„CYBER-WAR“ – – – PENTAGON – „Maven“ – „DARPA“ – – „Künstliche Intelligenz“ : „Google-Mitarbeiter“ wehren sich gegen Militär-Projekt //// ROBOTER werden in „Deutschland“ besonders viele Jobs vernichten //// „VR“ – „VIRTUAL REALITY“ /// „Cyborg-Himmel“

 DIE FRAGE IST DOCH: WERDEN JOBS VERSCHWINDEN WEGEN ROBOTER – ODER WERDEN DIE ROBOTER  VERSCHWINDEN weil das GANZE als „HIRN-GESPINST“ ENT-LARVT WIRD?!

SACK- GASSE /// HUM-BUG /// ILLUSION /// PHATA-MORGANA /// „ALP-TRAUM“ usw „Wenn etwas nicht ZU-ENDE GEDACHT wird“ – oder es genauso kommen soll?!

GEFÄHRLICHE „SPIEL-WIESE“: „DIGITAL“ ?“SMART?“ was bedeutet das?!: „TOTAL-ÜBERWACHUNG“ –  KEINE FREIHEIT – „SCHEIN-SICHERHEIT“ – ABHÄNIGKEIT – TOTALE „FREMD-BESTIMMUNG“ – „ENERGIE-WAHN“ – „UN-ÖKÖLOGISCHE MATERIALIEN“ – AUSBEUTUNG von „SELTENEN ROHSTOFFEN“ – Verseuchung der ERDE – MANIPULATION – „HACKEN“ – „CYBER-WAR“ – „ENT-NATUR-ISIERUNG“……..

was kann ein ROBOTER (programmierte MASCHINE) NICHT: INDIVIDUELL – KREATIV – GEFÜHLE – alles wird zum HOMOGENEN „EIN-HEITs-BREI“ – NUR NOCH KALTE „EIN-HEITs-MASSEN-PRODUKTE“ die keiner BRAUCHT und WILL usw

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/google-mitarbeiter-wehren-sich-gegen-militaerprojekt-15527411.html

Künstliche Intelligenz : Google-Mitarbeiter wehren sich gegen Militärprojekt

Es geht nicht nur um Terminator, wenn von autonomen Waffen die Rede ist, im Gegenteil. Bild: Picture-Alliance

Mehr als 3000 Angestellte des Tech-Konzerns schreiben einen Mahnbrief an Vorstandschef Sundar Pichai. Sie sind nicht die einzigen, die davor warnen, autonome Waffensysteme zu entwickeln.

 

Im vergangenen Sommer schrieben mehr als einhundert Technologie-Unternehmer, die Geld in Künstliche Intelligenz und Robotik stecken, eine dramatische Warnung an die Vereinten Nationen. Sie raten in dem im Internet veröffentlichten Schreiben eindringlich davon ab, „tödliche autonome Waffen“ – umgangssprachlich sind damit KillerRoboter gemeint – zu entwickeln. Diese könnten eine „dritte Revolution der Kriegsführung“ herbeiführen. „Einmal erfunden, könnten sie bewaffnete Konflikte erlauben in einem nie dagewesenen Ausmaß, und schneller, als Menschen sie begreifen können“. Den Unterzeichnern mangelt es nicht an Prominenz und Renommee: Elon Musk (Tesla, SpaceX) unterschrieb, Mustafa Suleyman, der das zu Alphabet (Google) gehörende KIUnternehmen Deepmind mitgründete und die Informatik-Professoren Yoshua Bengio, Stuart Russell und Jürgen Schmidhuber – allesamt auf der ganzen Welt anerkannte Kapazitäten in der KI.

Alexander Armbruster

Redakteur in der Wirtschaft.

In der kommenden Woche nun treffen sich in Genf Vertreter der Vereinten Nationen, und autonome Waffen stehen auf der Tagesordnung. Im Vorfeld zeigt sich abermals, dass viele Fachleute, die an öffentlichen Universitäten oder für private Unternehmen Künstliche Intelligenz erforschen und darauf basierende Anwendungen entwickeln, keine Waffen bauen wollen. Und auch nicht daran mitwirken wollen, wenn andere das tun.

„Das schadet unserer Marke“

In einem Brief haben sich nun ungefähr 3100 Google-Mitarbeiter an den Vorstandsvorsitzenden Sundar Pichai gewandt und dagegen ausgesprochenen, dass das Technologie-Unternehmen dem amerikanischen Verteidigungsministerium hilft, Videos besser auszuwerten und Drohnen zielgenauer angreifen lassen zu können. „Wir glauben, dass sich Google nicht am Geschäft des Krieges beteiligen sollte“, heißt es in dem Schreiben, das die Zeitung „New York Times“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat (hier, auf Englisch). Die Mitarbeit an „Maven“, wie das Pentagon dieses Programm bezeichnet, beschädige die Marke Google und die Fähigkeit des Unternehmens, Talente anzuwerben, heißt es in dem Brief weiter.

Die Unterzeichner führen zudem aus, dass ihnen eine Stellungnahme der für das Cloud-Geschäft des Konzerns verantwortlichen Managerin Diane Greene nicht ausreiche, derzufolge die von Google bereitgestellte Technologie nicht verwendet werde, um Drohnen zu steuern oder Waffen abzufeuern. „Die Technologie wird für das Militär konstruiert und wenn sie einmal ausgeliefert ist, könnte sie einfach verwendet werden, um in diesen Funktionen zu assistieren“, schreiben sie.

Boykott südkoreanischer Forscher

Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das Pentagon Googles Expertise einkauft, um seine Fähigkeiten in der Bilderkennung zu verbessern. Infolge der ersten Berichte darüber wurde auch die Kritik von Teilen der Belegschaft bekannt – insgesamt beschäftigt Google ungefähr 70.000 Mitarbeiter derzeit. Neu ist nun der bekanntgewordene Brief an den Vorstandschef.

In einer Stellungnahme an den Internetdienst „Business Insider“ teilte Google dazu bereits mit, das es „ein wichtiger Teil unserer Kultur ist, Mitarbeiter zu haben, die sich aktiv in die Arbeit einbringen, die wir machen. Wir wissen, dass es viele offene Fragen gibt, wenn es um die Verwendung neuer Technologien geht, deshalb sind diese Konversationen – mit Mitarbeiter wie mit externen Experten – sehr wichtig und nutzbringend.“

Zugleich bestehen Kontakte zwischen dem Pentagon und Google schon länger. Der früherer langjährige Vorstandschef Eric Schmidt ist beispielsweise einer der führenden wissenschaftlichen Berater des Verteidigungsministeriums in Washington. Die Forschungsförderung des Pentagon (Darpa) wiederum unterstützt die Entwicklung und Erforschung Künstlicher Intelligenz seit Jahrzehnten; sie stellte in den sechziger Jahren bereits Mittel bereit, um KILabore in den Vereinigten Staaten zu gründen, die auch heute noch zu den führenden Fakultäten des Landes gehören.

Künstliche Intelligenz : Interview mit Roboter Sophia

Video: FAZ.NET

Die Mitarbeit Googles an Maven ist indes nicht das einzige militärische KIProjekt, gegen das sich nun Widerstand regt. In einem weiteren Schreiben (hier, auf Englisch) rufen KI-Forscher die südkoreanische Universität KAIST auf, nicht mit dem südkoreanischen Waffenhersteller Hanwha Systems zusammenzuarbeiten. Die unterzeichnenden Wissenschaftler, darunter Fachleute aus Frankreich, Deutschland, China, Australien und Kanada, kündigen an, nicht (weiter) mit Mitarbeitern der KAIST forschen zu wollen – aus der Sorge heraus, den Wettlauf zur Herstellung autonomer Waffen zu beschleunigen.

