere Aspekte, die für die Bekämpfung von Unkräutern sehr wichtig werden können: Manche Unkrautarten verfügen natürlicherweise über Gene, die das EPSPSEnzym bilden können. Doch die Aktivität dieser Gene ist normalerweise zu schwach, um die Unkräuter vor dem Einsatz von Glyphosat zu schützen. Einige dieser Unkrautarten passen sich aber sehr erfolgreich an den Gebrauch von Glyphosat an: Sie können die Aktivität der betreffenden Genabschnitte erhöhen und so die Wirkung ihrer EPSPSEnzyme erhöhen. Man spricht von epigenetischer Anpassung. Die Nachkommen der Unkräuter sind dann oft gegen den Einsatz des Herbizids geschützt. Die neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Unkräuter auf diesem Weg zusätzlich eine höhere biologische Fitness erlangen. Der großflächige Anbau der GentechnikPflanzen führt demnach dazu, dass Superunkräuter entstehen, die sich schneller auf den Äckern ausbreiten als je zuvor. Dass diese Sorge berechtigt ist, zeigt eine weitere, noch aktuellere Studie aus den USA. In jedem Fall sind bereits große Anteile der Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen von diesen herbizidresistenten Unkräutern betroffen.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

*****************************************************************************

https://www.testbiotech.org/aktuelles/usa-versagen-bei-kontrolle-von-gentechnik

USA versagen bei Kontrolle von Gentechnik

Bereits sechs mit CRISPRCas veränderte Organismen zur Vermarktung freigegeben

18. Januar 2018/ Ob alte oder neue Gentechnik: In den USA werden immer mehr Produkte ohne ausreichende Kontrolle zur Vermarktung zugelassen. Seit November 2017 sind die ersten GentechnikÄpfel in US– Supermärkten zu finden. Aufgeschnitten und in Plastiktüten verpackt, sollen die „Arctic“-Äpfel länger frisch aussehen, als sie es eigentlich sind. Die Äpfel wurden mit einem alten Gentechnikverfahren manipuliert, sie müssen in den USA nicht gekennzeichnet werden. Schon bald könnten auch erste Organismen zur Vermarktung kommen, deren Erbgut mit neuen Gentechnik-Verfahren verändert wurde. Diese wurden von der USLandwirtschaftsbehörde in den USA bereits freigegeben, sind allerdings noch nicht auf den Markt gelangt: 2016 wurden Mais und Speisepilze zugelassen, 2017 kamen Leindotter, Soja und Gräser hinzu, im Januar 2018 ein weiterer Mais der Firma DuPont.

Bei diesen Organismen wurde die neue GenSchere CRISPRCas eingesetzt. Aus ihnen gewonnene Lebensmittel oder deren Saatgut müssen in den USA nicht gekennzeichnet werden, die Organismen wurden auch keiner eingehenden Risikoabschätzung unterworfen.

„Die USA verdrängen die Risiken der Gentechnik weitgehend. Das erinnert an den Umgang der derzeitigen US-Regierung mit dem Klimawandel“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Die EU muss jetzt klarmachen, dass sie auf Nachweisverfahren und Risikoprüfung besteht, egal ob es sich um neue oder alte Gentechnik handelt. Sollten sich hier Lücken in der Regulierung ergeben, muss die Politik aktiv werden.“

In den USA haben die Behörden für die Zulassung der Organismen keine detaillierten Untersuchungen verlangt. In der Folge können die Risiken dieser Produkte nicht durch unabhängige ExpertInnen geprüft werden. Auch gibt es keine geeigneten Nachweisverfahren, weil oft nicht bekannt ist, wie das Erbgut im Detail verändert wurde. Von dieser Entwicklung könnten schließlich auch Importe in die EU betroffen sein, denn ohne entsprechende Nachweisverfahren sind die Behörden nur beschränkt handlungsfähig.

Ein Hinweis auf mögliche Lücken in der EURegulierung könnte heute vom Gerichtshof der EU kommen. Dort will der Generalanwalt darlegen, wie die bestehenden EUGesetze in Bezug auf die neuen Gentechnik-Verfahren auszulegen sind.

