MORGEN FREITAG – – – den „27 APRIL 2018“ – – – will „EU“ über DREI „BIENEN-GIFTIGE“ „PESTIZID-WIRKSTOFFE“ abstimmen lassen ///// „EFSA“ und „INDUSTRIE“ vereinigt in ‚EFSI‘ /////// BAYERN – SOWAS????!!!! – -„GROSS-ANGRIFF“ auf die NATUR – IN ZEITEN VON „INSEKTEN-STERBEN“ – ÖKOLOGIE – „BIODIVERSITÄT“

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Bienengifte: Werden genug EU-Länder mit Deutschland für ein Verbot stimmen?

26.04.2018

Biene
Fleißige Biene im Anflug (Foto: autan/Flickr.com)

 

Die Europäische Kommission will drei bienengiftige Pestizidwirkstoffe im Freiland verbieten. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sollen morgen darüber abstimmen. Deutschland wird die Verbote unterstützen. Ob das für eine Mehrheit reicht, ist offen.

Auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel stehen drei Verordnungsvorschläge der EU-Kommission zur Diskussion. Sie will den Einsatz der Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam im Freiland komplett verbieten und diese Insektizide nur noch für Gewächshäuser zulassen. Die drei Substanzen zählen zur Wirkstoffklasse der Neonikotinoide (Neonics) und gelten schon seit Jahren als extrem bienengiftig. Bereits 2013 hatte die EU ihren Einsatz deshalb eingeschränkt. Ende Februar 2018 legte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA eine neue Bewertung vor, die zeigte, dass die drei Neonics für Honigbienen, Hummeln und Wildbienen gefährlich sind.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) teilte dem Bundestag mit, sie werde „in Brüssel dem Verbot der Freilandanwendung dieser Wirkstoffe zustimmen.“ Zur Begründung sagte sie: „Bienen sind systemrelevant, und was der Biene schadet, muss vom Markt.“ Laut Klöckner will Frankreich das Verbot ebenfalls unterstützen; auch Österreich signalisierte Zustimmung. Ob in Brüssel nach der Diskussion über die Verordnungen auch darüber abgestimmt wird, ist noch unklar. Bereits zweimal, im Dezember 2017 und im März 2018 wurde die geplante Abstimmung verschoben. Es wäre ein Kniefall vor privaten Interessen und eine Demonstration der Macht internationaler Agrarchemiekonzerne, wenn morgen wieder nicht entschieden würde, sagte Francesco Panella, Präsident der europäischen Imkerorganisation BeeLife.

Wollten die EU-Mitgliedsstaaten die Neonics verbieten, wäre eine qualifizierte Mehrheit von 16 Mitgliedsstaaten erforderlich, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Experten rechnen damit, dass mit Deutschland, Österreich und Frankreich insgesamt mindestens acht Länder gegen die Bienengifte stimmen werden. Um eine qualifizierte Mehrheit zu erreichen, müssten allerdings noch weitere bevölkerungsreiche EU-Länder hinzukommen.

Grüne und Umweltverbände bezeichneten das anstehende Verbot als längst überfällig. Es geht ihnen jedoch nicht weit genug: Ein breites Bündnis von mehr als 40 Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden hat die Bundesregierung heute aufgefordert, sich nicht nur für ein EU-weites Verbot von drei Neonikotinoiden, sondern der gesamten Wirkstoffgruppe einzusetzen. Alternativ könnte sie die Wirkstoffe wie Frankreich national verbieten, heißt es in einem Forderungspapier zum Aktionsplan Insektenschutz. „Sonst können Landwirte einen Stoff leicht mit einem anderen, ähnlich gefährlichen, ersetzen“, erklärte BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Sie warnte, Neonics seien langlebig und reicherten sich im Boden an. „Sie schädigen auch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Ameisen und Springschwänze.“

Leif Miller, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) wies darauf hin, dass derzeit EU-weit noch vier weitere Neonikotinoide zugelassen sind, sowie mehrere ähnlich wirkende Insektizide. Der grüne Abgeordnete Harald Ebner forderte die Bundesregierung ebenfalls auf, alle Neonics vom Acker zu nehmen. Auch solle sie Importe von Saatgut stoppen, das mit nicht zugelassenen Neonikotinoiden behandelt sei.

Dem Protest des Bauernverbandes entgegnete Jan Plagge, Präsident von Bioland: „Der ökologische Landbau macht vor, dass es auch ohne Neonikotinoide geht: Ausgeklügelte Fruchtfolgen statt Monokulturen sowie die Förderung von Nützlingen sind Teil eines Systems, das ohne chemischsynthetische Pestizide erfolgreich wirtschaftet und die Artenvielfalt erhält.“ [lf/vef]

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siehe auch „Die WILD-BIENE STIRBT“ – „?DROHNE MAJA?“

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-04/bienensterben-ursachen-pestizide-imker-klimawandel/komplettansicht

Bienensterben: Rettet die Bienen, aber nicht so!

Die EU verbietet Neonikotinoide – zum Schutz der Bienen. Damit bewegt sie sich zwar in die richtige Richtung, die größte Bedrohung sind aber nicht die Pestizide.
Bienensterben: Eine Biene
Eine Biene © Yasser al Zayyat/AFP/Getty Images

Was dem Menschen die Zigarette, ist der Biene das Insektizid: Neonikotinoide wirken auf Bienen ähnlich anziehend wie Nikotin auf die Menschen. Pflanzen, die mit den Insektiziden behandelt wurden, scheinen Bienen und andere Bestäuber regelrecht anzulocken – um sie dann zu schädigen. Unter anderem wird das Nervensystem der Bienen angegriffen, wodurch ihr Lernvermögen und ihre Orientierungsfähigkeit eingeschränkt werden (Plos One: Fischer et al., 2014). Neonikotinoide stehen unter dem Verdacht, für das Bienensterben mitverantwortlich zu sein.

Bereits seit 2013 dürfen Neonikotinoide in Europa deshalb nicht mehr bei Pflanzen eingesetzt werden, auf denen sich Bienen normalerweise niederlassen. Am heutigen Freitag hat ein EU-Ausschuss das Verbot verschärft: Der Freilandeinsatz von drei Stoffen – Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam – ist künftig europaweit verboten. Nach Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) stellen die Insektengifte auch dann ein Risiko für Bienen dar, wenn die Blüten selbst nicht damit behandelt wurden. Es reiche, wenn der Boden, auf dem sie wachsen, kontaminiert sei. Mit dem Verbot bleibt ihre Verwendung künftig auf Gewächshäuser beschränkt. „Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft“, sagte der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis am Freitag.

Mit dem Verbot sei das Problem aber nicht gelöst, sagen Experten. „Jetzt hat die EU wieder Millionen Euro investiert, um zu zeigen, dass Insektizide Insekten schädigen. Das wissen wir doch schon seit den Sechzigerjahren„, sagt Peter Neumann, Tiermediziner und Leiter des Instituts für Bienengesundheit an der Universität Bern im Gespräch mit ZEIT ONLINE. Der Erfolg eines Totalverbots von Neonikotinoiden sei fraglich, denn Bauern würden notgedrungen auf andere Methoden und Mittel ausweichen. Die nächste Generation der Pestizide stehe schon bereit.

Das sieht der britische Entomologe Dave Goulson ähnlich. Er sagte dazu kürzlich im BBC-Radio: „In den 1940er Jahren hatten wir Organochlorpestizide wie das DDT. Nach deren Verbot gab es Pestizide auf Phosphorsäurebasis. Dann kamen die Neonikotinoide. Und als Nächstes wird wieder etwas Anderes, aber ähnlich Schädliches kommen. Wenn wir diesen Kreislauf nicht unterbrechen, sehe ich keine Hoffnung, dass sich etwas für die Umwelt verbessert.“

Der Verlust der Vielfalt setzt den Wildbienen zu

Um Bienen nachhaltig zu schützen, muss den Experten zufolge bei der grundlegenden Ausrichtung der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion angesetzt werden. Wichtig dabei: Für Wild– und Honigbienen gelten unterschiedliche Rahmenbedingungen. Majas wilde Schwestern, etwa Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen, Pelzbienen oder Hosenbienen, leiden am meisten unter dem Verlust der Vielfalt in unseren Landschaften. Sie leben einzeln oder in vergleichsweise kleinen Kolonien von höchstens einigen Hundert Tieren. Weltweit sind 20.000 Arten bekannt. Allein in Deutschland stehen mehr als die Hälfte der 569 Arten auf der Roten Liste.

Die Bedrohung der Wildbienen ist menschengemacht: Wir verwandeln unsere Gärten in Steinwüsten oder legen eine grüne Ödnis aus Rasen und Thujahecken an. Wir flurbereinigen Feldgehölze, fällen Bäume, begradigen Bäche und Flüsse, legen Moore trocken und pflügen Ackerrandstreifen. Blütenreiche Wiesen düngen und mähen wir, bis sich außer Löwenzahn und Gänseblümchen nichts mehr aus dem Boden wagt. Daneben überziehen wir unser Land großflächig mit Straßen, Parkplätzen, Gewerbe- und Neubaugebieten.

Insbesondere die Wildbienen trifft der Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten und Futterpflanzen. Aber auch Honigbienen leiden unter einseitiger Ernährung, denn Pollen ist nicht gleich Pollen. Wenn die natürliche bunte Mischung durch Massentrachten wie Raps oder Sonnenblumen ersetzt wird, kann auch das die Bienen schwächen. An dieser Entwicklung ändere auch ein Verbot von Pestiziden nichts.

-3:08
Momente – Bienenvölker im Biosphärenreservat Schaalsee Bienen tragen den ersten gesammelten Nektar des Jahres und Pollen in ihren Bienenstock

Kein Grund zur Entwarnung, kein Grund zur Panik

Unter den Honigbienen gibt es weltweit nur neun Arten, in Europa und Afrika sogar nur eine einzige, nämlich die Westliche Honigbiene (Apis mellifera). Für sie sind eingeschleppte Bienenkrankheiten und Parasiten, wie die Varroa-Milbe (Varroa destructor), momentan die größte Bedrohung. Die Milbe wurde vor gut 30 Jahren durch den Menschen aus Asien eingeschleppt. Die blutsaugenden Milben schwächen die Bienen nicht nur durch den direkten Befall, sondern übertragen dabei auch eine ganze Reihe an Krankheitserregern. Je nach Witterung müssen Imkerinnen und Imker über den Winter Völkerverluste zwischen 15 und 40 Prozent hinnehmen – trotz aufwändiger Behandlung der Völker mit Milbengift oder organischen Säuren.

Da sich Varroa-Milben in den Brutwaben der Bienen vermehren, sind warme Winter, in denen die Insekten fast durchgehend Brut aufziehen, ideal für den Parasiten. Auf dem Vormarsch sind außerdem der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) – ein Parasit aus der Familie der Glanzkäfer, der sich aus Afrika bereits bis nach Süditalien verbreitet hat –, außerdem die bienenjagende Asiatische Hornisse (Vespa vetulina), die im Jahr 2014 in Deutschland das erste Mal nachgewiesen wurde, und der ebenfalls aus Asien stammende parasitische Einzeller Nosema ceranae. Alle diese Neubürger profitieren von der Klimaerwärmung und könnten der Honigbiene in Zukunft weiter zusetzen.

Obwohl Imkerinnen und Imker eine wertvolle Arbeit zur Erhaltung der Honigbiene leisten, sollten sie ihre Zunft kritisch hinterfragen, sagt Peter Neumann. Bienenköniginnen werden europa– und weltweit verfrachtet oder mit der Post verschickt, um Honigertrag, Sanftmütigkeit und andere von den Imkern gewünschte Zuchtziele zu optimieren. Dabei gehen lokale Anpassungen verloren, Krankheiten und Parasiten werden verbreitet; die natürliche Selektion wird durch Zucht außer Kraft gesetzt. Neumann wünscht sich von seinen Kollegen deshalb „keine Importe von Königinnen, sondern eine Imkerei, die sich etwas mehr an den Bedürfnissen der Bienen orientiert“.

Nicht alles ist schlecht

Was die Honigbiene angeht, gebe es seiner Meinung nach keinen Grund zur Entwarnung, aber auch keinen Grund zur Panik. Die Völkerverluste lägen zwar in manchen Regionen nach wie vor weit über den normalen Werten, aber noch gelinge den Imkern ein Ausgleich durch Nachzucht. Die Zahl der Honigbienenvölker in Deutschland und weltweit ist in den letzten Jahren sogar wieder leicht angestiegen.

Es ist eine zaghaft gute Nachricht. Doch Wissenschaft und Imker sind weiterhin gefordert, neue Wege zu gehen. So ist im Schweizer Emmental ein Experiment geplant, bei dem Honigbienenvölker ohne imkerliche Maßnahmen gegen die Varroa-Milbe gehalten werden, um auf diese Weise deren natürliche Widerstandskraft zu fördern. Was die Wildbienen angeht, wäre eine grundlegende Neuausrichtung der Landwirtschaft aus Sicht der Bienen wohl wichtiger als ein Pestizidverbot der EU-Kommission. Zumal es trotz der umfassenden Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit umstritten ist, wie sehr Pestizide schließlich dazu beitragen, sowohl wilde als auch Honigbienen zu gefährden.

„Der ruinöse Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen kann so nicht weitergehen„, sagt Peter Neumann und fasst damit das grundlegende Problem zusammen. Neue Gesetze können zwar helfen, doch die größte Hilfe für die Bienen könne nur aus der Gesellschaft kommen: „Was mir wirklich Hoffnung macht, ist, dass viele junge Leute anfangen, Bienen zu halten. Und ich das Gefühl habe, dass die Problematik in der Bevölkerung angekommen ist.“

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?GLYPHOSAT-VERBOT?: „KLÖCKNER – CDU“

CDU/CSU – MERKEL und ihr „GE-FOLGE“ sind AN SCHADENs-MAXIMIERUNG interessiert (MONSANTO-BAYER) hinsichtlich
„ANGRIFF“ AUF die „GESUNDHEIT“ und NATUR

 

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aus dem TEXT:..Wie der Infodienst Gentechnik berichtete, prüft das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aktuell, ob es >>>>> „36 glyphosathaltige“ <<<<<<<Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt. Das BVL ist eine Behörde des Agrarministeriums. >>>>>Hier kann und muss die Agrarministerin jetzt handeln!“<<<<<, fordert der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner….

…… Die Expertin für Biodiversität, Silvia Bender, forderte darüber hinaus, die Vorerntebehandlung mit Glyphosat unverzüglich zu verbieten, da diese zu besonders hohen Rückstandsbelastungen führe. Um die biologische Vielfalt zu erhalten, müsse Glyphosat innerhalb von drei Jahren von deutschen Äckern verbannt werden, so Bender.

