INSEKTEN STERBEN – „die WILD-BIENE“ ///// „Rot-Milan“ und die ?Windkraft? – – – „SEE-ADLER“ ist be-DROHT???!!! ////// „MONO-POLY“ – „MONO-SANTO“ – „MONO-KULTUREN“ ///// „March against Monsanto 19th May 2018“

ube.com/watch?v=OJHQGX5xCuc

„Das leise Sterben der Bienen und Schmetterlinge“ – rbb – Wissen Video ARD Mediathek

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siehe auch „GIFT-SPRÜH-ATTACKE“ in BAYERN GEGEN SCHMETTERLINGE

.com/watch?v=_52mr7sNSlM

„Warum die Insekten sterben“!!! – Faszination Wissen – ganze Sendung „16.5.17“

ab Minuten 7:18 – „NATIONAL-PARK“ – „BAYERISCHER – WALD“

„ARTEN-VIELFALT“ – „ÖKOLOGISCHES-SYSTEM“

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utube.com/watch?v=G2CLhPwtlVw

„Insekten-Sterben“ & „Boden-Leben“ – Die Ursachen und ihre Wirkung

„BODEN-ACKER“: Der SCHADEN der durch „konventionellen ANBAU“ geschaffen wird

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/watch?v=YK2IzE3pql0

„Verbrechen im Namen des Klimas“ – „Climate Crimes“ – Doku deutsch

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be.com/watch?v=YNlUXkMadtM

Bio-Energie: „Die dunkle Wahrheit“

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be.com/watch?v=S-HiSNZlioU

doku –  arte – „die Wahrheit der erneuerbaren Energie“

 

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tube.com/watch?v=ONhY6NEK5qc

Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel und Fledermäuse?

Der „ROT-MILAN“

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ube.com/watch?v=UQcbZI30kqg

„Kielings Wilde Welt“ 1/2 – „Rot-Milan“ und „Windkraft“ – ARTE

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?Natur-ZERSTÖRUNG in GRÜN? – WENN „IRR-SINN“ SEINES-GLEICHEN sucht!!!

https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus174940204/Michael-Miersch-Der-oekologische-Pferdefuss-der-Erneuerbaren-Energien.html

Naturzerstörung in Grün

Der ökologische Pferdefuß der Erneuerbaren Energien

Monokultur mit Folgen: In einem Biomassefeld aus Maispflanzen auf der Schwäbischen Alb steht ein Windrad
Monokultur mit Folgen: In einem Biomassefeld aus Maispflanzen steht ein Windrad

Quelle: picture alliance / blickwinkel/W

Mit vielen Milliarden Euro werden in Deutschland seit 1991 Windkraft, Solarenergie und der Anbau von Biogaspflanzen gefördert. Das schien die Lösung zu sein: Saubere Energie, die die Umwelt nicht verschmutzt. Und – was manchen noch wichtiger ist – relativ wenig CO freisetzt, das Gas, das nach Meinung vieler Wissenschaftler Ursache der Klimaerwärmung sein soll.

In Deutschland wird Strom aus Windkraft und Biogasanlagen häufig als „Öko-Strom“, „Bio-Strom“ oder sogar „Natur-Strom“ bezeichnet. Das macht sich gut in den Prospekten der Energieunternehmen. Keine andere Industrie verbraucht jedoch so viel Fläche wie die Erzeuger von „Öko-Strom“…….

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com/watch?v=KYBvSWIlFGI

Michael Miersch: Der ökologische Pferdefuß der Erneuerbaren Energien – WELT

 

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tube.com/watch?v=eXKHjTBYK3M

Aus Mais wird „Bio“ Strom

ab Minuten 14:00 — „MONO-Kulturen“ und die „Biene“ – „Gedanken eines zornigen IMKERS“ –  ab  Minuten –  37:00  „Kultur-Landschaft“ wird STÜCK für STÜCK zerstört

MAIS-MONOKULTUREN – – – MAIS-MONOKULTUREN

MAIS-MONOKULTUREN – – – MAIS-MONOKULTUREN

 

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AUS-SCHLIESSLICH WEGEN MERKEL konnte der „MONSANTO-BAYER-DEAL“ GELINGEN???!!!

DAS „MERKEL-DESASTER“

DIESE PERSON hat KEINEN BEZUG zur ERDE und zur NATUR sie ist „KALT-BLÜTIG“

MERKEL ist EIN VERANTWORTUNGs-loser „LOBBY- BÜTTEL“ für „MONSANTO-BAYER“ – – – DESHALB hat SIE auch „ENT-WARNUNG“ betreffend  „GLYPHOSAT“ gegeben und SCHLEUSST WILLIG jede ZOMBIE-SAAT von MONSATAN nach EUropa

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aus dem TEXT:…. Angela Merkel (CDU) warnte im Bundestag vor dem Bienensterben, das stellvertretend für den nötigen Schutz der Artenvielfalt stehe…. <<<(„WIDER-LICHST“  „SCHEIN-HEILIG“ – GENAUSO KÖNNTE MONSANTO WARNEN – da wäre KEIN UNTERSCHIED?!)>>>>

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-05/bienensterben-honigbienen-deutschland-peter-rosenkranz

Honigbienen: Experten bestreiten Bienensterben in Deutschland

Die Honigbiene sei nicht bedroht, „solange es Imker gibt“, sagen Forscher im ZEITmagazin. Angela Merkel ruft derweil im Bundestag zum Einsatz gegen das Bienensterben auf.
Honigbienen: Sterben die Bienen aus? Führenden Bienenforschern zufolge keineswegs.
Sterben die Bienen aus? Führenden Bienenforschern zufolge keineswegs. © Fabrizio Bensch/Reuters

Führende deutsche Bienenforscher bestreiten, dass es in Deutschland ein Bienensterben gibt. „Die Honigbiene wird das letzte Insekt sein, das ausstirbt„, sagt der Bienenforscher Peter Rosenkranz dem ZEITmagazin. Dem Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim zufolge wird die Biene nicht bedroht sein, solange es Imker gibt.

Zwar verendeten im Winter immer wieder Bienenvölker an den Folgen des Befalls mit der Varroamilbe – doch die meisten der Völker seien damit infiziert. Dass die tatsächlichen Verluste in den vergangenen Jahren zugenommen hätten, ist nach Daten des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen „statistisch nicht gesichert“.

 

Auch die Bedrohung der Wildbienen schätzen deutsche Forscher weniger dramatisch ein, als häufig angenommen wird. So stünden zwar die Hälfte aller Wildbienenarten auf der Roten Liste, doch von einem Bienensterben könne man auch hier nicht sprechen, sagt der Wildbienenforscher Robert Paxton von der Universität Halle. Dennoch müsse man damit rechnen, dass in den nächsten 25 Jahren ein Drittel der knapp 600 Wildbienenarten in Deutschland aussterben – „wenn wir die ständige Intensivierung der Landnutzung nicht ändern“, sagt Paxton.

Damit stellen sich die Bienenforscher gegen von anderen Experten vertretene Auffassung, wonach die Art in wenigen Jahren ausgestorben sein könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte im Bundestag vor dem Bienensterben, das stellvertretend für den nötigen Schutz der Artenvielfalt stehe. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) rief zum Weltbienentag am 20. Mai alle Ministerien auf, auf ihren Dächern Bienenstöcke aufzustellen.

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siehe auch „Die WILD-BIENE stirbt“

siehe auch GLYPHOSAT in DEUTSCHLAND (ÖSTERREICH)  – CDU/CSU ist SCHULDIG

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33162/#gsc.tab=0

EU-Kommission wird drei bienenschädliche Insektengifte verbieten

27.04.2018

Biene
Fleißige Biene im Anflug (Foto: autan/Flickr.com)

UPDATE +++ Die Europäische Kommission wird zum Jahresende drei bienengiftige Insektizidwirkstoffe im Freiland verbieten, teilte eine Sprecherin heute mit. Zuvor hatten die EU-Mitgliedsstaaten mehrheitlich dafür votiert, darunter Deutschland. Ein breites Verbändebündnis und die Grünen fordern, sämtliche sogenannte Neonikotinoide aus der Umwelt zu verbannen.

Die EU-Kommission will den Einsatz der Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam der Klasse der Neonikotinoide im Freiland komplett untersagen. In Gewächshäusern bleiben sie zugelassen, die dort behandelten Pflanzen dürfen aber später nicht im Freien ausgepflanzt werden, informierte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Regelung soll laut EU-Kommission Ende des Jahres in Kraft treten. Danach müssen die Mitgliedsstaaten die Zulassungen von Insektengiften mit diesen Wirkstoffen innerhalb von drei Monaten widerrufen oder entsprechend den neuen Vorgaben ändern. In Deutschland betrifft das laut BVL 14 Pflanzenschutzmittel, mit neun davon wird Zucker- und Futterrübensaatgut behandelt.

Experten zufolge können die drei Neonikotinoide Bienen bereits bei einer niedrigen Dosierung lähmen, töten oder Lernvermögen und Orientierungsfähigkeit beeinträchtigen. „Sie schädigen auch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Ameisen und Springschwänze“, so BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Schon 2013 hatte die Europäische Union ihren Einsatz deshalb eingeschränkt. Nach Informationen des grünen Bundestagsabgeordneten Harald Ebner hat das jedoch nicht dazu geführt, dass weniger Neonikotinoide eingesetzt wurden. Ende Februar 2018 legte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA eine neue Bewertung vor, die bestätigte, dass die drei Neonics für Honigbienen, Hummeln und Wildbienen gefährlich sind.

