Am FREITAG den „4 MAI“ beginnt die „GIFT-ATTACKE“ in BAYERN – – – „Bad Windsheim“ verweigert „Gift-Einsatz“ im eigenen Forst – – – ANSTATT ALTERNATIVEN zur „GIFT-SPRÜHEREI“ zu „ER-FORSCHEN“ – GIFT SCHADET dem GESAMTEN „ÖKO-SYSTEM“ INKLUSIVE den EICHEN – – – „Stopp dem Schmetterling-Sterben im Wald“ — DER „GIFT-ANGRIFF“ wird von „STEUER-GELDERN“ BE-ZAHLT???!!! ///// „MERKEL/KLÖCKNER“ CDU/CSU – „TATEN STATT WARTEN“ – – – WANN ist der TERMIN???!!!

DIE „FRATZE“ der „SCHEIN-HEILIGEN“ „CDU/CSU“ – – – GEGEN das ÖKO-SYSTEM  für die ZERSTÖRUNG der NATUR

http://www.nordbayern.de/region/bad-windsheim/bad-windsheim-verweigert-gifteinsatz-im-eigenen-forst-1.7526524

Bad Windsheim verweigert Gifteinsatz im eigenen Forst

Waldbesitzer können noch bis Montag Veto gegen Schwammspinnerbekämpfung einlegen – 28.04.2018 17:31 Uhr

Stiller Protest unter Eichen (von links): Karin Eigenthaler und Dr. Ralf Straußberger mit Waldbesitzer Alexander Seitz.

Stiller Protest unter Eichen (von links): Karin Eigenthaler und Dr. Ralf Straußberger mit Waldbesitzer Alexander Seitz. © Foto: Günter Blank

Damit soll der Kahlfraß von Eichen mit möglichen weitreichenderen Folgen verhindert werden. Während am Donnerstag das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Sugenheim über Beweggründe und Ausführung der Spritzaktion informierte, forderte der Bund Naturschutz (BN)  den „Stopp des Schmetterlingssterbens im Wald“.

AELF-Leiter Dr. Ludwig Albrecht und die Biologin Dr. Gabriela Lobinger von der Abteilung Waldschutz der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) erläuterten den rund 15 erschienenen Waldbesitzern sowie Vertretern aus Behörden und der Politik das Vorhaben. Demnach soll im Landkreis in den Gemeindegebieten Dietersheim, Ipsheim, Sugenheim und Bad Windsheim das Insektizid Mimic die Population der Schwammspinnerraupen dezimieren. Summierte sich die im Kreis angedachte Bekämpfungsfläche zunächst auf 400 Hektar, so sind es – Stand Donnerstag – nur noch 300 Hektar. Gründe für die Reduzierung sind Auflagen beim hierzulande kaum bis gar nicht erprobten Einsatz von Mimic aus der Luft, naturschutzrechtliche Belange oder eben die Weigerung der Waldbesitzer. Die haben dieses Mal nämlich ein explizites Vetorecht: Bis zum 30. April können sie beantragen, ihren Wald von der Bekämpfung auszusparen. Bereits getan haben dies die Stadt Bad Windsheim und ein privater Eigentümer.

Dass allen Waldbesitzern das Recht eingeräumt wird, Nein zu sagen zum Gifteinsatz, resultiert laut Albrecht auch daraus, dass – im Gegensatz etwa zur großen Schwammspinnerplage 1993/94 – nicht mit der ganz großen Katastrophe zu rechnen sei, weil die Eichen aktuell von keinem weiteren Schädling massiv bedroht seien – etwa vom Eichenprozessionsspinner. Weil die Schwammspinner-Weibchen im ersten Jahr nach der Massenvermehrung kaum flugfähig seien, müsse kein Waldbesitzer befürchten, dass diese in großer Zahl aus einem unbegifteten Nachbarwald in sein Gebiet einfallen, zerstreute Ludwig Albrecht derarige Bedenken.

Schon von Amts wegen von der Bekämpfung ausgenommen sind beispielsweise Naturschutzgebiete und Naturwaldreservate ebenso wie Vorkommen beziehungsweise Lebensstätten stark gefährdeter, streng geschützter Arten. Gräfholz und Dachsberge oder das Kehrenberggebiet bei Bad Windsheim zum Beispiel sind damit ohnehin außen vor, wie Albrecht betont. „Wir wollen ja nicht das Kind mit dem Bade ausschütten“, deshalb würden die Naturschutzbelange berücksichtigt.

