MONSANTO stürzt AB – AKTIE im freien Fall – GERICHT: Monsanto hat „HEIM-TÜCKISCH“ agiert /// „CRISPR/CAS“ //// „SAAT-GUT“ – PATENTE /// „5G-Mobil-Funk-Netz“ ///// „FINANZ-KRISE“ – Türkei //// Bayern – „TOTALE ÜBERWACHUNG“/// „Rhein-Metall“ ///// WASSER //// „Missbrauch in der Katholischen Kirche“ – – – Kardinal „George Pell“ //// „Mutter-Kind-Gefängnis“

 

siehe auch „Kalifornien“: Zivil-Prozess gegen „Glyphosat-Monsanto-Bayer“  – „CRISPR/CAS“  – „Crispr-Pilz“

 

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/pestizid-bayer-aktie-stuerzt-nach-glyphosat-urteil-ab-1.4091277

Pestizid

Bayer-Aktie stürzt nach Glyphosat-Urteil ab

be.com/watch?v=DMver0gNDmk&feature=youtu.be

  • Die Aktie des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns Bayer ist um bis zu zwölf Prozent abgestürzt.
  • Am Freitag hatte ein Gericht in den USA die Bayer-Tochter Monsanto zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.
  • Das Unternehmen habe nicht ausreichend vor den Gesundheitsrisiken des Pflanzenschutzmittels Glyphosat gewarnt.

Die Aktie des deutschen Chemie- und Pharmakonzerns Bayer hat am Montag bis zu zwölf Prozent an Wert verloren. Auslöser ist ein überraschendes Urteil in den USA: Der Saatguthersteller Monsanto, den Bayer übernommen hat, war am Freitag dazu verurteilt worden, einem an Krebs erkrankten Mann Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen Dollar zu zahlen. Die Bayer-Aktie erreichte durch die Kursverluste den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren und war mit Abstand der größte Verlierer im Dax.

Grund für den starken Kursverfall ist die Sorge vor weiteren Klagen und Strafen. Der Prozess in den USA war der erste, der sich mit der Frage befasste, ob Glyphosat Krebs verursachen kann. Monsanto, das von Bayer für rund 63 Milliarden Dollar übernommen wurde, sieht sich mehr als 5000 ähnlichen Klagen in den USA gegenüber. „Das sorgt für massive Unsicherheit“, sagt ein Börsenhändler. „Es geht nicht so sehr um die Summe, die gezahlt werden muss, sondern mehr darum, dass jetzt noch viel mehr Klagen erwartet werden.“

Monsanto muss 285 Millionen Dollar Schmerzensgeld zahlen

Geklagt hatte ein unheilbar an Krebs leidender Hausmeister. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass ein glyphosathaltiges Monsanto-Produkt wesentlich zu seiner Erkrankung beigetragen habe. mehr …

Monsanto habe es versäumt, den an Krebs erkranktem Mann und andere Verbraucher vor den Krebsrisiken seiner Unkrautvernichter zu warnen, erklärte das kalifornische Geschworenengericht am Freitag. Der Geschädigte, Dewayne Johnson, hatte als Schädlingsbekämpfer an Schulen bis zu 30 Mal im Jahr „Round Up“ eingesetzt, ein Pflanzenschutzmittel auf Glyphosat-Basis. Der 46-Jährige warf dem Unternehmen vor, durch die Mittel an einer bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems erkrankt zu sein.

Die EU hat die Zulassung von Glyphosat gerade verlängert

Monsanto kündigte Berufung gegen das Urteil an. Das Unternehmen bestreitet, dass Glyphosat Krebs verursacht. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass die Chemikalie für den menschlichen Gebrauch unbedenklich sei. Der Anwalt von Johnson erklärte dagegen, die Geschworenen hätten zum ersten Mal interne Firmenunterlagen gesehen, die bewiesen, dass Monsanto seit Jahrzehnten wisse, dass Glyphosat Krebs verursachen könne.

Glyphosat ist hochumstritten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die Chemikalie 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Die US-Umweltschutzbehörde hatte dagegen 2017 eine jahrzehntelange Bewertung der Risiken von Glyphosat abgeschlossen und erklärt, dass die Chemikalie für Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend ist. In der EU war die Zulassung von Glyphosat im vergangenen November für weitere fünf Jahre verlängert worden. In Deutschland will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Gebrauch von Glyphosat einschränken.

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http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/monsanto-bayer-aktie-stuerzt-nach-schmerzensgeld-urteil-ab-a-1222868.html

290 Millionen Dollar Schmerzensgeld

Bayer-Aktie stürzt nach Urteil gegen Monsanto ab

Minus 13 Prozent: Der Aktienkurs des Chemiekonzerns Bayer fällt massiv. Ein US-Gericht hatte die Konzerntochter Monsanto zu 290 Millionen Dollar Schmerzensgeld verurteilt – an einen einzelnen Kläger.

Protest gegen Bayer-Monsanto-Fusion (im Mai)

Protest gegen Bayer-Monsanto-Fusion (im Mai)       AFP

Montag, 13.08.2018 09:22 Uhr

 

Die unerwartet verlorene Schmerzensgeldklage der Bayer-Tochter Monsanto in den USA hat den Aktienkurs des Konzerns einbrechen lassen. Am Montag eröffnete die BayerAktie Chart zeigen um rund acht Prozent im Minus, kurz darauf fiel sie noch weiter und notierte um 9.45 Uhr mit 13 Prozent im Minus. Statt 95,73 Euro beim Handelsschluss am Freitag war sie nur noch 82,89 Euro wert.

Am Freitag hatte ein Gericht in San Francisco Monsanto zur Zahlung von fast 290 Millionen Dollar Schmerzensgeld verurteilt. Aus Sicht der USJury hat es der Agrarkonzern versäumt, vor dem Krebsrisiko des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat zu warnen. Das Geld wurde dem ehemaligen Hausmeister Dewayne Johnson zugesprochen, der unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist und die Herbizide von Monsanto dafür verantwortlich macht. Bayer hatte Monsanto erst vor Kurzem für rund 63 Milliarden Dollar übernommen.

Monsanto kündigte zwar umgehend an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Die Produkte hätten „eine 40-jährige Geschichte der sicheren Anwendung“ und seien weiterhin ein „wichtiges, wirksames und sicheres Mittel“ für die Nutzer, hieß es in einer Erklärung. Es ist in den USA nicht ungewöhnlich, dass die Strafzahlungen bei solchen Verfahren in der nächsten Instanz erheblich verringert – oder die Urteile wieder ganz aufgehoben werden.

Dennoch schätzen einige Analysten die Risiken für den Konzern und damit seine Anteilseigner als hoch ein. Denn Monsanto ist mit Tausenden ähnlichen US-Klagen konfrontiert – das allererste Urteil in einem entsprechenden Prozess hat daher Signalwirkung.

Analyst Michael Leacock vom Investmenthaus Mainfirst strich sein Kursziel für die Bayer-Papiere in einer ersten Reaktion von 135 auf 90 Euro zusammen und stufte sie von „Outperform“ auf „Neutral“ ab. Unabhängig vom Richtig oder Falsch des Urteils dürfte es wegen der Unsicherheiten lange auf den Aktien lasten, sagte Leacock.
Glyphosat – Das Wichtigste im Überblick
Krebserregend oder nicht krebserregend?
Behörden weltweit haben die Risiken von Glyphosat für die Bevölkerung bei sachgemäßer Anwendung geprüft. Zu einem Ergebnis, dass der Stoff nicht krebserregend ist, kommen unter anderem:

das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa)
die US-amerikanische Umweltbehörde EPA
die kanadische Bewertungsbehörde Pest Management Regulatory Agency (PMRA)
die australische Bewertungsbehörde Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority (APVMA)
die japanische Food Safety Commission
die neuseeländische Umweltbehörde EPA
das Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und
die Europäische Chemikalienagentur (ECHA)

Die Krebsagentur IARC der WHO kam 2015 dagegen zu dem Schluss, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Die Institution untersucht allerdings nur, ob ein Stoff grundsätzlich in der Lage ist, Krebs auszulösen. Sie bewertet nicht, wie groß diese Gefahr ist und ob ein konkretes Risiko für die Bevölkerung besteht. So stuft die IARC auch den Friseurberuf und den Konsum heißer Getränke als „wahrscheinlich krebserregend“ ein, Sonnenstrahlen und Alkohol als „sicher krebserregend“.
Manipulationsvorwürfe auf allen Seiten
Glyphosat und Insekten
Glyphosat = Monsanto?
Anwendung in Deutschland

Ein anderer Analyst – Stephen McGarry von der britischen Bank HSBC – warnte BayerAktionäre hingegen davor, in Panik auszubrechen. So gehe der Konzern gegen das Urteil vor. Allerdings könnte der Monsanto-Kauf im Lichte des Urteils mittlerweile weder gut getimed noch sonderlich klug aussehen, schrieb McGarry. Bayer werde sich nun rechtfertigen müssen, wie genau es die Rechtsrisiken analysiert habe.

fdi/Reuters/dpa-AFX

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https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2018-08/glyphosat-usa-bayer-monsanto-kurverlust-aktie-urteil

Glyphosat

Bayer-Aktie verliert nach Urteil gegen Monsanto

Der Saatguthersteller soll Schadensersatz in Höhe von 289 Millionen Dollar zahlen. Das Urteil könnte aufgehoben werden – doch der Vertrauensverlust an der Börse ist groß.
Glyphosat: Auch hier kommt Glyphosat aus dem Hause Bayer/Monsanto zum Einsatz: ein Feld mit Sojapflanzen im Nordwesten Argentiniens
Auch hier kommt Glyphosat aus dem Hause Bayer/Monsanto zum Einsatz: ein Feld mit Sojapflanzen im Nordwesten Argentiniens. © Ivan Pisarenko/AFP/Getty Images

Ein Schadensersatzurteil in den USA gegen die Bayer-Tochter Monsanto hat Anleger des Leverkusener Dax-Konzerns verprellt: Zu Beginn des Handels fiel die Bayer-Aktie um mehr als neun Prozent und war damit der mit Abstand größte Verlierer an der deutschen Börse.

Ein Geschworenengericht in Kalifornien hatte Monsanto zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 289 Millionen Dollar verurteilt. Die Jury sah es als erwiesen an, dass einem an Krebs erkrankten Mann die Risiken bei einem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel verschwiegen worden waren. Die Geschworenen hätten dem Unternehmen klargemacht, dass die „Jahre der Täuschung“ vorbei seien, hatte Klägeranwalt Brent Wisner nach der Urteilsverkündung gesagt.

Monsanto und Bayer kritisierten die Entscheidung. Sie verweisen auf „mehr als 800 wissenschaftliche Studien, die US-Umweltbehörde EPA, die Nationalen Gesundheitsinstitute und Aufseher weltweit“, die allesamt zu dem Schluss gekommen seien, dass Glyphosat sicher sei und keinen Krebs verursache. Dem entgegen steht insbesondere die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die den Unkrautvernichter 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft hatte.

Viele ähnliche Klagen offen

Ob Monsanto die Summe tatsächlich zahlen muss, steht noch nicht fest. Der Saatguthersteller hatte angekündigt, Berufung einzulegen. Zudem ist es in den USA nicht ungewöhnlich, dass die Strafzahlungen bei solchen Verfahren später erheblich verringert oder die Urteile in der nächsten Instanz wieder aufgehoben werden. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson etwa, der wegen angeblich krebserregender Pflegeprodukte mit zahlreichen Klagen konfrontiert ist, wurde schon mehrfach zu spektakulär hohen Schadensersatzsummen verurteilt, die im Berufungsverfahren wieder zurückgenommen wurden.

Dennoch ist der Prozessausgang für Monsanto und Bayer brisant: Die Entscheidung in Kalifornien könnte wegweisend für viele ähnliche Verfahren sein – derzeit sieht sich Monsanto mehr als 5.000 ähnlicher Klagen gegenüber. Anleger und Aktienhändler schätzen solche Unsicherheit nicht. „Das Urteil sorgt für massive Unsicherheit„, sagte ein Börsenhändler. „Dabei geht es nicht so sehr um die Summe, die gezahlt werden muss, sondern mehr darum, dass jetzt noch viel mehr Klagen erwartet werden.“

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http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/usa-agrarkonzern-monsanto-soll-290-millionen-euro-schmerzensgeld-zahlen-a-1222705.html

US-Gericht

Monsanto soll 290 Millionen Dollar an Krebskranken zahlen

Das Unkrautmittel sei für die Krebserkrankung des Klägers mitverantwortlich: Ein US-Gericht hat den Agrarkonzern Monsanto zu einer hohen Entschädigungszahlung verurteilt. Das könnte Signalwirkung haben.
Unkrautvernichter Roundup
REUTERS

Unkrautvernichter Roundup

Unkrautvernichter Roundup

Samstag, 11.08.2018 09:04 Uhr

Aus Sicht der USJury hat es der Agrarkonzern Monsanto versäumt, vor dem Krebsrisiko zu warnen: Ein Gericht in San Francisco hat das Unternehmen deshalb zur Zahlung von fast 290 Millionen Dollar (254 Millionen Euro) Schmerzensgeld verurteilt. Das Geld wurde dem ehemaligen Hausmeister Dewayne Johnson zugesprochen, der unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist und die Herbizide von Monsanto dafür verantwortlich macht.

Die Mittel hätten „wesentlich“ zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen, befand das Geschworenengericht am Freitag in San Francisco. Die fehlende Risikowarnung stuften sie als „Heimtücke“ ein. Der 46-jährige Kläger hatte die Herbizide als Hausmeister mehrerer Schulen über Jahre hinweg in großen Mengen angewendet.

Monsanto kündigte umgehend an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Die Produkte hätten „eine 40-jährige Geschichte der sicheren Anwendung“ und seien weiterhin ein „wichtiges, wirksames und sicheres Mittel“ für die Nutzer, hieß es in einer Erklärung.

Auch der Chemiekonzern Bayer zeigte sich nach dem Urteil gegen die neue Tochter Monsanto in den USA irritiert. „Das Urteil steht im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach kein Zusammenhang besteht zwischen dem Einsatz von Glyphosat und dem Non-Hodgkin-Lymphom“, sagte ein Bayer-Sprecher. Der Konzern sei überzeugt, dass Glyphosat „sicher und nicht krebserregend ist“. Der Dax-Riese Bayer hatte Monsanto erst vor Kurzem für rund 63 Milliarden Dollar übernommen.

Krebsgefahr ist umstritten

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob die in den Unkrautvernichtungsmitteln Roundup und RangerPro enthaltene Chemikalie Glyphosat möglicherweise eine krebsauslösende Wirkung hat. Unter Experten ist hochumstritten, ob Glyphosat tatsächlich Krebs verursachen kann. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass keine Krebsgefahr von dem Herbizid ausgeht.
Glyphosat – Das Wichtigste im Überblick
Krebserregend oder nicht krebserregend?
Behörden weltweit haben die Risiken von Glyphosat für die Bevölkerung bei sachgemäßer Anwendung geprüft. Zu einem Ergebnis, dass der Stoff nicht krebserregend ist, kommen unter anderem:

das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa)
die US-amerikanische Umweltbehörde EPA
die kanadische Bewertungsbehörde Pest Management Regulatory Agency (PMRA)
die australische Bewertungsbehörde Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority (APVMA)
die japanische Food Safety Commission
die neuseeländische Umweltbehörde EPA
das Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und
die Europäische Chemikalienagentur (ECHA)

Die Krebsagentur IARC der WHO kam 2015 dagegen zu dem Schluss, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Die Institution untersucht allerdings nur, ob ein Stoff grundsätzlich in der Lage ist, Krebs auszulösen. Sie bewertet nicht, wie groß diese Gefahr ist und ob ein konkretes Risiko für die Bevölkerung besteht. So stuft die IARC auch den Friseurberuf und den Konsum heißer Getränke als „wahrscheinlich krebserregend“ ein, Sonnenstrahlen und Alkohol als „sicher krebserregend“.
Manipulationsvorwürfe auf allen Seiten
Glyphosat und Insekten
Glyphosat = Monsanto?
Anwendung in Deutschland

Dagegen hatte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren konstatiert, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ sei.

Dieser Befund hatte nun auch maßgeblichen Einfluss auf die Urteilsfindung in San Francisco. Klägeranwalt Brent Wisner sagte, das Urteil belege „die überwältigenden Beweise“ für die Gesundheitsrisiken durch Glyphosat. Das Urteil sei nur „die Spitze des Eisbergs“ – es würden nun noch viele derartige Urteile fallen.
Kläger Dewayne Johnson
AFP

 

In den USA machen Tausende Krebskranke Monsanto für ihr Leiden verantwortlich. Ein Bundesrichter in San Francisco hatte im vergangenen Monat mehr als 400 weitere Klagen wegen der möglichen krebsauslösenden Wirkung des Unkrautvernichtungsmittels zugelassen. Für diese Verfahren könnte das Urteil vom Freitag Signalcharakter haben.

Kläger Johnson nahm das Urteil mit Tränen und Erleichterung auf. „Hier geht es nicht nur um mich“, sagte er. „Diese Sache wird nun hoffentlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient.“

Der Umweltanwalt Robert F. Kennedy Jr., der zu Johnsons Teamgehört, sagte: „Die Geschworenen haben der Chefetage von Monsanto eine Botschaft gesandt, dass die Geschäfte nun geändert werden müssen.“ Der Konzern habe lange versucht, die kritischen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu unterdrücken – „doch die Wissenschaft war viel überzeugender“, sagte Kennedy.

In Deutschland will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Gebrauch von Glyphosat einschränken.

mho/dpa

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https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33345/#gsc.tab=0

Brasilianisches Gericht verbietet Glyphosat

09.08.2018

Unkrautvernichtungsmittel mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat dürfen in Brasilien vorerst nicht mehr zugelassen werden. Bestehende Zulassungen müssen die Behörden innerhalb von 30 Tagen aufheben. Das entschied diese Woche eine Bundesrichterin in der Hauptstadt Brasilia.

Wie das Handelsblatt berichtete, soll das so lange gelten, bis die Sanitäts-Behörde Anvisa entschieden hat, für wie schädlich sie Glyphosat hält. Anvisa hat sich damit bereits zehn Jahre Zeit gelassen. Kommt sie bis zum Jahresende zu keinem Ergebnis, drohen Strafen. Auch das Insektenvernichtungsmittel Abamectin und das Fungizid Thiram sind betroffen.

Der brasilianische Landwirtschaftsminister Blairo Maggi hat nach dem Bericht angekündigt, die Anwaltschaft des Bundes werde gegen das erstinstanzliche Urteil vorgehen. Maggi gehört Amaggi, einer der größten Sojakonzerne und –exporteure Brasiliens. Der Konzernchef fürchtet jetzt offenbar um seine Einkünfte. „Unsere gesamte Landwirtschaft funktioniert mit Direktsaat“, zitierte das Blatt Blairo Maggi. Ohne Glyphosat sei Direktsaat nicht möglich.

Ins gleiche Horn bliesen die Agrarlobbbyisten des Landes: Der Präsident des Verbandes des brasilianischen Agrobusiness Abag, Caio Carvalho, wies darauf hin, dass in vier Wochen wieder Soja ausgesät werden müsse. Und bevor die glyphosatresistente Sojabohne auf die Äcker kommt, sollen alle anderen Pflanzen dort mit einer starken Spritzmitteldusche vernichtet werden. „Wir können jetzt nicht abwarten, bis die Behörde entschieden hat“, warnte Carvalho. Sonst sei die Ernte gefährdet.

Auch dem Chemiekonzern Bayer, der ab Mitte August den Glyphosat-Hersteller Monsanto in sein Unternehmen integrieren will, dürfte die Gerichtsentscheidung nicht gefallen. Denn laut Handelsblatt ist Brasilien weltweit der zweitwichtigste Markt für den von Monsanto entwickelten Unkrautvernichter Roundup, den Bayer künftig als Eigenmarke vertreiben wird. Das glyphosathaltige Spritzmittel wird vor allem auf Feldern mit den passenden gentechnisch veränderten Soja– und Maispflanzen versprüht. Und diese schon jetzt riesigen Felder will Brasilien nach einem aktuellen Bericht des Agrarministeriums weiter ausbauen.

Auch in Deutschland müssen glyphosathaltige Spritzmittel aktuell neu zugelassen werden, nachdem die EUKommission Ende 2017 den Herbizidwirkstoff auf EU-Ebene weitere fünf Jahre erlaubt hatte. Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilte auf Nachfrage mit, sie hätten bislang noch über keinen der 24 Anträge auf Neuzulassung entschieden. Die Anträge mussten bis 16. März dieses Jahres eingereicht werden. Das BVL muss die Bescheide bis Jahresende erlassen. Außerdem überprüft das BVL zwölf glyphosathaltige Spritzmittel von Amts wegen, die über 2018 hinaus zugelassen sind. [vef]

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https://www.neopresse.com/essenundtrinken/die-bio-falle-wie-monsanto-bio-auf-gen-produkte-bringt-in-deutschland/

Die „Bio“-Falle: Wie Monsanto Bio auf Gen-Produkte bringt – in Deutschland

NEOPresse in Essen & Trinken

Die „Bio“-Falle: Wie Monsanto Bio auf Gen-Produkte bringt – in Deutschland

Verlassen Sie sich nicht auf „Bio“. Das ist schon seit längerem bekannt – nur wie weit die Manipulation inzwischen gediehen ist, lässt vielen Beobachtern das Blut in den Adern gefrieren. Bio von BayerMonsanto? Genmanipulierte Lebensmittel in der Bioabteilung Ihres Supermarkts? Alles möglich. In Deutschland. Gedeckt von der Regierung.

