„CRISPR/Cas“ – „Genome-EDITING“ – „GEN-SCHERE“ – – – „25 JULI 2018“ – „EUGH“ Europäische Gerichtshof äussert sich zur RECHTLICHEN Einstufung „neuer gentechnischer Verfahren“ //// „WAHL-FREIHEIT“ und „VORSORGE-PRINZIP“ – ?“Koalitions-Vertrag“? /// „Aktion FOODprint“ – Rapunzel – – – „Hunderttausend Menschen“ fordern Essen „OHNE Gen-Technik“ /// MONSANTO/GLYPHOSAT – „KALIFORNIEN“ – „ZIVIL-PROZESS“ //// „HIGH-TECH“ – „ROHSTOFF-RÄUBER“ – „seltene-ERDEN“ /// „INDONESIEN“ – „PALM-ÖL“ /// „NSU“

 

siehe auch „GENOME-EDITING“ – „GEN-SCHERE“ – „CRISPR/Cas“

BEHÖRDEN kommen innerhalb weniger MONATE zu UNTERSCHIEDLICHEN ERGEBNISSEN???!!!

aus dem TEXT:…Bleibt die Frage, warum Behördenvertreter, die sich teilweise seit Jahrzehnten mit gentechnischen Veränderungen beschäftigen, binnen weniger Monate so unterschiedliche Einschätzungen veröffentlichen….

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33300/#gsc.tab=0

Deutsche Behörden bestätigen: Genome Editing ist nachweisbar

16.07.2018

Behörden BVL
Eingang zum Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin(Quelle: BVL, Gloger)

Eingriffe mit Gentechnik-Scheren wie CRISPR/Cas in das Erbgut von Pflanzen lassen sich nachweisen. Das ergab eine von Monsanto gesponserte Konferenz über Biosicherheit. Daraus folgt: Pflanzen, die mit neuen gentechnischen Verfahren verändert wurden, können sehr wohl eigens reguliert werden.

Zahlreiche Organisationen und Unternehmen, unterstützt von der großen Mehrheit der Bevölkerung, verlangen von Bundesregierung und EU-Kommission, neue gentechnische Verfahren ohne Ausnahmen nach dem EU-Gentechnikrecht zu regulieren. Gentechnikkonzerne, Pflanzenzüchter und Fachbehörden hatten bisher argumentiert, dies sei nicht möglich, weil sich die Veränderungen durch neue gentechnische Verfahren wie CRISPR/Cas in vielen Fällen nicht von natürlichen Mutationen und herkömmlicher Züchtung unterscheiden ließen. Dieses Argument ist schlichtweg falsch, wie ein Fachartikel darlegt, auf den die Organisation Testbiotech aufmerksam machte.

Geschrieben haben den Beitrag drei Mitarbeiter des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des bundeseigenen Julius-Kühn-Instituts (JKI). Sie berichten darin von den Ergebnissen des 14. Symposiums über die Biosicherheit gentechnisch veränderter Organismen (GVO). Diese zweijährliche Veranstaltung wird von der industrie-finanzierten International Society for Biosafety Research (ISBR) organisiert und von Monsanto und dem weltweiten Pestizidherstellerverband Crop Life gesponsert.

In ihrem Beitrag schreiben die Behördenvertreter, dass die meisten Eingriffe mit Genome Editing eine klare Signatur im Erbgut hinterlassen. Werde diese Signatur durch den Entwickler offengelegt, könne mit der gleiche Technologie wie bei herkömmlicher Gentechnik die Veränderung nachgewiesen und das Produkt überwacht werden. „Zusammengefasst: Die Nachweisbarkeit von genomeditierten Produkten, die auf den Markt kommen, unterscheidet sich nicht wesentlich von denen anderer gentechnisch veränderter Organismen“, heißt es in dem Bericht.

Noch im März 2018 hatten die Fachbehörden des Bundeslandwirtschaftsministeriums einen Bericht zu den neuen gentechnischen Verfahren vorgelegt, an dem die drei Mitarbeiter von BVL und JKI maßgeblich beteiligt waren. Anders als in dem oben genannten Bericht schreiben die Behördenexperten hier, dass das Genome Editing generell keine spezifischen Spuren im Genom hinterlasse, die Rückschlüsse auf die verwendete Technik zuließen. Deshalb kamen sie zu dem Ergebnis: „Ob nachgewiesene genetische Veränderungen durch Techniken des Genome Editing oder andere Techniken erzeugt wurden, ist nicht zweifelsfrei zu klären.“ Bleibt die Frage, warum Behördenvertreter, die sich teilweise seit Jahrzehnten mit gentechnischen Veränderungen beschäftigen, binnen weniger Monate so unterschiedliche Einschätzungen veröffentlichen.

Unverändert treten die Behördenexperten für eine weitgehende Deregulierung des Genome Editing ein. In beiden Berichten plädieren sie – ebenso wie die Gentechnikkonzerne – dafür, die neuen Verfahren zur Veränderung des Erbgutes nicht als Gentechnik einzuordnen, wenn keine zusätzlichen Gene eingefügt werden. In ihrem neuen Aufsatz begründen die deutschen Behördenvertreter dies insbesondere mit möglichen Handelshindernissen. Sich widersprechende Regulierungen von Produkten, die mit Genome Editing hergestellt wurden, würden den Welthandel stören und Regelungen der Welthandelsorganisation WTO widerspechen. Dass die USA und die EU herkömmliche GVO sehr unterschiedlich regulieren und die große Mehrheit der Menschen in der EU und insbesondere in Deutschland diese auf dem Vorsorgeprinzip basierende EU-Regulierung begrüßen, erwähnen die Behördenvertreter nicht. [lf]

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aus dem TEXT:…..Am 25. Juli 2018 will sich der Europäische Gerichtshof zur rechtlichen Einstufung neuer gentechnischer Verfahren äußern. Auf dieser Grundlage entscheiden EUKommission und die Mitgliedstaaten darüber, ob und wie sie diese künftig regulieren. [lf]

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33281/#gsc.tab=0

Verbände-Resolution: Neue gentechnische Verfahren als Gentechnik regulieren

03.07.2018

Labor DNA Forschung
Ein DNA-Forschungslabor des US-Energieministeriums (Foto: Lawrence Berkeley Nat’l Lab – Roy Kaltschmidt, DNA Analyzers at the Joint Genome Institute, http://bit.ly/1tvPZ15, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0)

Alle Verfahren, die unter Begriffen wie GenomEditing, zielgerichtete Mutagenese oder neuere Mutagenese-Verfahren firmieren, sollten als Gentechnik reguliert werden. Das fordern 21 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz in einer Resolution von den Abgeordneten im Bundestag und im Europäischen Parlament.

Die Organisationen argumentieren, dass auch die neuen Verfahren technische Eingriffe direkt auf der Ebene der DNA vornehmen und das Erbgut verändern. Dabei könnten die biologischen Eigenschaften von Organismen grundlegend verändert werden, etwa indem ganze Stoffwechselwege ausgeschaltet würden, heißt es in der Resolution. Werkzeuge wie GenScheren würden DNA-Abschnitte über ihre eigentlichen Zielregionen hinaus verändern und seien deshalb nicht mit herkömmlicher Züchtung oder spontaner Mutagenese vergleichbar. „Selbst wenn ein gentechnischer Eingriff möglicherweise gezielter erfolgt, bedeutet das nicht, dass er sicherer ist. Die Auswirkungen der DNA-Veränderungen lassen sich – angesichts der Komplexität des Genoms und seiner Wechselwirkungen mit anderen Elementen der Zelle und mit der Umwelt – nicht voraussagen“, schreiben die Organisationen.

Für sie ergibt sich daraus zwingend, dass die neuen Gentechnik-Verfahren und die mit ihnen erzeugten Organismen nach dem EU-Gentechnikrecht als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) eingestuft und entsprechend reguliert werden müssen. Auch folge aus dem Vorsorgeprinzip die Pflicht, alle neuen gentechnischen Verfahren allein aufgrund ihrer Neuheit und fehlender Risikobewertung nach dem geltenden Gentechnikrecht zu regulieren.

„Der Gesetzgeber hat gerade bei der Gentechnik eine besondere Sorgfaltspflicht. Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen muss stets Vorrang vor den Interessen der Industrie haben“, sagte der Vorsitzende des Umweltverbandes BUND, Hubert Weiger. Martin Schulz, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), wies auf die zunehmende Nachfrage nach gentechnikfreien tierischen Lebensmitteln hin. Die Landwirte hätten sich mit qualitätsorientierten, gentechnikfreien Lebensmitteln ein großes Vertrauen bei den Verbrauchern erarbeitet. „Das darf nicht durch neue Risikotechnologien aufs Spiel gesetzt werden.“, sagte Schulz. „Wir fordern die Abgeordneten auf, zum Schutz von Verbrauchern, Unternehmen und Umwelt, das Vorsorgeprinzip konsequent anzuwenden“, erklärte Felix Prinz zu Löwenstein, der Vorsitzende des Bio-Dachverbands BÖLW und erinnerte: „Dazu hat sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag verpflichtet.“

Am 25. Juli 2018 will sich der Europäische Gerichtshof zur rechtlichen Einstufung neuer gentechnischer Verfahren äußern. Auf dieser Grundlage entscheiden EUKommission und die Mitgliedstaaten darüber, ob und wie sie diese künftig regulieren. [lf]

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om/watch?v=i7QP_j6gx4Y

Risiken der Gen-Technik: „CRISPR-PILZE“ – ein mögliches Zukunfts-Szenario

 

 

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https://www.testbiotech.org/node/2239

Risiken der neuen Gentechnik: der „CRISPR-Giftpilz“

Testbiotech veröffentlicht Video-Clip über mögliches Zukunftsszenario

18. Juli 2018 / Testbiotech veröffentlicht heute einen Video-Clip, in dem es um den ersten Speisepilz geht, der mithilfe der Gen-Schere CRISPR in seinem Erbgut verändert wurde. Er ist weltweit der erste derartige Organismus, der zur Verwendung als Lebensmittel zugelassen wurde: Die US-Behörden gaben ihn 2016 als sicher zur Vermarktung frei. Da keine zusätzlichen Gene eingefügt wurden, verzichteten die Behörden auf eine eingehende Risikoprüfung. Er ist bisher allerdings noch nicht auf den Markt gelangt.

Der Clip soll auf eine dramatische Entwicklung im Bereich der Gentechnik aufmerksam machen: Mithilfe neuer Werkzeuge wie der Gen-Schere CRISPR-Cas, die billiger und effizienter sind als bisherige Gentechnik-Methoden, sollen weit mehr Pflanzen und Tiere innerhalb kürzerer Zeiträume gentechnisch verändert werden, als das bisher der Fall war. Das technische Potential des Genome Editing geht dabei weit über das der bisherigen Gentechnik hinaus: Auch radikale Veränderungen des Erbgutes und die Verwendung synthetischer Gene, die keine natürliche Vorlage haben, sind jetzt möglich. Manche Veränderungen hingegen sollen besonders klein und punktgenau sein. Um diese „kleinen“ Eingriffe ins Erbgut, bei denen keine zusätzlichen Gene eingefügt werden, geht es im Video-Clip.

Der Pilz wurde mit dem CRISPR-Verfahren so verändert, dass er nach dem Schneiden und bei der Lagerung langsamer braun werden soll. Damit wirkt er frischer, als er eigentlich ist. Um dies zu erreichen, wurden mit der Gen-Schere CRISPR mehrere Kopien eines spezifischen Gens im Erbgut der Pilze zerstört. Dieses Gen dient der Bildung eines Enzyms, das an der Braunfärbung der Pilze und somit an den natürlichen Abbauprozessen beteiligt ist. Es wurden also keine zusätzlichen Gene eingeführt, sondern mehrere Kopien eines vorhandenen Gens zerstört.

Der Film macht anschaulich, dass es auch dann erhebliche Unterschiede zwischen der herkömmlichen Züchtung und den Methoden des Genome Editing gibt, wenn keine zusätzlichen Gene ins Erbgut eingefügt werden. Der Einsatz von Gen-Scheren wie CRISPR unterliegt nicht im selben Ausmaß wie die herkömmliche Züchtung den natürlichen Kontrollmechanismen von Vererbung und Fortpflanzung. Anders als bei der konventionellen Züchtung werden beim Genome Editing alle Kopien eines spezifischen Gens gleichzeitig verändert. Bei der herkömmlichen Züchtung bleiben dagegen in der Regel „Sicherheitskopien“ der Gene im Erbgut erhalten.

Genome Editing hinterlässt so ein spezifisches Muster der Gen-Veränderung im Erbgut. Im Resultat können auf diese Weise Pflanzen und andere Organismen entstehen, die sich nicht nur in ihrer Genstruktur, sondern auch in ihren biologischen Eigenschaften und ihren Risiken deutlich von denen aus konventioneller Züchtung unterscheiden.

Im Film erkranken Menschen nach dem Verzehr der neuen GentechnikPilze an Durchfall, empfindliche Bevölkerungsgruppen (Kinder, ältere Menschen) sind demnach besonders betroffen. Ausgangspunkt für unser Szenario ist eine einfache Überlegung: Die Bräunung der Pilze hat etwas mit den natürlichen Abbauprozessen zu tun. Diese könnten auch bei der Verdaulichkeit der Pilze eine Rolle spielen. Wird also ein Enzym ausgeschaltet, das zur Bräunung führt, kann dies auch Auswirkungen auf die Nahrungsmittelqualität der Pilze haben. Fazit: Im Fall des CRISPR-Pilzes müsste untersucht werden, ob sich durch den Eingriff in die Gene auch der Stoffwechsel der Pilze unbeabsichtigt verändert hat. Die Untersuchung der Risiken darf sich also nicht auf die Veränderung der DNA und die Frage, ob zusätzliche Gene eingefügt wurden, beschränken. Vielmehr müssen auch die Inhaltsstoffe der Pilze untersucht werden. Da dies in den USA vor der Zulassung aber nicht erfolgte, sind zur Lebensmittelsicherheit der Pilze kaum konkrete Aussagen zu treffen.

Das im Video dargestellte Zukunftsszenario ist also, ausgehend vom aktuellen wissenschaftlichen Stand der Dinge, theoretisch möglich. Wie wahrscheinlich es aber tatsächlich ist, kann wegen des weitgehenden Mangels an verlässlichen Daten niemand sagen. Und genau darin liegt das Problem. Testbiotech spricht sich deswegen dafür aus, diese Pflanzen einer verpflichtenden Risikobewertung nach dem Gentechnikrecht zu unterziehen, bevor über eine Zulassung entschieden wird.

Die Industrie und verschiedene AnwenderInnen und EntwicklerInnen wollen dagegen erreichen, dass Pflanzen und Tiere mit „kleinen“ Veränderungen im Genom keine Zulassungsverfahren durchlaufen und nicht auf Risiken geprüft werden müssen, wenn dabei keine neuen Gene in das Erbgut eingefügt werden.

Wird auf eine Zulassungsprüfung verzichtet, müssen die Firmen auch keine Daten zur Risikoprüfung vorlegen. In der Folge können unabhängige ExpertInnen die tatsächlichen Risiken nicht untersuchen. Verzichtet man zudem auf eine Kennzeichnung, haben die VerbraucherInnen keine Wahlfreiheit.

