die „GEN–SCHERE“ – „CRISPR/Cas“ /// „EPI-GENETIK“ – – – DER „ALP-TRAUM“ von MONSANTO – – – ALLES ist INFORMATION – Wer steuert die GENE? /// „Glyphosat“: Die „Mischung“ macht das Gift

 

 

SCHÄDLINGs-RESISTENZEN

siehe auch „MEGA-SCHÄDLING“ – „BAUMWOLL-KAPSELBOHRER“

****************************************************************************

dieGenSchere“ – CRISPR/Cas“ – Genome Editing

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/unabh-ngige-wissenschaft-im-dienst-der-industrie

„Unabhängige Wissenschaft“ im Dienst der Industrie

Wahrheitswidrige Behauptungen zu neuen Gentechnikverfahren
Mittwoch, 2. May 2018

Derzeit laufen die GentechnikLobbyisten Sturm in der EU. Was sie erreichen wollen, kann erhebliche Konsequenzen für Mensch und Umwelt haben: Die Politik soll davon überzeugt werden, dass neue Gentechnikverfahren, bei denen beispielsweise die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, von der bestehenden Gentechnik-Regulierung ausgenommen werden. Sie behaupten, man könne die Veränderungen, die mit Verfahren des sogenannten Genome Editing herbeigeführt werden, nicht von denen der bisherigen Züchtung unterscheiden. Das entspricht nicht der Wahrheit. Trotzdem wird diese falsche Behauptung immer wieder geäußert. Auch der Präsident des deutschen Biologenverbandes VBIO, Bernd Müller-Röber, lobbyiert derzeit mit diesen falschen Argumenten bei Abgeordneten des EU-Parlamentes.

Gerade der VBIO als Dachverband der biowissenschaftlichen Fachgesellschaften, sollte eigentlich politisch, ideologisch und wirtschaftlich unabhängig sein. Dies gilt aber augenscheinlich nicht für seinen Präsidenten, der seit Jahren selbst Patente im Bereich Gentechnik anmeldet – jüngst auch auf dem Gebiet der neuen Gentechnikverfahren. Bernd MüllerRöber scheint somit auch als Lobbyist in eigener Sache zu handeln.

Was MüllerRöber und andere Lobbyisten verschweigen: Wenn das Erbgut von Organismen mit den neuen Gentechnikverfahren verändert wird, unterscheiden sich die Ergebnisse in der Regel deutlich von denen der bisherigen Züchtung. Das trifft auch dann zu, wenn keine neuen Gene eingefügt wurden. Testbiotech hat jetzt einen ersten tabellarischen Überblick zu wichtigen Unterschieden zwischen herkömmlicher Züchtung und Genome Editing veröffentlicht.

Testbiotech tritt für eine Regulierung der neuen Gentechnikverfahren nach dem Gentechnikgesetz ein. Sollten die neuen Verfahren nicht gesetzlich reguliert werden, drohen ähnliche Verhältnisse wie in den USA. Dort wurden bereits zahlreiche GentechnikOrganismen, darunter auch „CRISPRPilze“, ohne Risikoprüfung zugelassen. In der Folge gibt es keine verlässlichen Informationen über deren Risiken und auch keine Möglichkeit, deren Ausbreitung in der Umwelt zu verhindern. Damit fehlt Behörden, Politik, Landwirten und Verbrauchern jegliche Kontrolle und Wahlmöglichkeit.

Auch der Gentechnik-Konzern Monsanto setzt inzwischen verstärkt auf die neuen Gentechnikverfahren. Jüngst gab das US Unternehmen bekannt, dass es über 100 Millionen US-Dollar in ein Startup mit dem Namen Pairwise investiert, das entsprechende Anwendungen in der Landwirtschaft entwickeln soll.

– – – –
Beispiele für Patentanträge unter Beteiligung von Bernd MüllerRöber sind u.a.:
EP584324 B1 (erteilt 2003), Firma Bayer
EP571427 B1 (erteilt 2003) , Firma Bayer
WO2018046496 (angemeldet 2017), Universität Potsdam

Ein Schreiben, das Bernd MüllerRöber gemeinsam mit anderen Lobbyisten an Abgeordnete des EUParlamentes gerichtet hat, ist auf Nachfrage erhältlich.

Kontakt:

Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

******************************************************************************

******************************************************************************

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-gentechnik-verfahren-rechtsexperte-kritisiert-stellungnahme-des-generalanwalts

Neue Gentechnik-Verfahren: Rechtsexperte kritisiert Stellungnahme des Generalanwalts des EuGH

Trennlinie zwischen Züchtung und Gentechnik zu unklar definiert
Mittwoch, 28. February 2018

Am 18. Januar positionierte sich der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu der Frage, ob das sogenannte GenomEditing unter die Gentechnikgesetzgebung der EU fällt. Im Auftrag von Testbiotech befasste sich jetzt der renommierte EURechtsexperte Professor Dr. Ludwig Krämer mit der Einschätzung des Generalanwaltes. Ludwig Krämer war bis 2004 Beamter der EU-Kommission (Generaldirektion Umwelt) und war an der Formulierung der EUGentechnikgesetze beteiligt. In seinem Gutachten, das heute veröffentlicht wird, äußert Krämer deutliche Kritik an der Position des Generalanwaltes.

Nach dem Gutachten von Krämer fallen die neuen GentechnikVerfahren eindeutig unter den Geltungsbereich der EU-Richtlinie 2001/18. Demnach sind Züchtungsverfahren nur dann von der Gentechnikregulierung ausgenommen, wenn diese bereits bei Inkrafttreten der EU-Richtlinie „seit langem als sicher“ angesehen wurden. Bei den neuen GentechnikVerfahren, bei denen u.a. die GenSchere CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, ist das aber nicht der Fall. Deswegen müssen Pflanzen und Tiere, die in ihrem Erbgut mithilfe von GenomEditing verändert wurden, in einem Zulassungsverfahren auf ihre Risiken untersucht werden, bevor sie freigesetzt oder importiert werden könnten. Der Generalanwalt unterscheidet in seiner Stellungnahme dagegen nicht klar zwischen Gentechnik und konventioneller Züchtung.

Krämer weist darauf hin, dass der Generalanwalt auch in Bezug auf die Interpretation des Vorsorgeprinzips zu einer unzutreffenden Einschätzung kommt: Wenn es Unsicherheiten in der Einschätzung der Risiken von neuen GentechnikVerfahren gibt, muss der Gesetzgeber auf Nummer sicher gehen und die Risiken untersuchen lassen. Entsprechende Regelungen müssen EUweit angewendet und dürfen – anders als der Generalanwalt dies formuliertnicht den einzelnen EUMitgliedsländern überlassen bleiben.

Falls der EUGerichtshof der Meinung des Generalanwaltes folgt, könnten sich in der EU erhebliche Lücken in der Gentechnikregulierung ergeben. In diesem Fall wäre es nach Ansicht von Testbiotech unerlässlich, dass die Politik aktiv wird, um beispielsweise unkontrollierte Importe oder Freisetzungen zu verhindern.

Testbiotech betont, dass es in der Bewertung der neuen Gentechnik-Verfahren keineswegs nur um rechtliche Fragen geht. Vielmehr sind die Methoden des GenomEditing in ihren Verfahren und Risiken auch dann von denen der konventionellen Züchtung unterscheidbar, wenn keine Gene über die Artgrenzen übertragen werden. Um diese Unterschiede möglichst einfach und verständlich zu erklären, veröffentlicht Testbiotech heute auch zwei kurze Texte zu den Unterschieden zwischen CRISPR/Cas und der bisherigen Mutationszüchtung.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

**************************************************************************

siehe auch „ROUNDup-GLYPHOSAT“ – „Die Formulierung ist das GIFT“- Polyoxyethylenamine (POEA)

aus dem TEXT:..Die Ergebnisse des NTP könnten auch Folgen für die Neuzulassung glyphosathaltiger Pestizide in Deutschland haben. Nachdem die EU den Wirkstoff Gyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen hat !!!??? muss nun das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheiden, ob es 36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt???!!!.….

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33204/#gsc.tab=0

Glyphosat: Die Mischung macht das Gift

14.05.2018

Gebrauchsfertige Pestizidmischungen mit Glyphosat sind für menschliche Zellen weitaus giftiger als Glyphosat als isolierter Wirkstoff. Das zeigen Forschungsergebnisse des US-Gesundheitsministeriums.

Das National Toxicology Programm (NTP) des US-Gesundheitsministeriums vergleicht derzeit die Wirkungen von Glyphosat als isolierter Substanz mit Pestizidmischungen, die neben Glyphosat auch Chemikalien enthalten, die dafür sorgen, dass sich der Wirkstoff gut auf der Blattoberfäche verteilt und in das Blatt einzieht. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen hat die Organisation U.S. Right to Know veröffentlicht. Die NTP-Forscher hatten verschiedene menschliche Zell-Linien mit Glyphosat alleine und als Vergleich dazu mit fertigen Pestizidmischungen wie Roundup behandelt. Dabei zeigte sich, dass die Pestizidmischungen weitaus mehr oxidativen Stress in den Zellen auslösten und sogar Zellen abtöteten, während Glyphosat alleine kaum Effekte auslöste. Die Mischungen seien bis zu 1000-fach potenter gewesen, heißt es in der Untersuchung. Diese ersten Ergebnisse belegten allerdings nicht, dass die Mischungen Krebs oder andere Krankheiten verursachen würden, schränkte Mike DeVito, der Leiter des NTP-Fotschungsprogramms, gegenüber der britischen Tageszeitung „The Guardian“ ein. Um das festzustellen, seien weitere Untersuchungen notwendig.