Neun der 30 betroffenen Waldbesitzer haben ihre Beteiligung an der Maßnahme zugesagt. Wer sich nicht äußert, über dessen Wald wird der Helikopter seine Giftfracht ablassen.

Vom Himmel regnen wird es dieses Mal eine Mimic-Lösung. Dr. Gabriela Lobinger stellte das selektiv gegen Schmetterlingsraupen als Fraßgift wirkende Präparat mit dem Wirkstoff Tebufenozid vor. Vereinfacht gesagt, gaukelt es den Raupen vor, größer zu sein, als sie es sind, mit dem Ergebnis, dass sie das Fressen einstellen und sich häuten. Im Ergebnis sind sie binnen weniger Tage tot. Bislang nur im Wein- und Obstbau per Bodengerät ausgebracht, soll Mimic nun erstmals aus der Luft versprüht werden.

Mimic ist laut Lobinger weder krebserregend, noch mutagen und für Bienen nicht gefährlich. Es schone andere Insekten und sei nicht schädlich für Säugetiere, Vögel, Fische und Algen. Leicht giftig sei es für Fisch-Nährtiere, weshalb ein Mindestabstand zu Oberflächengewässern eingehalten werden müsse.

Zum Abbau des Giftes nannte Gabriela Lobinger auf der Blattmasse eine durchschnittliche Halbwertszeit (HWZ) von 13 Tagen. Das heißt: Nach 13 Tagen ist die Hälfte des Giftes abgebaut, nach weiteren 13 Tagen die Hälfte des Verbliebenen und so weiter. Im Boden beträgt die HWZ sieben bis 66 Tage, im Wasser „unter 100 Tage“. Mimic reichere sich an organische Partikel an, habe aber keinen Einfluss auf Bodenmikroorganismen.

Verhaltensmaßregeln zur „Risikominimierung“ gibt es gleichwohl auch für die Menschen. „Die Behandlungsfläche darf bei der Maßnahme und bis zum Abtrocknen des Spritzbelages nicht betreten werden“, lautet die eine, „Kein Verzehr von Waldpilzen, Früchten und Waldkräutern für einen Zeitraum von drei Wochen“ die andere. Entsprechend werden die Einsatzgebiete beschildert und gesperrt.

Für den Diplom-Forstwirt Dr. Ralf Straußberger, Waldreferent beim Bund Naturschutz in Bayern, ist die Bekämpfungsaktion „vom Verfahren her absolut fragwürdig“ und „nicht seriös“, da Naturschutzbelange nicht beachtet würden – auch wenn er durchaus Verbesserungen im Vergleich zu früheren Gifteinsätzen sieht. Was in seinen Augen zum Beispiel komplett fehlt, ist eine „Fauna-Flora-Habitat-Verträglichkeitsprüfung“. Bei einem Pressetermin im Wald von Alexander Seitz bei Rüdisbronn wandten sich Straußberger und BN-Kreisvorsitzende Karin Eigenthaler gegen den ihrer Ansicht nach leichtfertigen Gifteinsatz in Unter- und Mittelfranken auf insgesamt rund 1400 Hektar Waldfläche. „Wir kritisieren, dass die Forstverwaltung das Insektensterben im Wald forciert, ohne dass sie bisher belegt hat, dass die flächigen Gifteinsätze überhaupt notwendig sind, um die Eichenwälder in ihrer Substanz zu erhalten“, sagte Straußberger. Dabei gelten die Eichenwälder als „die artenreichsten Waldgesellschaften, gerade bei Schmetterlingen und Insekten“. Der BN lobt zwar die Herausnahme zumindest der Naturschutz- und weiterer Gebiete aus der Bekämpfungskulisse, doch seien auch andere Eichenwälder Lebensraum von allein 400 Schmetterlingsarten. In vielen Waldgebieten aber sei das Vorkommen schlichtweg nicht bekannt, weil das Forstministerium diese nicht systematisch erfassen lasse. Schweinfurts BN-Vorsitzender Edo Günther sagt: „Wir halten es für unverantwortlich, wenn der Forst in derartig artenreichen Waldökosystemen einfach wegschaut, um dann zu behaupten, eine Begiftung sei möglich, weil kein Vorkommen schützenswerter oder seltener Arten bekannt ist.“

Bezüglich der aktuellen BekämpfungsKampagne bleibt den Naturschützern indes wohl nur die Hoffnung, der eine oder andere Betroffene möge noch sein Veto einlegen. Gelegenheit dazu besteht zumindest für die Waldbesitzer im hiesigen Landkreis noch bis zum kommenden Montag beim AELF in Uffenheim.