Weitere Informationen:
www.testbiotech.org/gentechnik-grenzen/pilz/basistext
www.testbiotech.org/gentechnik-grenzen/was-ist-gentechnik
www.testbiotech.org/Genome-editing-und-mutagenese

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33306/#gsc.tab=0

Hunderttausend Menschen fordern Essen ohne Gentechnik

18.07.2018

Aktion FOODprint bei der Arbeit
Aktion FOODprint bei der Arbeit-+-Foto: Rapunzel Naturkost, Fachmesse BioSüd, Oktober 2017

Über 108.000 Menschen haben mit ihrem Fuß- und Handabdruck oder einer Unterschrift bekräftigt, dass sie keine Gentechnik auf dem Acker und dem Teller wollen. Vertreter der Bio-Bewegung übergaben die bunt bedruckten Stoffbahnen und Unterschriftenlisten der Initiative FOODprint an Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Gestartet wurde FOODprint im September 2017 vom Naturkosthersteller Rapunzel. Rund 30 Unternehmen und Verbänden aus der Bio-Bewegung unterstützten die Initiative, bei der die Menschen mit bunten Fuß- oder Handabdrücken – oder nur mit Unterschriften – ihren Wunsch nach gentechnikfreien Lebensmitteln ausdrücken konnten. Verbunden mit der Aktion war ein Positionspapier mit mehreren Forderungen: Neue Gentechnik-Verfahren sollen „genauso wie klassische Gentechnik gesetzlich geregelt werden. Mit Risikoprüfung, Zulassungsverfahren, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung.“ Zudem soll das Verursacherprinzip konsequent angewandt werden, indem Nutzer und Anwender gentechnischer Verfahren „sämtliche Mehrkosten, z.B. Trennung der Warenströme und Analysen, die durch die Gentechnik-Anwendungen entstehen, tragen.“ Für die unabhängige Risikoforschung und die ökologische Saatgutzüchtung forderte FOODprint eine öffentliche Förderung.

Bei der Übergabe der Stoffbahnen betonte Elke Röder, Mitglied im Vorstand des Bio-Dachverbandes BÖLW, dass Gentechnik-Pflanzen oder –Tiere aus der Natur kaum noch rückholbar seien. Deshalb sei es entscheidend, „dass die Bundesregierung auch bei den neuen Gentechniken wie ‚Crispr-Cas‘ oder ‚zielgerichteter Mutagenese‘ das Vorsorgeprinzip durchsetzt.“ Dazu habe sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag verpflichtet. Röder stellte auch klar, was Vorsorge aus Sicht der Bio-Branche in diesem Fall bedeutet: „Vor der Markteinführung muss Gentechnik auch in Zukunft risikobewertet werden, es muss Nachweisverfahren für die neuen Konstrukte, ein Monitoring, Rückverfolgbarkeit und Haftungsregeln für den Schadensfall geben.Und damit die Kunden weiter frei wählen können, was sie anbauen oder essen, muss eine Kennzeichnung für Transparenz auf dem Etikett sorgen.“ [lf]

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https://www.testbiotech.org/node/2223

ExpertInnen des BVL bestätigen Unterschiede zwischen Genome Editing und Mutationszüchtung

Gemeinsame Publikation von MitarbeiterInnen des BVL und Gentechnik-Industrie

2.7. 2018 / In einer aktuellen Publikation, die MitarbeiterInnen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des US-Konzerns DowDuPont verfasst haben, weisen die Autoren ausdrücklich auf erhebliche Unterschiede zwischen den neuen Gentechnikverfahren und der herkömmlichen Pflanzenzüchtung hin. Demnach können Pflanzen, die mit Genome Editing verändert werden, in der Regel auch eindeutig identifiziert und kenntlich gemacht werden. Damit widerspricht das BVL seiner (bisherigen) Position, nach der entsprechende Unterscheidungen nicht möglich seien.

Die Autoren stellen fest, dass es bei Verfahren, bei denen u.a. die Gen-Schere CRISPRCas zum Einsatz kommt, im Vergleich zur herkömmlichen Pflanzenzüchtung auch dann erhebliche Unterschiede gibt, wenn keine zusätzlichen Gene eingefügt werden:

(1) Anders als bei der konventionellen Züchtung werden beim Genome Editing immer alle Kopien eines Gens gleichzeitig verändert. Bei der herkömmlichen Züchtung bleiben dagegen in der Regel Sicherheitskopien der Gene im Erbgut erhalten, die die Wirkung zufälliger Mutationen ausgleichen können. Dadurch kommt es beim Genome Editing zu einem spezifischen Muster der Gen-Veränderung im Erbgut der Pflanzen. In der Publikation heißt es dazu: „Genome Editing kann dazu verwendet werden, ein bestimmtes Gen zu verändern. Jedoch liegen bei Pflanzen nur wenige Gene nur in einer Kopie vor. (…) Genome Editing ist dazu in der Lage, Gene auszuschalten, die in mehreren Kopien vorliegen. Immer dann, wenn in einer Pflanze mehrere Kopien eines Gens auf dieselbe Weise ausgeschaltet wurden, ist es also fast sicher , dass Genome Editing verwendet wurde.“ (Übersetzung durch Testbiotech)

(2) In der konventionellen Züchtung erfolgen Veränderungen des Erbguts nicht rein zufällig, sondern unterliegen gewissen Regeln. Beim Kreuzen von Pflanzen werden beispielsweise einige Regionen weit häufiger durch Neukombination verändert als andere. Der Einsatz von Gen-Scheren unterliegt diesen Regeln der Vererbung und Fortpflanzung nicht. Diese können die Genanlagen auch dann verändern, wenn dies natürlicherweise nicht zu erwarten wäre. In der Publikation wird festgestellt:Ein wichtiger Unterschied ist, dass einige Gene bei Pflanzen auf Abschnitten von Chromsomen liegen, die sonst kaum oder gar nicht neu kombiniert werden. (…) Genome Editing ermöglicht es, dass alle Gene entsprechend verändert werden können.“ (Übersetzung durch Testbiotech).

In diesen Punkten stimmen die Autoren mit der Analyse von Testbiotech überein. Allerdings macht Testbiotech zudem auf damit zusammenhängende Risiken aufmerksam: Auf diese Weise können Pflanzen entstehen, die sich nicht nur in ihrer Genstruktur, sondern auch in ihren biologischen Eigenschaften deutlich von denen aus herkömmlicher Züchtung unterscheiden. Deswegen tritt Testbiotech dafür ein, diese Pflanzen einer verpflichtenden Risikobewertung zu unterziehen, bevor über eine Zulassung entschieden wird.

Dagegen sprechen sich Industrie und BVL in der aktuellen Publikation gemeinsam dafür aus, die neuen Verfahren zur Veränderung des Erbgutes nicht als Gentechnik zu regulieren, wenn keine zusätzlichen Gene eingefügt werden. Als ein Grund werden mögliche Handelshindernisse genannt. Eine detaillierte Diskussion der Risiken findet nicht statt.

In einem anderen Punkt gibt es überraschenderweise ebenfalls eine Übereinstimmung mit der Analyse von Testbiotech: Pflanzen, die mit Genome Editing verändert wurden, lassen sich in der Regel sehr wohl eindeutig von anderen Pflanzen unterscheiden. Dazu heißt es in der Publikation: „Für die meisten Produkte, die aus Genome Editing hervorgegangen sind, gibt es eine klare Signatur in der DNA, zum Beispiel die genaue Länge der entfernten Gensequenzen. Wenn diese Signatur vom Entwickler angegeben wird, kann die gleiche PCR-Technologie, die bisher zum Nachweis von gentechnisch veränderten Pflanzen verwendet wurde, in den meisten Fällen auch zum Aufspüren und Monitoring von genomeditierten Produkten verwendet werden.“ (Übersetzung durch Testbiotech)

Die gemeinsame Publikation von BVL – einer zu Unabhängigkeit verpflichteten Behörde – und Industrie wirft erhebliche Fragen nach Interessenskonflikten auf. Der Ausgangspunkt für diese spezielle Kollaboration war eine Konferenz in Mexiko, die 2017 von der „International Society for Biosafety Research“ (ISBR) veranstaltet wurde. Die Finanzierung der ISBR ist weitgehend intransparent. Es ist allerdings bekannt, dass deren Konferenzen regelmäßig von Konzernen wie Monsanto, Bayer, DowDuPont und Syngenta sowie der internationalen Vereinigung der Agrogentechnik, CropLife International, gesponsert werden. Auch die Publikation scheint von diesem Umfeld erheblich beeinflusst. Testbiotech mahnt seit Jahren strengere Regeln zur Wahrung der Unabhängigkeit der Behörden gegenüber der Industrie an.

Kontakt:
Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040

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https://www.testbiotech.org/node/2221

Immer mehr Patentanträge auf CRISPR-Pflanzen und Tiere

DowDuPont und ‚Baysanto‘ führend im Bereich neuer Gentechnikverfahren
Freitag, 29. June 2018

Mit 50 internationalen Patentanmeldungen auf neue Gentechnikverfahren im Bereich Nutzpflanzen ist derzeit der DowDuPont-Konzern führend. Auf Platz 2 folgt ‚Baysanto‘ mit 30 Anmeldungen. Die US-Firma Cellectis (und ihr Ableger Calyxt), die mit Bayer kooperiert und schon bald CRISPR-Pflanzen vermarkten will, kommt auf über 20 Anträge. Auch Syngenta und BASF sind auf dem Gebiet aktiv. Dagegen meldeten klassische Züchtungsunternehmen bisher nur wenigen Patente in diesem Bereich an. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Patentrecherche, die Testbiotech jetzt ausgewertet hat.

In der Regel erstrecken sich die Patente auf die Methoden, aber auch das Saatgut, die Pflanzen und deren Ernte. Dabei werden mit Hilfe der neuen Gentechnikverfahren auch alte Ideen wieder zu innovativen Erfindungen: Bayer, Monsanto und DowDuPont haben Patente auf glyphosatresistente Pflanzen angemeldet, die mit dem CRISPR-Verfahren hergestellt werden. So kann das Kerngeschäft der Unternehmen – die Vermarktung von herbizidresistenten Pflanzen wie Soja, Mais, Raps und Baumwolle und passender Herbizide – auch in Zukunft durch neue Patentmonopole geschützt werden.

Es gibt auch Patente, die sich auf Anwendungen beziehen, die für die neuen Gentechnikverfahren spezifisch sind: So haben DowDuPont und Monsanto Patente auf natürlicherweise vorkommende DNA-Sequenzen im Erbgut von Pflanzen angemeldet, die besonders für den Einsatz von Nukleasen geeignet sein sollen. Andere Patentanmeldungen, bei denen neue und alte Gentechnik zum Einsatz kommen, beziehen sich auf Pflanzen mit verändertem Wachstum und Ertrag, veränderten Inhaltsstoffen, Resistenzen gegen Krankheiten oder technischen Veränderungen an den Nukleasen.

Die Entwicklung erfasst auch die Tierzucht: Der Konzern Genus, einer der größten im Bereich der Zucht landwirtschaftlicher Nutztiere, hat bereits angekündigt, Tiere nutzen zu wollen, die aus Genome Editing hervorgehen, und kooperiert dabei insbesondere mit der Firma Recombinetics, die bereits rund ein Dutzend Patente auf Schweine und Rinder angemeldet hat.

„In der Diskussion um die neuen Gentechnikverfahren wird immer wieder das Argument vorgebracht, dass die neue Technologien billiger seien als die bisherige Gentechnik und deswegen auch von kleineren Unternehmen eingesetzt werden könnten. Dabei wird übersehen, dass die neuen Verfahren, bei denen u.a. Nukleasen wie CRISPRCas9 eingesetzt werden, ebenso patentiert werden wie die damit manipulierten Pflanzen und Tiere“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Die Erfahrung zeigt, dass sich kleine und mittelständische Züchter in einer von Patenten geprägten Züchtungslandschaft langfristig nicht durchsetzen können.“

Über die Patente wird der Einfluss der großen Saatgutkonzerne weiter wachsen und der Konzentrationsprozess in der Branche weiter vorangetrieben. Schon jetzt verfügen nur drei Unternehmen, ‚Baysanto‚, DowDuPont und Syngenta, über einen Anteil von rund 50 % am internationalen Saatgutmarkt.

Diese Entwicklung kann auch erhebliche Auswirkungen auf die herkömmliche Züchtung haben: Patentiert werden nicht nur technische Verfahren, sondern auch die jeweiligen Pflanzen und Tiere mit ihren Eigenschaften. Dabei gilt der sogenannte ‚absolute Stoffschutz‘: Die Patente umfassen alle Pflanzen und Tiere, die die beschriebenen Eigenschaften haben, unabhängig davon, wie sie gezüchtet oder gentechnisch verändert wurden. Ist also ein Salat z.B. resistent gegen Blattläuse, gilt ein entsprechendes Patent sowohl für mit CRISPR veränderte als auch für konventionell gezüchtete Pflanzen mit ähnlichen Merkmalen. So werden die Patentmonopole systematisch auf die gesamte Züchtung ausgeweitet.

Kontakt:

Christoph Then, info@testbiotech.org, Tel 0151 54638040

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aus dem TEXT:…„Es ist an der Zeit, dass die verantwortlichen Politiker auf EU- und Bundesebene nach dem Vorsorgeprinzip handeln und den großen mehrheitlichen Wunsch der Menschen nach verbindlichen Regeln für die Neue Gentechnik umsetzen“, sagte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting. Harald Ebner, der Gentechnik-Sprecher der grünen Bundestagsfraktion erinnerte Die Regierungsparteien an ihren Koalitionsvertrag: „Wer versucht, den Menschen Produkte unterzujubeln, die sie ablehnen, verspielt fahrlässig Vertrauen in Wirtschaft und Politik. Union und SPD müssen zum Koalitionsvertrag stehen, in dem sie versprechen, Vorsorgeprinzip und Wahlfreiheit auch bei neuer Gentechnik zu gewährleisten.“ [lf]

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33290/#gsc.tab=0

Handelskonzerne fordern klare Regulierung der Neuen Gentechnik

11.07.2018

Edeka Ohne Gentechnik
Hähnchenfleisch mit ‚Ohne Gentechnik‚-Siegel (Foto: Edeka)

Führende Lebensmittelhändler aus Deutschland und Österreich wie Edeka, Lidl, Rewe und SPAR haben an die EU-Kommission appelliert, die Verfahren der Neuen Gentechnik strikt zu regulieren. Die Verfahren wie CRISPR/Cas und die daraus entstehenden Produkte sollten nach EU-Gentechnikrecht als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) eingestuft werden.

Für die Konzerne geht es dabei auch ums Geschäft. Sie erinnern die EUKommission daran, dass sich Lebensmittel mit „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung als wichtiger Qualitätsstandard auf dem europäischen Markt etabliert hätten. Mit beträchtlichem logistischem und finanziellem Aufwand sei es gelungen, „dem sehr klar artikulierten Wunsch der Verbraucher nach ohne Gentechnik hergestellten Lebensmitteln gerecht zu werden.“ Längst seien die Produkte der Nische entwachsen. „So wird etwa in Deutschland für das Jahr 2018 ein Jahresumsatz mit Lebensmitteln ohne Gentechnik im Wert von rund acht Milliarden Euro erwartet; in Österreich sind seit vielen Jahren bereits die komplette Produktion von Milch, Eiern und Geflügelfleisch als gentechnikfrei zertifiziert“, heißt es in dem Schreiben der Unternehmen. Dazu komme die stark wachsende Bio-Branche, die ebenfalls keine gentechnisch veränderten Organismen einsetze. Für alle Unternehmen, die bedeutende Umsätze mit Futter- und Lebensmitteln ohne Gentechnik erzielen, sei die Frage, ob die neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR/Cas als Gentechnik eingestuft werden von besonderer Bedeutung. „Wir stehen gegenüber unseren Kunden und Geschäftspartnern dafür gerade, dass die Auslobung „Ohne Gentechnik hergestellt“ auch tatsächlich hält, was sie verspricht“.

In ihrer Argumentation verweisen die Handelsunternehmen auf das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit. Nach dem Vorsorgeprinzip müssten die Verfahren der Neuen Gentechnik vor ihrer Zulassung für Anbau oder Verwendung einer fundierten Risikobewertung unterzogen werden. Auch sei die vollständige Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung zu garantieren, damit die Wahlfreiheit der Verbraucher gewährleistet bleibe. Diese sehen die Händler in Gefahr, sollten mit Verfahren der Neuen Gentechnik erzeugte Produkte „unreguliert und nicht wahrnehmbar für Hersteller, Händler und Verbraucher auf den Markt kommen.“ Deshalb müsse die Kommission „auf eine klare, unmissverständliche rechtliche Regelung der Verfahren der Neuen Gentechnik hinarbeiten, die die Produkte daraus rückverfolgbar und erkennbar macht“, heißt es in dem Schreiben.

