Markus C. Kerber: „Wehrt euch, Bürger !!!“ – Wie die „Europäische Zentralbank“ unser Geld zerstört /// „DRAGHI“ – „Weidmann“ – „Voßkuhle“ /// „Bit-Coin/ Krypto-Währung“

 

siehe auch: „arte“ – „TOD eines BANKERS“ – „David Rossi“ – ITALIEN

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/01/06/rettung-italiens-erfolgt-auf-kosten-deutscher-steuerzahler/

Rettung Italiens erfolgt auf Kosten deutscher Steuerzahler

Ökonom Markus C. Kerber appelliert an den Widerstandsgeist der Bürger, um dem Treiben der EZB Einhalt zu gebieten. Die deutsche Demokratie dürfe nicht auf dem Altar der EU geopfert werden.

Markus Kerber, Gründer des Think Tanks Europolis. (Foto: M. Kerber)

Markus Kerber, Gründer des Think Tanks Europolis. (Foto: M. Kerber)

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ihr Buch „Wehrt euch, Bürger!“ ist in einer um fünfzig Seiten erweiterten Neuauflage erschienen. Was möchten Sie mit dem Buch erreichen?

Markus C. Kerber: Nun, zum einen gibt es seit Erscheinen der Erstauflage im September 2015 einen redaktionellen Ergänzungsbedarf. Die „unkonventionelle“ Geldpolitik der EZB und des Eurosystems hält nicht nur an, sondern schlägt immer neue Kapriolen: Angesichts des imperativen Willens von Signor Draghi, die fiskalische Unterstützung vor allem Italiens im Gewande der Geldpolitik fortzusetzen, kommt der Italiener immer mehr in Erklärungsnöte. Er ändert die Laufzeiten der kaufgeeigneten Papiere und „erklärt“, warum das Eurosystem und die EZB bereit sein müssen, auch Verluste in Kauf zu nehmen, angeblich um das Stabilitätsziel von ca. 2 Prozent Inflation der Verbraucherpreise zu erreichen. Nun hat Draghi mit dem Steinhoff-Desaster den ersten greifbaren Fall von Unternehmensanleihen, die wertberichtigt werden müssen. Sie haben in der letzten Pressekonferenz erleben können, wie er die Frage der Journalisten hiernach beantwortete: gar nicht! Draghi und „seine“ EZB fühlen sich nicht länger rechenschaftspflichtig.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Lassen sich die Kosten, welche die EZB den deutschen Bürgern und Steuerzahlern aufzwingt, konkret benennen?

Markus C. Kerber: Dieser Problematik ist in der Neuauflage ein ganzes Kapitel unter der Überschrift „Die Enteignung der Sparer und die Destabilisierung der Versorgungssysteme“ gewidmet. Über die Quantifizierung dieser Kosten der EZB gibt es eine kontroverse Diskussion. Doch die Kosten werden in der Sache von niemandem bestritten. Die Forschung meines Kollegen Gunther Schnabl auf diesem Gebiet ist mustergültig. Indessen ist Draghi und seinen französischen Mittätern in der EZB diese Problematik gleichermaßen bekannt – und egal. Sie wissen: wenn sie nicht die Billig-Geld-Politik betrieben hätten, wäre Italien längst gekippt. Denn kein Rettungsfonds ist groß genug, um dieses Casino zu retten.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Gäbe es Möglichkeiten, der Politik der EZB Einhalt zu gebieten? Immerhin ist die EZB ja unabhängig.

Markus C. Kerber: Die Unabhängigkeit der EZB ist der größte institutionelle Fehler des Eurosystems. Denn die EZB ist eine ohnehin supranationale Institution. Zudem haben dort Länder wie Malta, Zypern und Luxemburg genauso viel Stimmenmacht wie Deutschland und die Niederlande. Dies ist also ein unwiderstehliches institutionelles Angebot an die traditionellen Weichwährungsländer, die Geldpolitik für die eigenen Haushaltsprobleme einzusetzen – und zwar mit dem vollen Risiko für die solide wirtschaftenden Eurozonenländer. Diese verfehlte Governance lässt sich nur durch eine Vertragsänderung korrigieren, der Italien, Frankreich und der ihnen folgende Club Med nie zustimmen werden. Daher sind die Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht das ultimative Mittel, die Exzesse der EZB einzuhegen. Leider ist der Präsident des Gerichts, Herr Professor Vosskuhle, zu keinerlei Konflikt mit dem EuGH bereit. Was nützt es, wenn das Bundesverfassungsgericht die Politik der EZB für unvereinbar mit ihrem Mandat hält, wenn der EuGH das Gegenteil bescheinigt und sich Herr Vosskuhle um des lieben Friedens willen fügt?! Es geht schließlich um die Verteidigung Deutschlands als Verfassungsstaat. Hier würde ich dem hohen Herrn Präsidenten in Karlsruhe zurufen: Mehr Luther wagen! Die deutsche Demokratie darf nicht auf dem Altar der EU geopfert werden darf. Wenn das Bundesverfassungsgericht dies nicht schafft, versagt es in seiner historisch größten Herausforderung.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie groß ist die Machtfülle von Mario Draghi und wie sichert er seine Macht ab?

Markus C. Kerber: Die Macht Draghis gründet sich auf das Unterlassen von Herrn Dr. Weidmann, ihm mitzuteilen, dass die Bundesbank die rechtwidrigen Beschlüsse der EZB nicht länger ausführt. Statt sich in der Öffentlichkeit von der EZB-Politik zu distanzieren, müsste der Bundesbank-Präsident sein ultimatives Recht andeuten, das Aufkaufprogramm nicht weiter auszuführen. Aber dazu gehört Mut und der Wille zur Macht. Bisher zeigt Herr Weidmann keine Neigung, so zu handeln wie er redet. Auch für ihn gilt: Mehr Lutter wagen. Im übrigen stützt sich Draghi in der EZB auf ein Netzwerk italienischer und französischer Getreuer: Frau Chiara Zilioli ist die Chefjuristin, Frau Brescia Morra – ehemals Banca d’Italia – leitet die administrative Widerspruchsstelle der Bankenunion und Draghis Allzweckwaffe, Ignazio Angeloni, ist überall. Nicht zu vergessen der stärkste Verbündete im Vorstand der EZB, Benôit Coeuré. Auf ihn ist immer Verlass. Hinzu kommt die Gleichschaltung des Wissenschaftsbetriebs. Wer in den letzten Jahren bei ECB Watchers Conference teilgenommen hat, fühlt sich an einen SED-Parteitag erinnert. Es gibt dort kaum wissenschaftliche Pluralität mehr.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Ziele verfolgt Draghi mit seiner Politik?

Markus C. Kerber: Den Zusammenbruch Italiens unter seinen Schulden und seiner Bankenkrise zu verhindern und zwar im Gewande europäischer Geldpolitik. Diese Chance kommt nicht wieder. Jedenfalls hat auch ein Unkundiger längst kapiert, dass das „Stabilitätsziel“ von ca. 2 Prozent Verbraucherpreisinflation nur vorgetäuscht wird.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist es denn immerhin möglich, dass Draghis Politik Italien mittel- und langfristig helfen kann?

Markus C. Kerber: Das hängt davon, ob es ihm gelingt die italienische Bankenkrise zu lösen: 450 Milliarden Euro notleidende Kredite sind nicht einfach wegzustecken und blockieren auf Dauer die Kreditvergabe in Italien. Hinzu kommt die bedrohliche Unterkapitalisierung der italienischen Banken. Wir dürfen gespannt sein, was sich Draghi zusammen mit dem Gouverneur Banca d’Italia noch ausdenken wird. Aber um die hausgemachte italienische Bankenkrise zu lösen, wird mit Sicherheit der europäische Diskurs bemüht.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In Ihrem Buch rufen Sie zu einer „Bürgerrevolte“ auf. Was verstehen Sie darunter?

Markus C. Kerber: Wenn das Bundesverfassungsgericht die Plünderung Deutschlands durch das Eurosystem nicht stoppt, ist der Kampf nicht zu Ende. Das Grundgesetz verbürgt das Widerstandsrecht. Alles Weitere hängt von der jeweiligen Situation und der politischen Phantasie der Akteure ab.

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Prof. Markus C. Kerber ist einer der wichtigsten Kritiker der EZB und einer der Initiatoren der Klage gegen deren Anleihekaufprogramm, welche das Bundesverfassungsgericht zur Prüfung an den EuGH weitergeleitet hat. Er lehrt Öffentliche Finanzwissenschaft und Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Berlin und ist Gründer des Think Tanks Europolis, der sich als eine deutsche Initiative für europäische Ordnungspolitik versteht. Kerber ist intimer Kenner der französischen Politik.