Günter Blank

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http://www.spiegel.de/fotostrecke/cartoon-des-tages-fotostrecke-142907-3.html

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siehe auch „INSEKTEN-STERBEN“ – „DIE WILD-BIENE“ – – „GIFT-ATTACKE“ im „EICHEN-WALD“

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„URSACHEN-FINDUNG“ STATT „SYMPTOM-HERUM-DOKTOREI“ – – – URSACHEN sind z.B. MONSANTO – BAYER und CO

WER PROFITIERTGIFT?!

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aus dem TEXT:……Waldbesitzer und Forstbehörden befürchten dennoch hohe Verluste. Naturschützer dagegen verurteilen den chemischen Präventivschlag als Überreaktion; sie empfehlen Gelassenheit. ……<<<(WENN sich GIER und PROFIT gegen ein „ökologisches BEWUßtSEINvorrangig entgegenstellen)>>>> …

…..Eichenwald in Bayern: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben„….

….Und eben Mimic. Dieses Mittel kommt aus dem Obst- und Weinbau, es soll nun gegen den Schwammspinner eingesetzt werden. Was es im Wald auf großer Fläche anrichtet, ist noch gar nicht untersucht worden……..

……Das Gift wirkt gegen sämtliche SchmetterlingsraupenKEINE gute Nachricht für die seltenen Arten, die sich den Lebensraum mit dem Schwammspinner teilen: den Eschenscheckenfalter, den Heckenwollafter, das WaldWiesenvögelchen, die Spanische Flagge.

All diese Raritäten sind heimisch in den lichten Eichenmischwäldern Frankens. Dieses Biotop ist ein artenreiches Schmetterlingsparadies. „Um die 400 Nachtfalter sind hier schon beobachtet worden“, sagt der Insektenkundler Matthias Dolek. „Und von den Tagfaltern stehen an die 40 Arten auf der Roten Liste.“……..

..Auch Wolfgang Weisser, Ökologe an der TU München, sieht das Risiko. Er findet aber, dass die Naturschützer es sich zu einfach machen. Auch wer einen Wald bewirtschafte, müsse das Recht haben, seinen Bestand zu schützen. „Oder man entschädigt ihn“, sagt Weisser, „falls er zugunsten der „Arten-VIELFALT“ auf Spritzmittel verzichtet.“…..<<<<(WIESO keineENTSCHÄDIGUNG“ – – – z.B.  das GELD für den „SPRÜHEINSATZ“ das  von „STEUERGELDERN“ kommmt???!!!)>>>>

……..Die Landwirtschaft, fürchtet Weisser, habe man als Naturraum wohl schon aufgegeben?!…..

…….„Das ist völlig abwegig“, widerspricht der Forstökologe Jörg Müller von der Universität Würzburg. Es gebe KEINERLEI Hinweise auf EXISTENZIELLE Gefahren durch Raupenfraß. „Hier geht es REIN um „WIRTSCHAFTLICHE“ Interessen. Um die Zukunft unserer Eichenmischwälder mache ich mir überhaupt keine Sorgen.“…..

…….Der Hubschraubereinsatz im Mai wird wiederSTEUER-GELDER“ kosten; hinzu kommt der Aufwand der laufenden Kontrollen: Förster suchen mühsam ihre Eichen ab, Stamm für Stamm, und zählen die Gelege des Schwammspinners.