Initiiert haben den Appel der deutsche Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) und die österreichische ARGE Gentechnikfrei. Beide zertifizieren in ihren Ländern Lebensmittel ohne Gentechnik und zählen Händler und Hersteller zu ihren Mitgliedern. Die ARGE hatte zusätzlich zu den Händlern auch Hersteller angesprochen, so dass sich bei den Unterzeichnern auch mehrere österreichische Molkereien und Geflügelverarbeiter finden. Gemeinsam setzen die Unterzeichner aus Österreich und Deutschland pro Jahr mit 966.000 Mitarbeitern 106 Milliarden Euro um.

Hintergrund des Vorstoßes ist, dass der Europäische Gerichtshof für den 25. Juli eine Entscheidung zur Einordnung der Neuen Gentechnik angekündigt hat. Anschließend steht der EU eine intensive Debatte über die bisher immer wieder verschobene rechtliche Regelung der Neuen Gentechnik bevor. „Es ist an der Zeit, dass die verantwortlichen Politiker auf EU- und Bundesebene nach dem Vorsorgeprinzip handeln und den großen mehrheitlichen Wunsch der Menschen nach verbindlichen Regeln für die Neue Gentechnik umsetzen“, sagte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting. Harald Ebner, der Gentechnik-Sprecher der grünen Bundestagsfraktion erinnerte Die Regierungsparteien an ihren Koalitionsvertrag: „Wer versucht, den Menschen Produkte unterzujubeln, die sie ablehnen, verspielt fahrlässig Vertrauen in Wirtschaft und Politik. Union und SPD müssen zum Koalitionsvertrag stehen, in dem sie versprechen, Vorsorgeprinzip und Wahlfreiheit auch bei neuer Gentechnik zu gewährleisten.“ [lf]

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Die GROSSE MEHRHEIT der DEUTSCHEN LEHNT „GEN-TECHNIK“ AB

DESHALB stimmt die „CDU“/“CSU“  IMMER für „MON-SATAN“???!!!?!

„WAHL-FREIHEIT“ und „VORSORGE-PRINZIP“

aus dem TEXT:….„Wir brauchen endlich bundesweit einheitliche Regelungen, um den Anbau von Genpflanzen zu verbieten.“ Für Harald Ebner, Gentechnik-Sprecher der grünen Bundestagsfraktion ist der mehrheitliche Wunsch der Deutschen klar: „Wenn schon Gentechnik, sei es ‚alte‘ oder neue wie CRISPR, dann soll das wenigstens geregelt, gründlich geprüft und eindeutig gekennzeichnet werden, damit man selbst entscheiden kann.“ Die Bundesregierung müsse klarstellen, dass neue Gentechnik Gentechnik ist und selbstverständlich auch genauso geregelt werde.

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33287/#gsc.tab=0

Unverändert: Vier Fünftel der Deutschen lehnen Agrogentechnik ab.

09.07.2018

Befragung
Die große Mehrheit der Deutschen lehnt Agrogentechnik ab. (Foto: Thorben Wengert / pixelio.de)

UPDATE +++ 79 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass Gentechnik in der Landwirtschaft verboten werden sollte. Das ergab die Studie Naturbewusstsein 2017 des Bundesumweltministeriums.

Die grundsätzliche Zustimmung für ein Verbot gentechnisch veränderter Organismen bewege sich seit Jahren relativ stabil auf hohem Niveau, heißt es in der Studie, die bereits in den Jahren 2009, 2013 und 2015 durchgeführt wurde. Die Antworten der 2000 befragten Verbraucher zeigen zwei Motive für die Ablehnung: Zwei Drittel von ihnen wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel essen. Noch größer ist mit 78 Prozent die Zustimmung zu dem ethisch begründeten Statement: „Der Mensch hat kein Recht, Pflanzen und Tiere gezielt gentechnisch zu verändern.“

Auch Menschen, die der AgroGentechnik eher offen gegenüberstehen, halten Transparenz und Risikobewertung für unabdingbar. Das zeigen die Antworten auf zwei weitere Fragen. 93 Prozent stimmten der Aussage zu: „Meiner Meinung nach sollten Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert wurden, vom Handel gekennzeichnet werden.“ Ebensoviele Befragte vertraten die Meinung „mögliche Auswirkungen auf die Natur sollten immer untersucht werden, wenn Pflanzen gezielt gentechnisch verändert werden.“ Das zeige „die große Bedeutung der Einhaltung des Vorsorgeprinzips in Bezug auf Gentechnik in der Landwirtschaft und deren neuen Anwendungen“, interpretierte das Bundesumweltministerium das Ergebnis.

Die Studie zeigt auch, dass in der Altersgruppe bis 29 Jahre die Ablehnung der Agro-Gentechnik „deutlich geringer ausgeprägt“ ist als im Bevölkerungsdurchschnitt. Außerdem waren Frauen gegenüber Gentechnik insgesamt kritischer eingestellt als Männer. Bemerkenswert fanden es die Autoren der Studie, dass bei der Bewertung der meisten Statements der Bildungshintergrund der Befragten keine Rolle spielte.

Die Zustimmungsquote bei den einzelnen Statements umfasste immer zwei Kategorien: „sehr wichtig“ und „eher wichtig“ oder „stimme voll und ganz zu“ und „stimme eher zu“. Werden sie getrennt betrachtet, zeigen sich interessante Details: Am höchste war die volle Zustimmung mit 70 Prozent bei der Forderung, mögliche Auswirkungen auf die Natur immer zu untersuchen. Die Studienautoren leiteten daraus die Empfehlung ab, „dass auch für neue veränderte Pflanzen eine Umweltrisikoprüfung im Rahmen einer Zulassung durchgeführt wird.“

Bei der generellen Ablehnung der Agro-Gentechnik hingegen betrug die volle Zustimmung lediglich 42 Prozent. Gegenüber 2013 entspreche das einen Rückgang von 14 Prozent, heißt es in der Studie. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass das Thema aus Sicht der Befragten an Stellenwert verloren hat und nicht mehr als so wichtig angesehen wird. Es könnte aber auch signalisieren, dass die entschiedene Ablehnung ein wenig aufweicht. In diese Richtung deutet auch, dass immerhin 40 Prozent der Befragten dem Statement zustimmten: „Ich bin der Meinung, dass Gentechnik in der Landwirtschaft ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung des Welthungers ist“. Das waren neun Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Trotzdem überwog auch bei dieser Position mit 52 Prozent die ablehnende Haltung.

In ihrem Statement zur Präsentation der Studie sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze, sie nehme die Bedenken der Bürger gegenüber der Gentechnik sehr ernst: „Wir brauchen endlich bundesweit einheitliche Regelungen, um den Anbau von Genpflanzen zu verbieten.“ Für Harald Ebner, Gentechnik-Sprecher der grünen Bundestagsfraktion ist der mehrheitliche Wunsch der Deutschen klar: „Wenn schon Gentechnik, sei es ‚alte‘ oder neue wie CRISPR, dann soll das wenigstens geregelt, gründlich geprüft und eindeutig gekennzeichnet werden, damit man selbst entscheiden kann.“ Die Bundesregierung müsse klarstellen, dass neue Gentechnik Gentechnik ist und selbstverständlich auch genauso geregelt werde. [lf]

UPDATE Statement Harald Ebner

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http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/molekulare-therapie-genschere-mit-problemen-1.4013917

Molekulare Therapie

Genschere mit Problemen

Mit der CrisprGentechnik können Wissenschaftler das Erbgut von Zellen verändern.(Foto: dpa)
  • Das Crispr-Verfahren weckt Hoffnung bei todkranken Patienten und beflügelt die Phantasie von Investoren.
  • Zwei Forschergruppen haben jetzt Hinweise auf eine mögliche Krebsgefahr gefunden.
  • Andere Wissenschaftler bezweifeln die Brisanz der Ergebnisse. In Tierversuchen habe es bislang keinerlei Anzeichen für ein solches Risiko gegeben.
Von Hanno Charisius

Kein Werkzeug hat die Biotechindustrie je so elektrisiert wie die Genschere CrisprCas, die defekte Stellen im Erbgut von Lebewesen reparieren kann. Das hat Hoffnung von Patienten geweckt und die Fantasie von Investoren beflügelt, die bereits mehrere Milliarden Dollar in die Entwicklung von Therapien mit dem Werkzeug investiert haben. In dieser Woche jedoch gab es einen Dämpfer für die Euphorie. Zwei Forschergruppen haben unabhängig voneinander gezeigt, dass Zellen, deren Erbgut per Crispr-Genschere verändert wurde, zu Krebs führen könnten.

Der genchirurgische Eingriff funktioniert ausgerechnet in solchen Zellen besonders effektiv, die einen Defekt im Notfallprogramm haben, das vor Krebs schützen soll. Das liegt an der Funktionsweise von Crispr: Die Genschere schneidet den Erbgutstrang durch und löst damit eine Reihe von Reparaturmaßnahmen in der Zelle aus, die den Schaden beheben sollen. Bei diesen Vorgängen sind Helfer-Moleküle beteiligt, die auch Krebs verhindern sollen. Sind diese Helfer in einer Zelle verhindert, zum Beispiel, weil eine Mutation deren genetischen Bauplan zerstört hat, funktioniert die Crispr-Schere zwar besonders gut, aber das Krebsrisiko steigt eben auch.

Als die Ergebnisse bekannt wurden, brachen die Aktienkurse einiger Unternehmen ein

Diese Beobachtung wurde jetzt in zwei Fachartikeln im Journal Nature Medicine veröffentlicht. Die Aktienkurse der auf CrisprTherapien spezialisierten Unternehmen stürzten daraufhin ab, einige verloren mehr als zehn Prozent ihres Börsenwertes. Dabei glauben selbst die an den Untersuchungen beteiligten Forscher nicht, dass ihre Ergebnisse das Aus für die Technologie bedeuten.

„Wir wollen nicht alarmistisch klingen und sagen auch nicht, dass Crispr schlecht oder gefährlich ist“, teilt etwa Jussi Taipale in einem Schreiben der University of Cambridge mit. Der Professor für Biochemie leitete eine der beiden Studien und hat keine Zweifel daran, dass die gentechnische Methode einmal „ein wichtiges Werkzeug der Medizin sein wird“. Deshalb sei es wichtig, möglichen Sicherheitsbedenken die gebotene Aufmerksamkeit zu schenken. „Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es mögliche Nebenwirkungen, die gegen den Nutzen abgewogen werden müssen.“

Auch muss sich erst noch zeigen, ob die im Labor in Zellstudien gemachten Beobachtungen tatsächlich auch eine Bedeutung für Patienten haben. Der Embryologe Robin Lovell-Badge vom englischen Francis Crick Institute etwa gibt zu bedenken, dass der Effekt in den zahlreichen Tierversuchen mit Crispr bislang nicht aufgetaucht ist. Er verweist außerdem auf Untersuchungen, bei denen in einem Crispr-Ansatz nahezu sämtliche Zellen im Experiment verändert wurden. Solch hohe Raten hält er für ausgeschlossen, wenn die gentechnische Veränderung nur bei ausgeschalteter Krebsabwehr funktionieren könnte.

Lovell-Badge sieht deshalb keinen Grund, Crispr-Therapien grundsätzlich infrage zu stellen. Er hofft jedoch, dass bei künftigen Versuchen die veränderten Zellen darauf untersucht werden, ob ihr Reparatursystem noch zuverlässig funktioniert, bevor sie Patienten gegeben werden.

Womöglich taucht der beobachtete Effekt ausschließlich in jenen Zellen auf, die von den beiden Arbeitsgruppen in ihren Experimenten verwendet wurden und hat in klinischen Anwendung, also an Patienten, gar keine Bedeutung. Angesichts der vielen offenen Fragen rechtfertigt Studienleiter Jussi Taipale die Veröffentlichung der Beobachtungen zum jetzigen Zeitpunkt dennoch mit den „potenziellen“ Risiken, „auch wenn wir die Mechanismen noch nicht verstehen“.

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VIELLEICHT sollten  BORNIERTE GEN-TECHNIKER sich mal mit „EPI-GENETIK“ beschäftigen – DENN GENE sind die „HARD-WARE“ und nicht die „SOFT-WARE“

https://www.sueddeutsche.de/wissen/biotechnologie-murks-im-erbgut-1.4058052

Biotechnologie

Murks im Erbgut

Crispr-Cas in Aktion: stilisierte Darstellung der Genschere (grün hervorgehoben). Sie stammt aus einer hier zu sehenden Animation von Visual Science and Skoltech.(Foto: )
  • Laut einer aktuellen Studie entstehen bei gentechnischen Eingriffen mit der beliebten Crispr-Cas-Methode mehr Schäden als bislang vermutet.
  • Die neuen Ergebnisse passen nicht zu den Resultaten früherer Untersuchungen.
  • Forscher warnen vor voreiligen Schlüssen.
Von Kathrin Zinkant

Es hat in den vergangenen fünf Jahren nur wenig gegeben, das den rasanten Aufstieg dieses Werkzeugs hätte bremsen können. Als günstig, schnell und vor allem hochpräzise gilt die Genschere Crispr-Cas, als „game changer“ der Medizin. Erbleiden, Krebs, selbst Krankheiten wie Aids soll die Genschere heilen helfen. Firmen wurden gegründet, Patente angemeldet, klinische Studien auf den Weg gebracht. Crispr-Cas und die Möglichkeit, Gene exakt zu verändern – zu „editieren„, wie es nun heißt – diese Revolution ist scheinbar nicht mehr aufzuhalten.

Doch der vergangene Montag hat gezeigt, dass das Vertrauen in die neue Gentechnik leicht zu erschüttern ist: Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im Journal Nature Biotechnology, schürt Zweifel an der Präzision des umjubelten Werkzeugs. Wie die Autoren um den Genetiker Allan Bradley vom Wellcome Sanger Institute im britischen Hinxton berichten, konnten sie in mehreren Experimenten unerwünschte Beschädigungen des Erbguts durch Crispr-Cas nachweisen. Größere Abschnitte der DNA seien in den Versuchen verloren gegangen, auch an jenen Stellen, an denen der Präzisionsschnitt hätte erfolgen sollen. „Der beobachtete Schaden durch den Gebrauch von Crispr-Cas in teilungsfähigen Zellen könnte krankheitsrelevante Folgen haben“, resümieren die Forscher.

Bradley und seine Kollegen waren durch Zufall auf das Problem gestoßen, als sie den Einfluss der Schere auf die Aktivität von Genen untersuchten. Zwar machte CrisprCas, was es sollte: Das Werkzeug schnitt das Erbmolekül DNA an der gewünschten Stelle. Zugleich jedoch fanden auch jenseits der Schnittstelle erhebliche Veränderungen statt. Die Genetiker untersuchten diesen Effekt in verschiedenen Zellarten und an verschiedenen Schnittstellen im Genom. Teilweise fanden sie unerwartete Defekte der DNA in bis zu 20 Prozent der Fälle. Dabei gingen große Stücke DNA verloren, wurden umgedreht oder an einer falschen Stelle eingebaut………..