GE-Lebensmittelzutaten „biofortified“

Die wichtigen Nachrichten werden oft nicht hinreichend verbreitet. So ein Beschluss auf dem „CodexTreffen“ in Berlin vor einigen Monaten. Die Früchte werden sichtbar. Die gentechnisch veränderten Nahrungsmittel (harmlos: GE) sollen danach als „biofortified“ bezeichnet und „definiert“ werden. Das einzige Ziel besteht offensichtlich darin, Verwirrung zu stiften. Denn die sogenannte Biofortofikation ist kein biologisch natürlicher Prozess, sondern die Anreicherung des Gehaltes an Nährstoffen in den Lebensmitteln durch Pflanzenzucht.

Wie die Pflanzen gezüchtet werden, worum es sich handelt, geht jedoch zunächst aus den Prozessen nicht einfach hervor. Dies wiederum ist das Alarmzeichen, das fast nirgends dokumentiert wird. Wenn die großen Nahrungsmittelkonzerne wie Bayer, wie Monsanto, wie BASF und Nestlé tagen, etwa wie hier bei der „CAC“, dann geht es um deren Einfluss auf die Nahrungsmittelproduktion. Tagungspapiere weisen nach, wer am Tisch sitzt:

In erster Linie und in großer Mehrheit die Industrie selbst. Die Regierungen sind kaum vertreten, heißt es. Dementsprechend müssen wir damit rechnen, dass in den kommenden Jahren und wohl auch schon in den nächsten Monaten die Industriekonzerne auch den Biomarkt mit ihren Produkten, mit GE-veränderten Lebensmitteln, überschwemmen werden. Sie werden die Biokost dann auch Kindern, Babys und kranken Menschen zuführen, die sich gegen die Auswirkungen der gentechnischen Manipulationen mangels Stärke noch weniger wehren können. Ein bitterer Beigeschmack, den unsere Regierung, bei der Versammlung der „CAC“ vertreten durch den „Ernährunsgminister Schmidt“, noch einmal hinterlässt.

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https://www.neopresse.com/gesellschaft/gaertner-und-bauern-als-schwerkriminelle-weil-sie-alte-obst-und-gemuesesorten-anbauen/

Gärtner und Bauern als Schwerkriminelle – weil sie alte Obst- und Gemüsesorten anbauen

NEOPresse in Essen & Trinken

Gärtner und Bauern als Schwerkriminelle – weil sie alte Obst- und Gemüsesorten anbauen

Jahrhunderte altes, von Generation zu Generation weitergegebenes Saatgut ist der genetische und biologische Schatz, der von Jahr zu Jahr schwindet. Über die Jahrhunderte hinweg wurden einheimische Obst- und Gemüsesorten kultiviert. Die Vielfalt in Deutschland war einst sehr groß.

Hin und wieder gibt es noch Kleingärtner und Biobauern, die alte Obst- und Gemüsesorten anbauen. Denn die alten Sorten sind viel widerstandsfähiger, ertragreicher, gesünder und schmecken viel besser, als die gezüchtete Massenware, die es aus Gewächshäusern gibt. Die alten Sorten waren an die hiesigen Klima- und Umweltbedingungen bestens angepasst. Bis ins 20. Jahrhundert züchteten Bauern und Gärtner ihr Saatgut noch selbst und gaben es von Generation zu Generation weiter.

Allerdings ist der Anbau von alten Sorten gesetzlich verboten worden. Was über Jahrhunderte für Bauern und Gärtner selbstverständlich war, wurde verboten. Das sogenannte „Saatgutverkehrsgesetzverbietet den Tausch und die Weitergabe von altem Saatgut. Man will, dass nur noch EU-genormtes oder genmanipuliertes Saatgut verwendet wird.

Seit 1996 werden gentechnisch veränderte Pflanzen kommerziell angebaut. Schon 12 Prozent des weltweit bebaubaren Ackerlandes sind damit bepflanzt. Vor allem in armen Ländern kommt Gentechnik zum Einsatz, da man dort mit geringem finanziellen Einsatz hohe Erträge herausschlagen will. Der Protest gegen genmanipulierte Pflanzen und die auf den Feldern versprühten Pflanzengifte ist nicht unbegründet. Die Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt sind von unabhängigen Wissenschaftlern erforscht: GMO-Pflanzen sind für Menschen und Tiere unverträglich und sogar gesundheitsschädlich und die eingesetzten Pestizide verursachen Krebs sowie andere schwere Krankheiten. Einmal in der freien Natur angepflanzt, sind GMOs nicht mehr kontrollierbar. Sie können sich ungehindert verbreiten und so die natürliche Flora beeinflussen und beeinträchtigen. Die Biodiversität ist in Gefahr.

1985 gab es weltweit noch rund 7.000 Unternehmen, die Saatgut kommerziell für die Landwirtschaft herstellten. 2009 waren es nur noch 10 Großkonzerne, die gemeinsam über 74 Prozent des Saatgut-Weltmarktes beherrschten. In der EU wird Gemüse-Saatgut heute zu 95 Prozent von nur 5 Konzernen kontrolliert.

Ursprünglich sollte das Saatgutverkehrsgesetz, das aus dem Jahre 1930 stammt, Verbraucher vor gesundheitsgefährdendem Obst und Gemüse schützen. Aus diesem Grund sollte nur zugelassenes Saatgut verkauft und weitergegeben werden. Doch inzwischen wurde dieses Gesetz ad absurdum geführt. Mehr noch, die großen Konzerne sollen per Gesetz den Saatgut-Markt beherrschen und den Profit daran alleine einstecken.

Wer heutzutage dabei „erwischt“ wird, wie er gegen das Saatgutverkehrsgesetz verstößt, indem er alte Obst- oder Gemüsesorten anbaut, begeht offiziell eine Ordnungswidrigkeit. Man macht sich strafbar, wenn man altes Saatgut anbaut. Der Vertrieb in Deutschland wurde illegalisiert. Wer dennoch alte Sorten anbaut, muss mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro rechnen. Das sind Strafmaße, die denen eines Schwerkriminellen in nichts nachstehen.

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https://www.neopresse.com/umwelt/unglaubliche-einfluesse-der-nahrungsmittel-industrie-patente-auf-normale-zuchtpflanzen/

Unglaubliche Einflüsse der Nahrungsmittel-Industrie: PATENTE auf normale ZUCHTPFLANZEN

NEOPresse in Umwelt

Unglaubliche Einflüsse der Nahrungsmittel-Industrie: PATENTE auf normale ZUCHTPFLANZEN

Die Welt könnte den Hunger besiegen, meinen Volkswirte. Wenn wir die Produktionsmöglichkeiten und Verteilungschancen ausschöpften, dann wäre der Hunger nicht mehr vorhanden. Die Nahrungsmittelindustrie arbeitet in die andere Richtung. Sie minimiert nicht den Hunger aller Menschen, sondern maximiert systemlogisch ihre Profite, also Gewinne. Dazu zählt auch ein Umstand, der auf diese Weise wohl niemandem in den Sinn kommen würde. Sogar ganz normale Zuchtpflanzen werden inzwischen patentiert.

Patente: Gift für die Ernährung

Das wirtschaftliche Lehrbuch kennt keine Gnade und keine zwei Meinungen. Patente sind der herrschenden Logik nach sinnvoll. Sie schützen das geistige Eigentum und sorgen somit auch dafür, dass dieses gepflegt wird. Dass also jemand in dieses Eigentum hinein investiert. Eine schöne Vorstellung, wenngleich auch praxisfern.

Denn es geht nicht um den kleinen Tüftler, dessen Lebensleistung geschützt werden soll. Um den verkannten Genius, der seine Familie ernähren muss. Es geht um Konzerne, die mit Patenten das „geistige Eigentum“ unter Verschluss halten und ganz für sich selbst nutzen (wollen). Ganz normale Züchtungen, wie es jetzt heißt.

Dies könnten also Kartoffeln sein, eine auf normale Art und Weise hergestellte Kartoffelsorte. Solche Patente hat sich inzwischen Monsanto gesichert. Es gibt über 120 solcher Patente und gut 1.000 beantragte Patente.

Die EU hingegen hat hier etwas anderes beschlossen. Angeblich würden Verfahren nicht patentiert. Halt: Hier geht es nicht um die Patente auf Verfahren, sondern um die Ergebnisse. Die wiederum können demnach patentiert werden. Ein Irrsinn? Auf jeden Fall. Wortklauberei? Ja. Aber alles mit sehr ernstem wirtschaftlichen Hintergrund. Für die hungernden Menschen der Welt.

Denn die Patente werden vom Patentamt erteilt. Ohne Politik und ohne Justiz. Einfach so. Unter anderem sorgen die Konzerne damit dafür, dass die Pflanzenvielfalt sich sogar reduziert. Und sie könnten noch stärker als ohnehin schon bestimmen, was auf den Tisch kommt.

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„Genome Editing“  – – – „CRISPR/CAS“ – – – „Gen-Schere“

https://www.testbiotech.org/node/2255

Großes Interesse an der Arbeit der Fachstelle Gentechnik und Umwelt (FGU)

Erste Ergebnisse sind bereits online

10. August 2018 / In den vergangenen Wochen wurde in den sozialen Medien und in der Presse die Wissenschaftlichkeit und der Fördergegenstand der Fachstelle Gentechnik und Umwelt (FGU) diskutiert. Die Fachstelle ist Teil eines Forschungsprojektes, das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird. Die FGU beobachtet und bewertet aktuelle wissenschaftliche und regulatorische Entwicklungen − vor allem im Bereich der neuen Genome Editing-Verfahren. Die Fachstelle arbeitet wissenschaftlich und unabhängig von Gentechnik-Anwendern. Ihr Schwerpunkt liegt in einer Analyse der Themen aus der Perspektive des vorsorgenden Schutzes für Mensch und Umwelt.

Die Entwicklung im Bereich Gen– und Biotechnologien ist in den letzten Jahren besonders dynamisch. Dies spiegelt die Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen, Berichten, Positionspapieren, Pressemitteilungen, Tweets, Blogs und YouTube-Videos wider. Am Diskurs und der Entscheidung über den Einsatz der Gen- und Biotechnologie muss die Gesellschaft in geeigneter Art und Weise beteiligt werden. Um eine angemessene Partizipation zu ermöglichen, müssen relevante Informationen aktuell, prospektiv, wissenschaftlich fundiert und möglichst allgemein verständlich aufbereitet werden. Auf der Webseite der FGU wurde dazu bereits eine Reihe von Hintergrundpapieren veröffentlicht.

Testbiotech nimmt das große Interesse an der FGU zum Anlass, den Förderantrag in voller Länge der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Hierdurch kann sich die Öffentlichkeit ein vollständiges Bild von dem Antrag, den Zielen des Forschungsprojektes und den Kosten machen.

 

Kontakt:
Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

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be.com/watch?v=PyMQ5pt5zig

 

Bayer und Monsanto: die SAAT der GIER –  WDR Doku

ab Minuten 32:15  –   BRASILIEN – „High-Tech“ auf dem Acker DROHNEN im EINSATZ –  Monsanto und  „Climate-CORPORATION“ „WETTER-SATELLITEN-DATEN“DATEN sind Währung der ZUKUNFT???!!! LANDWIRTSCHAFT wird zum COMPUTER-SPIEL  – – – Der gläserne BAUER Glyphosat wird immer uneffektiver – Super-WEEDS

ab Minuten 41:55  –  GLYPHOSAT – DEUTSCHLAND – CDU/CSU

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siehe auch „?Nach-Haltig?“ – – – „Die GRÜNEN LÜGEN“ – – – „GREEN-WASHING“

siehe auch „WIE MONSANTO KRANK macht

siehe auch „DIGITALE LANDWIRTSCHAFT“

MIT der CDU/CSU in die „DIGITALE LANDWIRTSCHAFT“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/julia-kloeckner-und-die-duerre-hitzewelle-als-bewaehrungsprobe-15733474.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

 

Julia Klöckner und die Dürre 

Die Regenmacherin

Julia Klöckner, 45, ist Landwirtschaftsministerin. Als Winzertochter kennt sie sich mit schwerem Gerät aus. Bild: dpa

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist im Hitzesommer die wichtigste Frau in der Regierung. Es ist ihre Bewährungsprobe, und sie geht einen anderen Weg als einer ihrer jungen Kollegen.

Sie ist zur Zeit viel unterwegs. Eigentlich wollte Julia Klöckner es in der vergangenen Woche etwas ruhiger angehen lassen, bloß ein paar Termine in der rheinland-pfälzischen Heimat waren geplant. Aber das geht nicht, wenn man gerade erst das Amt der Agrarministerin übernommen hat und es in weiten Teilen Deutschlands seit dem Frühjahr nicht mehr richtig geregnet hat, das Thermometer seit Wochen mehr als dreißig Grad anzeigt. Also fuhr Julia Klöckner nach Sachsen, wo es mit der Dürre am schlimmsten ist und obendrein im nächsten Jahr eine heikle Landtagswahl ansteht. Anschließend stellte sie Fotos von verdorrten Feldern ins Netz und das Bild eines Maiskolbens, der so schmal ausschaut wie eine dürr geratene Mohrrübe.

Ralph Bollmann

Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

Julia Klöckner kämpft in diesen Tagen. Die Trockenheit ist für die neue Ministerin Chance und Risiko zugleich. Eine Chance, weil ihr das Naturereignis ungeahnte Aufmerksamkeit beschert. Derzeit ist Klöckner das Kabinettsmitglied, das in den Nachrichten am häufigsten vorkommt, was im Ressort für Landwirtschaft schon lange niemandem mehr gelang – zuletzt vor fast zwei Jahrzehnten in der Krise um die Rinderseuche BSE, als der Amtsinhaber zurücktreten musste und seine Nachfolgerin fortan als Ministerin für Verbraucherschutz firmierte.

„Nachhaltig und modern“

Eine Chance ist die Dürre für Klöckner auch deshalb, weil die Winzerstochter von der Nahe nun in der Praxis die neue Agrarpolitik ausbuchstabieren kann, die sie sich für ihr Amt vorgenommen hat. „Nachhaltig, modern und wettbewerbsfähig zugleich“ solle die Landwirtschaft der Zukunft sein, so sagt sie es seit Amtsantritt landauf, landab. Und die Digitalisierung soll dabei helfen.

Winzerstochter, das heißt: Sie ist glaubhaft nah dran. Aber der Weinbau hat oft andere Interessen als das Gros der Landwirtschaft. Und anders als frühere Landwirtschaftsminister ist sie selbst nicht mehr aktiv in dem Betrieb, den schon vor dem Tod ihres Vaters im Frühjahr Klöckners Bruder führte. Ihre Agrarpolitik ist der Versuch, die gewandelte Mentalität vieler Verbraucher zu berücksichtigen und zugleich die Bauern nicht zu verprellen. Eine Politik also ganz nach dem Geschmack der Kanzlerin, mit der Klöckner zwischenzeitlich auch mal über Kreuz lag.

Nachhaltig und modern“, das bedeutet, den Wünschen der Verbraucher gerecht zu werden. Viele Wähler, auch CDU-Anhänger, gruseln sich vor der „Agrarindustrie“ und ekeln sich vor Massentierhaltung. Dabei ist viel Bigotterie im Spiel. Aber eine Politikerin muss auf so eine Stimmung eingehen.

Staatliche Hilfe für Bauern : „Wir sitzen alle im selben Boot“

Video: Reuters, Bild: dpa

Erste Schätzungen ab Montag

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/08/13/tuerkei-ist-nur-der-anfang-neue-finanzkrise-hat-begonnen/

Türkei ist nur der Anfang: Neue Finanzkrise hat begonnen

Mit zu vielen riskanten Krediten hat sich die Finanzwelt in die nächste Krise gestürzt. Neue Banken-Rettungen sind nur eine Frage der Zeit.

Ein Händler in Frankfurt schaut auf seine Monitore. (Foto: dpa)

Ein Händler in Frankfurt schaut auf seine Monitore. (Foto: dpa)

Der dramatische Kurssturz der türkischen Lira versetzte am vergangenen Freitag die Finanzmärkte in Aufruhr. In den Hintergrund rückte die Tatsache, dass die Talfahrt bereits 2013 begonnen hat und schon seit Herbst 2016 schneller wurde. Als im Laufe des Freitag US-Präsident Donald Trump plötzlich die Zölle auf die zwei wichtigsten Exportprodukte der Türkei, auf Stahl und Aluminium, verdoppelte, geriet die Entwicklung  vollends außer Kontrolle. Die Lira war Freitag abends mit 6,42 TRY für einen Dollar und 6,93 für einen Euro nur mehr halb so viel wert wie vor einigen Jahren. Bis zum Herbst 2016 hatte sich der Kurs noch bei etwa 3,5 TRY bewegt.

Der Kurssturz der Lira ist die  Folge konkreter Probleme

Da Donald Trump derzeit vielfach für Aufregung sorgt, entstand am Freitag der Eindruck, der US-Präsident hätte die Krise ausgelöst. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte auch prompt, die USA würden die Türkei bedrohen, kündigte an, sich nach Moskau zu orientieren und erklärte pathetisch, der Westen habe den Dollar, die Türkei aber habe Gott. Tatsächlich hat die Türkei konkrete wirtschaftliche Probleme wie sehr viele andere so genannte „emerging markets“ auch. Dass die Politik in der Türkei keinen Beitrag leistet, um das Vertrauen in das Land zu stärken, darf nicht unerwähnt bleiben: Massenverhaftungen von vermeintlich Verdächtigen und Massenkündigungen von Beamten, die beide zum Teil wieder zurückgenommen werden, sowie Prozesse gegen unabhängige Journalisten lassen am Rechtsstaat zweifeln.

400 Mrd. Auslandsschulden in Dollar und Euro sind nun kaum zu bewältigen

Der Absturz des Lira-Kurses hat in erster Linie katastrophale Folgen für die türkischen Schuldner. Dabei steht in diesem Zusammenhang, im Gegensatz zu anderen Ländern, nicht der Staat im Mittelpunkt. Die Staatsschulden wurden in den vergangenen Jahren auf knapp 27 Prozent des BIP gesenkt. Kredite in Fremdwährungen, vor allem in Dollar und Euro, haben die Unternehmungen und die Privathaushalte. Es handelt sich um etwa 400 Mrd. $, wovon ein großer Teil nur kurze Fristen aufweist. Die Beträge sind also bald zu tilgen oder neu aufzunehmen. Man hofft, dass sich die Lage an den Börsen beruhigt und der Kurs nicht bei den derzeit geltenden Werten bleibt, aber eines ist nicht mehr vermeidbar – die türkischen Schuldner werden weit mehr zurückzahlen müssen als sie bekommen haben.

Die unvermeidlichen Folgen sich absehbar:

  • Viele Kreditnehmer werden die höheren Beträge nicht zahlen können, in Konkurs gehen und die Banken werden Verluste erleiden.
  • Betroffen sind türkische Banken, die Fremdwährungskredite vermittelt haben, sowie vor allem westeuropäische Institute, die türkische Kunden finanziert haben.
  • Spanische Banken führen mit Forderungen in der Höhe von über 80 Mrd. $ die Liste der ausländischen Geldgeber an, gefolgt von Frankreich mit 38 Mrd., Deutschland mit 21 Mrd. und Italien mit 17 Mrd.
  • Dass der türkische Staat den nationalen Banken zur Hilfe eilen wird, ist anzunehmen.
  • Die ausländischen Institute müssen aber nicht nur die Pleite ihrer überforderten Kunden fürchten.
  • Das ungarische Beispiel wird in diesem Zusammenhang diskutiert: Mit Hilfe von gesetzlichen Regelungen wurden die ungarischen Schuldner vor den Folgen von Forint-Abwertungen bereits 2012 und 2015 geschützt. Die Banken verloren hunderte Millionen. Dass man in der Türkei auf ähnliche Gedanken kommen könnte, liegt nahe. Am Rande bemerkt: Der ungarische Forint ist derzeit wieder einmal unter Abwertungsdruck.

Nicht nur die türkische Regierung wird sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Die MilliardenVerluste, die den westeuropäischen Banken drohen, werden die Institute kaum ohne Hilfe verkraften können. Das Thema „Bankenrettung“ wird wieder aktuell, trotz aller Regelwerke, die dafür sorgen sollten, dass europäische Banken nie wieder Hilfe von den Staaten bekommen sollen.

Fazit: Es sind wieder die international tätigen Großbanken, die eine Finanzkrise auslösen. Die Institute neigen dazu, im grenzüberschreitenden Geschäft die Risiken zu vernachlässigen. Die Volumina erreichen immer wieder enorme Höhen, die weder die Schuldner noch die Geldgeber verkraften können. Fitch Ratings weist aus, dass die Schulden der Schwellenländer insgesamt in den vergangenen zehn Jahren von 5.000 auf 19.000 Mrd. $ angestiegen sind.

