„KLIMA-ANLAGE“ für die ERDE – oder was wird eigentlich nicht manipuliert???!!! – – GEOENGINEERING / „KLIMA-WANDEL“ – „Wissenschaftlich“ – mit klarem „Menschen-Verstand“

Debatte um Klima-Manipulationen

Kommt der Sunblocker für die Erde?

Was tun, wenn die Erderwärmung bedrohlich wird? Forscher diskutieren über gezielte Eingriffe ins Klima – und schrecken davor zurück. Doch der Druck steigt, Geoengineering in Experimenten zu untersuchen.

Aus Berlin berichtet Christopher Schrader

Smog über Singapur

Smog über Singapur

 

Seit dem Dezember 2015 ist zumindest das Ziel der Klimapolitik klar: Die Erderwärmung soll auf deutlich unter 2,0 Grad begrenzt werden – möglichst sogar auf 1,5 Grad Celsius. So steht es im Weltklimavertrag von Paris. Doch wie genau das erreicht werden soll – darüber konnten sich die Unterzeichner des Abkommens bislang nicht einigen.

Die freiwilligen Verpflichtungen der Länder zur Senkung der Treibhausgasemissionen reichen jedenfalls kaum aus, um die Vorgabe von Paris einzuhalten. Dazu müsste der CO2-Ausstoß wohl binnen weniger Jahrzehnte auf null sinken – aber danach sieht es bislang nicht aus.

Weshalb Wissenschaftler immer wieder auch über Geoengineering diskutieren – so wie jetzt gerade auf einer Konferenz in Berlin. Es gibt viele Ideen für gezielte Eingriffe ins Klima. Sie reichen von der simplen Aufforstung über Anlagen, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre saugen, bis zu Manipulationen von Wolken.

Manche Forscher schlagen sogar vor, große Mengen Schwefelsäure in der Atmosphäre zu versprühen, um das Sonnenlicht zu dimmen – so wie es die Aschewolken großer Vulkane machen, nach deren Ausbruch es schon Jahre ohne Sommer gab.

Auch wenn sie verrückt erscheinen, die Ideen sind längst keine Spinnereien mehr aus dem Elfenbeinturm. „Die Beschlüsse von Paris, die Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, haben das Thema nach vorn gebracht“, sagt Mark Lawrence vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam, der die Tagung in Berlin organisiert hat.

„Eine rote Linie überschritten“

„Dieses Ziel ist zwar nicht unmöglich, aber sehr schwierig ohne Geoengineering zu erreichen.“ Das zeige sich an der bisherigen Arbeit der Wissenschaft: 90 Prozent der Klimasimulationen, die die mit dem Pariser Abkommen verträglichen Entwicklungspfade vorausberechnen, setzen massiv auf eine Form von Geoengineering.

Solche vermeintlichen Sachzwänge aber wollen viele Konferenzteilnehmer nicht gelten lassen. „Es gibt keinen Grund, über Geoengineering nachzudenken, weil wir noch viele andere Dinge nicht ausgeschöpft haben“, sagt zum Beispiel Lili Fuhr von der Heinrich-Böll-Stiftung. Dazu gehörten Klimaszenarien ohne die Eingriffe, die noch nicht gerechnet sind, das Kappen der üppigen Subventionen für Kohle, Öl und Gas und ein tiefgreifender Wandel im Konsumverhalten.

In jedem Fall solle die Gesellschaft in einer breiten Diskussion Regeln für mögliche Versuche zum Geoengineering festlegen, bevor diese starten dürfen. „Wenn Forscher von der Harvard University demnächst ein Freisetzungs-Experiment in der Atmosphäre machen, wird eine rote Linie überschritten“, warnt Fuhr, die in dem Punkt für eine breite Koalition politischer Gruppen spricht.

Immer klarer wird: Die Weltgemeinschaft muss den Umgang mit Geoengineering klären. „Die Forschung geht weiter, wir brauchen Regeln, die sie steuert und in eine Richtung lenkt, die der Gesellschaft nutzt und ihren Wünschen entspricht“, sagt Janos Pasztor, ehemaliger stellvertretender Uno-Generalsekretär und jetzt Leiter einer Initiative am Carnegie-Center in New York. Und auf der Ebene der Regierungen und Staaten müsse die Welt „verhindern, dass irgendjemand einfach mit einem Eingriff ins Klima anfängt“.

