„DAVID ROSSI“ – „Der TOD eines BANKERs“ – „ARTE“ – Ausstrahlung : Dienstag, 12. Dezember um 21:50 /// Der FALL des „Mario Draghi“ /// ???“EU“ FINANZ-MINISTER“??? /// „Jean-Claude Junker“ und die STEUER-OASEN /// „BAR-GELD-AB-SCHAFFUNG“

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https://www.arte.tv/de/videos/070830-000-A/tod-eines-bankers/

siehe auch TRAILER
3 Min.
Verfügbar: vom 12. Dezember 2017 bis zum 12. März 2018
Nächste Ausstrahlung : Dienstag, 12. Dezember um 21:50
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Am 6. März 2013 stürzte David Rossi, der Pressechef der Banca Monte dei Paschi di Siena, aus dem Fenster seines Büros. Selbstmord oder Mord? In der Dokumentation werden der Fall Rossi und mögliche Verbindungen zu den dubiosen Geschäften der ältesten Bank der Welt untersucht. Das Geldinstitut sitzt inzwischen auf faulen Krediten in Milliardenhöhe.
David Rossi starb am 6. März 2013. Sein Körper schlug gegen acht Uhr abends auf dem Pflaster vor dem Sitz der ältesten Bank der Welt, der Banca Monte dei Paschi di Siena, auf. Eine Videokamera dokumentierte den tödlichen Sturz. Selbstmord oder Mord? Die Umstände seines Todes sind bis heute ebenso wenig geklärt wie die Frage, was Kommunikationschef David Rossi über die dubiosen Finanzaktivitäten des Geldhauses wusste. Fest steht, dass er nur zwei Tage vorher angekündigt hatte, mit der Staatsanwaltschaft über Interna sprechen zu wollen. Zu einem Zeitpunkt, als sich die Situation der Krisenbank nochmals dramatisch zugespitzt hatte. Das Geldhaus Monte dei Paschi ist seitdem Sinnbild einer vor sich hin schwelenden Bankenkrise, nicht nur in Italien. Allein die italienischen Geldhäuser sitzen – nach offizieller Lesart – auf einem Berg aus faulen Krediten im Wert von über 300 Milliarden Euro. Die Vereinbarungen zur Abwicklung maroder Banken in der Eurozone – seit 2016 eigentlich in Kraft – werden regelmäßig unterlaufen, nach Einschätzung von Experten ein erhebliches Risiko für das europäische Finanzsystem. Die Dokumentation untersucht im Stil eines Krimis die Ursachen für den Niedergang der Banca Monte dei Paschi di Siena. Sie thematisiert darüber hinaus mögliche gravierende Versäumnisse der italienischen Bankenaufsicht, für die auch Mario Draghi als einstiger Gouverneur der Banca d’Italia mitverantwortlich wäre. Die Spurensuche führt vom beschaulichen Siena bis ins Finanzzentrum London, wo kurz nach Rossis Tod ein weiterer Banker auf mysteriöse Weise ums Leben kam.

Besetzung und Stab

Regie : Ingolf Gritschneder

Autor : Enders, Moritz

Land : Deutschland

Jahr : 2016

Herkunft : ZDF

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watch?v=G3swTT_RwUg

https://www.arte.tv/de/videos/072486-000-A/bis-zum-letzten-tropfen/

Bis zum letzten Tropfen
Europas geheimer Wasserkrieg

59 Min.
Verfügbar: vom 12. Dezember 2017 bis zum 11. Januar 2018
Nächste Ausstrahlung : Freitag, 19. Januar um 10:50
Während der Trend weltweit zu einer Rekommunalisierung der Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung geht, stehen die öffentlichen Versorgungsunternehmen im krisengeschüttelten Europa unter zunehmendem Privatisierungsdruck. Die Dokumentation folgt der Spur des Geldes quer durch den europäischen Kontinent und enthüllt die Interessen der Unternehmen.
Städte, Regionen und Länder der ganzen Welt ziehen sich verstärkt aus der über Jahre praktizierten Wasserprivatisierung zurück und rekommunalisieren die Versorgungsunternehmen, um die Kontrolle über Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung zurückzugewinnen. Dieser Trend führt fast überall zu einer grundlegenden Umstrukturierung des Wassersektors.
Gleichzeitig übt Brüssel im krisengeschüttelten Europa zunehmend politischen und wirtschaftlichen Druck auf öffentliche Versorgungsunternehmen aus und fordert, die Wasserversorgung zu privatisieren. Dabei ist die Lage paradox: Länder wie Deutschland und Frankreich, die in der Vergangenheit mit der Wasserprivatisierung experimentiert haben, führten ihre Wasserversorgung zurück in die öffentliche Hand, drängen dabei aber südeuropäische Länder zur Privatisierung ihrer Versorgungssysteme.
Im Spannungsfeld zwischen Austeritätspolitik und EU-Lobbyismus fließt das Wasser in Europa scheinbar entlang der Kapitalströme. Die Bürger jedoch beschäftigt eine andere Frage, auf die die europäischen Institutionen durchaus nicht eindeutig antworten: Ist Wasser Handelsware oder Menschenrecht? Zwischen den Lippenbekenntnissen der Politiker und der alltäglichen Praxis klaffen auf jeden Fall große Lücken.
Auf der Grundlage ausführlicher Recherchen, die im Januar 2013 begannen, berichtet „Bis zum letzten Tropfen“ nicht nur über die Wasserversorgungssituation in Europa, sondern offenbart indirekt auch den Verfall der europäischen Wertegemeinschaft. Die Dokumentation spielt in sechs europäischen Ländern, folgt der Spur des Geldes quer durch den Kontinent, beleuchtet die Interessen der Unternehmen, die bis in die oberste Entscheidungsebenen der EU verhandelt werden, und offenbart den verborgenen Kampf um die überlebenswichtigste Ressource überhaupt.

Besetzung und Stab

Regie :Yorgos Avgeropoulos

Land :Griechenland,Frankreich

Jahr :2017

Herkunft : ARTE -ERT

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/07/euro-staaten-winken-ab-idee-eines-eu-finanzministers-vor-dem-aus/

Euro-Staaten winken ab: Idee eines EU-Finanzministers vor dem Aus

Die Euro-Gruppe will keinen EU-Finanzminister, womit eine der Reform-Ideen von EU-Präsident Juncker vor dem Aus steht……

 

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WIESO INTERESSIERT sich NIEMAND für die MISSETATEN des SAUBEREN HERRN „DRAGHI„“

SCHRITT FÜR SCHRITT wird die MACHT der NATIONALSTAATEN an eine LOBBYistische KRIMINELL agierende MON-SANTO-„EU“ abgegeben???!!!

WIESO einen EU-FINANZ-MINISTER???!!! – DAMIT demnächst die ABWICKLUNG von einer FINANZ-MAFIA betriebenen BANK (insolvent) z.B. „Banca Monte dei Paschi di Siena“ einfacher abgewickelt werden kann die SPARER und STEUER-ZAHLER sind schon so BLÖDE und ZAHLEN für die VERBRECHEN ANDERER

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http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/europaeische-union-finanzminister-reform-waehrungsunion-solidaritaet-eu

Europäische Union: Warum wir einen EU-Finanzminister brauchen

Hört beim Geld die Solidarität auf? Bitte nicht in der EU. Weshalb die Staatengemeinschaft unbedingt bald einen Finanzminister kriegen sollte.
Europäische Union : Gebündelt aber finanzpolitisch noch nicht genügend geordnet: der Euro
Gebündelt, aber finanzpolitisch noch nicht genügend geordnet: der Euro © onemorenametoremember/photocase.de

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs nun beim letzten EU-Gipfel des Jahres in Brüssel zusammensetzen, soll es auch ums Geld gehen. Sie wollen die nötigen Entscheidungen zur Vollendung der Währungsunion planen. Währungsunion? Alleine das Wort klingt so spannend wie Telefonzellenkabel oder Kühlschranktür. Dabei ist die Währungsunion für viele Bürger Europas weitaus bedeutender als die Vereinheitlichung der Kommunikationswege oder der Zugang zu ihren Kühlschränken…………

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aus dem TEXT:..Moritz Enders: Nein. Wir haben Herrn Draghi um eine Stellungnahme gebeten, sein Büro hat diese aber abgelehnt. Dafür hat mir der Anwalt Paolo Emilio Falaschi das Dokument gezeigt, das die Unterschrift von Draghi trägt und in dem er dem Erwerb der Antonveneta zustimmt. Nach Aussage von Prof. Markus Kerber, den wir für die Dokumentation ebenfalls interviewt haben, ist Draghi aufgrund dieses Umstandes als EZB-Präsident nicht mehr tragbar.

.Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Das heißt, im Hintergrund schwelt die Eurokrise weiter?

Moritz Enders: Die EU und die EZB haben uns in eine Sackgasse geführt. Die permanenten Euro-Rettungsmanöver haben bisher niemandem geholfen. Länder wie Griechenland und Italien stecken nach wie vor in der Krise…….

….. Die Politik der EZB mit ihren Niedrigzinsen und Anleihekäufen bewirkt zudem eine Umverteilung von Arm zu Reich, weil das ganze Geld in Asset-Blasen fließt – also etwa in Aktien und Immobilien – was nur den Vermögenden nutzt. Ich finde es bemerkenswert, dass angesichts der heraufziehenden Wohnungsnot in Deutschland in den meisten Medien ein Zusammenhang mit der Politik der EZB überhaupt nicht hergestellt wird. Diese permanenten offenen und verdeckten EuroRettungsaktionen zeigen doch, dass der Euro so wie er konstruiert ist nicht funktioniert……..

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/11/28/tod-eines-bankers-die-spur-fuehrt-ins-herz-der-weltfinanzsystems/

Tod eines Bankers: Die Spur führt ins Herz des Weltfinanzsystems

Bis heute ist der Tod des Kommunikationschefs der MPS nicht geklärt. Eine Dokumentation analysiert die Hintergründe der Situation innerhalb des Bankenhauses.

Ein Denkmal von Sallustio Bandini vor der Hauptniederlassung der Monte Paschi in Siena, dem Schauplatz der Doku Tod eines Bankers. (Foto: dpa)

Ein Denkmal von Sallustio Bandini vor der Hauptniederlassung der Monte Paschi in Siena. (Foto: dpa)

Mario Draghis Unterschrift unter der Genehmigung der Banca d'Italia für den Kuaf der Antonveneta durch die Monte Paschi. (Foto: DWN)

Mario Draghis Unterschrift unter der Genehmigung der Banca d’Italia für den Kuaf der Antonveneta durch die Monte Paschi. (Foto: DWN)

 

Am 6. März des Jahres 2013 fiel der Kommunikationschef der Bank Monte dei Paschi di Siena aus dem Fenster seines Büros und verstarb. Bis heute ist nicht geklärt, ob er Selbstmord begangen hat oder ermordet wurde. Als wahrscheinlich gilt, dass sein Tod in Zusammenhang mit der angespannten Situation innerhalb des Bankhauses gesehen werden muss.

Doch die Spuren führen über Italien hinaus. Zum dem Finanz-Krimi hat der deutsch-französische Sender ARTE eine TV-Dokumentation erstellt – was an sich schon bemerkenswert ist: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich in den vergangenen Jahren zu Themen, die auch Mario Draghi betreffen, eher zurückgehalten. Am Dienstag wurde die Doku auf einer Pressekonferenz im Hauptstadtstudio des ZDF vorgestellt. Am 12. Dezember ist sie dann auf ARTE zu sehen. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten sprachen mit dem Autor der Produktion, Moritz Enders. Enders ist ein renommierter Dokumentarfilmer und Wirtschaftsjournalist, dessen Beitrag über das Attentat auf Papst Johannes Paul II. vor einiger Zeit für Aufsehen sorgte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wann sind auf die Idee gekommen, über den Tod von David Rossi, dem Kommunikationschef der Bank Monte dei Paschi di Siena, eine Dokumentation zu machen?

Moritz Enders: Bei den Dreharbeiten für meine letzte Dokumentation „Schüsse auf dem Petersplatz“, die ich zusammen mit meinem Kollegen Werner Köhne gemacht habe und in der es um das Attentat auf Johannes Paul II. im Jahr 1981 geht. Ehemalige Polizisten stellten den Anschlag nach, indem sie auf eine Attrappe schossen. Anschließend sprach mich einer der Anwesenden an und erzählte mir von dem Tod von David Rossi. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie davon gehört. Aber die Geschichte klang spannend. Nach einem Krimi, über den man etwas über das Banken- und Finanzsystem erzählen kann.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie ging es weiter?

Moritz Enders: Mein Kontaktmann in Siena schickte mir Informationen – erst einmal solche, die allgemein zugänglich waren. Also Zeitungsartikel, Fernsehberichte und ähnliches. Ich schrieb ein Exposé und stieß damit auf Interesse bei André Schäfer, dem Produzenten der Dokumentation. Allerdings musste mein Stoff bei ARTE erst noch durch die Programmkonferenz – und das hat sich aus verschiedenen Gründen in die Länge gezogen. So lange wollte ich nicht warten und fuhr zunächst Ende Februar 2016 nach Siena und Rom. Dort traf ich einige Personen, die mir mein Kontaktmann empfohlen hatte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was haben ihre Recherchen vor Ort konkret ergeben?

Moritz Enders: Besonders eine der Personen, die ich traf – er hatte eine ganze Reihe von Mobilfunktelefonen, weil er aus Sicherheitsgründen bestimmte Personen nur mit bestimmten Telefonen anrief – erwies sich als wahre Goldgrube. Er gab mir einen Computerstick, auf dem Dokumente und die Aufnahmen einer Sicherheitskamera abgespeichert waren. Letztere haben sich für den Film als äußerst wertvoll erwiesen. Sie sind ein wichtiges filmisches Element und verleihen – so hoffe ich – dem Film Suspense. Dann traf ich weitere Personen, die sich mit der Geschichte und den Hintergründen der Monte dei Paschi gut auskennen, unter ihnen den ehemaligen Bürgermeister von Siena, Pierluigi Piccini, und den Vorsitzenden der Sparerschutzvereinigung ADUSBEF in Rom, den ehemaligen Senator Elio Lannutti, aber auch Familienangehörige des Opfers.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist der Vorfall ein italienisches Thema, oder geht das Ganze über Italien hinaus?