Leif Miller, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) wies darauf hin, dass derzeit EU-weit noch vier weitere Neonikotinoide zugelassen sind, sowie mehrere ähnlich wirkende Insektizide. Umwelt- und Bienenschützer befürchten nun, dass die Landwirte verstärkt auf die verbliebenen Neonikotinoide ausweichen werden, vor allem das häufig verwendete Thiacloprid.Imkermeister Thomas Radetzki von der Aurelia-Stiftung warnt: „Auch wenn Thiacloprid die Bienen nicht direkt tötet, sind die Störungen im Nervensystem für ihr Überleben genauso gefährlich wie bei den Neonikotinoiden, die jetzt verboten werden sollen.“

Ein breites Bündnis von mehr als 40 Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden fordert daher die gesamte Wirkstoffgruppe EU-weit zu verbieten. Alternativ könnte die Bundesregierung die Neonikotinoide wie Frankreich national verbieten, heißt es in einem Forderungspapier zum Aktionsplan Insektenschutz, das gestern vorgelegt wurde. Ähnlich sieht das der grüne Abgeordnete Harald Ebner: „Wenn Agrarministerin Julia Klöckner ihre Ankündigungen ernst meint, müssen auch alle anderen Neonikotinoide schleunigst vom Markt. Die Zulassung neuer Gifte mit gleicher Wirkungsweise muss gestoppt werden.“ Nur alte Gifte durch ähnliche neue, genauso gefährliche Stoffe zu ersetzten, wäre Etikettenschwindel, kritisiert der Pestizid-Experte.Ferner müsse die Bundesregierung Importe von Saatgut stoppen, das mit nicht zugelassenen Neonikotinoiden behandelt sei.

Doch die Bundeslandwirtschaftsministerin möchte erst einmal den Erfolg feiern: „Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen“, sagte Julia Klöckner (CDU). Sie seien wichtig für die Landwirtschaft. Über die Forderung, sämtliche Neonikotinoide zu verbieten, wolle sie nur auf «wissenschaftlicher Grundlage» diskutieren, sagte Klöckner im Bayerischen Rundfunk. Man brauche auch „Erntesicherheit, Nahrungsmittelsicherheit. Und dazu brauchen wir auch die Bekämpfung von Schädlingen.“ [vef]

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Bedrohte Bestäuber : Stirbt die Biene wirklich?

In ihrem Bestand bedroht: Mehr als die Hälfte aller heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste. Bild: dpa

Plötzlich redet alle Welt vom Bienensterben. Steht es um die Tierchen tatsächlich so schlimm? Ein Faktencheck.

 

Manchmal sind es gerade die einfachen Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Die Frage „Liebst du mich?“ gehört dazu. Da kommen mitunter selbst geübte Rhetoriker ins Schwimmen. Solche tückisch-einfachen Fragen gibt es auch in der Politik („Gehört der Islam zu Deutschland?“). Selbst die angeblich so objektive Welt der Naturwissenschaften hat auf manch einfache Fragen keine eindeutigen Antworten. Ob es den Klimawandel gibt, darüber haben prominente Köpfe quer über alle Kontinente jahrelang erbittert gestritten.

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das gilt auch für eine der aktuell wichtigsten Fragen: Gibt es das Artensterben und insbesondere das Bienensterben wirklich? Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, antwortete darauf vor zwei Wochen in der F.A.S.: „Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell.“ Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Der Chemiekonzern Bayer beispielsweise ließ ausrichten, dass es ein Bienensterben „definitiv nicht“ gebe.

Wie es den Bienen und den Bestäubern im Allgemeinen geht, hat wirtschaftlich große Auswirkungen. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden. Umso wichtiger ist die Frage: Gibt es das Artensterben wirklich?

Um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen

Spätestens seit Ende vergangenen Jahres muss man wohl sagen: Ja! Im Oktober 2017 nämlich kam eine von Caspar Hallmann von der RadboudUniversität in Nimwegen geleitete und mit Hilfe von ehrenamtlichen Insektenkundlern aus Krefeld vorgenommene Studie zu dem Schluss: Die drastischen Bestandseinbrüche sind real. Die Forscher stellten fest, dass die Biomasse der Fluginsekten in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen ist. Die Verluste betreffen offenbar die meisten Arten. In der Folge gab es vereinzelt Kritik an der Studie, insgesamt aber bescheinigte ihr die Fachwelt eine sehr hohe Aussagekraft. Auch das Bundesumweltministerium legt sich auf Nachfrage fest: „Sowohl die Gesamtzahl der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nachweislich abgenommen.“

https://e.infogram.com/e5d0f134-2920-46db-b28d-584ad2f30382?src=embed
Bedrohte Bienenarten in Deutschland
Ausgestorben 39
Vom Aussterben bedroht 31
Stark gefährdet 78
Gefährdet 85
Gefährdet (Ausmaß unbekannt) 34
Extrem selten 24
52,6% der heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste
Grafik: F.A.Z. / Quellen:  Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen; Bundesamt für Naturschutz

Die speziellere Frage, ob es auch das Bienensterben gibt, ist schwieriger zu beantworten, weil es die eine Biene nicht gibt. Die meisten Deutschen denken unwillkürlich nur an die Honigbienen, die von Imkern gehalten werden. Die Gattung der Honigbiene umfasst sieben bis zwölf staatenbildende Arten, für die Imkerei ist die Westliche Honigbiene allerdings die bedeutendste. Doch Honigbienen sind nur ein Teil des Spektrums. Laut dem Naturschutzbund Deutschland leben in Deutschland nämlich einige hundert Bienenarten und auch jede Menge Hummeln und Wespen. Unter ihnen stellt die Honigbiene eigentlich eine Ausnahme dar, denn sie lebt und überwintert als Volk und vermehrt sich durch Volksteilung, das sogenannte Schwärmen. Die meisten Bienenarten aber leben alleine. Es sind solitäre Bienen beziehungsweise Wespen, von denen nur die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben. Sie legen ihre Eier in der Erde oder in Ritzen von Holz oder Lehm ab.

Ein generelles, weltweites und alle Arten betreffendes Bienensterben kann es aber allein schon deshalb nicht geben, weil die Zahl der Honigbienen signifikant steigt. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zählte im Jahr 1961, dem ersten Jahr ihrer Erhebung, lediglich 49 Millionen kommerzielle Bienenstöcke auf der Welt. Im Jahr 2016 waren es mit 90 Millionen schon fast doppelt so viele.

„Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere“

Das liegt vor allem an der Entwicklung in Asien, wo sich die Zahl der Honigbienen-Völker auf 42 Millionen vervierfacht hat. Auch in Südamerika (plus 311 Prozent) und in Afrika (plus 150 Prozent) ging es rasant aufwärts. Selbst in China, das für seine schlechten Umweltschutzstandards bekannt ist, hat sich die Zahl der Honigbienen fast verdreifacht.

Geradezu gegenteilig verlief die Entwicklung in vielen westlichen Ländern. In Nordamerika brach die Zahl der Bienenstöcke um 40 Prozent ein, in Europa um 13 Prozent. In Deutschland lebten nach Angaben des Deutschen Imkerbundes Ende vergangenen Jahres etwa 766.000 von Menschen gehaltene Bienenvölker. Das sind 23 Prozent kommerzielle Bienenstöcke mehr als vier Jahre zuvor, nach Angaben der FAO aber waren es Anfang der 60er noch fast dreimal mehr.

Mit Umwelteinflüssen hat das zunächst einmal nichts zu tun, dafür umso mehr mit der Zahl der Imker. „Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere, sie werden von Menschen gehegt und gepflegt“, sagt Stefanie Hahn vom Institut für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg. Genauso wie Kühe und Schweine gelten Honigbienen als Nutztiere, daher fällt ihr Wohlergehen in Deutschland in den Bereich des Landwirtschaftsministeriums. Deshalb war es nicht etwa die neue Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), sondern die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die in ihrer Antrittsrede im Bundestag die Bienen als „systemrelevant“ bezeichnete. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung legte die CDU-Politikerin nach: „Für mich ist klar: Was der Biene schadet, muss vom Markt.“

Bei den Wildbienen sieht es ganz anders aus

Aus der steigenden Zahl der von Menschen gehaltenen Honigbienen kann man aber keinesfalls schließen, dass es den Bienen auch gutgeht. Wenn in Deutschland mehr Hühner gehalten werden, heißt das ja auch nicht, dass die Hühner in einer besseren Umwelt leben und sich deshalb glücklich vermehren. Es bedeutet schlicht und einfach nur, dass es mehr Hühnerhalter gibt.

Senckenberg-Chef Mosbrugger sieht die Vermehrung der Honigbienen zum Teil sogar als Warnsignal: „Die natürliche Bestäubung hat nachgelassen. Deswegen gehen Obstbauern mit großen Plantagen dazu über, sich Bienen zu halten. Die machen das ja nicht wegen dem Honig, sondern weil sie Bestäuber brauchen.“ Diese Lesart würde erklären, warum die Honigbiene gerade in Umweltsünder-Staaten wie China auf dem Vormarsch ist.