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33147/

GroKo will weniger Glyphosat auf deutschen Äckern

17.04.2018

Glyphosat
Glyphosat auf EU-Äckern noch bis 2022? (Foto: Chafer Machinery/Flickr.com)

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will die Anwendung des Unkrautvernichters Glyphosat in der Landwirtschaft stark einschränken. Das Totalherbizid solle auf deutschen Äckern nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt werden, heißt es in einer geplanten Verordnung, die Klöckner heute in Berlin vorstellte. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sprach von einem ersten Schritt zum gemeinsamen Ziel, den Einsatz von Glyphosat grundsätzlich zu beenden.

Nach den Plänen der Agrarministerin dürfen Landwirte Spritzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat künftig nur noch einsetzen, wenn es Hecken oder Blühstreifen an den Äckern gibt. Das Pflanzengift dürfe nur dann versprüht werden, wenn es absolut notwendig sei, wie bei erosionsgefährdeten Böden nach der Ernte. Auch hartnäckige Unkräuter wie Distel und Quecken dürfen Landwirte damit bekämpfen, so lange noch keine Alternative erforscht ist. Sollte in nassen Jahren der Verlust der gesamten Ernte drohen, soll eine Vorerntebehandlung mit Glyphosat erlaubt sein.

In öffentlichen Parks und Sportanlagen will Ministerin Klöckner glyphosathaltige Spitzmittel ganz verbieten. In privaten Gärten dürfen sie nur Gärtner mit einem Sachkundenachweis versprühen und auch nur dann, wenn es keine Alternative gibt. Den Mindestabstand von Gewässern will Klöckner bundeseinheitlich regeln, die ausnahmsweise Anwendung in Naturschutzgebieten abschaffen. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart verfolge sie das Ziel, den Einsatz solcher Spritzmittel „so schnell wie möglich im europarechtlichen Rahmen zu beenden“, sagte die Agrarministerin.

Ob das Europarecht es den Mitgliedsländern erlaubt, Glyphosat komplett zu verbieten, ist umstritten. Als die EU-Kommission den Wirkstoff im Dezember 2017 erneut für fünf Jahre zuließ, hatte Gesundheitskommissar Andriukaitis argumentiert, die Mitgliedsländer könnten ja die entsprechenden Spritzmittel national beschränken. Gegen die Entscheidung des österreichischen Bundeslandes Kärnten, Glyphosat komplett zu verbieten, hatte die EUKommission im März allerdings „ernsthafte Bedenken“ geäußert, berichtete kurier.at. Die EUMitgliedsstaaten müssten das für jedes Spritzmittel individuell entscheiden, so die EU-Kommission.

Wie der Infodienst Gentechnik berichtete, prüft das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aktuell, ob es 36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt. Das BVL ist eine Behörde des Agrarministeriums. „Hier kann und muss die Agrarministerin jetzt handeln!“, fordert der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner.

Ein Sprecher der Bundesumweltministerin hat inzwischen ebenfalls europarechtliche Bedenken gegen ein Komplettverbot von Glyphosat eingeräumt. Das Statement von Svenja Schulze (SPD) lautete heute so: „Ich will, dass Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff spätestens zum Ende der Legislaturperiode keine Rolle mehr spielen.“ Die Vorschläge der Agrarministerin seien „ein erster Schritt“. „Für unser gemeinsames Ziel, den Einsatz von Glyphosat grundsätzlich zu beenden, werden weitere Schritte folgen müssen“, sagte Schulze.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sind Klöckners Pläne ebenfalls „ein erster Schritt in die richtige Richtung“. Die Expertin für Biodiversität, Silvia Bender, forderte darüber hinaus, die Vorerntebehandlung mit Glyphosat unverzüglich zu verbieten, da diese zu besonders hohen Rückstandsbelastungen führe. Um die biologische Vielfalt zu erhalten, müsse Glyphosat innerhalb von drei Jahren von deutschen Äckern verbannt werden, so Bender. [vef]

 

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https://www.testbiotech.org/node/2195

EFSA und Industrie vereinigt in ‚EFSI‘

Neue Publikation zeigt enge Kooperation zwischen ExpertInnen der EFSA und der GentechnikIndustrie

24. April 2018 / Eine neue wissenschaftliche Publikation erörtert die Risiken einer Ausbreitung der Gene von gentechnisch verändertem Mais in Spanien. Die Veröffentlichung beruht auf einer engen Kooperation zwischen ExpertInnen der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA und der GentechnikIndustrie. Um diese Art der Zusammenarbeit anzuprangern, schlägt Testbiotech einen neuen Begriff vor: European Food Safety Industry (‚EFSI‚).

Der Hauptautor, Yann Devos, arbeitet für die EFSA; ein anderer Autor, Alan Raybould, für den Syngenta-Konzern, der das GentechnikSaatgut in Spanien verkaufen will. Weitere EFSA-ExpertInnen, wie die Leiterin der GentechnikAbteilung, Elisabeth Waigmann, waren am Artikel beteiligt. Monsanto, DuPont und Syngenta haben in der EU Anträge auf Anbau von GentechnikMais gestellt. Der GentechnikMais produziert Insektengifte (MON810, Bt11 und Mais 1507) und / oder ist resistent gegenüber den Herbiziden Glyphosat (GA21) und Glufosinat (Bt11 und Maize 1507).

Spanien ist in der EU das Hauptanbaugebiet für diesen Mais. Hier breitet sich seit einigen Jahren eine mit dem Mais verwandte Wildpflanzenart, die Teosinte, aus. Diese wird als die Ursprungspflanze des gezüchteten Mais angesehen. Wissenschaftler der ETH Zürich zeigten im Jahr 2017, dass es bei der in Spanien vorkommenden TeosinteUnterart bereits in der Vergangenheit zu einem Genaustausch mit Maispflanzen gekommen ist. Es ist anzunehmen, dass auch der transgene Mais in der Lage ist, seine Gene an die Teosinte weiterzugeben. So wäre es möglich, dass neue „Superunkräuter“ entstehen, die gegen Herbizide resistent sind und Insektengifte produzieren. Die entsprechenden Gene könnten dann von der Teosinte auch wieder auf die Maisfelder übertragen werden.

Die ‚EFSI‚-Autoren stellen diese Risiken als gering dar: Dabei gehen sie davon aus, dass die zusätzlich eingefügten Gene in der Teosinte nur die ursprünglich beabsichtigten Eigenschaften aufweisen. Diese ExpertInnen sehen Gene als eine Art Bauklötzchen an, die beliebig ein- oder ausgebaut werden können, ohne dass die Funktion von anderen Genen oder der Umwelt beeinflusst wird. Das ist falsch. So ist beispielsweise bekannt, dass das zusätzliche Enzym, das in Gentechnik-Pflanzen produziert wird, um sie gegenüber Glyphosat resistent zu machen, diesen gleichzeitig eine höhere biologische Fitness verleihen kann. Wenn der Gensprung auf natürliche Populationen gelingt, könnten die daraus entstehenden Nachkommen ihre Gene noch schneller in der Umwelt ausbreiten als vorher. Dieser Effekt ist auf die zusätzlich eingefügten Gene zurückzuführen. Er tritt auch dann auf, wenn kein Glyphosat angewendet wird. Unter Stressbedingungen wie Trockenheit und Hitze kann sich der Effekt noch verstärken.

“Die ‚EFSIignoriert, dass gentechnisch veränderte TeosinteMaishybride als neue, gentechnisch veränderte Pflanzen anzusehen sind, die nie auf ihre Risiken getestet wurden. Ihr Ausbreitung in der Umwelt kann deswegen grundsätzlich nicht zugelassen werden. Dabei ist es nicht entscheidend, ob diese Pflanzen innerhalb oder außerhalb der Felder wachsen“, sagt Christoph Then für Testbiotech.

Derzeit gibt es in der EU keine Leitlinien und keine Methoden, um die Risiken zu bewerten, die durch spontane Kreuzungen gentechnisch veränderter Pflanzen entstehen. Bisher bezieht sich die Risikoabschätzung meist auf Pflanzen, die nur für eine Anbauperiode auf den Feldern wachsen und jedes Jahr neu ausgesät werden müssen.

„Durch eine unkontrollierte Ausbreitung der Transgene können für Umwelt und Landwirte erhebliche Schäden entstehen“, erklärt Christoph Then von Testbiotech. „Bisher hat sich die EFSA nie ernsthaft mit dem Thema beschäftigt. Wenn die Behörde ihre Arbeit jetzt auch noch in Kooperation mit der Industrie durchführt, wer soll diese Risiken dann unabhängig bewerten?“

Testbiotech kritisiert ein grundsätzliches Problem mit der Unabhängigkeit der EFSA: Bis heute hat es die EFSA nicht geschafft, sich ausreichende Standards zu geben, um die Behörde gegen eine Einflussnahme von ExpertInnen zu schützen, die im Interesse der Industrie tätig sind.

Das Problem wird auch im aktuellen Fall deutlich: Die ‚EFSI‚-Publikation entstand ursprünglich 2017 auf einer Konferenz mit dem Titel “International Symposium on the Biosafety of Genetically Modified Organisms (ISBGMO)”. Diese Konferenz wurde von der “International Society for Biosafety Research” (ISBR) organisiert. Über die Finanzierung der ISBR gibt es kaum öffentliche Informationen. Es ist aber bekannt, dass Konferenzen der Organisation regelmäßig von Konzernen wie Monsanto, Bayer, Dow AgroSciences, DuPont und Syngenta sowie dem Dachverband CropLife International gesponsert werden. Zudem besteht das Management der ISBR weitgehend aus Mitarbeitern der Industrie. 2016 war Yann Devos, angestellter Experte der EFSA, als Programmdirektor für die ISBR tätig. Es gibt offensichtlich keine Beschränkungen, die eine Zusammenarbeit von Angestellten der EFSA mit ExpertInnen der Industrie wirksam beschränken.

Kontakt:
Christoph Then, Tel. 0151 54638040, info@testbiotech.org

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„URSACHEN-FINDUNG“ STATT „SYMPTOM-HERUM-DOKTOREI“ – – – URSACHEN sind z.B. MONSANTO – BAYER und CO

WER PROFITIERTGIFT?!

http://www.spiegel.de/spiegel/sollen-insektizide-gegen-schwammspinner-raupen-eingesetzt-werden-a-1204330.html

Schwammspinner-Raupen

Großangriff auf die deutsche Eiche

Millionen Schwammspinner-Raupen rüsten sich in diesem Frühjahr zum Kahlfraß. Forstbehörden wollen vorsorglich Insektizide verspritzen Naturschützer warnen vor dem Gifteinsatz. Wer hat recht?

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

imago

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

Bald sollen Hubschrauber aufsteigen über den Wäldern der Fränkischen Platte. An Bord haben sie Tanks, gefüllt mit Insektengift. Auf den Flugkarten der Piloten sind gut 60 Zielgebiete eingetragen.

Die Gegner haben sich konzentriert in der Gegend um Schweinfurt, Kitzingen, Uffenheim. Dort sitzen sie in den Bäumen, kaum zentimetergroß und bewaffnet nur mit Kauwerkzeugen: die haarigen Raupen des Schwammspinners, eines unscheinbaren Schmetterlings.

Es sind hübsche Krabbler, in den kommenden Wochen werden sie sich mit blauen und roten Wärzchen schmücken. Wenn sie Schrecken verbreiten, dann durch ihre Zahl. Zu Abermillionen treten die Raupen mitunter auf den Plan – und sie lieben Eichen. Gefräßig wie der Schwammspinner ist, kann er ganze Wälder entlauben.

Die Bayerische Forstverwaltung will das unbedingt verhindern. Deshalb ist für Mai in Franken ein großer Helikoptereinsatz geplant. Insgesamt rund 1300 Hektar sollen aus der Luft besprüht werden. Auf diesen Flächen, heißt es, seien die Eichen in höchster Gefahr.

Der Schmetterling lebt über Jahr und Tag weitgehend unauffällig. Er mag es warm und trocken, die lichten Eichenmischwälder Frankens sagen ihm von jeher zu. Aber wenn die Lage besonders günstig ist, kann die Population binnen drei, vier Jahren stetig zunehmen – bis sie am Ende schier explodiert. Dann wimmelt es im Wald von hungrigen Raupen. Eine jede von ihnen vertilgt einen Quadratmeter Eichenlaub.

Zu Fuß kommen die Krabbler nicht weit, aber bei kräftigem Wind lassen sie sich einfach davonwehen wie Pusteblumen. Dank ihrer langen, feinen Haare schweben sie oft über Hunderte Meter. Zudem können sie Fäden als Hilfssegel spinnen.

So manches haarige Flugobjekt erreicht, mit Glück, eine noch unberührte Eiche. Auf diese Weise kann der Schwammspinner beträchtliche Areale abweiden.

Vor allem in Süddeutschland kommt es gelegentlich zu einer Massenvermehrung. In Bayern steht das Spektakel offenbar kurz bevor. Aber im Zuge des Klimawandels dürfte der Laubfresser weiter nach Norden vordringen.

Früher oder später stellt sich dann überall, wo es Eichen gibt, eine Grundsatzfrage: Darf der Wald mit Insektiziden eingenebelt werden wie ein Maisfeld? Und zwar einfach so, nur zur Sicherheit?

Denn nach jeder Massenvermehrung bricht die Population von selbst wieder zusammen. Gesunde Eichen überleben den Kahlfraß in der Regel, sie treiben wenig später neu aus. Sofern es zu Schäden kommt, sind diese schwer zu beziffern.

Waldbesitzer und Forstbehörden befürchten dennoch hohe Verluste. Naturschützer dagegen verurteilen den chemischen Präventivschlag als Überreaktion; sie empfehlen Gelassenheit.

Nicht immer ist das einfach. Die erste Großattacke des Schwammspinners ereignete sich 1993, nach vier warmen Frühsommern in Folge. Millionen Raupen überfielen die Wälder in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg, sie fraßen großflächig die Eichen kahl. Von „Horrorraupen“ orgelte damals die „Bild„-Zeitung: „Schwammspinner rotten die deutsche Eiche aus.“

Als die Bestände geplündert waren, marschierten hungrige Raupen in benachbarte Weinberge ein. Nahe Ebelsbach im Maintal lag ein Zentrum der Massenvermehrung; die Feuerwehr hob dort Abwehrgräben gegen die Invasoren aus. Die Raupen machten sich über Gärten her, krochen an Fassaden empor, vereinzelt drangen sie sogar in Häuser ein: „Jetzt greifen sie auch Menschen an. Sie kriechen dir in die Hosen, du hast sie in den Haaren“ („Bild„).

Eichenwald in Bayern: "Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben"

Johannes Voith / Bayerisches Landesamt für Umwelt

Eichenwald in Bayern: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben

Auch der Frankfurter Stadtwald fiel damals an die haarigen Heerscharen. Auf Spaziergänger rieselten Kotkügelchen herab, groß wie Pfefferkörner. Die Medien sprachen von einer biblischen Plage.