Moritz Enders: Im Sommer hat ein Mann bei mir gemeldet, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte: Val Broeksmit. Val ist der Sohn von William Broeksmit, der früher für Merrill Lynch hoch komplexe Finanzprodukte entwickelt hatte. Später wurde er dann „High Risk Assessment Manager“ bei der Deutschen Bank in London. Im Januar 2014 – er war zu diesem Zeitpunkt bereits pensioniert – fand man ihn tot in seiner Wohnung. Er hatte sich – so schien es – mit einer Hundeleine erhängt. Val aber wollte und will sich damit nicht abfinden. Er begann zu recherchieren und reiste quer durch Europa. Unter anderem fuhr er auch nach Siena. Das ist nachvollziehbar, denn die Monte die Paschi hatte einen Derivate-Deal (Code-Name „Santorini“) mit der Deutschen Bank abgeschlossen, für den sich auch die Staatsanwaltschaft in Mailand interessiert hatte. Sein Vater dürfte davon gewusst haben. In Siena riet man Val, sich bei mir zu melden, was er auch tat. Er kam dann nach Berlin und bezog eine Suite in einem Hotel, von dem man einen direkten Zugang zum Zoologischen Garten hat. Wir liefen also zwischen Nashörnern und Flamingos herum und er sagte mir, dass er eher an Marsmenschen glauben würde als dass sein Vater sich umgebracht hätte. Ein Kollege von Broeksmit soll sich dann ebenfalls für den Fall interessiert haben, Charlie Gambino. Er beging dann ebenfalls Selbstmord, ebenfalls, so hörte ich, mit einer Hundeleine.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was glauben Sie denn? Handelt es sich hier um Morde oder Selbstmorde?

Moritz Enders: Dazu kann ich nichts sagen. Allerdings erschien zu der Zeit in der „New York Post“ ein längerer Artikel mit dem Titel „Banker´s Suicides“. Der hat auch in Italien einige Wellen geschlagen. Ich hatte also das Gefühl, dass die Geschichte immer heißer wurde. Das war natürlich ein subjektiver Eindruck, denn die Welt draußen drehte sich ja um tausend andere Dinge. Jedenfalls gab die Produktionsfirma dann grünes Licht, dass ich Val Broeksmit interviewen konnte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sie haben Val Broeksmit also in Berlin interviewt und nicht in London?

Moritz Enders: Inhaltlich gehört das Interview natürlich nach London, weil William Broeksmit dort ums Leben kam und auch Val seinerzeit dort gelebt hat. Aber die Gelegenheit hatte sich nun einmal in Berlin ergeben. Das Interview mit Val war das allererste, das wir gedreht haben. Allerdings spielt London in der Dokumentation dann noch eine wichtige Rollen, nicht zuletzt weil die City of London ja eine der Herzkammern des internationalen Finanzsystems ist.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Und dann hat sich ARTE entschlossen, die Dokumentation in Auftrag zu geben?

Moritz Enders: Das Projekt war ja schon bei ZDF / ARTE in Mainz angenommen worden, aber die französischen Kollegen in Straßburg mussten auch noch überzeugt werden. Das geschah dann im September 2016. Tatsächlich rief mich kurz vor der Programmkonferenz noch ein Redakteur aus Frankreich an. Die wollten keinen „Toskana-Krimi“, sondern einen Film, der uns etwas über die aktuelle Banken- und Finanzkrise erzählt. Das habe ich ihm zugesagt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Und dann konnte gedreht werden?

Moritz Enders: ARTE hatte inzwischen meinen Kollegen Ingolf Gritschneder an Bord geholt, einen sehr erfahrenen Filmemacher, mit dem ich den Film dann gemacht habe. Ich fuhr aber zunächst noch einmal allein nach Siena, um weitere Akteure zu treffen und Vorgespräche zu führen. Allerdings kam mir bei meinen Recherchen auch der Zufall zu Hilfe. So blätterte ich in der Buchhandlung „La Feltrinelli“ ein Buch von dem Journalisten Maurizio Belpietro durch: „I segreti di Renzi“. Dabei stieß ich auf eine Passage, in der von einer Fernsehshow der RAI die Rede ist, in der Renzi persönlich dem Publikum den Kauf von Titeln der Monte dei Paschi schmackhaft machte. Wenig später ist die Aktie dann abgestürzt. Wir haben die entsprechende Stelle der Sendung in dem Film verwendet und Elio Lannutti dazu interviewt. Lannutti, der die Sparerschutzorganisation ADUSBEF gegründet hat, ist wegen der Situation um die MPS sehr verärgert. Bei seinem Auftritt wirkt er dann auch sehr leidenschaftlich.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Worin wurzeln denn die Probleme der MPS?

Moritz Enders: Die Bank wurde in den 90ger Jahren privatisiert, aber im Grunde von der Politik nie von der Leine gelassen. Vor allem die italienische PD nutzte sie als ihren Bankautomaten. Zum Sündenfall kam es dann im Jahr 2009, als man die Banca Antonveneta zu einem aberwitzigen Preis übernahm. Denn hier waren nicht nur der Kaufpreis zu stemmen, sondern auch die Schulden des übernommenen Bankhauses. Die italienische Bankenaufsicht – angesiedelt bei der Banca d´Italia – hätte diesem Deal niemals zustimmen dürfen. Und deren Gouverneur war seinerzeit Mario Draghi.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Hat sich Mario Draghi dazu geäußert?

Moritz Enders: Nein. Wir haben Herrn Draghi um eine Stellungnahme gebeten, sein Büro hat diese aber abgelehnt. Dafür hat mir der Anwalt Paolo Emilio Falaschi dasDokument gezeigt, das die Unterschrift von Draghi trägt und in dem er dem Erwerb der Antonveneta zustimmt. Nach Aussage von Prof. Markus Kerber, den wir für die Dokumentation ebenfalls interviewt haben, ist Draghi aufgrund dieses Umstandes als EZB-Präsident nicht mehr tragbar.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Gibt es noch weitere Ursachen für die Krise der Monte Paschi?

Moritz Enders: Das Management hat dann mit anderen Banken Derivate-Deals abgeschlossen und die Derivate in ihren Bilanzen als Staatsanleihen verbucht. In diesem Zusammenhang ist möglicherweise auch eine Durchsuchung der Wohnung von David Rossi durch die italienische Finanzpolizei zu sehen, einige Tage vor seinem Tod. Ich denke nicht, dass Rossi persönlich etwas zu verbergen hatte, denn als Kommunikationschef war er für die Finanzgeschäfte ja nicht verantwortlich. Aber die Durchsuchung zeigt, wie sehr sich die Situation um die Monte dei Paschi im Februar 2013 zugespitzt hatte. Zwei Tage vor seinem Ende hatte Rossi dann angekündigt, mit der Staatsanwaltschaft reden zu wollen. Wir wissen nicht, was genau er ihr mitteilen wollte, aber dass er überhaupt aussagen wollte, spricht ja schon Bände. Und an der offiziellen Version seines anschließenden Selbstmordes hegen die Anwälte der Familie des Opfers starke Zweifel. Meiner Ansicht nach zurecht. Sie haben uns auf zahlreiche eklatante Widersprüche aufmerksam gemacht, von denen wir einige in dem Film ansprechen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist der Film also doch zu einem Toskana-Krimi geworden?

Moritz Enders: Nein. Der Mord oder Selbstmord bildet den Ausgangspunkt für eine Spurensuche, die uns am Ende bis nach London führt, einem Zentrum der Weltfinanz. Es geht um die Bankenkrise, von der wir am Beispiel der Monte dei Paschi erzählen. Die Monte dei Paschi ist ja nur das bekannteste Beispiel einer ganzen Reihe von Banken, die in Italien inzwischen in Schieflage geraten sind. Dabei waren die italienischen Banken, allen voran die MPS, noch vor fünfundzwanzig Jahren kerngesund. Doch die Privatisierungswelle im Banken- und Industriebereich, mit der Italien angeblich fit für den Euro gemacht werden sollte und bei der Spekulationen gegen die Lira eine ungute Rolle spielten, hat die Situation grundlegend geändert. Für eine Stadt wie Siena ist das besonders hart, denn sie hat von der Bank immer gut leben können, die bescherte Arbeitsplätze und kulturelle Aktivitäten. Das droht nun wegzufallen. Mauro Aurigi, einer unserer Interviewpartner, hat es wie folgt auf den Punkt gebracht: Bisher war Siena immer die südlichste Stadt des prosperierenden Norditalien. Jetzt drohe es, zur nördlichsten Stadt des Mezzogiorno zu werden.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist es denn denkbar, dass die MPS pleite geht?

Moritz Enders: Wenn wir ehrlich sind, ist die Monte Paschi schon lange pleite, aber die Politik wird das nicht zugeben und die EZB wird bei ihren Stresstests immer wieder beide Augen zudrücken. Es steht ja auch viel auf dem Spiel. Sollte die Bank tatsächlich insolvent gehen und es zu einem Bail-In kommen – den die EU-Regularien für einen solchen Fall ja vorsehen – wären die politischen Konsequenzen nicht absehbar. Vor allem deshalb, weil man vielen Kleinsparern in der Vergangenheit Anteilsscheine an der MPS verkauft hat. Und das hieße, dass die Einlagensicherung bei ihnen nicht greift und sie Federn lassen müssten. Schon im Herbst 2015 kam es in Italien ja zu Tumulten, als drei kleinere Banken über einen Bail-in abgewickelt wurden. Derartige Szenen nach einer Pleite der MPS wären Wind in den Segeln eurokritischer Parteien, die nach Umfragen schon jetzt in Führung liegen. Das heißt, der Euro könnte in Italienscheitern und die MPS oder eine andere Bank wären in dem Fall der erste Dominostein, der kippt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Das heißt, im Hintergrund schwelt die Eurokrise weiter?

Moritz Enders: Die EU und die EZB haben uns in eine Sackgasse geführt. Die permanenten Euro-Rettungsmanöver haben bisher niemandem geholfen. Länder wie Griechenland und Italien stecken nach wie vor in der Krise. Die Targetsalden steigen derweil weiter an, werden aber nirgendwo verbucht. Unter den Ökonomen wird ja darüber gestritten, ob sie überhaupt verbucht werden müssen. Fakt ist aber, dass diese Forderungen nicht einbringlich sein werden, sollte der Euro auseinanderbrechen. Dann würde sich die viel gelobte deutsche Exportindustrie nicht so sehr als Exportindustrie als vielmehr als Verschenkungsindustrie entpuppen. Die Politik der EZB mit ihren Niedrigzinsen und Anleihekäufen bewirkt zudem eine Umverteilung von Arm zu Reich, weil das ganze Geld in Asset-Blasen fließt – also etwa in Aktien und Immobilien – was nur den Vermögenden nutzt. Ich finde es bemerkenswert, dass angesichts der heraufziehenden Wohnungsnot in Deutschland in den meisten Medien ein Zusammenhang mit der Politik der EZB überhaupt nichthergestellt wird. Diese permanenten offenen und verdecktenEuroRettungsaktionen zeigen doch, dass der Euro so wie er konstruiert ist nichtfunktioniert.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sie halten den Euro für gescheitert?

Moritz Enders: Um den Euro in seiner jetzigen Form zu behalten, bräuchte es Transferleistungen vom Norden in den Süden Europas, welche die Volkswirtschaften des Nordens auf Dauer gar nicht stemmen könnten – selbst dann nicht, wenn es hierfür einen breiten Konsens in der Bevölkerung geben sollte. Zu fragen wäre auch, ob sich durch solche Transfers in den südlichen Ländern nicht Wirtschaftsstrukturen verfestigten, die für die Volkswirtschaften dieser Länder von Nachteil wären. So sehr es zu begrüßen gewesen wäre, mit dem Euro eine Weltwährung zu etablieren, die dem Dollar hätte Konkurrenz machen können, so sehr muss man sagen, dass der Euro in seiner jetzigen Form einen Ballast darstellt. Das Gerüst der europäischen Einigung steht nun windschief in der Landschaft und kann beim nächsten Sturm in sich zusammenbrechen. Ich hoffe sehr, dass sie im Finanzministerium für die nächste Euro-Krise einen Plan B in der Schublade haben. Im Zweifel ist eine kontrollierte Sprengung besser als ein unkontrollierter Zusammenbruch, zu dem es etwa nach einem Euro-Austritt Italiens kommen könnte. Ich denke, dieses Thema ist von fundamentaler Wichtigkeit für die Zukunft der EU. Und ich hoffe, dass unser Film über die Monte dei Paschi di Siena ein kleines bisschen zu der notwendigen Debatte beitragen kann.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/05/ezb-stuetzt-frankreich-und-italien-anleihe-markt/

EZB stützt Frankreich und Italien am Anleihe-Markt

Die EZB kauft mehr Anleihen Italiens und Frankreichs am Markt, als diesen nach dem Kapitalschlüssel eigentlich zusteht.

Die Europäische Zentralbank kauft deutlich mehr italienische und französische Staatsanleihen am Markt auf, als nach ihrem Kapitalschlüssel eigentlich vorgesehen ist. Dieser bezeichnet den Anteil jeder nationalen Zentralbank an dem gezeichneten Gesamtkapital der EZB. Deutschland als bevölkerungsreichstes und wirtschaftsstärkstes Euro-Land kommt aktuell auf einen Schlüssel von 17,9973 Prozent. Dies bedeutet, dass etwa 18 Prozent aller von der EZB im Zuge ihres Anleihekaufprogramms am Markt erworbenen Anleihen deutsche Staatsanleihen sein müssten.

Wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet, kauft die EZB jedoch für etwa jeweils 1 Milliarden Euro mehr Staatsanleihen Frankreichs und Italiens, als es der Kapitalschlüssel suggerieren würde. Deutsche Staatsanleihen werden dagegen untergewichtet.

„Die EZB kaufte im November den achten Monat in Folge weniger deutsche Bonds, als sie eigentlich sollte und stattdessen erneut mehr französische und italienische Papiere, wie am Montag vorgestellte Daten der Zentralbank zeigen. Frankreich und Italien genossen Käufe in Höhe von 10,4 Milliarden Euro und 9 Milliarden Euro, die jeweils rund eine Milliarde Euro über ihrem Kapitalschlüssel lagen“, schreibt Reuters.

Als Folge der seit Monaten andauernden „Überziehung“ französischer und italienischer Anleihen im Kaufprogramm sind die Renditeunterschiede zu deutschen Bonds auf einen vergleichsweise geringen Umfang zusammengeschmolzen. Die Rendite-Lücke zwischen zehnjährigen deutschen und italienischen Papieren war am Dienstag mit etwa 137 Basispunkten (1,37 Prozent) beispielsweise so gering wie zuletzt im Oktober 2016.