Erschwert werden diese dadurch, dass der amerikanische Hersteller Monsanto die genaue Zusammensetzung seiner Pestizide nicht offenlegt. „Wir kennen die Rezepturen nicht, das sind Geschäftsgeheimnisse“, erklärte DeVito dem Guardian. Eine ebenfalls von US Right to Know veröffentlichte Zusammenfassung eines Treffens von Mitarbeitern der US-Umweltbehörde EPA und Monsanto im Frühjahr 2016 legt nahe, dass auch die Behörde keine Daten über Monsantos Pestizidmischungen hat. Man sei an jeglichen Informationen interessiert, die Monsanto über Unterschiede zwischen Wirkstoff und Pestizidmischung habe, heißt es darin.

The Guardian wirft die Frage auf, ob Monsanto selbst jemals die Giftigkeit der fertigen Mischungen untersucht hat und verweist auf interne MonsantoEmails aus den Jahren 2003 und 2010. In ihnen schrieben Mitarbeiter des Konzerns, dass fertige Pestizide nicht auf ihre krebserzeugende Wirkung hin überprüft worden seien.

Die Ergebnisse des NTP könnten auch Folgen für die Neuzulassung glyphosathaltiger Pestizide in Deutschland haben. Nachdem die EU den Wirkstoff Gyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen hat, muss nun das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheiden, ob es 36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt. Das BVL selbst schreibt, dass ein Antragsteller mit dem Zulassungsantrag für ein Pflanzenschutzmittel alle Einzelheiten der Rezeptur mitteilen müsse. Bei der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels werde auch geprüft, ob Beistoffe wie Lösungsmittel, Emulgatoren, Trägerstoffe, Farbstoffe oder Treibgase bedenklich hinsichtlich der Gesundheit oder Umwelt seien. „Grundlage für die Bewertung sind zunächst die vorhandenen Daten und Informationen“. Weiterhin müssten bestimmte toxikologische und ökotoxikologische Studien mit dem Pflanzenschutzmittel durchgeführt werden. „Wenn Fragen offen bleiben, können die Behörden auch gezielt bestimmte Studien mit einzelnen Beistoffen verlangen.“ Bereits Anfang des Jahres hatte eine französische Studie gezeigt, dass glyphosathaltige Pestizide giftiger auf Zellen wirkten als Glyphosat alleine. [lf]

****************************************************************************

Wie enstehen RESISTENZEN?!

aus dem TEXT:.Das zusätzlich in den Pflanzen gebildete Enzym (abgekürzt EPSPS) führt nach den neuen Forschungsergebnissen nicht nur dazu, dass die Pflanzen gegenüber Glyphosat resistent werden. Es greift auch in den Stoffwechsel der Pflanzen ein, der Wachstum und Fruchtbarkeit steuert….

…. Manche Unkrautarten verfügen „natürlicherweise“ über Gene, die das „EPSPS“Enzym bilden können. Doch die Aktivität dieser Gene ist normalerweise zu schwach, um die Unkräuter vor dem „Einsatz von Glyphosat zu schützen“. Einige dieser Unkrautarten passen sich aber sehr erfolgreich an den Gebrauch von Glyphosat an: Sie können die „Aktivität“ der betreffenden „Genabschnitte erhöhen“ und so die Wirkung ihrer „EPSPS“Enzyme erhöhen. Man spricht von „epigenetischer“ Anpassung. Die Nachkommen der Unkräuter sind dann oft gegen den „Einsatz des Herbizids geschützt“. Die neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Unkräuter auf diesem Weg zusätzlich eine „höhere biologische Fitness erlangen“. Der großflächige Anbau der GentechnikPflanzen führt demnach dazu, dass Superunkräuter entstehen, die sich schneller auf den Äckern ausbreiten als je zuvor…

 

https://www.testbiotech.org/pressemitteilung/neue-forschungsergebnisse-zeigen-umweltrisiken-von-gentechnik-pflanzen-wurden

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Umweltrisiken von Gentechnik-Pflanzen wurden unterschätzt

Pflanzen, die mittels Gentechnik gegen Glyphosat resistent gemacht sind, haben ein überraschend hohes Potential für unkontrollierte Ausbreitung
Freitag, 6. April 2018

Aktuelle Forschungsergebnisse aus China zeigen eine neue Dimension der Umweltrisiken gentechnisch veränderter Pflanzen: Die zusätzlich in die Pflanzen eingebauten Gene können das Risiko für deren Ausbreitung in der Umwelt wesentlich erhöhen. Das wurde jetzt bei Gentechnik-Pflanzen nachgewiesen, die gegen das Spritzmittel Glyphosat resistent gemacht sind. Kreuzen sich die Gentechnik-Pflanzen mit natürlichen Populationen, haben die Nachkommen einen deutlichen Überlebensvorteil und können die transgene DNA wesentlich schneller verbreiten als bisher angenommen. Die neuen Untersuchungen zeigen, dass dieses Umweltrisiko einzig vom zusätzlich eingefügten Gen abhängig ist, nicht aber, wie bisher angenommen, vom Einsatz von Glyphosat. Durch Stressbedingungen wie Hitze und Trockenheit kann sich der Effekt noch verstärken.

Gentechnisch veränderte Pflanzen mit einer Resistenz gegenüber Glyphosat werden seit über 20 Jahren kommerziell angebaut und sind weltweit die am häufigsten verwendeten GentechnikSaaten. Trotzdem wurde deren erhöhtes Potential für eine unkontrollierte Ausbreitung bisher in keinem der offiziellen Zulassungsverfahren eingehend untersucht.

Hinweise auf ein erhöhtes Ausbreitungspotential transgener Pflanzen hatten sich bereits in früheren Untersuchungen gezeigt: Insbesondere GentechnikRaps und –Reis schafften es bereits mehrfach, ihre Gene in natürlichen Populationen zu verbreiten. Entgegen den Erwartungen konnten die daraus entstandenen Nachkommen oft in der Umwelt überdauern und sich weiter vermehren. Darauf hatte Testbiotech bereits mehrfach hingewiesen.

Dennoch hatten die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die Gentechnik-Industrie stets behauptet, dass das zusätzliche Gen keinen Überlebensvorteil für die Pflanzen bieten würde, wenn diese nicht zusätzlich mit Glyphosat behandelt werden. Die Forscher aus China weisen jetzt ausdrücklich darauf hin, dass das Risiko auch dann gegeben ist, wenn kein Glyphosat zum Einsatz kommt. Sie fordern auch weitere Untersuchungen unter Einbeziehung der Nachkommen der transgenen Pflanzen, um die Umweltauswirkungen genauer zu erforschen.

Das zusätzlich in den Pflanzen gebildete Enzym (abgekürzt EPSPS) führt nach den neuen Forschungsergebnissen nicht nur dazu, dass die Pflanzen gegenüber Glyphosat resistent werden. Es greift auch in den Stoffwechsel der Pflanzen ein, der Wachstum und Fruchtbarkeit steuert. Das kann dazu führen, dass Nachkommen der Pflanzen mehr Samen bilden und resistenter gegen Umweltstress sind. Als mögliche Ursache für die beobachteten Effekte nennen die chinesischen Forscher eine vermehrte Bildung des Hormons Auxin in den GentechnikPflanzen. Dieses pflanzliche Hormon ist an der Regulation für Wachstum, Fruchtbarkeit und die Anpassung an Umweltstress beteiligt.

Interessanterweise können Stressfaktoren wie Hitze und Trockenheit diese Tendenz zur unkontrollierten Ausbreitung verstärken. Testbiotech fordert bereits seit Jahren, dass Gentechnik-Pflanzen einer Art Stresstest ausgesetzt werden müssten, um herauszufinden, wie die Pflanzen auf veränderte Umweltbedingungen reagieren, wie diese durch den Klimawandel verursacht werden. Auch hier bestritt die EFSA die Notwendigkeit für eingehende Untersuchungen bisher stets.
„Es zeigt sich, dass es auch nach über 20 Jahren kommerziellen Anbaus von GentechnikPflanzen viel Nichtwissen über deren tatsächliche Umweltrisiken gibt. Jetzt muss die Vorsorge gegen unkontrollierte Ausbreitung erheblich gestärkt werden“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Gentechnisch veränderte Organismen, deren Ausbreitung nicht ausreichend kontrolliert werden kann, dürfen auch nicht freigesetzt werden.“

Es gibt weitere Aspekte, die für die Bekämpfung von Unkräutern sehr wichtig werden können: Manche Unkrautarten verfügen natürlicherweise über Gene, die das EPSPSEnzym bilden können. Doch die Aktivität dieser Gene ist normalerweise zu schwach, um die Unkräuter vor dem Einsatz von Glyphosat zu schützen. Einige dieser Unkrautarten passen sich aber sehr erfolgreich an den Gebrauch von Glyphosat an: Sie können die Aktivität der betreffenden Genabschnitte erhöhen und so die Wirkung ihrer EPSPSEnzyme erhöhen. Man spricht von epigenetischer Anpassung. Die Nachkommen der Unkräuter sind dann oft gegen den Einsatz des Herbizids geschützt. Die neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Unkräuter auf diesem Weg zusätzlich eine höhere biologische Fitness erlangen. Der großflächige Anbau der GentechnikPflanzen führt demnach dazu, dass Superunkräuter entstehen, die sich schneller auf den Äckern ausbreiten als je zuvor. Dass diese Sorge berechtigt ist, zeigt eine weitere, noch aktuellere Studie aus den USA. In jedem Fall sind bereits große Anteile der Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen von diesen herbizidresistenten Unkräutern betroffen.