Fragen, die manche Großbanken offenbar bei Schwellenländern nicht stellen

In der Türkei, wie in vielen anderen Schwellenländern, waren und sind die Risiken erkennbar. Die Probleme sind sehr ähnlich, wenn auch selbstverständlich nicht überall die gleichen. Die Daten der Türkei können aber durchaus als Modellfall gelten.

Aber offenbar stellen die Banken nicht die erforderlichen Fragen.

Frage Nummer 1: Wie stark ist die positiv bewertete türkische Wirtschaft wirklich? Berichtet wird von einem starken Wachstum, das sogar mit den Rekordwerten Chinas mithalten könne.

  • Das reale Wachstum hätte demnach im Jahr 2015 6,1 Prozent entsprochen, 2016 3,4 Prozent und 2017 sogar 7,4 Prozent.
  • Auffallend ist allerdings, dass zu laufenden Preisen das BIP von 780 im Jahr 2016 auf 753 Mrd. Euro 2017 nach der Statistik gefallen sein soll. Eine vermeintlich reale Steigerung kann nicht zu einer nominellen Schrumpfung führen, da die in der realen Rechnung ausgeklammerten Preissteigerungen zu einem höheren Wert führen müssen.
  • Stutzig machen sollte eine Bank wohl auch der Umstand, dass die türkische Statistik das BIP 2015 neu berechnet hat und plötzlich feststellen konnte, dass die Wirtschaftsleistung um 20 Prozent größer gewesen sei als ursprünglich angenommen wurde. Man muss also die Daten der Statistik insgesamt kritisch betrachten.
  • Vor allem: Das 80 Millionen Volk erwirtschaftet weniger als 800 Mrd. Euro, zum Vergleich – Österreich etwa mit 8 Millionen Einwohnern erzielt 370 Mrd. Euro.

Frage Nummer 2: Wenn das Wachstum so kräftig ausfällt, wie sieht der Arbeitsmarkt aus?

  • Die Arbeitslosenrate hält sich seit Jahren hartnäckig bei 10 Prozent.
  • Knapp 70 Prozent der über 15jährigen Frauen werden von der OECD als „inaktiv“ bezeichnet, nehmen also nicht am Arbeitsprozess teil.
  • Bei den Männern beträgt der Anteil der Inaktiven 30 Prozent.
  • Somit besteht in dem 80 Millionen zählenden Volk noch ein beträchtliches Potenzial, das vom Wachstum nicht erreicht wird. Jährlich steigt die Zahl der Beschäftigten um etwa 2,3 Prozent, 2017 waren es 3,8 Prozent.

Frage Nummer 3: Wie behauptet sich die türkische Wirtschaft auf den Weltmärkten?

Der sinkende Lira-Kurs sollte in den vergangenen Jahren die Exporte gefördert haben.

  • Im Export wurde tatsächlich eine Erfolgsstory geschrieben. Das Volumen stieg von 85 im Jahr 2010 auf 130 Mrd. Euro 2017. Hier zeigt sich der kräftige Teil der türkischen Wirtschaft.
  • Die Exporterfolge werden durch den Umstand getrübt, dass die Importe, verteuert durch die Abwertung der Lira, von 138 auf 207 Mrd. Euro angestiegen sind und das Land somit einen jährlichen Mittelabfluss von fast 70 Mrd. Euro bewältigen muss.
  • Die Abhängigkeit von Importen, insbesondere im Energiebereich, wo über 75 Prozent des Bedarfs aus dem Ausland gedeckt werden, schwächt die außenwirtschaftliche Position des Landes.

Frage Nummer 4: Wieso sind die türkischen Betriebe und Privathaushalte so stark an Fremdwährungskrediten interessiert?

  • Die türkische Nationalbank hielt die Refinanzierungskosten lange bei 8 Prozent, womit sich im Land ein Zinsniveau ergab, das weit über den vergleichbaren Geldkosten im Euro-Raum oder in den USA lag. Sonderaktionen sollten die Belastung der KMU mildern.
  • Im Juni 2018, also vor wenigen Wochen, erfolgte eine Anhebung auf 17,75 Prozent, die dem Absturz der Lira entgegen wirken sollte. Die Märkte werteten die Maßnahe aber als Krisensignal.
  • Dass sich türkische Unternehmen und Privathaushalte angesichts der Geldkosten in den vergangenen Jahren billiges Geld aus Amerika und aus den Euro-Ländern holten, ist verständlich.
  • Die angesprochenen Banken zeigten sich interessiert und willig, nicht zuletzt, weil die immer strengeren Regeln der EU-Aufsichtsbehörden die Vergabe von Krediten auf den eigenen, nationalen Märkten erschwert.

Frage Nummer 5: Und wieder wurde ein Thema nicht beachtet: Warum ist Geld in der Türkei so teuer?

  • Die Türkei leidet seit langem unter einer hohen Inflationsrate. Die Teuerung bewegte sich zwischen 2009 und 2015 bei 6 bis 7 Prozent im Jahr und stieg in der Folge rasant an, erreichte 8 bis 9 Prozent und lag zur heurigen Jahresmitte über 15 Prozent.
  • Die OECD weist eine insgesamt geringe Produktivität aus, wobei besonders die kleineren Unternehmen vielfach nicht effizient arbeiten. Nur 45 Prozent der Unternehmen haben eine Website, nur 13 Prozent planen den Einsatz einer neuen Software.
  • Die Investitionstätigkeit ist in vielen Bereichen gering.
  • Nur 0,4 Prozent des BIP werden für Forschung und Entwicklung aufgewendet.
  • Die problematische Struktur der Wirtschaft zeigt sich an dem Umstand, dass der Baubereich mit 17 Prozent des BIP eine dominante Rolle spielt.

Frage Nummer 6: Ist die erfolgreiche, dynamische Türkei nur eine Schimäre? Das Land, das vor einigen Jahren noch gemeinsam mit China, Indien, Russland und Brasilien als Zukunftsträger galt, nur ein Krisenfall?

  • Zahlreiche mittelständische und größere Unternehmen investieren kräftig und sind im Land und, wie die Exportdaten zeigen, auf den internationalen Märkten erfolgreich.
  • Seit einigen Jahren hat sich auch eine kräftige Start-up-Szene entwickelt, die die moderne Türkei repräsentiert.
  • Nur: Diese Bereiche sind nicht in der Lage, die Schwächen des Landes auszugleichen und leiden unter den hohen Geldkosten und der hohen Inflation.
  • Eine entscheidende Bremse bildet zudem das niedrige Bildungs- und Ausbildungsniveau: Beim Pisa-Test der OECD lagen die türkischen Schüler deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Länder.

Schwellenländer brauchen konstruktive Bankpartner

Wie bei allen Krisenphasen droht nun die Bewegung in die Gegenrichtung zu kippen: Zu befürchten ist, dass die Finanzinstitute sich aus den Schwellenländern zurückziehen. Womit wiederum nur Schaden angerichtet wird: Diese Länder brauchen, wie letztlich auch die entwickelten Industriestaaten, einen gut funktionierenden Kreditmarkt, der ausreichend Mittel für Verfügung stellt.

Allerdings ist das Bankwesen gefordert, professionell zu agieren: Es gilt, Finanzierungen durchzuführen, aber diese auch zu evaluieren, kurzum, das Gleichgewicht zwischen Risiko und Sicherheit zu finden. Dieses Grundprinzip wird derzeit in mehrfacher Hinsicht pervertiert.

  • Unter dem Druck von Basel III und anderen Vorschriften wird die Vergabe von durchschnittlichen Krediten an mittelständische Unternehmen in der EU extrem erschwert. Die Risiko-Abwehr wird übertrieben, die Kernaufgabe der Kreditinstitute, die Übernahme von Risiken, in den Hintergrund gedrängt.
  • In der EU werden die Mittel zu den Staaten gelenkt, da diese gesetzlich für risikolos erklärt werden.
  • Außerhalb der EU können sich die Banken freier bewegen. Während auf den nationalen Märkten die Vorsicht überzogen wird, fehlt oft ein entsprechendes Kreditmanagement im Ausland.
  • Nur wenig behindert werden die Banken hingegen bei der Abwicklung von riskanten Milliarden-Spekulationen.

Letztlich ist die sich nun abzeichnende, von den Schwellenländern ausgehende Finanzkrise wieder durch die gleichen Fehler ausgelöst, die auch zu den bisherigen Krisen geführt haben: Viele Banken versuchen die oft bescheidene Ertragskraft im eigenen Land durch Geschäfte im Ausland zu kompensieren und übersehen, dass Finanzierungen überall nach den gleichen Kriterien zu betreiben sind. Die Aufseher glauben, mit komplizierten Detailregelungen Verluste verhindern zu können und übersehen dabei die tatsächlichen Gefahren.

Die Geschichte lehrt die Lösung: Im Rahmen einfacher Regeln soll das Bankgeschäft frei sein. Zu beachten ist vor allem, dass das einzelne Risiko nie so groß sein darf, dass bei einem Ausfall die Bank gefährdet ist. Wird diese Regel von den Kleinkrediten bis zu den Großveranlagungen eingehalten, dann müssten die Bankdirektoren nicht zittern, wenn in der Türkei die Lira abstürzt, Griechenland zahlungsunfähig ist, Russland unter dem niedrigen Öl- und Gaspreis stöhnt, in Italien über den Ausstieg aus dem Euro nachgedacht wird oder einige Länder, die sich an der Neuen Seidenstraße beteiligen, bankrott sind.

 

Ronald Barazon war viele Jahre Chefredakteur der Salzburger Nachrichten. Er ist einer der angesehensten Wirtschaftsjournalisten in Europa und heute Chefredakteur der Zeitschrift „Der Volkswirt“ sowie Moderator beim ORF.

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https://www.neopresse.com/wissenschaft/wissenschaftler-warnen-vor-verstrahlung-durch-5g-mobilfunknetz/

Wissenschaftler warnen vor Verstrahlung durch 5GMobilfunknetz

NEOPresse in Gesellschaft

Über 180 internationale Wissenschaftler und Ärzte warnen vor dem neuen 5G Mobilfunknetz. Sie fordern in einem von ihnen unterzeichneten Schreiben, dass die Auswirkungen der Strahlung auf die Gesundheit geprüft werden müssen. Für die neue Technologie müssten Grenzwerte für die „maximale Gesamtexposition“ festgelegt werden.

Durch 5G wird der Mobilfunk im Hochfrequenzbereich (HFEMF) stark erhöht. Es ist bereits erwiesen, dass HFEMF für Menschen und Umwelt schädlich sind. 5G Funkfrequenzen erhöhen die Zunahme an einer Zwangsexposition durch kabellose Kommunikation massiv. 5G funktioniert aber nur über kurze Entfernungen. Signale werden durch festes Material nur schlecht übertragen. Daher müssen viele neue Antennen im Abstand von 10 bis 12 Häusern installiert werden. Dadurch wird die Exposition durch Funkstrahlung enorm erhöht.

Der Hochfrequenz kann niemand aus dem Weg gehen. Deshalb sind über 230 Wissenschaftler aus mehr als 40 Ländern angesichts der zunehmenden Exposition durch elektromagnetische Hochfrequenzen hochbesorgt. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen hätten gezeigt, dass elektromagnetische Felder negative Auswirkungen auf Organismen haben. Schon bei geringer Strahlungsintensität erhöht sich das Krebsrisiko, mehr freie Radikale entstehen im Körper, Zellen stehen unter Stress und das Fortpflanzungssystem des Körpers wird geschädigt. Neurologische Störungen, Genschäden, Gedächtnisdefizite können ebenfalls die Folge von elektromagnetischer Strahlung sein.

Eine Studie des US-amerikanischen National Toxicology Program zeigte, dass statistisch gesehen Gehirn- und Herzkrebs bei Tieren, die elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren, deutlich zunahm. Diese Ergebnisse untermauern die Ergebnisse in epidemiologischen Studien am Menschen: Menschen, die hochfrequenter Strahlung ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko, einen Hirntumor zu entwickeln. Weitere wissenschaftliche Berichte zeigen allesamt Schädigungen der menschlichen Gesundheit durch elektromagnetische Strahlung.

Auch die IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) und die WHO kamen bereits im Jahre 2011 zu dem Ergebnis, dass elektromagnetische Strahlung krebserregend für Menschen sein können.Neure Studien belegten jedoch, dass hochfrequente Strahlung definitiv krebserregend für den Menschen ist. Die EURPAEM EMF Leitlinie von 2016 sagt, dass es „starke Hinweise gibt, dass eine langfristige Exposition gegenüber bestimmten EMFs ein Risikofaktor für Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und Unfruchtbarkeit ist“. Häufige Symptome bei Exposition durch EMF sind Konzentrationsstörungen, Depression, Schlafstörungen, Erschöpfung und fehlende Energie.

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TOTALE ÜBERWACHUNG – – – Wer ist der wirkliche  FEIND???!!!

https://www.neopresse.com/politik/wird-umstrittenes-bayerisches-polizeigesetz-mustervorlage-fuer-ganz-deutschland/

Wird umstrittenes bayerisches Polizeigesetz Mustervorlage für ganz Deutschland?

NEOPresse in D/A/CH

Aktuell beschäftigen sich zwei Wissenschaftliche Dienste des Bundestags mit der Frage, ob das umstrittene bayerische Polizeigesetz als Mustervorlage für eine bundesweite Angleichung dienen könnte. Die Richtervereinigung untersucht derzeit an der „Polizeigesetznovelle Brandenburg“, ob eine neue Gefahrenkategorie ins Polizeirecht eingeführt werden soll. Darin geht es um den Begriff „drohende Gefahr“, der nicht nur in Brandenburg seit Einführung des neuen Polizeigesetzes in Bayern inflationär benutzt wird.

Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit drei besonders umstrittenen Bereichen, von denen sie befürchten, dass sie in ganz Deutschland im Polizeigesetz Einzug halten werden: Wie konkret muss eine drohende Gefahr sein, damit die Polizei Menschen überwachen oder präventiv festnehmen darf? Dabei wollen die Wissenschaftler bewerten, ob ein etwaiger Freiheitsentzug auf reiner Verdachtsbasis verhältnismäßig ist.

DNA-Analysen zur Fahndung

Zudem untersuchen sie die Gendatennutzung, die im bayerischen Polizeigesetz durch die DNA-Analyse bereits im Einsatz ist. Die Union hatte bereits gefordert, Fahndung mittels genetischem Fingerabdruck in ganz Deutschland einzuführen. Diese Methode ist umstritten und sagt allenfalls aus, aus welcher Region der Welt eine gesuchte Person stammen könnte.

Bislang waren DNA Spuren am Tatort für die Polizei sehr hilfreich, wenn es darum ging, den Täter eines Gewaltverbrechens zu identifizieren. Das neue bayrische Gesetz geht einen Schritt weiter und erlaubt die Untersuchung von GenMaterial, um äußere Merkmale und die biogeografische Herkunft einer tatverdächtigen Person festzustellen.

Damit soll die Polizei künftig beispielsweise osteuropäische Tatverdächtige von afrikanischen unterscheiden können. Diese Hinweise könnten bereits in der Fahndung ausgeschrieben werden. Experten halten diesen Schritt für wenig sinnvoll, denn man könne die Herkunft anhand des Gen-Materials allenfalls auf einen Kontinent beschränken. Zudem gebe die DNA Untersuchung kaum Aufschluss auf Rückschlüsse für das Aussehen einer Person. Trotz massiver Bedenken von Kritikern will die Union die genetische Herkunftsbestimmung auf ganz Deutschland ausweiten.

Nicht nur die Union will die „erweiterte DNA-Analyse“. Auch die Grünen, die SPD und die AfD unterstützen dieses Vorhaben – trotz hoher Kosten und hoher Fehlerquote dieser Analysetechnik. Weitere Befürworter dieser Analyse verweisen auf Erfolge im Ausland. Die erste groß angelegte DNA-Analyse Untersuchung, die in Deutschland massiv schiefgelaufen ist, wird von den Befürwortern allerdings gerne geflissentlich unter den Tisch fallen gelassen.

Genetischer Fingerabdruck macht Menschen allzeit überwachbar

Kritiker befürchten zudem, dass bald nicht nur verdächtige Personen ihr Genmaterial zur Untersuchung abgeben müssen, sondern bald jeder Bürger seinen „genetischen Fingerabdruck“ abgeben muss. Damit wäre jeder Mensch vollkommen gläsern und überwachbar und könnte keinen Schritt mehr machen, ohne jederzeit und überall identifiziert werden zu können.

Der neue Begriff „drohende Gefahr“ ist in dem neuen Polizeigesetz besonders umstritten. In den vergangenen Jahren wurde die „präventive Gefahrenabwehr“ immer häufiger betont. Doch die Ermittlungen, die nur auf Verdacht einer potentiellen Gefahr stattfinden, werden Menschen immer mehr in Richtung ihrer potentiellen Gefährlichkeit einstufen und Eingriffsbefugnisse der Polizei erweitern. Damit könnten per se alle Menschen als potentiell gefährlich gelten. Polizeimissbrauch könnte vorprogrammiert sein.

Erhebliche Grundrechtsbeschränkungen

Die Neue Richtervereinigung sieht in diesem Gesetz erhebliche Grundrechtsbeschränkungen und hält die Erweiterung der Polizeibefugnisse- und Eingriffsmaßnahmen aufgrund von „drohender Gefahr“ für überflüssig. Es bedürfe keiner zusätzlichen rechtlichen Anwendung „einer drohenden Gefahr“. Lediglich bei konkreten Gefahren könne auf „Gefahrenverdacht“ zurückgegriffen werden. Diese rechtliche Anwendung gebe es bereits in vielen polizeigesetzlichen Eingriffsregelungen und sei vollkommen ausreichend.

„Drohende Gefahr“ soll nur von Personen ausgehen. Vergangenes Jahr hatte das BKA über siebenhundert Personen als „islamistische Gefährder“ eingestuft. Dazu wurden Daten aus verschiedenen Analysesystemen zusammengetragen. Sie beinhalteten Lebenslauf, politische Einstellungen sowie Verhaltensweisen. Das System des BKA wertet diese in drei unterschiedlichen Stufen aus (moderat, auffällig, hoch). Über die Hälfte dieser Bewertungen soll einer Überprüfung allerdings nicht standgehalten haben. Deshalb kann diese Bewertung lediglich als Einschätzung angesehen werden, nicht aber als Basis von Fakten.

Wer jedoch einmal unrechtmäßig als Gefährder eingestuft wurde, wird diese Einstufung nicht wieder los. Rechtliche Schritte gegen solche Einstufungen sind derzeit nicht möglich. Die Wissenschaftler des Bundestages sehen nur einen Grund für polizeiliche Eingriffsbefugnisse bei „drohender Gefahr“ als gerechtfertigt an: Wenn zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, dass konkrete Terrorgefahr vorliegt.

Bislang erachtete das Bundesverfassungsgericht das BKA-Gesetz als teilweise verfassungswidrig. Bei „drohender Gefahr“ waren lediglich Überwachungsmaßnahmen zulässig. Ob polizeiliche Eingriffsmaßnahmen künftig bei „drohender Gefahr“ in ganz Deutschland zugelassen sind, muss das Bundesverfassungsgericht noch entscheiden. Das würde im Gegensatz zum bisherigen Polizeigesetz allerdings eine massive Erweiterung der Befugnisse darstellen.

Bayerisches Polizeigesetz teilweise verfassungswidrig

Die Neue Richtervereinigung sieht dennoch die Gefahr eines „Totschlagarguments“ gegeben: In Bayern wurde die Terrorbekämpfung als Begründung für die Erweiterung des Polizeigesetzes angegeben. Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 sei dabei der entscheidende Vorfall gewesen. Dennoch sieht die Richtervereinigung den Verweis auf diese Anschläge nicht als ausreichende Grundlage dafür, dass terroristische Anschläge künftig verhindert werden können, wenn die Polizei die besagten erweiterten Eingriffsbefugnisse erhält. Denn die Polizei habe schon 2016 ausreichend Befugnisse gehabt, damit der Terroranschlag im Vorfeld hätte verhindert werden können.

Die Begründungen des neuen Polizeigesetzes seien fragwürdig und nur auf Verdachtsmomenten begründet. Die Polizei könnte nicht „ins Blaue hinein“ handeln, sondern nur aufgrund von stichhaltigen Gründen und auf Basis von eindeutigen Fakten. Das bayerische Gesetz breche mit dem im Sicherheits- und Verfassungsrecht verankerten Ordnungsprinzip, wonach eine konkrete Gefahr und ein eindeutiger Tatverdacht für polizeiliches Handeln vorliegen müsse. Zudem enthalte das bayerische Polizeigesetz Undurchsichtigkeiten, die zu einer nicht eindeutigen Regelung der Polizeibefugnisse führen könnten. Angesichts der juristischen Kritik wird das Bundesverfassungsgericht die letzte Instanz sein, die über die bundesweite Einführung des bayerischen Polizeigesetzes entscheiden muss.

