„SYRIEN-KRIEG“ – „Notstands-Gremium“ – „Uniting for peace“ – „Vereint für den Frieden“ /// „Klaus Regling“ – „ESM“-Chef kritisiert Einfluss der „EU-Kommission“ ////// „Lettlands“ Zentralbankchef „Ilmars Rimsevics“ – „EZB“-Rats-Mitglied unter „Korruptions-Verdacht“ /////// „Kevin Kühnert“ – Gefälschte E-Mails? : „Jusos“ dementieren „russische“ Hilfe gegen „Groko“ /// „Bild“ gegen „SPD“ – Eine „schmutzige Kampagne“

http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-syrien-das-brutale-versagen-der-vereinten-nationen-1.3877937
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Krieg in Syrien

Das brutale Versagen der Vereinten Nationen

Tödliche Falle: Die Bewohner Ost-Ghoutas sind den Angriffen des Regimes nahezu schutzlos ausgeliefert. Unter den Opfern sind auch viele Kinder.

(Foto: AFP)

Während Menschen von Bomben zerrissen werden, blockiert die Vetomacht Russland den UN-Sicherheitsrat. Doch die Weltgemeinschaft ist nicht so ohnmächtig, wie sie tut.

Kommentar von Stefan Ulrich

Im Syrienkrieg überblicken längst nur noch Experten die Frontverläufe zwischen Staaten, Parteien und Fraktionen. Jedem Laien aber ist klar, was auf diesem Schlachtfeld alles unter Beschuss steht: unzählige Menschen, die Zukunft des Landes und der Region – sowie der Weltfrieden und die internationale Sicherheit. Doch die Welt scheint dazu verdammt zu sein, der Katastrophe – ohnmächtig und tatenlos – zuzusehen.

Dabei wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Vereinten Nationen gerade dafür geschaffen, „künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren“, wie es in der Präambel der UN-Charta heißt. Diese Charta weist dem Sicherheitsrat die Pflicht und Schuldigkeit zu, für Frieden und Sicherheit zu sorgen. Doch der Rat ist in Syrien, insbesondere durch die Vetomacht Russland, blockiert, während die Menschen am Giftgas ersticken, in ihren Wohnhäusern von Bomben zerrissen oder zu Millionen in die Flucht getrieben werden.

Die Weltgemeinschaft könnte erheblichen politischen Druck aufbauen

So ohnmächtig, wie sie sich gibt, müsste die Weltgemeinschaft allerdings nicht sein. Wenn der Sicherheitsrat derart brutal versagt wie seit Jahren in Syrien, dann kann die UN-Generalversammlung, der fast alle Staaten der Erde angehören, eine Sondersitzung einberufen.Uniting for peace„, „Vereint für den Frieden“, wird dieses Notstandsgremium genannt, seit es 1950 im Koreakrieg erstmals zusammengekommen ist. Es verkörpert als eine Art Weltparlament den Willen der Menschheit weit besser als der Sicherheitsrat, dem lediglich 15 Staaten angehören.

Vereint für den Frieden könnte die Generalversammlung den Mitgliedstaaten und, mit Zweidrittelmehrheit, auch dem Sicherheitsrat Empfehlungen geben, was zur Beendigung des Syrienkrieges geschehen muss. Dies würde erheblichen politischen Druck aufbauen, besonders auf Veto-Mächte, die den Sicherheitsrat lähmen. Bliebe der Rat jedoch weiterhin untätig, müsste die Generalversammlung selbst eingreifen – im Zivilrecht würde man von einer berechtigten Geschäftsführung ohne Auftrag sprechen. Die Generalversammlung könnte sich zum Beispiel das Recht nehmen, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag damit zu beauftragen, Kriegsverbrecher im Syrienkonflikt zu verfolgen und zu bestrafen. Gewiss: Das würde den Krieg nicht gleich beenden – aber Tätern und Opfern zeigen, dass die Welt keineswegs völlig hilflos ist.

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ESM-Chef kritisiert Einfluss der EU-Kommission

Der Chef des Kredit-Fonds ESM hat sich gegen einen starken Einfluss der EU-Kommission auf den Fonds ausgesprochen. Eine Umwandlung in einen Währungsfonds sei fraglich.