Die dauerhafte Übervorteilung von Frankreich und Italien zeigt, dass die EZB Anleihen dieser Staaten offenbar ganz besonders am Kapitalmarkt vor steigenden Zinsen schützen muss. Insbesondere das wirtschaftlich und finanziell angeschlagene Italien könnte von der ab Januar 2018 geplante Halbierung des Kaufvolumens von monatlich 60 Milliarden Euro auf 30 Milliarden Euro negativ betroffen werden, weil der EZB nur noch halb so viel „Munition“ zur Verfügung steht, um die Renditen zu drücken.

Beobachter rechnen damit, dass mehrere Eurostaaten ohne die seit März 2015 andauernde Manipulation der Anleiherenditen und -kurse durch die EZB unter starken Druck geraten würden, weil die auf die Staatsschuld zu zahlenden Zinsen deutlich steigen würden. Denn indem die EZB als potentieller Helfer und Käufer der Schuldscheine mit praktisch unbegrenzter Liquidität in Erscheinung tritt, werden die Renditeforderungen der Geldgeber an den Anleihemärkten – die sich am Ausfallrisiko des Landes orientieren – gedrückt und die Regierungen der betroffenen Staaten können sich günstiger verschulden. Fällt diese Unterstützung durch die EZB weg, könnte der Ausbruch einer neuen Schuldenkrise in Europa das Ergebnis sein. Schon mehrfach hatten Spekulationen über das Ende des Programms in der jüngsten Vergangenheit zu Verwerfungen an den Anleihemärkten geführt.

Eine Grafik von Reuters zeigt, dass die Übervorteilung Frankreichs, Italiens und Spaniens beim Anleihekaufprogramm Anfang 2016 begann, während die Benachteiligung Deutschlands Anfang des laufenden Jahres einsetzte.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/07/ezb-spekuliert-mit-firmen-anleihen-und-verliert/

 

EZB spekuliert mit Unternehmens-Anleihen und verliert

Die EZB hat mit dem Kauf von Anleihen des Möbelherstellers Steinhoff hohe Kursverluste eingefahren.

Renovierungsarbeiten an der markanten Euro-Skulptur vor der ehemaligen Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Renovierungsarbeiten an der markanten Euro-Skulptur vor der ehemaligen Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Die Entwicklung des Kurses der Steinhoff-Anleihe. (Grafik: wolfstreet.com)

Die Entwicklung des Kurses der Steinhoff-Anleihe. (Grafik: wolfstreet.com)

Die Europäische Zentralbank hat mit dem Kauf von Anleihen des weltweit zweitgrößten Möbelkonzerns Steinhoff Kursverluste in unbekannter Höhe eingefahren. Das deutsch-südafrikanische Unternehmen muss sich dem Vorwurf der Bilanzfälschung stellen, der Aktienkurs war in den vergangenen Tagen massiv eingebrochen.

Wie der Finanzblog Wolfstreet berichtet, hatte die EZB zuvor Anleihen des Unternehmens in unbekannter Höhe gekauft. Dies geht aus offiziellen Dokumenten der Zentralbank hervor.

Steinhoff hatte im Juli des laufenden Jahres Anleihen im Gesamtwert von 800 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent verkauft, die im Januar 2025 fällig werden. Weil das Unternehmen zur damaligen Zeit solvent schien, erhielten die Papiere eine gute Bewertung und durften folglich von der EZB im Zuge ihres umstrittenen Anleihe-Kaufprogramms erworben werden, berichtet finanzmarktwelt.de.

Zum Zeitpunkt des Kaufes lag der Kurs der Papiere bei 100 Prozent für jeden Euro. Als die Spekulationen um mögliche Bilanzfälschungen auftauchten, sackte der Kurs ab. Am Mittwoch lag er bei nur noch 33 Prozent für den Euro. Dies bedeutet, dass die EZB derzeit Buchverluste im Umfang von etwa 70 Prozent auf ihre Steinhoff-Bonds verkraften muss. Diese können sich noch ausweiten. Weil die Zentralbank den Umfang der Käufe nicht veröffentlicht, ist nicht klar, wie hoch der Buchverlust derzeit ist.

Reuters berichtet, dass Steinhoff-Aktien am Mittwoch und Donnerstag zusammen mehr als 80 Prozent an Wert eingebüßt haben. Die von den Euro-Wächtern gehaltene Steinhoff-Anleihe reagierte ebenso heftig: Binnen weniger Tage stieg die Rendite auf fast zwölf Prozent.

Wolfstreet berichtet unter Berufung auf Daten von UBS und Bloomberg, dass die EZB derzeit 26 Anleihen mit Junk Bond-Status (Bonität von BB+ oder tiefer) sowie 233 Anleihen ohne Bonitätsprüfung hält.

Bei den Aktionären von Steinhoff liegen die Nerven inzwischen blank. Nach dem Kurssturz am Mittwoch von 63 Prozent brachen die Titel am Donnerstag um weitere 35 Prozent auf nur noch 72 Cent ein, berichtet Reuters. Der nach Ikea weltweit zweitgrößte Möbelhändler verlor seit Wochenbeginn mehr als elf Milliarden Euro an Börsenwert. Dies entspricht in etwa der gesamten Marktkapitalisierung des Dax-Wertes RWE.

„Die Aktie will aktuell keiner mehr haben, alle wollen raus“, sagte ein Händler. Um seinen Platz im Nebenwerteindex MDax müsste Steinhoff auf dem aktuellen Kursniveau zwar noch nicht bangen – noch so ein schwarzer Börsentag würde den einstigen Dax-Anwärter aber in die Bredouille bringen. „Noch reicht der Börsenwert aus, erst wenn die Aktie weiter an Wert verliert, wird es gefährlich“, sagte Index-Experte Tobias Adler von der Oddo Seydler Bank. Seinen Berechnungen zufolge wäre es bei einem Fall des Aktienkurses unter 50 Cent kritisch. „Dann könnte die Aktie beim nächsten Überprüfungstermin der Börse im März in den SDax absteigen.“

Für Steinhoff ist es so oder so ein Tiefpunkt in der Firmengeschichte. Im August 2016 hatten die Aktien bei 6,16 Euro ein Rekordhoch erreicht, galten einst als Anwärter auf einen Platz im Leitindex Dax. Gemessen an den alten Höchstständen haben Aktionäre einen Kursverlust von rund 90 Prozent in den Büchern stehen. Das ursprünglich aus Westerstede bei Bremen stammende Unternehmen ist auch an der südafrikanischen Börse gelistet. Am Donnerstag fielen sie an der Börse in Johannesburg um 30 Prozent.

Das Management des Konzerns werde zunehmend zur Belastung, sagte Fondsmanager Michael Treherne vom Vermögensverwalter Vestact. „Einer der Gründe in Steinhoff investiert zu sein, war bislang eigentlich, dass sie das Wertpotenzial gut ausschöpfen konnten.“

Seit Monaten stehen Manager des Betreibers der „Poco“-Möbelhäuser unter dem Verdacht der Bilanzfälschung. In dieser Woche erschütterte der Rücktritt des seit zwei Jahrzehnten amtierenden Konzernchefs Markus Jooste das ohnehin angeschlagene Vertrauen der Anleger. Zudem räumte der Aufsichtsrat ein, dass neue Informationen in Bezug auf Bilanzunregelmäßigkeiten weitere Nachforschungen erforderlich machten. Die Firma teilte zuletzt mit, ihre Liquidität mit Verkäufen verbessern zu wollen.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/05/eu-prangert-17-staaten-als-steuer-oasen/

EU: Luxemburg ist keine Steuer-Oase

Die EU prangert 17 Staaten auf einer Schwarzen Liste als Steueroasen an. Zahlreiche der wichtigsten Steuerparadiese fehlen darauf jedoch.

 

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker. (Foto: dpa)

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker. (Foto: dpa)

Die EU-Finanzminister haben eine „Schwarze Liste“ beschlossen, auf der 17 Staaten und Gebiete als Steueroasen angeprangert werden. Diese täten aus Sicht der EU nicht genug, „um Steuerflucht zu bekämpfen“, sagte der französische Minister Bruno Le Maire am Dienstag vor Journalisten in Brüssel, wie AFP berichtet. Die EU arbeitet schon seit April 2016 an der Liste.

Auf der Liste stehen nach Angaben aus EU-Kreisen folgende 17 Länder und Gebiete: Bahrain, Barbados, Grenada, Guam, Macau, die Marschall-Inseln, die Mongolei, Namibia, Palau, Panama, Samoa, Amerikanisch-Samoa, St. Lucia, Südkorea, Trinidad und Tobago, Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Interessant ist, dass zahlreiche bekannte und bedeutende Steueroasen nicht auf der Liste erscheinen. Dazu gehören beispielsweise Luxemburg, die britischen Kanalinseln, zahlreiche britische Überseegebiete, die Niederlande sowie zahlreiche US-Bundesstaaten.

Sanktionen sind vorerst nicht vorgesehen – die EU setzt auf eine „Prangerwirkung“ durch die Aufnahme in die Liste. Forderungen, auch EU-Länder in die Liste aufzunehmen, weist die EU mit Verweis auf gemeinsame Regeln bei Steuerstandards zurück.

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siehe auch BAR-GELD-ABSCHAFFUNG – „MARIO DRAGHI“ – ?“SMART und DIGITAL“?

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/11/eu-will-vorschriften-fuer-reisen-mit-bargeld-drastisch-verschaerfen/

EU will Vorschriften für Reisen mit Bargeld drastisch verschärfen

Die EU arbeitet an verschärften Vorschriften für das Mitführen von Bargeld bei Reisen.

Euro-Scheine. (Foto: dpa)

Euro-Scheine. (Foto: dpa)

Die EU arbeitet an verschärften Bestimmungen für das Mitführen von Bargeld bei Reisen ins außereuropäische Ausland und bei der Rückkehr nach Europa. Das Komitee für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres plant demnach eine Revision der First Cash Control Regulation aus dem Jahr 2005. Diese sah noch vor, dass EU-Bürger Bargeld im Umfang ab 10.000 Euro beim Verlassen der EU oder bei der Rückkehr bei den Zollbehörden anmelden müssen.

Die geplanten neuen Regeln sehen eine deutliche Verschärfung vor. Wie aus einer Veröffentlichung auf der Homepage des Europäischen Parlamentes hervorgeht, soll nicht  nur die Schwelle von 10.000 Euro herabgesetzt werden, sondern auch die Definition von Bargeld erweitert werden.

So haben sich die Abgeordneten des Ausschusses dazu entschlossen, dass fortan auch Gold, Edelsteine und mit Guthaben aufgeladene Cash-Karten fortan als Bargeld anzusehen sind.

Kryptowährungen wie Bitcoin sollen hingegen nicht zum Bargeld gerechnet werden sollen. Die Erklärung dafür ist bemerkenswert: „Trotz des hohen Risikos, das von Kryptowährungen wie Bitcoin ausgeht, werden diese nicht dem Bargeld zugerechnet. Der Grund dafür ist, dass den Zollbehörden die technischen Mittel fehlen, Kryptowährungen zu entdecken.“

Zudem sollen die Zollbehörden dazu ermächtigt werden, auch Bargeldsummen von weniger als 10.000 Euro zeitlich befristet zu beschlagnahmen, wenn der Verdacht krimineller Aktivitäten besteht. Was die Mitglieder des Ausschusses genau unter krimineller Aktivität verstehen, wird nicht genau festgelegt.

Zudem sollen die EU-Bürger künftig auch Bargeld angeben, dass per Frachtsendung verschickt wird. Die Abgeordneten forderten die EU-Kommission zudem auf, ein Gesetz vorzubereiten, welches die verschiedenen in den Mitgliedsstaaten geltenden Regeln für „Bargeld-Kontrollen“ vereinheitlicht und einer bis zum Jahr 2019 zu gründenden „Union Financial Intelligence Unit“ – also einem Art Finanz-Geheimdienst – unterstellt.

Begründet wir der Versuch einer Verschärfung der Regeln mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und Terror-Finanzierung. Diese Punkte sind durchaus plausibel. Der Trend zur Einschränkung des Bargeldgebrauchs in der EU hat jedoch noch andere Vorteile: In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass Bargeld die einzige Möglichkeit der Bürger darstellt, ihre Ersparnisse vor dem Zugriff der Staaten und Banken und etwaiger Sonderabgaben oder Vermögenssteuern zu schützen. Zudem erlaubt es Bargeld, anonym zu bezahlen.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/06/deutsche-bank-wir-erleben-die-groesste-anleihen-blase-der-geschichte/

Deutsche Bank: Wir erleben die größte Anleihen-Blase der Geschichte

Zahlreiche Euro-Geldmünzen fallen als Geldregen auf den Boden. Doch die Warnung vor der größten Anleihen-Blase der Geschichte bleibt bestehen. (Foto: dpa)

Zahlreiche Euro-Geldmünzen fallen als Geldregen auf den Boden. (Foto: dpa)

Die Deutsche Bank warnt mit Blick auf den Anleihemarkt vor der größten Blase der Geschichte.

Die Deutsche Bank sorgt sich wegen der extrem tiefen Zinsen an den Anleihemärkten. Die Entwicklung der Kapitalmarktrenditen sei aus dem Ruder gelaufen, sagte der Chefvolkswirt des größten deutschen Geldhauses, David Folkerts-Landau, am Dienstagabend zu Journalisten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Ökonom bezeichnete die Situation als „die größte Anleihen-Blase in der Geschichte der Menschheit“. Es gebe keine historischen Vorläufer.

Sollten die Minizinsen bei Anleihen in Europa etwa auf die massiven Anleihekäufe der EZB zurückzuführen sein, bestünde die Gefahr, dass dies bei raschen Änderungen der Geldpolitik zu krisenhaften Entwicklungen führen könnte, weil rasch steigende Renditen und die parallel dazu sinkenden Kurse der Papiere zu Abschreibungsverlusten in den Bilanzen von Banken, Hedgefonds und auf dem Derivatemarkt führen würden und das global vernetzte Finanzsystem erschüttern können.

Aktuell liegt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bei 0,31 Prozent. Folkerts-Landau zufolge sollte sie aber eigentlich deutlich höher liegen. Auch in den USA lägen die Renditen sehr niedrig. Das gleiche lässt sich aus Sicht des Volkswirts aber nicht von den Bewertungen an den Aktienbörsen sagen. „Es ist schwer, dafür Argumente zu liefern, dass diese vollkommen aus dem Rahmen fallen“, sagte Folkerts-Landau.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – die Zentralbank der Notenbanken – hatte vor wenigen Tagen gewarnt, die Schwachstellen im Finanzsystem, die sich im Zuge der langen weltweiten Mini-Zinsphase aufgebaut hätten, seien nicht beseitigt. Dabei wiesen die BIZ-Experten auch auf die niedrigen Staatsanleihe-Renditen hin und warnten vor einem zunehmenden Aufbau von Risikopositionen. Auf lange Sicht könnten Turbulenzen an den Finanzmärkten die Folge sein.