Markus C. Kerber: „Wehrt euch, Bürger – Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört“. FinanzBuch Verlag München, 160 Seiten, 14,99€. Bestellen Sie das Buch hier direkt beim Verlag.

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http://www.neopresse.com/finanzsystem/2018-die-welt-am-tropf-der-zentralbanken/

2018 – Die Welt am Tropf der Zentralbanken

NEOPresse in Finanzsystem

Die Lage zum Jahresende 2017 scheint extrem widersprüchlich: Die Wirtschaft wächst, die Aktienmärkte verzeichnen Rekordstände, die Arbeitslosenzahlen sinken und die Industrie zeigt ein seit langem nicht gesehenes Maß an Optimismus. Zugleich erstickt die Welt unter der höchsten Schuldenlast ihrer Geschichte, krankt an der größten sozialen Ungleichheit und wird von höheren Risiken als vor der Krise von 2007/2008 bedroht.

Von Ernst Wolff – Wo stehen wir denn nun wirklich? fragen sich die meisten von uns zum Jahreswechsel. Können wir beruhigt in die Zukunft sehen oder drohen historische Gefahren? Gibt es irgendeine Wirtschaftstheorie, die uns diese Fragen klar und deutlich beantworten kann?

Die Wirtschaftstheorien der Vergangenheit helfen nicht mehr weiter

Nein, die gibt es nicht. Und zwar aus einem einfachen Grund: Weil wir in einer Ausnahmesituation leben, die die Welt so noch nicht gesehen hat: Das globale Wirtschafts- und Finanzsystem ist seit 2008 klinisch tot. Es funktioniert nur noch, weil es wie ein Patient auf der Intensivstation künstlich am Leben erhalten wird, und zwar durch die Zentralbanken.

Seit dem Beinahe-Zusammenbruch von 2008 haben die größten Zentralbanken der Welt zwischen 14 und 16 Billionen US-Dollar ins globale Finanzsystem gepumpt und fast siebenhundert Mal die Zinsen gesenkt. Der größte Teil dieses „billigen“ Geldes ist in die Finanzspekulation geflossen und hat so für eine historisch nie dagewesene Verzerrung der Märkte gesorgt.

Konnte man früher davon ausgehen, dass Aktienkurse etwas über die Gesundheit eines Unternehmens aussagen, so ist es damit vorbei: Großkonzerne in aller Welt haben das billige Geld genutzt, um eigene Aktien zurückzukaufen und deren Kurse künstlich in die Höhe zu treiben. Sagten früher die Kosten und Zinserträge von Staatsanleihen etwas über die wirtschaftliche und finanzielle Stärke eines Landes aus, so gehört auch das der Vergangenheit an: Die Zentralbanken haben ganze Länder vor dem Bankrott gerettet, indem sie deren Anleihen zu überhöhten Preisen aufgekauft und durch künstlich geschaffene Nachfrage Märkte erzeugt haben, wo es eigentlich keine mehr gab.

Die Manipulation ist grenzenlos

Doch das ist nicht alles: Inzwischen greifen die Zentralbanken auch direkt in die Aktienmärkte ein und sorgen dafür, dass sogar ins Schlingern geratene Unternehmen über Wasser gehalten und andere weit über ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden. Die Schweizer Nationalbank (SNB) zum Beispiel ist inzwischen Großaktionär bei Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook und hält zur Jahreswende 2017/2018 US-Aktien im Wert von 91 Milliarden Dollar. Nur zur Erinnerung: Die SNB kann das Geld, mit dem sie Aktien kauft, selber schaffen.

Das alles heißt: Wir leben in einem durch Geldschöpfung und Zinssenkung künstlich angetriebenen und aufgeblähten System. Das aber hat fatale Nebenwirkungen, denn Zentralbanken funktionieren nach denselben Prinzipien wie der Rest unseres Wirtschafts- und Finanzsystems: Das Geld, das sie schöpfen, wird nicht verschenkt, sondern muss zurückgezahlt werden. Es erhöht also stetig den globalen Schuldenberg.

Um die Bedienung dieser Schulden zu erleichtern, gibt es nur ein bewährtes Mittel: das Anheizen der Inflation. Das Ansteigen des allgemeinen Preisniveaus führt dazu, dass die Höhe der Schulden im Verhältnis zu den übrigen Geldwerten sinkt. Doch die Herbeiführung einer solchen Inflation erfordert genau die Mittel, die seit 2008 angewandt wurden: Geldschöpfung und Zinssenkung.

Obwohl die Zentralbanken in aller Welt seit einiger Zeit ankündigen, ihre Geldpolitik nach zehn Jahren des billigen Geldes wieder straffen zu wollen (und – wie die FED – einige sehr zaghafte Versuche in diese Richtung unternommen haben), können sie diesen Weg nicht weiter beschreiten, ohne dass ihnen der größte Schuldenberg in der Geschichte in die Quere kommt. Ihn zu ignorieren, hätte den Bankrott zahlloser Schuldner zur Folge, würde riesige Löcher in die Kassen der Gläubiger reißen und das System in die nächste, möglicherweise noch schwerere Krise als 2007/2008 stürzen.

Es gibt kein Zurück

Die Situation, in der wir stecken, lässt sich also folgendermaßen beschreiben: Die Zentralbanken haben sich auf eine Geldpolitik eingelassen, die an der Oberfläche zwar einige positive Phänomene erzeugt, die sich aber nicht rückgängig machen lässt, ohne das System als Ganzes zum Einsturz zu bringen.

Anders ausgedrückt: Das globale Finanzsystem gleicht einem Suchtkranken, der auf Grund von Drogeninjektionen immer wieder kurze Aufschwungphasen erlebt, dessen Organe aber von Mal zu Mal stärker geschädigt werden und die irgendwann – ohne Vorankündigung – ihren Dienst versagen werden.

Wann das sein wird – ob 2018 oder später – kann niemand voraussagen. Nur eines ist sicher: Die Mittel der Manipulation, die den Zentralbanken zur Verfügung stehen, sind weitgehend ausgereizt. Nach Niedrig- und Nullzinsen bleiben nur noch Negativzinsen – und damit die Zerstörung des klassischen Bankgeschäftes, nämlich der Kreditvergabe – und nach der Flut neu geschaffenen Geldes bleibt nur die Schaffung von noch mehr Geld – und damit der direkte Weg in die Hyperinflation.

Quelle: antikrieg.com

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http://www.neopresse.com/finanzsystem/bitcoin-vom-vermeintlichen-rebellen-zur-stuetze-des-systems/

Bitcoin: Vom vermeintlichen Rebellen zur Stütze des Systems

NEOPresse in Finanzsystem

Die Chicago Board Options Exchange, eine der weltweit größten Optionsbörsen, hat am Montag den Handel mit Bitcoin Futures eröffnet. Damit ist in der Geschichte der Bitcoins eine neue Wegmarke erreicht.

Von Ernst Wolff – Futures zählen zu den Derivaten und sind nichts anderes als Wetten auf zukünftige Kursentwicklungen. Derivate erfüllen volkswirtschaftlich keine sinnvolle Funktion und dienen ausschließlich der Bereicherung von Spekulanten. Es waren diese Derivate, die das globale Finanzsystem bereits zweimal an den Abgrund geführt haben – 1998 und 2008.

Trotz aller Versprechen der Politik ist bis heute nichts gegen den Derivatehandel unternommen worden. Im Gegenteil: Wie man an der Einführung von Bitcoin-Futures sieht, werden sie trotz der offensichtlichen Gefahr, die sie für das globale Finanzsystem bedeuten, weiter aufgelegt. Für den Bitcoin heißt das: Sein Wert wird von nun an im globalen Finanzcasino bestimmt.

Der Bitcoin-Hype kommt dem System sehr gelegen

Das globale Finanzsystem ist seit 2008 nur durch das Schaffen enormer Geldsummen durch die Zentralbanken am Leben erhalten worden. Daher sind in den vergangenen Jahren an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten riesige Blasen entstanden, die jederzeit zu platzen drohen. Vor allem aber ist ein historisch nie dagewesener Schuldenberg entstanden. Um ihn bedienen zu können, sind die Zinssätze immer weiter gesenkt worden – zum Teil bis in negatives Territorium.