Die möglichen Anwendungen für autonome Waffen hatten ihrerseits bereits die KI-Unternehmer deutlich gemacht, die im vergangenen Jahr an die Vereinten Nationen geschrieben hatten. „Das können Waffen des Terrors sein, Waffen, die Despoten und Terroristen gegen unschuldige Bevölkerung einsetzen, und Waffen, die gehackt werden könnten, um sich in einer unerwünschten Art und Weise zu verhalten.“ Die Weltgemeinschaft hat ihrer Ansicht nach nicht viel Zeit, um nun zu handeln. „Wenn diese Büchse der Pandora geöffnet ist, wird es sehr schwer werden, sie wieder zu schließen.“ Auch das war übrigens nicht der erste Brief dieser Art: Vor drei Jahren hatten 1000 Forscher, darunter der verstorbene Physiker Stephen Hawking und Apple-Mitgründer Steve Wozniak, ebenfalls dieses Anliegen vorgetragen.

Advertisements

„EU“-Kommissarin sagt „AUS“ für „DIESEL“-Autos und „BENZINER“ voraus //// Merkel: „Deutsche“ dürfen bald „nicht“ mehr „SELBER“ AUTO fahren! ///////“E-MOBILITÄT“???!!! – „erneuerbare ENERGIEN“???!!!

NACH mir die SINT-FLUT……..
Schon ALLES DIGITAL (SMART) aus der STECK-DOSE (BATTERIEN)?! – „Total-ÜBER-WACHUNG“ – „BARGELD-LOS“ – ALLES in „ZAHLEN“ (GELD und ENERGIE) – „DATEN“ – NICHTS mehr REAL
Die ENDliche DIGITALE ILLUSION: „ROHSTOFF-RAUB-ZUG“ – AUSBEUTUNG der ERDE (Verseuchung) und des Menschen – „SCHEIN-SICHERHEIT“: Manipulieren – HACKEN –  „enormer ENERGIE-FRESSER“: WOHER?!
Herstellung? – ENTsorgung?! – SONDER-MÜLL?!
*************************************************************************
„Die EUROPÄISCHEN NULLEN“ – „KENNZEICHEN von „EU“- KOMMISSARE“: „RAFF-GIER“ –  nicht demokratisch gewählt – „IMMUNITÄT“?! – „KEINE AHNUNG“ – enorme „REGULIERUNGs-WUT“ usw…
*****************
*************************

Wirtschaft

Umweltschutz

EU-Kommissarin sagt Aus für Diesel-Autos und Benziner voraus

Von Hannelore Crolly, Christoph B. Schiltz | |

Verbrennungsmotoren haben keine Zukunft. Dieser Meinung ist die EUKommissarin Elzbieta Bienkowska. Sie setzt auf Hybrid und Elektroautos und sagt vorraus, dass es schon in 15 Jahren vorbei sein könnte mit Diesel und Benzinern.

Quelle: WELT/ Lea Freist

Autoplay
„Ich glaube nicht, dass in 15 Jahren noch jemand mit Diesel oder Benzin fährt“, sagt Elzbieta Bienkowska. Die Autobauer protestieren, doch die Verkaufszahlen scheinen der Politikerin recht zu geben.

Die Dieselzulassungszahlen sinken. Toyota erlebt einen Nachfrageboom bei Hybridautos und will fast völlig aus dem Diesel aussteigen. Andere Hersteller wie Fiat Chrysler wollen ihre Abhängigkeit von der Technologie drastisch verringern.

Und EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska erwartet in absehbarer Zeit sogar das komplette Aus für Selbstzünder – und Benziner: „Der Verbrennungsmotor hat seine Blütezeit hinter sich. Ich glaube nicht, dass in 15 Jahren noch jemand mit Diesel oder Benzin fährt“, sagte die polnische Kommissarin WELT.

Sie mahnte, dass die europäischen Autohersteller dringend umdenken und ihre Geschäfte neu ausrichten müssen, bevor sie von den asiatischen und amerikanischen Konkurrenten abgehängt würden.

Bienkowska glaubt also so ziemlich das Gegenteil dessen, was VW-Vorstandschef Matthias Müller glaubt. Der Weltmarktführer Volkswagen aus Wolfsburg hält es wie andere Oberklassehersteller für unmöglich, auf die Dieseltechnologie zu verzichten. Noch immer ist etwa die Hälfte der Neuwagen von Audi, BMW, Mercedes oder Volkswagen mit Diesel betrieben. Nur so, argumentiert Müller, seien die strengen Abgasziele der EU zu erreichen.

Der VW-Chef will den Diesel noch nicht aufgeben

Die Logik dahinter: Da Dieselautos weniger Sprit verbrauchen, erzeugen sie weniger CO2. Besonders für den von der EU festgelegten CO2-Flottenverbrauch ist das wichtig, um den Anteil größerer Benzinschlucker auszugleichen. „Ich bin fest überzeugt, dass der Diesel ein Revival erleben wird“, sagte der VW-Chef daher.

VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann sagte auf dem Genfer Autosalon, es sei ein „Frevel“, den Diesel für die Zukunft abzuschreiben, nur weil das gerade so populär sei. Bedauerlich sei, dass viele Verbraucher aber wegen immer neuer Negativmeldungen mittlerweile abgeschreckt seien.

Kürzlich hatte Renault angekündigt, die Zahl von Dieselautos binnen fünf Jahren zu halbieren. Auch der schwedisch-chinesische Volvo-Konzern entwickelt keine neuen Dieselantriebe mehr. Und schließlich kündigte auch Toyota an, sich fast ganz vom Diesel zu verabschieden.

Autoindustrie weltweit im Wandel

Das ist der Hintergrund, vor dem EU-Kommissarin Bienkowska die anderen Autobauer zum schnellen und radikalen Umsteuern auffordert. Die EU-Kommission werde zwar nicht vorschreiben, in welche Technologie die Industrie investieren sollte. Aber weltweit befänden sich die Wirtschaftsstrukturen nun einmal in einem fundamentalen industriellen und kulturellen Wandel. „Die europäische und damit auch die deutsche Automobilindustrie steht an einer Weggabelung und muss sich nun für die richtige Abzweigung entscheiden“, warnte Bienkowska.

Die EU-Kommissarin erinnert in diesem Zusammenhang an das Schicksal von Nokia und anderen Unternehmen, die die Entwicklung des Smartphones verschlafen hätten. Allerdings sieht sie das Problem fehlender Infrastruktur. Bienkowska nennt es ein „Henne-Ei-Problem“: Keine abgasfreien Auto auf der Straße bedeuteten, dass niemand Ladestationen baue. Ohne Ladestationen kaufe niemand abgasfreie Autos. „Anreize müssen also mit Infrastrukturentwicklung gekoppelt werden“, fordert die Kommissarin daher.

Noch investiere die europäische und deutsche Industrie nicht genug in Technologie- und Designtrends, um gegen die Konkurrenz aus Amerika und Asien die Nase vorn zu haben. Dabei habe sie jahrelang ohne Unterlass vom Ende der Dieselära gepredigt und eindringlich vor dem Erstarken der asiatischen Konkurrenz gewarnt. „Und nun kündigt ein japanischer Hersteller an, keine Dieselautos mehr in Europa herzustellen. Nicht ein europäischer, ein japanischer!“

Allerdings ist der Anteil der Dieselautos, die Toyota baut, ohnehin klein: Er liegt bei weniger als zehn Prozent. Ein Ausstieg ist daher weniger schmerzlich und schwierig als beispielsweise für die deutschen Oberklasseanbieter. Und seine Land-Cruiser-Geländewagen will Toyota weiter mit Dieselantrieb ausstatten.