Ganz anders sieht es bei den Wildbienen aus, ihre Zahl nimmt ab. Den stärksten Beweis dafür liefert die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichte „Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen Deutschlands“. Solche Roten Listen haben in Deutschland den Status von Sachverständigengutachten, sie dienen dem Gesetzgeber und den Behörden als Informationsquelle für ihre Umweltpolitik. Mit Blick auf die Bienen fällt die Rote Liste eindeutig aus: Sie vermerkt 39 heimische Arten als in Deutschland ausgestorben oder verschollen, 31 sind vom Aussterben bedroht, 78 Arten gelten als stark gefährdet, 85 als gefährdet. Weitere 34 Bienenarten sind gefährdet, die Wissenschaftler wissen aber nicht, wie stark genau. Nochmal 24 Arten gelten als extrem selten. Insgesamt stehen damit mehr als die Hälfte (52,6 Prozent) aller heimischen Bienenarten auf der Roten Liste und sind damit mehr oder weniger in ihrem Bestand bedroht. Langfristig gesehen stehen 233 Arten, die abgenommen haben, nur fünf Arten gegenüber, die zugenommen haben.

„Die Ursachen der Gefährdung so vieler Arten sind zwar vielfältig, jedoch stets in immer intensiveren Eingriffen des Menschen in natürliche Kulturökosysteme zu suchen“, schreiben die Autoren. Insbesondere die Zerstörung der Nistplätze und die Vernichtung des Nahrungsangebots sei dafür verantwortlich. Während die kleinbäuerliche Landwirtschaft für Vielfalt gesorgt und damit unzähligen Bienenarten ein Auskommen ermöglicht habe, sei die industrielle Landwirtschaft die Hauptursache für den Rückgang.

Zu ähnlich alarmierenden Ergebnissen kommt auch der jüngste Report des Weltbiodiversitätsrates IPBES und das in Arizona beheimatete Zentrum für Biologische Vielfalt (Center for Biological Diversity). In dessen Analyse „Bestäuber in Gefahr“ vom Februar dieses Jahres steht, dass mehr als die Hälfte aller in Nordamerika heimischen Bienenarten zurückgehe, jede vierte Art sei gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Verantwortlich dafür machen die Autoren ebenfalls den Verlust an natürlichen Lebensräumen, den Klimawandel und Pestizide, die Bauern zu oft, zu intensiv oder gar verbotenerweise in ihren Feldern einsetzen.

Was bleibt? Der Vorwurf, dass Umweltschützer alarmierende Berichte schreiben, um ihre eigenen Jobs zu retten und sich wichtig zu machen, lässt sich weder belegen noch widerlegen. Auch sind sich alle Forscher einig, dass es mehr Grundlagenforschung braucht und die Zahl der Insekten an mehr Stellen exakt beobachtet werden muss. Aber eines hat unser Faktencheck als Merksatz klar ergeben: Die Honigbiene lebt, aber die viel zahlreichere Wildbiene stirbt leider.

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http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/bienen-sterben-eine-gefahr-fuers-bruttosozialprodukt-15511262.html?premium

Artikel Bienensterben : „Das Artensterben kostet drei Billionen Euro“

Die westliche Honigbiene: Apis mellifera. Bild: dpa

Der Biologe Volker Mosbrugger über den Tod der Honigbiene, die Folgen für das Bruttosozialprodukt. Und warum Gartenbesitzer nicht so oft mähen sollten.

Herr Mosbrugger, früher redeten alle vom Waldsterben, heute vom Bienensterben. Das Waldsterben fand nie statt, wie ist es mit dem Bienensterben?

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell. Wissenschaftler vom SenckenbergForschungsinstitut haben zum Beispiel herausgefunden, dass in den letzten zweihundert Jahren jede vierte einheimische Pflanzenart in Frankfurt verschwunden ist. Andere Senckenberg-Kollegen haben gezeigt, dass an Trockenhängen in der Nähe von Regensburg in den letzten 150 Jahren etwa jede dritte Schmetterlingsart nicht mehr vorkommt. Das sind so die Größenordnungen des Artenverlustes, die wir an ganz vielen Stellen sehen.

Das Artensterben ist also definitiv kein Medienphänomen und keine Hysterie?

Nein, ganz im Gegenteil: Wir Wissenschaftler haben schon sehr viel länger gemahnt, das Problem wird aber erst jetzt zunehmend ernst genommen. Man sieht und fühlt es ja auch, jeder kann es beobachten: Wenn Sie früher mit dem Auto durch die Landschaft fuhren, war die Autoscheibe immer voller toter Insekten. Das gibt es heute nicht mehr. Wenn Sie heute rausgehen in die Natur, dann ist die relativ still. Früher hat es gezirpt und gezwitschert. Heute ist es viel ruhiger geworden, weil es viel weniger Insekten und Vögel gibt. Das Phänomen hat auch schon einen Namen: „Der stumme Frühling“.

Wer ist daran schuld?

Bei uns in Europa ist es ganz wesentlich die Landwirtschaft. Es gibt fast keine Feldränder mehr, die Bauern pflügen bis an den Rand. Sie bauen große Monokulturen an und lassen kaum noch eine natürliche Vielfalt an Pflanzen zu, die als Nahrung für die Insekten und andere Tiere wichtig sind. Außerdem bringen sie zu viele Schadstoffe wie Insektizide und Glyphosat auf die Felder und übernutzen die Böden, statt sie nachhaltig zu bewirtschaften. Die Landwirtschaft ernährt uns, aber sie zerstört auch die Lebensgrundlage vieler Tiere und Pflanzen, gerade auch von Insekten.

Woran liegt es noch?

Auch durch den Klimawandel verschwinden viele Arten, vor allem die kälteliebenden. Und bei der Honigbiene spielt eine bestimmte Milbenart eine wichtige Rolle, die Varroa, die die Bienenbestände reduziert.

Angenommen, es gibt auf der Erde keine Honigbienen mehr. Was passiert dann?

Es kommt nicht nur auf unsere domestizierten Honigbienen an, sondern auf die Bestäuber insgesamt. Die Honigbiene ist ja nicht die einzige Bestäuberin. Allein in Deutschland gibt es mehrere hundert Bienenarten, hinzu kommen Schmetterlinge, Fliegen, ein ganzes Spektrum an Insekten, die Pflanzen bestäuben. Das Problem ist, dass die Vielfalt der Bestäuber insgesamt deutlich zurückgegangen ist.

Wie sähe eine Welt ohne Bestäuber aus?

Die Pflanzen, die von einer Bestäubung abhängen, würden stark zurückgehen. Das träfe vor allem die Vitaminlieferanten, die beispielsweise Äpfel, Birnen oder Kirschen wachsen lassen. Die Kohlehydratlieferanten wie Weizen, Reis und Mais hätten kein allzu großes Problem; die werden vom Wind bestäubt, da sind Insekten nicht so wichtig.

Man kann auch per Hand bestäuben, in China in der Provinz Sichuan wird das schon gemacht.

Genau da ist der Punkt, wo es spannend wird: Macht es wirklich Sinn, die natürlichen Dienstleister zum Aussterben zu bringen? Da kann man doch besser gleich sagen: Lass sie weiter ihren Job machen, dafür bezahle ich ja nichts. Man kann sogar ausrechnen, was die sogenannten Ökosystem-Dienstleistungen wert sind. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten etwa wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden Euro.

Wie lässt sich so etwas denn ausrechnen?

Wenn die kostenfreie Dienstleistung der Natur wegfällt, muss der Bauer sie ersetzen. In China muss er dann Menschen fürs Bestäuben bezahlen. Das lohnt sich aber nur in Ländern, in denen die Arbeitskraft extrem preisgünstig ist. Im Hochlohnland Amerika hingegen hat sich rund um die Honigbiene eine richtige Industrie entwickelt. Da gibt es riesige Lastwagen voll mit Bienenkörben, die ich buchen kann. Da rufen die Bauern den Vermieter der Bienen an und sagen ihm: Meine Mandelbäume blühen von dann bis dann, da brauche ich zwei Trucks Bienen von dir. Dann stellt der seine Bienen vier Wochen hin und fährt dann weiter zum nächsten. Da überlege ich mir doch lieber vorher eine gescheite Landwirtschaft, die das Bestäuben von Haus aus macht.

Wo leistet uns die Natur noch gute Dienste, um die wir uns sonst selbst kümmern müssten?

Wenn ich speziell auf die belebte Natur blicke, dann unterscheidet man häufig vier Typen von ÖkosystemDienstleistungen. Da gibt es erstens die sogenannten „unterstützenden Dienstleistungen“ wie die Photosynthese und die Bodenbildung. Zweitens die „versorgenden Dienstleistungen“. Dazu zählen etwa Früchte oder Brennholz, die wir direkt aus der Natur entnehmen.

Und die beiden anderen?

Die dritte Gruppe sind die „regulierenden Dienstleistungen“. Die Natur regelt zum Beispiel den Wasserkreislauf: Wenn es regnet, kommt es nicht gleich zu Überflutungen, weil das Wasser im Boden, in den Wurzeln und in den Pflanzen gespeichert wird. Viertens geht es um kulturelle Werte. Stellen Sie sich vor, ich würde in Frankfurt alle Bäume fällen. Wer würde dann dort noch leben wollen? Deshalb sollte ich schon jetzt fragen: „Wie viel sind Sie bereit, für die Bäume in Frankfurt zu zahlen?“ Und dann sehen Sie: Auch bei uns hat die Natur einen hohen kulturellen Wert.