Im Zuge dieses Naturschauspiels ließen die Förster allein in Bayern auf rund 23.000 Hektar Gift spritzen, das sind 230 Quadratkilometer. Angeblich ging es um die „Rettung der Bestände“. Umweltschützer waren empört, Insektenforscher organisierten eine Unterschriftenaktion.

Seit damals kokelt der Konflikt um den Schwammspinner. Für die Bayerische Forstverwaltung steht auch heute noch außer Frage, dass gespritzt werden muss. In diesem Jahr kommt das Fraßgift Mimic zum Einsatz. Nimmt die Raupe es auf, wird sie quasi chemisch umprogrammiert. Sie hört auf zu fressen, beginnt sich vorzeitig zu häuten und geht daran zugrunde.

Das Mittel der Wahl hieß bisher Dimilin, es bewirkte, dass die Raupen aufplatzten. Aber die Zulassung des Dimilin lief 2014 aus, an einer Verlängerung ist der Hersteller nicht interessiert. Nun bleibt den Forstleuten nicht mehr viel – außer dem berüchtigten Karate Forst, das aber wohl niemand ernsthaft erwägt, weil es praktisch alle Insekten vernichtet.

Und eben Mimic. Dieses Mittel kommt aus dem Obst- und Weinbau, es soll nun gegen den Schwammspinner eingesetzt werden. Was es im Wald auf großer Fläche anrichtet, ist noch gar nicht untersucht worden.

Sicher ist nur: Das Gift wirkt gegen sämtliche Schmetterlingsraupen – keine gute Nachricht für die seltenen Arten, die sich den Lebensraum mit dem Schwammspinner teilen: den Eschenscheckenfalter, den Heckenwollafter, das WaldWiesenvögelchen, die Spanische Flagge.

All diese Raritäten sind heimisch in den lichten Eichenmischwäldern Frankens. Dieses Biotop ist ein artenreiches Schmetterlingsparadies. „Um die 400 Nachtfalter sind hier schon beobachtet worden“, sagt der Insektenkundler Matthias Dolek. „Und von den Tagfaltern stehen an die 40 Arten auf der Roten Liste.“

Wenn deren Raupen gerade in der besprühten Zone fressen, haben sie Pech gehabt. Zudem soll auch in ausgewiesenen FaunaFloraHabitaten gespritzt werden, die nach EU-Recht geschützt sind. Die Forstleute versichern aber, das Gift sei so gering dosiert, da würden schon genügend Exemplare überleben. „Das ist ein Spiel mit dem Feuer“, widerspricht Dolek. Er befürchtet, dass „mit jedem Spritzen einzelne Arten verloren gehen“.

Auch Wolfgang Weisser, Ökologe an der TU München, sieht das Risiko. Er findet aber, dass die Naturschützer es sich zu einfach machen. Auch wer einen Wald bewirtschafte, müsse das Recht haben, seinen Bestand zu schützen. „Oder man entschädigt ihn“, sagt Weisser, „falls er zugunsten der Artenvielfalt auf Spritzmittel verzichtet.“

Den Forscher wundert, wie unterschiedlich Wald- und Landwirtschaft behandelt werden. „Ein Bauer kann zwischen rund 300 erlaubten Pflanzenschutzmitteln wählen“, sagt er. „Dem Förster bleiben gerade mal zwei oder drei. Und deren Anwendung ist genau reguliert.“

Die Landwirtschaft, fürchtet Weisser, habe man als Naturraum wohl schon aufgegeben. Umso dringender nun das Bedürfnis, den Wald als reines Refugium zu verklären. So komme es, dass Naturschützer kategorisch jedes Insektizid im Wald ablehnen. „Die Forstwirtschaft wiederum kämpft um das Recht zu spritzen an sich“, sagt Weisser. Es gehe also, typisch für den Wald, wieder mal ums Prinzip. Viel Interesse an Details und Fakten sei da nicht zu erwarten: „Beide Seiten wissen ja schon vorher Bescheid.“

Die zuständige Forstbehörde warnt vor einem regelrechten Eichensterben, sollte der Schwammspinner über mehrere Jahre in Folge angreifen. Einmaligen Kahlfraß würden die meisten Eichen noch überstehen. Sie treiben dann neu aus, nur ihr Zuwachs fällt in dem Jahr geringer aus. Bereits geschwächte Bäume jedoch seien in Gefahr – zumal wenn Folgeprobleme wie etwa der Eichenmehltau ihnen zusetzen.

„Wir wissen vorher nicht, wie es kommt“, sagt Ralf Petercord von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). „So ein Risiko können wir nicht eingehen.“ Werde gar nicht gespritzt, seien letzten Endes die gesamten befallenen Eichenbestände bedroht – und damit auch der Lebensraum vieler seltener Arten.

„Das ist völlig abwegig“, widerspricht der Forstökologe Jörg Müller von der Universität Würzburg. Es gebe keinerlei Hinweise auf existenzielle Gefahren durch Raupenfraß. „Hier geht es rein um wirtschaftliche Interessen. Um die Zukunft unserer Eichenmischwälder mache ich mir überhaupt keine Sorgen.“

Müller wirft der LWF vor, sie wolle mit dem Schreckgespenst des Schwammspinners eine „Drohkulisse“ aufbauen: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben.“

In der Tat geht es bei der Bekämpfung nur nach der gefühlten Gefahr. Gesicherte Fakten gibt es kaum. Niemand kann sagen, inwieweit der Wald Schaden nähme, wenn weniger gespritzt würde – oder auch gar nicht.

Unbestritten ist, dass die Invasionen des Schwammspinners früher oder später von selbst zusammenbrechen. Wo die Nahrung knapp wird, fallen neu geschlüpfte Tiere eher klein und kränklich aus – leichte Beute für diverse Bakterien, Pilze und vor allem Viren. Die meisten Schwammspinner werden von Epidemien hinweggerafft.

Den Rest erledigen Fressfeinde. Mehr als 150 Arten von Raubparasiten lauern auf die nahrhaften Raupen. Brackwespen und Raupenfliegen legen ihre Eier in die Leiber oder zwischen die Haare. Der Große Puppenräuber, ein Laufkäfer, kann in einer einzigen Saison Hunderte Krabbler vertilgen.

In normalen Zeiten halten diese Gegenspieler den Schwammspinner gut in Schach. Gelingt ihm alle paar Jahre eine Massenvermehrung, dann ist er seinen Verfolgern quasi nur für kurze Zeit entwischt. Aber das Glück durch Überzahl hält nicht lange an: Bald schwillt – etwas zeitversetzt – auch die Menge der Feinde bedrohlich an. Diese profitieren von der nun überreich verfügbaren Beute.

Kurz nach dem Höhepunkt seiner Vermehrung blickt der Schmetterling also schon wieder in den Abgrund: Seuchen gehen um, die Eichen sind allesamt kahl gefressen und ringsum eine Übermacht von Gegnern. Myriaden von Raubparasiten suchen nun den Wald ab, sie spüren die Raupen auf bis in die letzten Winkel.

So wird der Schwammspinner verheerend dezimiert – und auf Jahre hinaus großflächig geschwächt.

Was bewirkt es da, wenn der Mensch frühzeitig mit Spritzmitteln eingreift? Macht er dadurch vielleicht sogar alles noch schlimmer? Denn mit den gefräßigen Raupen zerstört er ja auch die gerade anlaufende Konjunktur ihrer Gegenspieler – umso schneller könnte sich die überlebende Population der Schwammspinner wieder regenerieren.

Das klingt plausibel, aber mangels Daten ist es bislang nur eine Theorie. In dieser Lage helfen allein Experimente weiter. Grundlegende Fragen wären zu klären: Welchen Effekt hat das Spritzen? Und was geschieht mit den Eichen, wenn man sie einfach dem Kahlfraß überlässt?

Auch der Würzburger Forstökologe Müller fordert, die klaffende Forschungslücke endlich zu schließen. Es wäre keine Hexerei. Man müsste paarweise eine Reihe von geeigneten Flächen bestimmen: ökologisch jeweils vergleichbar und gleich stark befallen. Die einen behandelt man, die anderen nicht.

„Und wenn dabei herauskommt, dass der Einsatz von Insektiziden sinnvoll ist“, sagt Müller, „dann wäre ich der Letzte, der dagegen ist.“ Es gehe aber nicht an, bei derart wackeliger Evidenz die Schmetterlinge in den Eichenmischwäldern mit fragwürdigen Mitteln wegzuspritzen: „Das ist einer der artenreichsten Lebensräume, die wir in Deutschland noch haben.“

Die Forstbehörde sei für solche Studien im Prinzip offen, sagt LWF-Experte Petercord. Geschehen ist aber in den vergangenen Jahrzehnten nichts dergleichen.

So bleibt wohl vorerst alles beim Alten. Der Hubschraubereinsatz im Mai wird wieder Steuergelder kosten; hinzu kommt der Aufwand der laufenden Kontrollen: Förster suchen mühsam ihre Eichen ab, Stamm für Stamm, und zählen die Gelege des Schwammspinners.

Der Forstökologe Müller hätte eine bessere Verwendung für das viele Geld, das der Abwehrkampf verschlingt: „Man könnte damit die Waldbesitzer entschädigen“, sagt er, „falls ihnen doch mal ein paar Eichen eingehen.“

Als im August vorigen Jahres der Sturm „Kolle“ viele Fichten im Bayerischen Wald umwarf, bekamen die geschädigten Waldbesitzer unbürokratisch 100 Millionen Euro an Soforthilfe zugesprochen. „Und das für eine Risikobaumart, bei der jeder weiß, dass sie mit unserem Klima Probleme bekommt“, sagt Müller. „Da sollten uns auch die Eichenmischwälder mit ihrer Vielfalt an Insekten ein bisschen mehr Geld wert sein.“

ST“OO“PP für „MONSANTO-BAYER“ – ST“OO“PPT „GLYPHOSAT“ /// „Neue“ Umweltministerin : Neue „Pflanzen-Schutz-Regeln“ sollen „INSEKTEN-STERBEN“ aufhalten – – – „KLÖCKNER“ versus „SCHULZE“ //// „Die WILD-Biene“ STIRBT“ ///// „Autonome Drohnen“ statt „Bienen“ also //// „AUFSTAND in FRANKREICH“ ////// Schwere „Vorwürfe“ aus der „EU“ gegen „Merkel“ wegen „Türkei-Deal“

siehe auch „KLÖCKNER und die BIENEN“ – und „der DIGITALE BAUER“

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33116/

Neue Studien zeigen: Glyphosat ist weiterhin gefährlich

05.04.2018

Auswirkungen von Glyphosat
13,4 Millionen Menschen sind in Argentinien unmittelbar von den Folgen des Glyphosat-Einsatzes betroffen-+-Bild: Pablo E. Piovano

Mehrere aktuelle Studien zeigen, dass das Herbizid Glyphosat Umwelt und Gesundheit negativ beeinflusst. Sie liefern neue Argumente dafür, den Wirkstoff in Deutschland Ende 2021 endgültig zu verbieten, wie dies Bundesumweltministerin Svenja Schulze forderte.

Wissenschaftler der Universität des US-Staates Indiana haben 71 Schwangere untersucht und bei 93 Prozent von ihnen Glyphosat im Urin nachgewiesen. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Glyphosatbelastung und einer verkürzten Schwangerschaftsdauer. Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass eine verkürzte Schwangerschaft für das Neugeborene lebenslange negative Auswirkungen haben könnte. Sie mahnten weitere Studien mit mehr Schwangeren an, um zu erkennen, ob die Glyphosatbelastung noch andere Risiken für die Ungeborenen mit sich bringt.

Ebenfalls aus den USA kam die Nachricht, dass die Population des Monarch-Falters weiter abnimmt. Das Center für Biological Diversity (CBD) hatte in den Überwinterungsquartieren des Falters in Mexiko den Bestand überprüft. Waren es vor 20 Jahren noch eine Milliarde Falter, so sind jetzt noch 93 Millionen übrig. Um auf Dauer überleben zu können, müsste die Population 225 Millionen Tiere betragen, schrieb das CBD. Als Grund für die rapide Abnahme nennen die Artenforscher den Einsatz von Herbiziden, insbesondere von Glyphosat. Die Spritzgifte lassen die Wirtsblume des Falters, die Seidenpflanze, absterben.

Argentinische Wissenschaftler haben gezeigt, dass Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA vom Winde verweht werden können. Dazu sammelten sie den Staub, den der Wind von abgeernteten, offen daliegenden Feldern wehte. Der bis zu einer Höhe von eineinhalb Meter aufgewirbelte Staub enthielt 247 Mikrogramm je Kilogramm (µg/kg) an Glyphosat und fast ebensoviel AMPA. Das sei 60 mal mehr Glyphosat als im Boden selbst, heißt es in der Studie. Daraus folge, dass der Erosionsstaub sich möglicherweise negativ auf das Ökosystem und die menschliche Gesundheit auswirke.

Andere argentinische Forscher haben die Kaulquappen von Fröschen gängigen Umweltkonzentrationen an Glyphosat ausgesetzt und dabei unterm Mikroskop Leberveränderungen nachgewiesen. Dabei war die gebrauchsfertige gylyphosathaltige Pestizidmischung Roundup noch schädlicher als reines Glyphosat. Brasilianische Forscher hatten die Fischart Astyanax lacustris in Wasser mit Spuren eines glyphosathaltigen Herbizids schwimmen lassen. Bei einer Konzentration von 50 Mikrogramm je Liter waren die Spermien der Fische bewegungsunfähig, bei 300 Mikrogramm starben die Samenzellen ab.

All diese Studien müssen berücksichtigt werden, wenn in den kommenden Monaten in Deutschland glyphosathaltige Herbizide neu zugelassen werden. Denn dabei sollen die Behörden die Risiken für Nichtziel-Pflanzen und die Biodiversität besonders beachten. Bis Fristende am 16. März hatten acht Hersteller beantragt, 24 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zuzulassen. Weitere zwölf Herbizide, die über 2018 hinaus zugelassen sind, würden von Amts wegen überprüft, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Anfrage mit.