Klaus Regling mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. (Foto: dpa)

Klaus Regling mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. (Foto: dpa)

Der Chef des Euro-Kreditschirms ESM sieht hohe Hürden beim geplanten Umbau seiner Behörde in einen Europäischen Währungsfonds und will die EU-Kommission außen vor lassen. „Der Weg, den die Kommission vorschlägt, ist zwiespältig“, sagte der Deutsche Klaus Regling in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Augsburger Allgemeinen.

„Ich sehe für den ESM eine Rolle wie die Europäische Investitionsbank (EIB) – diese ist im EU-Vertrag ausdrücklich erwähnt, aber sie ist relativ unabhängig von der Kommission und wird weitgehend durch die Mitgliedstaaten kontrolliert.“ Eine solche Stellung sei aber für den ESM nur erreichbar, wenn der EU-Vertrag geändert würde, was in den nächsten Jahren aber kaum möglich sein dürfte, sagte Regling. Eine Änderung von EU-Verträgen ist voraussichtlich in mehreren Ländern mit Volksabstimmungen verbunden, deren Ausgang schwer berechenbar ist und deshalb von den Regierungen gescheut wird.

Deutschland, Frankreich und die EU-Kommission wollen den auf zwischenstaatlicher Basis geregelten ESM in einen europäischen Währungsfonds umwandeln, um den Währungsraum krisenfester zu machen und bei neuen Krediten an Schuldenländer nicht mehr auf die Gelder des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen zu sein. Zuletzt hatte es zwischen den Euro-Staaten und dem IWF im Falle Griechenlands immer wieder Streit gegeben.

Griechenland bescheinigte Regling „große Fortschritte“, auch wenn es beispielsweise in der Steuerverwaltung und im Rechtssystem noch Reformbedarf gebe. Regling gab sich überzeugt, dass Griechenland alle Kredite der Euro-Partner zurückzahlen wird. Das dritte Kreditprogramm für das Euro-Land im Gesamtumfang von 86 Milliarden Euro läuft bis zum Sommer.

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http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lettland-ezb-ratsmitglied-unter-korruptionsverdacht-1.3873625

 

Lettland

EZB-Ratsmitglied unter Korruptionsverdacht

Lettlands Zentralbankchef Ilmars Rimsevics sitzt auch im EZB-Rat.(Foto: Ints Kalnins/Reuters)
  • Lettische Ermittler hatten am Wochenende die Wohnung und das Büro des Notenbankers durchsucht.
  • Die lettische Regierung möchte Rimsevics – zumindest für die Dauer der Ermittlungen – von seinem Amt entheben.
Von Markus Zydra, Frankfurt

Der lettische Notenbank-Chef Ilmars Rimsevics ist nach Angaben der nationalen Anti-Korruptionsbehörde wegen Verdacht auf Korruption festgenommen worden. Er soll Bestechungsgelder in Höhe von mindestens 100 000 Euro angenommen haben, teilte die Behörde am Montag in Riga mit.

Am Abend wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein Freund soll eine Kaution für ihn bezahlt haben. Lettische Ermittler hatten am Wochenende die Wohnung und das Büro des Notenbankers durchsucht. Rimsevics steht seit 2001 an der Spitze der Zentralbank. Im Jahr 2014 trat Lettland der EuroZone bei. Der 52-jährige Notenbankchef ist seither auch Mitglied des obersten Entscheidungsgremiums der Europäischen Zentralbank, dem EZB-Rat. Der Anwalt von Rimsevics bezeichnete die Festnahme als „illegal“. Es gehe zudem um einen Sachverhalt, der Jahre zurückliege.

Vieles liegt im Finanzsektor des Landes im Argen

Die lettische Regierung möchte Rimsevics – zumindest für die Dauer der Ermittlungen – von seinem Amt entheben, sagte Ministerpräsident Maris Kucinskis nach einer Kabinettssitzung am Montag laut der Nachrichtenagentur BNA. Die EZB wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

Für den Finanzsektor des baltischen Landes ist die Verhaftung des Zentralbankers eine weitere schlechte Nachricht. Denn das drittgrößte lettische Kreditinstitut ABLV steht in den USA unter Geldwäscheverdacht, es geht um Geschäfte mit Nordkorea. Die ABLV Bank erklärte, die US-Behörde berufe sich auf unbewiesene und irreführende Informationen.