Hat jemand mal versucht, all diese Leistungen der Natur zu berechnen?

Einen Teil dieser ÖkosystemDienstleistungen können Sie quantifizieren. Eine Gruppe Wissenschaftler kam auf einen Wert von etwa 125 Billionen Dollar im Jahr. Das globale Bruttoinlandsprodukt beträgt jährlich 80 Billionen Dollar. Die Natur erwirtschaftet also mehr als alle Menschen zusammen. Es gibt auch Berechnungen, wonach uns das Artensterben derzeit gut drei Billionen Euro im Jahr kostet.

Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.
Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt. : Bild: Victor Hedwig

Wo ist der Schaden, wenn ich statt tausend Insektenarten nur noch 980 habe?

Der wirtschaftliche Schaden entsteht immer da, wo bestimmte Dienstleistungen der Natur wegfallen, die wir technisch ersetzen müssen. Der Landwirt braucht dann eben mehr Chemikalien oder muss den Bienenlaster anmieten. Tatsächlich wissen wir aber in den meisten Fällen noch nicht, welche ganz konkreten Konsequenzen das Artensterben hat. Das ist, wie wenn Sie als Laie willkürlich irgendwelche Teile aus einem Motor rausziehen. Vielleicht haben Sie zehnmal Glück und merken keinen Unterschied, weil es unwichtige Teile waren. Beim elften Mal aber bleibt das Auto stehen. Genau das passiert gerade in der Natur: Wir nehmen einzelne Arten heraus, und es passiert erst mal nicht dramatisch viel, weil es Redundanzen im System gibt. Fällt die eine Bienenart weg, können andere den Job übernehmen. Aber irgendwann funktioniert das ganze System nicht mehr.

Was kann die Politik tun, um das Artensterben aufzuhalten?

In unseren Breiten müssen wir sicherstellen, dass mehr natürliche Vielfalt möglich wird, die Landwirte etwa mehr Feldränder und Hecken stehenlassen. Außerdem müssen wir Teile unseres Waldes wieder zu einem Urwald werden lassen und auch mehr natürliche Vielfalt in die Städte bringen. Das Wichtigste aber ist, die Natur dort zu erhalten, wo sie noch vorhanden ist. Das gilt insbesondere für den extrem artenreichen Regenwald oder auch die Riffe. Bei uns in Europa ist es dafür zu spät, richtig ursprüngliche Natur gibt es hier so gut wie nicht mehr.

Wie bitte? In Deutschland gibt es doch wahnsinnig viel Waldfläche.

Unsere Wälder sind doch Gärten! Das ist kein wilder Wald, da ist nichts natürlich.

So ein deutscher Mischwald kommt mir sehr natürlich vor…

Ne, ne, ne! Das ist alles Forst, mal mehr, mal weniger naturnah. Unsere deutschen Wälder sind nicht so viel anders als der Palmengarten in Frankfurt. Der ist so gebaut, dass Sie schöne bunte Blumen sehen. Unsere Wälder sind so gebaut, dass die Forstwirte viel Holz bekommen. Beides sind aber letztlich menschengemachte Gärten. Schon die Römer haben den Taunus abgeholzt, wir haben ihn wieder aufgeforstet.

In Vorträgen sagen Sie, das Artensterben sei ein viel größeres Problem als der Klimawandel. Inwiefern?

Beim Klimawandel denken wir derzeit über Mechanismen nach, wie wir Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre herausholen können. Bei der Biodiversität haben wir keine Chance, etwas zurückzuholen. Wenn eine Art weg ist, ist sie weg.

Können unsere Zoos nicht verhindern, dass eine Art ausstirbt?

Wie viele Arten leben schon in einem Zoo? Der Frankfurter Zoo beherbergt etwa 450 Arten. Und dann nehmen Sie alle anderen Arten in den verschiedenen Zoos der Welt hinzu. Dann kommen Sie vielleicht auf ein paar tausend. Aber wir haben zehn Millionen Arten auf der Erde. Der Zoo als Arche-Prinzip funktioniert dafür nicht.

Wird die neue Regierung etwas für die Artenvielfalt tun?

In den Koalitionsverhandlungen war viel von befristeten Arbeitsverträgen und dem Soli die Rede. Die Natur ist der Politik noch nicht wichtig genug, sie muss das Thema ernster nehmen und die Systemforschung stärken. Erfreulicherweise finden sich dazu jetzt in dem Koalitionsvertrag einige Stichworte, wie Erdsystemforschung, Meeresforschung, Insektensterben und Biodiversitäts-Monitoring.

Sie wollen mehr Geld.

Mehr Geld ist immer gut. Aber wir können uns auch bei den Ausgaben fokussieren. Jedes Jahr gehen riesige Summen in die Volksgesundheit. Ich sage: Das Thema Naturforschung ist für unsere Zukunft genauso wichtig wie die Volksgesundheit. Da haben wir noch nicht den richtigen Proporz gefunden.

Kann ich als Privatmann etwas tun, um das Artensterben ein kleines bisschen aufzuhalten?

Kaufen Sie BioLebensmittel, das ist eine gute Tat. Eine andere: Wenn Sie einen Garten haben, machen Sie keinen Steingarten daraus. Und legen Sie auch keinen Golfrasen an, sondern lassen Sie eine Wiese wachsen. Spritzen Sie nicht alles weg, und lassen Sie mal ein bisschen Wildnis zu! Mähen Sie nur zwei– oder dreimal im Jahr, nicht jede Woche. Dann haben Sie nicht nur diesen Golfrasen. Sie bekommen dann eine richtig bunte Wiese mit Blumen in allen Farben und ganz vielen Schmetterlingen darauf.

Aber das Gras wird kniehoch. Meine Kinder, die Fußball spielen wollen, werden sich da bedanken!

Einen Tod stirbt man.

Hm. Was kann ich sonst noch tun?

Wenn Sie ein Haus bauen, denken Sie über ein begrüntes Dach nach. Und erziehen Sie Ihre Kinder so, dass sie in der Natur einen Wert sehen. Geben Sie beispielsweise im Frühjahr jedem Kind einen großen Blumenkübel und eine Kürbispflanze. Das ist wirklich super! Die Kinder lernen dann, Verantwortung für ihre Pflanze zu übernehmen und wie die Natur funktioniert.

Derzeit sind gleich drei Naturbücher in den Bestsellerlisten: „Die Geschichte der Bienen“, „Das geheime Netzwerk der Natur“ und „Das geheime Leben der Bäume“. Ist das esoterischer Quatsch, oder helfen solche Bücher weiter?

Die beiden Bücher über die Bäume und die Bienen haben einen soliden wissenschaftlichen Hintergrund. Natürlich geht das auch in den esoterischen Bereich, wenn ich mit einem Baum rede. Ich glaube aber trotzdem, dass diese Bücher helfen, ein Gefühl für die Bedeutung der Natur zu bekommen. Wenn Sie sich den Kölner Dom anschauen, da geht auch jeder mit einer anderen Empfindung dran: Der Architekt interessiert sich für die Statik, der Historiker für die Geschichte, der dritte sucht Spiritualität. Ich als Naturwissenschaftler gehe an Natur rationaler heran, empfindsamere Seelen reden eben mit den Bäumen. Das ist alles ganz normal und in Ordnung.

Das Gespräch führte Christoph Schäfer.

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siehe auch „EPI-GENETIK“  – „CRISPR -CAS“ – „GEN-SCHERE“

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aus dem TEXT:. Die NTP-Forscher hatten verschiedene menschliche Zell-Linien mit Glyphosat alleine und als Vergleich dazu mit fertigen Pestizidmischungen wie Roundup behandelt. Dabei zeigte sich, dass die Pestizidmischungen weitaus mehr oxidativen Stress in den Zellen auslösten und sogar Zellen abtöteten, während Glyphosat alleine kaum Effekte auslöste. Die Mischungen seien bis zu 1000-fach potenter gewesen, heißt es in der Untersuchung...

siehe auch „ROUNDup-GLYPHOSAT“ – „Die Formulierung ist das GIFT“- Polyoxyethylenamine (POEA)

aus dem TEXT:..Die Ergebnisse des NTP könnten auch Folgen für die Neuzulassung glyphosathaltiger Pestizide in Deutschland haben. Nachdem die EU den Wirkstoff GLYPHOSAT für weitere fünf Jahre zugelassen hat !!!??? muss nun das „Bundesamt“ für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheiden, ob es <<<<<<<36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt>>>>>>>>>>???!!!….

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33204/#gsc.tab=0

Glyphosat: Die Mischung macht das Gift

14.05.2018

Gebrauchsfertige Pestizidmischungen mit Glyphosat sind für menschliche Zellen weitaus giftiger als Glyphosat als isolierter Wirkstoff. Das zeigen Forschungsergebnisse des US-Gesundheitsministeriums.