Kontakt:

Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

*****************************************************************************

 

siehe auch „Gefährlich Mahlzeiten“ – „PLASTIK-PLANET“

„EPI-GENETIK“

„Gefährliche Mahlzeiten“ –  Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst Doku über Erbgut – Teil 1

*******************************************************************************

„Gefährliche Mahlzeiten“ –  Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst Doku über Erbgut –  Teil 2

Bisphenol A

**************************************************************************

 

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/02/genetik-dna-code-vererbung-jean-baptiste-de-lamarck/komplettansicht

Genetik: Gibt es Vererbung ohne DNA-Code?

Lebewesen vererben Eigenschaften, die sie mit der Zeit erwarben, glaubte einst Lamarck. Obwohl Darwin das bald widerlegte, gibt ihm die moderne Biologie teilweise recht.
Genetik: Ein DNA-Test im Labor. Was wir sind, steht in unseren Genen – so sind wir heute überzeugt. Aber kann ein Mensch auch Eigenschaften vererben, die nicht von Geburt an in seinem Erbgut verankert sind?
Ein DNA-Test im Labor. Was wir sind, steht in unseren Genen – so sind wir heute überzeugt. Aber kann ein Mensch auch Eigenschaften vererben, die nicht von Geburt an in seinem Erbgut verankert sind? © Cultura RF/Getty Images

Manches Wissen wächst in verdammt hoch gelegenen Gebieten. Trotzdem sollte man sich hin und wieder dorthin aufmachen, auch wenn es richtig anstrengend wird. Willkommen auf dem Pfad der Epigenetik.

Basislager

Gehen Sie erst los, wenn Sie die folgenden Grundlagen in Ihren Rucksack gepackt haben.

„Jetzt lernen wir die Sprache, mit der Gott das Leben erschuf!“ Das sagte Bill Clinton im Jahr 2000, als er im Weißen Haus die erfolgreiche Sequenzierung des menschlichen Genoms verkündete. Knapp ein halbes Jahrhundert zuvor hatten James Watson und Francis Crick die Buchstaben des DNACodes entdeckt. Nun hatten Wissenschaftler diese Buchstaben zu einem Text verbunden, in dem jedes Gen des menschlichen Organismus verzeichnet war. Doch mit dem Fortschritt in der Sequenzierungstechnik häuften sich die Hinweise darauf, dass der DNA-Code nicht alles sein kann.

Eineiige Zwillinge zum Beispiel sind genetisch identisch – warum erkrankt der eine an Alzheimer, der andere nicht? Wenn sich eine Raupe zum Schmetterling entwickelt, ändert sich nichts an ihrem Erbgut, und doch könnten die beiden Lebewesen kaum unterschiedlicher sein. Und obwohl jede Zelle des menschlichen Körpers dasselbe Genmaterial enthält, sieht eine Leberzelle ganz anders aus als eine Nierenzelle.

Die Erklärung: Die Gene sind nur die Hardware. Was die Zellen voneinander unterscheidet, ist die Software – chemische Schalter, zum Beispiel MethylGruppen (H₃C), die an der DNA hängen und Gene ein– und ausschalten. Die Forscher sprechen von „Methylierung“. Durch diese sogenannten epigenetischen Markierungen und bestimmte Steuerproteine wissen Zellen, was sie zu tun und zu lassen haben. Das Besondere daran ist, dass die Markierungen im Gegensatz zu den Genen veränderbar sind. Mit ihrer Hilfe können sich Zellen einer sich wandelnden Umwelt anpassen.

Schon im 19. Jahrhundert behauptete der französische Zoologe Jean-Baptiste de Lamarck, Lebewesen könnten sich ihrer Umwelt anpassen und diese erworbenen Merkmale an ihre Nachfahren weitergeben. Das berühmteste Beispiel ist die Giraffe, deren Hals sich verlängert, um hohe Blätter zu erreichen. Diese Behauptung steht im krassen Gegensatz zur Maxime der Darwinschen Evolutionstheorie, derzufolge nur angeborene Merkmale vererbt werden können. Als Forscher vor einigen Jahren zum ersten Mal feststellten, dass epigenetische Veränderungen über mehrere Generationen hinweg nachweisbar waren, stellten sie sich verblüfft die Frage: Hatte Lamarck womöglich doch recht?

Erster Anstieg

Los geht’s! Auf leichten Anhöhen begegnen Sie Erkenntnissen, die Sie ins Schwitzen bringen können.

Der Aufstieg führt zunächst durch ein seichtes Tal – mehrere Wege winden sich den Hang hinab. Welchen nehmen wir? Genau dieses Bild hatte der Genetiker Conrad Waddington vor Augen, als er 1942 den Begriff Epigenetik prägte (von epigenesis, griechisch für „nachträgliche Entstehung“): das Bild einer Kugel, die einen zerfurchten Hang hinunterrollt. Die Richtung der Entwicklung ist vorgegeben – nach unten – aber je nachdem, welchen der kleinen Wege sie zufällig hinunterkullert, fällt das Ergebnis anders aus. Von der Struktur der DNA, geschweige denn von chemischen Schaltern wusste Waddington aber noch nichts.

Zeitgleich sorgten die Nazis und die Natur für verheerende Bedingungen, die der Epigenetik Jahrzehnte später einige Aufmerksamkeit bescheren würden: den niederländischen Hungerwinter 1944/45. Mehrere Monate lang lebten die Niederländer aufgrund eines LebensmittelEmbargos durch die deutschen Besatzer von weniger als 700 Kalorien pro Tag. 22.000 Menschen verhungerten. Dass Frauen, die in dieser Zeit schwanger waren, eher kleine Kinder zur Welt brachten, ist nicht verwunderlich. Diese Kinder aber litten im Erwachsenenalter besonders häufig an Übergewicht und Diabetes. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, konnten Wissenschaftler mittlerweile molekularbiologisch aufklären. Der Kölner Kinderarzt Jörg Dötsch erforscht diese perinatale Programmierung. Die zentrale Frage: Wie verändern die Bedingungen der Schwangerschaft das Epigenom des ungeborenen Kindes?

 

Antwort: Die Mangelernährung verursacht eine geänderte Methylierung des IGF2Gens (das Kürzel steht für InsulinlikeGrowthFactor2), das das Wachstum des Kindes steuert. Das epigenetisch veränderte IGF2Gen bewirkt, dass die Kinder klein bleiben und so auch weniger Energie benötigen. Manchmal ist eine solche Anpassung evolutionär von Vorteil, etwa wenn ein Kind tatsächlich in eine hungernde Welt hineingeboren wird. Im Hungerwinter aber war das nicht der Fall: Bald nach Ende des Kriegs gab es wieder ausreichend Nahrung. Das Epigenom der Hungerwinter-Kinder aber hatte sie darauf gepolt, Nährstoffe optimal auszuschlachten: Ein Teil der untergewichtigen Kinder wuchs zu übergewichtigen Erwachsenen heran.

Die Erkenntnisse aus dem Winter 1944/45 haben mittlerweile Einzug in die medizinische Praxis gehalten. Früher wurden Kinder, die zu klein zur Welt kamen, mit kalorienreicher Nahrung hochgepäppelt. Heute wissen Mediziner, dass untergewichtige Kinder mit zu vielen Kalorien überfordert sind und bestimmte Krankheiten dadurch eher gefördert werden. In seltenen Fällen werden Kinder sogar früher entbunden, auch, um epigenetische Fehlprägungen zu vermeiden, wenn sie zum Beispiel aufgrund einer Störung des Mutterkuchens im Mutterleib zu wenig Nährstoffe erhalten.

Im Laufe der Zeit entdeckten die Forscher aber etwas noch Seltsameres: Nicht nur die Kinder der hungernden Schwangeren, sondern sogar deren Enkel waren häufiger dick und zuckerkrank.

Epigenetische Medikamente

Am Steilhang

Atmen Sie tief durch: Es ist alles ganz anders, als Sie dachten – aber Sie schaffen das.

Die letzte Etappe war abwechslungsreich, doch jetzt wird der Aufstieg knifflig. Eigentlich ist die Vererbung epigenetischer Merkmale doch gar nicht möglich. Nachdem Spermium und Eizelle bei der Befruchtung miteinander verschmelzen, fährt gleich zweimal ein Löschprogramm über die Festplatte der Zellen. Fast alle epigenetischen Markierungen werden ausradiert. Tabula rasa, alles auf Anfang. Wie also schaffen es erworbene Merkmale in die nächste Generation?