Weltweit hatten Notenbanken rund um den Globus in Reaktion auf die Finanzkrise ihre Leitzinsen auf rekordtiefe Niveaus gesenkt, um für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen. Zudem legten sie billionenschwere Anleihekaufprogramme auf. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit ihrem inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegten Kaufprogramm zum größten Akteur auf den europäischen Anleihemärkten aufgestiegen.

Der Hauptgrund des Programms besteht darin, die Finanzierungszinsen der überschuldeten Eurostaaten an den globalen Kapitalmärkten zu senken. Indem die EZB als potentieller Helfer und Käufer der Schuldscheine mit praktisch unbegrenzter Liquidität in Erscheinung tritt, werden die Renditeforderungen der Geldgeber an den Anleihemärkten – die sich am Ausfallrisiko des Landes orientieren – gedrückt und die Regierungen der betroffenen Staaten können sich günstiger verschulden. Fällt diese Unterstützung durch die EZB weg, könnte der Ausbruch einer neuen Schuldenkrise in Europa das Ergebnis sein. Bereits mehrfach hatten Spekulationen über das Ende des Programms in der jüngsten Vergangenheit zu Verwerfungen an den Anleihemärkten geführt.

Die EZB ist aus diesem Grund gezwungen, das Programm entweder fortzuführen oder andere Mittel der Manipulation des Marktes anzuwenden. In welcher Zwickmühle sich die Zentralbank befindet, wurde vor wenigen Wochen offenbar, als Präsident Mario Draghi eine Verlängerung des Programms bis Ende 2018 bekanntgab. Um Kritiker wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zu besänftigen, wurde das monatliche Kaufvolumen um die Hälfte von 60 Milliarden Euro auf 30 Milliarden Euro gesenkt. Die EZB hält sich aber nach wie vor jede Option – auch ein Wiederherauffahren des Programms – offen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass das Programm der Drückung der Renditen auf den Anleihemärkten dienen soll, ist die Tatsache, dass mehr Anleihen von finanziell angeschlagenen Staaten wie Frankreich und Italien gekauft werden, als nach dem sogenannten Kapitalschlüssel eigentlich vorgesehen ist.

„Donald Trump“ Präsident der Banken – „Goldman“ -Sachs – „Deutsche Bank“ – „DODD-FRANK-AKT“ – De-Regulierung des Finanz-Sektors / Skandal Monte Paschi

Monitor – Donald Trump Präsident der Banken.

„Freie Bahn für freie Banken“?!
„DODD-FRANK-AKT“ – Gesetz zur Regulierung der Banken
De-Regulierung des Finanz-Sektors
„Goldman-Sachs“ – „Deutsche Bank“

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http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-donald-trump-praesident-der-banken-100.html

Donald Trump: Präsident der Banken

„Monitor“ | 19.01.2017 | 07:36 Min. | Das Erste

Er ist angetreten mit markigen Sprüchen: Er wolle den Wall-Street-Sumpf trockenlegen. Jetzt beruft Trump einen Investmentbanker nach dem anderen in sein Team, Manager aus einer Branche, die die Finanzmarktkrise von 2008 hauptsächlich verschuldet hat. Die Börsen reagieren begeistert, die Bankenkurse sind seit Trumps Wahl steil nach oben gegangen. Besonders eine Bank könnte Hilfe von Trump besonders gut gebrauchen: die Deutsche Bank. Sie war über Jahre Trumps wichtigster Kreditgeber. Von einer Deregulierung könnte sie besonders profitieren. Experten warnen schon vor einer neuen Finanzmarktkrise.

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http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/trump-und-mnuchin-wollen-zuegel-fuer-banken-lockern-14746004.html

Weniger Vorgaben Trump will Zügel für Banken lockern

Strenge Vorgaben für Banken schützen den Steuerzahler und sollen eine neue Finanzkrise verhindern. Trump und sein Finanzminister Mnuchin planen nun wieder mehr Freiheiten im riskanten Eigenhandel.

25.01.2017, von Markus Frühauf

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Will und wird einiges umkrempeln: Präsident Donald Trump

Nach der Wende in der Handelspolitik leitet der neue amerikanische Präsident Donald Trump nun auch die Abkehr von strengen Vorgaben für die Banken ein. Als Erstes sollen die Beschränkungen im Wertpapiergeschäft auf eigene Rechnung abgeschafft werden, wie der designierte Finanzminister Steve Mnuchin in einem Schreiben an den Finanzausschuss des amerikanischen Senats ankündigte. Damit würde der frühere Manager der Investmentbank Goldman Sachs eine der wichtigsten Maßnahmen nach der Finanzkrise rückgängig machen und den Banken wieder mehr Eigenhandel, also Wetten auf eigene Rechnung, erlauben.

Dabei war die Einschränkung dieser Geschäfte eine wichtige Konsequenz, die nach der Finanzkrise gezogen wurde. Viele Banken hatten ihre Risikotragfähigkeit überschätzt, was die Regierungen in Amerika und Europa zu Rettungsmaßnahmen über mehrere Billionen Dollar und Euro gezwungen hatte, um das Finanzsystem vor dem Untergang zu bewahren. In seinem Schreiben kritisiert Mnuchin, der bei Goldman Sachs nach 17 Jahren im Jahr 2002 und damit weit vor Ausbruch der Finanzkrise aufgehört hatte, die sogenannte Volcker-Regel.

Steuerzahler sollen nicht mehr für Banken haften

Die nach dem früheren amerikanischen Notenbankpräsidenten Paul Volcker bezeichnete Vorschrift legt den Banken Fesseln im riskanten Eigenhandel an. Sie ist in Amerika im Rahmen des DoddFrank Act gesetzlich vorgegeben. Das nach den beiden Kongressabgeordneten Chris Dodd und Barney Frank benannte Gesetz soll Sparer und Steuerzahler davor schützen, wieder für Banken und deren Verluste haften zu müssen. Mit dem Dodd-Frank Act zogen die Vereinigten Staaten die Konsequenzen aus der Finanzkrise.

Trump hatte das im Juli 2010 verabschiedete Gesetz mehrfach kritisiert, weil es seiner Ansicht nach den Aufsehern zu viel Macht gebe und die Banken zu stark einschränke.

Trump und Mnuchin auf Seite der Banken

Damit macht sich Trump die Kritik der Banken zu eigen, die nach der Finanzkrise einer strengeren Regulierung zwar grundsätzlich zustimmten, aber schon seit einiger Zeit vor der Überregulierung warnen. Ähnlich begründet nun Mnuchin in seinem Schreiben an den Senat sein Vorhaben, die Volcker-Regel künftig weniger starr auslegen und deshalb anders definieren zu wollen.

Dabei beruft er sich auf einen Bericht der amerikanischen Notenbank Federal Reserve vom September 2016. Dort hatte die Fed Engpässe in der Marktliquidität als Folge der Einschränkungen im Eigenhandel eingeräumt.

44418776 © AFP Einst bei Goldman Sachs, bald wohl amerikanischer Finanzminister: Steve Mnuchin

Auch die EU-Kommission hat europäischen Banken die Geschäfte auf eigene Rechnung in vergleichbarer Weise eingeschränkt. Dadurch können die Banken weniger Handelsbestände für die Wertpapiermärkte vorhalten, was an den Börsen zu heftigeren Kursschwankungen führt. Vor allem der Anleihehandel der Banken ist davon betroffen. Doch daran ist nicht nur der Eigenhandel schuld. Denn die Institute reduzieren ihre Handelsbestände auch wegen höherer Kapitalanforderungen. Der zusätzliche Verlustpuffer verteuert den Handel mit Wertpapieren und macht ihn damit weniger profitabel.

 
Trump und Finanzminister Mnuchin wollen den Banken wieder mehr Freiheiten im riskanten Eigenhandel lassen

Mnuchin hält Beschränkungen im Eigenhandel zwar für richtig, spricht sich aber gleichzeitig für eine einfachere Definition aus. Denn die Unklarheit über die rechtlichen Grenzen hat die Banken seiner Ansicht nach zu vorsichtig werden lassen. Das hat wiederum den Handel an den Börsen zu stark zurückgehen lassen. Deshalb will Mnuchin in Zukunft sicherstellen, dass die Banken wieder ausreichend Liquidität bereitstellen, um einen reibungslosen Handel an den Börsen zu ermöglichen

http://uswahl-dpa-electionslive.s3.amazonaws.com/us-cabinet/html/index.html

 

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/01/26/goldman-sachs-gottes-banker-im-weissen-haus/?ls=ap

Goldman Sachs: Gottes Banker im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump hat eine ganze Fraktion von früheren Goldman Sachs in seine Regierung berufen. Es ist durchaus denkbar, dass die Gruppe Großes vorhat. Für die Wall Street könnte es ein böses Erwachen geben.

Der künftige US-Finanzminister Steven Mnuchin, früher Investmentbanker bei Goldman Sachs und Hedgefonds-Manager, stellt sich am 19.01.2017 im Kapitol in Washington (USA) einer Anhörung des Senats. (Foto: dpa)

Der künftige USFinanzminister Steven Mnuchin, früher Investmentbanker bei Goldman Sachs und Hedgefonds-Manager, stellt sich am 19.01.2017 im Kapitol in Washington (USA) einer Anhörung des Senats. (Foto: dpa)

Stephen Bannon in New York. (Foto: dpa)

Stephen Bannon in New York. (Foto: dpa)

Gary Cohn, ehemals bei Goldman Sachs und nun Voritzender des Wirtschaftsrates des Weißen Hauses. (Foto: dpa)

Gary Cohn, ehemals bei Goldman Sachs und nun Vorsitzender des Wirtschaftsrates des Weißen Hauses. (Foto: dpa)

Die Financial Times beschäftigt sich in einer interessanten Analyse mit dem erstaunlich starken Team der US-Großbank Goldman Sachs in Donald Trumps Kabinett und auf anderen wichtigen Posten. Die Nominierungen erscheinen widersprüchlich, weil sie nicht der öffentlichen Kritik Trumps gegenüber den US-Großbanken aus Wahlkampftagen entsprechen.

So warf Trump Goldman vor, seinen republikanischen Wettbewerber um das Präsidentschaftsamt Ted Cruz „zu besitzen“. Mehrfach kritisierte er zudem, dass seine demokratische Widersacherin Hillary Clinton bezahlte Reden bei Großbanken – darunter auch Goldman Sachs – hielt.

Inzwischen befinden sich drei ehemalige Angestellte der Bank in Trumps Kabinett, weitere werden als Berater oder auf wichtigen Posten tätig sein.

Dazu gehört Stephen Bannon, Trumps Chefstratege. Er soll gleichberechtigt mit Trumps Stabschef agieren. Vor einem Vierteljahrhundert arbeitete Bannon für Goldman Sachs und kam danach zu einigem Reichtum. Er hat irisch-katholische Wurzeln und ist ein tiefer Bewunderer Ronald Reagans. Bannon sagte dem Hollywood Reporter in einem Interview, er sehe seine Rolle wie die von Oliver Cromwell. Er gilt als der wichtigste Stratege und vertritt vor allem in Banken-Fragen teilweise radikale Positionen.

CNBC berichtete im November: „Die Wall Street könnte eine reizbare Beziehung mit Donald Trump im Weißen Haus haben, wenn die Kommentare einer seiner Chefberater als Hinweise zu werten sind. In einer Präsentation, die Steve Bannon während einer Konferenz im Vatikan im Jahr 2014 gab, zerriss der Trump-Vertraute die großen Banken und ihre Rolle in der Finanzkrise von 2008. Er sagte, dass niemand jemals zur Rechenschaft gezogen wurde, was die populistische Wut und Gruppen wie die Tea-Party anheizte.“

Zur Frage der Bail-outs für marode Banken sagte Bannon nach Angaben von CNBC: „Für die Christen und vor allem für diejenigen, die an die Untermauerung des jüdisch-christlichen Westens glauben, glaube ich nicht, dass wir ein Bail-out haben sollten. Ich denke, die Rettungspakete im Jahr 2008 waren falsch. Und ich denke, Sie sehen im Nachhinein, es gab  eine Menge Fehlinformationen, die über die Rettungspakete der Banken im Westen präsentiert wurden.“

Bannon wörtlich: „Darüber hinaus, denke ich, müssen wir wirklich dazu zurückkehren und dafür sorgen, dass Banken das tun, was sie tun: Geschäftsbanken leihen Geld und Investmentbanken investieren in Unternehmen. Wir müssen weg von diesem Handel – Weg von dieser Hedge-Fonds-Verbriefung.“

Bannon tritt gegen einen libertären Kapitalismus auf und will den Kapitalismus in die christlichen-jüdischen Werte eingebettet wissen, wie er bei der Vatikan-Konferenz sagte. Was das allerdings wert ist, kann schwer vorhergesagt werden. Auf Gott hatte sich zuletzt Goldman-Chef Lloyd Blankfein berufen, der auf Kritik an der Investmentbank sagte, man verrichte nur „Gottes Werk“.

Bannon ist der Vordenker für Trump. Er versteht es meisterhaft, der Öffentlichkeit eine Inszenierung vorzulegen, die am Ende die Kulisse für gravierende Veränderungen ist. Er soll die Rede Trumps für die Inauguration geschrieben haben. Trump präsentierte sich als jemand, der die Macht dem Volk zurückgeben und bei den Eliten aufräumen will. Das ist schon große Chuzpe bei einem Team, in dem Generäle, Goldmänner und ExxonMobil-Manager wirken werden. Fast alle Regierungsmitglieder sind Millionäre.

Die neue, scheinbar moralische Haltung könnte einen Hinweis darauf geben, dass die Goldmänner unter Trump die Wall Street unter Beschuss nehmen. Im Ergebnis könnte eine Neuordnung des Bankensystems folgen. Im Herbst 2007 hatte die US-Regierung auf eine Banken-Panik mit der Gründung der Federal Reserve (Fed) reagiert. Die Fed war, wie Roger Lowenstein in seinem ausgesprochen lesenswerten Buch über die Geschichte der Fed schreibt, mehrfach gegründet und geschlossen worden.

So könnten die geplanten Infrastruktur-Investitionen in den USA über eine neue Förderbank abgewickelt werden. Der Goldman-Philosophie würde eine solche Disruption durchaus entsprechen – vorausgesetzt, sie findet unter ihrer Regie statt.