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http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundesgericht-in-kalifornien-spektakulaere-entscheidung-gegen-monsanto-1.4049655

Bundesgericht in Kalifornien

Spektakuläre Entscheidung gegen Monsanto

Roundup enthält Glyphosat und ist einfach anzuwenden. Seit den Siebzigerjahren ist das Monsanto-Produkt am Markt.(Foto: Josh Edelson/AFP)
  • In Zivilprozessen soll nun geklärt werden, wie sicher Glyphosat und vor allem das daraus hergestellte Produkt Roundup ist.
  • Geklagt haben Betroffene, die am Non-Hodgkin-Lymphom – einer bösartigen Erkrankung des Lymphsystems – leiden oder Angehörige dadurch verloren haben.
Von Silvia Liebrich und Elisabeth Dostert

Ein Bundesgericht in den USA hat erstmals Sammelklagen gegen Monsanto wegen des Unkrautvernichters Glyphosat zugelassen. In den Zivilprozessen soll geklärt werden, wie sicher der Wirkstoff und vor allem das daraus hergestellte Produkt Roundup sind. Der US-Konzern, der inzwischen zu Bayer gehört, wird dies in den nächsten Monaten, vielleicht sogar Jahren, im Detail erklären müssen.

Geklagt haben Betroffene, die am NonHodgkinLymphom – einer bösartigen Erkrankung des Lymphsystems – leiden oder Angehörige dadurch verloren haben. Sie machen Glyphosat und Roundup dafür verantwortlich und stützen sich auf das Urteil der Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC). Diese schätzt den Stoff im Gegensatz zu Behörden als möglicherweise krebserregend ein. Eine Ansicht, die Monsanto entschieden zurückweist. Glyphosat sei sicher, das hätten über 800 Studien und Prüfungen bewiesen, argumentiert das Unternehmen. Man werde mit belastbaren Beweisen untermauern, dass absolut keine Verbindung zwischen Glyphosat und Krebs bestehe.

„Ich habe nie geraucht, nie getrunken und gesund gelebt“

Einer von gut 500 Klägern ist der ehemalige Farmer Jonny Barton, knapp 70 Jahre alt, geboren in Bakersfield, Kalifornien. Ein Mann wie ein Baum, 1,90 groß, breiter Brustkorb. Er sei in seinem Leben nie richtig krank gewesen, sagt er. „Ich habe nie geraucht, nie getrunken und gesund gelebt“. 2015 wurde bei ihm ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. Barton ist fest davon überzeugt, dass ihn der Pflanzenvernichter krank gemacht hat. „Als sie die Knoten herausoperiert hatten, sagte der Arzt zu meiner Frau, er habe noch nie solche Tumore gesehen.“ Nun will er Schadenersatz von Monsanto, weil der Konzern Risiken verheimlich habe, wie er glaubt.

Der zuständige US-Bundesrichter Vince Chhabria in San Francisco, dem eine ganze Reihe von Sammelklagen vorliegen, hat am Dienstag entschieden, mehrere Hundert Klagen gegen Monsanto zuzulassen. Zugleich dämpfte er die Erwartungen der Betroffenen. In ihrer Gesamtheit betrachtet sei die Beweislage vermutlich zu zweideutig, um den klaren Schluss zuzulassen, dass Glyphosat, wie von den Klägeranwälten behauptet, Lymphdrüsenkrebs verursache, heißt es in der Begründung des Richters. Doch seien genug Einschätzungen von Experten vorgetragen worden, die die Argumentation der Kläger insoweit stützten, dass ein Gerichtsprozess angemessen sei.

Monsanto hat uns immer gesagt, dass Roundup sicher ist“, sagt Jonny Barton, ein ehemaliger Farmer, der gegen Monsanto klagt.(Foto: )

Aufsehen erregte das Verfahren bereits im Vorfeld, weil das Gericht in größerem Umfang brisante konzerninterne Dokumente veröffentlichen ließ: die sogenannten Monsanto-Mails. Dies geschah gegen den Widerstand des Unternehmens. Ein ungewöhnlicher Vorgang, normal bleiben solche Interna weitgehend unter Verschluss. Tatsächlich werfen die veröffentlichten Dokumente viele Fragen zur Bewertung von Risiken und über den Umgang mit unabhängigen Forschern auf. So gab eine Monsanto-Mitarbeiterin im Vorfeld des Prozesses zu Protokoll: „Wir haben keine Krebsstudien mit Roundup gemacht.“ Im Raum steht auch der Verdacht, dass Konzernangestellte heimlich an unabhängigen Studien mitgewirkt haben. Das bestreitet Monsanto jedoch.

Der früher Farmer Barton will dagegen endlich Antworten. Er ist wütend, nicht nur auf das Unternehmen, sondern auch auf die Behörden. „Monsanto hat uns immer gesagt, dass Roundup sicher ist.“ Vertraut habe er auch auf die Experten der Landwirtschaftskammer, die ihm versichert hätten, der Stoff sei harmlos, er müsse keine Schutzkleidung tragen. „Erst viel später hieß es, wir sollen Gummistiefel und Handschuhe tragen.“

Barton betrieb bis vor ein paar Jahren zusammen mit seinen Söhnen eine 800-Hektar-Farm und baute vor allem Baumwolle und Getreide an. Seit Mitte der Siebziger Jahre setzte er Roundup ein, und das in großen Mengen. „Es war angeblich sicher und einfach anzuwenden.“ An einem Tag habe er bis zu 4000 Liter versprüht, und das nicht nur mit dem Traktor. Oft seien sie zu Fuß durch die Felder gegangen, um Unkraut mit der Handspritze zu vernichten. „Am Ende eines solchen Tages waren meine Schuhe damit vollgesogen, meine Socken, meine Hosen.“

Erst rote Flecken, dann eine Darmerkrankung, und schließlich – Krebs

Fast 30 Jahre sei das so gegangen, erzählt Barton, bis Ende der Neunzigerjahre die ersten Gesundheitsprobleme aufgetreten seien. Erst waren es nach seinen Worten rote Flecken an den Beinen, dann kamen eine Darmerkrankung und weitere Beschwerden hinzu. Jahrelang sei er von Arzt zu Arzt geschickt worden, bis die Diagnose Krebs feststand. Nach Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapie gehe es ihm heute besser, sagt er. Doch es bleibe die Angst vor einem Rückfall. Monsanto betonte am Mittwoch, dass der Konzern das Leid Bartons und anderer Kläger sehr bedauere, bestreitet jedoch jeden Zusammenhang mit seinen Produkten: „Die Wissenschaft zeigt eindeutig, dass Glyphosat nicht die Ursache war.“

Barton jedoch will nicht locker lassen, und auf das Verfahren aufmerksam machen. Im vergangenen November war er sogar eigens nach Brüssel gereist, um mit Abgeordneten zu sprechen und vor Glyphosat zu warnen. Das war kurz vor der umstrittenen Zulassungsverlängerung in der EU, die maßgeblich mit der Stimme Deutschlands beschlossen wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den deutschen Bauern zuvor versprochen, dass sie sich für Glyphosat einsetzen werde. Barton hat dafür kein Verständnis: „Ich will den Bauern klar machen, dass sie ihre Anbaumethoden ändern müssen und weniger oder gar keine Pestizide einsetzen“, sagt er. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass sie den Glyphosat-Einsatz reduzieren will.

Die Schadenersatzverfahren in den USA sind auch ein Risiko für Bayer. Dazu äußern will sich der Konzern aber nicht. Er weist darauf hin, dass die Integration von Monsanto noch nicht begonnen habe, weil erst noch Auflagen des US-Justizministeriums erfüllt werden müssten.

Bayer wird den Namen Monsanto los, aber nicht den Hass

Der US-Konzern verkörpert das Böse schlechthin, Kritiker gaben ihm Namen wie „Monsatan“ oder „Mutanto“. Ihre Wut wird sich nun mit voller Wucht gegen Bayer richten. Kommentar von Elisabeth Dostert mehr…

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33291/#gsc.tab=0

Glyphosat: Sammelklage gegen Bayer nimmt die nächste Hürde

12.07.2018

Ein Bundesrichter in San Francisco hat die Sammelklage von 450 Krebspatienten zugelassen, die das Herbizid Glyphosat für ihre Erkrankung verantwortlich machen. Der von Bayer übernommene Hersteller Monsanto scheiterte mit seinem Antrag, das Verfahren einzustellen.

Zwei Jahren lang hatte Richter Vince Chhabria ermittelt, hatte sich die Argumente der Kläger und Monsantos sowie der jeweiligen Experten angehört. Er zwang den Hersteller dazu, interne Mails zu veröffentlichen, die als Monsanto Papers bekannt wurden und belegten, wie der Konzern Behörden und Wissenschaftler beeinflusste. Nun kam Richter Chhabria in seinem abschließenden Bericht zu dem Ergebnis, dass die Klagen zulässig seien. Zwar seien die Beweise dafür, das Glyphosat Lymphdrüsenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) auslöse, schwach, aber wissenschaftlich seriös begründet. Eine Jury könnte auf dieser Basis zu dem Ergebnis kommen, dass Glyphosat in umweltrelevanten Konzentrationen Krebs auslösen könne. Auf die Klägerseite komme als nächstes die Herausforderung zu, in einigen der anhängigen Fälle zu belegen, dass Glyphosat in den Mengen, denen Anwender üblicherweise ausgesetzt seien, ein NonHodgkin Lymphom verursachen könnte. Nur dann sei ein Verfahren vor einer Geschworenen-Jury zu rechtfertigen, schrieb der Richter.

Dewayne Johnson hat all diese Hürden schon hinter sich. Der krebskranke Schulgärtner ist der erste Kläger gegen Monsanto/Bayers, dessen Fall vor einer Jury verhandelt wird. Letzten Montag begann das Verfahren mit den Statements des Klägers und des Konzerns. Im Vorfeld hatte die Anwältin des Konzerns bei der zweieinhalbtägigen Befragung der Jury versucht, kritisch gegenüber Chemikalien eingestellte Geschworene ausfindig zu machen und deren Berufung zu verhindern, berichtete die Bürgerrechtsorganisation U.S. Right to Know. Den schließlich berufenen zwölf Geschworenen sei angekündigt worden, sie sollten sich darauf einrichten, dass das Verfahren bis Mitte August dauern werde.

Mit dem Kauf des beklagten Glyphosatherstellers Monsanto hat der Bayer-Konzern auch dessen Prozessrisiken übernommen. „Folgerichtig muss man jetzt von den BayerGlyphosat-Prozessen sprechen“, sagte Harald Ebner, der Gentechnik-Sprecher der grünen Bundestagsfraktion. In den Verhandlungen werde sich zeigen, „was an den Läuterungsversprechungen von Bayer für seinen neuen Unternehmensteil dran ist.“ [lf]

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Die DIGITALEN ROHSTOFF-RÄUBER

siehe auch „BOLIVIEN- LITHIUM“ – „?ELEKTRO-MOBILITÄT?“

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/weltnaturschutzunion-iucn-rohstoffabbau-fuer-smartphones-gefaehrdet-tiefsee-a-1218651.html

 

Rohstoffe für Smartphones

Umweltschützer warnen vorm Schürfen in der Tiefsee

Für Smartphones brauchen Hersteller Kupfer, Aluminium und Kobalt. Die Rohstoffe könnten bald aus der Tiefsee kommen, auch Deutschland hat Abbaulizenzen. Doch Umweltschützer sind besorgt.

Seeanemone der Gattung Relicanthus an einer Bruchzone im Zentralpazifik

Smith und Amon/ABYSSLINE Project/University of Hawaii at Manoa /dpa

Seeanemone der Gattung Relicanthus an einer Bruchzone im Zentralpazifik

Montag, 16.07.2018 11:01 Uhr

 

Bereits in wenigen Jahren soll die Tiefsee als Abbaugebiet für Rohstoffe genutzt werden. Dadurch drohe jedoch schwerer Schaden für die Meereslebewesen, warnt die Weltnaturschutzunion (IUCN). Den Ozeanboden mit Maschinen aufzureißen komme dem Abholzen von Wäldern gleich, schreibt die Organisation in einem am Montag veröffentlichten Bericht zum Abbau von Tiefseerohstoffen.
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Die Tiefsee umfasst Regionen mit mehr als 200 Metern Wassertiefe – nach IUCN-Angaben etwa 65 Prozent der Erdoberfläche. Dort gibt es unter anderem Kupfer, Aluminium und Kobalt. Der Bedarf an den Metallen wächst. Die Hightech-Industrie braucht sie für Produkte wie Smartphones. Auch „grüne Technologien“ befeuern den Bedarf, etwa für Speicherbatterien.

Die 1994 gegründete Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) will an ihrem Sitz in Jamaika einen Verhaltenskodex ausarbeiten. Die IUCM warnt jedoch: „Die Regeln, die gerade zum Management des Rohstoffabbaus in der Tiefsee entwickelt werden, reichen nicht aus, um unwiderruflichen Schaden von den Ökosystemen der Meere und den Verlust einzigartiger Arten abzuwenden.“

Abbau ab 2025

Der kommerzielle Abbau von Rohstoffen aus der Tiefsee soll etwa 2025 beginnen. Dabei geht es unter anderem um bestimmte schwefelhaltige Salze (Sulfide). Die Meeresbodenbehörde ISA hat nach eigenen Angaben bereits 29 Vertragspartnern Lizenzen für die Suche nach polymetallischen Sulfiden und kobaltreichen Krusten erteilt – darunter auch an der mehr als 20.000 Kilometer langen Gebirgskette Mittelatlantischer Rücken im Atlantik. Auch Deutschland hat seit 2015 eine Lizenz.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) will Sulfide im Indischen Ozean südöstlich von Madagaskar bis in eine Tiefe von 3000 Metern erforschen. Sie enthalten nach BGR-Angaben neben Schwefel auch Blei, Kupfer, Zink, Gold und Silber sowie Spurenelemente wie Kobalt, Nickel und Selen.

Wenn Sedimente am Meeresboden aufgewirbelt werden, kann das laut IUCN einige Tiere ersticken und anderen die Orientierung nehmen. Lebewesen würden zudem gestört durch Lärm, Vibrationen, Licht und Schiffe. Außerdem bestehe die Gefahr, dass giftige Stoffe durch Lecks ins Meereswasser gelangen. Dringend nötig seien mehr Studien, weil die tiefen Meeresregionen bislang gar nicht genug erforscht seien.

„Artenreiche Leben in der Tiefsee für immer zerstören.“

„Was wir bislang wissen, reicht nicht, um Meeresflora und -fauna vor Bergbauaktivitäten effektiv zu schützen“, sagt Carl Gustaf Lundin, Direktor der IUCN-Abteilung für Meeres- und Polargebiete. „Rohstoffe mit den Technologien, die heute zur Verfügung stehen, aus dem Meeresboden zu holen, könnte das artenreiche Leben in der Tiefsee für immer zerstören.“

Die IUCN ist das weltweit größte Netzwerk staatlicher und nichtstaatlicher Umweltorganisationen. Unter den mehr als 1300 Mitgliedern sind etwa die Umweltstiftung WWF und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

jme/dpa

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„SELTENE-ERDEN“ – LÄNDER sind REICH an BODEN-SCHÄTZEN TROTZDEM ARMUT – NATÜRLICH nicht ZUFÄLLIG???!!!?!