Ginge es nach der neuen Bundesumweltministerin Svenja Schulze, würden die Zulassungen nur noch befristet bis Ende 2021 erteilt. Danach will die SPD-Politikerin das Herbizid in Deutschland endgültig verbieten, teilte sie der BILD-Zeitung mit. Bedeckt hält sich dagegen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU. Sie sagte der Rheinischen Post lediglich, Naturschutz und Landwirtschaft seien keine Gegensätze und gehörten zusammen: „Und deshalb will ich mit der Kollegin Schulze auch ein gutes Einvernehmen finden.“ [lf]

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MON-SANTO-KONTAMINATION

DAS GANZE ist eine „BÖSARTIGE FARCE“

MERKEL der „SUPER-G(r)AU(s)“ – zur PERSON MERKEL: „AUS-SITZEN“ – „UNNÜTZE BLÖDE SPRÜCHE“ –  „MACHT-GEIL-HEIT“…. – – – – – ÜBRIGENDS ist die PERSON „mit-HAUPT-VERANTWORTLICHE“ für den „SATANISCHEN DEAL“

SCHLUSS mit LUSTIG!!! – WIEVIEL BEKOMMT „VESTAGER“(EU) von „MONSANTO-BAYER“ für den DEAL

?“WETT-BEWERB“?  – diesen schaltet MON-SATAN schon mit der ERMÄCHTIGUNG über „PATENT auf LEBEN“  AUS und mit der UN-KONTROLLIERTEN AUSBREITUNG der manipulierten SAAT  – ALLES wird KONTAMINIERT

ANKLAGE: VESTAGER (EU) ist GEGEN das „VORSORGE-PRINZIP“ und GEGEN die „GESUNDHEIT“ und „ÖKOLOGIE“ DENN es gibt UNENDLICH VIEL BEWEISE GEGEN MONSANTO – die FRAGE ist: „WIESO ist dieser satanische KONZERN mit seinen UNTERSTÜTZERN noch nicht hinter SCHLOSS und RIEGEL“???!!!

„kontrollierter FEIND“ – „trojanisches Pferd“ – RA – RA – RA – S – „PUTIN“ demaskiert sich „WIEDER-MAL“ – DENN PUTIN UNTERSTÜTZT den satanischen DEAL???!!!

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33130/

Baysanto: USA und Russland wohl einverstanden

12.04.2018

Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer)
Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer) ………… (<<< hier sieht man  Zwei DRECKIG GRINSENDEEIERKÖPFE“ mit „HUNDELEINE„>>>)

Fast 20 der rund 30 relevanten Kartellbehörden hat Bayer inzwischen im Boot. Und die Einkaufsliste des Chemiekonzerns BASF wird immer länger. Nach dem Willen der US-Wettbewerbshüter soll BASF nun noch das Geschäft mit der digitalen Landwirtschaft von Bayer erwerben, damit die Leverkusener den amerikanischen Saatgutgiganten Monsanto übernehmen dürfen.

Nach Medienberichten vom Mittwoch werde das USJustizministeriums damit wohl grünes Licht geben für die größte Firmenübernahme der Nachkriegsgeschichte. Ein Bayer-Sprecher bestätigte das Verkaufsangebot an BASF, äußerte sich aber nicht zum Stand des Genehmigungsverfahrens in den USA. Der EU-Wettbewerbskommissarin hatte es für ihre Zustimmung im März noch ausgereicht, dass BASF nur eine Lizenz für Bayers Digital-Farming bekommt. Nach dem Willen der USBehörden soll Bayer nun umgekehrt Lizenznehmer bei ihrem Käufer BASF werden.

Mit den agrarspezifischen IT-Plattformen, die Bayer und Monsanto beide entwickeln, können Landwirte ihre kompletten Betriebe digital steuern. Anhand riesiger Datenmengen zu Rahmenbedingungen wie Wetter oder Bodenbeschaffenheit werden Bedarf und Einsatz von Wasser, Saatgut, Dünger und Spritzmitteln berechnet und umgesetzt. So können die Konzerne ihr IT-Angebot direkt auf ihr Warenangebot abstimmen – von gentechnisch verändertem Saatgut bis zum Pestizid. Es entsteht eine computergestützte Rundumversorgung mit der Gefahr maximaler Abhängigkeit der Landwirte vom jeweiligen Konzern. Künftig werden dann wohl Bayer mit der MonsantoPlattform und BASF mit der ehemaligen BayerPlattform auf IT-Kundenfang gehen.

Schließlich hat sich die Einkaufsliste von BASF um eine Reihe von Mitteln zur Saatgutbehandlung verlängert, teilte Bayer mit. Dafür steht NemaStrike, ein Bodeninsektizid von Monsanto, dessen Verkauf die EU gefordert hatte, nicht mehr auf der Liste. Auf Wunsch der EU enthält sie aber bereits Bayers Raps-, Soja- und Baumwollsaatgut, das Gemüsegeschäft sowie das weltweite Geschäft mit dem Unkrautvernichter Glufosinat-Ammonium. Der Preis für den Großeinkauf von BASF wurde bislang auf mehr als sechs Milliarden Euro beziffert. Was durch die US-Bedingungen noch hinzukommen wird, ist nicht bekannt.

Diese Verkaufsliste an BASF wird aktuell von EU-Kommissarin Margrethe Vestager noch abschließend geprüft. Ende kommender Woche will sie das Ergebnis verkünden. Wie proplanta.de berichtete, soll auch Russland der Megafusion in Kürze zustimmen. Bayer hat weiterhin das Ziel, Monsanto noch in diesem Quartal für mehr als 49 Milliarden Euro zu übernehmen und damit zum weltweit größten Anbieter für Saatgut und Pestizide aufzusteigen. Die Börse hat schon begonnen zu feiern. [vef]

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siehe auch MONSANTO-„RoundUP“ incl. GLYPHOSAT ist als „FORMULIERUNG“ „125“ mal toxischer als GLYPHOSAT pur

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/unkrautvernichtungsmittel-umweltministerin-schulze-will-glyphosat-verbot-durchsetzen-aid-1.7475385

| 18.13 Uhr

Bis spätestens Ende 2021

Umweltministerin Schulze will GlyphosatVerbot durchsetzen

Unkrautvernichtungsmittel: Umweltministerin Schulze will Glyphosat-Verbot durchsetzen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD bei ihrer Rede im Bundestag. FOTO: dpa, cgt tba
Berlin. Bundesumweltministerin Schulze hat angekündigt, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bis spätestens Ende 2021 verbieten zu lassen. Damit geht sie über den Koalitionsvertrag hinaus.

Die Deutschen wollten nicht nur kein Glyphosat auf Äckern, sondern insgesamt einen sorgsameren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei ihrer Rede im Bundestag. „Wir werden deshalb die Anwendung von Glyphosat in dieser Legislaturperiode schnellstmöglich beenden.“ Damit ging sie über den Koalitionsvertrag hinaus, in dem nur von einem schnellstmöglichen Ausstieg aus der weit verbreiteten Glyphosat-Nutzung die Rede ist, ohne ein Datum zu nennen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) ging in ihrer Rede nicht auf Glyphosat ein, kündigte aber ein entschiedenes Vorgehen gegen Insektizide auf Grundlage von Neonikotinoiden (Neokis) an. Das Mittel wird von mehreren Konzernen hergestellt, darunter Bayer und Syngenta. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei das hochwirksame Nervengift verantwortlich für das Bienensterben.

„Was für Bienen schädlich ist, muss weg vom Markt“, erklärte die CDU-Politikerin. Klöckner setzte damit einen anderen Akzent als ihr Vorgänger Christian Schmidt (CSU). Der hatte sich Ende Februar gegen ein Verbot von Neoniks gewandt, nachdem die EU-Lebensmittelbehörde Efsa vor der Chemikalie gewarnt hatte.

Schmidt war öfter mit Schulzes Vorgängerin, der SPD-Politikerin Barbara Hendricks, aneinander geraten. So hatte der CSU-Politiker im November ohne Abstimmung mit der Bundesregierung in der EU für die Zulassungsverlängerung von Glyphosat gestimmt und damit heftigen Protest von Hendricks und anderen SPD-Politikern ausgelöst.

„Meine Hoffnung ist, dass dies ein einmaliger Ausrutscher war und dass wir davon ausgehen können, dass in der neuen Bundesregierung ein neuer Geist herrscht und solche Foulspiele nicht wiederholt werden“, erklärte Schulze. Klöckner sagte, Naturschutz und Landwirtschaft seien keine Gegensätze und gehörten zusammen: „Und deshalb will ich mit der Kollegin Schulze auch ein gutes Einvernehmen finden.“

(gaa/REU)

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/watch?v=aaEGdeqaBho

Ist Glyphosat bioakkumulativ? Lagert sich der Unkrautvernichter im Körper ab? [NDV]

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Ökosystem – Großes „INSEKTEN-STERBEN“ in Deutschland – WELT

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http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-pflanzenschutz-regeln-sollen-insektensterben-aufhalten-15528984.html

Neue Umweltministerin : Neue Pflanzenschutz-Regeln sollen Insektensterben aufhalten

  • Aktualisiert am

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sitzt im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit während eines Interviews. Bild: dpa

Glyphosat tötet alles, was grün ist“, sagt die neue Bundesumweltministerin. Sie fordert insgesamt weniger Pflanzenschutzmittel – und will bald schon die ersten Gesetze auf den Weg bringen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat den Kampf gegen das Insektensterben zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt. „Das Artensterben aufzuhalten, ist eine der zentralen politischen Aufgaben unserer Zeit“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Insektensterben nehme rasant zu. „Mit den Insekten verschwinden auch die Vögel. Und all die wertvollen Leistungen, die Insekten für uns erbringen – von der Bestäubung, über die Reinigungsfunktion in Gewässern bis zur Bodenfruchtbarkeit.“

Schulze hat schon angekündigt, dass sie gleich nach Ostern mit Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) das geplante Aktionsprogramm für Insektenschutz angehen will. „Ich will die Landwirtschaftsministerin beim Wort nehmen – sie hat gesagt, dass Bienen systemrelevant seien und man etwas tun muss“, sagte sie Anfang der Woche. Das Programm ist im Koalitionsvertrag festgehalten. Schulze will noch innerhalb der ersten 100 Tage der neuen Regierung Eckpunkte vorlegen.

Im Interview der Funke-Zeitungen verlangte sie, sämtliche Pflanzenschutzmittel zurückhaltender einzusetzen. „Wir brauchen einen grundsätzlichen GlyphosatAusstieg in dieser Legislaturperiode. Glyphosat tötet alles, was grün ist. Insekten finden danach keine Nahrung mehr“, sagte Schulze. „Aber mit dem Glyphosat-Ausstieg allein ist es nicht getan – wir brauchen einen grundsätzlich restriktiveren Einsatz aller Pflanzenschutzmittel.“

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Bedrohte Bestäuber : Stirbt die Biene wirklich?

In ihrem Bestand bedroht: Mehr als die Hälfte aller heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste. Bild: dpa

Plötzlich redet alle Welt vom Bienensterben. Steht es um die Tierchen tatsächlich so schlimm? Ein Faktencheck.

 

Manchmal sind es gerade die einfachen Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Die Frage „Liebst du mich?“ gehört dazu. Da kommen mitunter selbst geübte Rhetoriker ins Schwimmen. Solche tückisch-einfachen Fragen gibt es auch in der Politik („Gehört der Islam zu Deutschland?“). Selbst die angeblich so objektive Welt der Naturwissenschaften hat auf manch einfache Fragen keine eindeutigen Antworten. Ob es den Klimawandel gibt, darüber haben prominente Köpfe quer über alle Kontinente jahrelang erbittert gestritten.

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das gilt auch für eine der aktuell wichtigsten Fragen: Gibt es das Artensterben und insbesondere das Bienensterben wirklich? Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, antwortete darauf vor zwei Wochen in der F.A.S.: „Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell.“ Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Der Chemiekonzern Bayer beispielsweise ließ ausrichten, dass es ein Bienensterben „definitiv nicht“ gebe.

Wie es den Bienen und den Bestäubern im Allgemeinen geht, hat wirtschaftlich große Auswirkungen. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden. Umso wichtiger ist die Frage: Gibt es das Artensterben wirklich?

Um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen

Spätestens seit Ende vergangenen Jahres muss man wohl sagen: Ja! Im Oktober 2017 nämlich kam eine von Caspar Hallmann von der RadboudUniversität in Nimwegen geleitete und mit Hilfe von ehrenamtlichen Insektenkundlern aus Krefeld vorgenommene Studie zu dem Schluss: Die drastischen Bestandseinbrüche sind real. Die Forscher stellten fest, dass die Biomasse der Fluginsekten in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen ist. Die Verluste betreffen offenbar die meisten Arten. In der Folge gab es vereinzelt Kritik an der Studie, insgesamt aber bescheinigte ihr die Fachwelt eine sehr hohe Aussagekraft. Auch das Bundesumweltministerium legt sich auf Nachfrage fest: „Sowohl die Gesamtzahl der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nachweislich abgenommen.“

https://e.infogram.com/e5d0f134-2920-46db-b28d-584ad2f30382?src=embed
Bedrohte Bienenarten in Deutschland
Ausgestorben 39
Vom Aussterben bedroht 31
Stark gefährdet 78
Gefährdet 85
Gefährdet (Ausmaß unbekannt) 34
Extrem selten 24
52,6% der heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste
Grafik: F.A.Z. / Quellen:  Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen; Bundesamt für Naturschutz

Die speziellere Frage, ob es auch das Bienensterben gibt, ist schwieriger zu beantworten, weil es die eine Biene nicht gibt. Die meisten Deutschen denken unwillkürlich nur an die Honigbienen, die von Imkern gehalten werden. Die Gattung der Honigbiene umfasst sieben bis zwölf staatenbildende Arten, für die Imkerei ist die Westliche Honigbiene allerdings die bedeutendste. Doch Honigbienen sind nur ein Teil des Spektrums. Laut dem Naturschutzbund Deutschland leben in Deutschland nämlich einige hundert Bienenarten und auch jede Menge Hummeln und Wespen. Unter ihnen stellt die Honigbiene eigentlich eine Ausnahme dar, denn sie lebt und überwintert als Volk und vermehrt sich durch Volksteilung, das sogenannte Schwärmen. Die meisten Bienenarten aber leben alleine. Es sind solitäre Bienen beziehungsweise Wespen, von denen nur die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben. Sie legen ihre Eier in der Erde oder in Ritzen von Holz oder Lehm ab.

Ein generelles, weltweites und alle Arten betreffendes Bienensterben kann es aber allein schon deshalb nicht geben, weil die Zahl der Honigbienen signifikant steigt. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zählte im Jahr 1961, dem ersten Jahr ihrer Erhebung, lediglich 49 Millionen kommerzielle Bienenstöcke auf der Welt. Im Jahr 2016 waren es mit 90 Millionen schon fast doppelt so viele.

„Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere“

Das liegt vor allem an der Entwicklung in Asien, wo sich die Zahl der Honigbienen-Völker auf 42 Millionen vervierfacht hat. Auch in Südamerika (plus 311 Prozent) und in Afrika (plus 150 Prozent) ging es rasant aufwärts. Selbst in China, das für seine schlechten Umweltschutzstandards bekannt ist, hat sich die Zahl der Honigbienen fast verdreifacht.