Die deutschen Autobauer wähnen sich noch immer an der Spitze

Die deutschen Autobauer weisen die Vorwürfe mangelnder Innovation allerdings zurück und sehen sich im weltweiten Wettbewerb um Elektroantriebe sogar auf einem Spitzenplatz. Schon heute sei Deutschland einer der „Leitanbieter“, bis 2025 könne es sogar zur Weltmarktführerposition für Elektromobilität reichen, hatte sich der langjährige Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, kurz vor seinem Ausscheiden optimistisch gezeigt. Wissmann war am 1. März vom ehemaligen Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes abgelöst worden.

Allerdings scheinen die Verkaufs- und Zulassungszahlen eher Bienkowska als dem VDA recht zu geben: In Deutschland waren laut Kraftfahrtbundesamt Anfang 2017 rund 45,8 Millionen Autos zugelassen. Darunter waren genau 34.022 reine Elektroautos. Zählt man die 165.405 Hybridautos dazu, lang der gesamte Anteil damit bei 0,36 Prozent. Elektroautos allein betrachtet machten nur 0,07 Prozent des Marktes aus.

*******************************************************************************

Merkel: Deutsche dürfen bald nicht mehr selber Auto fahren!

/watch?v=DMI8mJcLVJw

****************************************************************************

https://www.focus.de/auto/news/automatisiertes-fahren-kommt-merkel-in-20-jahren-darf-man-nur-noch-mit-sondererlaubis-selbst-auto-fahren_id_7234707.html

Automatisiertes Fahren kommt
Merkel: In 20 Jahren darf man nur noch mit Sondererlaubnis selbst Auto fahren

[Autonomes Fahren]

dpa/Armin Weigel Fahrprüfung

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Doch nicht nur die Grünen positionieren sich mit der Forderung nach Haftstrafen für alle Raser oder bundesweiten Dieselverboten gegen das Autofahren. Die Kanzlerin sagte jetzt etwas Bemerkenswertes.

Haftstrafen für alle Raser, SUV-Strafsteuern oder Möglichkeiten für bundesweite Diesel-Verbote? Solche Forderungen kannte man bislang in der Regel von den Grünen . Doch es könnte in nicht allzu ferner Zukunft noch viel radikalere Einschnitte geben.

Bei einem Besuch eines wissenschaftlichen Zentrums in Argentinien sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel über wirtschaftliche Entwicklung und Globalisierung. Auf die Frage eines Studenten gab sie eine bemerkenswerte Antwort. Ein Reporter der Onlineausgabe der „Welt“ war vor Ort und berichtet darüber. Wir werden in 20 Jahren nur noch mit Sondererlaubnis selbständig Auto fahren dürfen“, sagte die Kanzlerin demnach im Rahmen der Diskussion. Es werde das autonome Fahren geben…..

 

**************************************************************************

http://www.spiegel.de/spiegelwissen/alternativantriebe-wie-umweltfreundlich-elektro-und-hybridmobile-sind-a-1000702.html

Alternativantriebe Warten auf Grün

Wie umweltfreundlich sind Elektro-und Hybridmobile wirklich?

Von Alexander Jung
Elektroauto: Die Umweltbilanz der Alternativantriebe kann nicht durchweg überzeugen
DPA

Elektroauto: Die Umweltbilanz der Alternativantriebe kann nicht durchweg überzeugen
Dienstag, 28.10.2014 00:00 Uhr

 

Durch den Süden des Kongo, in der Provinz Katanga, zieht sich der sogenannte Kupfergürtel. Der Boden hier ist gesegnet mit wertvollen Rohstoffen. Neben Kupfer findet sich vor allem Kobalt in ungewöhnlicher Konzentration, das afrikanische Land ist mit Abstand der weltgrößte Produzent des seltenen Metalls. Und das hinterlässt Spuren.

Die Böden sind kontaminiert, die Flüsse verseucht, die Regenwälder abgeholzt: Vom „KatangaSyndrom“ ist die Rede, um die systematische Umweltzerstörung beim Abbau von Bodenschätzen zu beschreiben. Ausgerechnet Kobalt und Kupfer aber sind zentrale Bestandteile von Elektroautos, den grünen Vorzeigeprodukten der mobilen Gesellschaft.

In ihren Batteriezellen verbergen sich beträchtliche Mengen davon. 24 Kilogramm Kupfer benötigt laut einer Studie der Technischen Universität Graz der Roadster des kalifornischen Herstellers Tesla, dazu kommen 67 Kilo Kobalt oder alternativ 69 Kilo Nickel sowie rund 14 Kilo Lithium: allesamt Stoffe, deren Abbau einen massiven Eingriff in die Natur bedeutet. „Die euphorischen Erwartungen an das Elektroauto sind völlig fehl am Platz“, meint Friedrich Schmidt-Bleek. Ein hartes Urteil.

Der 82-jährige Chemiker, früher Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, ist ein profilierter Kritiker der Elektromobilität. Zur Gewinnung der Metalle müssten Unmengen an Ressourcen bewegt werden, sagt er, für 24 Kilo Kupfer sind nach seiner Rechnung über acht Tonnen Natur zu opfern. Was als ökologische Errungenschaft gefeiert werde, sei in Wahrheitgrüne Augenwischerei„, empört sich der Professor. Wer etwas für die Umwelt tun wolle, solle besser seinen alten VW Käfer weiterfahren, als auf ein Elektroauto umzusteigen.

Von so etwas möchten die Hersteller natürlich nichts wissen. Die Autoindustrie preist ihre elektrische Flotte als saubere Alternative an: Das Modell i3 definiere „das Automobil von morgen“, wirbt BMW. Und Tesla behauptet: „Keine Emissionen. Keine Kompromisse„.

Aber wo liegt nun die Wahrheit? Wenn es stimmt, was Schmidt-Bleek vorrechnet, dann bergen die Stromflitzer ein schmutziges Geheimnis. Hat er recht?

Die Herkunft des Stroms beeinflusst die Ökobilanz

Wissenschaftler des Ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg beschäftigen sich seit Jahren mit diesen Fragen. Sie haben die Umweltwirkung herkömmlicher Autos analysiert und sie mit den ökologischen Folgen der Strommobile verglichen, und zwar über den gesamten Lebensweg hinweg: von der Produktion des Wagens über seine Nutzung bis zur Entsorgung. Sie sind zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Demnach weist ein Diesel-Pkw, der gemeinhin als Dreckschleuder wahrgenommen wird, derzeit eine etwas bessere Klimabilanz auf als ein Auto, das rein elektrisch betrieben wird. Betrachtet wird dabei nur der CO2-Wert, nicht der Ausstoß anderer Schadstoffe. Noch günstiger steht der Diesel gegenüber einem Plug-in-Hybrid da, also einem Fahrzeug, das den Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb samt Batterien kombiniert. Nur der herkömmliche Benziner schneidet schlechter ab als die anderen Fahrzeuge. Mit dem Umweltrechner unter http://www.emobil-umwelt.de lässt sich aufs Gramm genau ermitteln, wie klimafreundlich die jeweiligen Modelle sind.

Somit fällt die Umweltbilanz der Elektroautos nicht so eindeutig positiv aus, wie dies die Hersteller suggerieren. Negativ schlägt in erster Linie die Herkunft des Stroms durch, mit dem die Batterien geladen werden. Sie fließt zu mehr als zwei Dritteln in die Ökorechnung ein.