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https://www.neopresse.com/wirtschaft/gegenwind-fuer-ruestungskonzern-rheinmetall-nimmt-zu/

Gegenwind für Rüstungskonzern Rheinmetall nimmt zu

NEOPresse in Gesellschaft

Der Rüstungskonzern Rheinmetall gerät zunehmend ins kritische Visier von friedenspolitischen Kampagnen. Nicht nur in Deutschland, sondern vermehrt auch in der Schweiz und in Italien. Rheinmetall ist der größte Rüstungskonzern in Deutschland. Weltweit steht der Konzern an 26. Stelle der Rüstungsunternehmen. Die Standorte des Konzerns sind auf allen Kontinenten verteilt. Rund 11.000 Menschen arbeiten in 117 Standorten für die Rüstungsindustrie des Konzerns und rund 12.000 für die Produktion von Militärfahrzeugen.

Die Rüstungsbranche befindet sich im kontinuierlichen Ausbau und die Profite steigen konstant. Laut dem Bericht des Unternehmens rechnet der größte Munitionshersteller mit einem Umsatzplus in der Rüstung von 12 bis 14 Prozent im Jahr 2018. Rheinmetall produziert nicht nur Waffen und Munition, sondern auch Fahrzeuge für militärische Einsätze wie Panzer und militärische LKWs. Zudem stellt der Konzern Aufklärungstechnik, Radarsysteme und Vernetzungstechniken her.

Rheinmetall wurde bereits 1889 in Düsseldorf unter dem Namen „Rheinische Metalwaaren- und Maschinenfabrik“ gegründet. Der Hauptsitz ist auch heute noch in Düsseldorf. Das Unternehmen stellte zunächst Munition, Zünder und Maschinenpistolen her. Im Laufe des Ersten Weltkrieges entwickelte sich das Unternehmen zum größten Rüstungshersteller im deutschen Kaiserreich. Im Dritten Reich erhielt der Rüstungskonzern „kriegsvorbereitende Aufträge“ vom Reichskriegsministerium. Die Waffen- und Munitionsherstellung boomte wieder und Rheinmetall wurde auf Kosten von Millionen Menschenleben zum größten Rüstungskonzern Deutschlands.

Empörung verursachte der Einsatz von deutschen LeopardPanzern durch die türkische Armee im Rahmen der völkerrechtswidrigen Invasion in Afrin/Syrien. Rheinmetall will zudem die Panzerproduktion in der Türkei vorantreiben und einen Auftrag für die Produktion von 1.000 Panzern erhalten. In Algerien hat Rheinmetall bereits eine Fabrik gebaut und angefangen, dort knapp tausendFuchs-Panzer“ für die „Terrorbekämpfung“ zu produzieren. Rheinmetall arbeitet seit längerem daran, seine Produktionen zu internationalisieren, um die deutschen Exportrichtlinien besser umgehen zu können.

Kriegsgeräte und Waffen von Rheinmetall sind weltweit an Kriegsschauplätzen im Einsatz. Rheinmetall erfährt deshalb zunehmend Gegenwind von Kriegsgegnern. Proteste verstärkten sich in den vergangenen Jahren gegen den Konzern. Den Ausschlag gaben die Profite, die der Rüstungskonzern durch den völkerrechtswidrigen Krieg im Jemen machte sowie die fragwürdigen Auslagerungen der Produktion, um deutsche Exportrichtlinien zu umgehen und der Einsatz der LeopardPanzer durch die türkische Armee in Afrin. Auch in der Schweiz und in Italien wurden Aktionen gegen Rheinmetall gestartet. Menschen blockierte Zufahrtstraßen zu Fabriken des Konzerns und Demonstranten protestierten vor den Werkstoren auf Sardinien.

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https://www.neopresse.com/allgemein/die-gute-alte-zeit-wasser-war-menschenrecht-banken-und-regierungen-greifen-zu/

Die gute alte Zeit: Wasser WAR Menschenrecht – BANKEN und Regierungen greifen zu

NEOPresse in Allgemein

Die gute alte Zeit: Wasser WAR MenschenrechtBANKEN und Regierungen greifen zu

Wir haben an dieser Stelle schon einige Male beschrieben, dass das Menschenrecht auf Wasser eingeschränkt wird. Ohnehin ist Wasser auf der Erde durch Versalzung kaum nutzbar. Das, was übrig ist, wird mit Plastik verseucht oder enthält andere Gifte, oft genug durch Unternehmen eingebracht. Jetzt wird das verbliebene WASSER zum MILLIARDENgeschäft. Und dieser Kuchen ist teuer. Milliardäre und Banken greifen zu. Eine Liste des Horrors.

Die Liste des Horrors

Nestlé hatte über seine Vorstandschef noch erklären lassen, Wasser sei Menschenrecht. Er wolle also- so ließ sich das übersetzen – damit kein Geld verdienen. Irgendwie aber doch, denn schließlich wird das Wasser in Orten wie „Vittel“ abgepumpt, an anderer Stelle in Flaschen abgefüllt und dann wieder verkauft. Das riecht nach Geld. Einerlei, denn Nestlé ist nicht der einzige Missetäter. Ein Bericht auf Netzfrauen.org zählt sorgsam auf, wie Großbanken und Milliardäre verdienen – und wer dies ist. Wir nehmen die Namen hier auf.

Dies sind Goldmans Achs, die JP Morgan Chase Bank, die US-Bank Citigroup, die Schweizer UBS, unsere Deutsche Bank, aus der Schweiz die Credit Suisse, die Macquarie Bank, auch die britische Barclays ist dabei, die britische HSBC sowie fast unvermeidlich Blackstone oder die Alianz.

Doch sie sind nicht allein. Wer investiert noch und möchte verdienen? Es finden sich illustrie Namen. Etwa der frühere US-Präsident George W. Bush nebst seinem Clan, Li Ka-shing aus Hongkong, auch reiche Philippinen. Sie alle wollen vor allem Land, Wasserrechte, möglichst Versorgungsunternehmen sowie Beteiligungen an der Wasser-Förder- bzw. -verarbeitungstechnik.

Wasser WAR Menschenrecht. Wenn die Konzerne heute noch die Situation beschönigen, dann zu Unrecht. Wasser dürfte für die Überlebensfähigkeit und die Fluchtmotivation von Menschen aus Afrika deutlich größeren Einfluss haben als das, was die Grünen aktuell als „Klimawandel“ beschreiben. Zynisch formulierte es ein Nutzer im Netz: Man nennt es Sommer. Wasser aber wird abgepumpt. Auf ewig.

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https://www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-die-nummer-drei-des-vatikans-steht-vor-gericht-1.4088635

Missbrauch in der katholischen Kirche 

Die Nummer drei des Vatikans steht vor Gericht

Kurienkardinal George Pell verlässt im Mai nach der Eröffnung des Hauptverfahrens das Gericht in Melbourne.(Foto: Getty Images)

George Pell, beurlaubter Finanzchef der Kurie in Rom, muss sich wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch verantworten. Was wird ihm vorgeworfen? Und warum hat die australische Justiz Journalisten einen Maulkorb verpasst?

Wie ernst nimmt Papst Franziskus seine oft beschworene NullToleranz-Politik gegenüber Missbrauch in der katholischen Kirche? Nicht ernst genug, sagen Kritiker – und führen dabei auch den Fall des australischen Geistlichen George Pell an, der von diesem Montag an in Melbourne vor Gericht steht.

Wer ist der Angeklagte?

George Pell wurde im Jahr 2014 von Papst Franziskus persönlich nach Rom beordert, um sich um die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Vatikans zu kümmern. Er gilt damit als Nummer drei in der Hierarchie der katholischen Kirche, zeitweise wurde der 77-Jährige gar als Papstkandidat gehandelt. Das Theologiestudium hatte ihn einst aus seiner Heimat Australien nach Rom und Oxford geführt. Mitte der Siebzigerjahre kehrte er als Priester zurück nach Australien, in den Neunzigerjahren wurde er Erzbischof von Melbourne. Für das Priesteramt hatte er in jungen Jahren auf eine Profikarriere als Australian-Football-Spieler verzichtet. Seine sportliche Statur brachte ihm später den Beinamen „Big George“ ein.

Worum geht es in dem Prozess?

Pell werden sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche vorgeworfen, die weit in der Vergangenheit liegen, für die es in Australien jedoch keine Verjährungsfristen gibt. Nach der Eröffnung des Hauptverfahrens im Mai wurden die Fälle in zwei Prozesse aufgeteilt:

  • Der erste Prozess, der an diesem Montag startet, dreht sich Medienberichten zufolge um einen Vorfall in den Neunzigerjahren. Pell war damals Erzbischof und soll sich in der Kathedrale von Melbourne an zwei Chorknaben vergangen und sie zum Oralverkehr gezwungen haben. Das berichtete einer der beiden Jungen später der Polizei.
  • Der zweite Prozess führt noch weiter zurück, in die Siebzigerjahre, als Pell Priester in seiner Heimatstadt Ballarat war. Ihm wird vorgeworfen, dort im Schwimmbad katholische Jungen sexuell bedrängt zu haben.

Was steht für Pell auf dem Spiel?

George Pell ist der ranghöchste Geistliche, der je wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch angeklagt wurde. Bereits im Jahr 2008 gab es Anschuldigungen gegen ihn, aktiv die Vertuschung von Kindesmissbrauch in der australischen Kirche unterstützt zu haben. Eine besondere Bedeutung kommt dabei seiner Heimatstadt Ballarat zu, in der in den vergangenen Jahren besonders viele Fälle von Kindesmissbrauch ans Licht kamen. Der Kardinal leugnet, davon gewusst zu haben. Allerdings teilte er zeitweise mit dem Priester Gerald Ridsdale das Haus, dem in mittlerweile fünf Verfahren der Missbrauch von 65 Kindern nachgewiesen wurde.

Auch die Anschuldigungen, wegen derer er nun vor Gericht steht, weist Pell zurück: Es handele sich um „Rufmord„. Der Vatikan steht weiterhin zu Pell. Man beruft sich darauf, dass der Kardinal alle Anschuldigungen von sich weist und sich für unschuldig erklärt hat. Von seinem Amt als Finanzchef des Kirchenstaates ist der 77-Jährige vorübergehend freigestellt. Den Kardinalstitel trägt er noch, auch sitzt er weiterhin im Beratergremium des Papstes.

Maulkorb regt Australiens Journalisten auf

Kurienkardinal George Pell muss sich wegen Kindesmissbrauchs in Austalien vor Gericht verantworten. Doch über den Prozess darf niemand berichten. Von Matthias Drobinski mehr …

Was hat es mit der Mediensperre auf sich?

Kein Journalist darf über das Verfahren berichten. Das hat das Bezirksgericht im Bundesstaat Victoria angeordnet. Die Mediensperre soll verhindern, dass die zwölf Geschworenen in irgendeiner Weise beeinflusst werden. Einzig die Tatsache, dass der Australier wegen „historischensexuellen Missbrauchsfällen angeklagt ist, darf berichtet werden. Auch das Buch „Cardinal: The Rise and Fall of George Pell“ der Journalistin Louise Milligan darf in Australien zur Zeit nicht verkauft werden. In dem Buch beschreibt Milligan den Werdegang des australischen Geistlichen, geht aber auch auf Details zu den Missbrauchsvorwürfen ein.

Was ist von dem Prozess zu erwarten?

Anfang Mai, als die australische Justiz entschied, das Hauptverfahren gegen Pell zu eröffnen, ließ der Kardinal im Amtsgericht von Melbourne ein deutliches „Nicht schuldig!“ hören. Sollten die Verhandlungen aber zu einem gegenteiligen Abschluss kommen, könnten Pell bis zu 25 Jahre Haft drohen. Zunächst dürfte von dem Prozess nicht allzu viel nach außen dringen. Journalisten sind zwar im Gericht dabei. Berichten dürfen sie aber erst, wenn die Geschworenen zu einem Urteil gekommen sind.

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https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-08/pennsylvania-missbrauch-katholische-kirche-usa

Pennsylvania

Priester sollen mehr als 1.000 Kinder missbraucht haben

Mehr als 300 Priester sollen in Pennsylvania Kinder begrapscht und vergewaltigt haben, geht aus einem Untersuchungsbericht hervor. Die Kirche habe die Fälle vertuscht.
Pennsylvania: Katholische Priester sollen in Pennsylvania jahrzehntelang Kinder missbraucht haben.
Katholische Priester sollen in Pennsylvania jahrzehntelang Kinder missbraucht haben. © Jewel Samada/AFP/Getty Images

Im US-Bundesstaat Pennsylvania sollen über 300 katholische Priester in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 1.000 Kinder missbraucht haben. Zu diesem Schluss kommt ein Geschworenengremium, die sogenannte Grand Jury, in einem Untersuchungsbericht. Die Zahl der Fälle liegt vermutlich sogar noch höher: Zahlreiche Akten seien verloren gegangen und manche Opfer hätten nicht aussagen wollen, erklärten die Geschworenen. Daher gebe es vermutlich sogar mehrere Tausend Opfer. Die Jury spricht von einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß von Missbrauch.

Der Untersuchungsbericht stützt sich auf Dutzende Zeugenaussagen und eine halbe Million Seiten kircheninterner Dokumente. Fast alle der aufgezählten Fälle seien mittlerweile verjährt, heißt es in dem Bericht. Zwei Priester hätten jedoch innerhalb der vergangenen zehn Jahre Kinder missbraucht. Die meisten Opfer waren der Untersuchung zufolge Jungen, viele von ihnen hatten die Pubertät noch nicht erreicht. Die Täter hätten Alkohol und Pornografie eingesetzt. Kinder seien begrapscht oder vergewaltigt worden. Die Kirche in Pennsylvania habe die Täter meist jahrelang gedeckt, heißt es in dem Bericht. Auch deshalb könnten viele Vergehen nun nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.

Der Generalstaatsanwalt Josh Shapiro erklärte, ranghohe Kirchenbeamte in Pennsylvania und im Vatikan hätten den Missbrauch systematisch vertuscht. Die Taten erstrecken sich über einen Zeitraum von 70 Jahren und auf sechs der acht Diözesen im US-Bundesstaat Pennsylvania. Shapiros Ermittlungen gehören zu den umfangreichsten zum Kindesmissbrauch durch Priester in den Vereinigten Staaten.

Kardinal Donald Wuerl, der langjährige Bischof von Pittsburgh, erklärte bereits vor der Veröffentlichung des Berichts, er rechne damit, darin kritisiert zu werden. Wuerl führt zurzeit die Erzdiözese in Washington. Er versicherte, er habe sich in seinen 18 Jahren als Bischof von Pittsburgh für den Schutz von Kindern eingesetzt. Seinem Vorgänger Theodore McCarrick wird vorgeworfen, Jungen und erwachsene Seminaristen missbraucht zu haben. Wuerl erklärte im vergangenen Monat, in den Akten der Erzdiözese seien keine Beschwerden über McCarrick zu finden.

Über die Rolle des Vatikans gab es im Report der Grand Jury schemenhafte Angaben – erwähnt werden darin aber eine Serie von vertraulichen Berichten über übergriffige Priester, die Bischöfe nach Rom gesandt haben sollen. Die Führung hätte die Geistlichen jedoch nicht der Polizei gemeldet, sondern in „Behandlungseinrichtungen“ geschickt, wo sie „reingewaschen“ worden seien. Hunderte bekannte Täter hätten danach wieder den Kirchendienst aufnehmen können.

Die Ermittlungen der Grand Jury in Pennsylvania waren im Vergleich zu jenen in anderen US-Staaten die bisher umfassendsten Untersuchungen zu sexuellem Missbrauch durch Geistliche. US-Bischöfe haben eingeräumt, dass landesweit mehr als 17.000 Menschen Übergriffe durch Priester oder andere Kirchenverantwortliche erleiden mussten.

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http://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-ueber-300-priester-sollen-mehr-als-1000-kinder-missbraucht-haben-a-1223203.html

Ermittlungen in den USA

Hunderte katholische Priester sollen mehr als tausend Kinder missbraucht haben

Im US-Staat Pennsylvania haben sich nach Angaben von Ermittlungsbehörden mehr als 300 Priester jahrzehntelang an Kindern vergangen. An der „Vertuschung“ soll auch der Vatikan beteiligt gewesen sein.

Frauen bei der Vorstellung der Ermittlungsergebnisse
Frauen bei der Vorstellung der Ermittlungsergebnisse
AP

Dienstag, 14.08.2018 21:46 Uhr

 

Ermittlungsbehörden im US-Bundesstaat Pennsylvania haben erschütternde Details über das Ausmaß von sexuellem Missbrauch und dessen Vertuschung in der katholischen Kirche der USA recherchiert. Die Behörden beschuldigen mehr als 300 namentlich genannte katholische Priester, sich des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht zu haben – bis hin zur Vergewaltigung. „Obwohl die Liste von Priestern lang ist – wir denken nicht, dass wir alle gekriegt haben“, sagte der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro.

Dennoch sei dies der umfassendste Bericht zu Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche, der jemals in den USA veröffentlicht worden sei. Die Taten sollen sich über einen Zeitraum von 70 Jahren und auf das Gebiet von sechs der acht Diözesen im Bundesstaat Pennsylvania erstrecken.

Shapiro, der die bisherigen Ermittlungsergebnisse vorstellte, geht von Hunderten Opfern aus. Mindestens tausend Kinder seien missbraucht worden, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Abschlussbericht eines Geschworenengremiums (Grand Jury) des Bundesstaates. Die Dunkelziffer könnte jedoch deutlich höher liegen, da Berichte von vielen Kindern verloren gegangen seien oder die Betroffenen aus Angst geschwiegen hätten.

Josh Shapiro
Josh Shapiro
AP

 

Er glaube, dass viele Opfer sich nicht gemeldet hätten, sagte der Generalstaatsanwalt und sprach von einer „jahrzehntelangen Vertuschung“ durch ranghohe Kirchenobere in Pennsylvania und im Vatikan. Dies habe dazu geführt, dass kaum einer der Fälle heute noch strafrechtlich verfolgt werden könne – fast alle der Taten seien verjährt, sagte Shapiro. Zwei Priester haben dem Bericht zufolge jedoch innerhalb der vergangenen zehn Jahre Kinder missbraucht, einer davon bekannte sich demnach schuldig.
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Straffällig gewordene Priester seien routinemäßig in andere Gemeinden versetzt worden, sagte Shapiro. Die Gemeindemitglieder seien nicht in Kenntnis gesetzt worden. Die Kirche habe Pädophile zu lange geschützt, ihre Opfer seien nicht gehört worden. Das habe nun ein Ende, sagte Shapiro, „heute veröffentlichen wir die Wahrheit“.

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https://www.sueddeutsche.de/leben/strafvollzug-und-familie-wenn-eine-mutter-hinter-gittern-sitzt-1.4085975

Strafvollzug und Familie

Wenn eine Mutter hinter Gittern sitzt

Nur wenige Haftanstalten in Deutschland verfügen über MutterKindRäume.(Foto: dpa)

Eine junge Frau bemerkt im Gefängnis, dass sie schwanger ist. Nach der Geburt kämpft sie darum, dass ihr Baby bei ihr bleiben darf. Doch die Justiz in RheinlandPfalz lehnt das ab. Über eine Trennung, die für alle Seiten grausam ist.

Von Jasmin Siebert

Als Kristina Silberstein an einem Morgen im September 2017 im Kreißsaal der Klinik Homburg den kleinen Tim aus ihrem Körper presst, drehen ihr die beiden Vollzugsbeamtinnen der Justizvollzugsanstalt Zweibrücken den Rücken zu. Sie schauen diskret weg – immerhin. Aber auch das ganze Justizsystem schaut offenbar diskret weg bei diesem Drama.

Am Tag nach der Entbindung, es ist 14 Uhr, liegt Silberstein wieder in ihrer Zelle. Und der kleine Tim in einer Auffangstation für Säuglinge. Bis zuletzt hatte die dreifache Mutter dafür gekämpft, wenigstens ihren jüngsten Sohn behalten zu dürfen. Doch die Justiz blieb hart.

Das Wohl der Kinder hat keiner im Blick

Weil es nicht genug Mutter-Kind-Zellen gibt, werden weibliche Häftlinge oft von ihren Babys getrennt – eine zusätzliche Strafe für Mutter und Kind. mehr …

13 deutsche Haftanstalten haben Abteilungen, in denen straffällig gewordene Mütter gemeinsam mit ihren Babys oder Kleinkindern untergebracht werden können. Im Saarland, aus dem Silberstein kommt, gibt es nicht einmal ein Frauengefängnis. Straffällige Frauen werden in der JVA Zweibrücken im benachbarten RheinlandPfalz untergebracht. Dort ist Platz für 300 männliche und 130 weibliche Gefangene, für Kinder ist kein Platz. Noch 2015 habe es keine einzige Geburt gegeben, sagt Gefängnisleiter Jürgen Buchholz. 2016 brachten dann drei inhaftierte Frauen Kinder auf die Welt, 2017 waren es acht. Dieses Jahr schon vier, zwei Frauen sind gerade schwanger. Woher der Anstieg kommt, weiß keiner. „Das ist zu viel. Wir müssen etwas tun“, sagt Buchholz.