Kontakt
Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

****************************************************************************

siehe auch „EU“-„WEIH-NACHTs-GESCHENKE“ von MONSANTO

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/gericht-der-europ-ischen-union-st-rkt-das-vorsorgeprinzip

Gericht der Europäischen Union stärkt das Vorsorgeprinzip

Klage wegen Risiken von Gentechnik-Soja ist zulässig
Mittwoch, 14. March 2018

Das Gericht der Europäischen Union hat heute das Recht von Nichtregierungs­organisationen bestätigt, Fragen bezüglich der gesundheitlichen Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen gerichtlich überprüfen zu lassen. Im vorliegenden Fall geht es um Gentechnik-Sojabohnen der Firmen Monsanto und Pioneer, die nach Einschätzung von Testbiotech und anderer ExpertInnen nicht ausreichend auf gesundheitliche Risiken getestet wurden. Die EUKommission wollte es Testbiotech verwehren, die Importzulassung gerichtlich überprüfen zu lassen. Gegen diese Rechtsauslegung hatte Testbiotech eine Grundsatzklage eingereicht (T33/16). Das Gericht der Europäischen Union hat die Klage jetzt für zulässig erklärt.

„Die EUKommission hat den Import gentechnisch veränderter Pflanzen auf der Grundlage von unzureichenden Risikoprüfungen erlaubt. Dann hat sie versucht zu verhindern, dass das Gericht der Europäischen Union diese Zulassungen überprüft“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Die jetzige Entscheidung stellt einen Etappensieg dar, der das Vorsorgeprinzip in der EU stärkt.“

Im Mai 2015 hatte Testbiotech gemeinsam mit der Organisation GeneWatch UK einen Antrag auf Überprüfung einer Importzulassung für GentechnikSojabohnen mit veränderter Ölqualität eingereicht. Die EUKommission hatte zunächst die Fristen zur Beantwortung der Beschwerde um Monate überzogen. Dann behauptete sie, man könne gemäß der entsprechenden EUVerordnung (1367/2006) nur Umweltrisiken überprüfen lassen, nicht aber Risiken für die menschliche Gesundheit. Dieser Rechtsauffassung wurde jetzt vom Gericht der Europäischen Union widersprochen.

Testbiotech hat am EUGericht zwei weitere Klagen gegen Importzulassungen von GentechnikSoja eingereicht. In einem Fall wurden Sojabohnen von dem USKonzern Monsanto gentechnisch so verändert, dass sie Insektengifte produzieren. Hier besteht u.a. die Gefahr, dass die Insektengifte allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe von Sojabohnen verstärken (C82/17 P). Im anderen Fall wurden Sojabohnen von der Firma Bayer gegen die Anwendung von gleich mehreren Herbiziden resistent gemacht. Die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken wurden aber nicht überprüft (T-173/17).

Testbiotech sieht die anhängigen Klagen als Pilotprojekt, mit denen rechtliches Neuland beschritten wird. Nachdem jetzt entschieden wurde, dass entsprechende Klagen zulässig sind, muss geklärt werden, wie das Gericht mit wissenschaftlich begründeten Einwänden umgeht und welche Rolle das Vorsorgeprinzip dabei spielt. Unklar ist auch, welche Beweislast die EUKommission für den Nachweis der Sicherheit der gentechnisch veränderten Pflanzen trägt. Diese Fragen sind mit dem jetzt ergangenen Urteil nicht abschließend beantwortet. Testbiotech hat der höchsten Instanz des EUGerichtes aber bereits Fragen vorgelegt (C82/17 P), die Aufschluss darüber geben sollen, wie das EUGericht in diesem Zusammenhang mit wissenschaftlich begründeten Bedenken umgeht.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

********************************************************************************

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33197/#gsc.tab=0

USA: Geplante Gentechnik-Kennzeichnung stößt auf Kritik

10.05.2018

USA Kennzeichnung Protest Labelling
Demo für GentechnikKennzeichnung in Connecticut 2013 (Foto: CT Senate Democrats / flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Das USLandwirtschaftsministerium (USDA) hat einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, wie künftig in den USA gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet werden sollen. Verbraucherorganisationen kritisierten die Vorlage, weil die Informationen nicht auf der Verpackung stehen müssen, sondern hinter einem QRCode versteckt werden können.