Die SCHMUTZIGEHIGHTECH-WELT“ auf KOSTEN der ERDE und des LEBENS – das ENDE dieser „HIGHTECHILLUSSION“ ist vorbestimmt sowie  der ROHSTOFFseltene ERDENendlich ist

<<< für die sogenannte „GRÜNE ENERGIE“ (HIGH-TECH) wird die ERDE ausgebeutet, zerstört und verseucht>>>

„arte“ – Seltene Erden: Die dunkle Seite der Hightech Metalle Doku

„seltene ERDEN“ – ?“Katalysator im 21 Jahrhundert“? (ohne SIE keine High-TECH-ZUKUNFT???!!!) – „SMARTPHONE“ – „ElektroAUTOs“ – „Tablett-Computer“ – „HYBRIDFAHRZEUGE“ – „WINDKraftAnlagen“ – „EnergieSparLAMPE
Ressourcen in CHINA
höchster Aufwand notwendig für die Gewinnung (chemikalisch)
Der BEDARF an „seltene ERDEN ist da“ noch mehr,mehr,mehr………..
„Tief-SEE-ABBAU“ – „Mangan-Knollen“ – PAZIFIK – „ZERSTÖRUNG des Meeres-BODENS“
Wie GRÜN sind die sogenannten „GRÜNEN TECHNOLOGIEN“ wenn dafür unberührte ÖKO-SYSTEME zerstört werden
ab Minuten 38:00 TESLA
„WIND-KRAFT“ – gewaltiger „RAUB-BAU“ an den Ressourcen (NEODYM)
?Recycling?

ube.com/watch?v=gniF-wJUW4o

„Seltene Erden“ – Die dunkle Seite der Hightech Metalle – Arte Doku

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utube.com/watch?v=n00d63AF5nc

Doku  „Sklaven-Arbeit“ Für Unseren Fortschritt [ Deutsch 2015 ]

 

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„ERNEUERBARE ENERGIEN“ und die „SELTENEN ERDEN“

MONSTER-ROTOREN die den WIND manipulieren: „WIND-KRAFT-ANLAGEN“

Windkraft ist nicht so umweltfreundlich wie man denkt

„seltene ERDEN“ – „NEODYM

 

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dieses Video wurde in einigen Ländern  z.B. USA gesperrt!!!!!!  siehe LINK

ube.com/watch?v=dIX0357Bh6A&feature=youtu.be

„Year Million“ – „ENERGIE“ aus dem All – Wann verlassen wir die ERDE – WELT

LINK: https://www.welt.de/mediathek/dokumentation/gesellschaft/year-million/sendung175136826/Year-Million-Energie-aus-dem-All-Wann-verlassen-wir-die-Erde.html

Year Million Energie aus dem All – Wann verlassen wir die Erde?

  • Dauer 46 Min
  • Noch 3 Tage

In der fernen Zukunft des „Year Million“ können wir telepathisch miteinander kommunizieren und, wenn wir wollen, unser in jeder Hinsicht unbegrenztes Leben in einem Computer verbringen. Doch keine dieser Errungenschaften wird uns vor Katastrophen wie stark steigenden Temperaturen oder Asteroideneinschlägen schützen. Der einzige Weg, das Überleben der Menschheit zu sichern, liegt in unserer Weiterentwicklung zu einer interplanetaren Spezies, die Lebensraum und Ressourcen jenseits der Erde findet.

© Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten.

 

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ube.com/watch?v=7j_pWwFUs5o

siehe auch „GRÜNE LÜGEN“ – „GREEN-WASHING“ – „WWF-UNILEVER-MSC-ZERTIFIKAT“

Kampf gegen die „Palmöl-Mafia“ | DW Reporter

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siehe auch „NSU“  – „Mundlos- Böhnhardt- Zschäpe“ – „TIEFER-STAAT“ – „Jürgen Roth“

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus179343096/NSU-Akten-Geheim-bis-ins-Jahr-2134.html

NSU-Akten

Geheim bis ins Jahr 2134

NSU-Prozess - Fahndungsfotos
Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (v.l.): „Neben den drei bekannten NSU-Tätern muss es aber noch sechs andere geben“, schreibt Anwalt Christoph Partsch

Quelle: dpa/Frank Doebert

Mit der Verurteilung der Angeklagten im NSU-Prozess scheint die Bundesanwaltschaft zufrieden zu sein und die Akten zu schließen. Seltsam ist, dass der hessische Verfassungsschutz gewisse Unterlagen sperren lässt. Neueste Erkenntnisse unserer Autoren zeigen: Die Taten sind noch lange nicht vollständig aufgeklärt…..

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ube.com/watch?v=3b-gIDWW4qc

„Zschäpe“ kündigt Erklärung zum „Mordfall Peggy“ an

„KINDER-PORNOGRAFIE“

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dieses Video wurde in einigen Ländern  z.B. USA gesperrt!!!!!!  siehe LINK

ube.com/watch?v=tmmA2WlhApw&feature=youtu.be

„DIGITALER IRR-SINN“ – „Year Million“ – „In welcher GALAXIE (ILLUSSION) willst DU leben“???!!!?!

LINK: https://www.welt.de/mediathek/dokumentation/gesellschaft/year-million/sendung175136830/Year-Million-Unendliche-Weiten-In-welcher-Galaxie-willst-du-leben.html

Year Million Unendliche Weiten – In welcher Galaxie willst du leben?

  • Dauer 46 Min
  • Noch 3 Tage

Menschheit und Künstliche Intelligenz sind verschmolzen und haben das gesamte Sonnensystem erobert. Unser hypertechnologisches Leben speist sich aus der Energie dieser kosmischen Ressourcen. Um weiter ins All vorzudringen, ist aber noch viel mehr nötig: Die Bedingungen in anderen Galaxien und neuen Welten erfordern von unseren Nachfahren Eigenschaften, die mit heutigen Menschen nicht viel zu tun haben. Wie wird sie aussehen, die galaktische Zivilisation im „Year Million“?

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„FEHL-ANZEIGE“: „RECHTs-STAAT“ DEUTSCHLAND UNTER MERKEL???!!!

tube.com/watch?v=9epNpYDtrns

Straf-TÄTERIN  Merkel  | SAT.1 Frühstücksfernsehen

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„Elektro-Mobilität“- – Studie: „Elektro-Autos“ sind nicht besser für die Umwelt als „Benziner“ /// Wie „Microsoft“ und „Google“ KREBS besiegen wollen?!

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/11/11/studie-elektroautos-sind-nicht-besser-fuer-die-umwelt-als-benziner/
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Studie: Elektroautos sind nicht besser für die Umwelt als Benziner

Große Elektroautos sind – von der Herstellung bis zur Verschrottung gerechnet – für das Klima schädlicher als herkömmliche Kleinwagen.

Ein elektrisch angetriebener BMW i3 lädt an einer Ladesäule in der Innenstadt von Leipzig. (Foto: dpa)

Ein elektrisch angetriebener BMW i3 lädt an einer Ladesäule in der Innenstadt von Leipzig. (Foto: dpa)

Neueste Studien deuten darauf hin, dass Elektroautos nicht per se besser für die Umwelt sind als Autos mit Verbrennungsmotor. Die Umweltschädlichkeit hänge vielmehr von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, berichtet die Financial Times unter Berufung auf eine Studie des Massachusetts Institute of Technology.

Berechnet man den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) sowie den Ressourcenverbrauch während des gesamten Lebenszyklus eines Elektroautos, so wird das in den Medien transportierte Bild vom emissionsfreien Elektroauto schnell wiederlegt. Beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, dass die Energie- und Umweltbilanz kleinerer Autos mit Verbrennungsmotor oftmals besser sei als bei größeren Elektroautos.

Die FT beschreibt diesen Sachverhalt durch einen Vergleich des Kleinwagens Mitsubishi Mirage mit einer größeren Elektrolimousine vom Typ Model S des Autobauers Tesla. Untersucht man die für die gesamte Produktion und die Entsorgung notwendigen CO2-Emissionen, dann schneidet der Mitsubishi Mirage über den gesamten Lebenszyklus betrachtet mit durchschnittlich etwa 192 Gramm ausgestoßenem CO2 pro gefahrenem Kilometer besser ab als das Model S mit rund 226 Gramm.

Richtig ist aber auch, dass ein vergleichbar großer Benziner wie das Model S – etwa ein BMW aus der 7-Serie – mit 385 Gramm deutlich mehr CO2 pro Kilometer bezogen auf den Lebenszyklus emittiert.

Zu bedenken ist außerdem, an welchem Ort das Fahrzeug gefahren wird und wie dort der Strom generiert wird. Auf ein in Polen gefahrenes Elektroauto – wo der Großteil der Elektrizität durch Kohlekraftwerke generiert wird – entfallen beispielsweise bedeutend mehr CO2-Emissionen als in anderen Teilen Europas.

Die Frage, woher der Strom für hunderttausende in den kommenden Jahren neu auf die Straße drängenden Elektroautos kommen soll, ist ebenfalls sehr wichtig. Da alternative Energiequellen dafür allein höchstwahrscheinlich nicht ausreichen werden, könnten neue Atom- oder Kohlekraftwerke gebaut werden müssen.

Das größte Umweltproblem des Elektroautos stellt eindeutig die Batterie dar. Deren Herstellung verbraucht große Mengen an seltenen Metallen und Rohstoffen, die oft unter katastrophalen Bedingungen abgebaut werden. Vor Kurzem scheiterte Volkswagen mit dem Bemühen, eine langfristige Liefervereinbarung für Kobalt zu erhalten. Der Preis des Metalls ist in den vergangenen Monaten explodiert und die Händler waren nicht bereit, sich für längere Zeit preislich zu binden. Ein großer Teil des auf dem Weltmarkt verfügbaren Kobalts wird zudem unter menschenunwürdigen Bedingungen in Afrika abgebaut. Ähnliches gilt für das für Batterien wichtige Lithium, dessen Preis in letzter Zeit ebenfalls stark gestiegen ist.

Das Massachusetts Institute of Technology schätzt, dass die Produktion eines Tesla S insbesondere wegen der Batterie etwa 12,2 Tonnen CO2 emittiert – verglichen mit etwa 8,2 Tonnen beim 7er BMW und 4,7 Tonnen beim Mitsubishi Mirage.

Vor diesem Hintergrund ist das Streben der Autobauer nach längeren Reichweiten und damit größeren Batterien bedenklich. „Das ist ein sehr dummes Wettrennen. Wenn sie einfach vom Erdöl auf Kobalt und Lithium umsteigen, dann haben Sie kein Problem gelöst, sondern einfach die Probleme getauscht“, sagt ein von der FT befragter Analyst. Stattdessen sollte die Politik dafür sorgen, dass kleinere und leichtere Autos gefördert werden – elektrische wie solche mit Antriebsmotor.

Dem Analysten zufolge emittiert ein Kleinwagen-Benziner mit einem Gewicht von rund 500 Kilogramm über seine Lebensdauer weniger CO2 als ein elektrischer Mittelklassewagen in Paris – wo rund 75 Prozent des Stroms aus der emissionsfreien Atomkraft stammen.

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http://www.spiegel.de/auto/aktuell/berlin-ministerien-beschweren-sich-ueber-hybrid-dienstwagen-a-1177341.html

Elektromobilität Ministerien beschweren sich über Hybrid-Dienstwagen

Staatssekretäre im Bundesverkehrs- und Finanzministerium klagen über ihre Plug-In-Hybride von BMW. Die Limousinen mit teilweisem Elektrobetrieb entpuppen sich als Spritfresser.

Von Gerald Traufetter

BMW-Hybridlimousinen am Münchner Flughafen

Rainer Häckl / BMW

BMW-Hybridlimousinen am Münchner Flughafen

Wer als Ministerialer in Berlin dieser Tage mit seinem Dienstwagen vorfährt, sollte auf seinem Kennzeichen ein E stehen haben, E für Elektro. Das gilt als umweltfreundlich, schick und modern. Vor allem wird es dann nicht so peinlich, wenn Umweltverbände, wie sie es fast jedes Jahr tun, nach dem Flottenverbrauch des Ministerium-Fuhrparks fragen. Besonders beliebt sind deswegen in Berlin sogenannte Plug-In-Hybride, die sowohl einen Verbrennungs- als auch Elektromotoren besitzen. Sie sind groß, komfortabel und trotzdem sparsam. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Zumindest auf dem Papier. Denn offenbar sind die Spitzenbeamten aus den Bundesministerien, die sich darin chauffieren lassen, zunehmend frustriert über ihre neuen Dienstwagen mit Hybridantrieb. Ihre Fahrer klagen nach Informationen des SPIEGEL darüber, dass die Autos nur sehr kurze Strecken elektrisch zurücklegen, statt die vom Werk angegebenen Reichweiten zu erfüllen.

Dann aber, wenn der Verbrennungsmotor anspringt, seien die Verbräuche exorbitant hoch, zumal die Wagen wegen der Elektromotoren schwerer sind. Wegen kleinerer Tanks müssten die Chauffeure ständig nachtanken, heißt es. Zwei Staatssekretären aus Bundesfinanz- und Verkehrsministerium reicht es nun: Sie haben sich beim Hersteller BMW über ihren Dienstwagen vom Modell 740e iPerformance beschwert.

Falsche Förderung?

Die Irritation in der Bundesregierung ist auch deshalb so groß, weil man die Plug-in-Hybride mit in die Elektromobilitätsförderung aufgenommen hatte, was den Kunden einen Umweltbonus von 3000 Euro sichert. Der Zuschuss scheint mit Blick auf den wahren CO2-Ausstoß nicht wirklich gerechtfertigt zu sein.

Um in den Genuss der Elektro-Privilegierung zu kommen, müssen die Plug-in-Hybride weniger als 50 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. In die Berechnung dieser Werte bei den Zulassungstests fließen Anteile ein, die der Elektromotor bei überwiegend geringen Geschwindigkeiten fährt, und jene, die der Verbrennungsmotor übernimmt. Die Bemessung ist derart günstig für den Elektrobetrieb gewählt, dass bei normalem Fahrverhalten der Durchschnittsverbrauch bei Plug-In-Hybriden noch realitätsferner ist als bei normalen Autos. (Lesen Sie hier alles über „Die Verbrauchslüge“).

BMW bestätigt die „Rückmeldungen aus dem Fuhrpark“ der Ministerien, verweist darauf, dass die Diskrepanz zwischen angegebenem und realem Verbrauch „nicht nur von BMW-Kunden beobachtet wird“. Das stundenlange Warten auf die Ministerialen mit Standheizung würde die „verfügbare Reichweite für das elektrische Fahren reduzieren“, erklärte BMW auf Nachfrage des SPIEGEL.

Das Eingeständnis derart starker Abweichungen von angegebenem und realen Verbrauch könnte die Hersteller in Bedrängnis bringen, weil sie sich Plug-In-Hybride in der künftigen Regelung der CO2-Grenzwerte anrechnen lassen wollen. Wenn sie im Jahre 2025 mindestens 15 Prozent elektrischer Autos oder Hybridfahrzeuge verkaufen, dann bekommen sie Abschläge beim CO2-Grenzwert ihrer Autoflotte. Umweltverbände kritisieren diese Regelung.

 

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http://www.spiegel.de/auto/aktuell/wltp-wie-die-verbrauchs-luege-beendet-werden-soll-a-1176194.html

Neue Abgas- und Spritmessung Die Verbrauchslüge

Neuwagen verbrauchen laut einer Studie im Schnitt rund 42 Prozent mehr Sprit als vom Hersteller angegeben. Doch mit den extremen Abweichungen soll bald Schluss sein – dank eines neuen Prüfverfahrens.

Von Christian Frahm

Neue Abgasmessung: Der WLTP im Überblick Fotos
Volkswagen
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Viele Autobesitzer verzweifeln daran, dass ihr Wagen ständig mehr verbraucht als im Prospekt versprochen – selbst bei bewusst spritschonender Fahrweise. Wie weit die CO2- und Kraftstoffwerte fernab der Realität liegen, hat jetzt erneut die Umweltorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) untersucht. Das Ergebnis ihrer am Montag veröffentlichten Studie: Im Durchschnitt liegt der Verbrauch von Neuwagen in Europa 42 Prozent höher als von den Herstellern angegeben.

Die ICCT ist eine unabhängige Forschungsorganisation, die vor zwei Jahren den VW -Dieselskandal in den USA mit aufgedeckt hat. Als die Studie im Jahr 2013 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, lag die Diskrepanz noch bei etwa 25 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr betrug die Kluft aber mehr als 40 Prozent.

Ein Hauptgrund für die extremen Abweichungen war nach Ansicht von Experten der Testzyklus, mit dem die Werte lange Zeit ermittelt wurden. Doch genau hier hat sich seit Kurzem etwas geändert.

Der sogenannte NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) wurde durch den WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, zu Deutsch „weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren“) ersetzt. Dessen überarbeitete Testbedingungen und Fahrprofile könnten die Diskrepanz zwischen offiziellen und realen Verbrauchswerten etwa halbieren, erwarten die ICCT-Forscher.

Was ändert sich – und was bedeutet das für den Autofahrer? Die wichtigsten Infos zum neuen Testverfahren.