In Deutschland stammt der Strom knapp zur Hälfte aus der Verbrennung von Braun- und Steinkohle, es ist die schmutzigste Art der Energieerzeugung. Beim deutschen Mix fallen dabei rund 550 Gramm CO2 pro Kilowattstunde an. Zum Vergleich: Die Schweiz gewinnt mehr als die Hälfte des Stroms aus Wasserkraft, dort liegt die Belastung inklusive Importstrom bei wenig mehr als 120 Gramm.

Entscheidend für die Umweltwirkung ist also, in welchem Umfang die Autos Strom aus erneuerbaren Quellen einspeisen. Je höher der Anteil aus Wind, Wasser und Sonne liegt, desto deutlicher fällt die Ökorechnung zugunsten der E-Fahrzeuge aus. „Wichtigster Stellhebel der Klimabilanz bleibt die Energiewirtschaft“, sagt der Ifeu-Wissenschaftler Hinrich Helms.

Aus diesem Grund sind auch Autos, die von einer Brennstoffzelle angetrieben werden, keinen Deut klimafreundlicher. Der nötige Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse, wofür wiederum Strom verbraucht wird, viel Strom – der eben hierzulande vor allem aus fossilen Brennstoffen herrührt. Sämtliche Alternativantriebe produzieren zwar keine direkten Abgase, der Auspuff ist aber gewissermaßen unsichtbar.

 

Der andere Teil der Ökobilanz, der Beitrag, der auf die Herstellung eines Autos entfällt und der den Chemiker Schmidt-Bleek so umtreibt, macht nur knapp ein Drittel der Gesamtrechnung aus. Hier schlägt sich der zusätzliche Materialbedarf nieder, insbesondere für die Batterien. Der VW Golf hat als Plug-in-Hybrid die Kraft der zwei Herzen – aber auch das Gewicht: Er wiegt rund 250 Kilogramm mehr als das herkömmliche Modell.

Die Produktion eines Plug-in-Hybrids verschlingt gut doppelt so viel Wasser, verursacht deutlich mehr Feinstaubemissionen und bewirkt eine stärkere Versauerung der Böden. Und sie erzeugt eine Klimawirkung, die etwa neun Tonnen CO2 entspricht – gegenüber etwa sechs Tonnen an Treibhausgasen für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor……………..

*******************************************************************************

siehe auch „Diesel-FAHR-VERBOTE“ – „A-ÖKOLGISCH“ – „Diesel werden WEG-GESCHREDDERT“

******************************************************************************

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-heute-der-diesel-morgen-der-benziner-15470756.html

Fahrverbote rechtens : Heute der Diesel, morgen der Benziner?

Ohne Zukunft? Diesel-Motor in Stuttgart Bild: dpa

Deutschland zerstört ohne Not den Diesel. Und damit eine gute Technik, in der es führend ist. Vermutlich: Führend war. Ein Kommentar.

Nun hat der Irrsinn höchstrichterlichen Segen. Städte können Fahrverbote für Dieselautos zur Luftreinhaltung verhängen, hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Die werden auf dem Land lebende und auf das Auto angewiesene Privatleute treffen ebenso wie Handwerker und Lieferanten, die das städtische Leben am Laufen halten. Der Effekt der ersten Gruppe auf die Luft wird zu vernachlässigen sein, jener der zweiten erfordert einen Wust an Ausnahmen. Man fragt sich, wieso ein Gericht Argumenten populistischer Gruppierungen folgt, die aus welchen eigennützigen Gründen auch immer dem Auto den Kampf angesagt haben.

Holger Appel

Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

Machen wir uns nichts vor: Heute wird der Diesel wegen seines Stickoxidausstoßes angeprangert. Morgen wird auffallen, dass der Benziner mehr Kraftstoff verbraucht und deswegen mehr Kohlendioxid ausstößt, mithin zum gerissenen Klimaziel beiträgt und deswegen auch verboten gehört. Soll Deutschland am Ende ohne Individualverkehr dastehen? Und soll die deutsche Vorzeigeindustrie mit ihren Millionen Arbeitsplätzen ruiniert werden?

Die angeblich so gefährliche Technik gibt dazu keinen Anlass. Schon an der Messmethode sind Zweifel angebracht. Glaubt wirklich jemand, in Deutschland wehte ständig giftiger Wind, im angrenzenden Ausland aber nicht? Vielleicht ist das auch eine Frage, wie Messstationen installiert werden. Darüber zu diskutieren, verbietet sich wohl. Die Entwicklung freilich genügt auch so zur Entwarnung. Nur drei Mal lag am berüchtigten Stuttgarter Neckartor die NOx-Belastung im vergangenen Jahr über dem Stundengrenzwert. Im Vorjahr gab es noch 35 Überschreitungen. Der Ausstoß von Stickoxid im Verkehr ist seit 1990 um 69 Prozent gesunken. Mit Feinstaub verhält es sich gleich. Das bezüglich Autolobbyismus unverdächtige Umweltbundesamt erwartet, dass in Deutschland im Jahr 2020 mehr Feinstaub durch Zigaretten, Feuerwerk und Grillen entsteht als durch alle Personenwagen. Und da ist der Altbestand mit drin.

Die Besitzer werden enteignet

Hinzu kommt, dass die meisten Privatautos morgens ein paar Kilometer in die Stadt einfahren und abends wieder raus. Wer wirklich etwas bewegen will, muss ältere Diesel, die täglich weite Strecken in der Stadt zurücklegen, aus dem Verkehr ziehen. Also Taxen, Busse, Lieferwagen für den Supermarkt. Die kann man auf neueste Modelle umstellen, doch muss klar sein, was das bedeutet. Die Planungssicherheit der Betriebe ist dahin, sie müssen Wertverluste und neue Investitionen verkraften, und es glaube doch niemand, man könnte alle adhoc auf Elektroantrieb umstellen. Die ersten elektrischen Lieferwagen und Busse sind erst zart am Horizont erkennbar, sie kosten mindestens das Doppelte eines herkömmlichen Fahrzeugs. Wer wird das bezahlen?

Diesel-Fahrverbote : Jetzt müssen die Kommunen entscheiden

Video: F.A.Z., Bild: dpa

Ziel der Fahrverbote sind ältere Diesel, wobei das relativ ist, denn viele von ihnen sind gerade mal drei Jahre alt. Die meisten kursierenden Messwerte sind mit eben jenen Autos der Abgasstufe Euro 5 erzielt worden. Solche dürfen seit Herbst 2015 nicht mehr als Neuwagen zugelassen werden. Sie werden jetzt unverkäuflich, die Besitzer enteignet. „Gewisse Wertverluste sind hinzunehmen“, sagt der Vorsitzende Richter Andreas Korbmacher. Sollen sie eben mit Hardware nachgerüstet werden, die dafür erforderlichen 4000 Euro der Autohersteller übernehmen, schließlich habe der ein fehlerhaftes Produkt geliefert, lautet eine simple Argumentation. Das hat die Autoindustrie mitnichten, die Autos entsprachen der Zulassungsnorm. Wer auf die Regeln vertraut hat, ist der Gelackmeierte.

Nachrüstung ist Aktionismus, nutzlos und teuer

Technisch wird eine Nachrüstung nicht bei allen Fahrzeugen möglich sein und bei den anderen zwei Jahre dauern, denn es sind zwei Sommer- und zwei Wintererprobungszyklen vorgeschrieben. Also werden umgerüstete Autos frühestens im Sommer 2020 auf der Straße sein. Bis dahin sind viele ältere Autos ohnehin von der Straße verschwunden, Umtauschprämien der Industrie fördern die Erneuerung des Bestands schon spürbar. Der Effekt eines technischen Umbaus auf die Luft ist mehr als überschaubar. Mit der laufenden Softwareaktualisierung reduziert sich der Stickoxidausstoß im heute maßgeblichen Alltagsbetrieb von 800 auf 500 mg/km. Mit der Nachrüstung von Teilen werden 300 mg/km erreicht.