Man müsste meinen, dass schon ein einziges unschuldiges Kind, das ohne Not dem Trauma einer frühen Trennung von der Mutter ausgesetzt ist, eines zu viel ist. Doch in RheinlandPfalz, so scheint es, hat es erst diesen massiven Anstieg der Zahlen gebraucht, um ein Problem darin zu erkennen, Mütter und Kinder zu trennen. Denn bei wie vielen Frauen in den vergangenen Jahren eine Inhaftierung dazu geführt hat, dass sie ihre Säuglinge oder Kleinkinder gegen ihren Willen hergeben mussten, wurde bisher noch nicht einmal erfasst.

Kristina Silberstein ist 36 Jahre alt und nicht sehr groß, eine eher zierliche Frau mit einem schmalen Gesicht. Ihre Geschichte erzählt sie in einem Besprechungssaal in der JVA Zweibrücken. Sie trägt die weiße Anstaltshose und die klobigen, schwarzen Anstaltsschuhe. Für das Gespräch durfte sie das grüne T-Shirt der Gefängnisgärtnerei gegen ihr privates tauschen. Darauf ist ein Stern aus Glitzersteinen. Auch ihre Uhr ist mit Glitzersteinen eingefasst und über der Lippe funkelt ein Piercingstecker. Ein wenig Glamour im Gefängnisalltag, der noch trister ist, wenn man weiß, dass draußen neben einem erwachsenen Sohn zwei kleine Söhne warten.

Nach dem Hauptschulabschluss wurde Silberstein mit 18 zum ersten Mal Mutter. Sie ging Gelegenheitsjobs nach, arbeitete als Putzkraft, im Versand und zuletzt im Altenheim. Seit 2012 sind Silberstein und ihr Lebensgefährte ein Paar, er ist der Vater ihrer beiden jüngeren Söhne. Gemeinsam mit dem Älteren der beiden, Milo, lebten sie bis zu Silbersteins Inhaftierung im Mai 2017 in einer Kleinstadt im Saarland. Der erwachsene Sohn war schon ausgezogen. Der kleine Milo aber war noch keine zwei, als Polizisten seine Mutter abführten.

Sie habe eine gute Kindheit gehabt, sie sei „selbst abgeschweift“, erzählt Silberstein. Ohne Führerschein sei sie Auto gefahren, habe Amphetamine genommen, betrogen und gestohlen, um an Geld zu kommen. Dreimal erhielt sie Bewährungsstrafen. Im Gefängnis sei sie letztlich wegen „Anstiftung zu Einbruch und Diebstahl“ gelandet. „Ich darf mich noch eine Kleinkriminelle nennen“, sagt sie selbstironisch, wird aber gleich wieder ernst: „Es war nicht rechtens, was ich gemacht habe, aber es war so.“ Den falschen Freundeskreis habe sie gehabt und als junge Mutter ohne Ausbildung habe sie das Geld gebraucht. „Ich war jung, dumm und stur“, sagt sie. Und ja, um den Kick sei es ihr auch gegangen.

„Dann ging der Horror los“, sagt Silberstein, als sie an den positiven Schwangerschaftstest zurückdenkt, den sie wenige Tage nach der Inhaftierung im Mai 2017 in den Händen hielt. Sie wollte nicht hinnehmen, auch von diesem Kind getrennt zu werden.

In den meisten Bundesländern gibt es Mutter-Kind-Zellen. Ein Babyleben hinter Gittern, aber mit Mama – wie hier in der JVA für Frauen in Berlin. In RheinlandPfalz hielt man das bislang nicht für nötig.(Foto: Davids/Darmer)

Knappe Plätze im offenen Vollzug

Silberstein schrieb ans Ministerium und an den Bürgerbeauftragten, bat um eine Verlegung in ein Mutter-Kind-Gefängnis. Nachdem das Büro des Bürgerbeauftragten nachgehakt hatte, befürwortete auch die JVA eine Verlegung. Immer wieder werden straffällige Mütter aus RheinlandPfalz und dem Saarland mit ihren Kindern in der JVA Frankfurt am Main untergebracht, allerdings nur im offenen Vollzug. Weil sie bei ihrer Inhaftierung positiv auf Amphetamine getestet worden war, musste Silberstein zunächst im geschlossenen Vollzug bleiben. Aus dem rheinland-pfälzischen Justizministerium heißt es dazu: „Die Plätze im geschlossenen Vollzug sind in der Regel durch den eigenen Bedarf der betreffenden Bundesländer voll ausgelastet, sodass es schlicht keine Kapazitäten für die Aufnahme von Gefangenen aus anderen Bundesländern gibt.“ So erteilte Hessen Silbersteins Überstellungsantrag eine abschlägige Antwort.

Eine Trennung von Mutter und Kind wegen mangelnder Kapazitäten? „Das verstößt ganz klar gegen das Grundrecht„, sagt Christoph Thiele, der an der Universität Greifswald über den Familienschutz im Strafvollzug promoviert hat. Artikel 6 des Grundgesetzes stelle Familie und Mutterschaft unter besonderen Schutz, der dürfe nicht aus Platzmangel aufgehoben werden, sagt Thiele. In einem solchen Fall müssten Alternativen gefunden werden, die es ermöglichen, dass Kind und Mutter eine Bindung aufbauen. Denkbar seinen stark ausgeweitete Besuchszeiten und Hafturlaube sowie ein Wechsel in den offenen Vollzug. Auch Maja Liebing, Expertin für Frauenrechte bei Amnesty International, hält die Praxis für unhaltbar: „Gemäß internationaler Menschenrechtsstandards kann man eine klare Verpflichtung für die Regierung ableiten, ausreichend Plätze für einen Strafvollzug für Mütter zu schaffen.“

Verlegungen von Gefangenen sind theoretisch bundesweit möglich. Gefängnisleiter Buchholz sagt, seine Mitarbeiter würden sich bemühen, Mütter in „irgendeiner anderen deutschen Haftanstalt“ unterzubringen, sofern die Betroffenen dies wünschten. Jedoch werden nicht wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Recherchen der Süddeutschen Zeitung ergeben, dass in anderen Bundesländern, etwa in Bayern, Berlin und Hamburg, immer wieder Mutter-Kind-Plätze im geschlossenen Vollzug frei sind. Der Nachteil: Betroffene wären mitunter weit entfernt von ihrer Heimat und eventuell mit anderen, älteren Kindern inhaftiert.

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ST“OO“PP für „MONSANTO-BAYER“ – ST“OO“PPT „GLYPHOSAT“ /// „Neue“ Umweltministerin : Neue „Pflanzen-Schutz-Regeln“ sollen „INSEKTEN-STERBEN“ aufhalten – – – „KLÖCKNER“ versus „SCHULZE“ //// „Die WILD-Biene“ STIRBT“ ///// „Autonome Drohnen“ statt „Bienen“ also //// „AUFSTAND in FRANKREICH“ ////// Schwere „Vorwürfe“ aus der „EU“ gegen „Merkel“ wegen „Türkei-Deal“

siehe auch „KLÖCKNER und die BIENEN“ – und „der DIGITALE BAUER“

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33116/

Neue Studien zeigen: Glyphosat ist weiterhin gefährlich

05.04.2018

Auswirkungen von Glyphosat
13,4 Millionen Menschen sind in Argentinien unmittelbar von den Folgen des Glyphosat-Einsatzes betroffen-+-Bild: Pablo E. Piovano

Mehrere aktuelle Studien zeigen, dass das Herbizid Glyphosat Umwelt und Gesundheit negativ beeinflusst. Sie liefern neue Argumente dafür, den Wirkstoff in Deutschland Ende 2021 endgültig zu verbieten, wie dies Bundesumweltministerin Svenja Schulze forderte.

Wissenschaftler der Universität des US-Staates Indiana haben 71 Schwangere untersucht und bei 93 Prozent von ihnen Glyphosat im Urin nachgewiesen. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Glyphosatbelastung und einer verkürzten Schwangerschaftsdauer. Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass eine verkürzte Schwangerschaft für das Neugeborene lebenslange negative Auswirkungen haben könnte. Sie mahnten weitere Studien mit mehr Schwangeren an, um zu erkennen, ob die Glyphosatbelastung noch andere Risiken für die Ungeborenen mit sich bringt.

Ebenfalls aus den USA kam die Nachricht, dass die Population des Monarch-Falters weiter abnimmt. Das Center für Biological Diversity (CBD) hatte in den Überwinterungsquartieren des Falters in Mexiko den Bestand überprüft. Waren es vor 20 Jahren noch eine Milliarde Falter, so sind jetzt noch 93 Millionen übrig. Um auf Dauer überleben zu können, müsste die Population 225 Millionen Tiere betragen, schrieb das CBD. Als Grund für die rapide Abnahme nennen die Artenforscher den Einsatz von Herbiziden, insbesondere von Glyphosat. Die Spritzgifte lassen die Wirtsblume des Falters, die Seidenpflanze, absterben.

Argentinische Wissenschaftler haben gezeigt, dass Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA vom Winde verweht werden können. Dazu sammelten sie den Staub, den der Wind von abgeernteten, offen daliegenden Feldern wehte. Der bis zu einer Höhe von eineinhalb Meter aufgewirbelte Staub enthielt 247 Mikrogramm je Kilogramm (µg/kg) an Glyphosat und fast ebensoviel AMPA. Das sei 60 mal mehr Glyphosat als im Boden selbst, heißt es in der Studie. Daraus folge, dass der Erosionsstaub sich möglicherweise negativ auf das Ökosystem und die menschliche Gesundheit auswirke.

Andere argentinische Forscher haben die Kaulquappen von Fröschen gängigen Umweltkonzentrationen an Glyphosat ausgesetzt und dabei unterm Mikroskop Leberveränderungen nachgewiesen. Dabei war die gebrauchsfertige gylyphosathaltige Pestizidmischung Roundup noch schädlicher als reines Glyphosat. Brasilianische Forscher hatten die Fischart Astyanax lacustris in Wasser mit Spuren eines glyphosathaltigen Herbizids schwimmen lassen. Bei einer Konzentration von 50 Mikrogramm je Liter waren die Spermien der Fische bewegungsunfähig, bei 300 Mikrogramm starben die Samenzellen ab.

All diese Studien müssen berücksichtigt werden, wenn in den kommenden Monaten in Deutschland glyphosathaltige Herbizide neu zugelassen werden. Denn dabei sollen die Behörden die Risiken für Nichtziel-Pflanzen und die Biodiversität besonders beachten. Bis Fristende am 16. März hatten acht Hersteller beantragt, 24 glyphosathaltige Spritzmittel in der Bundesrepublik neu zuzulassen. Weitere zwölf Herbizide, die über 2018 hinaus zugelassen sind, würden von Amts wegen überprüft, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Anfrage mit.

Ginge es nach der neuen Bundesumweltministerin Svenja Schulze, würden die Zulassungen nur noch befristet bis Ende 2021 erteilt. Danach will die SPD-Politikerin das Herbizid in Deutschland endgültig verbieten, teilte sie der BILD-Zeitung mit. Bedeckt hält sich dagegen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU. Sie sagte der Rheinischen Post lediglich, Naturschutz und Landwirtschaft seien keine Gegensätze und gehörten zusammen: „Und deshalb will ich mit der Kollegin Schulze auch ein gutes Einvernehmen finden.“ [lf]

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MON-SANTO-KONTAMINATION

DAS GANZE ist eine „BÖSARTIGE FARCE“

MERKEL der „SUPER-G(r)AU(s)“ – zur PERSON MERKEL: „AUS-SITZEN“ – „UNNÜTZE BLÖDE SPRÜCHE“ –  „MACHT-GEIL-HEIT“…. – – – – – ÜBRIGENDS ist die PERSON „mit-HAUPT-VERANTWORTLICHE“ für den „SATANISCHEN DEAL“

SCHLUSS mit LUSTIG!!! – WIEVIEL BEKOMMT „VESTAGER“(EU) von „MONSANTO-BAYER“ für den DEAL

?“WETT-BEWERB“?  – diesen schaltet MON-SATAN schon mit der ERMÄCHTIGUNG über „PATENT auf LEBEN“  AUS und mit der UN-KONTROLLIERTEN AUSBREITUNG der manipulierten SAAT  – ALLES wird KONTAMINIERT

ANKLAGE: VESTAGER (EU) ist GEGEN das „VORSORGE-PRINZIP“ und GEGEN die „GESUNDHEIT“ und „ÖKOLOGIE“ DENN es gibt UNENDLICH VIEL BEWEISE GEGEN MONSANTO – die FRAGE ist: „WIESO ist dieser satanische KONZERN mit seinen UNTERSTÜTZERN noch nicht hinter SCHLOSS und RIEGEL“???!!!

„kontrollierter FEIND“ – „trojanisches Pferd“ – RA – RA – RA – S – „PUTIN“ demaskiert sich „WIEDER-MAL“ – DENN PUTIN UNTERSTÜTZT den satanischen DEAL???!!!

https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/33130/

Baysanto: USA und Russland wohl einverstanden

12.04.2018

Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer)
Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und Chief Executive Officer von Monsanto (Foto: Bayer) ………… (<<< hier sieht man  Zwei DRECKIG GRINSENDEEIERKÖPFE“ mit „HUNDELEINE„>>>)

Fast 20 der rund 30 relevanten Kartellbehörden hat Bayer inzwischen im Boot. Und die Einkaufsliste des Chemiekonzerns BASF wird immer länger. Nach dem Willen der US-Wettbewerbshüter soll BASF nun noch das Geschäft mit der digitalen Landwirtschaft von Bayer erwerben, damit die Leverkusener den amerikanischen Saatgutgiganten Monsanto übernehmen dürfen.

Nach Medienberichten vom Mittwoch werde das USJustizministeriums damit wohl grünes Licht geben für die größte Firmenübernahme der Nachkriegsgeschichte. Ein Bayer-Sprecher bestätigte das Verkaufsangebot an BASF, äußerte sich aber nicht zum Stand des Genehmigungsverfahrens in den USA. Der EU-Wettbewerbskommissarin hatte es für ihre Zustimmung im März noch ausgereicht, dass BASF nur eine Lizenz für Bayers Digital-Farming bekommt. Nach dem Willen der USBehörden soll Bayer nun umgekehrt Lizenznehmer bei ihrem Käufer BASF werden.

Mit den agrarspezifischen IT-Plattformen, die Bayer und Monsanto beide entwickeln, können Landwirte ihre kompletten Betriebe digital steuern. Anhand riesiger Datenmengen zu Rahmenbedingungen wie Wetter oder Bodenbeschaffenheit werden Bedarf und Einsatz von Wasser, Saatgut, Dünger und Spritzmitteln berechnet und umgesetzt. So können die Konzerne ihr IT-Angebot direkt auf ihr Warenangebot abstimmen – von gentechnisch verändertem Saatgut bis zum Pestizid. Es entsteht eine computergestützte Rundumversorgung mit der Gefahr maximaler Abhängigkeit der Landwirte vom jeweiligen Konzern. Künftig werden dann wohl Bayer mit der MonsantoPlattform und BASF mit der ehemaligen BayerPlattform auf IT-Kundenfang gehen.

Schließlich hat sich die Einkaufsliste von BASF um eine Reihe von Mitteln zur Saatgutbehandlung verlängert, teilte Bayer mit. Dafür steht NemaStrike, ein Bodeninsektizid von Monsanto, dessen Verkauf die EU gefordert hatte, nicht mehr auf der Liste. Auf Wunsch der EU enthält sie aber bereits Bayers Raps-, Soja- und Baumwollsaatgut, das Gemüsegeschäft sowie das weltweite Geschäft mit dem Unkrautvernichter Glufosinat-Ammonium. Der Preis für den Großeinkauf von BASF wurde bislang auf mehr als sechs Milliarden Euro beziffert. Was durch die US-Bedingungen noch hinzukommen wird, ist nicht bekannt.

Diese Verkaufsliste an BASF wird aktuell von EU-Kommissarin Margrethe Vestager noch abschließend geprüft. Ende kommender Woche will sie das Ergebnis verkünden. Wie proplanta.de berichtete, soll auch Russland der Megafusion in Kürze zustimmen. Bayer hat weiterhin das Ziel, Monsanto noch in diesem Quartal für mehr als 49 Milliarden Euro zu übernehmen und damit zum weltweit größten Anbieter für Saatgut und Pestizide aufzusteigen. Die Börse hat schon begonnen zu feiern. [vef]

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siehe auch MONSANTO-„RoundUP“ incl. GLYPHOSAT ist als „FORMULIERUNG“ „125“ mal toxischer als GLYPHOSAT pur

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/unkrautvernichtungsmittel-umweltministerin-schulze-will-glyphosat-verbot-durchsetzen-aid-1.7475385

| 18.13 Uhr

Bis spätestens Ende 2021

Umweltministerin Schulze will GlyphosatVerbot durchsetzen

Unkrautvernichtungsmittel: Umweltministerin Schulze will Glyphosat-Verbot durchsetzen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD bei ihrer Rede im Bundestag. FOTO: dpa, cgt tba
Berlin. Bundesumweltministerin Schulze hat angekündigt, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bis spätestens Ende 2021 verbieten zu lassen. Damit geht sie über den Koalitionsvertrag hinaus.

Die Deutschen wollten nicht nur kein Glyphosat auf Äckern, sondern insgesamt einen sorgsameren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei ihrer Rede im Bundestag. „Wir werden deshalb die Anwendung von Glyphosat in dieser Legislaturperiode schnellstmöglich beenden.“ Damit ging sie über den Koalitionsvertrag hinaus, in dem nur von einem schnellstmöglichen Ausstieg aus der weit verbreiteten Glyphosat-Nutzung die Rede ist, ohne ein Datum zu nennen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) ging in ihrer Rede nicht auf Glyphosat ein, kündigte aber ein entschiedenes Vorgehen gegen Insektizide auf Grundlage von Neonikotinoiden (Neokis) an. Das Mittel wird von mehreren Konzernen hergestellt, darunter Bayer und Syngenta. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei das hochwirksame Nervengift verantwortlich für das Bienensterben.

„Was für Bienen schädlich ist, muss weg vom Markt“, erklärte die CDU-Politikerin. Klöckner setzte damit einen anderen Akzent als ihr Vorgänger Christian Schmidt (CSU). Der hatte sich Ende Februar gegen ein Verbot von Neoniks gewandt, nachdem die EU-Lebensmittelbehörde Efsa vor der Chemikalie gewarnt hatte.

Schmidt war öfter mit Schulzes Vorgängerin, der SPD-Politikerin Barbara Hendricks, aneinander geraten. So hatte der CSU-Politiker im November ohne Abstimmung mit der Bundesregierung in der EU für die Zulassungsverlängerung von Glyphosat gestimmt und damit heftigen Protest von Hendricks und anderen SPD-Politikern ausgelöst.

„Meine Hoffnung ist, dass dies ein einmaliger Ausrutscher war und dass wir davon ausgehen können, dass in der neuen Bundesregierung ein neuer Geist herrscht und solche Foulspiele nicht wiederholt werden“, erklärte Schulze. Klöckner sagte, Naturschutz und Landwirtschaft seien keine Gegensätze und gehörten zusammen: „Und deshalb will ich mit der Kollegin Schulze auch ein gutes Einvernehmen finden.“

(gaa/REU)

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/watch?v=aaEGdeqaBho

Ist Glyphosat bioakkumulativ? Lagert sich der Unkrautvernichter im Körper ab? [NDV]

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Ökosystem – Großes „INSEKTEN-STERBEN“ in Deutschland – WELT

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http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-pflanzenschutz-regeln-sollen-insektensterben-aufhalten-15528984.html

Neue Umweltministerin : Neue Pflanzenschutz-Regeln sollen Insektensterben aufhalten

  • Aktualisiert am

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sitzt im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit während eines Interviews. Bild: dpa

Glyphosat tötet alles, was grün ist“, sagt die neue Bundesumweltministerin. Sie fordert insgesamt weniger Pflanzenschutzmittel – und will bald schon die ersten Gesetze auf den Weg bringen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat den Kampf gegen das Insektensterben zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt. „Das Artensterben aufzuhalten, ist eine der zentralen politischen Aufgaben unserer Zeit“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Insektensterben nehme rasant zu. „Mit den Insekten verschwinden auch die Vögel. Und all die wertvollen Leistungen, die Insekten für uns erbringen – von der Bestäubung, über die Reinigungsfunktion in Gewässern bis zur Bodenfruchtbarkeit.“

Schulze hat schon angekündigt, dass sie gleich nach Ostern mit Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) das geplante Aktionsprogramm für Insektenschutz angehen will. „Ich will die Landwirtschaftsministerin beim Wort nehmen – sie hat gesagt, dass Bienen systemrelevant seien und man etwas tun muss“, sagte sie Anfang der Woche. Das Programm ist im Koalitionsvertrag festgehalten. Schulze will noch innerhalb der ersten 100 Tage der neuen Regierung Eckpunkte vorlegen.

Im Interview der Funke-Zeitungen verlangte sie, sämtliche Pflanzenschutzmittel zurückhaltender einzusetzen. „Wir brauchen einen grundsätzlichen GlyphosatAusstieg in dieser Legislaturperiode. Glyphosat tötet alles, was grün ist. Insekten finden danach keine Nahrung mehr“, sagte Schulze. „Aber mit dem Glyphosat-Ausstieg allein ist es nicht getan – wir brauchen einen grundsätzlich restriktiveren Einsatz aller Pflanzenschutzmittel.“

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Bedrohte Bestäuber : Stirbt die Biene wirklich?