Bereits im Sommer 2016 hatte der US-Kongress beschlossen, dass es eine USeinheitliche GentechnikKennzeichnung geben soll. Dabei sollten die Lebensmittelhersteller zwischen drei Möglichkeiten wählen können, um ihre Gentechnikzutaten zu deklarieren: Sie schreiben sie direkt auf die Verpackung; sie verweisen für mehr Informationen auf eine Telefonnummer oder eine Internetseite; oder sie drucken einen sogenannten QRCode auf die Verpackung. Mit dessen Hilfe könnten Smartphone-Nutzer zu entsprechenden Informationen im Netz gelangen. Der Kongress beauftragte das USDA damit, bis Ende Juli 2018 die Detailregelungen vorzulegen. Dies hat die Behörde jetzt getan. Nach einer 60-tägigen Frist für öffentliche Kommentare will sie dann die endgültige Regelung verabschieden.

Die Verbraucherorganisation Center for Food Safety (CFS) kritisierte die Kennzeichnung über QRCodes. Gerade Menschen in ländlichen Gebieten, alte Menschen und solche mit wenig Einkommen verfügten oft nicht über Smartphones und die notwendigen Breitbandverbindungen, um die Informationen hinter den QRCodes abrufen zu können. 100 Millionen US-Amerikaner würden so von der Information über Gentechnik-Zutaten ausgeschlossen. Dies habe das USDA selbst in einer Studie bestätigt. „Das USDA sollte Textangaben auf der Verpackung oder die Verwendung von Symbolen als enzige faire und effektive Möglichkeit der Kennzeichnung vorschreiben“, sagte CFS-Geschäftsführer Andrew Kimbrell.

Er kritisierte auch, dass die USDA die seit 30 Jahren eingeführten Bezeichnungen ‚gentechnisch verändert’ oder GVO (gentechnisch veränderter Organismus) nicht verwenden wolle und statt dessen den Begriff ‚biotechnologisch’ (bioengineered) oder die Abkürzung ‚BEvorschreiben wolle. Das verwirre die Verbraucher und führe sie in die Irre, sagte Kimbrell. Offen lässt der USDA-Vorschlag laut CFS, ob auch stark verarbeitete Lebensmittel wie Öl aus GentechSoja oder Zucker aus GentechZuckerrüben gekennzeichnet werden sollen. Auch beim Umgang mit Zutaten aus Genome Editing will das USDA erst die Kommentare abwarten, bevor es sich endgültig festlegt. Das CFS hat deshalb dazu aufgerufen, die Kommentierungsphase dazu zu nutzen, eine seriöse Kennzeichnung zu verlangen. [lf]

*******************************************************************************

https://www.testbiotech.org/aktuelles/daten-zu-golden-rice-nicht-ausreichend-f-r-sicherheitsbewertung-nutzen-kaum-zu-erwarten

Daten zu „Golden Rice“: nicht ausreichend für Sicherheitsbewertung, Nutzen kaum zu erwarten

Testbiotech kommentiert Zulassungsprüfung durch Behörden in Neuseeland und Australien

5. Februar 2018 / Das International Rice Research Institute (IRRI) hat 2016 in Australien und Neuseeland einen Antrag auf Importzulassung für den sogenannten „Golden Rice“ (GR2) gestellt. Der Reis ist gentechnisch so verändert, dass er Carotinoide, eine Vorstufe von Vitamin A, produziert. Deswegen haben die Körner eine gelbliche Farbe. Der Reis soll vor allem dazu dienen, die Vitamin-A-Mangelkrankheit (Vitamin A Deficiency, VAD) in Entwicklungsländern zu bekämpfen.

Offensichtlich startete die GentechnikIndustrie eine Unterstützungskampagne für die Zulassung: Bei der zuständigen Behörde Food Standards Australia New Zealand (FSANZ) gingen entsprechende Briefe von Konzernen wie Bayer, Dow und Syngenta ein.