Geradezu gegenteilig verlief die Entwicklung in vielen westlichen Ländern. In Nordamerika brach die Zahl der Bienenstöcke um 40 Prozent ein, in Europa um 13 Prozent. In Deutschland lebten nach Angaben des Deutschen Imkerbundes Ende vergangenen Jahres etwa 766.000 von Menschen gehaltene Bienenvölker. Das sind 23 Prozent kommerzielle Bienenstöcke mehr als vier Jahre zuvor, nach Angaben der FAO aber waren es Anfang der 60er noch fast dreimal mehr.

Mit Umwelteinflüssen hat das zunächst einmal nichts zu tun, dafür umso mehr mit der Zahl der Imker. „Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere, sie werden von Menschen gehegt und gepflegt“, sagt Stefanie Hahn vom Institut für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg. Genauso wie Kühe und Schweine gelten Honigbienen als Nutztiere, daher fällt ihr Wohlergehen in Deutschland in den Bereich des Landwirtschaftsministeriums. Deshalb war es nicht etwa die neue Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), sondern die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die in ihrer Antrittsrede im Bundestag die Bienen als „systemrelevant“ bezeichnete. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung legte die CDU-Politikerin nach: „Für mich ist klar: Was der Biene schadet, muss vom Markt.“

Bei den Wildbienen sieht es ganz anders aus

Aus der steigenden Zahl der von Menschen gehaltenen Honigbienen kann man aber keinesfalls schließen, dass es den Bienen auch gutgeht. Wenn in Deutschland mehr Hühner gehalten werden, heißt das ja auch nicht, dass die Hühner in einer besseren Umwelt leben und sich deshalb glücklich vermehren. Es bedeutet schlicht und einfach nur, dass es mehr Hühnerhalter gibt.

Senckenberg-Chef Mosbrugger sieht die Vermehrung der Honigbienen zum Teil sogar als Warnsignal: „Die natürliche Bestäubung hat nachgelassen. Deswegen gehen Obstbauern mit großen Plantagen dazu über, sich Bienen zu halten. Die machen das ja nicht wegen dem Honig, sondern weil sie Bestäuber brauchen.“ Diese Lesart würde erklären, warum die Honigbiene gerade in Umweltsünder-Staaten wie China auf dem Vormarsch ist.

Ganz anders sieht es bei den Wildbienen aus, ihre Zahl nimmt ab. Den stärksten Beweis dafür liefert die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichte „Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen Deutschlands“. Solche Roten Listen haben in Deutschland den Status von Sachverständigengutachten, sie dienen dem Gesetzgeber und den Behörden als Informationsquelle für ihre Umweltpolitik. Mit Blick auf die Bienen fällt die Rote Liste eindeutig aus: Sie vermerkt 39 heimische Arten als in Deutschland ausgestorben oder verschollen, 31 sind vom Aussterben bedroht, 78 Arten gelten als stark gefährdet, 85 als gefährdet. Weitere 34 Bienenarten sind gefährdet, die Wissenschaftler wissen aber nicht, wie stark genau. Nochmal 24 Arten gelten als extrem selten. Insgesamt stehen damit mehr als die Hälfte (52,6 Prozent) aller heimischen Bienenarten auf der Roten Liste und sind damit mehr oder weniger in ihrem Bestand bedroht. Langfristig gesehen stehen 233 Arten, die abgenommen haben, nur fünf Arten gegenüber, die zugenommen haben.

„Die Ursachen der Gefährdung so vieler Arten sind zwar vielfältig, jedoch stets in immer intensiveren Eingriffen des Menschen in natürliche Kulturökosysteme zu suchen“, schreiben die Autoren. Insbesondere die Zerstörung der Nistplätze und die Vernichtung des Nahrungsangebots sei dafür verantwortlich. Während die kleinbäuerliche Landwirtschaft für Vielfalt gesorgt und damit unzähligen Bienenarten ein Auskommen ermöglicht habe, sei die industrielle Landwirtschaft die Hauptursache für den Rückgang.

Zu ähnlich alarmierenden Ergebnissen kommt auch der jüngste Report des Weltbiodiversitätsrates IPBES und das in Arizona beheimatete Zentrum für Biologische Vielfalt (Center for Biological Diversity). In dessen Analyse „Bestäuber in Gefahr“ vom Februar dieses Jahres steht, dass mehr als die Hälfte aller in Nordamerika heimischen Bienenarten zurückgehe, jede vierte Art sei gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Verantwortlich dafür machen die Autoren ebenfalls den Verlust an natürlichen Lebensräumen, den Klimawandel und Pestizide, die Bauern zu oft, zu intensiv oder gar verbotenerweise in ihren Feldern einsetzen.

Was bleibt? Der Vorwurf, dass Umweltschützer alarmierende Berichte schreiben, um ihre eigenen Jobs zu retten und sich wichtig zu machen, lässt sich weder belegen noch widerlegen. Auch sind sich alle Forscher einig, dass es mehr Grundlagenforschung braucht und die Zahl der Insekten an mehr Stellen exakt beobachtet werden muss. Aber eines hat unser Faktencheck als Merksatz klar ergeben: Die Honigbiene lebt, aber die viel zahlreichere Wildbiene stirbt leider.

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http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/bienen-sterben-eine-gefahr-fuers-bruttosozialprodukt-15511262.html?premium

Artikel Bienensterben : „Das Artensterben kostet drei Billionen Euro“

Die westliche Honigbiene: Apis mellifera. Bild: dpa

Der Biologe Volker Mosbrugger über den Tod der Honigbiene, die Folgen für das Bruttosozialprodukt. Und warum Gartenbesitzer nicht so oft mähen sollten.

Herr Mosbrugger, früher redeten alle vom Waldsterben, heute vom Bienensterben. Das Waldsterben fand nie statt, wie ist es mit dem Bienensterben?

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell. Wissenschaftler vom SenckenbergForschungsinstitut haben zum Beispiel herausgefunden, dass in den letzten zweihundert Jahren jede vierte einheimische Pflanzenart in Frankfurt verschwunden ist. Andere Senckenberg-Kollegen haben gezeigt, dass an Trockenhängen in der Nähe von Regensburg in den letzten 150 Jahren etwa jede dritte Schmetterlingsart nicht mehr vorkommt. Das sind so die Größenordnungen des Artenverlustes, die wir an ganz vielen Stellen sehen.

Das Artensterben ist also definitiv kein Medienphänomen und keine Hysterie?

Nein, ganz im Gegenteil: Wir Wissenschaftler haben schon sehr viel länger gemahnt, das Problem wird aber erst jetzt zunehmend ernst genommen. Man sieht und fühlt es ja auch, jeder kann es beobachten: Wenn Sie früher mit dem Auto durch die Landschaft fuhren, war die Autoscheibe immer voller toter Insekten. Das gibt es heute nicht mehr. Wenn Sie heute rausgehen in die Natur, dann ist die relativ still. Früher hat es gezirpt und gezwitschert. Heute ist es viel ruhiger geworden, weil es viel weniger Insekten und Vögel gibt. Das Phänomen hat auch schon einen Namen: „Der stumme Frühling“.

Wer ist daran schuld?

Bei uns in Europa ist es ganz wesentlich die Landwirtschaft. Es gibt fast keine Feldränder mehr, die Bauern pflügen bis an den Rand. Sie bauen große Monokulturen an und lassen kaum noch eine natürliche Vielfalt an Pflanzen zu, die als Nahrung für die Insekten und andere Tiere wichtig sind. Außerdem bringen sie zu viele Schadstoffe wie Insektizide und Glyphosat auf die Felder und übernutzen die Böden, statt sie nachhaltig zu bewirtschaften. Die Landwirtschaft ernährt uns, aber sie zerstört auch die Lebensgrundlage vieler Tiere und Pflanzen, gerade auch von Insekten.

Woran liegt es noch?

Auch durch den Klimawandel verschwinden viele Arten, vor allem die kälteliebenden. Und bei der Honigbiene spielt eine bestimmte Milbenart eine wichtige Rolle, die Varroa, die die Bienenbestände reduziert.

Angenommen, es gibt auf der Erde keine Honigbienen mehr. Was passiert dann?

Es kommt nicht nur auf unsere domestizierten Honigbienen an, sondern auf die Bestäuber insgesamt. Die Honigbiene ist ja nicht die einzige Bestäuberin. Allein in Deutschland gibt es mehrere hundert Bienenarten, hinzu kommen Schmetterlinge, Fliegen, ein ganzes Spektrum an Insekten, die Pflanzen bestäuben. Das Problem ist, dass die Vielfalt der Bestäuber insgesamt deutlich zurückgegangen ist.

Countdown – der politische Newsletter der F.A.Z.

Wie sähe eine Welt ohne Bestäuber aus?

Die Pflanzen, die von einer Bestäubung abhängen, würden stark zurückgehen. Das träfe vor allem die Vitaminlieferanten, die beispielsweise Äpfel, Birnen oder Kirschen wachsen lassen. Die Kohlehydratlieferanten wie Weizen, Reis und Mais hätten kein allzu großes Problem; die werden vom Wind bestäubt, da sind Insekten nicht so wichtig.

Man kann auch per Hand bestäuben, in China in der Provinz Sichuan wird das schon gemacht.

Genau da ist der Punkt, wo es spannend wird: Macht es wirklich Sinn, die natürlichen Dienstleister zum Aussterben zu bringen? Da kann man doch besser gleich sagen: Lass sie weiter ihren Job machen, dafür bezahle ich ja nichts. Man kann sogar ausrechnen, was die sogenannten Ökosystem-Dienstleistungen wert sind. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten etwa wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden Euro.

Wie lässt sich so etwas denn ausrechnen?

Wenn die kostenfreie Dienstleistung der Natur wegfällt, muss der Bauer sie ersetzen. In China muss er dann Menschen fürs Bestäuben bezahlen. Das lohnt sich aber nur in Ländern, in denen die Arbeitskraft extrem preisgünstig ist. Im Hochlohnland Amerika hingegen hat sich rund um die Honigbiene eine richtige Industrie entwickelt. Da gibt es riesige Lastwagen voll mit Bienenkörben, die ich buchen kann. Da rufen die Bauern den Vermieter der Bienen an und sagen ihm: Meine Mandelbäume blühen von dann bis dann, da brauche ich zwei Trucks Bienen von dir. Dann stellt der seine Bienen vier Wochen hin und fährt dann weiter zum nächsten. Da überlege ich mir doch lieber vorher eine gescheite Landwirtschaft, die das Bestäuben von Haus aus macht.

Wo leistet uns die Natur noch gute Dienste, um die wir uns sonst selbst kümmern müssten?

Wenn ich speziell auf die belebte Natur blicke, dann unterscheidet man häufig vier Typen von ÖkosystemDienstleistungen. Da gibt es erstens die sogenannten „unterstützenden Dienstleistungen“ wie die Photosynthese und die Bodenbildung. Zweitens die „versorgenden Dienstleistungen“. Dazu zählen etwa Früchte oder Brennholz, die wir direkt aus der Natur entnehmen.

Und die beiden anderen?

Die dritte Gruppe sind die „regulierenden Dienstleistungen“. Die Natur regelt zum Beispiel den Wasserkreislauf: Wenn es regnet, kommt es nicht gleich zu Überflutungen, weil das Wasser im Boden, in den Wurzeln und in den Pflanzen gespeichert wird. Viertens geht es um kulturelle Werte. Stellen Sie sich vor, ich würde in Frankfurt alle Bäume fällen. Wer würde dann dort noch leben wollen? Deshalb sollte ich schon jetzt fragen: „Wie viel sind Sie bereit, für die Bäume in Frankfurt zu zahlen?“ Und dann sehen Sie: Auch bei uns hat die Natur einen hohen kulturellen Wert.

Hat jemand mal versucht, all diese Leistungen der Natur zu berechnen?

Einen Teil dieser ÖkosystemDienstleistungen können Sie quantifizieren. Eine Gruppe Wissenschaftler kam auf einen Wert von etwa 125 Billionen Dollar im Jahr. Das globale Bruttoinlandsprodukt beträgt jährlich 80 Billionen Dollar. Die Natur erwirtschaftet also mehr als alle Menschen zusammen. Es gibt auch Berechnungen, wonach uns das Artensterben derzeit gut drei Billionen Euro im Jahr kostet.

Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.
Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt. : Bild: Victor Hedwig

Wo ist der Schaden, wenn ich statt tausend Insektenarten nur noch 980 habe?

Der wirtschaftliche Schaden entsteht immer da, wo bestimmte Dienstleistungen der Natur wegfallen, die wir technisch ersetzen müssen. Der Landwirt braucht dann eben mehr Chemikalien oder muss den Bienenlaster anmieten. Tatsächlich wissen wir aber in den meisten Fällen noch nicht, welche ganz konkreten Konsequenzen das Artensterben hat. Das ist, wie wenn Sie als Laie willkürlich irgendwelche Teile aus einem Motor rausziehen. Vielleicht haben Sie zehnmal Glück und merken keinen Unterschied, weil es unwichtige Teile waren. Beim elften Mal aber bleibt das Auto stehen. Genau das passiert gerade in der Natur: Wir nehmen einzelne Arten heraus, und es passiert erst mal nicht dramatisch viel, weil es Redundanzen im System gibt. Fällt die eine Bienenart weg, können andere den Job übernehmen. Aber irgendwann funktioniert das ganze System nicht mehr.

Was kann die Politik tun, um das Artensterben aufzuhalten?

In unseren Breiten müssen wir sicherstellen, dass mehr natürliche Vielfalt möglich wird, die Landwirte etwa mehr Feldränder und Hecken stehenlassen. Außerdem müssen wir Teile unseres Waldes wieder zu einem Urwald werden lassen und auch mehr natürliche Vielfalt in die Städte bringen. Das Wichtigste aber ist, die Natur dort zu erhalten, wo sie noch vorhanden ist. Das gilt insbesondere für den extrem artenreichen Regenwald oder auch die Riffe. Bei uns in Europa ist es dafür zu spät, richtig ursprüngliche Natur gibt es hier so gut wie nicht mehr.

Wie bitte? In Deutschland gibt es doch wahnsinnig viel Waldfläche.

Unsere Wälder sind doch Gärten! Das ist kein wilder Wald, da ist nichts natürlich.

So ein deutscher Mischwald kommt mir sehr natürlich vor…

Ne, ne, ne! Das ist alles Forst, mal mehr, mal weniger naturnah. Unsere deutschen Wälder sind nicht so viel anders als der Palmengarten in Frankfurt. Der ist so gebaut, dass Sie schöne bunte Blumen sehen. Unsere Wälder sind so gebaut, dass die Forstwirte viel Holz bekommen. Beides sind aber letztlich menschengemachte Gärten. Schon die Römer haben den Taunus abgeholzt, wir haben ihn wieder aufgeforstet.