Der Forstökologe Müller hätte eine bessere Verwendung für das viele Geld, das der Abwehrkampf verschlingt: „Man könnte damit die Waldbesitzer entschädigen“, sagt er, „falls ihnen doch mal ein paar Eichen eingehen.“………

http://www.spiegel.de/spiegel/sollen-insektizide-gegen-schwammspinner-raupen-eingesetzt-werden-a-1204330.html

Schwammspinner-Raupen

Großangriff auf die deutsche Eiche

Millionen Schwammspinner-Raupen rüsten sich in diesem Frühjahr zum Kahlfraß. Forstbehörden wollen vorsorglich Insektizide verspritzen – Naturschützer warnen vor dem Gifteinsatz. Wer hat recht?

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

imago

Raupe des Schwammspinners: Bei kräftigem Wind lassen sie sich davonwehen wie Pusteblumen

Bald sollen Hubschrauber aufsteigen über den Wäldern der Fränkischen Platte. An Bord haben sie Tanks, gefüllt mit Insektengift. Auf den Flugkarten der Piloten sind gut 60 Zielgebiete eingetragen.

Die Gegner haben sich konzentriert in der Gegend um Schweinfurt, Kitzingen, Uffenheim. Dort sitzen sie in den Bäumen, kaum zentimetergroß und bewaffnet nur mit Kauwerkzeugen: die haarigen Raupen des Schwammspinners, eines unscheinbaren Schmetterlings.

Es sind hübsche Krabbler, in den kommenden Wochen werden sie sich mit blauen und roten Wärzchen schmücken. Wenn sie Schrecken verbreiten, dann durch ihre Zahl. Zu Abermillionen treten die Raupen mitunter auf den Plan – und sie lieben Eichen. Gefräßig wie der Schwammspinner ist, kann er ganze Wälder entlauben.

Die Bayerische Forstverwaltung will das unbedingt verhindern. Deshalb ist für Mai in Franken ein großer Helikoptereinsatz geplant. Insgesamt rund 1300 Hektar sollen aus der Luft besprüht werden. Auf diesen Flächen, heißt es, seien die Eichen in höchster Gefahr.

Der Schmetterling lebt über Jahr und Tag weitgehend unauffällig. Er mag es warm und trocken, die lichten Eichenmischwälder Frankens sagen ihm von jeher zu. Aber wenn die Lage besonders günstig ist, kann die Population binnen drei, vier Jahren stetig zunehmen – bis sie am Ende schier explodiert. Dann wimmelt es im Wald von hungrigen Raupen. Eine jede von ihnen vertilgt einen Quadratmeter Eichenlaub.

Zu Fuß kommen die Krabbler nicht weit, aber bei kräftigem Wind lassen sie sich einfach davonwehen wie Pusteblumen. Dank ihrer langen, feinen Haare schweben sie oft über Hunderte Meter. Zudem können sie Fäden als Hilfssegel spinnen.

So manches haarige Flugobjekt erreicht, mit Glück, eine noch unberührte Eiche. Auf diese Weise kann der Schwammspinner beträchtliche Areale abweiden.

Vor allem in Süddeutschland kommt es gelegentlich zu einer Massenvermehrung. In Bayern steht das Spektakel offenbar kurz bevor. Aber im Zuge des Klimawandels dürfte der Laubfresser weiter nach Norden vordringen.

Früher oder später stellt sich dann überall, wo es Eichen gibt, eine Grundsatzfrage: Darf der Wald mit Insektiziden eingenebelt werden wie ein Maisfeld? Und zwar einfach so, nur zur Sicherheit?

Denn nach jeder Massenvermehrung bricht die Population von selbst wieder zusammen. Gesunde Eichen überleben den Kahlfraß in der Regel, sie treiben wenig später neu aus. Sofern es zu Schäden kommt, sind diese schwer zu beziffern.

Waldbesitzer und Forstbehörden befürchten dennoch hohe Verluste. Naturschützer dagegen verurteilen den chemischen Präventivschlag als Überreaktion; sie empfehlen Gelassenheit.

Nicht immer ist das einfach. Die erste Großattacke des Schwammspinners ereignete sich 1993, nach vier warmen Frühsommern in Folge. Millionen Raupen überfielen die Wälder in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg, sie fraßen großflächig die Eichen kahl. Von „Horrorraupen“ orgelte damals die „Bild„-Zeitung: „Schwammspinner rotten die deutsche Eiche aus.“

Als die Bestände geplündert waren, marschierten hungrige Raupen in benachbarte Weinberge ein. Nahe Ebelsbach im Maintal lag ein Zentrum der Massenvermehrung; die Feuerwehr hob dort Abwehrgräben gegen die Invasoren aus. Die Raupen machten sich über Gärten her, krochen an Fassaden empor, vereinzelt drangen sie sogar in Häuser ein: „Jetzt greifen sie auch Menschen an. Sie kriechen dir in die Hosen, du hast sie in den Haaren“ („Bild„).