Wieso wurde das neue Verfahren entwickelt?

Das seit 1992 gültige Testverfahren NEFZ ist schlicht nicht mehr zeitgemäß. Zum einen, weil das Fahrprofil – also die Strecke, die Fahr- und Standzeiten sowie die gefahrenen Geschwindigkeiten auf dem Prüfstand – nicht mehr dem heutigen Fahrverhalten entspricht.

Zum anderen, weil der NEFZ den Herstellern viele Schlupflöcher bot, was die absurd niedrigen Prüfstandswerte erklärt: Wie wenig die NEFZ-Prozedur mit einer realen Autofahrt zu tun hat, zeigt sich, wenn man den Labortest auf die Straße überträgt: Demnach müsste man allein im Auto sitzen, der Tank dürfte nur zu 40 Prozent gefüllt sein, Heizung, Gebläse und Radio müsste abgeschaltet sein und die Strecke müsste topfeben geradeaus gehen – selbstverständlich ohne Gegenwind.

Um den Verbrauchern realere Abgas- und Verbrauchsangaben liefern zu können, wurde daher das neue Testverfahren WLTP festgelegt, das seit 1. September diesen Jahres gilt. Dieser Test basiert erstmals auf realen Fahrdaten aus Asien, Europa und den USA und damit auf einem repräsentativeren Fahrprofil als bislang.

Wie unterscheiden sich WLTP und NEFZ?

Vergleicht man den WLTP mit dem NEFZ, fällt auf, dass der neue Test deutlich länger dauert, nämlich 30 statt 20 Minuten. Dadurch erhöht sich die gefahrene Strecke von bislang elf auf jetzt 23,25 Kilometer. Gleichzeitig sinkt der Zeitanteil, in dem das Auto stillsteht (etwa um Ampelstopps zu simulieren) von 25 Prozent beim NEFZ auf 13 Prozent im WLTP.

Außerdem wird jetzt deutlich häufiger beschleunigt, einmal auf bis zu 131 km/h (NEFZ maximal 120 km/h), wodurch die Durchschnittsgeschwindigkeit von 33,6 km/h im alten Zyklus auf 46,6 km/h im WLTP steigt.

Auch die Testvorgaben für die Außentemperatur werden präzisiert: Galt beim NEFZ noch ein Temperaturfenster von 20 bis 30 Grad, wird das Auto im neuen Zyklus bei exakt 23 getestet. Den klimatischen Bedingungen entsprechend ist für Europa außerdem eine nachträgliche Betrachtung der Ergebnisse auf eine Temperatur von 14 Grad geplant. Diese würde dann per Simulation berechnet, ist aber noch nicht offiziell beschlossen.

Wann und wie wird der WLTP eingeführt?

Bereits seit dem 1. September 2017 müssen neue Fahrzeugtypen nach dem WLTP getestet werden, um eine Zulassung zu erhalten. Ein Jahr später müssen dann alle neu zugelassenen Pkw das neue Testverfahren durchlaufen. Dabei wird natürlich nicht jedes produzierte Fahrzeug getestet, sondern einzelne Pkw, die beispielhaft für den Fahrzeugtypen stehen. Für leichte Nutzfahrzeuge gelten diese Regelungen jeweils um ein Jahr nach hinten versetzt.

Hat sich beim WLTP nur das Fahrprofil geändert?

Nein, neben dem realistischeren Fahrprofil spielt auch das Fahrzeug selbst eine wichtige Rolle im WLTP. Beim NEFZ konnte der Hersteller immer das leichteste Modell einer Baureihe auf den Prüfstand stellen und dadurch den Verbrauchswert niedrig halten. Mit dem WLTP wird nun auch die individuelle Ausstattung eines Autos berücksichtigt – und zwar in jeder beim Hersteller bestellbaren Variante.

Dafür wird das jeweils leichteste Basismodell und zusätzlich eine voll ausgestattete Variante inklusive sämtlicher Ausstattungsoptionen auf dem Prüfstand getestet. Aus diesen beiden Werten errechnet der Hersteller dann die Verbrauchswerte aller dazwischenliegenden Ausstattungsvarianten. Berücksichtigt werden auch verschiedene Karosserieformen sowie jede mögliche Kombination aus Motor und Getriebe.

Welche Schwächen hat der WLTP?

Auch bei diesem Verfahren wurden Kompromisse zwischen der Politik und den Herstellern getroffen, die Letzteren einen Spielraum bieten. Ein gutes Beispiel dafür ist der Reifendruck: Beim NEFZ konnten die Hersteller den Reifen bis an seine Belastungsgrenze aufpumpen. Die Folge war ein deutlich geringerer Rollwiderstand als im realen Betrieb. Jetzt gilt ein Mittelwert. Waren mit dem NEFZ früher beispielsweise sechs Bar Reifendruck möglich und laut den Vorgaben des Herstellers drei Bar vorgeschrieben, wird der Reifen für den WLTP auf 4,5 Bar aufgepumpt.

Vor allem können aber Autos mit leistungsstarken Motoren vom WLTP profitieren, während schwach motorisierte Kleinwagen schlechter abschneiden. Denn für Letztere sind die höheren Geschwindigkeiten und schnelleren Beschleunigungen im WLTP ein Nachteil – die großen Spritschlucker haben in der Regel jedoch einen besseren Wirkungsgrad und können weite Strecken in einem hohen Gang und damit verbrauchsärmer zurücklegen.

Welche Folgen hat der WLTP für Autofahrer?

Die Autofahrer könnten durch eine bessere Transparenz profitieren. Sie müssen sich jedoch auch auf eine tendenziell höhere Kfz-Steuern gefasst machen. Denn die Höhe der CO2-Emission ist – neben der Größe des Hubraums und der Antriebsart – einer von drei Faktoren zur Berechnung der Kfz-Steuer.

Für Pkw, die seit dem 1. Januar 2014 erstmals zugelassen wurden, liegt die Freigrenze im Schnitt bei 95 Gramm pro Kilometer. Jedes weitere Gramm über der steuerfreien Grenze kostet zwei Euro pro Jahr. Werden mit dem WLTP-Zyklus nun realistischere (und damit höhere) Verbrauchs- und CO2-Werte ermittelt, erhöht das auch die Steuer, sofern der CO2-Wert über 95 Gramm je Kilometer liegt.

Für alle Autos, die heute bereits zugelassen sind, gilt allerdings weiterhin der im NEFZ-Zyklus ermittelte Wert, die Steuer bleibt also gleich. Die Berechnung der Kfz-Steuer nach WLTP-Werten soll erst bei Autos greifen, die nach dem 1. September 2018 zugelassen werden.

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TEAM: „MONSANTO-GOOGLE-MICROSOFT“  der eine (MONSANTO) verursacht Krebs der andere will mit einer „programmierten Maschine“ dieses SYMPTOM kontrollieren (chronischer Krebs)

„INTELLIGENTs-TEST“ mit „programmiertem RECHNER“ –  FRAGE: Ist Krebs ein Symptom von MONSANTO-GLYPHOSAT verursacht???!!! – ANTWORT: Eine Antwort auf diese Frage ist nicht in meinem Program zu finden soll Krebs mit Daten kontrollieren……..

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aus dem TEXT: …..Microsoft und Google haben das Geschäft mit der Gesundheit entdeckt: Mithilfe von Daten und künstlicher Intelligenz wollen sie Medikamente entwickeln…….

siehe weiter im Text:….. In dieser Zukunft wird Krebs zwar nicht immer heilbar sein, aber er soll nur noch eine „chronische Krankheit“ sein: behandelbar, zu managen, nicht tödlich.……

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http://www.spiegel.de/spiegel/wie-microsoft-und-google-das-geschaeft-mit-der-gesundheit-revolutionieren-wollen-a-1176809.html

Medizin Wie Microsoft und Google Krebs besiegen wollen

Microsoft und Google haben das Geschäft mit der Gesundheit entdeckt: Mithilfe von Daten und künstlicher Intelligenz wollen sie Medikamente entwickeln und eines Tages den Krebs besiegen. Ist das Träumerei?

Von Thomas Schulz

Dreidimensionale Computertomografie-Darstellung eines Gehirntumorpatienten

Zephyr / Science Photo Library

Dreidimensionale Computertomografie-Darstellung eines Gehirntumorpatienten

Tief im Inneren von Gebäude Nummer 99, in einem fensterlosen Raum voller Monitore, kartografiert Ivan Tarapov Prostatatumoren in 3-D und wühlt sich durch immer neue Schnittbilder von Computertomografien, um die passende Strahlentherapie zu planen. Im Labor gleich nebenan kratzt Desney Tan, Experte für medizinische Informatik, Moskitos aus elektronischen Fallen und untersucht sie anschließend auf einen Befall mit dem Zika-Virus und anderen Erregern.

Aber wo sind die weißen Kittel, die Krankenschwestern, die Ärzte?

Statt Patientenbetten drängen sich Serverreihen dicht an dicht, in den Gängen hängen Porträts von Bill Gates. Gebäude Nummer 99, vier Stockwerke hoch, hundert Meter lang und ebenso breit, in einem Tannenwald nahe Seattle, ist keine Klinik, sondern das Forschungshauptquartier von Microsoft.

Tausende Wissenschaftler steckt der Konzern in diesen Tagen in immer neue Forschungsprojekte und noch mal so viele Experten in die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, aber zunehmend weniger geht es dabei um Windows und Word und öfter um Krebs und Stammzellen, um Therapien und Medikamente.

„Es ist so aufregend, so spannend, was in der Medizin passiert, was für eine Entwicklung, meine Güte“, sagt Peter Lee, Forschungschef von Microsoft, Professor für Cybersicherheit, und einst ein führender Wissenschaftler des US-Verteidigungsministeriums. Ein nüchterner Informatiker, eigentlich, aber in seiner Stimme schwingt spürbar die Aufregung mit, wenn er sagt: „Die Medizin ist reif für eine Revolution“, dank Digitialisierung, dank technischen Fortschritts.

Microsoft ist nicht allein mit dieser Erkenntnis, die Tech-Giganten an der amerikanischen Westküste bewegen sich bei allen großen Entwicklungen längst im Gleichschritt. Auch Google, Amazon, Facebook und Apple sammeln Mediziner, Chemiker, Biologen für neue Abteilungen. Es ist die nächste Weltveränderungsidee im Silicon Valley, dass die Entschlüsselung der Biologie und das Verständnis von Krankheiten am Ende ein Datenproblem sei und deswegen zumindest teilweise von Softwareexperten gelöst werden könne. Alles ist eine Rechenaufgabe, auch der Mensch.

Die Logik geht so: Technologie treibe den Fortschritt rasend schnell voran; die Rechenkraft explodiere; riesige Datenmengen auszuwerten werde jeden Tag leichter; künstliche Intelligenz, die neue Wunderwaffe, mache alles einfacher – Genome in ein paar Minuten für ein paar Hundert Dollar zu sequenzieren, neue Medikamente zu entwickeln, Zellfunktionen zu verstehen.

Und was könnte naheliegender sein, als sich mit diesen immer mächtiger werdenden Instrumenten die Gesundheit vorzunehmen: Mehr als 20 Prozent der amerikanischen Staatsausgaben fließen in das Gesundheitssystem, eine globale Billionenbranche. „Eine enorme Gelegenheit“, sagt Tim Cook, der Apple-Chef.

Deswegen arbeiten sie in den Konzernzentralen in San Francisco und Seattle nun an medizinischer Grundlagenforschung: Wie lässt sich Krebs besiegen? Sie arbeiten an medizinischen Geräten: Wie lassen sich Blutwerte, Insulin, Herzschlag rund um die Uhr analysieren? Und sie arbeiten an medizinischer Datenverarbeitung: Wie lassen sich Patienteninformationen, klinische Studien, Forschungsergebnisse maschinell auswerten?

An Geld mangelt es nicht. Amazon investierte 2016 mehr in die Forschung als jeder andere Konzern, und die Google-Mutter Alphabet lag mit rund 14 Milliarden Dollar ebenfalls weit vorn. Google erforscht, wie Algorithmen Hautkrebs auf Fotografien erkennen können, wie Software Depressionen besiegen kann, wie Herzinfarkte dank künstlicher Nanopartikel in den Blutgefäßen vorhergesagt werden können.

Amazons Gesundheitsabteilung erprobt unter dem Codenamen 1492 – die Entdeckung einer neuen Welt – virtuelle Arztbesuche und wie sich medizinische Daten in großem Stil in der Cloud speichern und auswerten lassen. Angeblich will der Konzern auch ins Arzneimittelgeschäft einsteigen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg finanziert den Aufbau eines „menschlichen Zellatlas“: Ein mit 600 Millionen Dollar ausgestattetes Forschungszentrum soll unter anderem alle Zellen kartografieren und damit neue Medikamente ermöglichen.

Der Milliardär und Wagniskapitalgeber Peter Thiel hat einen Investmentfonds namens Breakout Labs gegründet, der immer neue Millionen in Biotech-Start-ups steckt. Der ehemalige Facebook-Präsident Sean Parker hat ein nach ihm benanntes Institut für Krebsimmuntherapie auf den Weg gebracht.

Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA startete vor wenigen Wochen ein beschleunigtes Genehmigungsprogramm für neue Technomedizinprodukte, damit die Digitalkonzerne ihre Innovationen deutlich schneller auf den Markt bringen können.

Aber der Strom fließt auch in die andere Richtung. Informatiker, Datenanalytiker, Programmierer strömen zu Pharmafirmen und Unikliniken. Begehrt ist, wer beides kann: Computational Biologists, Bioinformatiker, ein boomendes Berufsbild.

Die Welten vermischen sich, doch wer davon am meisten profitieren wird, ist noch nicht klar: die Patienten? Das Gesundheitssystem? Die Pharmaindustrie? Oder die Tech-Giganten?

Healthcare Next nennt Microsoft seinen Vorstoß in die Medizin, und es soll um nicht weniger gehen als darum, „das Gesundheitssystem zu transformieren“, sagt Lee. Indem die medizinische Forschung vorangetrieben und die Versorgung der Patienten mit neuen Therapien verbessert wird, Ärzte mit neuen Instrumenten ausgestattet werden und dabei alles billiger werden soll, für die Patienten und den Staat.

Dazu verfolgt der Konzern einige Dutzend Projekte gleichzeitig. Manche davon eher pragmatisch, wie neue Spracherkennungssysteme, die es Ärzten erlauben, ihre Beobachtungen während laufender Untersuchungen dem Computer zu diktieren, statt sie später abzutippen. Andere dagegen sind weit ambitionierter, medizinische Moonshots, die auf eine Zukunft der personalisierten Medizin zielen, in der Diagnose und individuelle Behandlung auf einer Genomanalyse basieren. In dieser Zukunft wird Krebs zwar nicht immer heilbar sein, aber er soll nur noch eine chronische Krankheit sein: behandelbar, zu managen, nicht tödlich.

Lungentumorzellen unter Elektronenmikroskop

Meckes / Ottawa / eye of science

Lungentumorzellen unter Elektronenmikroskop

Innerhalb einer Dekade soll „das Problem Krebs gelöst sein“, so haben es sich die Microsoft-Forscher vorgenommen. Sie sprechen von Computing Cancer, den Krebs mit dem Computer zu besiegen: Neue Algorithmen sollen Medizinern helfen, die Ursprünge der Krankheit besser zu analysieren, Maschinenintelligenz soll die Genomanalyse perfektionieren und Medikamentencocktails entwickeln, neue Informatikmethoden sollen dazu führen, den Code von Zellen zu knacken und sie zu programmieren wie eine Software.

Ist das Größenwahnsinn? Träumerei?

Die Microsoft-Projekte werden angetrieben von Fortschritten in der künstlichen Intelligenz (KI). Jahrzehntelang war KI ein beliebtes Thema in Science-Fiction-Geschichten, in der Praxis blieben die Ergebnisse bescheiden. Das hat sich laut Ansicht von Experten grundlegend geändert.