Eingriff dauert 160 Jahre

Doch bislang ist das Interesse von Öffentlichkeit und Politik am Thema eher gering, und so lange es keine Regeln gibt, suchen sich die Wissenschaftler ihren eigenen Weg. Meist betrifft das noch die Parameter von Computersimulationen.

Simone Tilmes, eine deutsche Forscherin vom National Center for Atmospheric Research in Boulder (Colorado), hat zum Beispiel ein Szenario untersucht, das durchaus plausibel scheint. Den Staaten der Welt gelingt es erst ab 2070, die Emissionen wirklich zu senken. Die Zwei-Grad-Grenze wäre schon längst überschritten, aber kurz bevor es gegen 2040 soweit ist, beginnt ein Programm zum Abschirmen von Sonnenlicht. Es muss 160 Jahre lang aufrechterhalten werden, um die Temperaturen zu stabilisieren.

Doch das Dimmen der Sonne hat offenbar große Nebenwirkungen: Die Regenmengen ändern sich den Simulationen zufolge teils drastisch. Es gibt Gewinner und Verlierer, aber wer was ist, lässt sich heute noch nicht feststellen.

David Keith von der Harvard University geht in seiner Forschung noch einen Schritt weiter: Er plant ein Experiment zur Freisetzung von Partikeln in der Stratosphäre. Von einem Ballon aus sollen unter anderem Wasserdampf und Schwefelsäure in etwa 20 Kilometer Höhe in die Atmosphäre versprüht werden. Danach soll gemessen werden, wie gut sich die Partikel verteilt haben.

Mögliche Folge: Saurer Regen

Keith wird nur vernachlässigbar kleine Mengen ausbringen. Wenn man jedoch große Mengen von Schwefelsäure oder anderen Partikeln in der Atmosphäre versprüht, fallen die Teilchen irgendwann auch wieder runter. Sie können dann zum Beispiel zu saurem Regen wie in den Siebzigerjahren führen – nicht so intensiv wie damals in Deutschland, aber viel großflächiger.

Außerdem dürften die Fremdkörper in der Stratosphäre die Ozonschicht angreifen, so dass mehr schädliche UV-Strahlung zur Erde gelangt und die Hautkrebsraten ansteigen. Andererseits könnte der Ozon-Smog auf der Oberfläche zurückgehen, genau wie die Luftverschmutzung – wenigstens im Durchschnitt. Das zeigen Rechnungen von US-Forschern. Für Metropolen und Ballungsräume, wo es die größten Probleme gibt, liegen noch keine zuverlässigen Daten vor.

Immer so weiter wie bisher?

Wegen der womöglich drastischen Nebenwirkungen hoffen viele Forscher, dass man solche Eingriffe ins Klima letztlich nie brauchen wird. Zugleich wollen sie größtmögliche Klarheit über die Konsequenzen: „Wenn es irgendwas gibt, was Geoengineering am Ende unmöglich oder unbrauchbar macht, dann müssen wir das jetzt wissen“, sagt Ben Kravitz vom Pacific Northwest Laboratory. Es dürfe einfach nicht passieren, dass die Menschheit wie etwa in Tilmes‘ Beispiel 2040 oder noch später erkennt, dass die Werkzeuge, auf die sie sich für den Notfall verlassen hat, doch nicht funktionieren.

Dieses Denken halten viele Forscher ohnehin für das größte Problem: Dass die Menschen im Vertrauen auf vermeintlich hilfreiche Eingriffe ins Klima ihre Bemühungen vernachlässigen, die Emissionen von Treibhausgasen zu senken.

„Das ist nach dem Motto: Lasst uns einfach so weitermachen wie bisher und irgendwann kommt ein verrückter Erfinder und erfindet uns den Klimawandel weg“, sagt Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der Klimaberater der Bundeskanzlerin, während der Konferenz den „Tagesthemen“.