Eichenwald in Bayern: "Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben"

Johannes Voith / Bayerisches Landesamt für Umwelt

Eichenwald in Bayern: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben

Auch der Frankfurter Stadtwald fiel damals an die haarigen Heerscharen. Auf Spaziergänger rieselten Kotkügelchen herab, groß wie Pfefferkörner. Die Medien sprachen von einer biblischen Plage.

Im Zuge dieses Naturschauspiels ließen die Förster allein in Bayern auf rund 23.000 Hektar Gift spritzen, das sind 230 Quadratkilometer. Angeblich ging es um die „Rettung der Bestände“. Umweltschützer waren empört, Insektenforscher organisierten eine Unterschriftenaktion.

Seit damals kokelt der Konflikt um den Schwammspinner. Für die Bayerische Forstverwaltung steht auch heute noch außer Frage, dass gespritzt werden muss. In diesem Jahr kommt das Fraßgift Mimic zum Einsatz. Nimmt die Raupe es auf, wird sie quasi chemisch umprogrammiert. Sie hört auf zu fressen, beginnt sich vorzeitig zu häuten und geht daran zugrunde.

Das Mittel der Wahl hieß bisher Dimilin, es bewirkte, dass die Raupen aufplatzten. Aber die Zulassung des Dimilin lief 2014 aus, an einer Verlängerung ist der Hersteller nicht interessiert. Nun bleibt den Forstleuten nicht mehr viel – außer dem berüchtigten Karate Forst, das aber wohl niemand ernsthaft erwägt, weil es praktisch alle Insekten vernichtet.

Und eben Mimic. Dieses Mittel kommt aus dem Obst- und Weinbau, es soll nun gegen den Schwammspinner eingesetzt werden. Was es im Wald auf großer Fläche anrichtet, ist noch gar nicht untersucht worden.

Sicher ist nur: Das Gift wirkt gegen sämtliche Schmetterlingsraupen – keine gute Nachricht für die seltenen Arten, die sich den Lebensraum mit dem Schwammspinner teilen: den Eschenscheckenfalter, den Heckenwollafter, das WaldWiesenvögelchen, die Spanische Flagge.

All diese Raritäten sind heimisch in den lichten Eichenmischwäldern Frankens. Dieses Biotop ist ein artenreiches Schmetterlingsparadies. „Um die 400 Nachtfalter sind hier schon beobachtet worden“, sagt der Insektenkundler Matthias Dolek. „Und von den Tagfaltern stehen an die 40 Arten auf der Roten Liste.“

Wenn deren Raupen gerade in der besprühten Zone fressen, haben sie Pech gehabt. Zudem soll auch in ausgewiesenen FaunaFloraHabitaten gespritzt werden, die nach EU-Recht geschützt sind. Die Forstleute versichern aber, das Gift sei so gering dosiert, da würden schon genügend Exemplare überleben. Das ist ein Spiel mit dem Feuer“, widerspricht Dolek. Er befürchtet, dass „mit jedem Spritzen einzelne Arten verloren gehen“.

Auch Wolfgang Weisser, Ökologe an der TU München, sieht das Risiko. Er findet aber, dass die Naturschützer es sich zu einfach machen. Auch wer einen Wald bewirtschafte, müsse das Recht haben, seinen Bestand zu schützen. Oder man entschädigt ihn“, sagt Weisser, falls er zugunsten der Artenvielfalt auf Spritzmittel verzichtet.“

Den Forscher wundert, wie unterschiedlich Wald- und Landwirtschaft behandelt werden. „Ein Bauer kann zwischen rund 300 erlaubten Pflanzenschutzmitteln wählen“, sagt er. „Dem Förster bleiben gerade mal zwei oder drei. Und deren Anwendung ist genau reguliert.“