Inzwischen gilt KI „als die größte Transformation der Informatik seit Erfindung des Computers“. So sagt es Christopher Bishop, Leiter des Microsoft-Forschungslabors in Cambridge, Informatikprofessor und Fellow der britischen Royal Society. „Im Herzen der Informatik ist etwas Fundamentales passiert: Software wird nicht mehr von Hand entwickelt, sondern entwickelt sich selbst, indem sie aus Daten lernt.“

Das klingt banal, aber die Folgen werden in den kommenden Jahren überall zu spüren sein. „Nahezu alle Aspekte unseres Lebens werden sich verändern“, sagt Bishop.

Microsoft-Forscher Christopher Bishop

Ed Miller

Microsoft-Forscher Christopher Bishop

Bei Microsoft, Google, Apple stellen sich viele Experten die gleiche Frage: Wie lassen sich diese neuen datenfressenden Softwaremaschinen dafür einsetzen, die Gesundheitswelt zu revolutionieren?

Das ist die Aufgabe von Hoifung Poon, promovierter Informatiker und Grundlagenforscher. Er sagt oft solche Sätze: „Medizin ist zu ungenau, mit intelligenten Maschinen kann sich das endlich ändern.“ Poon leitet das Project Hanover, dessen Ziel es ist, künstliche Intelligenz für Präzisionsmedizin zu entwickeln.

Als ersten Schritt will Microsoft Maschinen das Lesen beibringen, so, dass sie den Text auch verstehen, weil das meiste medizinische Wissen in Texten steckt: Auf Milliarden Seiten wissenschaftlicher Literatur sind endlose Informationen zu biologischen Prozessen, therapeutischen Mechanismen und klinischen Studien begraben.

Aktuell enthält die größte Datenbank rund 27 Millionen medizinische Abhandlungen, die bereits digital zugänglich sind. Es laufen weltweit mehrere Tausend neue Krebsstudien, deren Ergebnisse öffentlich publiziert werden.

Aber wer kommt da noch mit? „Nur Maschinen“, sagt Poon.

Die maschinelle Unterstützung soll es Ärzten künftig leichter machen, individuelle, präzisere Therapien zu entwickeln. Insbesondere in der Krebstherapie werden durch die Genomanalyse zunehmend personalisierte Behandlungen möglich. Allerdings bislang nur für einen Bruchteil von Patienten, da der Aufwand enorm ist. Oft müssen gleich ein Dutzend Spezialisten einen Behandlungsplan entwerfen und dazu alle wissenschaftlichen Entwicklungen im Blick haben. Doch längst sind noch nicht alle Therapien ausgereift.

Um das Problem zu illustrieren, zeigt Poon ein Foto von einem Hautkrebspatienten, dessen ganzer Körper mit Tumoren überzogen ist. Im nächsten Bild sind die Tumoren fast gänzlich verschwunden, das Ergebnis einer personalisierten Krebstherapie. Im dritten Bild aber sind die Tumoren zurück, wenige Wochen nach der Therapie mutierte der Krebs.

Zunehmend setzten Ärzte deswegen darauf, den mutierenden Krebs mit immer neu angepassten Medikamentencocktails zu behandeln. Aber wie lassen sich die richtigen individuellen Kombinationen finden? Für Millionen Patienten? Derzeit sind rund 200 Wirkstoffe gegen Krebs zugelassen, über 1200 Medikamente sind in der klinischen Entwicklung. Allein eine Doppelkombination ergibt schon Hunderttausende Möglichkeiten, eine Dreifachkombination fast 300 Millionen.

Der bisherige Ansatz der Pharmaindustrie, eine Kombination nach der anderen zu testen, erscheint da hoffnungslos ineffizient. Poon sieht darin den „Flaschenhals“, den nun die Maschinen zumindest deutlich erweitern sollen. Intelligente Software, mit den genomischen Daten des Patienten und seiner Krebsart gefüttert, durchsucht die medizinische Literatur und macht schließlich Vorschläge, welche Medikamentenkombination die besten Erfolgschancen hat. „So lassen sich hoffentlich neue Therapien in Monaten, nicht Jahrhunderten finden“, sagt Poon.

Ob sich diese Hoffnung erfüllen lässt, erprobt Microsoft gerade in einem Pilotprojekt mit dem Knight Cancer Institute in Oregon. Die Ärzte dort suchen bereits seit Jahren nach einer neuen Kombinationstherapie für Leukämie. Die vorhandenen Medikamente machen 11.026 Kombinationen möglich, davon wurden 102 in den vergangenen zwei Jahren getestet. Die Microsoft-Maschine durchsucht auf einen Schlag die verbleibenden 10.000 Kombinationen und macht den Onkologen Vorschläge für vielversprechende Cocktails, die sie nun erproben.

Für Microsoft soll das nur der Beginn einer neuen Welt von Mensch-Maschine-Kollaborationen sein, um mittelfristig die gesamte Medizin zu verändern. „Unser Ziel ist, Systeme zur Entscheidungshilfe zu bauen“, sagt Poon. „Maschinen, die alle möglichen Datenquellen auswerten um Experten Empfehlungen zu geben, und dann aus der Interaktion mit dem Menschen immer mehr dazulernen.“

Ferne Zukunftsmusik?

Ein KI-System von IBM hat vor Kurzem die DNA-Sequenzierung eines Gehirntumors korrekt und schneller interpretiert als ein ganzes Team menschlicher Experten. Ärzten fällt es schwer, Autismus bei Säuglingen zu diagnostizieren, weil die Symptome erst später klar erkennbar sind, aber ein neues KI-System kann Anzeichen bereits in Gehirnscans von sechs Monate alten Babys identifizieren. Die Stanford University hat ein lernendes Maschinensystem entwickelt, das Herzprobleme besser aus einem Langzeit-EKG ablesen kann als Kardiologen.

Radiologen verwenden oft Stunden darauf, auf CT-Scans die Ränder von Tumoren nachzuzeichnen, damit bei Bestrahlungstherapien nur der Krebs beschossen wird und nicht das umliegende Gewebe. Eine intelligente Software, entwickelt von Microsoft-Forschern, schafft das in Minuten.

Die Maschine als Arzthelfer – die Möglichkeiten scheinen endlos, zumindest in den Planspielen der Softwareingenieure. Wo immer Software effizienter und schneller sein kann, wo sie Forscher und Ärzte von Routineaufgaben befreien kann, soll sie zum Einsatz kommen.

Die Microsoft-Manager betonen immer wieder, dass es nicht darum gehe, den Arzt zu ersetzen. Die Maschine solle „das Triviale eliminieren und die Arbeitsbelastung verringern“, sagt Hadas Bitran, Expertin für künstliche Intelligenz in Microsofts israelischer Niederlassung. Sie bringt Maschinen bei, sich zu unterhalten. Ihre Abteilung hat einen virtuellen Gesundheitsassistenten entwickelt, den zahlreiche Krankenhäuser bereits erproben.

Patienten können bei Beschwerden über die Website mit der Klinik chatten, doch es antwortet keine Krankenschwester, sondern ein Computer. Die Maschine ist gefüttert mit den Aufnahmeprotokollen und greift auf allerlei medizinische Datenbanken zu. Auf Wunsch auch auf die digitale Patientenakte des Hausarztes.

Die Anwendung funktioniert umso besser, je mehr sie auf persönliche Daten zugreifen kann. Das gilt grundsätzlich für die digitale Zukunftsmedizin. Sie wird angetrieben durch eine Datenflut aus DNA-Analysen, kompletten Krankenakten und zunehmend größeren Informationsschätzen aus klinischen Studien und Forschungsprojekten.

Microsoft hat eine Online-App entwickelt, Healthvault, das Gesundheitsschließfach, speziell um alle möglichen sensiblen medizinischen Daten zentral in der Cloud zu speichern, seien es offizielle Arztberichte oder nur die Schrittzählerdaten von der Apple Watch. Einzelne Datensätze können dann etwa für Ärzte oder Versicherungen freigegeben werden. Google und Amazon haben ähnliche Anwendungen entwickelt.

Die Tech-Konzerne setzen darauf, dass Patienten, die ihre Fotos und E-Mails bei ihnen speichern, auch ihre Röntgenbilder am selben Ort ablegen. Das ist einfach und praktisch, was den Konsumenten in der digitalen Welt am Ende immer am wichtigsten war. Die Datenkraken Google und Facebook werden zwar gern angeprangert, aber die Nutzerzahlen steigen immer weiter an.

Microsoft-Forschungschef Peter Lee

Scott Eklund / Red Box Pictures

Microsoft-Forschungschef Peter Lee

Die Konzerne beeilen sich vorab zu versichern, dass sie aus vergangenen Fehlern im Umgang mit Datennutzung und Datensicherheit gelernt hätten. Dass es, ganz im Gegenteil, heutzutage keinen besseren Ort gebe, um Daten zu verwahren als bei ihnen, den Experten für Datensicherheit. „Wir haben zwei grundsätzliche Überzeugungen: Die Menschen sollen ihre medizinischen Daten selbst besitzen, und sie müssen in der Lage sein, Zugang zu diesen Daten zu gewähren und wieder zurückzunehmen“, sagt Peter Lee, der Microsoft-Forschungschef.

Wer aber will wirklich sein ganzes Leben in die Hände eines einzelnen Konzerns legen? Was, wenn die Konten gehackt werden? Und was genau passiert hinter den Kulissen mit den Daten?

Andererseits: Nur wenn Ärzte schnellen, vollen Zugriff auf alle Informationen haben, wenn die lernenden Maschinen ausreichend gefüttert werden, wenn immer mehr Daten produziert und zugänglich gemacht werden, können auch die großen Versprechen der Technomedizin eingelöst werden – personalisierte Therapien, neue Medikamente, ein gesünderes Leben. Lohnt es sich, dafür seine Daten zu opfern?

Solche Fragen werden sich um so dringlicher stellen, die Debatten heftiger werden, je weiter der Fortschritt Medizin und Biologie vorantreibt. Längst verfolgen die Tech-Konzerne noch weit größere Visionen, noch futuristischer, „superambitioniert“, sagt Lee. Was, wenn die menschliche Biologie wie Software zu programmieren wäre und DNA zu bearbeiten wie ein Computerprogramm? Microsoft hat dafür eine eigene Abteilung.

Die Biological Computation Group im britischen Cambridge verfolgt die Idee, dass biologische Prozesse am Ende auch nur Informationsverarbeitungsprozesse seien. Wenn man weiß, wie man Computer programmiert, kann man dann lernen, Zellen zu programmieren?

Forschern der Stanford University gelang es bereits, reguläre Zellen umzuprogrammieren, und Microsoft arbeitet nun daran, den Prozess zu verfeinern, denn der Gewinn könnte groß sein: Stammzellentherapie, die nicht auf Embryonen angewiesen ist, ohne ethische Konflikte. Oder nur mit neuen?

Die Microsoft-Forscher sind sich sicher: Wenn sich herausfinden lässt, wie Zellen Entscheidungen treffen, wie ihre Algorithmen funktionieren, dann lässt sich auch eine Programmiersprache finden, um Zellen zu steuern. Am Ende könnte ein molekularer DNA-Computer stehen, der Krebs in einer Zelle erkennt und ihr den Selbstmord befiehlt. Eine Art Doktor direkt in der Zelle, „spekulativ, aber sehr vielversprechend“, sagt Chris Bishop, der Leiter des Labors in Cambridge.

Die Vordenker der Tech-Konzerne wollen sich nicht festlegen, wie schnell sich ihre großen Visionen durchsetzen werden. Aber dass eine neue Welt kommen wird, daran zweifeln sie nicht. „Die Gesundheitssysteme ächzen unter dem Druck, vieles ist ineffizient, wir brauchen neue Ansätze“, sagt Bishop. „Die Zeit ist reif für die digitale Transformation der Gesundheit hin zu einer datengetriebenen Welt.“

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http://www.spiegel.de/spiegel/silicon-valley-biotechnologie-soll-pharmamarkt-revolutionieren-a-1159314.html

Biotechnologie Wie das Silicon Valley gegen Volkskrankheiten kämpft  

US-Investoren wie Bill Gates stecken Milliarden Dollar in die Entwicklung neuer Medikamente. Ein deutscher Arzt forscht an der Heilung von Alzheimer – mit guten Chancen.

Von Thomas Schulz

DER SPIEGEL

Start-up kann ein irreführender Begriff sein in diesen Tagen des ungebremsten kalifornischen Booms und der großen Hoffnungen, in denen das Geld scheinbar vom Himmel fällt. Wer da noch Garagen, Pizzakartons und Ikea-Schreibtische vermutet, wird oft enttäuscht. Stattdessen kann es so aussehen: ein Unternehmen, kaum zwei Jahre alt; ein Glaspalast mit hellen Gängen, gesäumt von Laboren; besetzt mit über hundert Forschern, nicht wenige von ihnen Stars in ihrer Disziplin. Ein drei Meter hohes Kernspinresonanzspektroskop, Preis: zwei Millionen Dollar, brummt hinter einer Glastür.

Aber es geht auch nicht um Apps hier am Rande der Bucht von San Francisco, sondern um Alzheimer, eine der am schnellsten wachsenden Volkskrankheiten der westlichen Welt. Die Lebenserwartung des Menschen steigt mit jeder Generation, aber je älter der Mensch ist, umso anfälliger wird das Gehirn für Verschleißerscheinungen: Das Gedächtnis schwindet, das Ich zerfällt. Die Zahl der Demenzkranken wächst seit Jahren dramatisch. Es gibt keine Therapien, die sie heilen könnten.

Die Hoffnung allein darauf, dass sich das ändert, lockt die Investoren. Aber es ist mehr als Hoffnung, „die Chance ist endlich da“, wirksame Medikamente für Alzheimer, Parkinson und andere neurodegenerative Erkrankungen seien in Reichweite. Sagt Alexander Schuth, Gründer und Chief Operating Officer von Denali Therapeutics. Und es gibt viele, die ihm glauben. Fast 220 Millionen Dollar nur als erste Anschubfinanzierung sammelten sie ein, Schuth und seine beiden Mitgründer, innerhalb weniger Tage im Frühjahr 2015. Es hatte nur ein Testballon sein sollen, um zu sehen, ob ihre Ideen und Forschungspläne auf Interesse stoßen, aber das Geld strömte nur so hinein, es kam aus allen Richtungen: von Bill Gates, von Google, vom Investmentfonds des Staates Alaska.

Natürlich half es, dass Schuths Mitgründer nicht gerade unbekannt ist, Marc Tessier-Lavigne, einer der führenden Neurowissenschaftler der Welt und Präsident der Stanford University. Und Schuth? Studierte Medizin an der Berliner Charité, machte seinen MBA an der Wharton School der University of Pennsylvania und leitete die Geschäftsentwicklung des Branchenriesen Genentech. Kleine Biografien sieht man selten in diesem Umfeld.

Dennoch: Fast 220 Millionen Dollar, um erst einmal anzufangen, das klingt verrückt, und vor zwei Jahren war es selbst im Silicon Valley noch eine Sensation. Heute jedoch scheint auch das bereits normal zu sein, fließen alle paar Monate Hunderte Millionen Dollar in neue Start-ups an der amerikanischen Westküste; solche wie Juno, das Immuntherapien gegen Krebs entwickelt; oder Grail, wo an der Krebsfrüherkennung geforscht wird. Pharmakonzerne pumpen Milliarden in neue Felder und Forschungsprojekte.

Was ist da im Gange? Eine „neue Ära der Medizin“, wie sie Stefan Oschmann, Chef des Pharmakonzerns Merck kommen sieht (SPIEGEL 15/2017)?

Vor „Hype“, „Goldrausch“, „Blase“ warnen dagegen andere. Nicht zu Unrecht, denn die Biotechnologie ist anfällig für Exzesse, getrieben von planlosen Investoren und Hoffnungen auf rauschende Börsengänge.