Trumps Finanzminister Steve Mnuchin arbeitete 17 Jahre lang für Goldman Sachs. Mnuchin war bereits für die Wahlkampffinanzen Trumps zuständig. Mit ihm verstärkt der neue Präsident die Bande zur Wall Street. In seiner Zeit bei Goldman Sachs zu einigem Reichtum gekommen, gründete Mnuchin eine Investitionsfirma (Dune Capital Management) und eine Produktionsfirma (Dune Entertainment Partners). Damit finanzierte er Filme wie „Avatar“ oder die „X-Men“-Reihe. Mnuchin, 1963 geboren, gilt an der Wall Street als bestens vernetzt. Schon 2010 kündigte er an, dass die nach der Finanzkrise erlassenen Regulierungen für Banken (Dodd-Frank Act) überprüft werden müssten.

Gary Cohn war bislang hinter dem mächtigen Goldman-Chef Lloyd Blankfein die Nummer zwei und verkörpert die Finanzelite wie kaum ein zweiter – jetzt wird er als Vorsitzender des Wirtschaftsrates des Weißen Hauses in die Regierung wechseln. Komplettiert wird die Bande der Ex-Goldmänner in Trumps Stab vom Wall-Street-Guru Anthony Scaramucci.

Scaramucci wird Trumps Verbindungsoffizier zu den Regierungen, eine Art Außenminister in Finanz- und Handelsfragen. Dina Powell, ehemalige Präsidentin der karitativen Stiftung der Bank, zählt ebenfalls zu den neuen Beratern. Scaramucci hatte beim WEF in Davos seinen großen Auftritt. Er sagte laut Tagesanzeiger: „Trump ist die letzte große Hoffnung für die Globalisierung, er kann sie retten.“

Die Zeitung zitiert weiter: „Die reichsten drei Prozent der Weltbevölkerung seien gut durch die Finanzkrise gekommen. Sie hätten genauso viel Vermögen oder sogar mehr als 2007. Die anderen 97 Prozent müssten aber kämpfen. Das hätten die globalen Elite nicht erkannt“. Scarramucci: „Sorry, dass ich das sage, zur Elite gehören wir ja praktisch alle dazu. Ihr müsst rausgehen in die echte Welt und den Leuten zuhören.“

Der Wall-Street-Anwalt Jay Clayton wird unter US-Präsident Donald Trump neuer Chef der USBörsenaufsicht SEC. Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell unter anderem für Goldman Sachs als es während der Finanzkrise darum ging, die Bank mit Steuergeldern zu stabilisieren. Seine Frau Gretchen Butler Clayton arbeitet bei Goldman als Vermögensberaterin.

Verflechtungen zwischen Goldman Sachs und der Politik haben eine lange Tradition. Auch die früheren US-Finanzminister Robert Rubin und Hank Paulson sowie etliche andere Top-Entscheider von EZB-Chef Mario Draghi bis zu Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner waren schon in Diensten der Investmentfirma. In Italien war der technokratische Premier Mario Monti tätig, der Silvio Berlusconi ablöste und zovor bei Goldman Sachs arbeitete. Die starke Präsenz in der US-Regierung findet dennoch besondere Resonanz – auch an den Finanzmärkten. So zählte die Bank mit einem Aktienkurs-Anstieg um rund 30 Prozent im ersten Monat nach der Wahl bereits zu den größten Gewinnern.

Zum Jahresende profitierte die Investmentbank bereits stark vom Börsen-Boom, den Trump mit seinem Versprechen ausgelöst hatte, die Spielregeln an den Finanzmärkten zu lockern und das Wachstum mit einem großen Konjunkturpaket anzutreiben. Dank florierender Geschäfte mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen steigerte Goldman Sachs Gewinn und Erlöse im vierten Quartal kräftig. Unter dem Strich verdiente die Bank in den drei Monaten 2,2 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro). Die Erträge kletterten um gut zwölf Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar.

Bei der Investmentbank sieht man an den Ex-Angestellten indes nichts Verwerfliches. „Während ihrer fast 150-jährigen Geschichte hat Goldman Sachs ihre Mitarbeiter immer dazu ermutigt, sich gesellschaftlich zu engagieren, während und auch nach ihrer Zeit bei der Firma“, sagt ein Sprecher. Das Unternehmen sei stolz darauf, dass so viele ExGoldman-Banker nach ihrer Karriere ihrem jeweiligen Land und ihrer Gesellschaft gedient haben. Zu den Protesten wollte sich der Sprecher nicht äußern.

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siehe auch „Ernst Wolff“  – „Was steckt hinter dem Drama um die Deutsche Bank“

neopressehttp://www.neopresse.com/politik/usa/donald-trump-trojanisches-pferd-der-kommenden-finanz-militaerdiktatur/

Donald Trump Trojanisches Pferd der kommenden FinanzMilitärdiktatur

Von Ernst Wolff Mit Forderungen wie “Dry the swamp!” (“Legt den Sumpf trocken!”) präsentierte sich Donald Trump im US-Wahlkampf als entschlossener Gegner des US-Establishments. Millionen am System zweifelnde Amerikaner glaubten ihm und setzten darauf, dass er als Präsident der korrupten Elite des Landes endlich die Stirn bieten werde.

Mittlerweile dürfte den Informierteren unter ihnen klar geworden sein, dass sie nicht nur einem Irrtum aufgesessen, sondern ganz bewusst hinters Licht geführt worden sind: Trump erweist sich seit seiner Wahl als trojanisches Pferd, das den Sumpf nicht etwa trockenlegen, sondern ihm ganz im Gegenteil zu noch größerer Macht verhelfen will.

Und nicht nur das: Wer im Wahlkampf glaubte, mit Hillary Clinton entscheide man sich für die Fortsetzung der US-Kriegspolitik, mit Trump dagegen für ihr Ende, der reibt sich spätestens seit zwei Wochen ungläubig die Augen: Das Kabinett des 45. US-Präsidenten gleicht mit seinen Ex-Generälen und Wirtschaftsbossen eher einer Mischung aus südamerikanischer Militärjunta und der Führungsetage eines Wirtschaftskonzerns als den Kabinetten früherer Präsidenten.

Ein solch offener Betrug am Wähler ist in den USA allerdings nichts Neues, und das hat seinen Grund: Spätestens seit dem Dezember 1913 wird die Richtung der US-Politik nämlich nicht vom Weißen Haus in Washington, sondern von der Wall Street und ihrer wichtigsten Organisation, der US-Zentralbank Federal Reserve, vorgegeben. Beide haben andere Vorstellungen von der Zukunft des Landes als der arbeitende Bürger.

Hinter der US-Politik steht immer die Finanzindustrie

Mit der Gründung der Federal Reserve im Jahre 1913 sicherte sich ein Kartell von US-Banken und ihren ultravermögenden Besitzern die Kontrolle über die US-Währung, den Dollar. Sie verwirklichte damit den Traum des Begründers der Rothschild-Dynastie, Mayer Rothschild (1773 – 1855), der einmal gesagt hat: „Gebt mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer deren Gesetze macht.“

Seit 1913 ist die Regierung der USA nicht mehr und nicht weniger als die politische Exekutive der Federal Reserve. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, dem amerikanischen Volk die Interessen der Finanzindustrie als die eigenen zu verkaufen – mit allen Mitteln. Bereits drei Jahre nach der Gründung der Federal Reserve ließ sich der demokratische Kandidat Woodrow Wilson mit dem Versprechen wählen, die USA aus dem in Europa tobenden Ersten Weltkrieg herauszuhalten. Einen Monat nach seiner Amtseinführung erklärte er Deutschland den Krieg.

Warum? Weil die Großbanken der Wall Street milliardenschwere Kredite an England, Frankreich und Italien vergeben hatten und fürchteten, dass sie diese im Fall eines deutschen Sieges würden abschreiben müssen.

Ähnliches gilt für den Zweiten Weltkrieg, bei dem es sich keinesfalls – wie in den meisten Geschichtsbüchern dargestellt – um eine Konfrontation zwischen Demokratie und Diktatur handelte. Zum einen hätten sich Hitlers Nationalsozialisten ohne Kredite der Wall Street niemals an der Macht halten können. Zum anderen stieß die auf dem Boden der USA entstandene und von der Wall Street finanzierte größte Wirtschaftsmaschinerie aller Zeiten zu Beginn der Vierziger Jahre an ihre nationalen Grenzen.

D.h.: Die USA brauchten Märkte, um die Waren, die der heimische Markt nicht mehr aufnehmen konnte, abzusetzen. Hierzu war der Wall Street jedes Mittel recht – von der Teilnahme am Weltkrieg bis zum Abwurf von Atombomben.

Auch die weiteren Kriege der USA – ob Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien – wurden im Interesse der US-Finanzelite geführt. Dasselbe gilt für die mit Hilfe der US-Geheimdienste durchgeführten Putsche in Asien, Afrika und Südamerika, die in keinem einzigen Fall, wie offiziell behauptet, der Abschaffung von Diktaturen dienten. Jüngstes Beispiel ist die Militärjunta in Ägypten: Sie kann sich nur auf Grund der finanziellen und militärischen Unterstützung der USA an der Macht halten. Im übrigen ist Saudi-Arabien, eine der rückständigsten Diktaturen der Erde, seit Jahrzehnten der engste Verbündete der USA im Nahen Osten.

Das System hat sich längst verselbständigt

Im Verlaufe ihrer über einhundertjährigen Geschichte hat sich die US-Finanzindustrie einen riesigen Apparat geschaffen, durch den sie ihre Macht über alle Bereiche der amerikanischen Gesellschaft ausübt. Sie beherrscht sämtliche Märkte, den militärisch-industriellen Komplex, die Medien und die Politik.

Wahlen dienen innerhalb dieses Systems nur dazu, die amerikanische Bevölkerung in dem Irrglauben zu wiegen, sie habe ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der eigenen Geschicke. Der in jedem Wahlkampf hochgespielte Konflikt zwischen Demokraten und Republikanern erweist sich bei näherem Hinsehen als seit Jahrzehnten wirksames Mittel, um kritische Strömungen innerhalb der Bevölkerung aufzufangen und so ein politisches Ausbrechen größerer Bevölkerungsteile zu verhindern.

Genau dieser Mechanismus lässt sich im zurückliegenden Wahlkampf am Beispiel Bernie Sanders nachverfolgen: Wie inzwischen durch Wikileaks-Emails belegt, diente Sanders Wahlkampf von Anfang an dazu, solche Wähler zurückzuholen, die der Demokratischen Partei den Rücken kehren wollten und sie – nach seinem bereits vorher mit der Parteispitze vereinbarten Rückzug – der von Sanders im Wahlkampf heftig angegriffenen Hillary Clinton als „kleinerem Übel“ zuzuführen.

Ähnlich wie Sanders setzte auch Donald Trump im „Wahlkampf“ auf eine durch die tiefe Unzufriedenheit der Bevölkerung ausgelöste Proteststimmung, nur dass er diese nicht wie Sanders in vermeintlich sozialistische, sondern in nationalistische Bahnen lenkte („Make America great again!“) und dabei immer wieder den „Kampf gegen das Establishment“ beschwor.

Viele oberflächliche Beobachter nahmen deshalb an, der zum Milliardär aufgestiegene Baulöwe wolle den „Sumpf in Washington“ tatsächlich trockenlegen. Eine solche Wandlung allerdings ist in etwa so realistisch wie die Quadratur des Kreises: Sie würde bedeuten, dass die US-Finanzindustrie nach einhundert Jahren unumschränkter Diktatur tatenlos zusähe, wie ihr mit parlamentarischen Mitteln die Macht aus den Händen genommen wird…

Trumps Amtszeit wird vom Niedergang der USA bestimmt

Inzwischen entpuppt sich Donald Trump als ein Präsident, der sich bei seiner Machtausübung stärker als jeder seiner Vorgänger auf die Finanzindustrie und das Militär stützen will. Das ist kein Zufall, denn Trump übernimmt das Amt in einer Zeit monumentaler Probleme, die sich kontinuierlich verschlimmern und mit unerbittlicher Logik auf einen Crash des Finanzsystems und das Ende der weltweiten Dollar-Herrschaft hinauslaufen.

Seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Gefolge der Subprime-Hypothekenkrise wird das globale Finanzsystems nur durch ein historisch nie dagewesenes Ausmaß an Manipulation durch die Federal Reserve und andere Zentralbanken am Leben erhalten. Seit 2008 sind zweistellige Billionenbeträge an Geld gedruckt und weltweit von den Zentralbanken mehr als 670 Mal die Zinsen gesenkt worden.

Diese Maßnahmen haben nicht etwa, wie angeblich beabsichtigt, zur Erholung der Realwirtschaft geführt. Die Gelder sind fast ausschließlich in die Finanzspekulation geflossen und haben riesige Blasen an den Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten erzeugt. Konservative Anleger sind auf Grund der Niedrigzinsen stärker denn je ins Risiko gegangen, zahlreiche systemrelevante Großbanken in aller Welt werden nur noch künstlich über Wasser gehalten, das System ist zerbrechlicher als je zuvor.

Bei Staatsschulden von knapp 20 Billionen US-Dollar warten auf die arbeitende Bevölkerung der USA auch nicht die von Trump versprochenen gut bezahlten neuen Arbeitsplätze, sondern Austeritätsprogramme mit drastischen Kürzungen aller Art. Sobald die Inflation stärker auf die Realwirtschaft durchschlägt, wird sich die Tatsache, dass 60 % der Amerikaner nicht mehr als 1.000 Dollar Rücklagen haben, bitter rächen. Wenn Trump, wie angekündigt, dann auch noch mit Steuererleichterungen für die Ultrareichen aufwartet, wird es in den USA zu schweren sozialen Auseinandersetzungen kommen.

Genau dann wird sich zeigen, warum das US-Establishment, das lange Zeit auf Hillary Clinton gesetzt hatte, in der Endphase des Wahlkampfes umgeschwungen ist und Trump den Vorzug gegeben hat: Zur Niederschlagung der durch die gegenwärtige Entwicklung des Finanzsystems unvermeidlichen sozialen Explosion wird zunächst eine Regierung gebraucht, die von den wahren Schuldigen an der Wall Street ablenkt und dem Volk Sündenböcke in Form von Minderheiten vorwirft – wofür Trump sich im Wahlkampf unter anderem durch seine Ausfälle gegen Muslime empfohlen hat.

Sollte das nicht funktionieren, wird eine Regierung im Stil südamerikanischer Diktaturen gebraucht, die die soziale Frage mit Gewalt löst – also ein Kabinett wie das von Donald Trump, in dem der Bereich der „nationalen Sicherheit“ direkt in den Hände von Militärs gelegt wurde.

Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

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„Goldman-Sachs“  –  „Eine Bank lenkt die Welt“

arte“:Goldman-Sachs“ -„Eine Bank lenkt die Welt“ – „Bank ohne Gesicht“

Goldman-Sachs“ – „2007“ – „der ZusammenBruch des JahrHundertsImmobilienKrise“ – „Solange die Musik spielt tanzen wir weiter – „Goldman-Sachs“ hat bereits die Tanzfläche verlassen und beschlossen gegen die „amerikanischen Haushalte“ zu spekulierenWetten gegen die eigenen Kunden – Anklage wurde fallengelassen 13 Milliarden Euro Gewinn  „die grosse Abzocke
Goldman-Sachs„ – ohne Zweigstellen – Kein Firmenschildkeine PrivatKundenausschliesslich handverlesene GrossKonzerne (z.B. „face-book„) – für Regierungen
Immobilien-Blase platzt“September 2008 – AIG„Lehman-Brothers“„Henry Paulson“ – „Lloyd Blankfine“AIG“ wird gerettet „Lehman-Brothers“ nicht  – davon 10 Milliarden Euro an „Goldman-Sachs“
ab Minuten  26: 40 – „Henry Paulson“ (Finanzminister) wird vorgeladenInteressenkonflikt?
„Goldman-Sachs“ zeigt sein wahres Gesicht – „Staat im Staate“
„CLUB der EHEMALIGEN“ – „Dreh-Tür-Prinzip“- Wechsel zwischen hohen Bankposten und öffentlichen Ämtern  gehört zum Kern der Unternehmens-Kultur
„Fabrice Tourre“ – „ABACUS 07 AC-1“

AB Minuten 40:00 – „Europäische Wirtschafts-Krise“ – Goldman-Sachs“ – „Griechenland„ – „der Pakt mit dem Teufel“
Yanis Varoufakis“ – im Jahre 2000 – den Menschen werden Kredite aufgedrängt die sie sich nicht leisten können
im Jahre 2000 –  „devisen-swap-deal“
 „over the counter“  – um die Schulden zu reduzieren 600 Millionen Euro für „Goldman-Sachs“„win-win“
Griechenland soll 400 Millionen im Jahr zurückzahlen bis 2037„Rück-Versicherung gegen Zahlungsunfähigkeit von Griechenland„
Derivate
-„Finanz-Produkte“ – „lösten die Krise aus“
Europa – „Brüssel – „EUROSTAT“ (Buch-Führung der Mitglied-Staaten) wusste nach Angaben von „Goldman-Sachs“ von dem „DEAL
im Jahre 2010 wollte „Goldman-Sachs“ nochmals einen „Deal“ mit Griechenland machen, was aber nicht gelang – Giorgos Papandreou“ lehnte ab
Gerald Corrigan(Goldman-Sachs) –  „Wir würden es wieder tun„
„Jean Claude Trichet“Ich möchte nichts zu „M. Draghi“ sagen“.
(<„Mario Draghi“ – „ein Trojaner für „Goldman-Sachs“ in der „EZB„>)

 

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Goldman Sachs ist wieder da!

Der künftige US-Präsident Trump stellte sich in seinem Wahlkampf gerne als Kämpfer gegen das Establishment dar, das den amerikanischen Arbeitern durch seine internationalen Verflechtungen die Arbeitsplätze weggenommen hat. Besonders im Visier hatte er dabei die Investment-Bank Goldman Sachs. Er stellte seine Konkurrentin Clinton immer wieder in deren Nähe, was nicht schwer fiel, hatte sie doch mit Reden bei Veranstaltungen der Bank ordentlich verdient. Zudem war bekannt, das der seit 2006 amtierende CEO Blankfein die Demokraten unterstützte. Der war mal mit der Bemerkung aufgefallen, er verrichte Gottes Werk.

Vor den Wahlen so, danach anders: Trump umgibt sich mit ehemaligen Mitarbeitern von Goldman Sachs. Steven Mnuchin, ehemals Partner der Bank, soll amerikanischer Finanzminister werden. Stephen Bannon ist Chefstratege von Trump, er arbeitete sechs Jahre für Goldman Sachs. Anthony Scaramucci ist ebenfalls enger Berater von Trump, er begann seine Karriere bei Goldman Sachs, mittlerweile ist er Hedgefonds-Manager. Gary Cohn, COO von Goldman Sachs und jahrelang als Nachfolger von Blankfein gehandelt, wird den Nationalen Wirtschaftsrat leiten und so die gesamte Wirtschaftspolitik koordinieren.

Auch anderswo gibt man sich sehr flexibel: Goldman-Chef Blankfein bezeichnete Trump in einem Interview kürzlich als sehr intelligenten Geschäftsmann. Es könnte sich herausstellen, dass Herr Trump als Präsident viel besser ist, als man ihn einschätzt, meinte er.

Goldman Sachs war jahrelang politisch abgetaucht. Die Bank war relativ gut durch die Finanzkrise gekommen, u.a. weil sie 2007 bereits auf sinkende Kurse ausgerichtet war, als die Häuserpreise beschleunigt fielen und die Hypothekenkrise am Horizont auftauchte (der Film “The Big Short” behandelt dieses Thema sehr eindrucksvoll). Sie musste sich nach 2008 zahlreichen Untersuchungen stellen. Hinter den Kulissen war die Bank in den zurückliegenden Jahren weiter gut im Geschäft und einflussreich sowieso. Jetzt ist sie wieder zurück auf der politischen Bühne.

Mit den jüngsten Personalien setzt sich eine alte Tradition fort. Immer schon gab es ein reges Stellenkarussel zwischen führenden Positionen in der Bank und im Staatsapparat. In den späten 1990er Jahren z.B. wurde Robert Rubin, damals zweiter Mann bei Goldman, unter Clinton Finanzminister.

Hank Paulson, lange Vorstandschef, wurde unter Bush 2006 Finanzminister. William Dudley war Chefvolkswirt von Goldman, bevor er Mitte 2009 Präsident der einflussreichen New Yorker Fed wurde. Auf internationaler Evene nicht zu vergessen: EZB-Chef Draghi war früher Vize-Chef von Goldman Sachs Europe. Das sind nur einige Beispiele – mehr finden Sie z.B. hier: „Immer wieder Goldman“!

Goldman Sachs, die Inkarnation von Wall Street, ist wieder oben auf – ein klares Signal dafür, dass die Finanzkrise endgültig überwunden ist. Zumindest in dem Sinne, dass die dortigen Größen nun wieder ungehindert ihren Interessen werden nachgehen können. Es fühlt sich an wie 1998/1999 als unter Clinton die Finanzindustrie dereguliert wurde. Wohin das gewöhnlich führt? Denken Sie an das Platzen der dotcom-Blase im Jahre 2000 und an die Finanzkrise 2008!

Die Aktie von Goldman Sachs ist seit der Wahl Trumps so stark gestiegen wie keine andere Aktie im Dow Jones – bis heute sind es mehr als 30%.

Ergänzung:
Die Mitglieder der Trump-Kabinetts verfügen über ein Vermögen von 15 Mrd. Dollar, Trump selbst bringt weitere 3,8 Mrd. Dollar mit (h/t J. Goldberg im n-tv-Interview mit F. Meyer). Man muss kein Prophet sein: Die Ungleichheit der Vermögens- und Einkommenverteilung wird sich weiter verstärken.

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arte“ – VIDEO – „Der Tanz der Geier“„Die grosse ABZOCKE“
„2008“ – „die Immobilien-Blase“ platzt

„Chronik der Immobilien-Blase“

Krisen-Ursache : Ausfall der Regulierungs-Systeme – „De-Regulierung“
Shadow-Banking“ – „dark pool“ – „Börsen-Casino“„spekulative Fonds“
Steueroasen – Geschäftsbanken – Versicherer – Deutschland (ausländische Tochtergesellschaften in Irland)keine Reklementierung
Der amerikanische Alp-Traum
80er Jahre: Immobilienbranche – Sparkassen – „Deregulierungs-Gesetze“fiktive Anleihen (die nie zurückgezahlt werden) – „saving and loans
Luft-Schlösser wurden gebaut – „Dividenden“ „market to market“ – „ENRON
Anfang der 80er Jahre werden die Sicherheits-Regeln abgeschafft (De-Regulierung)
„Goldman-Sachs“ steigt um „280“ %
Kurse steigen künstlichDividenden – bis die BLASEplatzt
Tödliche Kredite – Anfang des neuen Jahrtausends – „Internet-Blase“ platzt (Januar 2001)
Anfang der 80er Jahre die Einkünfte der „Mittelklasse“ und der „Unterklasse“ werden eingefroren (IST-Zustand)
Menschen werden zum Schulden-machen gedrängt
amerikanischer Traum“: „eigenes Häuschen“ – „die Falle der Armen steht“  – für Kredite an „ethnischen Minderheiten„ – „Mittelschicht/Arme„ – „Behinderte und alte Menschen
quantitativ statt qualitativ
über 10 Jahre werden Kredite vermittelt
„Hypotheken-Geber“ – „Mortgage-lenders“
„Hypotheken-Makler“ – „Mortgage-brokers“ (ohne Vorschriftenjeder konnte „Makler“ werden
2006 kurz bevor die ImmobilienBlase platzte – „no doc loans“
2005 bis 2006 an immer „ärmere“ Menschen wurden Kredite vermittelt
Armen-FALLEschnappte zu Country-Wide-Financial (grösste Hypotheken-Bank der „USA„) – „Paul Jorion“ (Ethnologe)
„Phantom-Darlehen“ – „Ninja-Darlehen“
„CDO“ gegen Ausfall versicherte Schuld-Verschreibung
AIGVersicherungs-Gesellschaft?Börsen-Aufsicht?
CDO“- Schuld-Verschreibungen werden mit anderen „Finanz-Produkten“ „VERMISCHT“ z.B. Studenten-Kredite, Kreditkarten-Darlehen und zum „WERTPAPIERumgewandelt, „VERBRIEFT“ mit „TRIPPLE A“ der „Rating-Agenturen“
VERBRIEFUNG“ – ist Kern-Element“ des systemischen Betrugs
SCHULDEN werden auf Finanz-Märkte weiter verkauft
2008 platzt die „Bombe„ – deutsche Banken waren besonders betroffen
ab Minuten 28:42 – die BOMBEN-LEGER – Goldman-SachsTimber-Wolf“„was one shitty deal“ – „Lloyd Blankfine“ – „Tourre“
„RATING-Agenturen“: „Fitch“ – „Moody`s“ – „Standard & Poors“
„DERIVATE“ – ?MEINUNGS-FREIHEIT? – ?INTERESSEN-KONFLIKT?
80er Jahre DE-Regulierungs-Gesetze“ (Wall-Street-LOBBY)
1998 „Brooksley Born (will Kontrollen verstärken)
„Alan Greenspan“ (US-Noten-Bank)  lehnt Kontrollen kategorisch ab
„Jean-Francois Gayraud“ -„subprime-Krise“ – Januar 2010 beschliesst  „supreme-court“ – „united citizens“
Politik in Amerika„MEDIEN“ – „MILLIONÄRE“ sitzen im Kongress – „Vorteil für Reiche“ – „Oligarchie“ – „Plutokratie“
„Henry Paulson“ Finanz-Minister (Goldman-Sachs) gegen neueReklementierung“
„Robert Rubin“ , „Larry Summers“ – Amerikaner“ sprechen von der „Sachs-Regierung“
Durchlässigkeit zwischen öffentlichen und privaten Sektor
„Mario Draghi“, „Lucas Papademos“
Januar 2007DERIVATE – „Country-Wide-Financial“
ENDE 2007 – „Sie verlassen das sinkende Schiff“
„JULI 2007“„AIG“ 25 Milliarden Euro„EZB“ bezahlt und rettet dieCity„(die nicht in der „EURO„-Zone ist)
„Michel Aglietta“keine Transparenzgrandiose Verschleierung
BANKSTERS“ verkaufen weiter „toxische“ Produkte
ab Minuten 50:18 „Fannie Mae“ – „Freddy Mac“ kollabrierenStaat“ zahlt 183 Milliarden Dollar – „Lehman-Brothers“- ab Minuten 51:00 – besonders betroffendeutsche Wirtschaft“)ab Minuten 52:13 (18 September 2008) AIG“ wird gerettet mit 85 Milliarden Dollar (davon bekam „Goldman-Sachs10 Milliarden Euro)
Die „Verursacher“ der „Krise“ blieben unbestraft
Profite werden privatisiert Verluste vergemeinschaftet
amerikanisches Justiz-System war nicht in der Lage ein zivil-oder strafrechtliches Betrugs-Verfahren zu führen
shadow-banking – Hedge-Fonds
es beseht die Gefahr das Spekulanten wetten auf „Destabilisierung“ von Staaten (wie z.B. Griechenland)

arte : – „Der Tanz der Geier“

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Ein Rat für 2017: Den „Experten“ misstrauen!

Von Ernst Wolff Wohl kaum jemand sieht der Zukunft zu Jahresbeginn 2017 mit ungetrübtem Optimismus entgegen. Zu recht, denn die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm. Doch gerade schwierige Großwetterlagen erfordern einen klaren Kopf und präzise Orientierung.

Beides aber ist schwer zu erlangen, wenn man ständig dem Trommelfeuer der etablierten Mainstream-Medien ausgesetzt ist. Dort werden Halbwahrheiten mit Unwahrheiten gemischt, tatsächliche Sachverhalte verdreht, Ängste geschürt und Vorurteile bedient.

Wer auf diese Weise unter einer Flut von Informationen erstickt, wendet sich deshalb gern „Experten“ zu, die ihm im Labyrinth unserer Gesellschaft den Weg weisen sollen. Eine ganze Heerschar solcher Politik- und Wirtschafts-„Experten“ war in den vergangenen Wochen aktiv, um uns allen die Weltlage zum Jahreswechsel und die Aussichten für 2017 zu erklären.

Das Problem: Die vermeintlich fundierten Analysen dieser „Experten“ lenken genauso wie die übliche Berichterstattung von den wahren Schuldigen an den derzeitigen ProblemenSpekulanten, Bankern und den ihnen hörigen Politikern – ab, erzeugen Panik, wo diese vollkommen unangebracht ist, und verharmlosen, wo dringende Aufmerksamkeit geboten wäre.