Die Schweizer Epigenetikerin Isabelle Mansuy fand eine mögliche Erklärung. Sie löste in jungen Mäusen eine Art Depression aus, indem sie sie von ihren Müttern trennte. Die Symptome waren auch in der darauf folgenden Generation zu sehen – selbst dann, wenn frühkindlich traumatisierte Männchen mit gesunden Weibchen gepaart wurden. Im Sperma der gestressten Männchen entdeckte die Forscherin kurze RNA-Abschnitte, sogenannte small non-coding RNA (sncRNA). Als sie diese in befruchtete Eizellen gesunder Mäuse einpflanzte, zeigten auch diese Nachkommen ein depressives Verhalten. Wie genau die übertragene sncRNA die Aktivität der Gene beeinflusst, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Im Jahr 2016 erschien dann eine weitere Studie, die die Diskussion um Vererbung befeuerte. New Yorker Wissenschaftler hatten das Epigenom von 32 Holocaust-Überlebenden und 22 ihrer Kinder untersucht. Es stellte sich heraus, dass das Stress-Gen FKB5, das an der Regulierung des Cortisol-Haushalts und der Stressantwort beteiligt ist, bei Eltern wie Kindern fehlerhaft methyliert war. Selbst Traumata, die noch vor der Empfängnis eines Kindes stattfinden, schlussfolgerten die Wissenschaftler, würden an die Nachkommen vererbt.

Streng genommen handelt es sich allerdings nur dann um eine echte Vererbung, wenn es eine epigenetische Markierung bis in die vierte Generation schafft. Denn wenn eine Schwangere eine bestimmte Situation erlebt, zum Beispiel Hunger, so ist das Kind im Mutterleib ihr ebenfalls indirekt ausgesetzt. Handelt es sich um einen weiblichen Fetus, so reifen in ihm bereits die Keimzellen der dritten Generation heran. Im Jahr 2013 versuchten Forscher um Michael Skinner, diese Vererbung in Nagern nachzuweisen. Nachdem sie trächtige Mäuse mit Pestiziden behandelt hatten, beobachteten sie tatsächlich eine veränderte Methylierung der DNA bis in die vierte Generation. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Daten nur teilweise reproduzierbar waren. Lamarcks Evolutionstheorie kann – zumindest noch – nicht bestätigt werden.

Hier kommen wir also erst mal nicht weiter. Der Weg ist von dichtem Gestrüpp überwuchert, und wir kehren zur letzten Weggabelung zurück. Ein anderer Pfad sieht verlockend aus: Epigenetische Merkmale sind variabel. Können sie gezielt beeinflusst werden?

Die holländischen Kinder, deren Mütter im Winter 1944/45 hungerten, kämpften anschließend nicht nur mit Übergewicht und Diabetes, sie waren auch anfälliger für Drogensucht. Und im Gehirn von Menschen, die als Kinder missbraucht worden waren und sich das Leben nahmen, fand sich eine veränderte Methylierung im Bereich des Glukokortikoid-Rezeptor-Gens, das an der Stressantwort beteiligt ist. Epigenetische Veränderungen scheinen also auch die Psyche zu beeinflussen.

 

Das brachte die Freiburger Psychiaterin Katharina Domschke auf eine Idee: Sie untersuchte Menschen mit einer Panikstörung und fand heraus, dass das Enzym Monoaminoxidase A aufgrund einer veränderten Epigenetik vermehrt produziert wird. Die Monoaminoxidase A baut das als „Wohlfühlhormon“ bekannte Serotonin ab, das bei der Panikstörung oft nur in geringer Menge vorhanden ist. So weit, so bekannt. Erstaunlich war, was als nächstes passierte. In einem Folgeversuch beobachtete sie, dass die Patienten, die auf eine Psychotherapie ansprachen, sich epigenetisch den gesunden Teilnehmern anglichen. Als sich die erkrankte Psyche mithilfe der Therapie verbesserte, normalisierten sich die epigenetischen Markierungen.

Inzwischen gibt es Medikamente, die direkt auf epigenetische Merkmale einwirken. Der 76-jährigen Romy Hummel retteten sie das Leben. Die ältere Dame war eines Tages in ihrem Garten umgekippt. Im Krankenhaus fanden Ärzte in ihrem Blut auffallend viele unreife weiße Blutkörperchen. Diagnose: Akute Myeloische Leukämie (AML). Nur 30 Prozent der Patienten überleben die ersten fünf Jahre dieser Blutkrebs-Art. Zu allem Unglück fand sich kein passender Spender für die Stammzelltransplantation, die die Ärzte als Therapie vorschlugen. Stattdessen nahm sie an einer Studie der Uni-Klinik Freiburg teil, in der der Onkologe Michael Lübbert ein epigenetisches Medikament testete.

Der dabei eingesetzte Wirkstoff Decitabine blockiert sogenannte DNA-Methyltransferasen – Enzyme, die Methyl-Gruppen an die DNA hängen. Dabei wirkt eine verstärkte Methylierung wie ein Ausschalter auf die Gene, gering methylierte Gene werden hingegen angeknipst. In vielen Krebsarten zeigen Tumorsuppressoren, (Gene, die Krebs verhindern sollen) eine zu starke Methylierung. Onkogene wiederum (Gene, die Krebs begünstigen) sind meist zu wenig methyliert. In Lübberts Fachgebiet, Blutkrebs, zeigen epigenetische Wirkstoffe derzeit ihre größte Wirkung.

Warum? Während traditionelle Chemotherapien alle Zellen angreifen, die sich schnell teilen, und damit auch gesundes Gewebe zerstören, beeinflussen epigenetische Medikamente idealerweise nur diejenigen Zellen, die durch Methylierung auf Amoklauf programmiert sind. Romy Hummel sprach positiv auf die epigenetische Therapie an: Die Krebszellen sind vollständig aus ihrem Blut verschwunden.

„Medizin 4.0“

So viel Glück haben jedoch nicht alle Patienten. Wenn Menschen besonders gut auf die epigenetische Therapie reagieren, finden sich als Ursache immer wieder molekulare Besonderheiten. Patienten zum Beispiel, deren Krebszellen bestimmte Veränderungen an den Chromosomen tragen, könnten regelmäßig durch epigenetische Medikamente von Krebszellen befreit werden. Dieser Effekt hält zwar nur kurzfristig an, aber er gibt den Medizinern genug Zeit, die Patienten einer Stammzelltransplantation als entscheidendem Heilungsansatz zu unterziehen. Gut ein Drittel der älteren AML- Patienten trägt solche chromosomalen Veränderungen.

Ärzte entdecken immer mehr dieser „Biomarker“ im Blut. Der spanische Epigenetiker Manuel Esteller verglich das Epigenom eines Neugeborenen, eines 26-Jährigen und eines Greises von 103 Jahren. Es zeigte sich ein deutlicher Trend: Je älter die Versuchsperson, desto weniger DNA-Methylierung haben ihre Gene. Mit dem Alter verändert sich das Epigenom des Menschen. Das macht sich der amerikanische Bioinformatiker Steve Horvath zunutze: Er beobachtet typische molekulare Veränderungen an der DNA, um das Alter von Zellen zu bestimmen, gewissermaßen als epigenetische Uhr. 2016 entdeckte er nach einer Langzeitstudie mit über 2.000 Frauen, die besonders häufig an Lungenkrebs erkrankten, dass deren Zellen epigenetisch vorgealtert waren.

Sogar den Tod will Horvath nun voraussagen können. In einer weiteren Studie verglich er das epigenetische mit dem tatsächlichen Alter von mehreren Tausend Männern und Frauen unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Erstaunlich genau konnten die Forscher dadurch die durchschnittliche Lebensdauer der Teilnehmer berechnen. Langfristig hoffen die Wissenschaftler, die epigenetische Uhr nicht nur zu verstehen, sondern auch deren Zeiger zurückdrehen zu können.

Die Entdeckung solcher Biomarker hat auch ihre Schattenseiten: Wenn zukünftig standardmäßig getestet werden kann, ob ein Mensch epigenetisch voraltert, könnten Versicherungsfirmen diese Information nutzen, um die Prämie zu erhöhen. Und was, wenn Mediziner bald epigenetisch feststellen können, ob jemand raucht, Drogen nimmt oder wann er sterben wird?

Auf zum Gipfel

Jetzt wird es zugig: Diese Theorie müssen Sie meistern, um auf der Höhe der Zeit anzukommen.

Bereits in den 1990er Jahren entdeckten Gedächtnisforscher, dass beim Abspeichern von Erinnerungen Gene an- und abgeschaltet werden. Diesmal nicht mit Methyl-, sondern mit Azetyl-Gruppen. Diese Moleküle hängen sich an Proteine, auf die die DNA wie auf eine Spule aufgewickelt ist, sogenannte Histone. Histonveränderungen sind neben der DNA-Methylierung der zweite wichtige epigenetische Mechanismus zur Kontrolle der Genaktivität.

Hemmt man nun bei Mäusen mit Medikamenten diejenigen Enzyme, die Azetyl-Gruppen an die Histone anhängen, verlieren die Nager ihr Gedächtnis. Der Neurobiologe André Fischer, der am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Göttingen die Alzheimer-Demenz erforscht, machte die Gegenprobe. Er behandelte gesunde Mäuse und solche, deren Gehirne denen von Alzheimer-Patienten ähneln, mit Vorinostat. Dieses Medikament verstärkt die Azetylierung von Histonen. Und siehe da: Die Gedächtnisleistung der Alzheimer-Mäuse verbesserte sich. Die Göttinger Forscher haben nun die erste Studie am Menschen begonnen, die die Effekte von Vorinostat bei Alzheimer-Patienten untersucht.