Und doch: Etwas Besonderes scheint sich zu entwickeln, das selbst Skeptiker schwer ignorieren können. Technologien greifen ineinander, der Fortschritt nimmt zu, und damit wächst der Optimismus. „Die Wissenschaft bricht auf“, sagt Schuth, und zum Vorschein kommen neue Wege, bislang unsichtbar. Teils buchstäblich.

DER SPIEGEL

Die zweifelsfreie Diagnose von Alzheimer erfolgt per Autopsie, so stand es im Lehrbuch, als Schuth Ende der Neunzigerjahre an der Charité Medizin studierte. Heute lässt sich mit neuen Tomografen auch in die Köpfe Lebender schauen. Gentests liefern Diagnosen. Auch Antworten?

Mehr als hundert Jahre ist es her, dass der deutsche Arzt Alois Alzheimer erstmals über diese „eigenartige Erkrankung der Hirnrinde“ sprach, die häufigste Ursache für Demenz, mit gnadenlosem Verlauf, an deren Ende das Selbst der Erkrankten im Nichts verschwindet. Aber bis heute ist die Medizin kaum einen Schritt weitergekommen. Neurodegenerative Krankheiten sind Brachland, das die Forscher verzweifeln lässt. 99,6 Prozent aller in einer Studie untersuchten Behandlungsversuche zwischen 2002 und 2012 schlugen fehl. Über hundert experimentelle Therapieansätze scheiterten in den vergangenen 20 Jahren. Was für eine niederschmetternde Statistik.

Derzeit sind gut 30 Millionen Menschen weltweit an Alzheimer erkrankt, bis 2050 könnte die Zahl auf 100 Millionen steigen – und es gibt keine einzige wirksame Therapie? So viel ist klar: Wer als Erster ein wirksames Medikament auf den Markt bringt, wird Milliarden Dollar verdienen. Trotzdem gaben selbst die großen Pharmakonzerne zwischenzeitlich auf. Zu komplex schien bislang das menschliche Gehirn. Und zu speziell: Tiere erkranken nicht an Alzheimer-Demenz. Es fehlt an Modellen und Testobjekten.

Und nun? „Was zuletzt scheiterte, wurde entwickelt mit dem Wissen der Neunzigerjahre“, sagt Schuth und meint damit: Es könnte auch genauso gut aus den Fünfzigerjahren stammen, im Vergleich zum Wissen von heute liegen dazwischen Welten. Vor allem dank der Genetik und ihrer rasenden Entwicklung: Ein menschliches Genom zu sequenzieren, also das gesamte Erbgut zu analysieren, kostete vor zehn Jahren noch viele Millionen Dollar. Heute sind es wenige Hundert.

Zehntausende Patienten können nun für Studien genetisch analysiert werden, inzwischen wurden rund 30 Genmutationen entdeckt, die die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, erhöhen, 35 für Parkinson und 34 für ALS. Die entsprechenden Zahlen lagen Ende der Neunzigerjahre bei 3, 0 und 1.

Die Genetik liefert nicht automatisch Therapien, aber sie verschafft Einblick in die Biologie der Krankheit, und dadurch lassen sich Angriffspunkte entwickeln. Einen ähnlichen Weg ging bereits die Krebsforschung im vergangenen Jahrzehnt, und Denali will ihn nun für neurodegenerative Krankheiten wiederholen. Es ist kein Zufall, dass viele der führenden Köpfe des Start-ups zuvor bei Genentech gearbeitet haben, einem führenden Hersteller von Krebsmedikamenten.

Der zweite große Aspekt ist das Imaging, die diagnostische Bildgebung: Technologie lässt teils live in den Kopf schauen. Ein großer Schritt, denn wie schwer ist es, etwas zu erforschen, das man nicht sehen kann. „Selbst im Studium konnte ich von so etwas nur träumen“, sagt Stacy Henry, dabei ist ihr Studium kaum fünf Jahre her, nun steht sie vor „Big Bird“, wie sie es bei Denali nennen, einer Art Supermikroskop, und streichelt die Maschine. „Big Bird“ analysiert 1000 Zellproben gleichzeitig, schmeißt Bilder aus, als wären es Aufnahmen ferner Galaxien vom „Hubble“-Weltraumteleskop: Bizarre Strukturen leuchten lila und grün. „Ein Traum“ für Henry, sie leitet die zellbiologische Parkinson-Forschung bei Denali. Die Maschine leistet in zehn Minuten, was vor wenigen Jahren noch eine Woche gedauert hat.

All diese neuen Fähigkeiten, in Gehirne zu schauen, Genome rasend schnell zu analysieren, unfassbare Mengen von Daten zu sortieren, eint eine gemeinsame Basis: der Fortschritt in der Computertechnologie, die digitale Revolution. Die Rechenleistung wächst und wächst, und die Software wird immer klüger, lernt dazu. Es ist eine exponentielle Entwicklung, ein Ende nicht abzusehen.

Die Hoffnungen sind groß, dass künstliche Intelligenz eine weitere Beschleunigung bringt. Maschinen lesen bereits Millionen Röntgenaufnahmen in Minuten, synthetisieren chemische Kombinationen, werten Krebsmutationen aus. Allerdings finden Maschinen nicht von selbst neue Therapien, sie machen es den Forschern nur einfacher. Denali beschäftigt deswegen Fachleute wie Thomas Sandmann, einen „Computational Biologist“: gleichzeitig Biochemiker und IT-Spezialist. Sandmann arbeitete zuvor bei Google in der Medizinforschung. Google forscht in der Medizin? Mit Hochdruck sogar, genauso wie Microsoft, Facebook und IBM. Es geht in beide Richtungen: Die Mediziner brauchen Informatiker, und die Informatiker stellen Mediziner ein.

Gerade wühlt sich Sandmann durch Gehirnzellenexperimente von israelischen Wissenschaftlern, sie haben ihre Forschungen veröffentlicht, und Sandmann schickt nun seine Algorithmen durch die Datensätze, um nach tieferen Mustern zu suchen. Es ist eine mühselige Suche, denn die meisten Experimente produzieren zu viele Daten, und wonach soll man eigentlich suchen? „Nach Korrelationen, die größer sind als der Zufall“, sagt Sandmann, es ist die Antwort eines Statistikfachmanns, aber genau so haben sich in den vergangenen Jahren einige grundlegende Erkenntnisse gewinnen lassen.

Zum Beispiel, dass die „kognitive Reserve“ den Verlauf von Alzheimer beeinflusst: Wer sein Gehirn mehr trainiert, verkraftet es besser, wenn die Gehirnzellen beginnen abzusterben. Tendenziell gilt: Je besser ausgebildet Menschen sind, desto stärker sind sie vor dem Fortschreiten der Krankheit geschützt.

Genauso wichtig scheint viel Bewegung zu sein, denn sie wirft den Abbau nicht mehr funktionierender Zellbestandteile an, die sogenannte Autophagie. Dieser Prozess findet im Zellinnern unter Zuhilfenahme spezieller Organellen, der Lysosomen, statt. Denali verwendet viel Zeit darauf, Lysosome zu erforschen, denn wenn sie nicht richtig funktionieren, stottern die Gehirnprozesse. Das zeigt eine der entdeckten Genmutationen des LRRK2-Gens, sie mindert den „intrazellularen Transport“, und das kann am Ende vermehrt zu einer erblichen Form von Parkinson führen. Wenn man die LRRK2-Aktivität hemmen könnte, ließe sich vielleicht dieser Auslöser ausschalten.

Schuth kann lange über die Eigenarten des menschlichen Gehirns reden, dass es nur durchschnittlich 1400 Gramm wiegt, aber 20 Prozent der Nährstoffe im Blut benötigt („Verrückt!“); dass die winzigen Blutgefäße im Gehirn 600 Kilometer lang sind, um die Neuronen zu versorgen („Faszinierend!“). Und was für Chancen sich nun bieten („Fantastisch!“). Das klingt, als hätte der kalifornische Optimismus abgefärbt auf den gebürtigen Frankfurter nach 15 Jahren San Francisco. Aber das Silicon Valley hat schon immer Menschen angezogen, die schneller vorwärtswollen.

Hat er seine Firma deswegen in Kalifornien gegründet statt in Deutschland, wollte er ausbrechen aus dem Land der Zweifler? Nein, eine Flucht sei es nicht gewesen, sagt Schuth, aber der „Silicon-Valley-Faktor“ spielte eine große Rolle, diese besondere Weltsicht hier: „Fortschritt ist immer gut, morgen ist immer besser als heute.“ Die Entscheidungsfreudigkeit, einfach loszulegen, auch wenn das Risiko enorm sei.

Das klingt eher nach kulturellen Differenzen, aber was macht das für Unterschiede: In Deutschland kratzen Biotechgründer ihr Geld oft mühsam zusammen. Ein, zwei Millionen Euro. Und hier gibt es 100 Millionen Dollar oder 200, weil die Geldgeber sagen: „Let’s just do it.“

Doch es gibt auch Zweifler, vor allem in Europa, sie warnen vor zu viel Optimismus, so würden nur falsche Hoffnungen gemacht. Und am Ende werde vielleicht auch geschludert, sei es aus Geldgier oder Übermut, in jedem Fall gefährlich, wenn es um Medizin und Biologie geht.

Andererseits: Kann es wirklichen Fortschritt nicht nur mit solchem Tatendrang geben, wenn die Zweifel beiseitegeräumt werden, um einfach loszustürmen?

Solche Fragen werden sich häufiger stellen, wenn sich nun immer neue technologische Wege öffnen zu neuen Therapien, wenn immer neue Start-ups nach der Zukunft der Medizin suchen und die Investoren Milliarden verteilen. Denn viele dieser Wege werden nicht ohne Zweifel zu beschreiten sein.

Die CRISPR-Cas-Methode etwa, die Genschere, mit der sich einfach und billig und schnell Erbgut in Pflanzen, Tieren, Menschen verändern lässt, verspricht so vieles: weniger Hunger auf der Welt durch einträglichere Landwirtschaft, das Ende vieler Erbkrankheiten. Und macht so viele Sorgen: Nie waren grundlegende Eingriffe in die Biologie so leicht, die Gefahr von Missbrauch so groß.

Die Technik ist kaum fünf Jahre alt und doch schon ein unverzichtbares Instrument: etwa um im Labor einfach und schnell Zellen nachzubauen, die Alzheimer-Genmutationen haben. Endlich eine Grundlage für mehr Experimente.

Oder um an der Blut-Gehirn-Schranke zu forschen: Was über das Blut ins Gehirn soll, muss diese hochkomplexe Barriere überwinden. Ein lebenswichtiger Schutzmechanismus, der es aber auch Medikamenten extrem schwer macht und viele Demenztherapien scheitern ließ. Die Denali-Forscher haben sich auf die Schranke spezialisiert, hier versuchen sie zu entwickeln, was sich „proprietary technology“ nennt und meist über den Erfolg von Start-ups entscheidet: spezielle Technologie, die kein anderer beherrscht.

Alexander Schuth, co-founder and chief operating officer of Denali Therapeutics, stands for a portrait at the companys headquarters in South San Francisco, Calif. on Thursday, July 6, 2017.

Stephen Lam / DER SPIEGEL

Alexander Schuth, co-founder and chief operating officer of Denali Therapeutics, stands for a portrait at the companys headquarters in South San Francisco, Calif. on Thursday, July 6, 2017.

Mit der Genschere haben die Denali-Wissenschaftler „eine Maus gebaut“ mit einer dem Menschen ähnlichen Blut-Gehirn-Schranke. Damit sich testen lässt, wie für Menschen gemachte Moleküle an die Quelle der Krankheit transportiert werden können. Die genetischen Veränderungen wurden weitervererbt, nun gibt es Tausende Mäuse, eine ganze Population. Das Tiermodell, wonach sich die Mediziner lange gesehnt haben, im Labor geschaffen, ganz einfach. Wahnsinn! Wahnsinn?

Die Nächte sind kurz für Schuth, drei, vier Stunden Schlaf, Arbeit sieben Tage die Woche, das Rad dreht sich zu schnell, um eine Pause zu machen. Seine Frau, Gynäkologin, forscht an Krebs bei Genentech, am Küchentisch dann solche Gespräche: „Krebsforschung ist leicht heute, Alzheimer wirklich schwer.“ Eine Frotzelei, doch der Protest bleibt aus, zu viel Wahrheit steckt darin: Die Onkologie ist so viel weiter. Und das Vorbild, von dem es für die Demenzforscher zu lernen gilt.

Vielleicht die zentrale Erkenntnis: Die Krankheit hat selbst in einer klinischen Ausprägung viele Ursachen, Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Die Erkenntnisse aus der Genetik zeigen, dass offenbar bei jedem Patienten eine individuelle Konstellation von genetischen und umweltbedingten Ursachen vorliegt. Und deswegen hilft es wenig, immer nur mit einem groben Instrument ranzugehen, dem Chemotherapie-Hammer für alles. Stattdessen setzen Pharmaforscher und Mediziner zunehmend auf maßgeschneiderte und ursachenbezogene Therapien. Von so einer personalisierten Medizin träumen Ärzte schon lange, zumindest in der Krebstherapie könnte sie allmählich Realität werden (SPIEGEL 28/2017).

Denali arbeitet deswegen nicht an dem einen Alzheimer- oder Parkinson-Medikament, das die Krankheiten besiegen soll, „denn das kann es nicht geben“, sagt Schuth. Stattdessen verfolgen die Pharmaforscher zehn Ansätze in vier Feldern gleichzeitig: verschiedene Gene, verschiedene Therapien. Und zugleich ein besser verteiltes Risiko. Biotechunternehmen, die an völlig neuen Ansätzen arbeiten, scheitern meistens.

Auch für Denali ist der Weg noch lang und teuer, rund 400 Millionen Dollar haben die Gründer bislang eingesammelt. Was für eine Summe, aber sie wird doch nicht annähernd reichen: Eine Milliarde Dollar, zehn Jahre Entwicklungszeit lautet eine häufig genannte Faustformel in der Medikamentenentwicklung.

Denali will schneller werden und effizienter, vielleicht in acht Jahren zum Ziel kommen, dank der neuen Technologien und weil sie die gesamte Entwicklung selbst machen, im Dauerlauf: In den Laboren vollgestopft mit Lasern, Zentrifugen, Spektroskopen, basteln Mediziner rund um die Uhr an Zellen, Biologen „pipettieren, dass die Finger bluten“, Chemiker synthetisieren stets neue Moleküle, 8 in San Francisco, 40 in China.

Trotzdem sind dem Tempo klare Limits gesetzt, Medikamentenzulassung ist ein hoch reguliertes Feld.

An den vorgeschriebenen Schritten ändert sich trotz all der neuen Technologie nichts, und jeder einzelne verschlingt mindestens ein Jahr: Angriffsziele müssen identifiziert und nachgewiesen, vorklinische Sicherheitsstudien durchgeführt werden. Dann die drei Phasen klinischer Tests am Patienten: Verträglichkeit, therapeutische Wirksamkeit, Vergleich mit der Standardtherapie.

Die wenigsten schaffen es in die dritte Phase, noch weniger bis zur Zulassung. Biotechnologie ist ein frustrierendes Geschäft in den allermeisten Fällen, oft bleibt am Ende: nichts. Keine Therapie, kein Geld.

Warum also eine Firma gründen, die das scheinbar Aussichtslose will? Eine Wette mit minimalen Chancen, aber dafür riesigem Jackpot? Demenz kostet die Gesundheitssysteme Milliarden an Pflegekosten, wer den ersten Treffer landet, wird große Geldströme in die eigene Richtung umlenken.

„An Geld allein denkt hier keiner“, sagt Schuth. Es lasse sich im Silicon Valley in anderen Disziplinen leichter reich werden als mit Medizinforschung. Es solle vor allem darum gehen, „den Berg als Erster zu bezwingen“, so symbolisiert es schon der Unternehmensname: Denali, der höchste Berg in Nordamerika.

Die Rechenleistung wächst und wächst, und die Software wird immer klüger, lernt dazu.