Ohnehin ist das heutige Bild über die Eingriffe vermutlich zu rosig, darauf deuten die Ergebnisse vieler Forscher hin. Zum Beispiel wird das sogenannte BECCS, das in vielen Klimasimulationen vorkommt, wohl kaum so einfach funktionieren wie gedacht.

Hinter der Abkürzung verbirgt sich ein Verfahren, das Biomasse von großen neuen Plantagen zur Stromerzeugung nutzt, aber beim Verbrennen die entstehenden Treibhausgase auffängt und unter der Erde verpresst. Damit wird im Effekt das Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt, das Bäume und Pflanzen vorher bei der Photosynthese aufgenommen haben, oder jedenfalls ein großer Teil davon.

Der CCS-Anteil des Verfahrens aber, also das Verpressen von CO2 unter der Erde, ist in Deutschland und vielen anderen Ländern vorerst am massiven Widerstand von Bürgern gescheitert. „Ohne CCS gibt es aber auch kein BECCS„, warnt Naomi Vaughan von der University of East Anglia. Zudem zeigen Modellrechnungen inzwischen, dass es kaum möglich sein wird, so viele Energiepflanzen anzubauen, wie die Klimamodelle angenommen haben.

Ob die gezielten Eingriffe ins Klimasystem tatsächlich als Lösung taugen, falls die Menschheit ihre Emissionen nicht in den Griff bekommt, kann derzeit niemand sagen.

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http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/geoengineering-finger-weg-vom-thermostat-a-1171375.html

Debatte um Geoengineering Finger weg vom Thermostat!

In dieser Woche startet in Berlin eine große Konferenz zum Geoengineering. Aber darf die Menschheit überhaupt über aktive Eingriffe ins Klima nachdenken? Sie muss – aber sie sollte sie nicht durchführen.

Von Christoph Seidler

Ein Regenbogen und ein Flugzeug über dem Londoner Flughafen Heathrow

REUTERS

Ein Regenbogen und ein Flugzeug über dem Londoner Flughafen Heathrow

 

Meinung

So richtig weit gekommen ist die Menschheit bisher nicht beim Klimaschutz. Das zeigt zum Beispiel der Climate Action Tracker. Auf dieser Webseite schätzen Experten ab, wie sich die globalen Temperaturen entwickeln werden – und zwar erstens, wenn alles so weitergeht wie bisher und zweitens, wenn die Staaten ihre Versprechen für die Zukunft einhalten.

Das Ergebnis: Satte 3,6 Grad Temperaturplus sind im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bis zum Jahr 2100 zu erwarten, wenn wir so weitermachen wie bisher. Und bei immer noch 2,8 Grad liegt der Zuwachs, wenn die Staaten ihre Zusagen vom Klimagipfel in Paris einhalten.

Solche Schätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet. Und man kann auch gut darüber debattieren, wie warm es denn eigentlich zum Start der industriellen Revolution war – und wie viel Zeit die Menschheit im Detail eigentlich hat, ihren fatalen Hunger auf Kohle, Öl und Gas in den Griff zu bekommen.

Aber unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Wir sind beim CO2-Einsparen nicht auf Kurs, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Ganz zu schweigen vom erklärten Ziel der Staaten, das Temperaturplus womöglich sogar auf anderthalb Grad zu begrenzen.

Immer wieder diskutieren Experten deswegen über eine zweite Strategie: Wenn wir die Treibhausgasemissionen nicht in den Griff bekommen, wäre es nicht vielleicht eine Option, unsere zu heiße Erde gezielt zu kühlen? Durch Eingriffe ins Klima. In dieser Woche läuft im Umweltforum Berlin eine große, viertägige Konferenz zum Thema.

Geoengineering heißt das Ganze – und ließe sich zum Beispiel durch feine Schwefelsäuretröpfchen bewerkstelligen. Die könnten, in großen Mengen in der Stratosphäre versprüht, einfallendes Sonnenlicht zurück ins All reflektieren. Bekannt ist das Prinzip von großen Vulkanausbrüchen, die das Sonnenlicht auch für einige Zeit dimmen.