Die Landwirtschaft, fürchtet Weisser, habe man als Naturraum wohl schon aufgegeben. Umso dringender nun das Bedürfnis, den Wald als reines Refugium zu verklären. So komme es, dass Naturschützer kategorisch jedes Insektizid im Wald ablehnen. „Die Forstwirtschaft wiederum kämpft um das Recht zu spritzen an sich“, sagt Weisser. Es gehe also, typisch für den Wald, wieder mal ums Prinzip. Viel Interesse an Details und Fakten sei da nicht zu erwarten: „Beide Seiten wissen ja schon vorher Bescheid.“

Die zuständige Forstbehörde warnt vor einem regelrechten Eichensterben, sollte der Schwammspinner über mehrere Jahre in Folge angreifen. Einmaligen Kahlfraß würden die meisten Eichen noch überstehen. Sie treiben dann neu aus, nur ihr Zuwachs fällt in dem Jahr geringer aus. Bereits geschwächte Bäume jedoch seien in Gefahr – zumal wenn Folgeprobleme wie etwa der Eichenmehltau ihnen zusetzen.

„Wir wissen vorher nicht, wie es kommt“, sagt Ralf Petercord von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). „So ein Risiko können wir nicht eingehen.“ Werde gar nicht gespritzt, seien letzten Endes die gesamten befallenen Eichenbestände bedroht – und damit auch der Lebensraum vieler seltener Arten.

„Das ist völlig abwegig“, widerspricht der Forstökologe Jörg Müller von der Universität Würzburg. Es gebe keinerlei Hinweise auf existenzielle Gefahren durch Raupenfraß. „Hier geht es rein um wirtschaftliche Interessen. Um die Zukunft unserer Eichenmischwälder mache ich mir überhaupt keine Sorgen.“

Müller wirft der LWF vor, sie wolle mit dem Schreckgespenst des Schwammspinners eine „Drohkulisse“ aufbauen: „Da wird ein Geschäft mit der Angst betrieben.“

In der Tat geht es bei der Bekämpfung nur nach der gefühlten Gefahr. Gesicherte Fakten gibt es kaum. Niemand kann sagen, inwieweit der Wald Schaden nähme, wenn weniger gespritzt würde – oder auch gar nicht.

Unbestritten ist, dass die Invasionen des Schwammspinners früher oder später von selbst zusammenbrechen. Wo die Nahrung knapp wird, fallen neu geschlüpfte Tiere eher klein und kränklich aus – leichte Beute für diverse Bakterien, Pilze und vor allem Viren. Die meisten Schwammspinner werden von Epidemien hinweggerafft.

Den Rest erledigen Fressfeinde. Mehr als 150 Arten von Raubparasiten lauern auf die nahrhaften Raupen. Brackwespen und Raupenfliegen legen ihre Eier in die Leiber oder zwischen die Haare. Der Große Puppenräuber, ein Laufkäfer, kann in einer einzigen Saison Hunderte Krabbler vertilgen.

In normalen Zeiten halten diese Gegenspieler den Schwammspinner gut in Schach. Gelingt ihm alle paar Jahre eine Massenvermehrung, dann ist er seinen Verfolgern quasi nur für kurze Zeit entwischt. Aber das Glück durch Überzahl hält nicht lange an: Bald schwillt – etwas zeitversetzt – auch die Menge der Feinde bedrohlich an. Diese profitieren von der nun überreich verfügbaren Beute.

Kurz nach dem Höhepunkt seiner Vermehrung blickt der Schmetterling also schon wieder in den Abgrund: Seuchen gehen um, die Eichen sind allesamt kahl gefressen und ringsum eine Übermacht von Gegnern. Myriaden von Raubparasiten suchen nun den Wald ab, sie spüren die Raupen auf bis in die letzten Winkel.

So wird der Schwammspinner verheerend dezimiert – und auf Jahre hinaus großflächig geschwächt.

Was bewirkt es da, wenn der Mensch frühzeitig mit Spritzmitteln eingreift? Macht er dadurch vielleicht sogar alles noch schlimmer? Denn mit den gefräßigen Raupen zerstört er ja auch die gerade anlaufende Konjunktur ihrer Gegenspieler – umso schneller könnte sich die überlebende Population der Schwammspinner wieder regenerieren.