Das aber zerstört zum einen das klassische Bankengeschäft (die Kreditvergabe), und führt zum anderen zwingend in eine nicht zu kontrollierende Inflation. Aus diesem Grund sind die Zentralbanken zurzeit bestrebt, die Zinssätze wieder anzuheben – angesichts des historischen Rekordstandes der globalen Schulden ein überaus heikles Vorhaben.

In dieser schwierigen Situation kommt dem System der Bitcoin-Hype sehr gelegen: Er zieht Gelder aus anderen Märkten ab und entspannt dort die Situation leicht. Zum anderen ermöglicht er Großinvestoren, in kurzer Zeit hohe Spekulationsgewinne einzufahren und so ihre Verluste durch Zinserhöhungen auszugleichen. Noch viel wichtiger aber ist die Tatsache, dass er sie in die Lage versetzt, die Bitcoin-Blase jederzeit nach ihren Wünschen platzen zu lassen. Bereits jetzt befinden sich große Bitcoin-Mengen in der Hand sehr weniger Besitzer – ein Trend, der wegen des Eingreifens institutioneller Anleger in naher Zukunft weiter zunehmen dürfte.

Da das Spekulationsgeschäft in der Hand erfahrener Börsenprofis liegt, ziehen diese natürlich alle Register und bemühen sich gegenwärtig nach Kräften, die Gans vor dem Schlachten noch richtig zu mästen. Dazu gehört vor allem eines: Große Mengen ahnungsloser Kleinanleger in das Geschäft mit hineinzuziehen. Das scheint – vor allem mit Hilfe der Mainstream-Medien – perfekt zu gelingen, denn beim Bitcoin-Rausch handelt es sich mittlerweile um den größten Hype in der gesamten Geschichte des Finanzwesens.

Die falschen Vorstellungen der Krypto-Anhänger

Bitcoin-Fürsprecher behaupten, ihr Produkt erfülle alle Voraussetzungen für eine Währung. Leider fehlt dabei die wichtigste: Bitcoins repräsentieren nämlich keinen realen Wert. Zwar leben wir in einer Welt, in der keine Währung mehr gedeckt ist, aber alle anderen sind früher einmal in Form der Edelmetalle durch einen realen Wert gedeckt gewesen. Dass sie es heute nicht mehr sind, ist das Ergebnis des Zerfalls des Bretton-Woods-Systems, das die USA 1971 zwang, den Dollar (und damit alle an ihn gebundenen Währungen) vom Gold zu lösen. Damit wurde eine Epoche eingeleitet, die zur Explosion des Finanzsektors und damit in das derzeitige globale Finanzcasino geführt hat.

Der durch nichts gedeckte Bitcoin ist somit die erste Währung, die von vornherein als Fiat-Währung zur Welt gekommen ist. Das allein zeigt: Kryptowährungen sind keine Herausforderung des bestehenden Geldsystems, sondern repräsentieren und symbolisieren ihrem Wesen nach die höchste Stufe seines Zerfalls und seiner Fäulnis.

Wie aber kann es sein, dass Krypto-Anhänger immer wieder darauf pochen, dass ihre vermeintlichen Währungen demokratisch seien und der Weltherrschaft der Banken ein Ende setzen würden? Auch das liegt in erster Linie daran, dass sie die Welt nicht in ihrer geschichtlichen Entwicklung betrachten und deshalb einem verhängnisvollen Irrglauben unterliegen: Sie meinen, dass die bestehenden Machtverhältnisse ohne politischen Kampf und nur mit Hilfe technischer Innovationen verändert werden könnten.

Das aber wird schon deshalb nicht möglich sein, weil sich die herrschende Finanzelite ihren wichtigsten Trumpf, nämlich das Monopol der Geldschöpfung, das zurzeit ausschließlich bei den Geschäftsbanken und den Zentralbanken liegt, niemals kampflos aus der Hand nehmen lassen wird.

Auch wenn die Blockchain-Technologie, die hinter den Kryptowährungen steht, revolutionär ist und mit Sicherheit eine Zukunft haben wird, muss man feststellen: Wem diese Technologie dient, wird nicht durch raffiniert erdachte Geldsysteme entschieden, sondern durch den Kampf um die politische Macht. Und diese liegt, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, derzeit fest in den Händen der Finanzelite, deren Vertreter momentan mit dem Bitcoin dasselbe tun wie mit allem, was sie in die Hände bekommen: Sie unterwerfen ihn ihren eigenen Interessen.

Quelle: antikrieg.com

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„DAVID ROSSI“ – „Der TOD eines BANKERs“ – „ARTE“ – Ausstrahlung : Dienstag, 12. Dezember um 21:50 /// Der FALL des „Mario Draghi“ /// ???“EU“ FINANZ-MINISTER“??? /// „Jean-Claude Junker“ und die STEUER-OASEN /// „BAR-GELD-AB-SCHAFFUNG“

.com/watch?v=rfaBRj6aju0

https://www.arte.tv/de/videos/070830-000-A/tod-eines-bankers/

siehe auch TRAILER
3 Min.
Verfügbar: vom 12. Dezember 2017 bis zum 12. März 2018
Nächste Ausstrahlung : Dienstag, 12. Dezember um 21:50
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Am 6. März 2013 stürzte David Rossi, der Pressechef der Banca Monte dei Paschi di Siena, aus dem Fenster seines Büros. Selbstmord oder Mord? In der Dokumentation werden der Fall Rossi und mögliche Verbindungen zu den dubiosen Geschäften der ältesten Bank der Welt untersucht. Das Geldinstitut sitzt inzwischen auf faulen Krediten in Milliardenhöhe.
David Rossi starb am 6. März 2013. Sein Körper schlug gegen acht Uhr abends auf dem Pflaster vor dem Sitz der ältesten Bank der Welt, der Banca Monte dei Paschi di Siena, auf. Eine Videokamera dokumentierte den tödlichen Sturz. Selbstmord oder Mord? Die Umstände seines Todes sind bis heute ebenso wenig geklärt wie die Frage, was Kommunikationschef David Rossi über die dubiosen Finanzaktivitäten des Geldhauses wusste. Fest steht, dass er nur zwei Tage vorher angekündigt hatte, mit der Staatsanwaltschaft über Interna sprechen zu wollen. Zu einem Zeitpunkt, als sich die Situation der Krisenbank nochmals dramatisch zugespitzt hatte. Das Geldhaus Monte dei Paschi ist seitdem Sinnbild einer vor sich hin schwelenden Bankenkrise, nicht nur in Italien. Allein die italienischen Geldhäuser sitzen – nach offizieller Lesart – auf einem Berg aus faulen Krediten im Wert von über 300 Milliarden Euro. Die Vereinbarungen zur Abwicklung maroder Banken in der Eurozone – seit 2016 eigentlich in Kraft – werden regelmäßig unterlaufen, nach Einschätzung von Experten ein erhebliches Risiko für das europäische Finanzsystem. Die Dokumentation untersucht im Stil eines Krimis die Ursachen für den Niedergang der Banca Monte dei Paschi di Siena. Sie thematisiert darüber hinaus mögliche gravierende Versäumnisse der italienischen Bankenaufsicht, für die auch Mario Draghi als einstiger Gouverneur der Banca d’Italia mitverantwortlich wäre. Die Spurensuche führt vom beschaulichen Siena bis ins Finanzzentrum London, wo kurz nach Rossis Tod ein weiterer Banker auf mysteriöse Weise ums Leben kam.