Die Behandlung setzt allerdings nicht an der Ursache der Krankheit an, dafür kommt sie viel zu spät. Denn die Alzheimer-Erkrankung beginnt gut 30 Jahre bevor Patienten die ersten Symptome zeigen. Aber auch hier könnte die Epigenetik helfen: indem sie Anzeichen der Alzheimer-Demenz erkennt, lange bevor Symptome auftreten. So entdeckte Fischers Arbeitsgruppe bereits in der Frühphase der Erkrankung epigenetische Veränderungen in betroffenen Nervenzellen.

Epigenetische Merkmale könnten in Zukunft also als Biomarker genutzt werden – „Medizin 4.0“ nennt Fischer diese Vision. Mithilfe dieser Biomarker könnten Ärzte dann erstens genauer einschätzen, ob ein Patient an Alzheimer oder Krebs erkrankt. Und zweitens könnten diese Krankheiten mithilfe individualisierter epigenetischer Therapien verhindert werden, bevor sie überhaupt entstehen. Das ist die Idee.

Fischer geht noch einen Schritt weiter. Er sagt: „Eigentlich sollten werdende Eltern schon vor der Empfängnis des Kindes schützende epigenetische Faktoren sammeln.“ Zum Beispiel, indem sie sich gesund ernähren und Sport treiben. Diesen Ratschlag hört man heute in Dauerschleife, aber die Epigenetik liefert eine neue Begründung: Schwedische Forscher fanden heraus, dass Ausdauertraining das Epigenom des Muskels verbessert. Dafür ließen sie Probanden über sechs Monate auf einem Fahrradergometer trainieren. Allerdings nur einbeinig. Das untrainierte Bein diente als Kontrolle. In den trainierten Muskeln änderte sich die Methylierung von über 4.000 Genen, viele davon verantwortlich für Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Ein australisches Team bescheinigte auch Yoga-Übungen positive epigenetische Effekte auf Entzündungsbotenstoffe im Körper. Epigenetische Optimierung schon vor der Geburt, geht das zu weit?

Selbst im Tod lässt uns die Epigenetik nicht in Ruhe. Denn einige Gene erwachen erst dann zum Leben, wenn das Herz zu schlagen aufgehört hat. Diese ZombieGene kehren nur zurück, weil etwas anderes im Tod verloren geht: epigenetische Gruppen, die die Gene bis dahin ausgeschaltet hielten. Welche Aufgabe haben diese Gene? Diese Antwort gibt der umwölkte Gipfel derzeit noch nicht preis.

*********************************************************************************************

tube.com/watch?v=-ufRz9UvGO4

Epigenetik – nicht die Gene steuern uns – wir steuern unsere Gene

*****************************************************************************

utube.com/watch?v=yQ1QB_gGadM

Prof. Dr. Jörg Spitz – Autoimmungerkrankungen und die 2. Evolution des Menschen

****************************************************************************

be.com/watch?v=8MbpuxMZNik

Dr. Dietrich Klinghardt – Epigenetik/Transgenerationales Trauma/Pränatales Trauma

*****************************************************************************

 

/watch?v=pVr5PywldOA

Dr. Dietrich Klinghardt – Vortrag/Lecture Deutsch/English

*****************************************************************************

https://www.spektrum.de/news/was-reguliert-die-epigenetische-regulation/1563834?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_content=news&utm_campaign=ZON_KOOP

Immer wenn Biologen eine komplizierte Frage gelöst haben, wird es komplizierter: Sie kennen nun zwar die Epigenetik, verstehen sie aber noch nicht wirklich.
Veränderte epigenetische Modifikationen bringen die Genregulation durcheinander

Fragen der Genregulation – wer schaltet welche Gene wann an und wieder aus? – sind kompliziert genug, nicht einfacher wird es dann aber zu erklären, wer oder was denn eigentlich die Genregulatoren reguliert. Forscher freuen sich daher seit einigen Jahren überhaupt erklären zu können, wie »epigenetische«, also »jenseits der Gen-Ebene« wirkende Mechanismen die Aktivität von Genen beeinflussen. Ein Beispiel für die Epigenetik ist etwa die DNA-Methylierung, die bestimmte Genbereiche mehr oder weniger stark aktiv werden lässt. Dabei blieb die nahe liegende nächste komplizierte Frage bis dato offen: Wer sagt nun wieder den Regulatoren der Genregulation, wie und wo sie tätig werden sollen? Diesem Problemen haben sich Forscher um Julie Law vom Salk Institute angenommen, die nun ein erstes Zwischenfazit im Fachmagazin »Nature Genetics« ziehen.

Stärker methylierte DNA-Abschnitte werden weniger häufig abgelesen, welche Genbereiche aber methyliert und damit inaktiver sind, kann dabei von Gewebe zu Gewebe oder in unterschiedlichen Lebensaltern eines Organismus verschieden sein. Bekannt war, dass der Hauptakteur der Zelle bei der Methylierung der DNA, die Polymerase IV, Einsatzbefehle in Form von kurzen siRNA-Molekülen bekommt: Diese beinhalten eine kurze Sequenz, die das Polymerase-Molekül zum Zielort leitet, an dem die DNA-Basen methyliert werden sollen. An Arabidopsis-thaliana-Pflanzen, der Versuchsmaus der Botaniker, haben Law und Kollegen nun untersucht, welche Mechanismen diesen Prozess zum richtigen Zeitpunkt anstoßen.

Im Verdacht hatten die Forscher ein Set von Regulationsproteinen, die Experten als Mitglieder der »CLASSY«-Genfamilie kennen: Alle wirken sie auf die Polymerase IV. Laws Team schaltete nun jeweils unterschiedliche CLASSY-Proteine aus und beobachtete, welche Auswirkungen dies auf das Methylierungsmuster des Genoms hatte. Dabei zeigte sich, dass je nach CLASSY-Proteinausfall unterschiedliche siRNA-Signale verloren gingen – und dann jeweils ein Teil des gesamten Genoms nicht mehr methyliert wurde. Das Ausschalten aller CLASSY-Regulatoren sorgte dafür, dass jegliche Methylierung genomweit ausfiel.

Auch schon ein Teilausfall der CLASSY-Familie hatte aber deutliche Konsequenzen für die Pflanzen, bei denen plötzlich höhere Aktivitäten in sonst inaktiven DNA-Abschnitten stattfanden. Die nächsten Schritte sind nun erst einmal weitere Forschung: Mit der Bestätigung, dass CLASSY-Proteine Regulatoren der epigenetischen Regulatoren sind, ist alleine noch nichts Praktisches anzufangen. In mittelfristiger Zukunft hoffen die Forscher aber einmal epigenetische Defekte besser beheben zu können, die bei Nutzpflanzen etwa Erträge minimieren. An eine medizinische Anwendung beim Menschen liegt dagegen in noch weiter Ferne – immerhin aber unterscheiden sich die epigenetischen Regulationsprozesse bei Pflanzen und Menschen überraschend wenig.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gentechnisch-veraenderte-lebensmittel-herr-weigel-fuehrt-die-gruenen-vor-a-1205755.html

Deutscher Max-Planck-Forscher

Warum dieser Biologe nichts gegen genveränderte Pflanzen hat

Genveränderte Pflanzen machen vielen Verbrauchern Angst. Eine ganz andere Position vertritt der Forscher Detlef Weigel. Er sagt: „Bio“ kann die Welt nicht retten, und Europa wird bald in großem Stil Gentechnikpflanzen anbauen.
© Theresa Lettner

Ein Interview von Julia Merlot

Samstag, 12.05.2018 13:05 Uhr

Detlef Weigel gehört zu den wenigen renommierten deutschen Forschern, die sich lautstark in öffentliche Diskussionen einmischen. Der Biologe ist Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach auf Twitter mit Grünen-Politikern angelegt.
Zur Person

Jörg Abendroth/ Max-Planck-Institut
Detlef Weigel ist Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen sowie Professor am Salk Institute in La Jolla (Kalifornien) und an der Universität Tübingen. Er erforscht, wie Gene die Eigenschaften von Pflanzen steuern.  <<<(falscher ANSATZ?! oder UN-WISSEND?! – siehe „EPI-GENETIK“ – oder  WER (SOFT-WARE)  STEUERT die GENE (HARD-WARE)???!!!)>>>

Es geht um die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland und um die Lebensmittel, die hier angebaut, verkauft und gegessen werden sollen. Eine neue Technik bringt in diesem Bereich grundlegende Änderungen: Künftig lassen sich manche gentechnisch veränderten Pflanzen nicht mehr von konventionellen Züchtungen unterscheiden. Die Frage ist, ob sie dennoch weiter nach Gentechnikgesetz reguliert werden oder wie herkömmliches Getreide, Obst und Gemüse behandelt werden sollten.

„Verbrauchertäuschung“ oder „Volksverdummung“

Die ehemalige Grünen-Vorsitzende Simone Peter stellte sich auf Twitter gegen die auch als Genome-Editing bezeichnete Technik. Pflanzen, die beispielsweise mit der Genschere Crispr/Cas9 so verändert wurden, dass sie Züchtungen gleichen, müssten weiter als gentechnisch verändert gekennzeichnet und entsprechend streng reguliert beziehungsweise verboten werden, schrieb sie. Alles andere sei „grobe Verbrauchertäuschung“.