Das amerikanische Finanzministerium ordnete in der vergangenen Woche an, Dollar-Transaktionen mit der ABLV zu unterbinden. Diese Maßnahme hat den Druck auf das lettische Institut stark erhöht. Es drohte ein Bankenansturm. Die EZB hat daher am Montag ein Moratorium verhängt. Die Bank darf nun keine Verbindlichkeiten mehr bedienen. Die EZB ist seit 2014 für die Aufsicht der größten Banken in Europa zuständig. Die lettische Zentralbank teilte mit, sie werde der ABLV 97,5 Millionen Euro leihen, um die Zahlungsfähigkeit zu sichern. Der ABLV-Vorsitzende Ernests Bernis sagte, die Bank sei Ziel einer „vorsätzlichen Diffamierungskampagne“. Der Fall ABLV steht nach Angaben der Ermittler nicht mit der Verhaftung von Notenbankchef Rimsevics in Verbindung.

Schwarzgeld in Höhe von mindestens 20,7 Milliarden US-Dollar floss aus Russland in die Europäische Union

Die Ereignisse sind ein Rückschlag für Lettland, wo sich die Wirtschaft erst im vorigen Jahr von den Folgen der globalen Finanzkrise erholen konnte. Lettland steht seit Jahren im Blickpunkt von Geldwäsche-Ermittlern. Der Vorwurf: Unternehmer und Kriminelle aus Russland, der Ukraine, Moldawien und anderen GUS-Staaten schleusen Schwarzgeld auch über lettische Banken in die EU. Die Journalisten des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) haben das große Netzwerk offengelegt, ein riesiges GeldwäscheSystem, das mutmaßlich von Russland aus gesteuert worden sein soll. Die Daten zeigten, dass in den Jahren 2010 bis 2014 Schwarzgeld in Höhe von mindestens 20,7 Milliarden US-Dollar aus Russland in die Europäische Union geflossen ist. Über Tarnfirmen wird das Schwarzgeld in Immobilien, Schmuck und Industriegüter investiert, die dann weiterverkauft werden.

Und so funktioniert es: Die lettische Bank, wo Schwarzgeld eingeht, wirkt für andere europäische Finanzinstitute wie ein „Gütesiegel„. Schließlich ist Lettland EU– und Euro-Zone-Mitglied. Die europäischen Banken, auf deren Konten das Schwarzgeld weitertransferiert wird, schauen dann nicht mehr so genau hin, obwohl sie es besser wissen müssten. Deutsche Juweliere und Immobilienhändler beispielsweise, die bei auffälligen Geschäften auch dazu verpflichtet sind, einen Geldwäscheverdacht zu melden, verstecken sich dann hinter den Banken, die den Geldfluss ja bereits geprüft haben müssten.

Mittlerweile gelten auch in Lettland strengere Geldwäschegesetze. Die lettische Bankenaufsicht hat zuletzt drei Banken bestraft, die verdächtige Konten unterhielten. Fünf weitere Banken haben Geldbußen zugestimmt.

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siehe auch „Tod eines Bankers“ – „Der Fall des Mario Draghi“

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/02/20/ezb-geht-bei-banken-skandal-lettland-auf-tauchstation/

EZB geht bei Banken-Skandal in Lettland auf Tauchstation

Die EZB ist bei einem aufkommenden BankenSkandal in Lettland auf Tauchstation gegangen – obwohl sich ein EZB-Ratsmitglied mit Bestechungsvorwürfen konfrontiert sieht.

Inmitten wichtiger Weichenstellungen für den EZB-Rat gibt es Rücktrittsforderungen gegen das lettische Führungsmitglied der Europäischen Zentralbank wegen Bestechlichkeit. Die Regierung des baltischen Staates forderte NotenbankChef Ilmars Rimsevics am Montag auf, sein Amt niederzulegen. In der lettischen Finanzbranche sorgen zudem Geldwäschevorwürfe gegen die drittgrößte Bank des Landes, ABLV, für Turbulenzen. Rimsevics wurde festgenommen, nachdem Ermittler seine Wohnung und sein Büro durchsucht hatten. Am Montag kam das EZB-Ratsmitglied wieder auf freien Fuß.

Die EZB ist in der für ihre Aufsichtsqualität kritischen Affäre vorerst auf Tauchstation gegangen: Die Arbeit der lettischen Zentralbank ist nach Ansicht von Eurogruppenchef Mario Centeno von der Affäre nicht betroffen. Es handele sich zurzeit um eine inländische Angelegenheit. Allerdings fragen sich Beobachter, warum die EZB nicht schon früher gehandelt hat: „Ich gehe davon aus, dass die EZB das bereits gewusst hat, aber sie haben gezeigt, dass sie in diesem und anderen Fällen so viel wie möglich unter dem Teppich behalten wollen“, sagte Karel Lannoo, Geschäftsführer von CEPS, einem Brüsseler Think Tank, der Financial Times.