Besetzung und Stab

Regie : Ingolf Gritschneder

Autor : Enders, Moritz

Land : Deutschland

Jahr : 2016

Herkunft : ZDF

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watch?v=G3swTT_RwUg

https://www.arte.tv/de/videos/072486-000-A/bis-zum-letzten-tropfen/

Bis zum letzten Tropfen
Europas geheimer Wasserkrieg

59 Min.
Verfügbar: vom 12. Dezember 2017 bis zum 11. Januar 2018
Nächste Ausstrahlung : Freitag, 19. Januar um 10:50
Während der Trend weltweit zu einer Rekommunalisierung der Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung geht, stehen die öffentlichen Versorgungsunternehmen im krisengeschüttelten Europa unter zunehmendem Privatisierungsdruck. Die Dokumentation folgt der Spur des Geldes quer durch den europäischen Kontinent und enthüllt die Interessen der Unternehmen.
Städte, Regionen und Länder der ganzen Welt ziehen sich verstärkt aus der über Jahre praktizierten Wasserprivatisierung zurück und rekommunalisieren die Versorgungsunternehmen, um die Kontrolle über Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung zurückzugewinnen. Dieser Trend führt fast überall zu einer grundlegenden Umstrukturierung des Wassersektors.
Gleichzeitig übt Brüssel im krisengeschüttelten Europa zunehmend politischen und wirtschaftlichen Druck auf öffentliche Versorgungsunternehmen aus und fordert, die Wasserversorgung zu privatisieren. Dabei ist die Lage paradox: Länder wie Deutschland und Frankreich, die in der Vergangenheit mit der Wasserprivatisierung experimentiert haben, führten ihre Wasserversorgung zurück in die öffentliche Hand, drängen dabei aber südeuropäische Länder zur Privatisierung ihrer Versorgungssysteme.
Im Spannungsfeld zwischen Austeritätspolitik und EU-Lobbyismus fließt das Wasser in Europa scheinbar entlang der Kapitalströme. Die Bürger jedoch beschäftigt eine andere Frage, auf die die europäischen Institutionen durchaus nicht eindeutig antworten: Ist Wasser Handelsware oder Menschenrecht? Zwischen den Lippenbekenntnissen der Politiker und der alltäglichen Praxis klaffen auf jeden Fall große Lücken.
Auf der Grundlage ausführlicher Recherchen, die im Januar 2013 begannen, berichtet „Bis zum letzten Tropfen“ nicht nur über die Wasserversorgungssituation in Europa, sondern offenbart indirekt auch den Verfall der europäischen Wertegemeinschaft. Die Dokumentation spielt in sechs europäischen Ländern, folgt der Spur des Geldes quer durch den Kontinent, beleuchtet die Interessen der Unternehmen, die bis in die oberste Entscheidungsebenen der EU verhandelt werden, und offenbart den verborgenen Kampf um die überlebenswichtigste Ressource überhaupt.

Besetzung und Stab

Regie :Yorgos Avgeropoulos

Land :Griechenland,Frankreich

Jahr :2017

Herkunft : ARTE -ERT

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/07/euro-staaten-winken-ab-idee-eines-eu-finanzministers-vor-dem-aus/

Euro-Staaten winken ab: Idee eines EU-Finanzministers vor dem Aus

Die Euro-Gruppe will keinen EU-Finanzminister, womit eine der Reform-Ideen von EU-Präsident Juncker vor dem Aus steht……

 

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WIESO INTERESSIERT sich NIEMAND für die MISSETATEN des SAUBEREN HERRN „DRAGHI„“

SCHRITT FÜR SCHRITT wird die MACHT der NATIONALSTAATEN an eine LOBBYistische KRIMINELL agierende MON-SANTO-„EU“ abgegeben???!!!

WIESO einen EU-FINANZ-MINISTER???!!! – DAMIT demnächst die ABWICKLUNG von einer FINANZ-MAFIA betriebenen BANK (insolvent) z.B. „Banca Monte dei Paschi di Siena“ einfacher abgewickelt werden kann die SPARER und STEUER-ZAHLER sind schon so BLÖDE und ZAHLEN für die VERBRECHEN ANDERER

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http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/europaeische-union-finanzminister-reform-waehrungsunion-solidaritaet-eu

Europäische Union: Warum wir einen EU-Finanzminister brauchen

Hört beim Geld die Solidarität auf? Bitte nicht in der EU. Weshalb die Staatengemeinschaft unbedingt bald einen Finanzminister kriegen sollte.
Europäische Union : Gebündelt aber finanzpolitisch noch nicht genügend geordnet: der Euro
Gebündelt, aber finanzpolitisch noch nicht genügend geordnet: der Euro © onemorenametoremember/photocase.de

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs nun beim letzten EU-Gipfel des Jahres in Brüssel zusammensetzen, soll es auch ums Geld gehen. Sie wollen die nötigen Entscheidungen zur Vollendung der Währungsunion planen. Währungsunion? Alleine das Wort klingt so spannend wie Telefonzellenkabel oder Kühlschranktür. Dabei ist die Währungsunion für viele Bürger Europas weitaus bedeutender als die Vereinheitlichung der Kommunikationswege oder der Zugang zu ihren Kühlschränken…………

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aus dem TEXT:..Moritz Enders: Nein. Wir haben Herrn Draghi um eine Stellungnahme gebeten, sein Büro hat diese aber abgelehnt. Dafür hat mir der Anwalt Paolo Emilio Falaschi das Dokument gezeigt, das die Unterschrift von Draghi trägt und in dem er dem Erwerb der Antonveneta zustimmt. Nach Aussage von Prof. Markus Kerber, den wir für die Dokumentation ebenfalls interviewt haben, ist Draghi aufgrund dieses Umstandes als EZB-Präsident nicht mehr tragbar.

.Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Das heißt, im Hintergrund schwelt die Eurokrise weiter?

Moritz Enders: Die EU und die EZB haben uns in eine Sackgasse geführt. Die permanenten Euro-Rettungsmanöver haben bisher niemandem geholfen. Länder wie Griechenland und Italien stecken nach wie vor in der Krise…….

….. Die Politik der EZB mit ihren Niedrigzinsen und Anleihekäufen bewirkt zudem eine Umverteilung von Arm zu Reich, weil das ganze Geld in Asset-Blasen fließt – also etwa in Aktien und Immobilien – was nur den Vermögenden nutzt. Ich finde es bemerkenswert, dass angesichts der heraufziehenden Wohnungsnot in Deutschland in den meisten Medien ein Zusammenhang mit der Politik der EZB überhaupt nicht hergestellt wird. Diese permanenten offenen und verdeckten EuroRettungsaktionen zeigen doch, dass der Euro so wie er konstruiert ist nicht funktioniert……..

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/11/28/tod-eines-bankers-die-spur-fuehrt-ins-herz-der-weltfinanzsystems/

Tod eines Bankers: Die Spur führt ins Herz des Weltfinanzsystems

Bis heute ist der Tod des Kommunikationschefs der MPS nicht geklärt. Eine Dokumentation analysiert die Hintergründe der Situation innerhalb des Bankenhauses.

Ein Denkmal von Sallustio Bandini vor der Hauptniederlassung der Monte Paschi in Siena, dem Schauplatz der Doku Tod eines Bankers. (Foto: dpa)

Ein Denkmal von Sallustio Bandini vor der Hauptniederlassung der Monte Paschi in Siena. (Foto: dpa)

Mario Draghis Unterschrift unter der Genehmigung der Banca d'Italia für den Kuaf der Antonveneta durch die Monte Paschi. (Foto: DWN)

Mario Draghis Unterschrift unter der Genehmigung der Banca d’Italia für den Kuaf der Antonveneta durch die Monte Paschi. (Foto: DWN)

 

Am 6. März des Jahres 2013 fiel der Kommunikationschef der Bank Monte dei Paschi di Siena aus dem Fenster seines Büros und verstarb. Bis heute ist nicht geklärt, ob er Selbstmord begangen hat oder ermordet wurde. Als wahrscheinlich gilt, dass sein Tod in Zusammenhang mit der angespannten Situation innerhalb des Bankhauses gesehen werden muss.

Doch die Spuren führen über Italien hinaus. Zum dem Finanz-Krimi hat der deutsch-französische Sender ARTE eine TV-Dokumentation erstellt – was an sich schon bemerkenswert ist: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich in den vergangenen Jahren zu Themen, die auch Mario Draghi betreffen, eher zurückgehalten. Am Dienstag wurde die Doku auf einer Pressekonferenz im Hauptstadtstudio des ZDF vorgestellt. Am 12. Dezember ist sie dann auf ARTE zu sehen. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten sprachen mit dem Autor der Produktion, Moritz Enders. Enders ist ein renommierter Dokumentarfilmer und Wirtschaftsjournalist, dessen Beitrag über das Attentat auf Papst Johannes Paul II. vor einiger Zeit für Aufsehen sorgte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wann sind auf die Idee gekommen, über den Tod von David Rossi, dem Kommunikationschef der Bank Monte dei Paschi di Siena, eine Dokumentation zu machen?

Moritz Enders: Bei den Dreharbeiten für meine letzte Dokumentation „Schüsse auf dem Petersplatz“, die ich zusammen mit meinem Kollegen Werner Köhne gemacht habe und in der es um das Attentat auf Johannes Paul II. im Jahr 1981 geht. Ehemalige Polizisten stellten den Anschlag nach, indem sie auf eine Attrappe schossen. Anschließend sprach mich einer der Anwesenden an und erzählte mir von dem Tod von David Rossi. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie davon gehört. Aber die Geschichte klang spannend. Nach einem Krimi, über den man etwas über das Banken- und Finanzsystem erzählen kann.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie ging es weiter?