Forscher Weigel konterte den Tweet in ähnlichem Sprachduktus und forderte, die Pflanzen gesetzlich mit Zuchtexemplaren gleichzusetzen. Alles andere sei „grobe Volksverdummung“. In den USA gelten die Pflanzen bereits nicht mehr als gentechnisch verändert. In Europa wird bald der Europäische Gerichtshof darüber entscheiden.

Später griff Weigel einen Tweet der ehemaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast an, die vermeldet hatte, niemand könne garantieren, dass mit der Gentechnikmethode Pestizide überflüssig gemacht werden könnten. Außerdem warf er den Grünen generell eine unwissenschaftliche Argumentationsweise im Hinblick auf das Thema Gentechnik vor.

Wir haben mit Weigel über seine Streitlust gesprochen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Weigel, warum sind Sie so sauer?

Detlef Weigel: Sauer würde ich gar nicht sagen. Ich finde es einfach verstörend, dass die Grünen beim Thema Gentechnik fernab aller wissenschaftlichen Erkenntnisse argumentieren. Beim Klimawandel berufen sie sich auf den wissenschaftlichen Konsens – was ich unterstützte – und betreiben dann bei der Gentechnik reine Prinzipienreiterei.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben das von den Grünen propagierte Verbot von Genome-Editing-Pflanzen in Europa als „grobe Volksverdummung“ bezeichnet. Warum?

Weigel: Beim Genome-Editing aktivieren oder deaktivieren wir Gene in Pflanzen, indem wir einzelne Basen verändern. Das passiert von Natur aus jeden Tag milliardenfach auf deutschen Feldern. Ein Beispiel: Auf einem ein Hektar großen Weizenfeld gibt es im Jahr 20 Milliarden solcher Mutationen. Das Getreide verarbeiten wir trotzdem.

Züchter vermehren solche zufällig mutierten Pflanzen, wenn sie gewünschte Eigenschaften haben. Forscher können die Genveränderungen gezielt einbauen. Am Ende gibt es keinen Unterschied zwischen den Zuchtexemplaren und den gezielt veränderten Pflanzen. Es wäre daher unsinnig, ihn vor dem Gesetz zu machen.

SPIEGEL ONLINE: Die Grünen argumentieren, durch Genome-Editing veränderte Nutzpflanzen seien nicht sicher und suggerieren, es gebe bislang unentdeckte Risiken.

Weigel: Die Aussagen sind nachgewiesenermaßen falsch und das wissen die Grünen und andere Lobbyorganisationen auch. Alle großen Wissenschaftsakademien befürworten Gentechnik in der Pflanzenzucht. Sie wird seit über 20 Jahren eingesetzt – in Indien, in China und in Amerika. Hunderte Millionen Menschen haben die Pflanzen in dieser Zeit gegessen und es gibt keine einzige Studie, die einen Schaden belegt. Man muss es ganz klar sagen: Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen sind ungewöhnlich sicher.

SPIEGEL ONLINE: Warum warnen die Grünen dann so vehement davor?

Weigel: Sie befürchten, dass Gentechnik mithilfe des Genome-Editing durch die Hintertür eingeführt werden soll. Wenn genomeditierte Pflanzen in Europa wie jedes andere Getreide, Obst und Gemüse angebaut und gegessen werden, und die Menschen dann merken, dass das nicht so schlimm ist, könnten sie offener gegenüber anderen Gentechnikanwendungen werden. Man darf in der Debatte auch nicht vergessen, dass Organisationen wie Greenpeace, auf die sich die Grünen bei dem Thema gern beziehen, mit Ängsten Geld verdienen.

SPIEGEL ONLINE: In Deutschland gibt es ein großes Insektensterben, Agrarkonzerne diktieren Landwirten die Saatgutpreise, in Argentinien erkranken vermehrt Menschen in landwirtschaftlichen Anbaugebieten an schweren Krankheiten. Halten Sie das alles für Panikmache?

Weigel: In der Debatte geht einiges durcheinander. Beim Insektensterben spielen Monokulturen und der Einsatz von Insektengiften in der Landwirtschaft sicher eine Rolle. Das ist aber was anderes als Gentechnik. Die gibt es auf deutschen Feldern bislang gar nicht und trotzdem schwinden die Insekten.

Dann wird so getan, als würden gentechnisch veränderte Pflanzen den Bauern in Amerika aufgezwungen. Die Leute in den Städten haben oft ein etwas einfaches, wenn nicht gar einfältiges Bild von Landwirten, von denen jedoch viele kluge Geschäftsleute sind. Wenn ihnen das Saatgut keinen Vorteil brächte, würden sie es nicht kaufen.

SPIEGEL ONLINE: Und was ist mit den kranken Menschen in Argentinien?

Weigel: Die genauen Ursachen für ihr Leid kennt man nicht. In dem Land werden aber beispielsweise Spritzmittel eingesetzt, die in Europa seit langem verboten sind, mitunter werden sie mit anderen Stoffen vermischt. Wären gentechnisch veränderte Pflanzen die Ursache, müssten die Probleme überall dort auftreten, wo sie eingesetzt werden. Das ist aber nicht der Fall.

SPIEGEL ONLINE: In den USA haben Unkräuter auf Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel entwickelt. Ist die Gentechnik da auch unschuldig?

Weigel: Da geht es vor allem um gentechnisch veränderte Pflanzen der Firma Monsanto, die resistent sind gegen den Unkrautvernichter Glyphosat. Landwirte können das Spritzmittel mit der Technik über die gesamte Wachstumsperiode hinweg auf die Felder geben. Weil in dem System über viele Jahre hinweg immer das gleiche Mittel verwendet wurde, haben sich die Unkräuter angepasst, Glyphosat wirkt bei ihnen nicht mehr.

Das ist eine natürliche Anpassung, die auch stattfindet, wenn auf Feldern ohne gentechnisch veränderte Pflanzen zu lange die gleichen Pestizide eingesetzt werden. Es gibt auch in Europa glyphosatresistente Unkräuter, obwohl gentechnisch veränderte Pflanzen hier so gut wie gar nicht angebaut werden. Das eigentliche Problem liegt in der einseitigen Anwendung von Glyphosat.

SPIEGEL ONLINE: Sie schreiben dennoch, Sie könnten die allgemeine Gentechnikskepsis in der deutschen Bevölkerung nachvollziehen. Inwiefern?

Weigel: Abseits des Genome-Editings sind mit Gentechnik auch größere Veränderungen in Pflanzen möglich. Es können beispielsweise Gene aus Bakterien auf Pflanzen übertragen werden. Solche artfremden Gentransfers kommen zwar auch natürlich vor, sind aber viel seltener als Mutationen einzelner Basen und durch Züchtung nahezu unmöglich herzustellen. Ich kann verstehen, dass Laien skeptisch werden, wenn sie von solch – in ihren Augen – unnatürlichen Veränderungen hören, auch wenn ich die Ablehnung nicht teile. Es sind auch diese Pflanzen, die seit über 20 Jahren sicher angebaut werden.

SPIEGEL ONLINE: Aber ist Natürlichkeit im Zweifel nicht immer die bessere Alternative?

Weigel: Natur an sich ist erst mal weder gut noch böse. Der Mensch kann sie sich zu Nutze machen, sie kann ihm aber auch schaden. Niemand würde beispielsweise seine Kinder ohne Vorbereitung zum Beerenessen in den Wald schicken. Die meisten Pflanzen sind von Natur aus giftig. In Deutschland bewerten viele Menschen dennoch alles, was natürlich ist, automatisch als harmlos und alles, was künstlich ist, als Gefahr. Greift der Mensch ein, wird das als Manipulation der Schöpfung gesehen. Er spielt Gott. Das ist eine sehr religiöse Sichtweise, die nichts mit realen Risiken zu tun hat.

SPIEGEL ONLINE: In den Neunzigern gab es das große Versprechen, den Welthunger mit Gentechnik zu besiegen. Das hat offensichtlich nicht geklappt.

Weigel: Ich habe nie etwas von solch simplen Versprechen gehalten. Hunger ist ein viel zu komplexes Problem, als dass man es mit einer Technologie allein bekämpfen könnte. Sie kann aber ihren Beitrag leisten. Wenn ein Bauer in Afrika einen bestimmten Prozentsatz seiner Erträge an einen Großgrundbesitzer abgeben muss, wird eine gentechnisch veränderte Nutzpflanze daran nichts ändern. Sie kann aber dafür sorgen, dass er mehr erntet und somit mehr für ihn übrigbleibt.

SPIEGEL ONLINE: Was hat uns Gentechnik bislang gebracht?

Weigel: Wenn man die Technik vernünftig einsetzt, brauchen Landwirte weniger Pestizide und ernten mehr. Das belegen Studien. Wenn Pflanzen höhere Erträge liefern, spart das Fläche. Außerdem hat Baumwolle heute eine viel bessere Qualität als vor 20 Jahren, weil die Fasern der gentechnisch veränderten Pflanzen länger sind. Das erleichtert auch die Ernte.

SPIEGEL ONLINE: Ist Bio nicht die bessere Lösung, wenn es darum geht, Pestizide zu reduzieren?