Das National Toxicology Programm (NTP) des US-Gesundheitsministeriums vergleicht derzeit die Wirkungen von Glyphosat als isolierter Substanz mit Pestizidmischungen, die neben Glyphosat auch Chemikalien enthalten, die dafür sorgen, dass sich der Wirkstoff gut auf der Blattoberfäche verteilt und in das Blatt einzieht. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen hat die Organisation U.S. Right to Know veröffentlicht. Die NTP-Forscher hatten verschiedene menschliche Zell-Linien mit Glyphosat alleine und als Vergleich dazu mit fertigen Pestizidmischungen wie Roundup behandelt. Dabei zeigte sich, dass die Pestizidmischungen weitaus mehr oxidativen Stress in den Zellen auslösten und sogar Zellen abtöteten, während Glyphosat alleine kaum Effekte auslöste. Die Mischungen seien bis zu 1000-fach potenter gewesen, heißt es in der Untersuchung. Diese ersten Ergebnisse belegten allerdings nicht, dass die Mischungen Krebs oder andere Krankheiten verursachen würden, schränkte Mike DeVito, der Leiter des NTP-Fotschungsprogramms, gegenüber der britischen Tageszeitung „The Guardian“ ein. Um das festzustellen, seien weitere Untersuchungen notwendig.

Erschwert werden diese dadurch, dass der amerikanische Hersteller Monsanto die genaue Zusammensetzung seiner Pestizide nicht offenlegt. „Wir kennen die Rezepturen nicht, das sind Geschäftsgeheimnisse“, erklärte DeVito dem Guardian. Eine ebenfalls von US Right to Know veröffentlichte Zusammenfassung eines Treffens von Mitarbeitern der US-Umweltbehörde EPA und Monsanto im Frühjahr 2016 legt nahe, dass auch die Behörde keine Daten über Monsantos Pestizidmischungen hat. Man sei an jeglichen Informationen interessiert, die Monsanto über Unterschiede zwischen Wirkstoff und Pestizidmischung habe, heißt es darin.

The Guardian wirft die Frage auf, ob Monsanto selbst jemals die Giftigkeit der fertigen Mischungen untersucht hat und verweist auf interne MonsantoEmails aus den Jahren 2003 und 2010. In ihnen schrieben Mitarbeiter des Konzerns, dass fertige Pestizide nicht auf ihre krebserzeugende Wirkung hin überprüft worden seien.

Die Ergebnisse des NTP könnten auch Folgen für die Neuzulassung glyphosathaltiger Pestizide in Deutschland haben. Nachdem die EU den Wirkstoff Gyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen hat, muss nun das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheiden, ob es 36 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zulässt. Das BVL selbst schreibt, dass ein Antragsteller mit dem Zulassungsantrag für ein Pflanzenschutzmittel alle Einzelheiten der Rezeptur mitteilen müsse. Bei der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels werde auch geprüft, ob Beistoffe wie Lösungsmittel, Emulgatoren, Trägerstoffe, Farbstoffe oder Treibgase bedenklich hinsichtlich der Gesundheit oder Umwelt seien. „Grundlage für die Bewertung sind zunächst die vorhandenen Daten und Informationen“. Weiterhin müssten bestimmte toxikologische und ökotoxikologische Studien mit dem Pflanzenschutzmittel durchgeführt werden. „Wenn Fragen offen bleiben, können die Behörden auch gezielt bestimmte Studien mit einzelnen Beistoffen verlangen.“ Bereits Anfang des Jahres hatte eine französische Studie gezeigt, dass glyphosathaltige Pestizide giftiger auf Zellen wirkten als Glyphosat alleine. [lf]

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.com/watch?v=moHLr1qPY1E

„Titus Frost“ – March Against Monsanto 2018 – Why Big Pharma Is Killing Us All Slowly

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https://www.march-against-monsanto.com/

https://www.march-against-monsanto.com/wp-content/uploads/2018/04/31100365_10155488576588601_4813000064827916288_n-1.png

 

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Am FREITAG den „4 MAI“ beginnt die „GIFT-ATTACKE“ in BAYERN – – – „Bad Windsheim“ verweigert „Gift-Einsatz“ im eigenen Forst – – – ANSTATT ALTERNATIVEN zur „GIFT-SPRÜHEREI“ zu „ER-FORSCHEN“ – GIFT SCHADET dem GESAMTEN „ÖKO-SYSTEM“ INKLUSIVE den EICHEN – – – „Stopp dem Schmetterling-Sterben im Wald“ — DER „GIFT-ANGRIFF“ wird von „STEUER-GELDERN“ BE-ZAHLT???!!! ///// „MERKEL/KLÖCKNER“ CDU/CSU – „TATEN STATT WARTEN“ – – – WANN ist der TERMIN???!!!

DIE „FRATZE“ der „SCHEIN-HEILIGEN“ „CDU/CSU“ – – – GEGEN das ÖKO-SYSTEM  für die ZERSTÖRUNG der NATUR

http://www.nordbayern.de/region/bad-windsheim/bad-windsheim-verweigert-gifteinsatz-im-eigenen-forst-1.7526524

Bad Windsheim verweigert Gifteinsatz im eigenen Forst

Waldbesitzer können noch bis Montag Veto gegen Schwammspinnerbekämpfung einlegen – 28.04.2018 17:31 Uhr

Stiller Protest unter Eichen (von links): Karin Eigenthaler und Dr. Ralf Straußberger mit Waldbesitzer Alexander Seitz.

Stiller Protest unter Eichen (von links): Karin Eigenthaler und Dr. Ralf Straußberger mit Waldbesitzer Alexander Seitz. © Foto: Günter Blank

Damit soll der Kahlfraß von Eichen mit möglichen weitreichenderen Folgen verhindert werden. Während am Donnerstag das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Sugenheim über Beweggründe und Ausführung der Spritzaktion informierte, forderte der Bund Naturschutz (BN)  den „Stopp des Schmetterlingssterbens im Wald“.

AELF-Leiter Dr. Ludwig Albrecht und die Biologin Dr. Gabriela Lobinger von der Abteilung Waldschutz der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) erläuterten den rund 15 erschienenen Waldbesitzern sowie Vertretern aus Behörden und der Politik das Vorhaben. Demnach soll im Landkreis in den Gemeindegebieten Dietersheim, Ipsheim, Sugenheim und Bad Windsheim das Insektizid Mimic die Population der Schwammspinnerraupen dezimieren. Summierte sich die im Kreis angedachte Bekämpfungsfläche zunächst auf 400 Hektar, so sind es – Stand Donnerstag – nur noch 300 Hektar. Gründe für die Reduzierung sind Auflagen beim hierzulande kaum bis gar nicht erprobten Einsatz von Mimic aus der Luft, naturschutzrechtliche Belange oder eben die Weigerung der Waldbesitzer. Die haben dieses Mal nämlich ein explizites Vetorecht: Bis zum 30. April können sie beantragen, ihren Wald von der Bekämpfung auszusparen. Bereits getan haben dies die Stadt Bad Windsheim und ein privater Eigentümer.

Dass allen Waldbesitzern das Recht eingeräumt wird, Nein zu sagen zum Gifteinsatz, resultiert laut Albrecht auch daraus, dass – im Gegensatz etwa zur großen Schwammspinnerplage 1993/94 – nicht mit der ganz großen Katastrophe zu rechnen sei, weil die Eichen aktuell von keinem weiteren Schädling massiv bedroht seien – etwa vom Eichenprozessionsspinner. Weil die Schwammspinner-Weibchen im ersten Jahr nach der Massenvermehrung kaum flugfähig seien, müsse kein Waldbesitzer befürchten, dass diese in großer Zahl aus einem unbegifteten Nachbarwald in sein Gebiet einfallen, zerstreute Ludwig Albrecht derarige Bedenken.

Schon von Amts wegen von der Bekämpfung ausgenommen sind beispielsweise Naturschutzgebiete und Naturwaldreservate ebenso wie Vorkommen beziehungsweise Lebensstätten stark gefährdeter, streng geschützter Arten. Gräfholz und Dachsberge oder das Kehrenberggebiet bei Bad Windsheim zum Beispiel sind damit ohnehin außen vor, wie Albrecht betont. „Wir wollen ja nicht das Kind mit dem Bade ausschütten“, deshalb würden die Naturschutzbelange berücksichtigt.

Neun der 30 betroffenen Waldbesitzer haben ihre Beteiligung an der Maßnahme zugesagt. Wer sich nicht äußert, über dessen Wald wird der Helikopter seine Giftfracht ablassen.

Vom Himmel regnen wird es dieses Mal eine Mimic-Lösung. Dr. Gabriela Lobinger stellte das selektiv gegen Schmetterlingsraupen als Fraßgift wirkende Präparat mit dem Wirkstoff Tebufenozid vor. Vereinfacht gesagt, gaukelt es den Raupen vor, größer zu sein, als sie es sind, mit dem Ergebnis, dass sie das Fressen einstellen und sich häuten. Im Ergebnis sind sie binnen weniger Tage tot. Bislang nur im Wein- und Obstbau per Bodengerät ausgebracht, soll Mimic nun erstmals aus der Luft versprüht werden.

Mimic ist laut Lobinger weder krebserregend, noch mutagen und für Bienen nicht gefährlich. Es schone andere Insekten und sei nicht schädlich für Säugetiere, Vögel, Fische und Algen. Leicht giftig sei es für Fisch-Nährtiere, weshalb ein Mindestabstand zu Oberflächengewässern eingehalten werden müsse.