Die Zentralbanker genießen in der Euro-Zone weitgehende Immunität. Im Falle der slowenischen Zentralbank hatte EZB-Chef Mario Draghi persönlich interveniert, um strafrechtliche Ermittlungen gegen eine Zentralbanker zu stoppen. Als Argument für die Immunität wird die Stabilität der Finanzmärkte angeführt.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gouverneur der Bank von Lettland arbeiten kann, der wegen so schwerwiegenden Anschuldigungen verhaftet wurde“, sagte Ministerpräsident Maris Kucinskis im Fernsehen. Er berief eine Sondersitzung des Kabinetts ein. Nach Angaben des Leiters der Anti-Korruptionsbehörde, Jekabs Straume, soll der Notenbank-Chef eine Bestechungssumme von mindestens 100.000 Euro verlangt haben. Rimsevics wies die Vorwürfe zurück: „Ich widerspreche dem kategorisch.“ Er will sich detailliert auf einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag (11.00 Uhr) äußern. Allerdings hatte der EZB-Banker, so der lettische Rundfunk LSM, bei der Verlesung des ersten Verteidigungsstatements ungewöhnlich nervös gewirkt.

Rimsevics steht seit 2001 an der Spitze der Bank von Lettland. Seit dem Beitritt des Landes zur Euro-Zone im Januar 2014 ist er zudem Mitglied des EZB-Rates, des obersten Entscheidungsgremiums der Euro-Notenbank.

Das lettische Bankensystem ist auch wegen des Vorwurfs der Geldwäsche gegen die Bank ABLV in den Schlagzeilen. Die EZB forderte die Bankenaufsicht des Landes auf, dem Kreditinstitut sämtliche Auszahlungen zu untersagen. In den vergangenen Tagen habe sich die Finanzlage der Bank deutlich verschlechtert.

Die USA werfen dem Geldhaus vor, Kunden zu ermöglichen, die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea zu unterlaufen. Die US-Behörde FinCEN, eine für die Ermittlung von Finanzkriminalität zuständige Abteilung des US-Finanzministeriums, hatte erklärt, sie prüfe Sanktionen gegen das Institut. Kontoinhaber zogen daraufhin in den vergangenen Tagen rund 600 Millionen Euro ab, was 22 Prozent aller Einlagen entspricht. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. „Wir nehmen nicht an illegalen Aktivitäten teil“, sagte Vizechef Vadims Reinfelds. Es gebe keine Verletzungen von Sanktionen. Die lettische Zentralbank teilte mit, sie stelle dem Institut 97,5 Millionen Euro Nothilfe zur Verfügung. Das Geld ist demnach allerdings noch nicht geflossen.

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MERKEL: „PHRASEN-DRESCHEN“ – „AUS-SITZEN“ für „ATTACKEN“ ist jetzt diese PERSON „Annegret Kramp-Karrenbauer“ zuständig

http://www.spiegel.de/video/annegret-kramp-karrenbauer-sie-ist-eine-art-mini-merkel-video-99013511.html

Annegret Kramp-Karrenbauer im Porträt
„Sie ist eine Art Mini-Merkel“

19.02.2018 – Von der Ministerpräsidentin zur Generalsekretärin. Ein Karriereknick? Welchen Plan Angela Merkel mit der Frau aus Saarbrücken verfolgen könnte, analysiert SPIEGEL-Redakteur Ralf Neukirch.

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?BILD?

GEGEN GROKO – GEGEN MERKEL: „Die WALZE stoppen die besonders KRITIKER PLATT-WALZT“
NATÜRLICH hat MERKEL die AfD erschaffen:  PRO-„EU“-SCHULDEN-UNION – – –  PRO-GRENZEN-LOSE- FLÜCHTLINGs-AUFNAHME incl SELBST-verschuldet wegen z.B. „WAFFEN-GESCHÄFTE“ mit „TERROR-STAATEN“ wie  „SAUDI-ARABIEN“ – „TÜRKEI“
UND wenn die AfD STIMMEN gewinnt dann hat MERKEL die „HAUPT-SCHULD“ – MERKEL und ihre „STRIPPEN-ZIEHER“
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Gefälschte E-Mails? : Jusos dementieren russische Hilfe gegen Groko

  • Aktualisiert am

Will eine Neuauflage der großen Koalition verhindern: Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert Bild: dpa

Anleitung zur Schlammschlacht oder übler Streich? Die Jusos wehren sich gegen Vorwürfe russischer Unterstützung für ihre AntiGroko-Kampagne.