Weigel: In kleinem Maßstab ist Biolandbau sinnvoll. Bei mir zu Hause im Garten versuche ich auch, möglichst wenig zu spritzen. Global gesehen ist er in Anbetracht der wachsenden Weltbevölkerung aber keine Option. Mit Biolandbau könnte auf der bisher verfügbaren Fläche nur ein Bruchteil der Erträge erwirtschaftet werden. Wir müssten dann vermehrt Wälder roden. Felder müssten intensiv gepflügt werden, was Böden und Bodenorganismen schadet. Und auch der Biolandbau setzt Spritzmittel und Dünger ein, die nicht immer harmlos sind. Er nutzt beispielsweise in großem Maßstab Kupfer, ein anorganisches Schwermetall.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt, als würde Europa ohne Gentechnik untergehen.

Weigel: Nein, eine solch extreme Sichtweise ist ebenfalls Unsinn. Trotzdem ist es mit der Gentechnik in der nachhaltigen Landwirtschaft wie mit Windrädern oder der Photovoltaik bei der Energiewende. Es geht auch ohne – aber auf je mehr Mittel man verzichtet, umso schwieriger wird es. Ich bin auch nicht dafür, blind alle möglichen Gentechnikanwendungen einzuführen. Die Frage ist, was wir wollen.

Mit gentechnisch veränderten Pflanzen lässt sich die Pestizidmenge senken, der Ertrag steigern und Fläche sparen. Wir könnten auch den ursprünglichen Geschmack von Tomaten wiederherstellen, weil wir inzwischen wissen, welche Geschmacksgene bei der Züchtung verloren gegangen sind. Oder alte Apfelsorten robuster machen. All das kann zu einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft mit besseren Produkten beitragen. Die Frage ist, wie ernst wir es damit meinen.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie noch Hoffnung, dass grüne Gentechnik hierzulande angewendet wird?

Weigel: Ich habe akzeptiert, dass die meisten Leute Gentechnik kritisch sehen und sie nicht auf ihren Feldern haben wollen. Ich glaube daher nicht an eine große Gentechnikrevolution. Gleichzeitig hoffe ich sehr, dass der Europäische Gerichtshof dafür sorgen wird, dass genomeditierte Pflanzen, die sich nicht von Züchtungen unterscheiden, auch wie Züchtungen angebaut werden dürfen. Ich gehe davon aus, dass diese Pflanzen schon bald überall auf europäischen Feldern wachsen werden. Wichtig ist, dass es dann keine Verbote in einzelnen Staaten gibt. Noch bin ich da ganz zuversichtlich, auch weil die Menschen heute immer besser informiert sind.

 

************************************************************************

siehe auch „DAS HERZ“ – „Markus Peters“

siehe auch geplantes „GEO-CLIMATE-ENGINEERING“

.com/watch?v=GA3Gvr_ApL0

Wie wir vergiftet werden – Dr. Dietrich Klinghardt

ALUMINIUM – „CHEMTRAILS“

 

********************************************************************************

„Konstantin Meyl“

„Skalar-Wellen“ – „Mikro-Wellen – 2,45 GHz“ – „Mikrowellen-Herd“

*******************************************************************************

„Konstantin Meyl“

ab 11:00 Minuten –  Ist der Mikro-Wellen-Herd dicht? – „Wie gefährlich ist der Mikro-Wellen-Herd?“

Physik – Biologie – „DNA und Zell-Funk“ – „Energie und Information“ – „UV-Licht – Bio-Photonen“ – „UMTS“ – „W-Lan“ – „FELD-PHYSIK“ – ?“Quanten-PHYSIK“?

********************************************************************************

Advertisements

VORSICHT!!!!! „FRISCH GESTRICHEN“ – – – „DAS TROJANISCHE PFERD“ – – – „EITER-GRÜN“ mit rosa PUNKTEN

……….BOCK und ………BECK

KEINE REDE von „GEN-TECH-MONSANTO-GLYPHOSAT-GIFT-SOJA“ ——— ACH JA da haben die GRÜNEN ja geschlafen bzw VERSAGT

siehe auch „GLYPHOSAT – GIFT-COCKTAIL“

siehe auch „LUG und BETRUG MONSANTO“ – „DIE GRÜNEN“

siehe auch „GEN-TECH“ und die GRÜNEN

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-waehlen-robert-habeck-und-annalena-baerbock-a-1190118.html

Grünen-Chefs Baerbock und Habeck Der Mann an ihrer Seite

Abschied vom Flügelproporz: Die Grünen haben jetzt mit Robert Habeck und Annalena Baerbock eine reine Realo-Spitze. Ausschlaggebend war auch der starke Auftritt der Brandenburger Bundestagsabgeordneten.

Aus Hannover berichtet

 

DPA

Neue Grünenchefs Robert Habeck, Annalena Baerbock

Immer wieder Robert Habeck – auf dem Kornfeld, im Watt, auf einem Boot. Der Umweltminister in Kiel war in den vergangenen Wochen überall zu sehen, in den Medien omnipräsent. Als eine Art Heilsbringer für die nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen deprimierten Grünen wurde er gefeiert. Als Mann der Hoffnung.

Diese Überhöhung ist bei den Grünen manchem zu viel. Zum Beispiel der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock, die wie Habeck auf dem Grünen-Parteitag in Hannover für den Parteivorsitz kandidierte. „Wir wählen hier heute nicht nur die Frau an Roberts Seite, sondern die neue Bundesvorsitzende der Grünen“, ruft sie den Delegierten zu. Riesenapplaus.

Es war ja so: Dass Habeck zu einem der beiden neuen Grünen-Chefs werden würde, war klar, seitdem die Partei am Freitag extra für ihn ihre Satzung änderte. Der Kieler Minister trat auf dem zweiten zu wählenden Platz ohne einen Gegenkandidaten an. Die spannende Abstimmung war also die zwischen zwei Frauen: der Reala Baerbock und Anja Piel vom linken Parteiflügel.

Baerbocks schwerster Job

Viel war diskutiert worden in den vergangenen Wochen über die Flügel der Grünen – über Realos und Linke. Wie stark sind sie noch? Welche Macht haben die Linken der Partei noch? Die Wahl der Vorsitzenden war dafür ein Test.

Würde es Baerbock gelingen, die Delegierten zu überzeugen, neben Realo Habeck statt der linken Piel noch eine Reala an die Parteispitze zu wählen? Etwas, was es – bis auf eine kurze Ausnahme im Jahr 2000 mit Renate Künast und Fritz Kuhn – noch nicht in der Geschichte der Partei gab?

Der 37-jährigen Klima- und Europaexpertin ist die Aufregung anzumerken, als sie auf die Bühne tritt. Es gelingt ihr mit einer kämpferischen Rede, in deren Anschluss sie mit rund 64 Prozent gegen Piel gewinnt.

Baerbock stellt Gerechtigkeitsthemen in den Fokus, womit sie auch auf der linken Seite punkten kann. „Ich weiß, was es heißt, wenn ein Kind nicht zum Kindergeburtstag kommen kann, weil die Mutter sich ein Geschenk nicht leisten kann“, sagt Baerbock. Diese unsichtbare Armut sei die „größte Schande in diesem Land“. Sie redet über die EU, die man in ihrer aktuellen Form verteidigen , aber gleichzeitig ihre Schwächen zur Kenntnis nehmen müsse. Und sie verlangt Härte in der Klimapolitik: „Hier müssen wir nicht mehr ringen. Hier brauchen wir Radikalität.“ Die Klimakrise sei die größte Krise unseres Planeten.

Es ist eine Rede, die mehreres miteinander verbindet: Realo-Pragmatismus, Persönliches und eben auch einen klaren linken Kurs etwa in der Flüchtlingspolitik. So prangert Baerbock, die sich selbst in Potsdam für Flüchtlinge engagiert, die von SPD und Union geplante weitere Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Geschützte mit harten Worten an.

Piel, die Parteilinke, hat dem nicht viel entgegenzusetzen. Sie beginnt ihre Rede , indem sie erst einmal bestätigt, was Baerbock gesagt hat. Die niedersächsische Grünen-Fraktionschefin arbeitet sich mehr an Union und SPD ab. Hängen bleibt wenig, darunter etwa der Satz: „Eine ungerechte Gesellschaft wird niemals eine nachhaltige Gesellschaft werden.“

Baerbock gewinnt das Frauenduell deutlich, die Delegierten entscheiden sich gegen die einzige Linke im Rennen. Damit sind die Weichen an diesem Tag schon gestellt, das Wichtigste entschieden.

Das weiß auch Robert Habeck, als er am Mittag nach der Wahl Baerbocks seine eigene Bewerbungsrede hält. Für ihn ist der Druck weg. Zumindest der akute Druck, gewählt zu werden. Jetzt geht es darum, wie er die Bühne nutzt, welchen Ton er setzt. Was hat er vor mit der Partei?

 

DPA

Grünen-Chef Robert Habeck

Die Aufgabe, gesellschaftlichen Zusammenhalt wiederherzustellen, macht Habeck zum Zentrum seiner Rede. Die Grünen müssten die Strukturen so verändern, dass keine Menschen verloren gehen. Es ist auch der indirekt formulierte Anspruch, dass die Grünen zu einer Art Volkspartei werden – sich breit aufstellen, für alle Bevölkerungsschichten wählbar sind. Viele große Ideen skizziert Habeck und wird nur in wenigem konkret: Er fordert Umverteilung, höhere Steuern auf Kapital und Vermögen. Er formuliert seinen Machtanspruch: Macht kommt von machen, nicht von wollen. Mehr als 81 Prozent der Delegierten wählen Habeck.