Das genügt nicht, um die inzwischen vorgeschriebene Norm Euro 6 zu erreichen, mithin würden solche Autos keine blaue Plakette erhalten. Die Aktion ist Aktionismus, nutzlos und teuer. Zudem wird, das ist Physik, der Ausstoß von CO2 zunehmen. Das aber kann niemand wollen. CO2 steht im Zentrum des in Paris ratifizierten Klimaschutzplans. Für dessen Einhaltung spielt der sparsame Diesel eine entscheidende Rolle. Seine Verbrennung ist effizienter, Verbrauch und CO2-Ausstoß liegen deutlich unter dem eines Benziners. Dieselfahrzeuge von den Straßen zu verbannen, wäre also eine Sabotage des Klimaschutzplanes.

Käufer moderner Diesel nach der heute gültigen Norm Euro 6 werden von den Fahrverboten verschont. Doch wer wird nach dieser Entscheidung noch darauf vertrauen, dass dies immer so bleibt? Deutschland zerstört ohne Not den Diesel und damit eine gute Technik, in der es führend ist. Vermutlich führend war.

***********************************************************************

http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-03/dieselmotor-luftverschmutzung-diesel-fahrverbot-abgas-e-motor-hardware/komplettansicht

Dieselmotor: „Es gibt keinen Grund für Hardware-Nachrüstungen“

Der Dieselmotor ist besser als sein derzeitiger Ruf, sagt der Motorenexperte Thomas Koch. Es sei fahrlässig, zu glauben, der Elektroantrieb allein wäre die Zukunft.
Dieselmotor: Ein Kfz-Meister lädt ein Software-Update auf einen Volkswagen Golf mit Dieselmotor.
Ein Kfz-Meister lädt ein Software-Update auf einen Volkswagen Golf mit Dieselmotor. © Julian Stratenschulte/dpa

Thomas Koch leitet das Institut für Kolbenmaschinen am renommierten Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Er befasst sich vor allem mit der weiteren Verbesserung des Verbrennungsmotors (Otto- und Dieselmotor).

ZEIT ONLINE: Herr Professor Koch, die deutschen Automobilhersteller haben jahrelang den Dieselmotor propagiert – jetzt will nach dem VW-Skandal und dem Fahrverbotsurteil kaum noch jemand einen Diesel. Haben die deutschen Hersteller auf den falschen Antrieb gesetzt?

Thomas Koch: Nein, überhaupt nicht. Der Dieselmotor ist viel besser als sein derzeitiger Ruf. Ich verstehe nicht, warum man ihn, bei berechtigter Kritik in Teilen, seit über zwei Jahren derartig kaputtredet. Es ist unstrittig, dass der Diesel die effizienteste Verbrennungskraftmaschine ist. Und auch die umweltfreundlichste, sofern man das Problem mit den Stickoxiden (NOx) im Griff hat. Und das hat man inzwischen. Das hat zu lange gedauert, und da sind in der Vergangenheit Dinge gemacht worden, die nicht in Ordnung sind – beispielsweise etwa die Manipulation mit illegalen Abschalteinrichtungen bei Volkswagen. Aber das Problem ist gelöst.

ZEIT ONLINE: Trotzdem fällt der Marktanteil des Dieselantriebs bei den Neuwagen seit Monaten.

Koch: Das überrascht nicht. Die Debatte hat viele Menschen hochgradig verunsichert. Man kauft sich etwa alle zehn Jahre ein neues Auto, und natürlich haben jetzt viele Bürger Angst, sich für viel Geld einen Wagen anzuschaffen, mit dem sie dann nicht mehr überall hinfahren dürfen. Diese Angst ist nachvollziehbar, aber nicht rational. Ein moderner Dieselmotor ist weiterhin die beste Lösung gerade für diejenigen, die vor allem lange Überlandstrecken fahren. Kurzum: In die Debatte muss wieder Ruhe und Sachlichkeit einkehren.

ZEIT ONLINE: Aber selbst moderne Dieselautos fahren heute bei Kälte quasi ohne eine Abgasreinigung herum – die Hersteller begründen die zeitweilige Abschaltung der Reinigungstechnik damit, dass sonst der Motor beschädigt würde. Stimmt dieses Argument?

Koch: Ja, bedingt. Wir sprechen hier von den Autos der Abgasnorm Euro 6b, die seit 2014 noch bis 2019 verkauft werden. Eine typische Technologie zur NOx-Reduzierung ist der SCR-Katalysator, der das Reduktionsmittel AdBlue benötigt. AdBlue wird in einem Extratank im Fahrzeug mitgeführt. Dieser SCR-Katalysator könnte auch bei niedrigen Temperaturen die Abgase reinigen. Mit geringem Aufwand hätten die Hersteller also auch bei fünf oder zehn Grad Celsius Außentemperatur gute Emissionswerte erreichen können.

ZEIT ONLINE: Warum stimmt dann das Argument zumindest bedingt, wie Sie sagen?

Koch: Ohne die richtige Betriebstemperatur darf die Abgasreinigung nicht eingeschaltet werden. Die Katalysatoren arbeiten erst bei 180 bis 200 Grad Celsius richtig. Erst dann darf das Reduktionsmittel AdBlue eingespritzt werden. Sie müssen den Katalysator – ähnlich wie Ihren Backofen, ehe Sie die Pizza hineinschieben – zunächst auf Temperatur bringen. Das benötigt bei niedrigen Außentemperaturen mehr Energie. Diese wenigen Prozent Mehrverbrauch haben die Hersteller gescheut. Es war eine schlechte Fokussierung der Entwickler, nur wegen dieses kleinen Nachteils die Katalysatoren nicht auch bei Temperaturen unterhalb von zehn Grad zum Einsatz zu bringen.

ZEIT ONLINE: Wie löst man das Problem jetzt?

Koch: Die Hersteller korrigieren die falsche Fokussierung in den Euro-6b-Fahrzeugen jetzt mit den Software-Updates. Damit erreicht man eine Senkung der Stickoxid-Emissionen auf etwa 200 bis 300 Milligramm pro Kilometer zulasten eines gering erhöhten Verbrauchs. Das ist ein vernünftiger Wert. Zum Vergleich: Die neueste Abgasrichtlinie für Euro 6d-Temp erlaubt auf der Straße bei Temperaturen zwischen null und 30 Grad maximal 168 Milligramm.

ZEIT ONLINE: Was ist mit den Euro-5-Dieseln, die zwischen 2009 und 2014 verkauft wurden?

Koch: Diese Autos stoßen auf der Straße im Mittel zwischen 800 und 900 Milligramm Stickoxide pro Kilometer aus. Euro-5-Fahrzeuge haben typischerweise noch keinen NOx-Katalysator, darum ist hier die Sache komplizierter als bei den neueren Dieselmotoren. Das Problem: Sie müssen auf eine Vielzahl von Faktoren achten – zum Beispiel Geräuschpegel, Verbrauch, Fahrbarkeit, Zuverlässigkeit der Bauteile, aber vor allem die Rußbelastung des Partikelfilters – und für NOx fehlt eben ein zusätzlicher Kat. Das macht die NOx-Reduzierung sehr anspruchsvoll.

Wir reden im Wesentlichen über ein Altlastenproblem durch eine in Teilen schlechte Bestandsflotte.