Nahrungsmittelqualität: Die vorgelegten Daten zeigen, dass die Reispflanzen auf dem Feld wesentlich geringere Mengen an Carotinoiden produzieren (3,5µg/g–10.9 µg/g), als aufgrund von bisherigen Daten angenommen wurde (30 µg/g). Zudem lag der Anteil des besonders wichtigen Beta-Carotins nur bei 59 Prozent der Gesamt-Carotinoide, anstatt wie erwartet bei 80 Prozent. Es ist unklar, ob dieser wesentlich niedrigere Gehalt durch die verwendeten Sorten oder durch die Reaktion der Pflanzen auf Umweltbedingungen bedingt ist. Weitere deutliche Verluste an BetaCarotin treten durch Lagerung, Verarbeitung und Kochen auf. Insgesamt muss aus den vorgelegten Daten gefolgert werden, dass die Erwartungen an die Vorteile des „Golden Rice“, die auch durch die Eingaben der Industrie geweckt werden, unter realistischen Bedingungen nicht erfüllt werden können.

Genetische Stabilität: Aktuelle Publikationen, die deutliche genetische Instabilitäten von ähnlichen Varianten des GentechnikReises zeigen, wurden von der FSANZ nicht berücksichtigt, obwohl diese auch für die Lebensmittelsicherheit relevant sein können. Auch die vom IRRI vorgelegten Daten zeigen, dass die Aktivität der zusätzlich eingeführten Gene von den jeweiligen Sorten und Umweltbedingungen abhängig ist. Um den tatsächlichen Einfluss dieser Faktoren auf den Reis zu bewerten, müssten wesentlich mehr Untersuchungen durchgeführt werden. Auf der Grundlage der vorgelegten Daten können jedoch keine endgültigen Schlussfolgerungen über die genetische Stabilität des „Golden Rice“ gezogen werden.

Analyse der Inhaltsstoffe: Es gibt weitere Gründe, die Aussagekraft der vom IRRI vorgelegten Daten zu bezweifeln. Erstaunlicherweise wurde für die Freisetzungsversuche und die Analyse der Inhaltsstoffe ausgerechnet die Sorte verwendet, welche die geringste Konzentration an Carotinoiden aufweist. Eine mögliche Erklärung ist, dass man Pflanzen ausgewählt hat, bei denen der Stoffwechsel möglichst wenig durch die Aktivität der zusätzlich eingebauten Gene gestört wird. Dadurch kann das Risiko für ungewollte Veränderungen im Stoffwechsel und in der Zusammensetzung der Pflanzeninhaltsstoffe gesenkt werden. Diese Sorten können „sicherer“ wirken als Pflanzen mit einer höheren Aktivität der eingebauten Gene. In der Konsequenz erlauben die vorgelegten Daten keine Schlüsse über die Sicherheit von Gentechnik-Reis mit einem höheren Gehalt an Carotinoiden.

Toxikologie: Nach Aussage des IRRI soll der Reis insbesondere kleinen Kindern und schwangeren Frauen zugutekommen. Es ist offensichtlich, dass Lebensmittel, zu deren Sicherheit bisher keine Erfahrungen vorliegen, nach den höchsten Sicherheitsstandards geprüft werden müssen, bevor diese für den Verzehr durch besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen zugelassen werden.
Überraschenderweise wurden aber keine toxikologischen Studien mit dem Gentechnik-Reis durchgeführt. Vor dem Hintergrund der öffentlich behaupteten humanitären Motive des Projektes ist es erstaunlich, dass der Zulassungsantrag nicht mit einem umfassenden Datensatz untermauert wird, der die Sicherheit des „Golden Rice“ belegt.

Zusammengefasst zeigen die vorgelegten Daten keinen substanziellen Nutzen. Zudem ist die von FSANZ durchgeführte Risikobewertung nicht ausreichend, um die Sicherheit von Lebensmitteln zu belegen, die aus dem „Golden Rice“ gewonnen werden.

 

 

Kontakt:
Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

*****************************************************************************