Um ernsthafte Ergebnisse mit der Schwefel-Technik zu erzielen, bräuchte es ein weltweit koordiniertes Milliarden-Dollar-Programm. CO2 direkt aus der Luft zu holen und im Boden zu speichern, eine weitere Option der Klimaklempner, wäre vermutlich sogar noch teurer. Und dann sind da auch noch die gezielte Manipulation von Zirruswolken in großen Höhen, die Ozeandüngung, die Spiegel im Weltall – oder eine Kombination aus mehreren Geoengineering-Verfahren.

All diese Ansätze haben eins gemein: Sie sind technisch unerprobt, aufwendig und teuer. Und es fehlt ihnen ein internationaler politischer Rahmen.

Ein guter Grund also, sich über das Thema zu unterhalten, wie es die Teilnehmer der Berliner Konferenz in den kommenden Tagen tun werden. Viele Fragen sind offen. Welche Technologien sind großtechnisch umsetzbar? Was tun, wenn ein Land im Alleingang entscheidet, ins Klima einzugreifen? All das sollte nicht nur unter Experten besprochen werden, sondern in der breiten Öffentlichkeit.

Viele Wissenschaftler halten Geoengineering für ein Herumdoktern an den Symptomen, anstatt die Ursachen anzugehen. Sie bezweifeln, ob die Menschheit aktive Eingriffe ins Klima überhaupt gut steuern könnte. Wir betreiben ja bereits heute mit dem massenweisen Ausstoß von Kohlendioxid ungewollt Geoengineering. Und kennen die direkten und indirekten Folgen davon längst nicht alle. Warum sollte das beim Ausbringen von Schwefelteilchen anders sein?

Es hilft aber auch nichts, Geoengineering per se zum Nicht-Thema zu machen. Wir müssen uns auf jeden Fall über politische und auch juristische Regeln dafür einigen. Und damit niemand solche Verfahren naiv einsetzt, sollten wir unerwünschte Nebeneffekte möglichst gut kennen. Etwa dass Schwefelinjektionen in die Atmosphäre den asiatischen Monsun schwächen könnten oder sich negativ auf die Ozonschicht auswirken. Womöglich müssen wir deshalb manche Techniken in kleinräumigen Experimenten ausprobieren.

Davon abgesehen sollten wir aber möglichst schnell die Finger vom Thermostat der Erde lassen. Damit sind nicht nur bewusste Kühl-Eingriffe mit ungewissen Nebenwirkungen gemeint, sondern auch die stetige Erwärmung durch unsere anhaltend hohen Emissionen. Nötig ist der konsequente Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.

Konkrete Pläne dafür gibt es. Zum Beispiel diesen hier bis zum Jahr 2050. Vorgeschlagen werden darin ein Abbau der Subventionen für fossile Brennstoffe im kommenden Jahrzehnt, ein CO2-Preis, der bei 50 US-Dollar pro Tonne beginnt und bis 2050 auf 400 US-Dollar pro Tonne steigt. Der komplette Kohleausstieg läge in den 2030ern, mit Öl müsste bis Anfang der 2040er Schluss sein.

Zumindest die extremsten Folgen einer unkontrollierten Erhitzung der Atmosphäre ließen sich so wahrscheinlich noch verhindern – ganz ohne Geoengineering.

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Dipl.-Ing. Michael Limburg: Die Klimaübereinkunft von Paris – Was bedeutet sie wirklich? (10. IKEK)
https://www.youtube.com/watch?v=_VpJG0eUKBQ

ab Minuten 7:50 – „William Nordhaus“: „2 Grad-Stigma“ (nicht wissenschaftlich) – diese Annahme ist sachlich nicht zu halten
?vor-Industrielle Zeit? (wann?)

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siehe auch „CLIMATE-GATE“„Kopenhagener-Klima-Konferenz“ – Dezember 2009

„KLIMA-WANDEL“ – „Wissenschaftlich“ – mit klarem „Menschen-Verstand“

Dr. Holger Thuss | Einführung: Der Vulkan Tambora und das Jahr ohne Sommer (10. IKEK)

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Prof. Dr. em. Friedrich-Karl Ewert über globale Temperaturmessungen

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Dipl.-Meteorologe Klaus-Eckart Puls: Die Achillesferse der Klimamodelle (10. IKEK)

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Klaus-Eckart Puls: CO2 – Gift oder Lebenselixier?