Thomas Koch

Mit der Euro-5-Technologie sind Emissionswerte um 400 bis 600 Milligramm pro Kilometer vernünftig erreichbar, der Grenzwert zur Zertifizierung in Höhe von 180 Milligramm pro Kilometer war im Realbetrieb aber unerreichbar und Ergebnis reiner Symbolpolitik. Jetzt stellen die Hersteller mit dem Software-Update den Motor anders ein. Damit verbessern sie den NOx-Wert, was aber zugleich die anderen Größen verschlechtert, teils bis an die Schmerzgrenze. Das Software-Update wird den Stickoxidausstoß um 25 bis 30 Prozent im Flottenmittel senken. Dies ist im Rahmen des Machbaren vernünftig.

ZEIT ONLINE: Mehr als die Software-Updates brauchen wir nicht?

Koch: Es gibt überhaupt keinen Grund für Hardware-Nachrüstungen. Auch sehe ich – mit ganz wenigen Ausnahmen an höchstbelasteten Stellen – keinen Grund für Fahrverbote, wenn man den Mittelwert für Stickstoffdioxid (NO2) des Jahres 2019 abwartet – dann werden alle Verbesserungsmaßnahmen einfließen.

ZEIT ONLINE: Umweltverbände und Automobilclubs halten die technische Nachrüstung am Motor aber für zwingend. Haben die unrecht?

Koch: Ja, die Kombination aus Maßnahmen, die man bereits unternimmt, reichen. Die Software-Updates senken die Emissionen in einem solchen Maße, dass es höchstens noch an den höchstbelasteten Straßen in Stuttgart und München nicht reicht, den Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel zu erreichen. Man muss aber sehen: Die Stickoxid-Belastung sinkt seit mehr als zwölf Jahren, und durch die großflächige Verbreitung der Euro-6b-Fahrzeuge, die seit 2014 im Angebot sind, und durch sehr gute Neufahrzeuge der Abgasnorm Euro 6d-Temp ist eine noch schnellere NO2-Absenkung zu erwarten. Wir reden im Wesentlichen über ein Altlastenproblem durch eine in Teilen schlechte Bestandsflotte.

„Der Diesel wird auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen“

ZEIT ONLINE: Sie haben schon die SCR-Katalysatoren erwähnt, in denen die Harnstofflösung AdBlue die Stickoxide im Abgas reinigt. Diese Technik ist aber teuer. Für welche Fahrzeuge lohnt sich da der Dieselmotor überhaupt noch?

Koch: Sie haben recht, mit SCR rechnet sich der Diesel nicht mehr in allen Klassen. In Kleinwagen – also etwa in einem VW Polo, einem Ford Ka und einem Opel Corsa – wird er künftig eine Nische sein, wenn er überhaupt angeboten wird. Der Verbrauchsvorteil des Diesels im Vergleich mit einem Benziner ist dort ohnehin geringer, weil die Kleinwagen generell einen geringeren Verbrauch aufweisen. Aber in der Kompaktklasse mit VW Golf, Opel Astra, Ford Focus, Mercedes A-Klasse, 1er BMW und aufwärts wird der Dieselmotor erhalten bleiben.

Allerdings ist es fragwürdig, die Effizienzgewinne, die man mit der Verbesserung des Antriebs erreicht hat, gleich wieder zunichte zu machen, indem man den Motor dann in immer größere, schwerere Autos einbaut. Ich bin kein Freund von Zweieinhalb-Tonnen-SUV. Die Fahrzeuge müssen natürlich leichter und sparsamer werden.

ZEIT ONLINE: Vor allem mithilfe des Diesels wollten die deutschen Autohersteller den ab 2021 geltenden CO2-Grenzwert erreichen. Jetzt fällt der Marktanteil des Diesels rapide. Schaffen die deutschen Autohersteller das 95-Gramm-Ziel noch?

Koch: Die Industrie hat da zu Recht auf den Diesel gesetzt. Die Hersteller haben jetzt das Problem, dass der durchschnittliche CO2-Wert der verkauften Autos steigt, weil die Leute verstärkt zum Benziner wechseln – selbst da, wo er keinerlei Sinn ergibt, zum Beispiel einen Zwei-Liter-Benziner in einem Großraumbus. Das halte ich für einen unglücklichen Trend! Man kann nur hoffen, dass die Verbraucher ihre Verunsicherung ablegen. Um den CO2-Flottenwert wieder zu senken, werden jetzt mit Nachdruck noch mehr Hybridmodelle angeboten und weitere entwickelt.

ZEIT ONLINE: Die Grenzwerte ließen sich auch mit mehr verkauften Elektroautos einhalten. Hilft die jetzige Debatte auch, die Elektromobilität zu stärken?

Koch: Die Elektromobilität ist eine wichtige Nische, die weiter wachsen wird. Wir werden sie auch brauchen. Elektroautos werden einen wertvollen Beitrag liefern, vor allem in der urbanen Mobilität. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: das Auto einer Sozialstation. Damit fährt die Schwester von Patient zu Patient. Sie pflegt den ersten, fährt einen Kilometer, stellt das Auto wieder ab, betreut eine Stunde lang den nächsten Patienten, fährt danach wieder einen Kilometer und so weiter. Auf solch kurzen Strecken wird ein Benziner oder Diesel nie richtig warm, er ist aber nur bei erreichter Betriebstemperatur wirklich gut. Das ist somit der ideale Einsatz für ein Elektroauto.

ZEIT ONLINE: Aber?

Koch: Wir sollten aufhören, uns in die Tasche zu lügen, dass die Elektromobilität allein die perfekte Lösung für die Zukunft wäre. Man darf sie gern schneller ausbauen, aber sie wird auch im Verkehr der Zukunft nur ein Segment sein. Zudem hat der Elektroantrieb auch gewaltige Probleme.

Wir werden auch in Zukunft einen vernünftigen Mix an Antrieben haben, in dem auch der Diesel weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird.

Thomas Koch

ZEIT ONLINE: Welche meinen Sie?

Koch: Die Liste ist lang, und man wird in der Diskussion mit kritischen Anmerkungen sofort als fundamentaler Gegner des Elektromobils betrachtet. Das bin ich sicher nicht. Aber bei dem aktuellen Strommix in Deutschland beträgt die NOx-Emission eines Elektroautos im Schnitt etwa 120 Milligramm pro Kilometer. Ein moderner Diesel emittiert nur noch 20 bis 60 Milligramm! Die Batterien in den E-Autos haben große Schwächen bei sehr hohen Temperaturen oberhalb von 40 Grad Celsius im Sommer oder im Winter bei sehr niedrigen Temperaturen. Bekannt ist die Abhängigkeit von notwendigen Rohstoffen für die Batterie, die in wenigen Ländern der Erde nur verfügbar sind. Wenn die Batterie Feuer fängt, entstehen chemische Prozesse, die sich nur mit gewaltigem Aufwand überhaupt stoppen lassen.

Noch gar nicht geklärt ist die Frage des Steuerausfalls. Im Moment nimmt der Staat jedes Jahr etwa 36 Milliarden Euro über die Steuer auf Kraftstoffe ein. Wird die künftig auf die Elektromobilität umgelegt? Ein gewinnversprechendes Geschäftsmodell mit Ladesäulen ist mir noch immer nicht bekannt. Dann würde das elektrische Fahren richtig teuer, sicher oberhalb von 20 Euro je 100 Kilometer. Zu behaupten, Elektroautos wären die allein seligmachende Lösung, ist fahrlässig und verantwortungslos, auch wenn sie einen interessanten Teil der Lösung darstellen.