Moritz Enders: Mein Kontaktmann in Siena schickte mir Informationen – erst einmal solche, die allgemein zugänglich waren. Also Zeitungsartikel, Fernsehberichte und ähnliches. Ich schrieb ein Exposé und stieß damit auf Interesse bei André Schäfer, dem Produzenten der Dokumentation. Allerdings musste mein Stoff bei ARTE erst noch durch die Programmkonferenz – und das hat sich aus verschiedenen Gründen in die Länge gezogen. So lange wollte ich nicht warten und fuhr zunächst Ende Februar 2016 nach Siena und Rom. Dort traf ich einige Personen, die mir mein Kontaktmann empfohlen hatte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was haben ihre Recherchen vor Ort konkret ergeben?

Moritz Enders: Besonders eine der Personen, die ich traf – er hatte eine ganze Reihe von Mobilfunktelefonen, weil er aus Sicherheitsgründen bestimmte Personen nur mit bestimmten Telefonen anrief – erwies sich als wahre Goldgrube. Er gab mir einen Computerstick, auf dem Dokumente und die Aufnahmen einer Sicherheitskamera abgespeichert waren. Letztere haben sich für den Film als äußerst wertvoll erwiesen. Sie sind ein wichtiges filmisches Element und verleihen – so hoffe ich – dem Film Suspense. Dann traf ich weitere Personen, die sich mit der Geschichte und den Hintergründen der Monte dei Paschi gut auskennen, unter ihnen den ehemaligen Bürgermeister von Siena, Pierluigi Piccini, und den Vorsitzenden der Sparerschutzvereinigung ADUSBEF in Rom, den ehemaligen Senator Elio Lannutti, aber auch Familienangehörige des Opfers.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist der Vorfall ein italienisches Thema, oder geht das Ganze über Italien hinaus?

Moritz Enders: Im Sommer hat ein Mann bei mir gemeldet, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte: Val Broeksmit. Val ist der Sohn von William Broeksmit, der früher für Merrill Lynch hoch komplexe Finanzprodukte entwickelt hatte. Später wurde er dann „High Risk Assessment Manager“ bei der Deutschen Bank in London. Im Januar 2014 – er war zu diesem Zeitpunkt bereits pensioniert – fand man ihn tot in seiner Wohnung. Er hatte sich – so schien es – mit einer Hundeleine erhängt. Val aber wollte und will sich damit nicht abfinden. Er begann zu recherchieren und reiste quer durch Europa. Unter anderem fuhr er auch nach Siena. Das ist nachvollziehbar, denn die Monte die Paschi hatte einen Derivate-Deal (Code-Name „Santorini“) mit der Deutschen Bank abgeschlossen, für den sich auch die Staatsanwaltschaft in Mailand interessiert hatte. Sein Vater dürfte davon gewusst haben. In Siena riet man Val, sich bei mir zu melden, was er auch tat. Er kam dann nach Berlin und bezog eine Suite in einem Hotel, von dem man einen direkten Zugang zum Zoologischen Garten hat. Wir liefen also zwischen Nashörnern und Flamingos herum und er sagte mir, dass er eher an Marsmenschen glauben würde als dass sein Vater sich umgebracht hätte. Ein Kollege von Broeksmit soll sich dann ebenfalls für den Fall interessiert haben, Charlie Gambino. Er beging dann ebenfalls Selbstmord, ebenfalls, so hörte ich, mit einer Hundeleine.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was glauben Sie denn? Handelt es sich hier um Morde oder Selbstmorde?

Moritz Enders: Dazu kann ich nichts sagen. Allerdings erschien zu der Zeit in der „New York Post“ ein längerer Artikel mit dem Titel „Banker´s Suicides“. Der hat auch in Italien einige Wellen geschlagen. Ich hatte also das Gefühl, dass die Geschichte immer heißer wurde. Das war natürlich ein subjektiver Eindruck, denn die Welt draußen drehte sich ja um tausend andere Dinge. Jedenfalls gab die Produktionsfirma dann grünes Licht, dass ich Val Broeksmit interviewen konnte.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sie haben Val Broeksmit also in Berlin interviewt und nicht in London?

Moritz Enders: Inhaltlich gehört das Interview natürlich nach London, weil William Broeksmit dort ums Leben kam und auch Val seinerzeit dort gelebt hat. Aber die Gelegenheit hatte sich nun einmal in Berlin ergeben. Das Interview mit Val war das allererste, das wir gedreht haben. Allerdings spielt London in der Dokumentation dann noch eine wichtige Rollen, nicht zuletzt weil die City of London ja eine der Herzkammern des internationalen Finanzsystems ist.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Und dann hat sich ARTE entschlossen, die Dokumentation in Auftrag zu geben?

Moritz Enders: Das Projekt war ja schon bei ZDF / ARTE in Mainz angenommen worden, aber die französischen Kollegen in Straßburg mussten auch noch überzeugt werden. Das geschah dann im September 2016. Tatsächlich rief mich kurz vor der Programmkonferenz noch ein Redakteur aus Frankreich an. Die wollten keinen „Toskana-Krimi“, sondern einen Film, der uns etwas über die aktuelle Banken- und Finanzkrise erzählt. Das habe ich ihm zugesagt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Und dann konnte gedreht werden?

Moritz Enders: ARTE hatte inzwischen meinen Kollegen Ingolf Gritschneder an Bord geholt, einen sehr erfahrenen Filmemacher, mit dem ich den Film dann gemacht habe. Ich fuhr aber zunächst noch einmal allein nach Siena, um weitere Akteure zu treffen und Vorgespräche zu führen. Allerdings kam mir bei meinen Recherchen auch der Zufall zu Hilfe. So blätterte ich in der Buchhandlung „La Feltrinelli“ ein Buch von dem Journalisten Maurizio Belpietro durch: „I segreti di Renzi“. Dabei stieß ich auf eine Passage, in der von einer Fernsehshow der RAI die Rede ist, in der Renzi persönlich dem Publikum den Kauf von Titeln der Monte dei Paschi schmackhaft machte. Wenig später ist die Aktie dann abgestürzt. Wir haben die entsprechende Stelle der Sendung in dem Film verwendet und Elio Lannutti dazu interviewt. Lannutti, der die Sparerschutzorganisation ADUSBEF gegründet hat, ist wegen der Situation um die MPS sehr verärgert. Bei seinem Auftritt wirkt er dann auch sehr leidenschaftlich.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Worin wurzeln denn die Probleme der MPS?

Moritz Enders: Die Bank wurde in den 90ger Jahren privatisiert, aber im Grunde von der Politik nie von der Leine gelassen. Vor allem die italienische PD nutzte sie als ihren Bankautomaten. Zum Sündenfall kam es dann im Jahr 2009, als man die Banca Antonveneta zu einem aberwitzigen Preis übernahm. Denn hier waren nicht nur der Kaufpreis zu stemmen, sondern auch die Schulden des übernommenen Bankhauses. Die italienische Bankenaufsicht – angesiedelt bei der Banca d´Italia – hätte diesem Deal niemals zustimmen dürfen. Und deren Gouverneur war seinerzeit Mario Draghi.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Hat sich Mario Draghi dazu geäußert?

Moritz Enders: Nein. Wir haben Herrn Draghi um eine Stellungnahme gebeten, sein Büro hat diese aber abgelehnt. Dafür hat mir der Anwalt Paolo Emilio Falaschi dasDokument gezeigt, das die Unterschrift von Draghi trägt und in dem er dem Erwerb der Antonveneta zustimmt. Nach Aussage von Prof. Markus Kerber, den wir für die Dokumentation ebenfalls interviewt haben, ist Draghi aufgrund dieses Umstandes als EZB-Präsident nicht mehr tragbar.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Gibt es noch weitere Ursachen für die Krise der Monte Paschi?

Moritz Enders: Das Management hat dann mit anderen Banken Derivate-Deals abgeschlossen und die Derivate in ihren Bilanzen als Staatsanleihen verbucht. In diesem Zusammenhang ist möglicherweise auch eine Durchsuchung der Wohnung von David Rossi durch die italienische Finanzpolizei zu sehen, einige Tage vor seinem Tod. Ich denke nicht, dass Rossi persönlich etwas zu verbergen hatte, denn als Kommunikationschef war er für die Finanzgeschäfte ja nicht verantwortlich. Aber die Durchsuchung zeigt, wie sehr sich die Situation um die Monte dei Paschi im Februar 2013 zugespitzt hatte. Zwei Tage vor seinem Ende hatte Rossi dann angekündigt, mit der Staatsanwaltschaft reden zu wollen. Wir wissen nicht, was genau er ihr mitteilen wollte, aber dass er überhaupt aussagen wollte, spricht ja schon Bände. Und an der offiziellen Version seines anschließenden Selbstmordes hegen die Anwälte der Familie des Opfers starke Zweifel. Meiner Ansicht nach zurecht. Sie haben uns auf zahlreiche eklatante Widersprüche aufmerksam gemacht, von denen wir einige in dem Film ansprechen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist der Film also doch zu einem Toskana-Krimi geworden?