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siehe auch „die KLIMA-RELIGION“

Wissenschaftler entlarvt restlos Klimaschwindel !

Professor Dr „Don Easterbrook“

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siehe auch „CLIMATE-ENGINEERING“

Chemtrails (Geo-Engineering) – Grüner Politiker „WERNER SCHULZ“ warnt vor „GEOENGINEERING“ 

GEO-ENGINEERING – EU-Konferenz am „9 April 2013“

ab Minuten 3:00  – DAS EXPERIMENT „Geo-Engineering“ – „GEO-CLIMATE-ING“ – bereits in BEARBEITUNG: der Himmel wird bereits mit „Chem-trails“ verseucht  – „sauberer Himmel“ – „Werner Schulz“- natürlich auch „militärisch“

https://www.youtube.com/watch?v=g-XaSho4t7I

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„Künstliche Intelligenz“ KI – „Elon Musk“ und Co warnen vor „Killer-Robotern“

„Die GEISTER die ich rief???!!!…“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz-elon-musk-und-co-warnen-vor-killer-robotern-15161436.html

Künstliche Intelligenz Elon Musk und Co. warnen vor Killer-Robotern

Wie gefährlich ist der Fortschritt der Künstlichen Intelligenz? In einer Frage sind sich offenbar die Unternehmer einig. Und haben nun eine eindringliche Warnung an die Vereinten Nationen geschrieben.

21.08.2017, von Alexander Armbruster

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Soweit sind wir (zum Glück) noch nicht: Szene aus dem Film „Terminator: Die Erlösung“

Wie gefährlich ist der Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz (KI)? Ist er das überhaupt? Längst ist eine Debatte darüber entbrannt, die nun eine neue Wendung genommen hat: Mehr als einhundert TechnologieUnternehmer, die Geld in KI und Robotik stecken, haben nun vor einem möglichen Missbrauch dieser Technologie gewarnt.

Alexander Armbruster Autor: Alexander Armbruster, Redakteur in der Wirtschaft. Folgen:

In einem im Internet veröffentlichten Brief an die Vereinten Nationen warnen sie die Weltgemeinschaft eindringlichtödliche autonome Waffen“ – umgangssprachlich sind damit KillerRoboter gemeint – zu entwickeln. Diese könnten eine „dritte Revolution der Kriegsführung herbeiführen. „Einmal erfunden, könnten sie bewaffnete Konflikte erlauben in einem nie dagewesenen Ausmaß, und schneller, als Menschen sie begreifen können“, schreiben die Fachleute.

„Waffen des Terrors“

Unter den Unterzeichnern sind Unternehmer wie Mustafa Suleyman, der das mittlerweile zum amerikanischen Technologieunternehmen Alphabet (Google) gehörende KI-Unternehmen Deepmind mitgründete und leitet, und Elon Musk, der durch seinen Elektroautohersteller Tesla und sein Weltraum-Unternehmen SpaceX bekannt ist. Darunter sind auch führende KI-Forscher wie Yoshua Bengio, der an der Universität Montreal lehrt und zu den Pionieren der gerade angesagten KI-Methoden (neuronale Netze, Deep Learning) gehört, der in Kalifornien unterrichtende Informatik-Professor Stuart Russell und der deutsche KI-Experte Jürgen Schmidhuber.

Alle drei sind bislang nicht dadurch aufgefallen, besonders alarmistisch zu sein, deswegen erscheinen die Warnungen umso eindringlicher. „Wenn die Menschen nicht neue Massenvernichtungswaffen sehen wollen – in der Form großer Schwärme tödlicher Mikrodronen – (…) ist es unabdingbar (…) einen Vertrag gegen tödliche autonomen Waffen auf den Weg zu bringen“, sagte Russell. Und die Unternehmensgründer kommen darüber hinaus aus der ganzen Welt, auch aus China und Indien. Aus Deutschland hat außerdem Marcus Frei unterschrieben, der das Unternehmen Next Robotics gegründet hat.