Zum Abbau des Giftes nannte Gabriela Lobinger auf der Blattmasse eine durchschnittliche Halbwertszeit (HWZ) von 13 Tagen. Das heißt: Nach 13 Tagen ist die Hälfte des Giftes abgebaut, nach weiteren 13 Tagen die Hälfte des Verbliebenen und so weiter. Im Boden beträgt die HWZ sieben bis 66 Tage, im Wasser „unter 100 Tage“. Mimic reichere sich an organische Partikel an, habe aber keinen Einfluss auf Bodenmikroorganismen.

Verhaltensmaßregeln zur „Risikominimierung“ gibt es gleichwohl auch für die Menschen. „Die Behandlungsfläche darf bei der Maßnahme und bis zum Abtrocknen des Spritzbelages nicht betreten werden“, lautet die eine, „Kein Verzehr von Waldpilzen, Früchten und Waldkräutern für einen Zeitraum von drei Wochen“ die andere. Entsprechend werden die Einsatzgebiete beschildert und gesperrt.

Für den Diplom-Forstwirt Dr. Ralf Straußberger, Waldreferent beim Bund Naturschutz in Bayern, ist die Bekämpfungsaktion „vom Verfahren her absolut fragwürdig“ und „nicht seriös“, da Naturschutzbelange nicht beachtet würden – auch wenn er durchaus Verbesserungen im Vergleich zu früheren Gifteinsätzen sieht. Was in seinen Augen zum Beispiel komplett fehlt, ist eine „Fauna-Flora-Habitat-Verträglichkeitsprüfung“. Bei einem Pressetermin im Wald von Alexander Seitz bei Rüdisbronn wandten sich Straußberger und BN-Kreisvorsitzende Karin Eigenthaler gegen den ihrer Ansicht nach leichtfertigen Gifteinsatz in Unter- und Mittelfranken auf insgesamt rund 1400 Hektar Waldfläche. „Wir kritisieren, dass die Forstverwaltung das Insektensterben im Wald forciert, ohne dass sie bisher belegt hat, dass die flächigen Gifteinsätze überhaupt notwendig sind, um die Eichenwälder in ihrer Substanz zu erhalten“, sagte Straußberger. Dabei gelten die Eichenwälder als „die artenreichsten Waldgesellschaften, gerade bei Schmetterlingen und Insekten“. Der BN lobt zwar die Herausnahme zumindest der Naturschutz- und weiterer Gebiete aus der Bekämpfungskulisse, doch seien auch andere Eichenwälder Lebensraum von allein 400 Schmetterlingsarten. In vielen Waldgebieten aber sei das Vorkommen schlichtweg nicht bekannt, weil das Forstministerium diese nicht systematisch erfassen lasse. Schweinfurts BN-Vorsitzender Edo Günther sagt: „Wir halten es für unverantwortlich, wenn der Forst in derartig artenreichen Waldökosystemen einfach wegschaut, um dann zu behaupten, eine Begiftung sei möglich, weil kein Vorkommen schützenswerter oder seltener Arten bekannt ist.“

Bezüglich der aktuellen BekämpfungsKampagne bleibt den Naturschützern indes wohl nur die Hoffnung, der eine oder andere Betroffene möge noch sein Veto einlegen. Gelegenheit dazu besteht zumindest für die Waldbesitzer im hiesigen Landkreis noch bis zum kommenden Montag beim AELF in Uffenheim.

Günter Blank

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http://www.spiegel.de/fotostrecke/cartoon-des-tages-fotostrecke-142907-3.html

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siehe auch „INSEKTEN-STERBEN“ – „DIE WILD-BIENE“ – – „GIFT-ATTACKE“ im „EICHEN-WALD“

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„URSACHEN-FINDUNG“ STATT „SYMPTOM-HERUM-DOKTOREI“ – – – URSACHEN sind z.B. MONSANTO – BAYER und CO

WER PROFITIERTGIFT?!

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aus dem TEXT:……Waldbesitzer und Forstbehörden befürchten dennoch hohe Verluste. Naturschützer dagegen verurteilen den chemischen Präventivschlag als Überreaktion; sie empfehlen Gelassenheit. ……<<<(WENN sich GIER und PROFIT gegen ein „ökologisches BEWUßtSEINvorrangig entgegenstellen)>>>> …

…..Eichenwald in Bayern: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben„….

….Und eben Mimic. Dieses Mittel kommt aus dem Obst- und Weinbau, es soll nun gegen den Schwammspinner eingesetzt werden. Was es im Wald auf großer Fläche anrichtet, ist noch gar nicht untersucht worden……..

……Das Gift wirkt gegen sämtliche SchmetterlingsraupenKEINE gute Nachricht für die seltenen Arten, die sich den Lebensraum mit dem Schwammspinner teilen: den Eschenscheckenfalter, den Heckenwollafter, das WaldWiesenvögelchen, die Spanische Flagge.

All diese Raritäten sind heimisch in den lichten Eichenmischwäldern Frankens. Dieses Biotop ist ein artenreiches Schmetterlingsparadies. „Um die 400 Nachtfalter sind hier schon beobachtet worden“, sagt der Insektenkundler Matthias Dolek. „Und von den Tagfaltern stehen an die 40 Arten auf der Roten Liste.“……..

..Auch Wolfgang Weisser, Ökologe an der TU München, sieht das Risiko. Er findet aber, dass die Naturschützer es sich zu einfach machen. Auch wer einen Wald bewirtschafte, müsse das Recht haben, seinen Bestand zu schützen. „Oder man entschädigt ihn“, sagt Weisser, „falls er zugunsten der „Arten-VIELFALT“ auf Spritzmittel verzichtet.“…..<<<<(WIESO keineENTSCHÄDIGUNG“ – – – z.B.  das GELD für den „SPRÜHEINSATZ“ das  von „STEUERGELDERN“ kommmt???!!!)>>>>

……..Die Landwirtschaft, fürchtet Weisser, habe man als Naturraum wohl schon aufgegeben?!…..

…….„Das ist völlig abwegig“, widerspricht der Forstökologe Jörg Müller von der Universität Würzburg. Es gebe KEINERLEI Hinweise auf EXISTENZIELLE Gefahren durch Raupenfraß. „Hier geht es REIN um „WIRTSCHAFTLICHE“ Interessen. Um die Zukunft unserer Eichenmischwälder mache ich mir überhaupt keine Sorgen.“…..

…….Der Hubschraubereinsatz im Mai wird wiederSTEUER-GELDER“ kosten; hinzu kommt der Aufwand der laufenden Kontrollen: Förster suchen mühsam ihre Eichen ab, Stamm für Stamm, und zählen die Gelege des Schwammspinners.

Der Forstökologe Müller hätte eine bessere Verwendung für das viele Geld, das der Abwehrkampf verschlingt: „Man könnte damit die Waldbesitzer entschädigen“, sagt er, „falls ihnen doch mal ein paar Eichen eingehen.“………

http://www.spiegel.de/spiegel/sollen-insektizide-gegen-schwammspinner-raupen-eingesetzt-werden-a-1204330.html

Schwammspinner-Raupen

Großangriff auf die deutsche Eiche

Millionen Schwammspinner-Raupen rüsten sich in diesem Frühjahr zum Kahlfraß. Forstbehörden wollen vorsorglich Insektizide verspritzen – Naturschützer warnen vor dem Gifteinsatz. Wer hat recht?

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

imago

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

Bald sollen Hubschrauber aufsteigen über den Wäldern der Fränkischen Platte. An Bord haben sie Tanks, gefüllt mit Insektengift. Auf den Flugkarten der Piloten sind gut 60 Zielgebiete eingetragen.

Die Gegner haben sich konzentriert in der Gegend um Schweinfurt, Kitzingen, Uffenheim. Dort sitzen sie in den Bäumen, kaum zentimetergroß und bewaffnet nur mit Kauwerkzeugen: die haarigen Raupen des Schwammspinners, eines unscheinbaren Schmetterlings.

Es sind hübsche Krabbler, in den kommenden Wochen werden sie sich mit blauen und roten Wärzchen schmücken. Wenn sie Schrecken verbreiten, dann durch ihre Zahl. Zu Abermillionen treten die Raupen mitunter auf den Plan – und sie lieben Eichen. Gefräßig wie der Schwammspinner ist, kann er ganze Wälder entlauben.

Die Bayerische Forstverwaltung will das unbedingt verhindern. Deshalb ist für Mai in Franken ein großer Helikoptereinsatz geplant. Insgesamt rund 1300 Hektar sollen aus der Luft besprüht werden. Auf diesen Flächen, heißt es, seien die Eichen in höchster Gefahr.

Der Schmetterling lebt über Jahr und Tag weitgehend unauffällig. Er mag es warm und trocken, die lichten Eichenmischwälder Frankens sagen ihm von jeher zu. Aber wenn die Lage besonders günstig ist, kann die Population binnen drei, vier Jahren stetig zunehmen – bis sie am Ende schier explodiert. Dann wimmelt es im Wald von hungrigen Raupen. Eine jede von ihnen vertilgt einen Quadratmeter Eichenlaub.