In Vorträgen sagen Sie, das Artensterben sei ein viel größeres Problem als der Klimawandel. Inwiefern?

Beim Klimawandel denken wir derzeit über Mechanismen nach, wie wir Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre herausholen können. Bei der Biodiversität haben wir keine Chance, etwas zurückzuholen. Wenn eine Art weg ist, ist sie weg.

Können unsere Zoos nicht verhindern, dass eine Art ausstirbt?

Wie viele Arten leben schon in einem Zoo? Der Frankfurter Zoo beherbergt etwa 450 Arten. Und dann nehmen Sie alle anderen Arten in den verschiedenen Zoos der Welt hinzu. Dann kommen Sie vielleicht auf ein paar tausend. Aber wir haben zehn Millionen Arten auf der Erde. Der Zoo als Arche-Prinzip funktioniert dafür nicht.

Wird die neue Regierung etwas für die Artenvielfalt tun?

In den Koalitionsverhandlungen war viel von befristeten Arbeitsverträgen und dem Soli die Rede. Die Natur ist der Politik noch nicht wichtig genug, sie muss das Thema ernster nehmen und die Systemforschung stärken. Erfreulicherweise finden sich dazu jetzt in dem Koalitionsvertrag einige Stichworte, wie Erdsystemforschung, Meeresforschung, Insektensterben und Biodiversitäts-Monitoring.

Sie wollen mehr Geld.

Mehr Geld ist immer gut. Aber wir können uns auch bei den Ausgaben fokussieren. Jedes Jahr gehen riesige Summen in die Volksgesundheit. Ich sage: Das Thema Naturforschung ist für unsere Zukunft genauso wichtig wie die Volksgesundheit. Da haben wir noch nicht den richtigen Proporz gefunden.

Kann ich als Privatmann etwas tun, um das Artensterben ein kleines bisschen aufzuhalten?

Kaufen Sie BioLebensmittel, das ist eine gute Tat. Eine andere: Wenn Sie einen Garten haben, machen Sie keinen Steingarten daraus. Und legen Sie auch keinen Golfrasen an, sondern lassen Sie eine Wiese wachsen. Spritzen Sie nicht alles weg, und lassen Sie mal ein bisschen Wildnis zu! Mähen Sie nur zwei– oder dreimal im Jahr, nicht jede Woche. Dann haben Sie nicht nur diesen Golfrasen. Sie bekommen dann eine richtig bunte Wiese mit Blumen in allen Farben und ganz vielen Schmetterlingen darauf.

Aber das Gras wird kniehoch. Meine Kinder, die Fußball spielen wollen, werden sich da bedanken!

Einen Tod stirbt man.

Hm. Was kann ich sonst noch tun?

Wenn Sie ein Haus bauen, denken Sie über ein begrüntes Dach nach. Und erziehen Sie Ihre Kinder so, dass sie in der Natur einen Wert sehen. Geben Sie beispielsweise im Frühjahr jedem Kind einen großen Blumenkübel und eine Kürbispflanze. Das ist wirklich super! Die Kinder lernen dann, Verantwortung für ihre Pflanze zu übernehmen und wie die Natur funktioniert.

Derzeit sind gleich drei Naturbücher in den Bestsellerlisten: „Die Geschichte der Bienen“, „Das geheime Netzwerk der Natur“ und „Das geheime Leben der Bäume“. Ist das esoterischer Quatsch, oder helfen solche Bücher weiter?

Die beiden Bücher über die Bäume und die Bienen haben einen soliden wissenschaftlichen Hintergrund. Natürlich geht das auch in den esoterischen Bereich, wenn ich mit einem Baum rede. Ich glaube aber trotzdem, dass diese Bücher helfen, ein Gefühl für die Bedeutung der Natur zu bekommen. Wenn Sie sich den Kölner Dom anschauen, da geht auch jeder mit einer anderen Empfindung dran: Der Architekt interessiert sich für die Statik, der Historiker für die Geschichte, der dritte sucht Spiritualität. Ich als Naturwissenschaftler gehe an Natur rationaler heran, empfindsamere Seelen reden eben mit den Bäumen. Das ist alles ganz normal und in Ordnung.

Das Gespräch führte Christoph Schäfer.

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siehe auch „MONSANTO-BAYER“ – ARKANSAS – DICAMBA – „DIGITALE LAND-WIRTSCHAFT“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/martin-schulz-monsanto-virtual-reality-spiegel-podcast-zum-gratis-hoeren-a-1201647.html

SPIEGEL-Podcast gratis „Wir geben das Essen der Welt in die Hand von Chemie-Konzernen“

Monsanto und Bayer – wie Konzern-Monster unser Essen verändern. Die Fakten hinter dem VR-Hype.  „Sagen, was ist“

ab Minuten 21:30  – „MONSANTO – BAYER“ – „DICAMBA – ARKANSAS“ – „DIE LANDWIRTSCHAFT wird DIGITALISIERT“ – – – „VR“ – „VIRTUAL REALITY“

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>>>“ANTI-BIOTIKUM“ –  „GLYPHOSAT“<<< – „Wie GLYPHOSAT das „MIKRO-BIOM“ im DARM und im BODEN ANGREIFT

GLYPHOSAT in ALLER MUNDE – auch KINDER-MUNDE?!

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http://www.spiegel.de/spiegel/maja-lunde-nach-bestseller-ueber-bienen-nun-buch-ueber-wasserknappheit-a-1200737.html

Bestsellerautorin Maja Lunde

Die Frau, die unsere Horror-Zukunft beschreibt

Maja Lunde hat einen Bestseller über eine Welt ohne Bienen veröffentlicht. Jetzt erscheint ihr Buch über Wasserknappheit. Wer ist die Frau, die so packend über Umweltthemen schreibt?

Autorin Lunde: Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten

Andrea Gjestvang / DER SPIEGEL

Autorin Lunde: Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten

Es gibt Sätze, die man eigentlich nicht sagen kann, wenn man ernst genommen werden will. Wobei es ja auch immer darauf ankommt, wer sie sagt, sprachtheoretische Binsenweisheit. Maja Lunde steht da also und sagt einen Satz wie: „Alles hängt eben mit allem zusammen“, und während man bei jedem anderen Schriftsteller die Paulo-Coelho-Karte ziehen und ihn vom Platz verweisen würde, sagt man erst mal nichts und denkt dann: ja, stimmt eigentlich. Maja Lunde sagt also: „Alles hängt eben mit allem zusammen“ und guckt beim Laufen auf den Boden. Da sind Linien aufgemalt, sie führen zu Vogelarten, Pflanzenarten, durch den ganzen Planeten, man kann sie ablaufen und Abzweigungen nehmen, von der Blattlaus zum Polarbären, eigentlich für Kinder, aber es macht trotzdem Spaß und ist auch interessant, die Linien sind breit und bunt, Maja Lunde lächelt.

Im Naturhistorischen Museum ist viel los, draußen ist es kalt, minus 15 Grad, das ist selbst für Oslo ungewöhnlich, die Stadt versinkt Ende Februar im Schnee. Maja Lunde läuft durch das Museum, sie kennt sich gut aus. Sie hat hier viel Zeit verbracht für ihre Recherchen, einer ihrer wissenschaftlichen Berater arbeitet hier. Sie war hier schon als Kind, kennt jede Vitrine, jedes Skelett, es habe sich eigentlich nichts verändert, sagt sie.

Maja Lunde war vor Kurzem noch eine unbekannte norwegische Kinder- und Drehbuchautorin, jetzt ist sie Weltbestsellerautorin.

Noch bevor „Die Geschichte der Bienen“, ihr erstes Buch für Erwachsene, in Norwegen erschienen war, wurden die Rechte schon an sieben ausländische Verlage verkauft. Es ist in 30 Sprachen übersetzt und steht seit einem Jahr auf der Bestsellerliste. Es war 2017 in Deutschland das meistverkaufte Buch, über 400.000 Exemplare. Maja Lunde hat vor, eine Klima-Tetralogie zu schreiben, der zweite Band „Die Geschichte des Wassers“ ist vorige Woche auf Deutsch erschienen.

Ob sich der Erfolg wiederholen lässt, ist noch nicht abzusehen, vieles spricht dafür, auch „Die Geschichte des Wassers“ ist direkt auf der Bestenliste eingestiegen. Ökologie sells, das findet auch Maja Lunde überraschend. „Schon komisch, dass ich Dan Brown überholt habe, dabei gibt es bei mir weder Sex noch Crime“, sagt sie, während sie im Museum den aufgemalten Linien nach Afrika folgt.

Dass „Die Geschichte der Bienen“ so einschlug, lag sicherlich auch am perfekten Timing. 2017 war de facto ein miserables und daher medial gesehen ein gutes Jahr für die Biene. Häufig sah man Überschriften wie „Warum sterben sie?“ oder „Bienensterben – EU berät über Neonicotinoide“. Nachrichtensprecher übten sich darin, das Wort Neonicotinoide flüssig auszusprechen, und schließlich hat die Biene es auch in den Koalitionsvertrag geschafft, in dem festgeschrieben ist, dass die Biene der Regierung „besonders am Herzen“ liegt. Erst diese Woche versicherte die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Biene sei „systemrelevant“. Solche Vokabeln kannte man bisher eher von Banken. Die Biene hat jetzt eine Lobby. Und die Deutschen kaufen Bienenbücher.

Maja Lunde entwirft in ihrem Buch eine Welt, die nach dem „großen Kollaps“ nicht mehr bestäubt wird. Alle Bienen sind tot. Sie verwebt drei Geschichten miteinander, um die Zusammenhänge klar darzustellen. 1852 entwirft ein talentloser Biologe einen Bienenkorb, der die Imkerei revolutionieren wird. 2007 wird ein Imker in den USA als einer der Ersten vom Bienenmassensterben heimgesucht. 2098 ist China das einzige noch halbwegs existierende Land, da dort die Menschen die Arbeit der Insekten übernommen haben und per Hand die Pflanzen bestäuben.

Auf die Idee mit den Bienen kam sie durch eine Dokumentation im Fernsehen. Noch bevor das Buch fertig war, beschloss sie, die Geschichte weiterzuschreiben, vier Bücher insgesamt, ein zusammenhängendes fiktionales Universum, das die Folgen der menschlichen Lebensweise für die Umwelt illustriert. Das Klima und der Schutz des Planeten spielten schon eine Rolle für sie, als sie Kind war, ihre Eltern waren „Naturhippies“, wie sie sagt, im Kinderzimmer hing ein Anti-Atomkraft-Plakat. Für ihre Bücher recherchiert sie aufwendig, war in Spitzbergen, um Eisbären zu beobachten, und in Griechenland, um sich Flüchtlingscamps anzusehen.

Maja Lunde steht vor den Vitrinen mit den ausgestopften Tieren, zeigt auf Fußbälle, Flaschendeckel, Zitronennetze. Überall sind kleine Plastikteile drapiert, die sich in die Flora einpassen, als hätten sie immer schon dazugehört. In einer Vitrine am Eingang ist eine Ladung Plastik ausgestellt wie ein Kunstwerk, 3,4 Kilogramm, so viel, wie jede Minute in den Oslofjord geschüttet wird.

Das ganze Museum ist liebevoll gestaltet, etwas altbacken und sehr pädagogisch. „Wir müssen nicht smarter werden, sondern weiser“, sagt Maja Lunde. Noch so ein Satz. Aber auch der stimmt. Nach den Bienen nun also das Wasser. Könnte funktionieren. Das Thema Wasser steht als Krisenherd nicht minder hoch im Kurs als die Biene, eine willkürlich aus dem Netz herausgegriffene Headline der vergangenen Woche: „Gletscherschmelze ist nicht mehr aufzuhalten“.

„Die Geschichte des Wassers“ erzählt von der gleichen Welt wie „Die Geschichte der Bienen“, auf zwei zeitlichen Ebenen. 2017 kehrt eine betagte Frau in ihre Heimat in Norwegen zurück. Sie war ihr Leben lang Umweltaktivistin, hat sich für den Erhalt der heimischen Wasserfälle und des Gletschers eingesetzt. Jetzt ist vom Gletscher kaum noch etwas übrig, windige Geschäftemacher verkaufen tonnenweise Gletschereis „in die Wüstenstaaten“, das dort Ölscheichs in Form exquisiter Eiswürfel die Drinks kühlt. Die Frau, verzweifelt und trotzig, stiehlt eine Ladung Eis, lädt es auf ihr Boot und segelt damit Richtung Süden, nach Frankreich, wo ihr Ex-Freund mittlerweile lebt, der schuld ist an der ganzen Misere. Im Jahr 2041 wiederum sind ein französischer Vater und seine Tochter zu Klimaflüchtlingen geworden. Es ist so trocken, dass sich Südeuropa in einen unbewohnbaren Kontinent verwandelt hat und alle, die stark genug sind, nach Norden flüchten. Auf ihrer Reise finden die beiden ein Boot, gestrandet im ausgetrockneten Canal de Garonne bei Bordeaux.

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Keine Bienen heißt keine Nahrung, kein Wasser heißt nichts zu trinken. Die Menschen verenden elendig. Frappierend ist, dass viele der absurden Horrorszenarien, die Lunde aufgreift, bereits Wirklichkeit sind. In China müssen heute schon Menschen auf Bäume steigen, um per Hand die Blüten zu bestäuben. Und in Norwegen bietet ein Start-up tatsächlich Premiumeiswürfel an, selbst geschlagen aus dem Svartisengletscher, damit auserwählte wenige „1000 Jahre Geschichte in ihrem Glas“ haben können. Die Horrorzukunft hat bereits begonnen und ist in Wahrheit eine Horrorgegenwart. Bei so viel Horror dient Lesen auch als Verdrängungsmöglichkeit. Es ist die menschliche Heuchelei, sich betroffen Bücher über das Bienensterben zu kaufen und dann mit dem SUV nach Hause zu fahren. Und es ist viel zu einfach, sich über diese Heuchelei zu echauffieren, weil es das richtige Lesen im falschen Leben gibt.

Im Laufe des Gesprächs bekommt Lunde sieben Kurznachrichten, am Morgen hatte sie ein Treffen mit einem Filmproduzenten, darauf eins mit ihrer Agentin, um die Reise zu besprechen, am nächsten Tag geht es nach Australien. Sie wird für ein Literaturfestival eingeflogen. Danach Neuseeland und Leipzig. Lunde ist gefragt, und dass sie 16.000 Kilometer fliegen wird, um ihr Buch über den menschengemachten Umweltkollaps vorzustellen, macht ihr zu schaffen, „schrecklich“.