 

In ihrem Brief an die Vereinten Nationen nennen die Unternehmer auch Beispiele für den möglichen Einsatz solcher Waffen. „Das können Waffen des Terrors sein, Waffen, die Despoten und Terroristen gegen unschuldige Bevölkerung einsetzen, und Waffen, die gehackt werden könnten, um sich in einer unerwünschten Art und Weise zu verhalten.“ Die Weltgemeinschaft hat ihrer Ansicht nach nicht viel Zeit, um nun zu handeln. „Wenn diese Büchse der Pandora geöffnet ist, wird es sehr schwer werden, sie wieder zu schließen.“

Die Vereinten Nationen wiederum beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit autonomen Waffen und Waffensystemen. Für diesen Montag hatten sie ursprünglich das Treffen einer UN-Gruppe von Fachleuten angesetzt, diesen Termin dann aber auf November verschoben. Die Tech-Unternehmer bedauern dies in ihrem Mahnschreiben ausdrücklich.

„Reguliert Waffen, nicht KI“

Die Diskussion darüber, welche auch negative Auswirkungen auf den weiteren Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz haben könnte, läuft auch in der Branche und unter Fachleuten schon lange. Jüngst hat sie besonders der schillernde Unternehmer Elon Musk gleich mehrfach befeuert. Etwa dadurch, dass er die Risiken dieser Technologie als größer einschätzte als das Risiko, das derzeit von Nordkorea ausgeht. Reza Zadeh, Gründer des KI-Unternehmens Matroid und Professor in Stanford, entgegnete Musk daraufhin über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Furcht vor KI ist vernünftig. Aber Regulierung zum jetzigen Zeitpunkt könnte das KI-Potential dämpfen, Krankheiten und Armut auszumerzen, was noch zu unserer Lebzeit in Reichweite ist.“

KI zu regulieren sei, als würde man Mathematik oder Chemie regulieren, fügte er hinzu, und warb dafür, die Grundlagen von ihren Anwendungen zu unterscheiden. Dafür brachte er ein Beispiel: „KI, für sich genommen, wird keine Gefahr für Menschen darstellen in der absehbaren Zukunft. KI, kombiniert mit Waffen, vielleicht. Deswegen reguliert Waffen und nicht KI.“

Es war eine der tausenden Antworten, die Musk auf seine Aussage bekam – und eine der wenigen, auf die er direkt reagierte. „Das größte Hindernis, die Gefahren von KI zu erkennen, sind diejenigen, die von ihrer eigenen Intelligenz so überzeugt sind, dass sie sich nicht vorstellen können, dass irgendjemand Dinge tun kann, die sie nicht können.“

Zuvor hatte Musk die neue Gefahrendiskussion losgetreten mit einem Auftritt vor amerikanischen Gouverneuren, bei dem er KI als die „größte Bedrohung, der wir als Zivilisation gegenüberstehen“, darstellte. Daraufhin meldete sich sogar Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu Wort, der klar gegen Musk Stellung bezog. „Wer gegen künstliche Intelligenz argumentiert, argumentiert gegen sicherere Autos und gegen bessere Diagnosen für Kranke“, sagte Zuckerberg und fügte hinzu: „Ich sehe einfach nicht, wie jemand guten Gewissens das tun kann.“ Musk, der auch ein eigenes KI-Unternehmen namens Open AI besitzt, attestierte Zuckerberg daraufhin, über ein „begrenztes Verständnis“ dieser Thematik zu verfügen.

Während er die neuen Geschäftszahlen des Elektroauto-Herstellers Tesla vor zehn Tagen vorstellte, räumte Musk schließlich jedoch selbst ein, dass er nicht die Erfindungen und Entwicklungen in diesem Bereich bremsen wolle. „Ich denke, es gibt einen großen Nutzen durch KI. Wir müssen einfach sicherstellen, dass es sich wirklich um höheren Nutzen handelt und wir nicht etwas wirklich Dummes machen.“ Autonome Waffen zählen aus seiner Sicht und der Meinung vieler anderer Unternehmer offenkundig genau dazu.

Es ist übrigens auch nicht der erste Brief dieser Art: Vor zwei Jahren haben 1000 Forscher, darunter der Physiker Stephen Hawking und Apple-Mitgründer Steve Wozniak, ebenfalls dieses Anliegen vorgetragen.