Das klingt plausibel, aber mangels Daten ist es bislang nur eine Theorie. In dieser Lage helfen allein Experimente weiter. Grundlegende Fragen wären zu klären: Welchen Effekt hat das Spritzen? Und was geschieht mit den Eichen, wenn man sie einfach dem Kahlfraß überlässt?

Auch der Würzburger Forstökologe Müller fordert, die klaffende Forschungslücke endlich zu schließen. Es wäre keine Hexerei. Man müsste paarweise eine Reihe von geeigneten Flächen bestimmen: ökologisch jeweils vergleichbar und gleich stark befallen. Die einen behandelt man, die anderen nicht.

„Und wenn dabei herauskommt, dass der Einsatz von Insektiziden sinnvoll ist“, sagt Müller, „dann wäre ich der Letzte, der dagegen ist.“ Es gehe aber nicht an, bei derart wackeliger Evidenz die Schmetterlinge in den Eichenmischwäldern mit fragwürdigen Mitteln wegzuspritzen: „Das ist einer der artenreichsten Lebensräume, die wir in Deutschland noch haben.“

Die Forstbehörde sei für solche Studien im Prinzip offen, sagt LWF-Experte Petercord. Geschehen ist aber in den vergangenen Jahrzehnten nichts dergleichen.

So bleibt wohl vorerst alles beim Alten. Der Hubschraubereinsatz im Mai wird wieder Steuergelder kosten; hinzu kommt der Aufwand der laufenden Kontrollen: Förster suchen mühsam ihre Eichen ab, Stamm für Stamm, und zählen die Gelege des Schwammspinners.

Der Forstökologe Müller hätte eine bessere Verwendung für das viele Geld, das der Abwehrkampf verschlingt: „Man könnte damit die Waldbesitzer entschädigen“, sagt er, „falls ihnen doch mal ein paar Eichen eingehen.“

Als im August vorigen Jahres der Sturm „Kolle“ viele Fichten im Bayerischen Wald umwarf, bekamen die geschädigten Waldbesitzer unbürokratisch 100 Millionen Euro an Soforthilfe zugesprochen. „Und das für eine Risikobaumart, bei der jeder weiß, dass sie mit unserem Klima Probleme bekommt“, sagt Müller. „Da sollten uns auch die Eichenmischwälder mit ihrer Vielfalt an Insekten ein bisschen mehr Geld wert sein.“

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JETZT MAL TACHELES „MERKEL/KLÖCKNER“  CDU/CSU – TATEN STATT WARTEN und „AUS-SITZEN“???!!! – –  WANN ist der „ENDLICH-VORBEI-TERMIN“ für „GLYPHOSAT/MONSATAN“

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/svenja-schulze-legt-plan-zum-insektenschutz-vor-a-1205941.html

Weniger Pestizide, kleinere Felder

Umweltministerium legt Plan zum Insektenschutz vor

Umweltministerin Schulze will das Insektensterben bekämpfen. In einem Aktionsprogramm fordert sie mehr Forschung und eine umweltfreundlichere Landwirtschaft. Umsetzen kann sie allein aber nichts.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in einem Wildbienen-Schaugarten in Berlin-Treptow
Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in einem WildbienenSchaugarten in BerlinTreptow
DPA

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in einem Wildbienen-Schaugarten in Berlin-Treptow
Donnerstag, 03.05.2018 10:17 Uhr

 

Weniger Pflanzenschutzmittel, mehr Hecken und Wildpflanzen, kleinere Felder: Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die deutsche Landwirtschaft insektenfreundlicher machen.

Das „Aktionsprogramm Insektenschutz„, dessen Eckpunkte die SPD-Politikerin am Mittwoch vorlegte, soll Dünger und Pflanzenschutzmittel auf den Feldern reduzieren und die Lebensräume von Bienen und anderen Insekten erweitern.

„Wir erleben ein dramatisches Insektensterben, das die Natur insgesamt aus dem Gleichgewicht bringt„, sagte Schulze. „Es geht nicht nur um die Honigbiene, gefährdet sind vor allem Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.“

Mehr Grünland, Hecken und Wildpflanzen

Das Aktionsprogramm soll dazu beitragen, den Einsatz von Pestiziden vor allem in ökologisch empfindlichen Gebieten zu verringern und „wo möglich zu verbieten„. Wie es in dem siebenseitigen Papier weiter heißt, sollen „großflächige Strukturen in der Landbewirtschaftung aufgelöst und neue Lebensräume und Verbindungskorridore für Insekten in der Kulturlandschaft geschaffen werden“.