ZEIT ONLINE: Das heißt, auch Benziner und Diesel wird es noch in vielen Jahren geben?

Koch: Ganz gewiss. Jede Technik hat ihre Stärken. Welche Antriebsform ideal ist, hängt vom Einzelfall ab: vom Fahrzeug und dem Haupteinsatzzweck. Wer meist kurze Strecken in der Stadt fährt, für den ergibt ein Diesel keinen Sinn. Er wird heute einen Benziner oder ein Hybridauto kaufen, in Zukunft vielleicht ein rein batterieelektrisches Auto. Darum werden wir auch in Zukunft einen vernünftigen Mix an Antrieben haben, in dem auch der Diesel weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird – übrigens dann kontinuierlich weiterentwickelt, beispielsweise als 48-Volt-Hybrid und mit noch niedrigerem Verbrauch. Es bleibt dabei: Nur mit einem Verbrennungsmotor an Bord kann jeder auch sozial benachteiligte Mensch bei jedem Wetter und allen ungünstigen Randbedingungen kostengünstig die Freiheit genießen, überall hinzufahren, ohne Abstriche bei Fahrzeugreichweite und Fahrzeit.

****************************************************************************

siehe auch „fragwürdige ELEKTRO-MOBILITÄT“ –  „nicht besser als Benziner“

„ROHSTOFF- AUSBEUTER“ – „seltene ERDEN“

****************************************************************************

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/03/07/volkswagen-rechnet-mit-renaissance-des-diesel-antriebs/

Volkswagen rechnet mit erfolgreicher Rückkehr des Diesel-Antriebs

Volkswagen rechnet mit einer breiten und schnellen Rückkehr der Diesel-Antriebstechnologie auf den Automarkt.

VW-Chef Matthias Müller. (Foto: dpa)

VW-Chef Matthias Müller. (Foto: dpa)

Volkswagen rechnet damit, dass die Kunden schon bald wieder in großen Zahlen Fahrzeuge mit Diesel-Antrieb kaufen werden, wie Bloomberg berichtet.

„Der Diesel wird in nicht allzu weit entfernter Zukunft eine Renaissance erleben, weil Leute, die einen Diesel fuhren, realisieren werden, dass es sich dabei um ein sehr komfortables Fahrkonzept handelt“, wird der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller von Bloomberg zitiert. „Sobald sich herumspricht, dass der Diesel tatsächlich vergleichsweise öko-freundlich ist, dann gibt es keinen Grund mehr, kein Diesel-Auto zu kaufen.“

Die Manipulationen von Abgastests durch Volkswagen im Jahr 2015 lösten einen noch immer andauernden Abwärtstrend von Diesel-Fahrzeugen bei den Verkaufszahlen in Deutschland aus. Lag der Anteil der Diesel-Fahrzeuge bei den Neuverkäufen im Jahr 2015 noch bei etwa 50 Prozent, so sind es derzeit etwa 30 Prozent.

Der Konzern hat insgesamt etwa 30 Milliarden Dollar zur Seite gelegt, um Strafen in Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal bezahlen zu können.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig, wonach deutsche Städte ab sofort eigenmächtig Fahrverbote für Diesel-Autos verhängen können, hat die Unsicherheit um die Technologie noch verstärkt. Länder wie China, Frankreich und Großbritannien hatten in der Vergangenheit angekündigt, de Diesel schrittweise aus dem Straßenverkehr zu verbannen.

Der große Vorteil von Diesel gegenüber Benzin-Antrieben besteht darin, dass Diesel deutlich weniger Kohlenstoffdioxid (CO2) als Benzin bei der Verbrennung erzeugt. CO2 wird von der EU als klimaschädlich angesehen und die Emissionen sollen dementsprechend verringert werden. Der Diesel spielt deshalb eine tragende Rolle bei der schrittweisen Verringerung der CO2-Emissionen in Europa.

„Wir brauchen den Diesel für die Erreichung der CO2-Ziele“, wird der VW-Markenvorstand Herbert Diess zitiert. „Elektroautos werden Kunden, die viel fahren müssen, in vielen Fällen nicht überzeugen können.“ Tatsächlich besteht der größte Nachteil der Elektroautos neben der geringen Reichweite und den langen Ladezeiten in der Tatsache, dass der Bau von Autobatterien extrem energieintensiv ist und eine Zahl seltener Rohstoffe verbaut werden, deren Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen sind.

Überhaupt ist bis heute nicht klar, woher die zusätzlichen Mengen Strom kommen sollen, die bei einem möglichen breiten Durchbruch der Elektromobilität benötigt werden.

Der deutliche Rückgang bei den Diesel-Verkaufszahlen macht sich bereits in höheren CO2-Emissionen bemerkbar. Dem Autobauer Daimler zufolge waren die durchschnittlichen CO2-Emissionen seiner Fahrzeuge im vergangenen Jahr gestiegen, weil die Kunden mehr Benziner und größere Autos kauften.

Die EU schreibt vor, dass Autos europäischer Hersteller bis zum Jahr 2021 nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfe. „Die Spielregeln der EU in Bezug auf den Klimaschutz und die Emissionsziele für CO2 sind so herausfordernd, dass die Regierungen nicht um den Diesel herumkommen“, sagt Müller.

 

**************************************************************************

*******************************************************************************

http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-02/elektromobilitaet-umwelt-konsum-psychologie-ruediger-hossiep-interview/komplettansicht

Elektromobilität: Elektroautos sind keine Heilsbringer“

Elektroautos schaden der Umwelt wie Verbrenner, werden aber als saubere Lösung beworben, sagt Rüdiger Hossiep. Der Psychologe erklärt, wie wir unser Gewissen reinwaschen.
Elektromobilität: Auch Elektroautos belasten die Umwelt.
Auch Elektroautos belasten die Umwelt. © Sean Gallup/Getty Images

Rüdiger Hossiep ist Wirtschaftspsychologe an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum. Er befasst sich unter anderem mit der Beziehung des Menschen zum Automobil.

ZEIT ONLINE: Herr Hossiep, im nächsten Jahr will Porsche einen rein elektrisch betriebenen Sportwagen auf den Markt bringen. 600 PS, in 3,5 Sekunden von null auf hundert km/h …

Rüdiger Hossiep: Was verwundert daran? Schnelle Autos und Porsche sind synonym. Auch wenn unsere Mobilität künftig eine elektrische sein soll, geht es beim Auto weiterhin um PS und Leistung. Deshalb bringen nach Tesla auch Porsche und andere Hersteller solche stark motorisierten Autos auf den Markt. Die wecken Emotionen und – das ist das Neue an diesen elektrischen Sportwagen – sie bescheren ihren Besitzern ein grünes Gewissen. Elektroantriebe sind gut, Verbrenner schlecht: Das ist das aktuell gültige Paradigma. Auch wenn die Aussagen fragwürdig sind, zieht jeder einzelne daraus seine Schlüsse und damit seine Psychohygiene glatt.

ZEIT ONLINE: Was meinen Sie damit?

Hossiep: Der Mensch ist kein rationales Wesen, sondern ein rationalisierendes. Das heißt, jeder und jede von uns hat in der Regel gute Gründe für seine und ihre Entscheidungen und biegt sich die Dinge so zurecht, dass er und sie bei seinem Handeln ein gutes Gewissen hat. Der Mensch verhält sich weder ethisch noch ökologisch, sondern aus psychologischer Sicht so, wie es für ihn persönlich am stimmigsten ist. Dafür nutzt er die ihm passend erscheinenden Argumente. Da passt es prima, dass der Strom aus der Steckdose kommt.