Moritz Enders: Nein. Der Mord oder Selbstmord bildet den Ausgangspunkt für eine Spurensuche, die uns am Ende bis nach London führt, einem Zentrum der Weltfinanz. Es geht um die Bankenkrise, von der wir am Beispiel der Monte dei Paschi erzählen. Die Monte dei Paschi ist ja nur das bekannteste Beispiel einer ganzen Reihe von Banken, die in Italien inzwischen in Schieflage geraten sind. Dabei waren die italienischen Banken, allen voran die MPS, noch vor fünfundzwanzig Jahren kerngesund. Doch die Privatisierungswelle im Banken- und Industriebereich, mit der Italien angeblich fit für den Euro gemacht werden sollte und bei der Spekulationen gegen die Lira eine ungute Rolle spielten, hat die Situation grundlegend geändert. Für eine Stadt wie Siena ist das besonders hart, denn sie hat von der Bank immer gut leben können, die bescherte Arbeitsplätze und kulturelle Aktivitäten. Das droht nun wegzufallen. Mauro Aurigi, einer unserer Interviewpartner, hat es wie folgt auf den Punkt gebracht: Bisher war Siena immer die südlichste Stadt des prosperierenden Norditalien. Jetzt drohe es, zur nördlichsten Stadt des Mezzogiorno zu werden.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist es denn denkbar, dass die MPS pleite geht?

Moritz Enders: Wenn wir ehrlich sind, ist die Monte Paschi schon lange pleite, aber die Politik wird das nicht zugeben und die EZB wird bei ihren Stresstests immer wieder beide Augen zudrücken. Es steht ja auch viel auf dem Spiel. Sollte die Bank tatsächlich insolvent gehen und es zu einem Bail-In kommen – den die EU-Regularien für einen solchen Fall ja vorsehen – wären die politischen Konsequenzen nicht absehbar. Vor allem deshalb, weil man vielen Kleinsparern in der Vergangenheit Anteilsscheine an der MPS verkauft hat. Und das hieße, dass die Einlagensicherung bei ihnen nicht greift und sie Federn lassen müssten. Schon im Herbst 2015 kam es in Italien ja zu Tumulten, als drei kleinere Banken über einen Bail-in abgewickelt wurden. Derartige Szenen nach einer Pleite der MPS wären Wind in den Segeln eurokritischer Parteien, die nach Umfragen schon jetzt in Führung liegen. Das heißt, der Euro könnte in Italienscheitern und die MPS oder eine andere Bank wären in dem Fall der erste Dominostein, der kippt.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Das heißt, im Hintergrund schwelt die Eurokrise weiter?

Moritz Enders: Die EU und die EZB haben uns in eine Sackgasse geführt. Die permanenten Euro-Rettungsmanöver haben bisher niemandem geholfen. Länder wie Griechenland und Italien stecken nach wie vor in der Krise. Die Targetsalden steigen derweil weiter an, werden aber nirgendwo verbucht. Unter den Ökonomen wird ja darüber gestritten, ob sie überhaupt verbucht werden müssen. Fakt ist aber, dass diese Forderungen nicht einbringlich sein werden, sollte der Euro auseinanderbrechen. Dann würde sich die viel gelobte deutsche Exportindustrie nicht so sehr als Exportindustrie als vielmehr als Verschenkungsindustrie entpuppen. Die Politik der EZB mit ihren Niedrigzinsen und Anleihekäufen bewirkt zudem eine Umverteilung von Arm zu Reich, weil das ganze Geld in Asset-Blasen fließt – also etwa in Aktien und Immobilien – was nur den Vermögenden nutzt. Ich finde es bemerkenswert, dass angesichts der heraufziehenden Wohnungsnot in Deutschland in den meisten Medien ein Zusammenhang mit der Politik der EZB überhaupt nichthergestellt wird. Diese permanenten offenen und verdecktenEuroRettungsaktionen zeigen doch, dass der Euro so wie er konstruiert ist nichtfunktioniert.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sie halten den Euro für gescheitert?

Moritz Enders: Um den Euro in seiner jetzigen Form zu behalten, bräuchte es Transferleistungen vom Norden in den Süden Europas, welche die Volkswirtschaften des Nordens auf Dauer gar nicht stemmen könnten – selbst dann nicht, wenn es hierfür einen breiten Konsens in der Bevölkerung geben sollte. Zu fragen wäre auch, ob sich durch solche Transfers in den südlichen Ländern nicht Wirtschaftsstrukturen verfestigten, die für die Volkswirtschaften dieser Länder von Nachteil wären. So sehr es zu begrüßen gewesen wäre, mit dem Euro eine Weltwährung zu etablieren, die dem Dollar hätte Konkurrenz machen können, so sehr muss man sagen, dass der Euro in seiner jetzigen Form einen Ballast darstellt. Das Gerüst der europäischen Einigung steht nun windschief in der Landschaft und kann beim nächsten Sturm in sich zusammenbrechen. Ich hoffe sehr, dass sie im Finanzministerium für die nächste Euro-Krise einen Plan B in der Schublade haben. Im Zweifel ist eine kontrollierte Sprengung besser als ein unkontrollierter Zusammenbruch, zu dem es etwa nach einem Euro-Austritt Italiens kommen könnte. Ich denke, dieses Thema ist von fundamentaler Wichtigkeit für die Zukunft der EU. Und ich hoffe, dass unser Film über die Monte dei Paschi di Siena ein kleines bisschen zu der notwendigen Debatte beitragen kann.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/05/ezb-stuetzt-frankreich-und-italien-anleihe-markt/

EZB stützt Frankreich und Italien am Anleihe-Markt

Die EZB kauft mehr Anleihen Italiens und Frankreichs am Markt, als diesen nach dem Kapitalschlüssel eigentlich zusteht.

Die Europäische Zentralbank kauft deutlich mehr italienische und französische Staatsanleihen am Markt auf, als nach ihrem Kapitalschlüssel eigentlich vorgesehen ist. Dieser bezeichnet den Anteil jeder nationalen Zentralbank an dem gezeichneten Gesamtkapital der EZB. Deutschland als bevölkerungsreichstes und wirtschaftsstärkstes Euro-Land kommt aktuell auf einen Schlüssel von 17,9973 Prozent. Dies bedeutet, dass etwa 18 Prozent aller von der EZB im Zuge ihres Anleihekaufprogramms am Markt erworbenen Anleihen deutsche Staatsanleihen sein müssten.

Wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet, kauft die EZB jedoch für etwa jeweils 1 Milliarden Euro mehr Staatsanleihen Frankreichs und Italiens, als es der Kapitalschlüssel suggerieren würde. Deutsche Staatsanleihen werden dagegen untergewichtet.

„Die EZB kaufte im November den achten Monat in Folge weniger deutsche Bonds, als sie eigentlich sollte und stattdessen erneut mehr französische und italienische Papiere, wie am Montag vorgestellte Daten der Zentralbank zeigen. Frankreich und Italien genossen Käufe in Höhe von 10,4 Milliarden Euro und 9 Milliarden Euro, die jeweils rund eine Milliarde Euro über ihrem Kapitalschlüssel lagen“, schreibt Reuters.

Als Folge der seit Monaten andauernden „Überziehung“ französischer und italienischer Anleihen im Kaufprogramm sind die Renditeunterschiede zu deutschen Bonds auf einen vergleichsweise geringen Umfang zusammengeschmolzen. Die Rendite-Lücke zwischen zehnjährigen deutschen und italienischen Papieren war am Dienstag mit etwa 137 Basispunkten (1,37 Prozent) beispielsweise so gering wie zuletzt im Oktober 2016.