Zu Fuß kommen die Krabbler nicht weit, aber bei kräftigem Wind lassen sie sich einfach davonwehen wie Pusteblumen. Dank ihrer langen, feinen Haare schweben sie oft über Hunderte Meter. Zudem können sie Fäden als Hilfssegel spinnen.

So manches haarige Flugobjekt erreicht, mit Glück, eine noch unberührte Eiche. Auf diese Weise kann der Schwammspinner beträchtliche Areale abweiden.

Vor allem in Süddeutschland kommt es gelegentlich zu einer Massenvermehrung. In Bayern steht das Spektakel offenbar kurz bevor. Aber im Zuge des Klimawandels dürfte der Laubfresser weiter nach Norden vordringen.

Früher oder später stellt sich dann überall, wo es Eichen gibt, eine Grundsatzfrage: Darf der Wald mit Insektiziden eingenebelt werden wie ein Maisfeld? Und zwar einfach so, nur zur Sicherheit?

Denn nach jeder Massenvermehrung bricht die Population von selbst wieder zusammen. Gesunde Eichen überleben den Kahlfraß in der Regel, sie treiben wenig später neu aus. Sofern es zu Schäden kommt, sind diese schwer zu beziffern.

Waldbesitzer und Forstbehörden befürchten dennoch hohe Verluste. Naturschützer dagegen verurteilen den chemischen Präventivschlag als Überreaktion; sie empfehlen Gelassenheit.

Nicht immer ist das einfach. Die erste Großattacke des Schwammspinners ereignete sich 1993, nach vier warmen Frühsommern in Folge. Millionen Raupen überfielen die Wälder in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg, sie fraßen großflächig die Eichen kahl. Von „Horrorraupen“ orgelte damals die „Bild„-Zeitung: „Schwammspinner rotten die deutsche Eiche aus.“

Als die Bestände geplündert waren, marschierten hungrige Raupen in benachbarte Weinberge ein. Nahe Ebelsbach im Maintal lag ein Zentrum der Massenvermehrung; die Feuerwehr hob dort Abwehrgräben gegen die Invasoren aus. Die Raupen machten sich über Gärten her, krochen an Fassaden empor, vereinzelt drangen sie sogar in Häuser ein: „Jetzt greifen sie auch Menschen an. Sie kriechen dir in die Hosen, du hast sie in den Haaren“ („Bild„).

Eichenwald in Bayern: "Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben"

Johannes Voith / Bayerisches Landesamt für Umwelt

Eichenwald in Bayern: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben

Auch der Frankfurter Stadtwald fiel damals an die haarigen Heerscharen. Auf Spaziergänger rieselten Kotkügelchen herab, groß wie Pfefferkörner. Die Medien sprachen von einer biblischen Plage.

Im Zuge dieses Naturschauspiels ließen die Förster allein in Bayern auf rund 23.000 Hektar Gift spritzen, das sind 230 Quadratkilometer. Angeblich ging es um die „Rettung der Bestände“. Umweltschützer waren empört, Insektenforscher organisierten eine Unterschriftenaktion.

Seit damals kokelt der Konflikt um den Schwammspinner. Für die Bayerische Forstverwaltung steht auch heute noch außer Frage, dass gespritzt werden muss. In diesem Jahr kommt das Fraßgift Mimic zum Einsatz. Nimmt die Raupe es auf, wird sie quasi chemisch umprogrammiert. Sie hört auf zu fressen, beginnt sich vorzeitig zu häuten und geht daran zugrunde.

Das Mittel der Wahl hieß bisher Dimilin, es bewirkte, dass die Raupen aufplatzten. Aber die Zulassung des Dimilin lief 2014 aus, an einer Verlängerung ist der Hersteller nicht interessiert. Nun bleibt den Forstleuten nicht mehr viel – außer dem berüchtigten Karate Forst, das aber wohl niemand ernsthaft erwägt, weil es praktisch alle Insekten vernichtet.

Und eben Mimic. Dieses Mittel kommt aus dem Obst- und Weinbau, es soll nun gegen den Schwammspinner eingesetzt werden. Was es im Wald auf großer Fläche anrichtet, ist noch gar nicht untersucht worden.

Sicher ist nur: Das Gift wirkt gegen sämtliche Schmetterlingsraupen – keine gute Nachricht für die seltenen Arten, die sich den Lebensraum mit dem Schwammspinner teilen: den Eschenscheckenfalter, den Heckenwollafter, das WaldWiesenvögelchen, die Spanische Flagge.

All diese Raritäten sind heimisch in den lichten Eichenmischwäldern Frankens. Dieses Biotop ist ein artenreiches Schmetterlingsparadies. „Um die 400 Nachtfalter sind hier schon beobachtet worden“, sagt der Insektenkundler Matthias Dolek. „Und von den Tagfaltern stehen an die 40 Arten auf der Roten Liste.“

Wenn deren Raupen gerade in der besprühten Zone fressen, haben sie Pech gehabt. Zudem soll auch in ausgewiesenen FaunaFloraHabitaten gespritzt werden, die nach EU-Recht geschützt sind. Die Forstleute versichern aber, das Gift sei so gering dosiert, da würden schon genügend Exemplare überleben. Das ist ein Spiel mit dem Feuer“, widerspricht Dolek. Er befürchtet, dass „mit jedem Spritzen einzelne Arten verloren gehen“.

Auch Wolfgang Weisser, Ökologe an der TU München, sieht das Risiko. Er findet aber, dass die Naturschützer es sich zu einfach machen. Auch wer einen Wald bewirtschafte, müsse das Recht haben, seinen Bestand zu schützen. Oder man entschädigt ihn“, sagt Weisser, falls er zugunsten der Artenvielfalt auf Spritzmittel verzichtet.“

Den Forscher wundert, wie unterschiedlich Wald- und Landwirtschaft behandelt werden. „Ein Bauer kann zwischen rund 300 erlaubten Pflanzenschutzmitteln wählen“, sagt er. „Dem Förster bleiben gerade mal zwei oder drei. Und deren Anwendung ist genau reguliert.“

Die Landwirtschaft, fürchtet Weisser, habe man als Naturraum wohl schon aufgegeben. Umso dringender nun das Bedürfnis, den Wald als reines Refugium zu verklären. So komme es, dass Naturschützer kategorisch jedes Insektizid im Wald ablehnen. „Die Forstwirtschaft wiederum kämpft um das Recht zu spritzen an sich“, sagt Weisser. Es gehe also, typisch für den Wald, wieder mal ums Prinzip. Viel Interesse an Details und Fakten sei da nicht zu erwarten: „Beide Seiten wissen ja schon vorher Bescheid.“

Die zuständige Forstbehörde warnt vor einem regelrechten Eichensterben, sollte der Schwammspinner über mehrere Jahre in Folge angreifen. Einmaligen Kahlfraß würden die meisten Eichen noch überstehen. Sie treiben dann neu aus, nur ihr Zuwachs fällt in dem Jahr geringer aus. Bereits geschwächte Bäume jedoch seien in Gefahr – zumal wenn Folgeprobleme wie etwa der Eichenmehltau ihnen zusetzen.

„Wir wissen vorher nicht, wie es kommt“, sagt Ralf Petercord von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). „So ein Risiko können wir nicht eingehen.“ Werde gar nicht gespritzt, seien letzten Endes die gesamten befallenen Eichenbestände bedroht – und damit auch der Lebensraum vieler seltener Arten.

„Das ist völlig abwegig“, widerspricht der Forstökologe Jörg Müller von der Universität Würzburg. Es gebe keinerlei Hinweise auf existenzielle Gefahren durch Raupenfraß. „Hier geht es rein um wirtschaftliche Interessen. Um die Zukunft unserer Eichenmischwälder mache ich mir überhaupt keine Sorgen.“

Müller wirft der LWF vor, sie wolle mit dem Schreckgespenst des Schwammspinners eine „Drohkulisse“ aufbauen: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben.“

In der Tat geht es bei der Bekämpfung nur nach der gefühlten Gefahr. Gesicherte Fakten gibt es kaum. Niemand kann sagen, inwieweit der Wald Schaden nähme, wenn weniger gespritzt würde – oder auch gar nicht.

Unbestritten ist, dass die Invasionen des Schwammspinners früher oder später von selbst zusammenbrechen. Wo die Nahrung knapp wird, fallen neu geschlüpfte Tiere eher klein und kränklich aus – leichte Beute für diverse Bakterien, Pilze und vor allem Viren. Die meisten Schwammspinner werden von Epidemien hinweggerafft.

Den Rest erledigen Fressfeinde. Mehr als 150 Arten von Raubparasiten lauern auf die nahrhaften Raupen. Brackwespen und Raupenfliegen legen ihre Eier in die Leiber oder zwischen die Haare. Der Große Puppenräuber, ein Laufkäfer, kann in einer einzigen Saison Hunderte Krabbler vertilgen.

In normalen Zeiten halten diese Gegenspieler den Schwammspinner gut in Schach. Gelingt ihm alle paar Jahre eine Massenvermehrung, dann ist er seinen Verfolgern quasi nur für kurze Zeit entwischt. Aber das Glück durch Überzahl hält nicht lange an: Bald schwillt – etwas zeitversetzt – auch die Menge der Feinde bedrohlich an. Diese profitieren von der nun überreich verfügbaren Beute.