Die SPD-Jugendorganisation wehrt sich nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung gegen neue Negativschlagzeilen. Die Zeitung berichtete am Freitag über einen anonymen Informanten. Dieser habe sich in einer E-Mail und später per Telefon bei „Bild“ gemeldet und behauptet, „brisantes“ Material über den Vorsitzenden der Jusos, Kevin Kühnert, zu besitzen. Die Rede ist von einer angeblichen E-Mail-Korrespondenz Kühnerts mit einem Russen namens Juri aus Sankt Petersburg. Dieser habe Kühnert in den E-Mails, deren Echtheit sich laut „Bild“ nicht bestätigen ließen, Hilfe bei der Juso-Kampagne gegen eine Neuauflage der großen Koalition angeboten. Der angebliche Kühnert habe das Angebot nach einigem Zögern angenommen.

Die Jusos reagierten sofort und wehrten sich gegen die Vorwürfe, ihr Vorsitzender Kevin Kühnert habe russische Hilfe für eine Social-Media-Kampagne gegen eine neue große Koalition angenommen. „Bei den angeblich Mails von Kevin Kühnert handelt es sich um Fälschungen – und zwar um ziemlich plumpe“, teilte Kühnerts Sprecher FAZ.NET auf Nachfrage mit. Den Jusos lägen die Mails nicht vor. Es sei technisch nicht möglich, E-Mails von den @jusos.de-Adressen zu senden, da es sich bei diesen um starre Weiterleitungen des Mailservers der SPD handle. „Empfangen ist also möglich, senden nicht“, sagte der Sprecher.

„Führen die Debatte um die Groko sehr fair“

Zudem hob er hervor, dass die Jusos die ihnen vorgeworfenen Methoden strikt ablehnten: „Wir führen die Debatte um die Groko in der gesamten Partei momentan sehr fair – und dabei bleibt es auch.“ Die Jusos hätten nun Anzeige gegen unbekannt erstattet……….

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„DIE WELT“ zeigt sich wieder mal von ihrer „SPEICHEL-LECKER-MERKEL-SEITE“

aus dem TEXT: ..Die Parole „NoGroKo“ banalisiert nicht nur das Bemühen um eine handlungsfähige Regierung ..( MERKEL ist die HAUPT-VERURSACHERIN der MISERE – ALLES was SIE darstellt ist eine DREISTE AN-MAßUNG)….<<<GLYPHOSAT wurde GANZ OHNE REGIERUNG „HINTER-FOTZIG“ durchgewunken>>>…..

https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article173750689/Juso-Chef-Kuehnert-der-Populist-wuehlt-die-Partei-auf.html

………Die SPD muss sich erneuern

Der erst im November gewählte, von den Medien gefeierte junge Politstar Kevin Kühnert ist in Wahrheit ein echter Populist: Die Parole „NoGroKo“ banalisiert nicht nur das Bemühen um eine handlungsfähige Regierung und macht die Führungsspitze der SPD lächerlich. Sie berührt auch demokratische Grundprinzipien, abgesehen davon, dass auch der Mitgliederentscheid über eine Regierungsbildung höchst fragwürdig ist…….

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http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/titanic-redakteur-man-haette-sehr-leicht-sehen-koennen-dass-es-ein-fake-sein-kann-15460554.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

„Titanic“ gegen „Bild“ :

„Man hätte sehen können, dass es ein Fake sein kann“

Guerilla-Style: Mit diesem Bild behauptet das Satire-Magazin „Titanic“, dass die „Bild“-Zeitung mit ihrer Geschichte über einen angebliche Schmutzkampagne bei den Jusos auf eine Satire hereingefallen ist Bild: Titanic

Die „Bild“-Zeitung berichtete über einen angeblichen russischen Troll, der Juso-Chef Kühnert Hilfe gegen die Groko angeboten haben soll. Jetzt behauptet das Satiremagazin „Titanic“: Es war eine Satire. Im FAZ.NET-Interview sagt ein Redakteur: „Wir können es beweisen.“

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die „Bild“-Zeitung auf Seite 1 einen Aufmacher mit dem Titel „Neue Schmutzkampagne bei der SPD“. Darin hieß es, ein anonymer Informant habe der Redaktion Informationen zugespielt, die „brisantes Material“ über den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert enthielten. Ein Russe namens „Juri“ habe Kühnert demnach angeboten, die Juso-Kampagne gegen die große Koalition zu unterstützen. „Der angebliche Beweis: ein unfassbarer E-Mail-Wechsel, der BILD exklusiv vorliegt“, schrieb die Zeitung.