Die dauerhafte Übervorteilung von Frankreich und Italien zeigt, dass die EZB Anleihen dieser Staaten offenbar ganz besonders am Kapitalmarkt vor steigenden Zinsen schützen muss. Insbesondere das wirtschaftlich und finanziell angeschlagene Italien könnte von der ab Januar 2018 geplante Halbierung des Kaufvolumens von monatlich 60 Milliarden Euro auf 30 Milliarden Euro negativ betroffen werden, weil der EZB nur noch halb so viel „Munition“ zur Verfügung steht, um die Renditen zu drücken.

Beobachter rechnen damit, dass mehrere Eurostaaten ohne die seit März 2015 andauernde Manipulation der Anleiherenditen und -kurse durch die EZB unter starken Druck geraten würden, weil die auf die Staatsschuld zu zahlenden Zinsen deutlich steigen würden. Denn indem die EZB als potentieller Helfer und Käufer der Schuldscheine mit praktisch unbegrenzter Liquidität in Erscheinung tritt, werden die Renditeforderungen der Geldgeber an den Anleihemärkten – die sich am Ausfallrisiko des Landes orientieren – gedrückt und die Regierungen der betroffenen Staaten können sich günstiger verschulden. Fällt diese Unterstützung durch die EZB weg, könnte der Ausbruch einer neuen Schuldenkrise in Europa das Ergebnis sein. Schon mehrfach hatten Spekulationen über das Ende des Programms in der jüngsten Vergangenheit zu Verwerfungen an den Anleihemärkten geführt.

Eine Grafik von Reuters zeigt, dass die Übervorteilung Frankreichs, Italiens und Spaniens beim Anleihekaufprogramm Anfang 2016 begann, während die Benachteiligung Deutschlands Anfang des laufenden Jahres einsetzte.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/07/ezb-spekuliert-mit-firmen-anleihen-und-verliert/

 

EZB spekuliert mit Unternehmens-Anleihen und verliert

Die EZB hat mit dem Kauf von Anleihen des Möbelherstellers Steinhoff hohe Kursverluste eingefahren.

Renovierungsarbeiten an der markanten Euro-Skulptur vor der ehemaligen Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Renovierungsarbeiten an der markanten Euro-Skulptur vor der ehemaligen Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Die Entwicklung des Kurses der Steinhoff-Anleihe. (Grafik: wolfstreet.com)

Die Entwicklung des Kurses der Steinhoff-Anleihe. (Grafik: wolfstreet.com)

Die Europäische Zentralbank hat mit dem Kauf von Anleihen des weltweit zweitgrößten Möbelkonzerns Steinhoff Kursverluste in unbekannter Höhe eingefahren. Das deutsch-südafrikanische Unternehmen muss sich dem Vorwurf der Bilanzfälschung stellen, der Aktienkurs war in den vergangenen Tagen massiv eingebrochen.

Wie der Finanzblog Wolfstreet berichtet, hatte die EZB zuvor Anleihen des Unternehmens in unbekannter Höhe gekauft. Dies geht aus offiziellen Dokumenten der Zentralbank hervor.

Steinhoff hatte im Juli des laufenden Jahres Anleihen im Gesamtwert von 800 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent verkauft, die im Januar 2025 fällig werden. Weil das Unternehmen zur damaligen Zeit solvent schien, erhielten die Papiere eine gute Bewertung und durften folglich von der EZB im Zuge ihres umstrittenen Anleihe-Kaufprogramms erworben werden, berichtet finanzmarktwelt.de.

Zum Zeitpunkt des Kaufes lag der Kurs der Papiere bei 100 Prozent für jeden Euro. Als die Spekulationen um mögliche Bilanzfälschungen auftauchten, sackte der Kurs ab. Am Mittwoch lag er bei nur noch 33 Prozent für den Euro. Dies bedeutet, dass die EZB derzeit Buchverluste im Umfang von etwa 70 Prozent auf ihre Steinhoff-Bonds verkraften muss. Diese können sich noch ausweiten. Weil die Zentralbank den Umfang der Käufe nicht veröffentlicht, ist nicht klar, wie hoch der Buchverlust derzeit ist.

Reuters berichtet, dass Steinhoff-Aktien am Mittwoch und Donnerstag zusammen mehr als 80 Prozent an Wert eingebüßt haben. Die von den Euro-Wächtern gehaltene Steinhoff-Anleihe reagierte ebenso heftig: Binnen weniger Tage stieg die Rendite auf fast zwölf Prozent.

Wolfstreet berichtet unter Berufung auf Daten von UBS und Bloomberg, dass die EZB derzeit 26 Anleihen mit Junk Bond-Status (Bonität von BB+ oder tiefer) sowie 233 Anleihen ohne Bonitätsprüfung hält.

Bei den Aktionären von Steinhoff liegen die Nerven inzwischen blank. Nach dem Kurssturz am Mittwoch von 63 Prozent brachen die Titel am Donnerstag um weitere 35 Prozent auf nur noch 72 Cent ein, berichtet Reuters. Der nach Ikea weltweit zweitgrößte Möbelhändler verlor seit Wochenbeginn mehr als elf Milliarden Euro an Börsenwert. Dies entspricht in etwa der gesamten Marktkapitalisierung des Dax-Wertes RWE.

„Die Aktie will aktuell keiner mehr haben, alle wollen raus“, sagte ein Händler. Um seinen Platz im Nebenwerteindex MDax müsste Steinhoff auf dem aktuellen Kursniveau zwar noch nicht bangen – noch so ein schwarzer Börsentag würde den einstigen Dax-Anwärter aber in die Bredouille bringen. „Noch reicht der Börsenwert aus, erst wenn die Aktie weiter an Wert verliert, wird es gefährlich“, sagte Index-Experte Tobias Adler von der Oddo Seydler Bank. Seinen Berechnungen zufolge wäre es bei einem Fall des Aktienkurses unter 50 Cent kritisch. „Dann könnte die Aktie beim nächsten Überprüfungstermin der Börse im März in den SDax absteigen.“

Für Steinhoff ist es so oder so ein Tiefpunkt in der Firmengeschichte. Im August 2016 hatten die Aktien bei 6,16 Euro ein Rekordhoch erreicht, galten einst als Anwärter auf einen Platz im Leitindex Dax. Gemessen an den alten Höchstständen haben Aktionäre einen Kursverlust von rund 90 Prozent in den Büchern stehen. Das ursprünglich aus Westerstede bei Bremen stammende Unternehmen ist auch an der südafrikanischen Börse gelistet. Am Donnerstag fielen sie an der Börse in Johannesburg um 30 Prozent.

Das Management des Konzerns werde zunehmend zur Belastung, sagte Fondsmanager Michael Treherne vom Vermögensverwalter Vestact. „Einer der Gründe in Steinhoff investiert zu sein, war bislang eigentlich, dass sie das Wertpotenzial gut ausschöpfen konnten.“

Seit Monaten stehen Manager des Betreibers der „Poco“-Möbelhäuser unter dem Verdacht der Bilanzfälschung. In dieser Woche erschütterte der Rücktritt des seit zwei Jahrzehnten amtierenden Konzernchefs Markus Jooste das ohnehin angeschlagene Vertrauen der Anleger. Zudem räumte der Aufsichtsrat ein, dass neue Informationen in Bezug auf Bilanzunregelmäßigkeiten weitere Nachforschungen erforderlich machten. Die Firma teilte zuletzt mit, ihre Liquidität mit Verkäufen verbessern zu wollen.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/05/eu-prangert-17-staaten-als-steuer-oasen/

EU: Luxemburg ist keine Steuer-Oase

Die EU prangert 17 Staaten auf einer Schwarzen Liste als Steueroasen an. Zahlreiche der wichtigsten Steuerparadiese fehlen darauf jedoch.

 

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker. (Foto: dpa)

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker. (Foto: dpa)

Die EU-Finanzminister haben eine „Schwarze Liste“ beschlossen, auf der 17 Staaten und Gebiete als Steueroasen angeprangert werden. Diese täten aus Sicht der EU nicht genug, „um Steuerflucht zu bekämpfen“, sagte der französische Minister Bruno Le Maire am Dienstag vor Journalisten in Brüssel, wie AFP berichtet. Die EU arbeitet schon seit April 2016 an der Liste.

Auf der Liste stehen nach Angaben aus EU-Kreisen folgende 17 Länder und Gebiete: Bahrain, Barbados, Grenada, Guam, Macau, die Marschall-Inseln, die Mongolei, Namibia, Palau, Panama, Samoa, Amerikanisch-Samoa, St. Lucia, Südkorea, Trinidad und Tobago, Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Interessant ist, dass zahlreiche bekannte und bedeutende Steueroasen nicht auf der Liste erscheinen. Dazu gehören beispielsweise Luxemburg, die britischen Kanalinseln, zahlreiche britische Überseegebiete, die Niederlande sowie zahlreiche US-Bundesstaaten.