Man muss ehrlich sagen, dass Maja Lundes Prosa keine stilistische Meisterleistung ist. Die Story ist vorhersehbar, und die Bilder sind plakativ. Im Bienenbuch gibt es Bienenvergleiche, im Wasserbuch Wasservergleiche. Was Lunde jedoch gelingt, ist, das Versagen der Menschheit als Versagen der Menschen darzustellen. Als Unvermögen jedes Einzelnen, über seine eigenen nächstliegenden Bedürfnisse hinauszusehen. Der Mensch als solcher wird bei Lunde zum Problemfall.

Vor ein paar Jahren tauchte ein Begriff auf im Pop-akademischen Diskurs, der es schaffte, eine große Katastrophe cool zu verpacken: Anthropozän. Das Anthropozän bezeichnet das Zeitalter des Menschen. Indem der Mensch aber sein eigenes Zeitalter bekommt, seinen eigenen definierten geologischen Abdruck auf dem Planeten, denkt er sein Ende schon mit. Jedes Zeitalter geht auch zu Ende.

Lundes Bücher malen das Anthropozän in gewisser Weise aus, zeigen plastisch, was es heißt, wenn der Mensch sich die Welt untertan macht und nichts dagegen tun kann, weil er eben Mensch ist. Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten. „Wir müssen nicht smarter, sondern weiser werden.“

Maja Lunde steht vor einer Vitrine im naturhistorischen Museum. Schon ihr Vorname bietet Stoff für allerhand Witze, eine Frau, die Maja heißt, schreibt ein Buch über Bienen. In der Vitrine sitzen und fliegen Dutzende kleine Lunde. Lunde sind Meeresvögel, „meine Lieblingsvögel“, sagt Lunde. Mittlerweile sind Lunde eine gefährdete Vogelart. Die Lunde sind umgeben von Plastik, einem gelben Seil, einem blauen Ball, einem orangefarbenen Handschuh. Die Vitrine ist aufwendig gestaltet, zeigt ein Stillleben, eine Klippe, das Leben der Lunde. Sie haben diese Traurigkeit an sich, die ausgestopfte Tiere immer an sich haben, auch wenn sie noch so niedlich sind mit ihrem roten Schnabel. Einer der Lunde hängt nur wenige Zentimeter über einem Felsen, die Flügel ausgebreitet. Man kann nicht sagen, ob er gerade abhebt oder ankommt.

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http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-03/bienensterben-roboter-biene-bestaeubung-zukunft/komplettansicht

Bienensterben: Drohne Maja

Weltweit sterben Bienen, vielleicht könnten fliegende Roboter ihnen künftig etwas Arbeit abnehmen. Darüber machen sich manche Forscher Gedanken. Eine Schnapsidee?
Bienensterben: Funktioniert immer noch besser als jede Drohne: Die Biene
Funktioniert immer noch besser als jede Drohne: Die Biene © Getty Images

Es ist das Jahr 2098. Versklavte Frauen und Kinder hängen traubenweise in den Obstbäumen, um mit feinen Pinseln Pollen auf unzählige Blüten aufzutragen. Seit „dem Kollaps“ und dem Verschwinden der Insekten muss die Bestäubung der Nutzpflanzen komplett von Menschenhand erledigt werden. – Diese Szene stammt aus Maja Lundes Bestsellerroman Die Geschichte der Bienen, und wer weiß, dass schon heute in Teilen Chinas die Obstbäume von Hand bestäubt werden, kann sich solch ein Szenario ganz gut vorstellen.

Aber vielleicht muss es gar nicht dazu kommen, weil bis dahin RoboterBienen die Bestäubung übernommen haben. Vielleicht keine abwegige Idee, angesichts der seit Jahren wiederkehrenden Berichte über verendende Bienenvölker und neuen Erkenntnissen, was die Insekten weltweit sterben lässt. Im chinesischen Sichuan wurde die Insektenfauna übrigens durch Pestizide beseitigt. In solchen Gebieten könnte es tatsächlich Bedarf für technische Lösungen geben.

An MiniDrohnen, die Pollen übertragen, arbeitet jedenfalls der Japaner Eijiro Miyako, Chemiker am National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Tsukuba, Japan. Mit einer vier Zentimeter kleinen, ferngesteuerten Drohne gelang es Miyako und seiner Arbeitsgruppe tatsächlich Pollenkörner von den Staubbeuteln einer Japanlilie auf die Blütennarbe einer anderen Blüte zu übertragen. Während der Pollen bei echten Bienen in der feinen Körperbehaarung hängen bleibt, hält Miyakos Bestäubungsroboter ihn mit Pferdehaarborsten fest. An ihnen haftet ein spezielles Gel, oder wie der Forscher und sein Team sagen, eine ionisierte Flüssigkeit (Chem, Amador & Hu, 2017).

Ein Volk, eine Milliarde angeflogene Blüten

Seit Miyako im Fachmagazin Chem erste Ergebnisse veröffentlichte (Chechetka & Yu & Tange & Miyako, 2017), sind im Netz Schlagzeilen zu lesen wie Japanische Forscher erfinden blütenbestäubende Minidrohne, um die Pflanzenwelt zu retten. Miyako selbst will zwar nicht gleich die ganze Flora vor dem Tod bewahren, aber: „Diese Technologie kann zur Entwicklung eines innovativen künstlichen Bestäubers gegen die globale Bestäuberkrise führen“, schreibt er. Autonome Drohnen statt Bienen also. Robobee statt Biene Maja. Aber wie sinnvoll und realistisch ist das?

Ein Honigbienenvolk bildet im Laufe eines Jahres 100.000 bis 200.000 Sammelbienen aus. Wenn jede davon etwa 10 Tage lebt und 1.000 Blüten am Tag besucht, kommt das Volk auf eine Bestäubungsleistung von ein bis zwei Milliarden angeflogene Blüten pro Saison. Auch wenn solche Hochrechnungen ungenau sind, verdeutlichen sie doch die Größenordnungen: Selbst wenn die MiniDrohnen eines Tages so funktionieren sollten, wie es sich Forscherinnen und Wissenschaftler vorstellen, bräuchte man eine beachtliche Menge surrender Robo-Bienen, um auch nur annähernd an die Leistung eines einzigen Bienenstocks heranzukommen. Jede einzelne Drohne müsste mit künstlicher Intelligenz und hochauflösenden Kameras ausgestattet sein, um selbstlenkend und im Schwarm fliegend unterwegs sein zu können.

Im Übrigen gibt es derzeit weltweit rund 80 Millionen Honigbienenvölker. Ihre Mitglieder vollbringen komplexe kognitive und kommunikative Leistungen, um eine optimale Nektar- und Pollenausbeute für sich und damit auch eine effektive Bestäubung der Pflanzen sicherzustellen. Hinzu kommt die Vielfalt der Blütenformen: Die großen, relativ stabilen und weit geöffneten Blüten von Obstbäumen, wie Apfel und Birne oder der im Laborversuch verwendeten Japanlilien mögen sich noch ganz gut für die Ansteuerung mit einer Drohne eignen. Bei Blüten, deren Staubblätter und Griffel versteckter liegen, wie etwa bei Kürbissen oder Klee, wird das schon deutlich schwieriger. Erdbeer- oder Erdnussblüten wachsen bodennah und Heidelbeeren bilden kleine, glockenartige Blüten. Jede Blütenform wäre eine eigene technische Herausforderung.

Evolution schlägt Technik

Teja Tscharntke, Agrarökologe an der Universität Göttingen, glaubt nicht daran, dass es in absehbarer Zeit einen landwirtschaftlich relevanten Anteil an künstlicher Bestäubung geben wird: „Drohnen mögen vielleicht im Einzelfall und im kleinen Maßstab funktionieren, aber sicher nicht bei massenhaft blühenden Nutzpflanzen wie Sonnenblumen, Obst oder Mandeln.“

Zudem sei es fatal, wenn das drohende Aussterben von Wildbienen und anderen Bestäubern zugunsten einer technischen Lösung toleriert würde. Zumal die tierischen Bestäuber ja nicht nur für unsere Nahrungspflanzen zuständig sind. 90 Prozent aller Wildpflanzenarten profitieren von ihnen. „Und die würden dann leer ausgehen“, sagt Tscharntke.

Honigbienen sowie Wildbienen und Wespen haben zusammen mit den Blütenpflanzen im Laufe von über 100 Millionen Jahren ein höchst effektives und bis ins Detail aufeinander abgestimmtes System zum wechselseitigen Nutzen entwickelt. Die Pflanze lockt mit Nektar und Pollen und der tierische Bestäuber bedankt sich mit der Pollenübertragung für die energiereiche Mahlzeit.

Bestäubungsdrohnen gerne, aber nicht nötig

In der Landwirtschaft sichert der so mögliche sexuelle Austausch der Pflanzen höhere Erträge und eine bessere Fruchtqualität im Vergleich zu rein selbst bestäubten Kulturen. So produzieren Süßkirschen ohne die Hilfe von Insekten gerade einmal drei Prozent ihrer normalen Fruchtmenge (Biological Conservation, Holzschuhet al. 2012). Egal ob Süßkirschen, Mandeln, Erdbeeren, Kaffee oder Wassermelonen: Honigbienen und wilde Insekten ergänzen sich und eine hohe Bestäubervielfalt erhöht die Chance auf eine gute Ernte (Science, Garibaldi et al., 2013).

Nichts spricht also gegen Miyakos Forschungsarbeit zu ionischen Flüssigkeiten, deren Eigenschaften und potenziellen Anwendungen; problematisch ist aber seine Annahme, dass diese Ergebnisse zur Lösung der globalen Bestäuberkrise beitragen könnten. Das schürt falsche Hoffnungen. Es braucht keine fliegenden Bestäubungsroboter, sondern ein umweltfreundlicheres Landwirtschaftssystem, das die Bedürfnisse der natürlichen Bestäubervielfalt ausreichend berücksichtigt.

Blindes Vertrauen darauf, dass unsere Forscherinnen und Ingenieure schon einen technischen Weg finden werden, um uns vor dem Kollaps zu retten, ist gefährlich. Und unnötig. Denn Honigbienen, Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und alle anderen von der Evolution geformten tierischen Bestäuber wissen schon heute, wie es geht. Warum lassen wir sie nicht einfach ihren Job machen?

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siehe auch „PARASITEN-KREBS-AUTISMUS“

https://www.spektrum.de/news/pestizide-beguenstigen-hummel-parasiten/1532281?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_content=news&utm_campaign=ZON_KOOP

Insektensterben

Pestizide begünstigen Hummel-Parasiten

Weniger harmlos als bisher gedacht: Das Fungizid Chlorthalonil erweist sich als überraschend schädlich für Hummeln – durch eine Wirkung über Bande.
Hummel beim Bestäuben

Es gibt nicht die eine Ursache für den weltweiten Niedergang der Insekten – Untersuchungen zeigen, dass eine ganze Reihe von Faktoren den Gliederfüßern zusetzt. Wie die verschiedenen Mechanismen zusammenwirken, ist allerdings bisher kaum bekannt. An wilden Bienen und Hummeln, jenen Tieren, deren Schwund mit am besten untersucht ist, hat nun eine Arbeitsgruppe den Zusammenhang zwischen zwei bedeutenden Faktoren des Bienensterbens analysiert. Wie eine Arbeitsgruppe um Lynn S. Adler von der University of Massachusetts bereits im Dezember in den „Proceedings of the Royal Society B“ berichtete, begünstigt der Einsatz des Fungizids Chlorthalonil das Wachstum des parasitischen einzelligen Pilzes Nosema bombi. Der Pilz steht im Verdacht, am Rückgang von Hummelpopulationen beteiligt zu sein; eine verwandte Art löst bei Honigbienen die Krankheit Nosemose aus.

Das Resultat passt zu einer Reihe unerwarteter Forschungsergebnisse, nach denen die als ungefährlich geltenden Fungizide im Labor eine negative Wirkung auf Bienen und Hummeln haben. Wie Adler berichtet, verzeichnete das Team an 284 Orten in den USA insgesamt 24 Umweltparameter über Landnutzung sowie Pflanzenschutzmittel und katalogisierte Vorkommen von Hummeln und ihrer Parasiten. Dabei zeigte sich, dass es bei vier Hummelarten einen Zusammenhang zwischen Chlorthalonil und Nosema gibt – und ebenjene vier Arten werden seltener und verschwinden in Teilen ihres ursprünglichen Ausbreitungsgebiets.

Dagegen zeigte sich bei vier Arten mit stabiler Population keine Korrelation zwischen den Faktoren. Das Ergebnis ist deswegen so bedeutend, weil Fungizide häufig in Bienenstöcken und Hummelnestern nachgewiesen werden; es sei daher wichtig, verwundbare Organismen zu identifizieren und entsprechende Schutzstrategien zu entwerfen, so das Team. Auf welche Weise das auch in Deutschland zugelassene Chlorthalonil und andere Fungizide Nosema-Infektionen begünstigen, ist allerdings noch völlig ungeklärt.

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siehe auch „AUFSTAND in FRANKREICH“ – MACRONs REFORMEN

https://www.facebook.com/Amokalex

telesurenglish/videos/1320294084780657/?hc_ref=ART2jgDRkwT05QPTlIJonk1OJ5yj3DvouDFl7EGp-E5XnpuNvYYH8LVmzImhYx_Fjhs

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http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frankreich-protestierende-studenten-blockieren-unis-a-1201567.html

Frankreich

Studenten verbarrikadieren sich in Unis

Blockierte Hörsäle, Gewalt auf dem Campus: In Frankreich protestieren Studenten gegen eine geplante Bildungsreform. Studieren ist an mehreren Unis kaum noch möglich.

AP

An einigen französischen Universitäten herrscht derzeit Ausnahmezustand. Der Bildungsbetrieb ist inzwischen an mindestens zehn Unis ganz oder teilweise lahmgelegt, weil Studenten gegen eine geplante Hochschulreform protestieren. Mancherorts hielten die Studenten seit Tagen ganze Uni-Gebäude blockiert, wie die Zeitung „Le Figaro“ berichtet.

Der Protest der Studierenden richtet sich gegen geplante neue Zugangsregeln zu den Hochschulen. Sie fürchten, sozial benachteiligte Jugendliche könnten dadurch nur schwer an einen Studienplatz kommen und warnen vor einer neuen Elitebildung. Insgesamt gibt es in Frankreich mehr als 70 Hochschulen.

Fotostrecke
9  Bilder

Uni-Proteste in Frankreich: „Eure Selektion ist unser Widerstand“

Besonders angespannt ist die Lage an der Universität Paul-Valéry in Montpellier. Sie ist seit Wochen komplett verbarrikadiert. Die Studenten sollen nun die Klausuren online schreiben, wie der Uni-Präsident ankündigte.