In ihrem Bestand bedroht: Mehr als die Hälfte aller heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste. Bild: dpa

Plötzlich redet alle Welt vom Bienensterben. Steht es um die Tierchen tatsächlich so schlimm? Ein Faktencheck.

 

Manchmal sind es gerade die einfachen Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Die Frage „Liebst du mich?“ gehört dazu. Da kommen mitunter selbst geübte Rhetoriker ins Schwimmen. Solche tückisch-einfachen Fragen gibt es auch in der Politik („Gehört der Islam zu Deutschland?“). Selbst die angeblich so objektive Welt der Naturwissenschaften hat auf manch einfache Fragen keine eindeutigen Antworten. Ob es den Klimawandel gibt, darüber haben prominente Köpfe quer über alle Kontinente jahrelang erbittert gestritten.

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das gilt auch für eine der aktuell wichtigsten Fragen: Gibt es das Artensterben und insbesondere das Bienensterben wirklich? Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, antwortete darauf vor zwei Wochen in der F.A.S.: „Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell.“ Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Der Chemiekonzern Bayer beispielsweise ließ ausrichten, dass es ein Bienensterben „definitiv nicht“ gebe.

Wie es den Bienen und den Bestäubern im Allgemeinen geht, hat wirtschaftlich große Auswirkungen. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden. Umso wichtiger ist die Frage: Gibt es das Artensterben wirklich?

Um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen

Spätestens seit Ende vergangenen Jahres muss man wohl sagen: Ja! Im Oktober 2017 nämlich kam eine von Caspar Hallmann von der RadboudUniversität in Nimwegen geleitete und mit Hilfe von ehrenamtlichen Insektenkundlern aus Krefeld vorgenommene Studie zu dem Schluss: Die drastischen Bestandseinbrüche sind real. Die Forscher stellten fest, dass die Biomasse der Fluginsekten in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 um unfassbare 76 Prozent zurückgegangen ist. Die Verluste betreffen offenbar die meisten Arten. In der Folge gab es vereinzelt Kritik an der Studie, insgesamt aber bescheinigte ihr die Fachwelt eine sehr hohe Aussagekraft. Auch das Bundesumweltministerium legt sich auf Nachfrage fest: „Sowohl die Gesamtzahl der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nachweislich abgenommen.“

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Bedrohte Bienenarten in Deutschland
Ausgestorben 39
Vom Aussterben bedroht 31
Stark gefährdet 78
Gefährdet 85
Gefährdet (Ausmaß unbekannt) 34
Extrem selten 24
52,6% der heimischen Bienenarten stehen auf der Roten Liste
Grafik: F.A.Z. / Quellen:  Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen; Bundesamt für Naturschutz

Die speziellere Frage, ob es auch das Bienensterben gibt, ist schwieriger zu beantworten, weil es die eine Biene nicht gibt. Die meisten Deutschen denken unwillkürlich nur an die Honigbienen, die von Imkern gehalten werden. Die Gattung der Honigbiene umfasst sieben bis zwölf staatenbildende Arten, für die Imkerei ist die Westliche Honigbiene allerdings die bedeutendste. Doch Honigbienen sind nur ein Teil des Spektrums. Laut dem Naturschutzbund Deutschland leben in Deutschland nämlich einige hundert Bienenarten und auch jede Menge Hummeln und Wespen. Unter ihnen stellt die Honigbiene eigentlich eine Ausnahme dar, denn sie lebt und überwintert als Volk und vermehrt sich durch Volksteilung, das sogenannte Schwärmen. Die meisten Bienenarten aber leben alleine. Es sind solitäre Bienen beziehungsweise Wespen, von denen nur die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben. Sie legen ihre Eier in der Erde oder in Ritzen von Holz oder Lehm ab.

Ein generelles, weltweites und alle Arten betreffendes Bienensterben kann es aber allein schon deshalb nicht geben, weil die Zahl der Honigbienen signifikant steigt. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zählte im Jahr 1961, dem ersten Jahr ihrer Erhebung, lediglich 49 Millionen kommerzielle Bienenstöcke auf der Welt. Im Jahr 2016 waren es mit 90 Millionen schon fast doppelt so viele.

„Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere“

Das liegt vor allem an der Entwicklung in Asien, wo sich die Zahl der Honigbienen-Völker auf 42 Millionen vervierfacht hat. Auch in Südamerika (plus 311 Prozent) und in Afrika (plus 150 Prozent) ging es rasant aufwärts. Selbst in China, das für seine schlechten Umweltschutzstandards bekannt ist, hat sich die Zahl der Honigbienen fast verdreifacht.

Geradezu gegenteilig verlief die Entwicklung in vielen westlichen Ländern. In Nordamerika brach die Zahl der Bienenstöcke um 40 Prozent ein, in Europa um 13 Prozent. In Deutschland lebten nach Angaben des Deutschen Imkerbundes Ende vergangenen Jahres etwa 766.000 von Menschen gehaltene Bienenvölker. Das sind 23 Prozent kommerzielle Bienenstöcke mehr als vier Jahre zuvor, nach Angaben der FAO aber waren es Anfang der 60er noch fast dreimal mehr.

Mit Umwelteinflüssen hat das zunächst einmal nichts zu tun, dafür umso mehr mit der Zahl der Imker. „Honigbienen sind im Grunde genommen Haustiere, sie werden von Menschen gehegt und gepflegt“, sagt Stefanie Hahn vom Institut für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg. Genauso wie Kühe und Schweine gelten Honigbienen als Nutztiere, daher fällt ihr Wohlergehen in Deutschland in den Bereich des Landwirtschaftsministeriums. Deshalb war es nicht etwa die neue Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), sondern die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die in ihrer Antrittsrede im Bundestag die Bienen als „systemrelevant“ bezeichnete. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung legte die CDU-Politikerin nach: „Für mich ist klar: Was der Biene schadet, muss vom Markt.“

Bei den Wildbienen sieht es ganz anders aus

Aus der steigenden Zahl der von Menschen gehaltenen Honigbienen kann man aber keinesfalls schließen, dass es den Bienen auch gutgeht. Wenn in Deutschland mehr Hühner gehalten werden, heißt das ja auch nicht, dass die Hühner in einer besseren Umwelt leben und sich deshalb glücklich vermehren. Es bedeutet schlicht und einfach nur, dass es mehr Hühnerhalter gibt.

Senckenberg-Chef Mosbrugger sieht die Vermehrung der Honigbienen zum Teil sogar als Warnsignal: „Die natürliche Bestäubung hat nachgelassen. Deswegen gehen Obstbauern mit großen Plantagen dazu über, sich Bienen zu halten. Die machen das ja nicht wegen dem Honig, sondern weil sie Bestäuber brauchen.“ Diese Lesart würde erklären, warum die Honigbiene gerade in Umweltsünder-Staaten wie China auf dem Vormarsch ist.

Ganz anders sieht es bei den Wildbienen aus, ihre Zahl nimmt ab. Den stärksten Beweis dafür liefert die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichte „Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen Deutschlands“. Solche Roten Listen haben in Deutschland den Status von Sachverständigengutachten, sie dienen dem Gesetzgeber und den Behörden als Informationsquelle für ihre Umweltpolitik. Mit Blick auf die Bienen fällt die Rote Liste eindeutig aus: Sie vermerkt 39 heimische Arten als in Deutschland ausgestorben oder verschollen, 31 sind vom Aussterben bedroht, 78 Arten gelten als stark gefährdet, 85 als gefährdet. Weitere 34 Bienenarten sind gefährdet, die Wissenschaftler wissen aber nicht, wie stark genau. Nochmal 24 Arten gelten als extrem selten. Insgesamt stehen damit mehr als die Hälfte (52,6 Prozent) aller heimischen Bienenarten auf der Roten Liste und sind damit mehr oder weniger in ihrem Bestand bedroht. Langfristig gesehen stehen 233 Arten, die abgenommen haben, nur fünf Arten gegenüber, die zugenommen haben.

„Die Ursachen der Gefährdung so vieler Arten sind zwar vielfältig, jedoch stets in immer intensiveren Eingriffen des Menschen in natürliche Kulturökosysteme zu suchen“, schreiben die Autoren. Insbesondere die Zerstörung der Nistplätze und die Vernichtung des Nahrungsangebots sei dafür verantwortlich. Während die kleinbäuerliche Landwirtschaft für Vielfalt gesorgt und damit unzähligen Bienenarten ein Auskommen ermöglicht habe, sei die industrielle Landwirtschaft die Hauptursache für den Rückgang.

Zu ähnlich alarmierenden Ergebnissen kommt auch der jüngste Report des Weltbiodiversitätsrates IPBES und das in Arizona beheimatete Zentrum für Biologische Vielfalt (Center for Biological Diversity). In dessen Analyse „Bestäuber in Gefahr“ vom Februar dieses Jahres steht, dass mehr als die Hälfte aller in Nordamerika heimischen Bienenarten zurückgehe, jede vierte Art sei gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Verantwortlich dafür machen die Autoren ebenfalls den Verlust an natürlichen Lebensräumen, den Klimawandel und Pestizide, die Bauern zu oft, zu intensiv oder gar verbotenerweise in ihren Feldern einsetzen.

Was bleibt? Der Vorwurf, dass Umweltschützer alarmierende Berichte schreiben, um ihre eigenen Jobs zu retten und sich wichtig zu machen, lässt sich weder belegen noch widerlegen. Auch sind sich alle Forscher einig, dass es mehr Grundlagenforschung braucht und die Zahl der Insekten an mehr Stellen exakt beobachtet werden muss. Aber eines hat unser Faktencheck als Merksatz klar ergeben: Die Honigbiene lebt, aber die viel zahlreichere Wildbiene stirbt leider.

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http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/bienen-sterben-eine-gefahr-fuers-bruttosozialprodukt-15511262.html?premium

Artikel Bienensterben : „Das Artensterben kostet drei Billionen Euro“

Die westliche Honigbiene: Apis mellifera. Bild: dpa

Der Biologe Volker Mosbrugger über den Tod der Honigbiene, die Folgen für das Bruttosozialprodukt. Und warum Gartenbesitzer nicht so oft mähen sollten.

Herr Mosbrugger, früher redeten alle vom Waldsterben, heute vom Bienensterben. Das Waldsterben fand nie statt, wie ist es mit dem Bienensterben?

Christoph Schäfer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Wir haben genügend Daten, dass wir zeigen können, dass es das Bienensterben gibt – und auch das Artensterben generell. Wissenschaftler vom SenckenbergForschungsinstitut haben zum Beispiel herausgefunden, dass in den letzten zweihundert Jahren jede vierte einheimische Pflanzenart in Frankfurt verschwunden ist. Andere Senckenberg-Kollegen haben gezeigt, dass an Trockenhängen in der Nähe von Regensburg in den letzten 150 Jahren etwa jede dritte Schmetterlingsart nicht mehr vorkommt. Das sind so die Größenordnungen des Artenverlustes, die wir an ganz vielen Stellen sehen.

Das Artensterben ist also definitiv kein Medienphänomen und keine Hysterie?

Nein, ganz im Gegenteil: Wir Wissenschaftler haben schon sehr viel länger gemahnt, das Problem wird aber erst jetzt zunehmend ernst genommen. Man sieht und fühlt es ja auch, jeder kann es beobachten: Wenn Sie früher mit dem Auto durch die Landschaft fuhren, war die Autoscheibe immer voller toter Insekten. Das gibt es heute nicht mehr. Wenn Sie heute rausgehen in die Natur, dann ist die relativ still. Früher hat es gezirpt und gezwitschert. Heute ist es viel ruhiger geworden, weil es viel weniger Insekten und Vögel gibt. Das Phänomen hat auch schon einen Namen: „Der stumme Frühling“.

Wer ist daran schuld?

Bei uns in Europa ist es ganz wesentlich die Landwirtschaft. Es gibt fast keine Feldränder mehr, die Bauern pflügen bis an den Rand. Sie bauen große Monokulturen an und lassen kaum noch eine natürliche Vielfalt an Pflanzen zu, die als Nahrung für die Insekten und andere Tiere wichtig sind. Außerdem bringen sie zu viele Schadstoffe wie Insektizide und Glyphosat auf die Felder und übernutzen die Böden, statt sie nachhaltig zu bewirtschaften. Die Landwirtschaft ernährt uns, aber sie zerstört auch die Lebensgrundlage vieler Tiere und Pflanzen, gerade auch von Insekten.

Woran liegt es noch?

Auch durch den Klimawandel verschwinden viele Arten, vor allem die kälteliebenden. Und bei der Honigbiene spielt eine bestimmte Milbenart eine wichtige Rolle, die Varroa, die die Bienenbestände reduziert.

Angenommen, es gibt auf der Erde keine Honigbienen mehr. Was passiert dann?

Es kommt nicht nur auf unsere domestizierten Honigbienen an, sondern auf die Bestäuber insgesamt. Die Honigbiene ist ja nicht die einzige Bestäuberin. Allein in Deutschland gibt es mehrere hundert Bienenarten, hinzu kommen Schmetterlinge, Fliegen, ein ganzes Spektrum an Insekten, die Pflanzen bestäuben. Das Problem ist, dass die Vielfalt der Bestäuber insgesamt deutlich zurückgegangen ist.

Countdown – der politische Newsletter der F.A.Z.

Wie sähe eine Welt ohne Bestäuber aus?

Die Pflanzen, die von einer Bestäubung abhängen, würden stark zurückgehen. Das träfe vor allem die Vitaminlieferanten, die beispielsweise Äpfel, Birnen oder Kirschen wachsen lassen. Die Kohlehydratlieferanten wie Weizen, Reis und Mais hätten kein allzu großes Problem; die werden vom Wind bestäubt, da sind Insekten nicht so wichtig.

Man kann auch per Hand bestäuben, in China in der Provinz Sichuan wird das schon gemacht.

Genau da ist der Punkt, wo es spannend wird: Macht es wirklich Sinn, die natürlichen Dienstleister zum Aussterben zu bringen? Da kann man doch besser gleich sagen: Lass sie weiter ihren Job machen, dafür bezahle ich ja nichts. Man kann sogar ausrechnen, was die sogenannten Ökosystem-Dienstleistungen wert sind. Die jährliche Bestäubungsleistung der Insekten etwa wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Milliarden Euro geschätzt, weltweit sind es ein paar hundert Milliarden Euro.

Wie lässt sich so etwas denn ausrechnen?

Wenn die kostenfreie Dienstleistung der Natur wegfällt, muss der Bauer sie ersetzen. In China muss er dann Menschen fürs Bestäuben bezahlen. Das lohnt sich aber nur in Ländern, in denen die Arbeitskraft extrem preisgünstig ist. Im Hochlohnland Amerika hingegen hat sich rund um die Honigbiene eine richtige Industrie entwickelt. Da gibt es riesige Lastwagen voll mit Bienenkörben, die ich buchen kann. Da rufen die Bauern den Vermieter der Bienen an und sagen ihm: Meine Mandelbäume blühen von dann bis dann, da brauche ich zwei Trucks Bienen von dir. Dann stellt der seine Bienen vier Wochen hin und fährt dann weiter zum nächsten. Da überlege ich mir doch lieber vorher eine gescheite Landwirtschaft, die das Bestäuben von Haus aus macht.

Wo leistet uns die Natur noch gute Dienste, um die wir uns sonst selbst kümmern müssten?

Wenn ich speziell auf die belebte Natur blicke, dann unterscheidet man häufig vier Typen von ÖkosystemDienstleistungen. Da gibt es erstens die sogenannten „unterstützenden Dienstleistungen“ wie die Photosynthese und die Bodenbildung. Zweitens die „versorgenden Dienstleistungen“. Dazu zählen etwa Früchte oder Brennholz, die wir direkt aus der Natur entnehmen.

Und die beiden anderen?

Die dritte Gruppe sind die „regulierenden Dienstleistungen“. Die Natur regelt zum Beispiel den Wasserkreislauf: Wenn es regnet, kommt es nicht gleich zu Überflutungen, weil das Wasser im Boden, in den Wurzeln und in den Pflanzen gespeichert wird. Viertens geht es um kulturelle Werte. Stellen Sie sich vor, ich würde in Frankfurt alle Bäume fällen. Wer würde dann dort noch leben wollen? Deshalb sollte ich schon jetzt fragen: „Wie viel sind Sie bereit, für die Bäume in Frankfurt zu zahlen?“ Und dann sehen Sie: Auch bei uns hat die Natur einen hohen kulturellen Wert.

Hat jemand mal versucht, all diese Leistungen der Natur zu berechnen?

Einen Teil dieser ÖkosystemDienstleistungen können Sie quantifizieren. Eine Gruppe Wissenschaftler kam auf einen Wert von etwa 125 Billionen Dollar im Jahr. Das globale Bruttoinlandsprodukt beträgt jährlich 80 Billionen Dollar. Die Natur erwirtschaftet also mehr als alle Menschen zusammen. Es gibt auch Berechnungen, wonach uns das Artensterben derzeit gut drei Billionen Euro im Jahr kostet.

Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.
Volker Mosbrugger, 64, ist Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt. : Bild: Victor Hedwig

Wo ist der Schaden, wenn ich statt tausend Insektenarten nur noch 980 habe?

Der wirtschaftliche Schaden entsteht immer da, wo bestimmte Dienstleistungen der Natur wegfallen, die wir technisch ersetzen müssen. Der Landwirt braucht dann eben mehr Chemikalien oder muss den Bienenlaster anmieten. Tatsächlich wissen wir aber in den meisten Fällen noch nicht, welche ganz konkreten Konsequenzen das Artensterben hat. Das ist, wie wenn Sie als Laie willkürlich irgendwelche Teile aus einem Motor rausziehen. Vielleicht haben Sie zehnmal Glück und merken keinen Unterschied, weil es unwichtige Teile waren. Beim elften Mal aber bleibt das Auto stehen. Genau das passiert gerade in der Natur: Wir nehmen einzelne Arten heraus, und es passiert erst mal nicht dramatisch viel, weil es Redundanzen im System gibt. Fällt die eine Bienenart weg, können andere den Job übernehmen. Aber irgendwann funktioniert das ganze System nicht mehr.

Was kann die Politik tun, um das Artensterben aufzuhalten?

In unseren Breiten müssen wir sicherstellen, dass mehr natürliche Vielfalt möglich wird, die Landwirte etwa mehr Feldränder und Hecken stehenlassen. Außerdem müssen wir Teile unseres Waldes wieder zu einem Urwald werden lassen und auch mehr natürliche Vielfalt in die Städte bringen. Das Wichtigste aber ist, die Natur dort zu erhalten, wo sie noch vorhanden ist. Das gilt insbesondere für den extrem artenreichen Regenwald oder auch die Riffe. Bei uns in Europa ist es dafür zu spät, richtig ursprüngliche Natur gibt es hier so gut wie nicht mehr.

Wie bitte? In Deutschland gibt es doch wahnsinnig viel Waldfläche.

Unsere Wälder sind doch Gärten! Das ist kein wilder Wald, da ist nichts natürlich.

So ein deutscher Mischwald kommt mir sehr natürlich vor…

Ne, ne, ne! Das ist alles Forst, mal mehr, mal weniger naturnah. Unsere deutschen Wälder sind nicht so viel anders als der Palmengarten in Frankfurt. Der ist so gebaut, dass Sie schöne bunte Blumen sehen. Unsere Wälder sind so gebaut, dass die Forstwirte viel Holz bekommen. Beides sind aber letztlich menschengemachte Gärten. Schon die Römer haben den Taunus abgeholzt, wir haben ihn wieder aufgeforstet.

In Vorträgen sagen Sie, das Artensterben sei ein viel größeres Problem als der Klimawandel. Inwiefern?

Beim Klimawandel denken wir derzeit über Mechanismen nach, wie wir Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre herausholen können. Bei der Biodiversität haben wir keine Chance, etwas zurückzuholen. Wenn eine Art weg ist, ist sie weg.

Können unsere Zoos nicht verhindern, dass eine Art ausstirbt?

Wie viele Arten leben schon in einem Zoo? Der Frankfurter Zoo beherbergt etwa 450 Arten. Und dann nehmen Sie alle anderen Arten in den verschiedenen Zoos der Welt hinzu. Dann kommen Sie vielleicht auf ein paar tausend. Aber wir haben zehn Millionen Arten auf der Erde. Der Zoo als Arche-Prinzip funktioniert dafür nicht.

Wird die neue Regierung etwas für die Artenvielfalt tun?

In den Koalitionsverhandlungen war viel von befristeten Arbeitsverträgen und dem Soli die Rede. Die Natur ist der Politik noch nicht wichtig genug, sie muss das Thema ernster nehmen und die Systemforschung stärken. Erfreulicherweise finden sich dazu jetzt in dem Koalitionsvertrag einige Stichworte, wie Erdsystemforschung, Meeresforschung, Insektensterben und Biodiversitäts-Monitoring.

Sie wollen mehr Geld.

Mehr Geld ist immer gut. Aber wir können uns auch bei den Ausgaben fokussieren. Jedes Jahr gehen riesige Summen in die Volksgesundheit. Ich sage: Das Thema Naturforschung ist für unsere Zukunft genauso wichtig wie die Volksgesundheit. Da haben wir noch nicht den richtigen Proporz gefunden.