ZEIT ONLINE: Wer sich ein Elektroauto kauft, macht das also aus psychologischen und nicht ökologischen Gründen, etwa, um die Welt zu retten?

Rüdiger Hossiep © DW/C. Heinemann

Hossiep: Aus dem eigenen persönlichen Blickwinkel natürlich schon, und zwar mit fester Überzeugung. Damit sucht jeder für sich Selbstwertdienliches – und wird fündig. Insofern ist das Elektroauto das neue Statussymbol, sich tatsächlich oder vermeintlich umweltgerecht zu verhalten. Früher sah man an Oberklasse-Autos den Aufkleber „Eure Armut kotzt mich an“. Heute steht „Hybrid“ oder „Elektro“ am Heck und damit sein Fahrer gut da. Wollte ich ein dickes SUV fahren, würde ich einen Sticker fertigen lassen, auf dem steht: „Unterwegs für deutsche Wildtiere“ oder so ähnlich. Das wäre meine sichtbare Legitimation, ein solches Schlachtschiff fahren zu dürfen. Image ist alles, es geht um das allgemein akzeptierte Narrativ. Zu jedem Argument lässt sich stets ein Gegenargument finden. Damit kann jeder die Aussagen herauspicken, die seiner individuellen Psychohygiene dienlich sind und sie zu seiner ureigenen Wahrheit machen.

ZEIT ONLINE: Ein Beispiel bitte.

Hossiep: Weil ein Diesel weniger Kraftstoff benötigt als ein vergleichbarer Benziner, ist er per se umweltfreundlicher. Schließlich bläst man dadurch weniger CO2 in die Luft. Dieses Bild dominiert seit Jahren unsere Vorstellungen, obwohl wir andererseits seit Jahrzehnten wissen, dass die in Dieselmotoren produzierten Stickoxide hochgradig gesundheitsschädlich sind. Entscheidend ist in Wirklichkeit, welcher Dreck aus dem Auspuff herauskommt. In dieses Dilemma hat uns nicht zuletzt die EU-Gesetzgebung gebracht.

Kurz erklärt – Wie sauber sind Elektroautos? Für Elektroautos will die Bundesregierung eine Kaufprämie von 4.000 Euro einführen. Doch zu hundert Prozent umweltfreundlich sind die Fahrzeuge nicht.

ZEIT ONLINE: Weil sie uns neue Grenzwerte für den CO2-Ausstoß verordnet hat?

Hossiep: Ja, und das ohne ausreichende Sachkenntnis, wie das sinnvoll gehen könnte. Insofern ist die Mobilitätswende im negativen Sinn katalysiert und beschleunigt worden. Ob ein Auto einen Liter mehr oder weniger verbraucht, spielt kaum eine Rolle. Entscheidend sind Menge und Qualität der schädlichen Abgase.

ZEIT ONLINE: Wie sieht Ihr Lösungsvorschlag beim Dieselantrieb aus?

Hossiep: Zunächst als ganz einfache Sofortmaßnahme: das Steuerprivileg aufgeben. Diesel ist im Verkauf deutlich billiger als Benzin, obwohl er dies in der Herstellung nicht ist. Wir können davon ausgehen, dass derartige Entscheidungen stark über Lobbyarbeit beeinflusst werden. Nicht anders wird es jetzt bei der Elektromobilität sein. Diese ist gewiss kein Heilsbringer, sondern ökologisch und ökonomisch zumindest strittig.

ZEIT ONLINE: Wie kommen Sie darauf?

Hossiep: Ökonomisch strittig unter anderem, weil wesentliche Komponenten der Fahrzeuge nicht mehr bei uns hergestellt werden, sondern dort, wo die Produktionskosten erheblich geringer sind. Ein Elektroauto ist nämlich bei Weitem nicht mehr so kompliziert wie ein Auto mit Verbrenner. Und ökologisch strittig, weil die weitaus größte Umweltbelastung nicht im Fahrbetrieb entsteht, sondern in der Produktion und Entsorgung der Automobile. Bei Verbrennern – da sind sich die Fachleute einig – liegt dieser Anteil bei deutlich jenseits von 50 Prozent, bei Elektroautos aber noch einmal erheblich höher und zwar umso höher, je größer die Reichweite ist.

Eine ganzheitliche Betrachtung ist also unumgänglich. Generell gilt: Jedes Auto, das nicht neu produziert wird, ist ökologisch sinnvoll. Am besten fährt man seinen Benziner, solange es geht. Der selbständige Schrauber in der Hinterhofwerkstatt, der die Autos repariert und instand hält, hat allerdings keinen Lobbyverband, der für ihn trommelt.

„Rosinenpickerei mit bestem Gewissen“

ZEIT ONLINE: Harte Worte.

Hossiep: Die Aussage, dass Elektroautos unsere Umwelt sauberer machen, stimmt halt nicht. Und so, wie wir den Strom erzeugen, erst recht nicht.

ZEIT ONLINE: Sie sind der Meinung, dass auch die Energiewende nicht funktioniert?

Hossiep: Wenn Sie einem Windenergie-Lobbyisten sagen, dass manche Windräder Tausende Vögel pro Jahr schreddern, dann hält der dagegen, dass ohnehin jede Menge Wildvögel gejagt und gegessen werden. Unser Strom stammt laut Bundesumweltamt ungefähr zu einem Drittel aus regenerativen Quellen, welche aber zu hinterfragen sind. So heizen Millionen Haushalte mittlerweile – wohl durch einschlägige Lobbyarbeit und den Gesetzgeber gefördert – mit Kaminöfen, die enorm zur Feinstaubbelastung beitragen. Diese Form des Heizens erreicht in den Herbst- und Wintermonaten das Feinstaubniveau des gesamten Straßenverkehrs. Doch die Leute fühlen sich damit wohl, nach dem Motto: Für mich lohnt sich das, meine Heizkosten haben sich reduziert. Und für meine Solaranlage erhalte ich langfristig Subventionen. Die Rechnung geht also auf: Das ist Rosinenpickerei mit bestem Gewissen.

ZEIT ONLINE: Was hat Deutschland falsch gemacht?

Hossiep: Südamerika fährt mit reinem Bioethanol. Damit lässt sich im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen der CO2-Ausstoß quasi auf null reduzieren. Dieser regenerative Treibstoff wäre auch eine Chance für uns gewesen, zumal die Umrüstung pro Auto lediglich rund 150 Euro beträgt. Doch hierzulande wurde das Argument lanciert: „Wir dürfen nicht verbrennen, was andere essen!“ Damit war das Thema erledigt und die Investitionen, mit denen Bioethanol-Anlagen subventioniert und gebaut wurden, verbrannt. Eine differenzierte und sachbezogene Auseinandersetzung mit dem Thema hat nicht stattgefunden.

ZEIT ONLINE: Wie kann die Umweltbelastung durch die Mobilität gesenkt werden?

Hossiep: Ein bewusster Umgang mit der eigenen Mobilität hilft viel. Aktuell gibt es weltweit einen starken Trend zu Kreuzfahrtschiffen. Doch die Umweltbelastung dadurch ist gigantisch. Auch wenn wir zum Shoppen für 39 Euro nach London fliegen, spielen Schadstoffe bei der Entscheidung für den Trip vermutlich keine Rolle. Wenn die Menschen solche Argumente hören, ziehen sie diese für sich wieder glatt, indem sie im einfachsten Fall sagen: Aber die Flieger nach London sind immer voll, da kommt es auf mich einzelnen gar nicht an! Das tut es in der Summe jedoch sehr wohl, nur hört die Solidarität leider allzu häufig an der eigenen Haustür auf.