Kurz nach dem Höhepunkt seiner Vermehrung blickt der Schmetterling also schon wieder in den Abgrund: Seuchen gehen um, die Eichen sind allesamt kahl gefressen und ringsum eine Übermacht von Gegnern. Myriaden von Raubparasiten suchen nun den Wald ab, sie spüren die Raupen auf bis in die letzten Winkel.

So wird der Schwammspinner verheerend dezimiert – und auf Jahre hinaus großflächig geschwächt.

Was bewirkt es da, wenn der Mensch frühzeitig mit Spritzmitteln eingreift? Macht er dadurch vielleicht sogar alles noch schlimmer? Denn mit den gefräßigen Raupen zerstört er ja auch die gerade anlaufende Konjunktur ihrer Gegenspieler – umso schneller könnte sich die überlebende Population der Schwammspinner wieder regenerieren.

Das klingt plausibel, aber mangels Daten ist es bislang nur eine Theorie. In dieser Lage helfen allein Experimente weiter. Grundlegende Fragen wären zu klären: Welchen Effekt hat das Spritzen? Und was geschieht mit den Eichen, wenn man sie einfach dem Kahlfraß überlässt?

Auch der Würzburger Forstökologe Müller fordert, die klaffende Forschungslücke endlich zu schließen. Es wäre keine Hexerei. Man müsste paarweise eine Reihe von geeigneten Flächen bestimmen: ökologisch jeweils vergleichbar und gleich stark befallen. Die einen behandelt man, die anderen nicht.

„Und wenn dabei herauskommt, dass der Einsatz von Insektiziden sinnvoll ist“, sagt Müller, „dann wäre ich der Letzte, der dagegen ist.“ Es gehe aber nicht an, bei derart wackeliger Evidenz die Schmetterlinge in den Eichenmischwäldern mit fragwürdigen Mitteln wegzuspritzen: „Das ist einer der artenreichsten Lebensräume, die wir in Deutschland noch haben.“

Die Forstbehörde sei für solche Studien im Prinzip offen, sagt LWF-Experte Petercord. Geschehen ist aber in den vergangenen Jahrzehnten nichts dergleichen.

So bleibt wohl vorerst alles beim Alten. Der Hubschraubereinsatz im Mai wird wieder Steuergelder kosten; hinzu kommt der Aufwand der laufenden Kontrollen: Förster suchen mühsam ihre Eichen ab, Stamm für Stamm, und zählen die Gelege des Schwammspinners.

Der Forstökologe Müller hätte eine bessere Verwendung für das viele Geld, das der Abwehrkampf verschlingt: „Man könnte damit die Waldbesitzer entschädigen“, sagt er, „falls ihnen doch mal ein paar Eichen eingehen.“

Als im August vorigen Jahres der Sturm „Kolle“ viele Fichten im Bayerischen Wald umwarf, bekamen die geschädigten Waldbesitzer unbürokratisch 100 Millionen Euro an Soforthilfe zugesprochen. „Und das für eine Risikobaumart, bei der jeder weiß, dass sie mit unserem Klima Probleme bekommt“, sagt Müller. „Da sollten uns auch die Eichenmischwälder mit ihrer Vielfalt an Insekten ein bisschen mehr Geld wert sein.“

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JETZT MAL TACHELES „MERKEL/KLÖCKNER“  CDU/CSU – TATEN STATT WARTEN und „AUS-SITZEN“???!!! – –  WANN ist der „ENDLICH-VORBEI-TERMIN“ für „GLYPHOSAT/MONSATAN“

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/svenja-schulze-legt-plan-zum-insektenschutz-vor-a-1205941.html

Weniger Pestizide, kleinere Felder

Umweltministerium legt Plan zum Insektenschutz vor

Umweltministerin Schulze will das Insektensterben bekämpfen. In einem Aktionsprogramm fordert sie mehr Forschung und eine umweltfreundlichere Landwirtschaft. Umsetzen kann sie allein aber nichts.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in einem Wildbienen-Schaugarten in Berlin-Treptow
Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in einem WildbienenSchaugarten in BerlinTreptow
DPA

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in einem Wildbienen-Schaugarten in Berlin-Treptow
Donnerstag, 03.05.2018 10:17 Uhr

 

Weniger Pflanzenschutzmittel, mehr Hecken und Wildpflanzen, kleinere Felder: Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die deutsche Landwirtschaft insektenfreundlicher machen.

Das „Aktionsprogramm Insektenschutz„, dessen Eckpunkte die SPD-Politikerin am Mittwoch vorlegte, soll Dünger und Pflanzenschutzmittel auf den Feldern reduzieren und die Lebensräume von Bienen und anderen Insekten erweitern.

„Wir erleben ein dramatisches Insektensterben, das die Natur insgesamt aus dem Gleichgewicht bringt„, sagte Schulze. „Es geht nicht nur um die Honigbiene, gefährdet sind vor allem Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.“

Mehr Grünland, Hecken und Wildpflanzen

Das Aktionsprogramm soll dazu beitragen, den Einsatz von Pestiziden vor allem in ökologisch empfindlichen Gebieten zu verringern und „wo möglich zu verbieten„. Wie es in dem siebenseitigen Papier weiter heißt, sollen „großflächige Strukturen in der Landbewirtschaftung aufgelöst und neue Lebensräume und Verbindungskorridore für Insekten in der Kulturlandschaft geschaffen werden“.

Der Anteil von Grünland, Hecken und Wildpflanzen soll demnach zunehmen. Die Regeln für das Düngen will Schulze weiter verschärfen. Auch die sogenannte Lichtverschmutzung will sie angehen und Empfehlungen für „insektenfreundliche Beleuchtungslösungen“ ausgeben. Helle Lichter in der Dunkelheit schaden nachtaktiven Insekten.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD mehr Insektenschutz angekündigt und sich auch vorgenommen, den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat einzuschränken „mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden„. Dort ist auch angekündigt, die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln transparenter zu machen.
Glyphosat – Das Wichtigste im Überblick
Krebserregend oder nicht krebserregend?
Behörden weltweit haben die Risiken von Glyphosat für die Bevölkerung bei sachgemäßer Anwendung geprüft. Zu einem Ergebnis, dass der Stoff nicht krebserregend ist, kommen unter anderem:

das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa)
die US-amerikanische Umweltbehörde EPA
die kanadische Bewertungsbehörde Pest Management Regulatory Agency (PMRA)
die australische Bewertungsbehörde Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority (APVMA)
die japanische Food Safety Commission
die neuseeländische Umweltbehörde EPA
das Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und
die Europäische Chemikalienagentur (ECHA)

Die Krebsagentur IARC der WHO kam 2015 dagegen zu dem Schluss, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Die Institution untersucht allerdings nur, ob ein Stoff grundsätzlich in der Lage ist, Krebs auszulösen. Sie bewertet nicht, wie groß diese Gefahr ist und ob ein konkretes Risiko für die Bevölkerung besteht. So stuft die IARC auch den Friseurberuf und den Konsum heißer Getränke als „wahrscheinlich krebserregend“ ein, Sonnenstrahlen und Alkohol als „sicher krebserregend“.

Forschung ausweiten

Umweltministerin Schulze will für Land– und Forstwirte, aber auch für Kommunen neue Anreize für eine „an die Bedürfnisse von Insekten angepasste Bewirtschaftung“ schaffen. Sowohl EUGelder als auch nationale Mittel sollen demnach mehr als bisher den Insektenschutz fördern, zudem regt sie Modellprojekte und Wettbewerbe an. Die Forschung über Insekten und ihre Verbreitung soll ausgeweitet werden, unter anderem ist ein bundesweit einheitliches Insektenmonitoring geplant.

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Kai Niebert, lobte Schulzes Vorschlag als „ambitioniertes MaßnahmenPaket„, das das Zeug habe, „dem Insektensterben in Deutschland noch in dieser Legislaturperiode Einhalt zu gebieten„. Die entscheidende Frage sei aber, ob Schulze auf die Unterstützung der Kabinettskollegen und insbesondere der Agrarministerin hoffen könne.

„Das Insektensterben ist real und dramatisch„, sagte Niebert. „Die Bundesregierung sollte daher alles daran setzen, die Angelegenheit an die ganz große Glocke zu hängen, damit aus einem guten Entwurf auch ein großer Wurf wird.“

Die Grünen reagierten zurückhaltender. „Schulzes Programm enthält viele richtige Feststellungen und Schlussfolgerungen, aber leider kaum konkrete, geschweige denn neuartige Maßnahmen“, sagte Harald Ebner, der sich in der Partei um Agrarthemen kümmert. Unter anderem wünschen sich die Grünen ein Ausstiegsdatum für Glyphosat. Agrarpolitik sei „leider nicht die Baustelle von Svenja Schulze„, sondern von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Ohne grundlegenden Kurswechsel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft blieben alle Aktionsprogramme Flickwerk.

Der Bauernverband (DBV) teilte mit, der Schutz von Bestäubern und anderen Insekten sei auch im Interesse der Landwirte und müsse als „gesellschaftliche Aufgabe“ erkannt werden. Vizegeneralsekretär Udo Hemmerling merkte an, die geplanten Maßnahmen müssten „praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig“ sein. Der Verband begrüßte eine wissenschaftlich fundierte Ursachenanalyse des Insektenschwunds.

jme/dpa

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