Hier ein Beispiel dafür, wie wir alle durch derartige Analysen fehlinformiert werden und Gefahr laufen, wirkliche Bedrohungen nicht wahrzunehmen oder zu unterschätzen:

Der Fall Monte dei Paschi

Es gibt kaum einen Wirtschafts- oder Finanz-„Experten“, der sich in den vergangenen Wochen nicht mit der Frage beschäftigt hat, ob die älteste italienische Bank Monte del Paschi di Siena denn nun gerettet werde, ob ihre Rettung durch den italienischen Staat oder die EU erfolgen und ob die EZB grünes Licht dafür geben werde. Dabei wurde immer wieder betont, wie gefährlich ein „Fallenlassen“ des Institutes durch die Verantwortlichen wäre.

Jede der gestellten Frage hätte von vornherein uneingeschränkt mit „ja“ beantwortet werden können. Die Monte dei Paschi kann nämlich unter keinen Umständen fallen gelassen werden, weil sie sonst den allseits bekannten Domino-Effekt auslösen und das gesamte globale Finanzsystem gefährden würde. Die italienische Regierung kann also gar nicht anders als ihren Teil dazu beizutragen und EU und EZB können ebenfalls nicht anders als einer Rettung zuzustimmen.

Ebenso wie die politischen Scheingefechte zwischen Rom, Brüssel und Berlin haben sämtliche „Experten“-Analysen um die Monte dei Paschi die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Fragen gerichtet, die im Grunde gar keine waren. Damit aber haben sie von einem Problem abgelenkt, das im Hintergrund lauert, immer größere Ausmaße annimmt und für uns alle zu einer ständig zunehmenden Gefahr wird: Die Reaktion der Finanzindustrie auf den unvermeidlichen Zerfall der EU.

Bail-out statt Bail-in

Nach der Krise von 2008, in der die Banken durch ein Bail-out (also mit Hilfe von Steuergeldern) gerettet wurden, hat die EU die Bail-in-Regelung eingeführt. Sie gilt seit dem 1. Januar 2016 in allen EU-Ländern und besagt, dass im Fall des drohenden Zusammenbruchs einer Bank zunächst Anleger, Aktionäre und Sparer zur Kasse gebeten werden müssen und dass erst danach der Steuerzahler belastet werden darf.

Diese Regelung ist bereits 2013 auf Zypern und Ende 2015 bei vier italienischen Banken in der Toskana angewandt worden. Im letzten Fall hat sie, da sehr viele Mittelständler als Anleger betroffen waren, eine Welle des Protestes ausgelöst. Da bei der Monte dei Paschi mehr als 150.000 private Anleger betroffen wären, hat sich die italienische Regierung aus Angst vor Protesten und deren politischen Folgen strikt geweigert, das Bail-in anzuwenden.

Zwar hat die EZB (vor allem auf deutschen Druck hin) versucht, die Regierung in Rom umzustimmen – jedoch ohne Erfolg. Das hat dazu geführt, dass Italien nun mit dem Einverständnis der EU und der EZB soeben eingeführtes geltendes Recht außer Kraft setzt, um die Monte dei Paschi mittels eines Bail-outs über Wasser zu halten.

Diese – vorübergehend wirksame – Rettungsmaßnahme wird von den „Experten“ derzeit als „Sieg der Vernunft“ gefeiert und dem breiten Publikum als „Lösung der italienischen Probleme“ präsentiert. Das aber ist nicht nur falsch, sondern hindert diejenigen, die es für bare Münze nehmen, daran, Vorkehrungen für eine kommende Krise zu ergreifen, deren Ausmaß gar nicht abzuschätzen ist.

Die tatsächliche Alternative heißt: Bankenrettung oder Volksaufstand

Tatsächlich weigert sich die vor unseren Augen zerfallende EU, die von ihr selbst geforderte Regelung des Bail-in im Fall der Monte dei Paschi zu erzwingen, weil sie fürchtet, dass die Enteignung von Anteilseignern, Aktionären und Sparern im Extremfall einen Volksaufstand auslösen, zumindest aber zu einem für das Bankensystem höchst gefährlichen Banken-Run führen könnte.

Damit aber nimmt die Eurokrise eine völlig neue Qualität an. Noch im vergangenen Jahr hat die EU nämlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine weitere Bankenrettung mit Steuergeldern, also ein Bail-out, zu verhindern. Zu diesem Zweck hat sie 2015 sechs Mitgliedsländer verklagt und gezwungen, die Bail-in-Regelung umgehend zu geltendem Recht zu erklären. Dass sie dieses nun bei der Monte dei Paschi nicht juristisch erzwingt, zeigt, dass die EU derzeit keinen anderen Ausweg mehr sieht, als vor möglichen Protesten zurückzuweichen und auf ein Bail-out zurückzugreifen.

Das aber wird für die arbeitenden Menschen in Italien und ganz Europa drastische Folgen haben. Die Regierung in Rom wird mit allen Mitteln versuchen, die für die Bankenrettung ausgegebenen Gelder an anderer Stelle einzusparen, d.h. sie wird Kürzungen im Sozialbereich vornehmen, Steuern erhöhen, den Niedriglohnsektor ausweiten, das Arbeitsrecht weiter aufweichen und möglicherweise den Mindestlohn senken.

All diese Maßnahmen werden die ohnehin tiefe soziale Krise im Land weiter verschärfen. Gleichzeitig wird sich die Lage im Bankensektor durch die Rettung der Monte dei Paschi keinesfalls grundlegend verbessern. Die Probleme sind nur aufgeschoben und werden in absehbarer Zeit in noch schärferer Form erneut auftreten. Das bedeutet: Beim Eintritt der nächsten Krise wird das Potenzial für eine soziale Explosion noch größer sein als zurzeit.

Der Weg führt letztendlich in den Finanz-Faschismus

Für den Rest Europas hat die Rettung der Monte dei Paschi ebenfalls erhebliche Auswirkungen: Die erneute Belastung von Steuerzahlern wird politisch zu weiteren Verwerfungen und zu einer weiteren Zersetzung der EU führen, da die Mehrheit der EU-Bürger derartige Zahlungen – wie die Abstimmung zum Brexit eindrucksvoll gezeigt hat – ablehnt.

Zum anderen wird durch die Rettung der Monte dei Paschi ein Präzedenzfall geschaffen, der es so gut wie unmöglich machen wird, irgendwo in Europa noch einmal die Bail-in-Regelung anzuwenden. Das heißt: Es wird bei zukünftigen Bankenproblemen weitere Bail-outs geben – mit der Folge, dass weiteres Geld gedruckt, der Euro noch stärker entwertet und die Blasen an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten noch weiter aufgebläht werden.

Da auch die Finanzindustrie weiß, dass am Ende dieses Weges nur noch die Alternative Crash oder Hyperinflation steht, wird sie die Politik und die EZB irgendwann ultimativ dazu auffordern, das Ruder herumzureißen und zu diesem Zweck auf das Bail-in zurückzugreifen. Das aber wird dann nur unter Anwendung von Gewalt gegen die Bürger möglich sein – der Grund, warum Polizei und Militär derzeit überall (unter dem Vorwand der Terrorismus-Bekämpfung) aufgerüstet werden.

Sollte aber auch der Einsatz von Polizei und Militär nicht ausreichen, bleibt der Finanzindustrie nur noch eine Möglichkeit: Dann wird sie auf die Abschaffung des letzten Rests an verbleibender Demokratie setzen und die Karte des Faschismus ziehen. (Die Unterstützung Donald Trumps in den US-Wahlen durch die Wall Street ist ein erster Schritt in diese Richtung und nimmt die Entwicklung in Europa vorweg.)

Die vermeintlichen „Experten“ erzählen uns von alledem – nichts. Statt uns zu warnen, verschleiern und vernebeln sie eine höchst gefährliche Entwicklung, die sich mit unerbittlicher Konsequenz vor unseren Augen entfaltet, und lenken unsere Aufmerksamkeit auf unbedeutende Nebenschauplätze.

Das aber bedeutet: „Experten“ zu vertrauen, heißt, nicht in der Lage zu sein, die tatsächlichen tiefgreifenden Triebkräfte der Veränderung in unserer Gesellschaft zu erkennen und unvorbereitet in eine Zukunft zu gehen, die von verschärfter Austerität, zunehmender Geldentwertung, einer Aufrüstung des staatlichen Gewaltapparates und einer weiteren Einschränkung demokratischer Rechte geprägt sein wird. Ganz zu schweigen von den daraus resultierenden immer heftigeren internationalen Verteilungskämpfen und einer damit einhergehenden kontinuierlich zunehmenden Kriegsgefahr.

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arte“ – VIDEO – 1.Teil :“Der grosse Reibach“

das Finanz-System – wenn der „Rohstoff“ die VerSCHULDung ist
Schulden-Umlauf“: Schuldenanlegen, verpacken, versichern, wieder verkaufen
ab Minuten 7:50 – „Liquidität“– „Kredit von Bank zu Bank“
„Bankster  – Diebe“ – „Insider-Geschäfte“ – „Kurs-Manipulation“ – „Spekulation auf Kredit
ab Minuten 9:50 – „Die bösen Geister“ – „Wallstreet“ – „schwarzer Donnerstag  –24 Oktober 1929″
ab Minuten 11:00 –  Samuel Sachs“ – „Goldman-Sachs“ –  „Investment-trust“ – „Trust hat Zugang zu dem „HEBEL„“ – „kollektive Anlage-Fonds“ – „Goldman-Sachs-trady- corporation“ – „Ponzi-Pyramide“
„J.P. Morgan“, „Richard Whitney“
ab Minuten 28:00 –Alles auf Kredit“
Europa – „Amerikanischer Traum
ab Minuten 30:00 – im Jahre „1944″ – Dollar soll zwei Vermögen darstellen für die USA und für die ganze WeltDollar zirkuliert als TauschMittel weltweit
USA: Anteil der Weltwirtschaft von 70% fällt auf unter 25 % – USA drucken Dollars um Wirtschaft anzukurbelnUSA kann billig die AussenPolitik finanzieren (VietnamKriegINFLATION aus den  „USA“ musste von „Europaübernommen werden
ab Minuten 35:30 –  im Jahre 1971 – zwischen Dollar und Gold keine Parität mehr – System gerät aus dem GleichGewichtkeine „internationale WährungsOrdnung“ mehr
Zwei Wege:Amerikanisch-AngelSächsisch“ und der „deutsche“ Weg
Alles kommt ins Rutschen
ab Minuten 38:00 – „McDonalds“„KKP“ (KaufKraft-Parität) – „Mc Do-Index“Indikator für KaufKraft –gleiche Produkte – gleiche HerstellungsMethoden“
im Jahre 1980: Deutschland2. ÖlpreisKrise – „Beginn einer ständig wachsenden Verschuldung“
im Jahre 1974: Frankreich 1. ÖlPreisKrise
ab Minuten 44:00 – „FinanzMarkt-Liberalisierung“ 
ab Minuten 45:00  –die „De-Regulierung“ war Vorraussetzung für den „EURO – ab Minuten 46:20Unterwerfung dem Urteil der internationalen Spekulation“
ab Minuten 48:20Amerikanisches FinanzSystem DepositenBanken -„Citi Bank“ (grösste amerikanische Bank)
die 6 GeschäftsBanken:  „Goldman Sachs“ – „Morgan Stanley“ – „Merrill Lynch“ – „Lehman Brothers“ – „Bear Stearns“ – „J.P. Morgan
Ab Minuten 50:00 –1986″:Ent-Industrialisierung“ – „London“ – alles auf die FinanzWirtschaft gesetzt – Trader und Broker – „Regelungen in Form von Bremsen werden gelockert“ – „ins Ausland ausgelagerte Tochter-Gesellschaften“
SchattenBankenWelt
ausser Kontrolle es können unbegrenzt Kredite und Liqiudität geschöpft werden
ab Minuten 53:00 Risiken – „Versicherungen“
Versicherungen und „Derivate“
die drei grössten Versicherungen:AIG“ – „MBIA“ – „AMBAC“
Spekulanten – Risiken -Derivate
Derivate auf Derivate Derivate auf Derivate auf Derivate usw
die Wetten auf der Anderen Seite können nicht mehr eingelöst werden
ab Minuten 54:00 Derivate werden aus den Bilanzen ausgelagert –
ZusammenBruch des Systems Hilfe wird bei „Mathematikern“ gesucht
Wunder-Formel„ – „Black & Scholes„ ab 56:Minuten
man verlässt sich auf mathematische Formeln
Hedge Funds“ – „mathematische Modelle“
„Algorithmen“
„Junk bonds“
„TransAktionen mit Derivaten“ – „325 TAUSEND MILLIARDEN DOLLAR“ – ein Drittel der weltweiten BankEinlagen
ab Stunden 1:03 –Aktionäre dominieren“
stake holder value – share holder value (angelSächsisch)
Casino-Wirtschaft“
Kluft zwischen Arm und Reich vertieft sich (sozialer Graben)
Gehälter steigen nichtprivate Haushalte beginnen Schulden zu machen
„Ideologie gegen den STAAT“ – „das Steueraufkommen schrumpft“ – „Staats-Verschuldung steigt“
Anstieg der Arbeitslosigkeit – Anstieg des „Niedrig-Lohn-Sektors“
„Hedge Funds“
keine Transparenzkeine Erklärung spekulative Fundshochspezialisierte StrukturenWETTEN auf die ZUKUNFT
„George Soros“
ab Stunden 1:08Risiken der „Hedge Funds„ : „HEBEL“ – keine KonkursAnmeldung – „Bank gerät in Schwierigkeiten“ – wie z.B. „Bear Stears“  – März 2008 Konkurs
STEUEROASEN: keine Kontrolle, ZWEI DRITTEL der „Hedge Funds“ sitzen in den „SteuerOasen“ 50% der  weltweiten Finanzströme verschwinden (SchwarzGeld) dadurch wird die „reale Wirtschaft“ vergiftet – das Gift der „DERIVATE“ kann sich ungehindert ausbreiten

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siehe auch „Bar-Geld-Abschaffung“  –  INDIEN“

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/01/08/skandal-monte-paschi-anwalt-entdeckt-unterschrift-von-mario-draghi/

Skandal Monte Paschi: Anwalt entdeckt Unterschrift von Mario Draghi

Die Krise der Monte Paschi hat ihren Ursprung in der unsauberen Übernahme der Antonveneta im Jahr 2008. Der italienische Anwalt Paolo Emilio Falaschi hat ein bemerkenswertes Dokument zu Tage gefördert. Es wirft Fragen über die Rolle von Mario Draghi auf.