Wie trägt die neue Einigkeit?

Am Ende ist die Einigkeit, mit der die Grünen jetzt schon an zwei Tagen Habeck gestützt und dafür eigenen Prinzipien aufgeweicht haben, schon fast irritierend. Es war mit mehr Widerstand gerechnet worden.

Wie geht es weiter? Was bedeutet das neue Realo-Duo für die Grünen insgesamt? Wird die Partei das neue Kraftzentrum bei den Grünen? Jedenfalls ist an der Spitze etwas Neues entstanden, in der Fraktionsspitze hingegen herrscht weiter Flügelproporz und Kontinuität – in einer Zeit, in der die Grünen die kleinste Partei im Bundestag sind.

Und wie geht es weiter für Baerbock und Habeck? Sie stehen an unterschiedlichen Punkten: Baerbock hat eine ungewisse Situation für sich entschieden. Habeck hat in Sachen Beliebtheit viel zu verlieren. Er weiß, dass Verehrung, große Erwartungen auch Risiken bergen. Er gibt sich zurückhaltend, sagt schon zu Beginn seiner Rede in Richtung Baerbock: „Vielleicht habe ich ja Glück und darf der Mann an deiner Seite sein.“

Als er gewählt ist, wendet sich Habeck fast demütig an seine Partei. „Was ich geworden bin, bin ich durch euch geworden“, ruft er.

*******************************************************************************

Luftballonaktion Gentechnikgesetz
Luftballonaktion Gentechnikgesetz am Spreebogen (Photo:Campact)

Wann wird das Thema „MONSANTO“ vom Tisch sein?!  – – – Wenn sich jetzt die „SPD“ um das Thema „Ökologiekümmert?!

siehe auch „FAKTEN GEGEN MONSANTO“

 

aus dem TEXT:..…….. dass CDU/CSU, FDP und Grüne versuchen werden, eine Abstimmung über den Gesetzentwurf zu verhindern. Wie sie aus Kreisen von Union und Grünen erfahren haben will, wolle man die „Sondierungsgespräche“ nicht mit dem Thema „Gentechnik“ belasten. ….(<<<wie verlogen – die GRÜNEN wollen die SONDIERUNGs-GESPRÄCHE nicht mit GEN-TECH – MONSANTO belasten???!!!>>>)
 ******************************************************************************

SPD will Bundesratsentwurf für Gentechnikgesetz beschließen

01.11.2017

Die SPD-Bundestagsfraktion will erreichen, dass der Bundestag noch vor dem Start der neuen Bundesregierung eine Änderung des Gentechnikgesetzes beschließt. Damit soll der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen bundesweit einfach und rechtssicher verboten werden. In der vergangenen Legislaturperiode war eine solche Regelung an der CDU/CSU gescheitert.

Die SPD-Fraktion hat nun einen Gesetzentwurf zur Änderung des Gentechnikgesetzes eingebracht, den der Bundesrat bereits im November 2015 beschlossen hatte. „Es gibt keinen geltenden Koalitionsvertrag, der eine sinnvolle und dringend notwendige Entscheidung blockieren könnte. Der neue Bundestag sollte dieses einmalige Zeitfenster frei und ohne Zwänge nutzen“, wirbt die stellvertetende SPD-Fraktionsvorsitzende Ute Vogt für eine Abstimmung.

Damit knüpft die SPD an ihr Vorgehen beim erfolgreichen Vorstoß für die Ehe für alle zum Ende der letzten Legislaturperiode an. Damals brachte sie ebenfalls einen Gesetzentwurf des Bundesrates im Bundestag ein. Wie bei der Ehe für alle weiß sie auch beim nationalen Anbauverbot die Mehrheit der Bevölkerung, die Bundesländer und vermutlich auch die Mehrheit der Abgeordneten hinter sich. Zwar wäre eine rasche Verabschiedung in den verbleibenden zwei Sitzungswochen dieses Jahres möglich. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hält es allerdings für wahrscheinlich, dass CDU/CSU, FDP und Grüne versuchen werden, eine Abstimmung über den Gesetzentwurf zu verhindern. Wie sie aus Kreisen von Union und Grünen erfahren haben will, wolle man die Sondierungsgespräche nicht mit dem Thema Gentechnik belasten.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt den SPD-Vorstoß: „Die in dem Gesetzesvorschlag vorgesehenen bundesweiten, vom Bund erteilten Anbauverbote sind genau das, was wir brauchen, um eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung sicher zu stellen“, erklärt Martin Schulz, der Bundesvorsitzende der AbL. „Da noch keine neue Bundesregierung im Amt ist, besteht die Chance für alle Abgeordneten, sich ohne Fraktionszwang deutlich für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung zu positionieren.“

„Die Bundestagsabgeordneten sollten die Chance nutzen und diesen für die gentechnikfreie Landwirtschaft in Deutschland so wichtigen Gesetzentwurf endlich beschließen“, sagt Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel Ohne Gentechnik. Er sieht die Gefahr, dass sich in einer künftigen Jamaika-Koalition gentechnikfreundliche und gentechnikkritische Kräfte ebenso blockieren wie in den letzten Jahren in der großen Koalition. „Wann, wenn nicht jetzt“, lautet deshalb seine rhetorische Frage, die sich insbesondere an die Abgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen richtet. Die Grünen hatten sich in der letzten Legislaturperiode im Schulterschluss mit den grünen Landwirtschaftsministern in den Bundesländern vehement für ein nationales Anbauverbot stark gemacht. Als die Regelung im Mai 2017 im Bundestag scheiterte, warf die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt der Bundesregierung Totalversagen vor und erklärte: „Unser gesellschaftlich und parlamentarisch mehrheitsfähiger Vorschlag für klare Gentechnikverbote auf Bundesebene lag auf dem Tisch, er hatte die Unterstützung des Bundesrates.“ Genau dieser Vorschlag soll nach dem Willen der SPD jetzt Gesetz werden. [lf]

********************************************************************************

aus dem TEXT:….Man werde die Sondierungsgespräche sicher nicht mit dem Thema Gentechnik belasten und sich dem Thema später annehmen, verlautete aus Kreisen von Union und auch bei den Grünen. Als wahrscheinlich gilt, dass CDU/CSU, FDP und Grüne versuchen werden, eine Abstimmung zu verhindern...

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gentechnik-spd-will-regierungs-vakuum-fuer-genverbot-abstimmung-nutzen-1.3725387

Landwirtschaft

Wie die SPD ein Gentechnik-Verbot ertricksen will

Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais, der zur Tiermast eingesetzt wird, soll verboten werden(Foto: imago/CHROMORANGE)
  • Die SPD möchte den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen bundesweit unterbinden.
  • Sie strebt an, dass die Mitglieder des Bundestages vor der Bildung einer neuen Regierung in einer „Gewissensentscheidung“ darüber abstimmen.
  • Eine Mehrheit im Parlament dürfte jedoch schwer zu organisieren sein.
Von Markus Balser, Berlin

Mit einem schon einmal erfolgreichen Schachzug will die SPD ein Verbot der grünen Gentechnik auf deutschen Feldern durchsetzen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat die SPD-Bundestagsfraktion einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen bundesweit unterbinden soll. Eine solche Regelung war in der großen Koalition am Streit zwischen SPD und Union gescheitert.

Der Vorstoß gilt auch als erstes Lebenzeichen der SPD in der neuen Oppositionsrolle. Der neue Bundestag habe nun eine seltene Chance, heißt es bei der SPD. „Die bisherige Koalition ist nur noch geschäftsführend im Amt und die neue Koalition steht noch nicht“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Ute Vogt. Es gebe keine Koalitionszwänge, deshalb sei ein einmaliges Zeitfenster frei für eine „Gewissensentscheidung“.

Damit kopiert die Fraktion ihr Vorgehen beim letztlich erfolgreichen Vorstoß für die „Ehe für alle“. Die Vorzeichen sind ähnlich: Wieder baut der Vorstoß auf einem bereits im Bundesrat verabschiedeten Gesetzentwurf auf. Wieder weiß die Partei nicht nur die Mehrheit der Deutschen hinter sich, sondern auch noch viele Abgeordnete anderer Fraktionen.

Wieder könnte also theoretisch eine Mehrheit zusammenkommen, zumal eine rasche Verabschiedung in den verbleibenden zwei Sitzungswochen dieses Jahres noch machbar wäre. Doch eine Mehrheit im Parlament dürfte diesmal noch schwerer zu organisieren sein. Man werde die Sondierungsgespräche sicher nicht mit dem Thema Gentechnik belasten und sich dem Thema später annehmen, verlautete aus Kreisen von Union und auch bei den Grünen. Als wahrscheinlich gilt, dass CDU/CSU, FDP und Grüne versuchen werden, eine Abstimmung zu verhindern.

Die SPD legt den Finger mit ihrem Entwurf in eine offene Wunde. Denn eine Gesetzesnovelle ist nötig, um die auf EU-Ebene geschaffene Möglichkeit, den Anbau genveränderter Pflanzen zu verbieten, auch in nationales Recht umzusetzen. So soll etwa der Anbau von Genmais in Deutschland verhindert werden. Ein Gesetzentwurf von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) in diesem Jahr final war gescheitert, weil die SPD zu hohe Hürden für ein flächendeckendes Verbot sah und einen Flickenteppich auf Länderebene befürchtete.