Sanktionen sind vorerst nicht vorgesehen – die EU setzt auf eine „Prangerwirkung“ durch die Aufnahme in die Liste. Forderungen, auch EU-Länder in die Liste aufzunehmen, weist die EU mit Verweis auf gemeinsame Regeln bei Steuerstandards zurück.

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siehe auch BAR-GELD-ABSCHAFFUNG – „MARIO DRAGHI“ – ?“SMART und DIGITAL“?

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/11/eu-will-vorschriften-fuer-reisen-mit-bargeld-drastisch-verschaerfen/

EU will Vorschriften für Reisen mit Bargeld drastisch verschärfen

Die EU arbeitet an verschärften Vorschriften für das Mitführen von Bargeld bei Reisen.

Euro-Scheine. (Foto: dpa)

Euro-Scheine. (Foto: dpa)

Die EU arbeitet an verschärften Bestimmungen für das Mitführen von Bargeld bei Reisen ins außereuropäische Ausland und bei der Rückkehr nach Europa. Das Komitee für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres plant demnach eine Revision der First Cash Control Regulation aus dem Jahr 2005. Diese sah noch vor, dass EU-Bürger Bargeld im Umfang ab 10.000 Euro beim Verlassen der EU oder bei der Rückkehr bei den Zollbehörden anmelden müssen.

Die geplanten neuen Regeln sehen eine deutliche Verschärfung vor. Wie aus einer Veröffentlichung auf der Homepage des Europäischen Parlamentes hervorgeht, soll nicht  nur die Schwelle von 10.000 Euro herabgesetzt werden, sondern auch die Definition von Bargeld erweitert werden.

So haben sich die Abgeordneten des Ausschusses dazu entschlossen, dass fortan auch Gold, Edelsteine und mit Guthaben aufgeladene Cash-Karten fortan als Bargeld anzusehen sind.

Kryptowährungen wie Bitcoin sollen hingegen nicht zum Bargeld gerechnet werden sollen. Die Erklärung dafür ist bemerkenswert: „Trotz des hohen Risikos, das von Kryptowährungen wie Bitcoin ausgeht, werden diese nicht dem Bargeld zugerechnet. Der Grund dafür ist, dass den Zollbehörden die technischen Mittel fehlen, Kryptowährungen zu entdecken.“

Zudem sollen die Zollbehörden dazu ermächtigt werden, auch Bargeldsummen von weniger als 10.000 Euro zeitlich befristet zu beschlagnahmen, wenn der Verdacht krimineller Aktivitäten besteht. Was die Mitglieder des Ausschusses genau unter krimineller Aktivität verstehen, wird nicht genau festgelegt.

Zudem sollen die EU-Bürger künftig auch Bargeld angeben, dass per Frachtsendung verschickt wird. Die Abgeordneten forderten die EU-Kommission zudem auf, ein Gesetz vorzubereiten, welches die verschiedenen in den Mitgliedsstaaten geltenden Regeln für „Bargeld-Kontrollen“ vereinheitlicht und einer bis zum Jahr 2019 zu gründenden „Union Financial Intelligence Unit“ – also einem Art Finanz-Geheimdienst – unterstellt.

Begründet wir der Versuch einer Verschärfung der Regeln mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und Terror-Finanzierung. Diese Punkte sind durchaus plausibel. Der Trend zur Einschränkung des Bargeldgebrauchs in der EU hat jedoch noch andere Vorteile: In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass Bargeld die einzige Möglichkeit der Bürger darstellt, ihre Ersparnisse vor dem Zugriff der Staaten und Banken und etwaiger Sonderabgaben oder Vermögenssteuern zu schützen. Zudem erlaubt es Bargeld, anonym zu bezahlen.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/12/06/deutsche-bank-wir-erleben-die-groesste-anleihen-blase-der-geschichte/

Deutsche Bank: Wir erleben die größte Anleihen-Blase der Geschichte

Zahlreiche Euro-Geldmünzen fallen als Geldregen auf den Boden. Doch die Warnung vor der größten Anleihen-Blase der Geschichte bleibt bestehen. (Foto: dpa)

Zahlreiche Euro-Geldmünzen fallen als Geldregen auf den Boden. (Foto: dpa)

Die Deutsche Bank warnt mit Blick auf den Anleihemarkt vor der größten Blase der Geschichte.

Die Deutsche Bank sorgt sich wegen der extrem tiefen Zinsen an den Anleihemärkten. Die Entwicklung der Kapitalmarktrenditen sei aus dem Ruder gelaufen, sagte der Chefvolkswirt des größten deutschen Geldhauses, David Folkerts-Landau, am Dienstagabend zu Journalisten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Ökonom bezeichnete die Situation als „die größte Anleihen-Blase in der Geschichte der Menschheit“. Es gebe keine historischen Vorläufer.

Sollten die Minizinsen bei Anleihen in Europa etwa auf die massiven Anleihekäufe der EZB zurückzuführen sein, bestünde die Gefahr, dass dies bei raschen Änderungen der Geldpolitik zu krisenhaften Entwicklungen führen könnte, weil rasch steigende Renditen und die parallel dazu sinkenden Kurse der Papiere zu Abschreibungsverlusten in den Bilanzen von Banken, Hedgefonds und auf dem Derivatemarkt führen würden und das global vernetzte Finanzsystem erschüttern können.

Aktuell liegt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bei 0,31 Prozent. Folkerts-Landau zufolge sollte sie aber eigentlich deutlich höher liegen. Auch in den USA lägen die Renditen sehr niedrig. Das gleiche lässt sich aus Sicht des Volkswirts aber nicht von den Bewertungen an den Aktienbörsen sagen. „Es ist schwer, dafür Argumente zu liefern, dass diese vollkommen aus dem Rahmen fallen“, sagte Folkerts-Landau.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – die Zentralbank der Notenbanken – hatte vor wenigen Tagen gewarnt, die Schwachstellen im Finanzsystem, die sich im Zuge der langen weltweiten Mini-Zinsphase aufgebaut hätten, seien nicht beseitigt. Dabei wiesen die BIZ-Experten auch auf die niedrigen Staatsanleihe-Renditen hin und warnten vor einem zunehmenden Aufbau von Risikopositionen. Auf lange Sicht könnten Turbulenzen an den Finanzmärkten die Folge sein.

Weltweit hatten Notenbanken rund um den Globus in Reaktion auf die Finanzkrise ihre Leitzinsen auf rekordtiefe Niveaus gesenkt, um für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen. Zudem legten sie billionenschwere Anleihekaufprogramme auf. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit ihrem inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegten Kaufprogramm zum größten Akteur auf den europäischen Anleihemärkten aufgestiegen.

Der Hauptgrund des Programms besteht darin, die Finanzierungszinsen der überschuldeten Eurostaaten an den globalen Kapitalmärkten zu senken. Indem die EZB als potentieller Helfer und Käufer der Schuldscheine mit praktisch unbegrenzter Liquidität in Erscheinung tritt, werden die Renditeforderungen der Geldgeber an den Anleihemärkten – die sich am Ausfallrisiko des Landes orientieren – gedrückt und die Regierungen der betroffenen Staaten können sich günstiger verschulden. Fällt diese Unterstützung durch die EZB weg, könnte der Ausbruch einer neuen Schuldenkrise in Europa das Ergebnis sein. Bereits mehrfach hatten Spekulationen über das Ende des Programms in der jüngsten Vergangenheit zu Verwerfungen an den Anleihemärkten geführt.

Die EZB ist aus diesem Grund gezwungen, das Programm entweder fortzuführen oder andere Mittel der Manipulation des Marktes anzuwenden. In welcher Zwickmühle sich die Zentralbank befindet, wurde vor wenigen Wochen offenbar, als Präsident Mario Draghi eine Verlängerung des Programms bis Ende 2018 bekanntgab. Um Kritiker wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zu besänftigen, wurde das monatliche Kaufvolumen um die Hälfte von 60 Milliarden Euro auf 30 Milliarden Euro gesenkt. Die EZB hält sich aber nach wie vor jede Option – auch ein Wiederherauffahren des Programms – offen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass das Programm der Drückung der Renditen auf den Anleihemärkten dienen soll, ist die Tatsache, dass mehr Anleihen von finanziell angeschlagenen Staaten wie Frankreich und Italien gekauft werden, als nach dem sogenannten Kapitalschlüssel eigentlich vorgesehen ist.