Im Zuge der Proteste kam es bereits mehrfach zu Gewaltausbrüchen: In Montpellier stürmten Vermummte einen Hörsaal und trieben darin verbarrikadierte Studenten gewaltsam nach draußen, wie Amateuraufnahmen zeigen.

Der Dekan war kurz nach den Ereignissen zurückgetreten, zwei Professoren wurden suspendiert. In Straßburg evakuierten Sicherheitskräfte am Mittwoch bereits zum zweiten Mal den Universitätspalast und setzten dabei Berichten zufolge Tränengas ein.

koe/dpa

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http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/air-france-meldet-flugausfaelle-wegen-streiks-a-1201977.html

Arbeitsniederlegungen in Frankreich

Air France meldet weitere Flugausfälle

In Frankreich drohen Reisenden am Dienstag heftige Einschränkungen: Ein Drittel der AirFrance-Piloten hat angekündigt, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Vier weitere Streiktage sind angekündigt.

Anzeigentafel am Pariser Flughafen
Anzeigentafel am Pariser Flughafen
AP

Montag, 09.04.2018 15:05 Uhr

 

Air France richtet sich auf massive Flugausfälle wegen eines Streiks ein. Die französische Fluggesellschaft rechnet damit, dass etwa ein Viertel ihrer Verbindungen ausfällt. Gut 35 Prozent der Piloten und rund 20 Prozent der Flugbegleiter wollen nicht zur Arbeit erscheinen, beim Bodenpersonal wollen knapp 13 Prozent der Mitarbeiter streiken.

Es ist bereits der sechste Streiktag bei Air France seit Ende Februar. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt für die Air-France-Beschäftigten. Das Management bezeichnet dies mit Blick auf die Wettbewerbslage als unmöglich. Die Firmenspitze will die Gehälter um ein Prozent erhöhen und weist zudem auf eine steigende Gewinnbeteiligung wegen einer verbesserten Lage des Unternehmens hin.

Auch am Mittwoch soll gestreikt werden, zudem sind weitere Streiks am 17., 18., 23. und 24. April angekündigt. „Ein Streiktag kostet 25 Millionen Euro“, hatte der Konzernchef von Air France-KLM , Jean-Marc Janaillac, am Freitag dem französischen Radiosender RTL gesagt.

beb/dpa

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 ?“WETTBEWERBsFÄHIG„? auf KOSTEN der „ARBEITER???!!! WIESO nicht auf KOSTEN der BANKSTER die SOLLEN ENDLICH für ihre MISSETATEN BEZAHLEN.

aus dem TEXT:.. Aber er setze nur um, was er angekündigt habe, schüttelt Macron die Vorwürfe ab, „womöglich sind das nicht alle gewöhnt“.VORSICHT: MACRON setzt um was er ANGEKÜNDIGT hat???!!!  ?neue WELTORDNUNG? – ?VEREINIGTE STAATEN von EUROPA?

 

http://www.sueddeutsche.de/politik/emmanuel-macron-ich-verlange-dass-ihr-mir-vertraut-1.3941697

Emmanuel Macron „Ich verlange, dass ihr mir vertraut“

….

Macron redet sich in Rage, wenn er seine Reformen verteidigt, die er seit seinem Amtsantritt teilweise im Eiltempo umgesetzt hat, um Frankreich wettbewerbsfähiger zu machen. Dafür hat er beispielsweise den Kündigungsschutz gelockert, was die Gewerkschaften wütend machte. Nun folgt der umstrittene Umbau der hoch verschuldeten Staatsbahn SNCF. „Ich möchte, dass wir ein Land des Fortschritts werden. Das lässt sich nicht in einem Tag vollbringen. Ich verlange, dass ihr mir vertraut,“ sagt er. Dass dies nicht alle Franzosen tun, zeigen die Umfragewerte, die kontinuierlich sinken.

Wenn es um die Reformen geht, bleibt Macron trotzdem hart. „Ich fordere von allen eine kleine Anstrengung, um die Eisenbahn von morgen zu bauen“, sagt Macron. Man werde bei der Bahnreform „bis zum Ende gehen“. Als Vorbild nennt er die Deutsche Bahn: Diese habe sich seit den Reformen der 1990er Jahre deutlich verbessert.

Seit fast einem Jahr ist Macron nun französischer Präsident – und fast genauso lange muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, abgehoben zu regieren. Der Auftritt in der Grundschule soll ihn nun also volksnah wirken lassen, wegbringen vom Image des Sonnenkönigs, das ihm nicht ganz unverschuldet anlastet. Schließlich gibt er so gut wie keine Interviews, inszeniert sich selbst als starke, unnahbare Führungsperson. Dass die Bahnangestellten im Zuge der geplanten Reform tagelang streikten, setzte Macron besonders unter Druck. Immer lauter wurde der Vorwurf, sein Kurs komme vor allem Unternehmen zugute.

Umso gespannter wurde nun dieser seltene Auftritt im Fernsehen erwartet – Buntstiftzeichnungen von Blumenwiesen im Hintergrund können da wohl nicht schaden.

„Ich höre, was die Menschen sagen und verstehe ihre Ängste“, beschwichtigt er immer wieder. Aber er setze nur um, was er angekündigt habe, schüttelt Macron die Vorwürfe ab, „womöglich sind das nicht alle gewöhnt“.

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„MACRON“: „SOLLEN SIE doch TORTEN ESSEN“???!!!

http://www.sueddeutsche.de/politik/frankreichs-praesident-macron-tappt-in-die-arroganzfalle-1.3696313

Frankreichs Präsident Macron tappt in die Arroganzfalle

Gegner werfen Emmanuel Macron vor, er sei „mit dem goldenen Löffel im Mund“ geboren.(Foto: Robert Pratta/Reuters)
  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht abfällig über protestierende Arbeiter und Arbeitslose.
  • Seine elitären Attituden kommen schlecht an in einem Land, das das Prinzip der Gleichheit der Bürger hochhängt.
  • Dabei wird Macron Takt und Stilgefühl brauchen, wenn er seine Reformagenda durchsetzen will.

……….

Am Mittwoch leistete sich Macron einen ähnlichen Fauxpas, als er bei einem Besuch in Zentralfrankreich in derben Worten zum Ausdruck brachte, protestierende Arbeiter und Arbeitslose sollten lieber dahin gehen, wo es Jobs gebe, statt Chaos anzurichten. Das kritische Echo von ganz links bis ganz rechts ist nun ohrenbetäubend. Es gipfelt in dem Satz, Macron sei ein „président des riches“, ein Präsident der Reichen. Schlimmer kann ein Vorwurf in Frankreich kaum sein.
Erschwerend kommt hinzu: Der 39 Jahre junge Präsident, frühere InvestmentBanker und Eliteschüler aus einer Ärztefamilie ist schon öfter verbal auffällig geworden. Mal wetterte der forsche Reformer, er werde den „Faulen“ nicht nachgeben. Mal sprach er abwertend über „analphabetische Arbeiter„. Ein andermal unterschied er zwischen denen, die Erfolg haben, und jenen, „die nichts sind“. Mal riet er Protestierern, die auf seine teuren Anzüge anspielten: „Die beste Methode, um sich einen Anzug leisten zu können, ist es zu arbeiten.“ Diese elitäre Attitude kommt sehr schlecht an in einem Land, das die „Égalité„, das Prinzip der Gleichheit der Bürger, auf jedes Rathaus geschrieben hat.

Merkel lobt Macrons Pläne für Europa

 

Auch Hollande machte es den Franzosen nicht recht

Wobei es ein Hausherr im Rathaus der Republik, dem Élysée-Palast, nicht leicht hat. Denn allzu gleich soll er auch wieder nicht sein. Macrons sozialistischer Vorgänger François Hollande wurde von den Franzosen verspottet, weil er ein „normaler Präsident“ sein wollte. Ein Nachfolger Charles de Gaulles und François Mitterrands und Herr über die französische Atomstreitmacht normal? Das fanden viele lächerlich, zumal sich Hollande immer wieder recht gewöhnlich benahm.

Von ihrem Präsidenten aber, der ja die Bedeutung der Nation verkörpern soll, erwarten die Bürger eine gewisse Haltung, die nicht mit Hochmut verwechselt werden kann. Macron, so finden seine Kritiker, muss noch lernen, zwischen beidem zu unterscheiden.

Takt und Stilgefühl, gerade gegenüber Menschen, die nicht so schön, jung, smart und erfolgreich wie der sozialliberale Präsident sind, werden wichtig sein, wenn er seine anspruchsvolle Reformagenda durchsetzen will. Wie im Wahlkampf angekündigt, macht sich Macron gerade an den Umbau seines Landes. Er hat bereits den Arbeitsmarkt liberalisiert, was ihm viele Linke als Verrat an den sozialen Errungenschaften der Republik kritisieren.

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???SCHÖN??? – mit „GEIER-NASE“

KLEINNAPOLEON“ – oder sogar ?“JUPITER„? – das geht in RICHTUNG VORSICHT  „PSYCHOPATH

aus dem TEXT:. „Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass es Schwierigkeiten geben wird. Aber nichts wird mich aufhalten.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/emmanuel-macron-im-tv-interview-sprechstunde-beim-oberlehrer-a-1202598.html

Emmanuel Macron im TV-Interview

Sprechstunde beim Oberlehrer der Nation

….Macron, der sich im Wahlkampf vor einem Jahr selbst als „Jupiter“ bezeichnet hatte, ist aus dem Olymp der Umfragen gestürzt. Und seine Art – autoritär, geradeaus, bonapartistisch …..

…..Ziemlich ungewiss, ob Macrons Kurs bei den Arbeitern von SNCF, Air France, den Richtern und Studenten ankommt. In der Sache -„La transformation“ – will der Staatschef nämlich hart bleiben. Kinn nach oben, aufrecht – und immer mitten durch. „Ich bitte um Geduld“, sagt Macron, wiederholt aber mehrfach sein Credo: „Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass es Schwierigkeiten geben wird. Aber nichts wird mich aufhalten.“

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ALLES WEGEN MERKEL: „DIE DEUTSCHEN sollen ZAHLEN“

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/04/13/schwere-vorwuerfe-aus-der-eu-gegen-merkel-wegen-tuerkei-deal/

Schwere Vorwürfe aus der EU gegen Merkel wegen Türkei-Deal

In der EU werden schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzlerin Merkel wegen des Flüchtlings-Deals mit der Türkei laut.

Der türkische Präsident Erdogan mit Angela Merkel im Yildiz-Palast in Istanbul, am 18. Oktober 2015. Wegen dieser Beziehung kommen aus der EU schwere Vorwürfe gegen Merkel. (Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann/dpa)

Der türkische Präsident Erdogan mit Angela Merkel im YildizPalast in Istanbul, am 18. Oktober 2015. (Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann/dpa)

Diplomaten und Insider werfen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, den Flüchtlingsdeal mit der Türkei im Alleingang und hinter dem Rücken der EU verhandelt zu haben. Der österreichische Standard zitiert in einer exklusiven Recherche Personen, die mit den Ereignissen vertraut gewesen sind. Demnach habe Merkel ohne Wissen der EU in der Türkei einen anderen, wesentlich teureren Deal verhandelt. Das Thema kocht jetzt wieder hoch, weil die Türkei auf der Bezahlung der von Merkel verhandelten sechs Milliarden Euro durch die EU besteht. Die Mitgliedsstaaten und die EU streiten darüber, wer die Summe bezahlen soll.

Merkel habe laut Standard ohne Wissen der parallel mit der Türkei verhandelnden EU agiert. Diese Verhandlungen seien erst später „nur durch Zufall“ bekannt geworden. Die Zeitung zitiert einen Diplomaten mit den Worten: „Die Deutschen waren spätestens seit Weihnachten 2015 sehr regelmäßig in der Türkei, wahrscheinlich schon etwas früher, um den Deal auszuverhandeln.“

Die offiziellen EU-Vorschläge sollen von EUKommissar Frans Timmermans und Ratspräsident Donald Tusk ausgearbeitet worden sein. Die Struktur des EUDeals sei grundsätzlich anders gewesen als jene, die am Ende von Merkel durchgesetzt wurde. Die EU wollte deutlich weniger Geld an die Türkei zahlen. Die EU wollte auch mehr Zurückhaltung bei der VisaLiberalisierung der Eröffnung neuer Beitrittskapitel. Das Konzept der EU sah vor, dass die EU die bestehenden Vorbeitrittshilfen umschichten wollte. Gleichzeitig wollte die EU nicht, dass die Türkei die Grenzen für Flüchtlinge völlig dicht machen müsse.

Merkel dagegen wollte, „dass gar niemand mehr hereinkommen kann“, zitiert der Standard einen Beamten aus dem EU-Umfeld. Die Zeitung zitiert einen anonymen Insider mit den Worten: „Der TimmermansTusk-Ansatz hatte aus Berliner Sicht den Nachteil, dass er die Syrer nicht umfasst hätte. Und Merkel wollte 100 Prozent zudrehen, während sie international die humanitäre Heldin spielte.“ Außerdem habe Merkel mit ihrem Deal „verhindern wollen, dass die Syrer in Griechenland Asylanträge stellen“. Die Flüchtlinge aus Syrien sollten in die Türkei zurückgeschickt zu werden, in der Hoffnung, dass sich damit weniger Flüchtlinge auf die Reise in die EU begeben. Ein „Beobachter der damaligen Verhandlungen zum Standard: „Merkel hat also bewusst in Kauf genommen oder sogar darauf gehofft, dass das griechische Asylsystem nicht wirklich funktioniert und Leute vor Ende ihres Verfahrens in die Türkei zurückgeführt werden.“

Der aktuelle Konflikt entzündet sich an der nächsten Tranche von drei Milliarden Euro, die an die Türkei gezahlt werden müssen. Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden, Dänemark und Finnland wollen die gesamte Summe aus dem EU-Budget bezahlt wissen. Dagegen sei in Brüssel „Ungehaltenheit zu spüren“. Eine Quelle sagte dem Standard: „Zuerst macht Merkel dieses Türkei-Abkommen, und dann will Deutschland nicht bezahlen.“

Auch der Vorschlag von Merkel beim jüngsten EU-Gipfel im März, dass die EU die Hälfte des Betrages übernehmen solle, stößt in Brüssel auf Unverständnis: „Das ist aber immer noch eine ziemliche Chuzpe, wenn man weiß, dass sie die sechs Milliarden kreativ erfunden hat“, sagte ein Diplomat dem Standard.

Die Bundesregierung ging auf Rückfrage des Standard nicht auf den Vorwurf der parallelen Verhandlungen ein. In einer Stellungnahme teile die Bundesregierung mit, sie befürwortedie Aufstockung der EU-Türkei-Finanzfazilität um weitere drei Milliarden Euro“ und stimme sich „grundsätzlich eng mit der EU-Kommission und den europäischen Partnern ab“.

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