Kann ich als Privatmann etwas tun, um das Artensterben ein kleines bisschen aufzuhalten?

Kaufen Sie BioLebensmittel, das ist eine gute Tat. Eine andere: Wenn Sie einen Garten haben, machen Sie keinen Steingarten daraus. Und legen Sie auch keinen Golfrasen an, sondern lassen Sie eine Wiese wachsen. Spritzen Sie nicht alles weg, und lassen Sie mal ein bisschen Wildnis zu! Mähen Sie nur zwei– oder dreimal im Jahr, nicht jede Woche. Dann haben Sie nicht nur diesen Golfrasen. Sie bekommen dann eine richtig bunte Wiese mit Blumen in allen Farben und ganz vielen Schmetterlingen darauf.

Aber das Gras wird kniehoch. Meine Kinder, die Fußball spielen wollen, werden sich da bedanken!

Einen Tod stirbt man.

Hm. Was kann ich sonst noch tun?

Wenn Sie ein Haus bauen, denken Sie über ein begrüntes Dach nach. Und erziehen Sie Ihre Kinder so, dass sie in der Natur einen Wert sehen. Geben Sie beispielsweise im Frühjahr jedem Kind einen großen Blumenkübel und eine Kürbispflanze. Das ist wirklich super! Die Kinder lernen dann, Verantwortung für ihre Pflanze zu übernehmen und wie die Natur funktioniert.

Derzeit sind gleich drei Naturbücher in den Bestsellerlisten: „Die Geschichte der Bienen“, „Das geheime Netzwerk der Natur“ und „Das geheime Leben der Bäume“. Ist das esoterischer Quatsch, oder helfen solche Bücher weiter?

Die beiden Bücher über die Bäume und die Bienen haben einen soliden wissenschaftlichen Hintergrund. Natürlich geht das auch in den esoterischen Bereich, wenn ich mit einem Baum rede. Ich glaube aber trotzdem, dass diese Bücher helfen, ein Gefühl für die Bedeutung der Natur zu bekommen. Wenn Sie sich den Kölner Dom anschauen, da geht auch jeder mit einer anderen Empfindung dran: Der Architekt interessiert sich für die Statik, der Historiker für die Geschichte, der dritte sucht Spiritualität. Ich als Naturwissenschaftler gehe an Natur rationaler heran, empfindsamere Seelen reden eben mit den Bäumen. Das ist alles ganz normal und in Ordnung.

Das Gespräch führte Christoph Schäfer.

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siehe auch „MONSANTO-BAYER“ – ARKANSAS – DICAMBA – „DIGITALE LAND-WIRTSCHAFT“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/martin-schulz-monsanto-virtual-reality-spiegel-podcast-zum-gratis-hoeren-a-1201647.html

SPIEGEL-Podcast gratis „Wir geben das Essen der Welt in die Hand von Chemie-Konzernen“

Monsanto und Bayer – wie Konzern-Monster unser Essen verändern. Die Fakten hinter dem VR-Hype.  „Sagen, was ist“

ab Minuten 21:30  – „MONSANTO – BAYER“ – „DICAMBA – ARKANSAS“ – „DIE LANDWIRTSCHAFT wird DIGITALISIERT“ – – – „VR“ – „VIRTUAL REALITY“

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>>>“ANTI-BIOTIKUM“ –  „GLYPHOSAT“<<< – „Wie GLYPHOSAT das „MIKRO-BIOM“ im DARM und im BODEN ANGREIFT

GLYPHOSAT in ALLER MUNDE – auch KINDER-MUNDE?!

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http://www.spiegel.de/spiegel/maja-lunde-nach-bestseller-ueber-bienen-nun-buch-ueber-wasserknappheit-a-1200737.html

Bestsellerautorin Maja Lunde

Die Frau, die unsere Horror-Zukunft beschreibt

Maja Lunde hat einen Bestseller über eine Welt ohne Bienen veröffentlicht. Jetzt erscheint ihr Buch über Wasserknappheit. Wer ist die Frau, die so packend über Umweltthemen schreibt?

Autorin Lunde: Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten

Andrea Gjestvang / DER SPIEGEL

Autorin Lunde: Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten

Es gibt Sätze, die man eigentlich nicht sagen kann, wenn man ernst genommen werden will. Wobei es ja auch immer darauf ankommt, wer sie sagt, sprachtheoretische Binsenweisheit. Maja Lunde steht da also und sagt einen Satz wie: „Alles hängt eben mit allem zusammen“, und während man bei jedem anderen Schriftsteller die Paulo-Coelho-Karte ziehen und ihn vom Platz verweisen würde, sagt man erst mal nichts und denkt dann: ja, stimmt eigentlich. Maja Lunde sagt also: „Alles hängt eben mit allem zusammen“ und guckt beim Laufen auf den Boden. Da sind Linien aufgemalt, sie führen zu Vogelarten, Pflanzenarten, durch den ganzen Planeten, man kann sie ablaufen und Abzweigungen nehmen, von der Blattlaus zum Polarbären, eigentlich für Kinder, aber es macht trotzdem Spaß und ist auch interessant, die Linien sind breit und bunt, Maja Lunde lächelt.

Im Naturhistorischen Museum ist viel los, draußen ist es kalt, minus 15 Grad, das ist selbst für Oslo ungewöhnlich, die Stadt versinkt Ende Februar im Schnee. Maja Lunde läuft durch das Museum, sie kennt sich gut aus. Sie hat hier viel Zeit verbracht für ihre Recherchen, einer ihrer wissenschaftlichen Berater arbeitet hier. Sie war hier schon als Kind, kennt jede Vitrine, jedes Skelett, es habe sich eigentlich nichts verändert, sagt sie.

Maja Lunde war vor Kurzem noch eine unbekannte norwegische Kinder- und Drehbuchautorin, jetzt ist sie Weltbestsellerautorin.

Noch bevor „Die Geschichte der Bienen“, ihr erstes Buch für Erwachsene, in Norwegen erschienen war, wurden die Rechte schon an sieben ausländische Verlage verkauft. Es ist in 30 Sprachen übersetzt und steht seit einem Jahr auf der Bestsellerliste. Es war 2017 in Deutschland das meistverkaufte Buch, über 400.000 Exemplare. Maja Lunde hat vor, eine Klima-Tetralogie zu schreiben, der zweite Band „Die Geschichte des Wassers“ ist vorige Woche auf Deutsch erschienen.

Ob sich der Erfolg wiederholen lässt, ist noch nicht abzusehen, vieles spricht dafür, auch „Die Geschichte des Wassers“ ist direkt auf der Bestenliste eingestiegen. Ökologie sells, das findet auch Maja Lunde überraschend. „Schon komisch, dass ich Dan Brown überholt habe, dabei gibt es bei mir weder Sex noch Crime“, sagt sie, während sie im Museum den aufgemalten Linien nach Afrika folgt.

Dass „Die Geschichte der Bienen“ so einschlug, lag sicherlich auch am perfekten Timing. 2017 war de facto ein miserables und daher medial gesehen ein gutes Jahr für die Biene. Häufig sah man Überschriften wie „Warum sterben sie?“ oder „Bienensterben – EU berät über Neonicotinoide“. Nachrichtensprecher übten sich darin, das Wort Neonicotinoide flüssig auszusprechen, und schließlich hat die Biene es auch in den Koalitionsvertrag geschafft, in dem festgeschrieben ist, dass die Biene der Regierung „besonders am Herzen“ liegt. Erst diese Woche versicherte die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Biene sei „systemrelevant“. Solche Vokabeln kannte man bisher eher von Banken. Die Biene hat jetzt eine Lobby. Und die Deutschen kaufen Bienenbücher.

Maja Lunde entwirft in ihrem Buch eine Welt, die nach dem „großen Kollaps“ nicht mehr bestäubt wird. Alle Bienen sind tot. Sie verwebt drei Geschichten miteinander, um die Zusammenhänge klar darzustellen. 1852 entwirft ein talentloser Biologe einen Bienenkorb, der die Imkerei revolutionieren wird. 2007 wird ein Imker in den USA als einer der Ersten vom Bienenmassensterben heimgesucht. 2098 ist China das einzige noch halbwegs existierende Land, da dort die Menschen die Arbeit der Insekten übernommen haben und per Hand die Pflanzen bestäuben.

Auf die Idee mit den Bienen kam sie durch eine Dokumentation im Fernsehen. Noch bevor das Buch fertig war, beschloss sie, die Geschichte weiterzuschreiben, vier Bücher insgesamt, ein zusammenhängendes fiktionales Universum, das die Folgen der menschlichen Lebensweise für die Umwelt illustriert. Das Klima und der Schutz des Planeten spielten schon eine Rolle für sie, als sie Kind war, ihre Eltern waren „Naturhippies“, wie sie sagt, im Kinderzimmer hing ein Anti-Atomkraft-Plakat. Für ihre Bücher recherchiert sie aufwendig, war in Spitzbergen, um Eisbären zu beobachten, und in Griechenland, um sich Flüchtlingscamps anzusehen.

Maja Lunde steht vor den Vitrinen mit den ausgestopften Tieren, zeigt auf Fußbälle, Flaschendeckel, Zitronennetze. Überall sind kleine Plastikteile drapiert, die sich in die Flora einpassen, als hätten sie immer schon dazugehört. In einer Vitrine am Eingang ist eine Ladung Plastik ausgestellt wie ein Kunstwerk, 3,4 Kilogramm, so viel, wie jede Minute in den Oslofjord geschüttet wird.

Das ganze Museum ist liebevoll gestaltet, etwas altbacken und sehr pädagogisch. „Wir müssen nicht smarter werden, sondern weiser“, sagt Maja Lunde. Noch so ein Satz. Aber auch der stimmt. Nach den Bienen nun also das Wasser. Könnte funktionieren. Das Thema Wasser steht als Krisenherd nicht minder hoch im Kurs als die Biene, eine willkürlich aus dem Netz herausgegriffene Headline der vergangenen Woche: „Gletscherschmelze ist nicht mehr aufzuhalten“.

„Die Geschichte des Wassers“ erzählt von der gleichen Welt wie „Die Geschichte der Bienen“, auf zwei zeitlichen Ebenen. 2017 kehrt eine betagte Frau in ihre Heimat in Norwegen zurück. Sie war ihr Leben lang Umweltaktivistin, hat sich für den Erhalt der heimischen Wasserfälle und des Gletschers eingesetzt. Jetzt ist vom Gletscher kaum noch etwas übrig, windige Geschäftemacher verkaufen tonnenweise Gletschereis „in die Wüstenstaaten“, das dort Ölscheichs in Form exquisiter Eiswürfel die Drinks kühlt. Die Frau, verzweifelt und trotzig, stiehlt eine Ladung Eis, lädt es auf ihr Boot und segelt damit Richtung Süden, nach Frankreich, wo ihr Ex-Freund mittlerweile lebt, der schuld ist an der ganzen Misere. Im Jahr 2041 wiederum sind ein französischer Vater und seine Tochter zu Klimaflüchtlingen geworden. Es ist so trocken, dass sich Südeuropa in einen unbewohnbaren Kontinent verwandelt hat und alle, die stark genug sind, nach Norden flüchten. Auf ihrer Reise finden die beiden ein Boot, gestrandet im ausgetrockneten Canal de Garonne bei Bordeaux.

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Keine Bienen heißt keine Nahrung, kein Wasser heißt nichts zu trinken. Die Menschen verenden elendig. Frappierend ist, dass viele der absurden Horrorszenarien, die Lunde aufgreift, bereits Wirklichkeit sind. In China müssen heute schon Menschen auf Bäume steigen, um per Hand die Blüten zu bestäuben. Und in Norwegen bietet ein Start-up tatsächlich Premiumeiswürfel an, selbst geschlagen aus dem Svartisengletscher, damit auserwählte wenige „1000 Jahre Geschichte in ihrem Glas“ haben können. Die Horrorzukunft hat bereits begonnen und ist in Wahrheit eine Horrorgegenwart. Bei so viel Horror dient Lesen auch als Verdrängungsmöglichkeit. Es ist die menschliche Heuchelei, sich betroffen Bücher über das Bienensterben zu kaufen und dann mit dem SUV nach Hause zu fahren. Und es ist viel zu einfach, sich über diese Heuchelei zu echauffieren, weil es das richtige Lesen im falschen Leben gibt.

Im Laufe des Gesprächs bekommt Lunde sieben Kurznachrichten, am Morgen hatte sie ein Treffen mit einem Filmproduzenten, darauf eins mit ihrer Agentin, um die Reise zu besprechen, am nächsten Tag geht es nach Australien. Sie wird für ein Literaturfestival eingeflogen. Danach Neuseeland und Leipzig. Lunde ist gefragt, und dass sie 16.000 Kilometer fliegen wird, um ihr Buch über den menschengemachten Umweltkollaps vorzustellen, macht ihr zu schaffen, „schrecklich“.

Man muss ehrlich sagen, dass Maja Lundes Prosa keine stilistische Meisterleistung ist. Die Story ist vorhersehbar, und die Bilder sind plakativ. Im Bienenbuch gibt es Bienenvergleiche, im Wasserbuch Wasservergleiche. Was Lunde jedoch gelingt, ist, das Versagen der Menschheit als Versagen der Menschen darzustellen. Als Unvermögen jedes Einzelnen, über seine eigenen nächstliegenden Bedürfnisse hinauszusehen. Der Mensch als solcher wird bei Lunde zum Problemfall.

Vor ein paar Jahren tauchte ein Begriff auf im Pop-akademischen Diskurs, der es schaffte, eine große Katastrophe cool zu verpacken: Anthropozän. Das Anthropozän bezeichnet das Zeitalter des Menschen. Indem der Mensch aber sein eigenes Zeitalter bekommt, seinen eigenen definierten geologischen Abdruck auf dem Planeten, denkt er sein Ende schon mit. Jedes Zeitalter geht auch zu Ende.

Lundes Bücher malen das Anthropozän in gewisser Weise aus, zeigen plastisch, was es heißt, wenn der Mensch sich die Welt untertan macht und nichts dagegen tun kann, weil er eben Mensch ist. Noch mehr Technik, mehr Menschsein werden die Welt nicht retten. „Wir müssen nicht smarter, sondern weiser werden.“

Maja Lunde steht vor einer Vitrine im naturhistorischen Museum. Schon ihr Vorname bietet Stoff für allerhand Witze, eine Frau, die Maja heißt, schreibt ein Buch über Bienen. In der Vitrine sitzen und fliegen Dutzende kleine Lunde. Lunde sind Meeresvögel, „meine Lieblingsvögel“, sagt Lunde. Mittlerweile sind Lunde eine gefährdete Vogelart. Die Lunde sind umgeben von Plastik, einem gelben Seil, einem blauen Ball, einem orangefarbenen Handschuh. Die Vitrine ist aufwendig gestaltet, zeigt ein Stillleben, eine Klippe, das Leben der Lunde. Sie haben diese Traurigkeit an sich, die ausgestopfte Tiere immer an sich haben, auch wenn sie noch so niedlich sind mit ihrem roten Schnabel. Einer der Lunde hängt nur wenige Zentimeter über einem Felsen, die Flügel ausgebreitet. Man kann nicht sagen, ob er gerade abhebt oder ankommt.

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http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-03/bienensterben-roboter-biene-bestaeubung-zukunft/komplettansicht

Bienensterben: Drohne Maja

Weltweit sterben Bienen, vielleicht könnten fliegende Roboter ihnen künftig etwas Arbeit abnehmen. Darüber machen sich manche Forscher Gedanken. Eine Schnapsidee?
Bienensterben: Funktioniert immer noch besser als jede Drohne: Die Biene
Funktioniert immer noch besser als jede Drohne: Die Biene © Getty Images

Es ist das Jahr 2098. Versklavte Frauen und Kinder hängen traubenweise in den Obstbäumen, um mit feinen Pinseln Pollen auf unzählige Blüten aufzutragen. Seit „dem Kollaps“ und dem Verschwinden der Insekten muss die Bestäubung der Nutzpflanzen komplett von Menschenhand erledigt werden. – Diese Szene stammt aus Maja Lundes Bestsellerroman Die Geschichte der Bienen, und wer weiß, dass schon heute in Teilen Chinas die Obstbäume von Hand bestäubt werden, kann sich solch ein Szenario ganz gut vorstellen.

Aber vielleicht muss es gar nicht dazu kommen, weil bis dahin RoboterBienen die Bestäubung übernommen haben. Vielleicht keine abwegige Idee, angesichts der seit Jahren wiederkehrenden Berichte über verendende Bienenvölker und neuen Erkenntnissen, was die Insekten weltweit sterben lässt. Im chinesischen Sichuan wurde die Insektenfauna übrigens durch Pestizide beseitigt. In solchen Gebieten könnte es tatsächlich Bedarf für technische Lösungen geben.

An MiniDrohnen, die Pollen übertragen, arbeitet jedenfalls der Japaner Eijiro Miyako, Chemiker am National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Tsukuba, Japan. Mit einer vier Zentimeter kleinen, ferngesteuerten Drohne gelang es Miyako und seiner Arbeitsgruppe tatsächlich Pollenkörner von den Staubbeuteln einer Japanlilie auf die Blütennarbe einer anderen Blüte zu übertragen. Während der Pollen bei echten Bienen in der feinen Körperbehaarung hängen bleibt, hält Miyakos Bestäubungsroboter ihn mit Pferdehaarborsten fest. An ihnen haftet ein spezielles Gel, oder wie der Forscher und sein Team sagen, eine ionisierte Flüssigkeit (Chem, Amador & Hu, 2017).

Ein Volk, eine Milliarde angeflogene Blüten

Seit Miyako im Fachmagazin Chem erste Ergebnisse veröffentlichte (Chechetka & Yu & Tange & Miyako, 2017), sind im Netz Schlagzeilen zu lesen wie Japanische Forscher erfinden blütenbestäubende Minidrohne, um die Pflanzenwelt zu retten. Miyako selbst will zwar nicht gleich die ganze Flora vor dem Tod bewahren, aber: „Diese Technologie kann zur Entwicklung eines innovativen künstlichen Bestäubers gegen die globale Bestäuberkrise führen“, schreibt er. Autonome Drohnen statt Bienen also. Robobee statt Biene Maja. Aber wie sinnvoll und realistisch ist das?

Ein Honigbienenvolk bildet im Laufe eines Jahres 100.000 bis 200.000 Sammelbienen aus. Wenn jede davon etwa 10 Tage lebt und 1.000 Blüten am Tag besucht, kommt das Volk auf eine Bestäubungsleistung von ein bis zwei Milliarden angeflogene Blüten pro Saison. Auch wenn solche Hochrechnungen ungenau sind, verdeutlichen sie doch die Größenordnungen: Selbst wenn die MiniDrohnen eines Tages so funktionieren sollten, wie es sich Forscherinnen und Wissenschaftler vorstellen, bräuchte man eine beachtliche Menge surrender Robo-Bienen, um auch nur annähernd an die Leistung eines einzigen Bienenstocks heranzukommen. Jede einzelne Drohne müsste mit künstlicher Intelligenz und hochauflösenden Kameras ausgestattet sein, um selbstlenkend und im Schwarm fliegend unterwegs sein zu können.

Im Übrigen gibt es derzeit weltweit rund 80 Millionen Honigbienenvölker. Ihre Mitglieder vollbringen komplexe kognitive und kommunikative Leistungen, um eine optimale Nektar- und Pollenausbeute für sich und damit auch eine effektive Bestäubung der Pflanzen sicherzustellen. Hinzu kommt die Vielfalt der Blütenformen: Die großen, relativ stabilen und weit geöffneten Blüten von Obstbäumen, wie Apfel und Birne oder der im Laborversuch verwendeten Japanlilien mögen sich noch ganz gut für die Ansteuerung mit einer Drohne eignen. Bei Blüten, deren Staubblätter und Griffel versteckter liegen, wie etwa bei Kürbissen oder Klee, wird das schon deutlich schwieriger. Erdbeer- oder Erdnussblüten wachsen bodennah und Heidelbeeren bilden kleine, glockenartige Blüten. Jede Blütenform wäre eine eigene technische Herausforderung.

Evolution schlägt Technik

Teja Tscharntke, Agrarökologe an der Universität Göttingen, glaubt nicht daran, dass es in absehbarer Zeit einen landwirtschaftlich relevanten Anteil an künstlicher Bestäubung geben wird: „Drohnen mögen vielleicht im Einzelfall und im kleinen Maßstab funktionieren, aber sicher nicht bei massenhaft blühenden Nutzpflanzen wie Sonnenblumen, Obst oder Mandeln.“

Zudem sei es fatal, wenn das drohende Aussterben von Wildbienen und anderen Bestäubern zugunsten einer technischen Lösung toleriert würde. Zumal die tierischen Bestäuber ja nicht nur für unsere Nahrungspflanzen zuständig sind. 90 Prozent aller Wildpflanzenarten profitieren von ihnen. „Und die würden dann leer ausgehen“, sagt Tscharntke.