Der Anteil von Grünland, Hecken und Wildpflanzen soll demnach zunehmen. Die Regeln für das Düngen will Schulze weiter verschärfen. Auch die sogenannte Lichtverschmutzung will sie angehen und Empfehlungen für „insektenfreundliche Beleuchtungslösungen“ ausgeben. Helle Lichter in der Dunkelheit schaden nachtaktiven Insekten.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD mehr Insektenschutz angekündigt und sich auch vorgenommen, den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat einzuschränken „mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden„. Dort ist auch angekündigt, die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln transparenter zu machen.
Glyphosat – Das Wichtigste im Überblick
Krebserregend oder nicht krebserregend?
Behörden weltweit haben die Risiken von Glyphosat für die Bevölkerung bei sachgemäßer Anwendung geprüft. Zu einem Ergebnis, dass der Stoff nicht krebserregend ist, kommen unter anderem:

das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa)
die US-amerikanische Umweltbehörde EPA
die kanadische Bewertungsbehörde Pest Management Regulatory Agency (PMRA)
die australische Bewertungsbehörde Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority (APVMA)
die japanische Food Safety Commission
die neuseeländische Umweltbehörde EPA
das Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und
die Europäische Chemikalienagentur (ECHA)

Die Krebsagentur IARC der WHO kam 2015 dagegen zu dem Schluss, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Die Institution untersucht allerdings nur, ob ein Stoff grundsätzlich in der Lage ist, Krebs auszulösen. Sie bewertet nicht, wie groß diese Gefahr ist und ob ein konkretes Risiko für die Bevölkerung besteht. So stuft die IARC auch den Friseurberuf und den Konsum heißer Getränke als „wahrscheinlich krebserregend“ ein, Sonnenstrahlen und Alkohol als „sicher krebserregend“.

Forschung ausweiten

Umweltministerin Schulze will für Land– und Forstwirte, aber auch für Kommunen neue Anreize für eine „an die Bedürfnisse von Insekten angepasste Bewirtschaftung“ schaffen. Sowohl EUGelder als auch nationale Mittel sollen demnach mehr als bisher den Insektenschutz fördern, zudem regt sie Modellprojekte und Wettbewerbe an. Die Forschung über Insekten und ihre Verbreitung soll ausgeweitet werden, unter anderem ist ein bundesweit einheitliches Insektenmonitoring geplant.

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Kai Niebert, lobte Schulzes Vorschlag als „ambitioniertes MaßnahmenPaket„, das das Zeug habe, „dem Insektensterben in Deutschland noch in dieser Legislaturperiode Einhalt zu gebieten„. Die entscheidende Frage sei aber, ob Schulze auf die Unterstützung der Kabinettskollegen und insbesondere der Agrarministerin hoffen könne.

„Das Insektensterben ist real und dramatisch„, sagte Niebert. „Die Bundesregierung sollte daher alles daran setzen, die Angelegenheit an die ganz große Glocke zu hängen, damit aus einem guten Entwurf auch ein großer Wurf wird.“

Die Grünen reagierten zurückhaltender. „Schulzes Programm enthält viele richtige Feststellungen und Schlussfolgerungen, aber leider kaum konkrete, geschweige denn neuartige Maßnahmen“, sagte Harald Ebner, der sich in der Partei um Agrarthemen kümmert. Unter anderem wünschen sich die Grünen ein Ausstiegsdatum für Glyphosat. Agrarpolitik sei „leider nicht die Baustelle von Svenja Schulze„, sondern von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Ohne grundlegenden Kurswechsel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft blieben alle Aktionsprogramme Flickwerk.

Der Bauernverband (DBV) teilte mit, der Schutz von Bestäubern und anderen Insekten sei auch im Interesse der Landwirte und müsse als „gesellschaftliche Aufgabe“ erkannt werden. Vizegeneralsekretär Udo Hemmerling merkte an, die geplanten Maßnahmen müssten „praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig“ sein. Der Verband begrüßte eine wissenschaftlich fundierte Ursachenanalyse des Insektenschwunds.

jme/dpa

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