EZB-Chef Mario Draghi. (Foto: dpa)

EZB-Chef Mario Draghi. (Foto: dpa)

Mario Draghis Unterschrift unter der Genehmigung der Banca d'Italia für den Kuaf der Antonveneta durch die Monte Paschi. (Foto: DWN)

Mario Draghis Unterschrift unter der Genehmigung der Banca d’Italia für den Kauf der Antonveneta durch die Monte Paschi. (Foto: DWN)

Bei dem Skandal um die italienische Monte dei Paschi di Siena (MPS) nicht allein um faule Kredite und den Bruch europäischer Regeln zur Bankensanierung. Es geht vor allem um den Erwerb der Bank Antonveneta, der die Bank an den Rand der Pleite gebracht hat. Der Kauf war der Auslöser, warum die MPS bis heute in der Krise steckt und immer wieder vom Steuerzahler gerettet werden muss. Durch die jüngsten Rettungspläne würden auch die deutschen Steuerzahler ins Risiko genommen.

Von besonderem Interesse ist die Rolle des damaligen Banken-Aufsehers Mario Draghi. Nun sind Dokumente aufgetaucht, die den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vorliegen. Sie zeigen, dass Mario Draghi mindestens ein entscheidendes Dokument im Zusammenhang mit der AntonvenetaÜbernahme unterschrieben hat. Die Genehmigung, aufgrund derer die MPS die Antonveneta übernehmen durfte, datiert vom 17. März 2008.

Der Seneser Rechtsanwalt Paolo Emilio Falaschi will, dass der Fall aufgeklärt wird. Im Gespräch mit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten beschreibt er die Faktenlage, wie sie sich anhand der Akten darstellt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: War der Erwerb der Banca Antonveneta im Jahr 2008 entscheidend für die Schwierigkeiten, in denen sich die Monte dei Paschi heute befindet?

Paolo Emilio Falaschi: Es war der Sündenfall! Damit nahm das Desaster um die Monte dei Paschi seinen Anfang.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Und warum hat man ein derart fragwürdiges Geschäft getätigt?

Paolo Emilio Falaschi: Da kann ich nur spekulieren, aber die beste Art und Weise, Unregelmäßigkeiten oder kriminelle Machenschaften einer kleineren Bank zu verschleiern, ist schon immer die gewesen, die kleinere Bank durch deren Übernahme mit einer größeren zu fusionieren.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Hätte die Banca d’Italia, die italienische Notenbank,  ein derartiges Geschäft nicht genau unter die Lupe nehmen müssen, bevor sie die Genehmigung dazu erteilte?

Paolo Emilio Falaschi: Das italienische Gesetz beauftragt und verpflichtet die Banca d’Italia und die Börsenaufsicht Consob zu überwachen, was im italienischen Bankensystem vor sich geht.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Banca d’Italia soll also die Situation der Antonveneta gekannt haben?

Paolo Emilio Falaschi: Das belegen verschiedene offizielle Dokumente und das schreibt auch die Guardia di Finanza, die Finanzpolizei. Das hat auch die Monte dei Paschi in einer Informationsbroschüre selbst geschrieben – und die war von der Consob genehmigt worden. Und dies bezeugt auch Anna Maria Tarantola, die in leitender Funktion bei der Bankitalia für die Bankenaufsicht tätig war.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Warum aber hat man auf keine Due Diligence, eine umfassende und sorgfältige Prüfung, bestanden?

Paolo Emilio Falaschi: Die Banca d’Italia hat sie normalerweise immer durchgesetzt, wie dies der damalige Generaldirektor der Notenbank, Fabrizio Saccomanni, in seiner Aussage vor dem Gericht in Siena bestätigt hat. Im Fall der Antonveneta aber wurde keine Due Diligence veranlasst. Denn dann wäre schnell klar gewesen, dass die tatsächlichen Kosten der Übernahme 17 Milliarden betragen haben. Und nicht nur 9 Milliarden, wie es in der Genehmigung durch die Banca d’Italia vom 27.03.2008fälschlicherweiseattestiert wird.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sie wollen nun verhindern, dass das Strafverfahren Monte dei Paschi/Banca d’Italia und Consob zu den Akten gelegt wird?

Paolo Emilio Falaschi: Gegen den Antrag des Staatsanwaltes Cirielli, den Fall zu den Akten zu legen, habe ich in Rom Widerspruch eingelegt. Am 13. Oktober 2016 gab es eine Anhörung vor dem zuständigen Ermittlungsrichter. Noch hat der sich allerdings nicht entschieden, ob er meinem Einspruch stattgibt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welches wären die Konsequenzen, sollte der Fall nicht zu den Akten gelegt werden? Welche Personen wären betroffen?

Paolo Emilio Falaschi: Ich kann nicht vorhersehen, was der Staatsanwalt machen wird. Fest steht allerdings, dass es Mario Draghi war, der die Genehmigung unterschrieben hat. Tarantola hat der Staatsanwaltschaft in Siena gegenüber eingeräumt, dass sie wusste, dass die Übernahme 17 Milliarden – und nicht neun – kosten würde. Und es war Saccomanni, der eine vorangehende Due Diligence hätte veranlassen müssen. Und genau dies hat er nicht getan.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sollte die Monte dei Paschi jetzt pleite gehen, würde dieses Vorgehen jetzt wieder aufgerollt werden?

Paolo Emilio Falaschi: Sicherlich jagt vielen der Beteiligten genau diese Aussicht Angst ein. Delikte beginnen ja ab dem Zeitpunkt zu verjähren, zu dem sie begangen wurden. Allerdings würde hier bei einer Insolvenz ein betrügerischer Bankrott vorliegen und damit würde eine Verjährungsfrist von zehn Jahren ab dem Zeitpunkt der Insolvenzerklärung erneut in Lauf gesetzt. Das hieße ab heute.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche strafrechtlichen Konsequenzen müssten die verantwortlichen Personen denn fürchten?

Paolo Emilio Falaschi: Die Strafen, die das italienische Strafgesetzbuch für betrügerischen Bankrott vorsieht, sind recht heftig: Zwischen drei und zehn Jahren Freiheitsentzug. Darüber aber müsste und muss das Gericht entscheiden – unter Berücksichtigung eventueller strafmildernder Umstände.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Könnte denn auch der Erwerb der Antonveneta rückgängig gemacht werden?

Paolo Emilio Falaschi: In Italien können Banken nur übernommen werden, wenn hierfür eine Genehmigung der Notenbank vorliegt. Sollte sich diese Genehmigung als ungültig erweisen – die tatsächlichen Kosten betrugen ja 17 und nicht 9 Milliarden Euro – wäre sie rechtlich gesehen nicht existent und somit ungültig. Ebenso wie der Kaufvertrag, den die Monte dei Paschi diesbezüglich mit dem Banco Santander abgeschlossen hatte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sehen Sie denn eine Lösung für die Monte dei Paschi? Und wie beurteilen Sie die neuen europäischen Regularien bezüglich eines möglichen Bail-in?

Paolo Emilio Falaschi: Wir wollen in Siena keine gut gemeinten staatlichen Rettungsprogramme, seien sie nun von der EZB abgesegnet oder nicht. Wir wollen, das der italienische Staat, der per Gesetz für die Affäre und die Delikte seiner Organe und seines Führungspersonals verantwortlich ist, die schweren Verluste ausgleicht, die aufgrund einer Genehmigung der Banca d’Italia und der Consob entstanden sind. Diese Genehmigung hätte nie erteilt werden dürfen – oder sie hätte zumindest widerrufen und zurückgezogen werden müssen. Und auch, was all dies für die Position des Banco Santander bedeutet, sollte hier noch einmal genauer untersucht werden.

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Paolo Emilio Falaschi ist Rechtsanwalt. Seit Jahren kämpft er um die Rechte der Kleinaktionäre der Monte dei Paschi und scheut auch einen Konflikt mit der Banca d’Italia, der italienischen Zentralbank, nicht. Um zu verhindern, dass die Untersuchungen zu den Hintergründen des Erwerbs der Bank Antonveneta durch die MPS eingestellt und der Fall zu den Akten gelegt wird, hat Falaschi nun die Generalstaatsanwälte des Kassationsgerichtes in Rom sowie der Berufungsgerichte von Rom, Mailand und Florenz direkt angeschrieben. Es gehe nicht zuletzt auch um die Verteidigung des Rechtstaates und damit der Demokratie.

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„EU“ – „In Sachen“ – „Falsch-Meldung“ – „DWN“

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/01/25/eu-zieht-falschmeldung-ueber-dwn-zurueck-macht-freien-mitarbeiter-verantwortlich/

EU zieht Falschmeldung über DWN zurück, macht „freien Mitarbeiter“ verantwortlich

Die EU hat eine Falschmeldung über die DWN zurückgezogen. Um den Wiederholungsfall zu verhindern, prüfen die DWN rechtliche Schritte gegen die Verbreiter der Denunziationen innerhalb der EU-Think Tanks. Das kann ein langer und harter Kampf werden. Wir bitte unsere Leser um Unterstützung.

Ein Sprecher der EU-Kommission hat den DWN mitgeteilt, dass die „Task Force“ der EU eine Denunziation der DWN zurückziehen muss. In einer Aufstellung von angeblichen Fällen russischer Desinformation hatte die Task Force einfach ein Zitat der DWN in ihr Gegenteil verdreht. Aus „Soros ist .. dafür, dass die EU Russland stützen sollte“ hatte die Task Force kurzerhand „Wenn Russland nicht hilft, wird die EU zerfallen“ gemacht.

Dazu schreibt uns der Sprecher:

„Im Falle des von Ihnen genannten DWN-Artikels über George Soros hat die Task Force den Artikel korrekt verlinkt und die Übersetzung der Überschrift ins Englische von einem freien Mitarbeiter übernommen. In der Tat ist die Überschrift im Englischen jedoch nicht korrekt wiedergegeben. Die Task Force dankt für Ihren Hinweis und bedauert den Fehler. Das Beispiel wird umgehend aus der tabellarischen Auflistung entfernt. Die Task Force nimmt dies zum Anlass, künftig eine Funktion für Fehlermeldungen einzurichten verbunden mit der Bitte an ihre Leser, etwaige Fehler zu melden. Die Task Force ist um höchstmögliche Präzision bemüht.“

Mal abgesehen davon, dass wir keinen freundlichen „Hinweis“ auf einen „Fehler“ gegeben haben, sondern uns ziemlich verärgert beschwert haben über eine plumpe Fälschung, wirft die Schilderung des Prozesses ein Schlaglicht auf die Arbeitsweise der von europäischen Steuergeldern finanzierten Task Force: Da kann ein „freier Mitarbeiter“ der EU eine Fälschung unterjubeln, ohne jede Qualitätskontrolle. Es geht ja nicht um ein internes Papier, sondern um eine öffentliche Rufschädigung. Und ist das Papier einmal in Umlauf gebracht, kann es jeder verteilen und die DWN anschwärzen. Er muss ja nicht hinzufügen, dass die Fälschung eingeräumt und entfernt wurde.

Das Schuldeingeständnis ist auch, wenn man genau hinsieht, nur halbherzig: Denn der EU-Sprecher sagt nicht, dass es eine glatt falsche Meldung war, sondern spielt die Sache herunter und schreibt, die Wiedergabe sei „nicht korrekt“ gewesen.

Hier könnte man nun eine Frage an den Zensor richten, der ja bald in Deutschland seine Arbeit aufnehmen wird: Wäre es nun eine Fake-News zu schreiben, die Meldung der EU war „schlicht falsch“, oder müssen wir uns an die Sprachregelung der EU halten und sagen, die Meldung sei „nicht korrekt“ gewesen?

Das Problem, das wir mit der EU-Kommission hier haben: Sie hat offenbar nicht verstanden, dass mit solchen Aussagen die wirtschaftliche Existenz gefährdet werden kann. Denn die EU gibt an, die Liste, die ihre Task Force erstellt hat, „dokumentiert einzelne Fälle“ von „Medien, die Pro-Kreml-Desinformation verbreitet haben“. Wir werden es nicht hinnehmen, dass DWN-Artikel mit falschen Tatsachenbehauptungen in Listen mit angeblicher „Pro-Kreml-Desinformation“ platziert werden. Es hilft uns auch wenig, dass wir uns auf der Liste in Gesellschaft von Bloomberg, Forbes und The Nation befinden.

Die EU-Task Force wird aus Steuergeldern finanziert, wie die dpa schreibt: „Die aktuelle Gruppe verfügt über kein eigenes Budget. Sieben Mitglieder werden von EU-Staaten bezahlt, der Rest sind EU-Mitarbeiter. Mehr als 400 Freiwillige in dreißig Ländern arbeiten den Experten zu, zum Beispiel mit Hinweisen auf fragwürdige Nachrichten.“

Wir würden gerne wissen, wer diese „Freiwilligen“ sind, und von wem sie bezahlt werden. Wir können uns den Informellen Freien Mitarbeiter nicht recht vorstellen, der ohne geldwerten Vorteil eine Falschmeldung über die DWN bei der EU in Umlauf bringt.

Der EU-Sprecher erklärt und in einer E-Mail, dass die Diffamierungen keine offizielle EU-Position seien:

„Die Zusammenstellung speist sich aus dem breiten Netz von Beitragenden und kann nicht als offizielle EU-Position betrachtet werden. Ebenso basieren die Nachrichtenartikel auf der Analyse der East StratCom Task Force, daher können Informationen und Meinungen, die hier ausgedrückt werden, nicht als offizielle EU-Position betrachtet werden.“

Diese Distanzierung ist dazu geeignet, dass Denunzianten ermuntert werden könnten, die Falschmeldung weiter zu verbreiten. Unsere Sorge wird durch die Haltung der EU-Kommission genährt, dass sie sich im Hinblick auf die Weiterverbreitung von drei anderen grotesken Fabrikationen zu DWN-Artikeln uneinsichtig zeigt. Alle drei sind falsche Tatsachenbehauptungen und verstoßen gegen deutsches Recht, welches den „freien Mitarbeitern“ der EU offenbar nicht bekannt ist.

Wir bestehen jedoch weiter auf der Löschung aller Diffamierungen und haben der EU-Kommission eine letzte Frist gesetzt. Danach werden wir juristische Schritte gegen die EU-Task Force prüfen.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Ihre
Unterstützung: 

Ein solcher Rechtsstreit ist für uns als freies Medium eine teure Sache, während die EU auf den aus Steuergeldern finanzierten Apparat zurückgreifen kann, um uns zu zermürben. Wir müssen diese Auseinandersetzung jedoch führen, weil die Entwicklung der EU eine unabhängige und kritische Berichterstattung über die EU unerlässlich macht. Es geht im Zuge der Auflösungserscheinungen in der EU um das Wohl der Bürger in Europa. Die Aufgabe von Medien ist es, die Leser über die Fakten zu informieren – unabhängig von den Interessen und Wünschen der Regierungen oder den EU-Gremien.