Honigbienen sowie Wildbienen und Wespen haben zusammen mit den Blütenpflanzen im Laufe von über 100 Millionen Jahren ein höchst effektives und bis ins Detail aufeinander abgestimmtes System zum wechselseitigen Nutzen entwickelt. Die Pflanze lockt mit Nektar und Pollen und der tierische Bestäuber bedankt sich mit der Pollenübertragung für die energiereiche Mahlzeit.

Bestäubungsdrohnen gerne, aber nicht nötig

In der Landwirtschaft sichert der so mögliche sexuelle Austausch der Pflanzen höhere Erträge und eine bessere Fruchtqualität im Vergleich zu rein selbst bestäubten Kulturen. So produzieren Süßkirschen ohne die Hilfe von Insekten gerade einmal drei Prozent ihrer normalen Fruchtmenge (Biological Conservation, Holzschuhet al. 2012). Egal ob Süßkirschen, Mandeln, Erdbeeren, Kaffee oder Wassermelonen: Honigbienen und wilde Insekten ergänzen sich und eine hohe Bestäubervielfalt erhöht die Chance auf eine gute Ernte (Science, Garibaldi et al., 2013).

Nichts spricht also gegen Miyakos Forschungsarbeit zu ionischen Flüssigkeiten, deren Eigenschaften und potenziellen Anwendungen; problematisch ist aber seine Annahme, dass diese Ergebnisse zur Lösung der globalen Bestäuberkrise beitragen könnten. Das schürt falsche Hoffnungen. Es braucht keine fliegenden Bestäubungsroboter, sondern ein umweltfreundlicheres Landwirtschaftssystem, das die Bedürfnisse der natürlichen Bestäubervielfalt ausreichend berücksichtigt.

Blindes Vertrauen darauf, dass unsere Forscherinnen und Ingenieure schon einen technischen Weg finden werden, um uns vor dem Kollaps zu retten, ist gefährlich. Und unnötig. Denn Honigbienen, Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und alle anderen von der Evolution geformten tierischen Bestäuber wissen schon heute, wie es geht. Warum lassen wir sie nicht einfach ihren Job machen?

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siehe auch „PARASITEN-KREBS-AUTISMUS“

https://www.spektrum.de/news/pestizide-beguenstigen-hummel-parasiten/1532281?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_content=news&utm_campaign=ZON_KOOP

Insektensterben

Pestizide begünstigen Hummel-Parasiten

Weniger harmlos als bisher gedacht: Das Fungizid Chlorthalonil erweist sich als überraschend schädlich für Hummeln – durch eine Wirkung über Bande.
Hummel beim Bestäuben

Es gibt nicht die eine Ursache für den weltweiten Niedergang der Insekten – Untersuchungen zeigen, dass eine ganze Reihe von Faktoren den Gliederfüßern zusetzt. Wie die verschiedenen Mechanismen zusammenwirken, ist allerdings bisher kaum bekannt. An wilden Bienen und Hummeln, jenen Tieren, deren Schwund mit am besten untersucht ist, hat nun eine Arbeitsgruppe den Zusammenhang zwischen zwei bedeutenden Faktoren des Bienensterbens analysiert. Wie eine Arbeitsgruppe um Lynn S. Adler von der University of Massachusetts bereits im Dezember in den „Proceedings of the Royal Society B“ berichtete, begünstigt der Einsatz des Fungizids Chlorthalonil das Wachstum des parasitischen einzelligen Pilzes Nosema bombi. Der Pilz steht im Verdacht, am Rückgang von Hummelpopulationen beteiligt zu sein; eine verwandte Art löst bei Honigbienen die Krankheit Nosemose aus.

Das Resultat passt zu einer Reihe unerwarteter Forschungsergebnisse, nach denen die als ungefährlich geltenden Fungizide im Labor eine negative Wirkung auf Bienen und Hummeln haben. Wie Adler berichtet, verzeichnete das Team an 284 Orten in den USA insgesamt 24 Umweltparameter über Landnutzung sowie Pflanzenschutzmittel und katalogisierte Vorkommen von Hummeln und ihrer Parasiten. Dabei zeigte sich, dass es bei vier Hummelarten einen Zusammenhang zwischen Chlorthalonil und Nosema gibt – und ebenjene vier Arten werden seltener und verschwinden in Teilen ihres ursprünglichen Ausbreitungsgebiets.

Dagegen zeigte sich bei vier Arten mit stabiler Population keine Korrelation zwischen den Faktoren. Das Ergebnis ist deswegen so bedeutend, weil Fungizide häufig in Bienenstöcken und Hummelnestern nachgewiesen werden; es sei daher wichtig, verwundbare Organismen zu identifizieren und entsprechende Schutzstrategien zu entwerfen, so das Team. Auf welche Weise das auch in Deutschland zugelassene Chlorthalonil und andere Fungizide Nosema-Infektionen begünstigen, ist allerdings noch völlig ungeklärt.

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siehe auch „AUFSTAND in FRANKREICH“ – MACRONs REFORMEN

https://www.facebook.com/Amokalex

telesurenglish/videos/1320294084780657/?hc_ref=ART2jgDRkwT05QPTlIJonk1OJ5yj3DvouDFl7EGp-E5XnpuNvYYH8LVmzImhYx_Fjhs

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http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frankreich-protestierende-studenten-blockieren-unis-a-1201567.html

Frankreich

Studenten verbarrikadieren sich in Unis

Blockierte Hörsäle, Gewalt auf dem Campus: In Frankreich protestieren Studenten gegen eine geplante Bildungsreform. Studieren ist an mehreren Unis kaum noch möglich.

AP

An einigen französischen Universitäten herrscht derzeit Ausnahmezustand. Der Bildungsbetrieb ist inzwischen an mindestens zehn Unis ganz oder teilweise lahmgelegt, weil Studenten gegen eine geplante Hochschulreform protestieren. Mancherorts hielten die Studenten seit Tagen ganze Uni-Gebäude blockiert, wie die Zeitung „Le Figaro“ berichtet.

Der Protest der Studierenden richtet sich gegen geplante neue Zugangsregeln zu den Hochschulen. Sie fürchten, sozial benachteiligte Jugendliche könnten dadurch nur schwer an einen Studienplatz kommen und warnen vor einer neuen Elitebildung. Insgesamt gibt es in Frankreich mehr als 70 Hochschulen.

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9  Bilder

Uni-Proteste in Frankreich: „Eure Selektion ist unser Widerstand“

Besonders angespannt ist die Lage an der Universität Paul-Valéry in Montpellier. Sie ist seit Wochen komplett verbarrikadiert. Die Studenten sollen nun die Klausuren online schreiben, wie der Uni-Präsident ankündigte.

Im Zuge der Proteste kam es bereits mehrfach zu Gewaltausbrüchen: In Montpellier stürmten Vermummte einen Hörsaal und trieben darin verbarrikadierte Studenten gewaltsam nach draußen, wie Amateuraufnahmen zeigen.

Der Dekan war kurz nach den Ereignissen zurückgetreten, zwei Professoren wurden suspendiert. In Straßburg evakuierten Sicherheitskräfte am Mittwoch bereits zum zweiten Mal den Universitätspalast und setzten dabei Berichten zufolge Tränengas ein.

koe/dpa

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http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/air-france-meldet-flugausfaelle-wegen-streiks-a-1201977.html

Arbeitsniederlegungen in Frankreich

Air France meldet weitere Flugausfälle

In Frankreich drohen Reisenden am Dienstag heftige Einschränkungen: Ein Drittel der AirFrance-Piloten hat angekündigt, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Vier weitere Streiktage sind angekündigt.

Anzeigentafel am Pariser Flughafen
Anzeigentafel am Pariser Flughafen
AP

Montag, 09.04.2018 15:05 Uhr

 

Air France richtet sich auf massive Flugausfälle wegen eines Streiks ein. Die französische Fluggesellschaft rechnet damit, dass etwa ein Viertel ihrer Verbindungen ausfällt. Gut 35 Prozent der Piloten und rund 20 Prozent der Flugbegleiter wollen nicht zur Arbeit erscheinen, beim Bodenpersonal wollen knapp 13 Prozent der Mitarbeiter streiken.

Es ist bereits der sechste Streiktag bei Air France seit Ende Februar. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt für die Air-France-Beschäftigten. Das Management bezeichnet dies mit Blick auf die Wettbewerbslage als unmöglich. Die Firmenspitze will die Gehälter um ein Prozent erhöhen und weist zudem auf eine steigende Gewinnbeteiligung wegen einer verbesserten Lage des Unternehmens hin.

Auch am Mittwoch soll gestreikt werden, zudem sind weitere Streiks am 17., 18., 23. und 24. April angekündigt. „Ein Streiktag kostet 25 Millionen Euro“, hatte der Konzernchef von Air France-KLM , Jean-Marc Janaillac, am Freitag dem französischen Radiosender RTL gesagt.

beb/dpa

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 ?“WETTBEWERBsFÄHIG„? auf KOSTEN der „ARBEITER???!!! WIESO nicht auf KOSTEN der BANKSTER die SOLLEN ENDLICH für ihre MISSETATEN BEZAHLEN.

aus dem TEXT:.. Aber er setze nur um, was er angekündigt habe, schüttelt Macron die Vorwürfe ab, „womöglich sind das nicht alle gewöhnt“.VORSICHT: MACRON setzt um was er ANGEKÜNDIGT hat???!!!  ?neue WELTORDNUNG? – ?VEREINIGTE STAATEN von EUROPA?

 

http://www.sueddeutsche.de/politik/emmanuel-macron-ich-verlange-dass-ihr-mir-vertraut-1.3941697

Emmanuel Macron „Ich verlange, dass ihr mir vertraut“

….

Macron redet sich in Rage, wenn er seine Reformen verteidigt, die er seit seinem Amtsantritt teilweise im Eiltempo umgesetzt hat, um Frankreich wettbewerbsfähiger zu machen. Dafür hat er beispielsweise den Kündigungsschutz gelockert, was die Gewerkschaften wütend machte. Nun folgt der umstrittene Umbau der hoch verschuldeten Staatsbahn SNCF. „Ich möchte, dass wir ein Land des Fortschritts werden. Das lässt sich nicht in einem Tag vollbringen. Ich verlange, dass ihr mir vertraut,“ sagt er. Dass dies nicht alle Franzosen tun, zeigen die Umfragewerte, die kontinuierlich sinken.

Wenn es um die Reformen geht, bleibt Macron trotzdem hart. „Ich fordere von allen eine kleine Anstrengung, um die Eisenbahn von morgen zu bauen“, sagt Macron. Man werde bei der Bahnreform „bis zum Ende gehen“. Als Vorbild nennt er die Deutsche Bahn: Diese habe sich seit den Reformen der 1990er Jahre deutlich verbessert.

Seit fast einem Jahr ist Macron nun französischer Präsident – und fast genauso lange muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, abgehoben zu regieren. Der Auftritt in der Grundschule soll ihn nun also volksnah wirken lassen, wegbringen vom Image des Sonnenkönigs, das ihm nicht ganz unverschuldet anlastet. Schließlich gibt er so gut wie keine Interviews, inszeniert sich selbst als starke, unnahbare Führungsperson. Dass die Bahnangestellten im Zuge der geplanten Reform tagelang streikten, setzte Macron besonders unter Druck. Immer lauter wurde der Vorwurf, sein Kurs komme vor allem Unternehmen zugute.

Umso gespannter wurde nun dieser seltene Auftritt im Fernsehen erwartet – Buntstiftzeichnungen von Blumenwiesen im Hintergrund können da wohl nicht schaden.

„Ich höre, was die Menschen sagen und verstehe ihre Ängste“, beschwichtigt er immer wieder. Aber er setze nur um, was er angekündigt habe, schüttelt Macron die Vorwürfe ab, „womöglich sind das nicht alle gewöhnt“.

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„MACRON“: „SOLLEN SIE doch TORTEN ESSEN“???!!!

http://www.sueddeutsche.de/politik/frankreichs-praesident-macron-tappt-in-die-arroganzfalle-1.3696313

Frankreichs Präsident Macron tappt in die Arroganzfalle

Gegner werfen Emmanuel Macron vor, er sei „mit dem goldenen Löffel im Mund“ geboren.(Foto: Robert Pratta/Reuters)
  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht abfällig über protestierende Arbeiter und Arbeitslose.
  • Seine elitären Attituden kommen schlecht an in einem Land, das das Prinzip der Gleichheit der Bürger hochhängt.
  • Dabei wird Macron Takt und Stilgefühl brauchen, wenn er seine Reformagenda durchsetzen will.

……….

Am Mittwoch leistete sich Macron einen ähnlichen Fauxpas, als er bei einem Besuch in Zentralfrankreich in derben Worten zum Ausdruck brachte, protestierende Arbeiter und Arbeitslose sollten lieber dahin gehen, wo es Jobs gebe, statt Chaos anzurichten. Das kritische Echo von ganz links bis ganz rechts ist nun ohrenbetäubend. Es gipfelt in dem Satz, Macron sei ein „président des riches“, ein Präsident der Reichen. Schlimmer kann ein Vorwurf in Frankreich kaum sein.
Erschwerend kommt hinzu: Der 39 Jahre junge Präsident, frühere InvestmentBanker und Eliteschüler aus einer Ärztefamilie ist schon öfter verbal auffällig geworden. Mal wetterte der forsche Reformer, er werde den „Faulen“ nicht nachgeben. Mal sprach er abwertend über „analphabetische Arbeiter„. Ein andermal unterschied er zwischen denen, die Erfolg haben, und jenen, „die nichts sind“. Mal riet er Protestierern, die auf seine teuren Anzüge anspielten: „Die beste Methode, um sich einen Anzug leisten zu können, ist es zu arbeiten.“ Diese elitäre Attitude kommt sehr schlecht an in einem Land, das die „Égalité„, das Prinzip der Gleichheit der Bürger, auf jedes Rathaus geschrieben hat.

Merkel lobt Macrons Pläne für Europa

 

Auch Hollande machte es den Franzosen nicht recht

Wobei es ein Hausherr im Rathaus der Republik, dem Élysée-Palast, nicht leicht hat. Denn allzu gleich soll er auch wieder nicht sein. Macrons sozialistischer Vorgänger François Hollande wurde von den Franzosen verspottet, weil er ein „normaler Präsident“ sein wollte. Ein Nachfolger Charles de Gaulles und François Mitterrands und Herr über die französische Atomstreitmacht normal? Das fanden viele lächerlich, zumal sich Hollande immer wieder recht gewöhnlich benahm.

Von ihrem Präsidenten aber, der ja die Bedeutung der Nation verkörpern soll, erwarten die Bürger eine gewisse Haltung, die nicht mit Hochmut verwechselt werden kann. Macron, so finden seine Kritiker, muss noch lernen, zwischen beidem zu unterscheiden.

Takt und Stilgefühl, gerade gegenüber Menschen, die nicht so schön, jung, smart und erfolgreich wie der sozialliberale Präsident sind, werden wichtig sein, wenn er seine anspruchsvolle Reformagenda durchsetzen will. Wie im Wahlkampf angekündigt, macht sich Macron gerade an den Umbau seines Landes. Er hat bereits den Arbeitsmarkt liberalisiert, was ihm viele Linke als Verrat an den sozialen Errungenschaften der Republik kritisieren.

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???SCHÖN??? – mit „GEIER-NASE“

KLEINNAPOLEON“ – oder sogar ?“JUPITER„? – das geht in RICHTUNG VORSICHT  „PSYCHOPATH

aus dem TEXT:. „Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass es Schwierigkeiten geben wird. Aber nichts wird mich aufhalten.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/emmanuel-macron-im-tv-interview-sprechstunde-beim-oberlehrer-a-1202598.html

Emmanuel Macron im TV-Interview

Sprechstunde beim Oberlehrer der Nation

….Macron, der sich im Wahlkampf vor einem Jahr selbst als „Jupiter“ bezeichnet hatte, ist aus dem Olymp der Umfragen gestürzt. Und seine Art – autoritär, geradeaus, bonapartistisch …..

…..Ziemlich ungewiss, ob Macrons Kurs bei den Arbeitern von SNCF, Air France, den Richtern und Studenten ankommt. In der Sache -„La transformation“ – will der Staatschef nämlich hart bleiben. Kinn nach oben, aufrecht – und immer mitten durch. „Ich bitte um Geduld“, sagt Macron, wiederholt aber mehrfach sein Credo: „Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass es Schwierigkeiten geben wird. Aber nichts wird mich aufhalten.“

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ALLES WEGEN MERKEL: „DIE DEUTSCHEN sollen ZAHLEN“

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/04/13/schwere-vorwuerfe-aus-der-eu-gegen-merkel-wegen-tuerkei-deal/

Schwere Vorwürfe aus der EU gegen Merkel wegen Türkei-Deal

In der EU werden schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzlerin Merkel wegen des Flüchtlings-Deals mit der Türkei laut.

Der türkische Präsident Erdogan mit Angela Merkel im Yildiz-Palast in Istanbul, am 18. Oktober 2015. Wegen dieser Beziehung kommen aus der EU schwere Vorwürfe gegen Merkel. (Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann/dpa)

Der türkische Präsident Erdogan mit Angela Merkel im YildizPalast in Istanbul, am 18. Oktober 2015. (Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann/dpa)

Diplomaten und Insider werfen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, den Flüchtlingsdeal mit der Türkei im Alleingang und hinter dem Rücken der EU verhandelt zu haben. Der österreichische Standard zitiert in einer exklusiven Recherche Personen, die mit den Ereignissen vertraut gewesen sind. Demnach habe Merkel ohne Wissen der EU in der Türkei einen anderen, wesentlich teureren Deal verhandelt. Das Thema kocht jetzt wieder hoch, weil die Türkei auf der Bezahlung der von Merkel verhandelten sechs Milliarden Euro durch die EU besteht. Die Mitgliedsstaaten und die EU streiten darüber, wer die Summe bezahlen soll.

Merkel habe laut Standard ohne Wissen der parallel mit der Türkei verhandelnden EU agiert. Diese Verhandlungen seien erst später „nur durch Zufall“ bekannt geworden. Die Zeitung zitiert einen Diplomaten mit den Worten: „Die Deutschen waren spätestens seit Weihnachten 2015 sehr regelmäßig in der Türkei, wahrscheinlich schon etwas früher, um den Deal auszuverhandeln.“

Die offiziellen EU-Vorschläge sollen von EUKommissar Frans Timmermans und Ratspräsident Donald Tusk ausgearbeitet worden sein. Die Struktur des EUDeals sei grundsätzlich anders gewesen als jene, die am Ende von Merkel durchgesetzt wurde. Die EU wollte deutlich weniger Geld an die Türkei zahlen. Die EU wollte auch mehr Zurückhaltung bei der VisaLiberalisierung der Eröffnung neuer Beitrittskapitel. Das Konzept der EU sah vor, dass die EU die bestehenden Vorbeitrittshilfen umschichten wollte. Gleichzeitig wollte die EU nicht, dass die Türkei die Grenzen für Flüchtlinge völlig dicht machen müsse.

Merkel dagegen wollte, „dass gar niemand mehr hereinkommen kann“, zitiert der Standard einen Beamten aus dem EU-Umfeld. Die Zeitung zitiert einen anonymen Insider mit den Worten: „Der TimmermansTusk-Ansatz hatte aus Berliner Sicht den Nachteil, dass er die Syrer nicht umfasst hätte. Und Merkel wollte 100 Prozent zudrehen, während sie international die humanitäre Heldin spielte.“ Außerdem habe Merkel mit ihrem Deal „verhindern wollen, dass die Syrer in Griechenland Asylanträge stellen“. Die Flüchtlinge aus Syrien sollten in die Türkei zurückgeschickt zu werden, in der Hoffnung, dass sich damit weniger Flüchtlinge auf die Reise in die EU begeben. Ein „Beobachter der damaligen Verhandlungen zum Standard: „Merkel hat also bewusst in Kauf genommen oder sogar darauf gehofft, dass das griechische Asylsystem nicht wirklich funktioniert und Leute vor Ende ihres Verfahrens in die Türkei zurückgeführt werden.“

Der aktuelle Konflikt entzündet sich an der nächsten Tranche von drei Milliarden Euro, die an die Türkei gezahlt werden müssen. Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden, Dänemark und Finnland wollen die gesamte Summe aus dem EU-Budget bezahlt wissen. Dagegen sei in Brüssel „Ungehaltenheit zu spüren“. Eine Quelle sagte dem Standard: „Zuerst macht Merkel dieses Türkei-Abkommen, und dann will Deutschland nicht bezahlen.“

Auch der Vorschlag von Merkel beim jüngsten EU-Gipfel im März, dass die EU die Hälfte des Betrages übernehmen solle, stößt in Brüssel auf Unverständnis: „Das ist aber immer noch eine ziemliche Chuzpe, wenn man weiß, dass sie die sechs Milliarden kreativ erfunden hat“, sagte ein Diplomat dem Standard.

Die Bundesregierung ging auf Rückfrage des Standard nicht auf den Vorwurf der parallelen Verhandlungen ein. In einer Stellungnahme teile die Bundesregierung mit, sie befürwortedie Aufstockung der EU-Türkei-Finanzfazilität um weitere drei Milliarden Euro“ und stimme sich „grundsätzlich eng mit der EU-Kommission und den europäischen Partnern ab“.

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