Oliver Georgi

Redakteur in der Politik.

Jetzt behauptet die „Titanic“: Es war eine Fälschung, eine Satire. „Eine anonyme Mail, zwei, drei Anrufe – und ,Bild‘ druckt alles, was ihnen in die Agenda passt“, heißt es bei dem Satire-Magazin. Und das könne die Titanic beweisen, sagt Redakteur Moritz Hürtgen im FAZ.NET-Interview. Am Mittwochmittag reagiert „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. Auf Twitter schreibt er, die „Bild“ habe ihren Bericht erst veröffentlicht, nachdem die SPD eine Strafanzeige wegen des angeblichen Mailverkehrs geprüft habe. Noch am Mittwoch werde die „Bild“-Zeitung „alle Details dokumentieren“, so Reichelt. „Meine Meinung: Natürlich darf Satire so etwas, aber sie versucht sich hier zu profilieren, indem sie journalistische Arbeit bewusst zu diskreditieren versucht.“

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Herr Hürtgen, die „Titanic“ behauptet, dass sie hinter den angeblichen Mails steckt, in denen ein russischer Troll dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert Hilfe beim SPD-Mitgliederentscheid gegen die Groko vorgeschlagen haben soll und über die die „Bild“-Zeitung groß berichtet hat. Wie wollen Sie das angestellt haben?

Wir haben einfach eine Runde „Copy and paste“ gespielt und uns eine Konversation zwischen Kevin Kühnert und einem ominösen Russen namens Juri aus St. Petersburg ausgedacht. Dieser Mailwechsel umfasst neun Mails, die angeblich zwischen beiden hin- und hergingen. Wir haben die Mails aufgeschrieben, die Zeitstempel angepasst und auch einige Serverdaten in eine Maildatei hineinkopiert. Das haben wir dann einem Politikredakteur der „Bild“ per Mail zugespielt, den wir uns vorher ausgesucht und über Twitter kontaktiert hatten.

Können Sie das beweisen? Oder ist das nur wieder ein Fake-Fake, wie schon öfter bei der „Titanic“ oder Jan Böhmermann?

Wir haben den Mailwechsel mit der „Bild“ lückenlos dokumentiert und können ohne Probleme beweisen, dass es sich nicht um einen „Varoufake“ handelt wie damals bei Böhmermann. In der April-Ausgabe der „Titanic“ werden wir die Geschichte in aller Schönheit präsentieren.

Wer war der angebliche Whistleblower?

Wir haben einen angeblichen anonymen Informanten der Jusos gespielt, der über diese vermeintliche Schmutzkampagne auspacken wollte.

Ein Screenshot des angeblichen Mailverkehrs zwischen Kevin Kühnert und einem angeblich erfundenen Informanten, von dem die „Titanic“ behauptet, dass sie ihn gefälscht hat
Ein Screenshot des angeblichen Mailverkehrs zwischen Kevin Kühnert und einem angeblich erfundenen Informanten, von dem die „Titanic“ behauptet, dass sie ihn gefälscht hat : Bild: Titanic

Und die „Bild“ hat das direkt geschluckt?

Ja, die waren sofort heiß. Es gab dann noch einige Telefonate mit dem angeblichen Juso-Informanten, die wir mit unterdrückter Nummer geführt haben, und schon stand die Geschichte am Freitag auf der Titelseite. Das war ein schönes Gefühl. Wir hatten ja ausschließlich die „Bild“ kontaktiert, weil wir dachten, dass das doch gut in ihre Anti-SPD-Kampagne passt. Und noch schöner war, dass wir absolut ernst genommen wurden. Es war eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Wie hartnäckig waren die Rückfragen von der „Bild“?

Es gab ein paar Telefonate, in denen es vor allem um den angeblichen Informanten von den Jusos und seine Motivation zum Auspacken ging. Die Gespräche haben wir hier in der Redaktion geführt. Immerhin wollten sie genau wissen, wie der „Informant“ an den Mailverkehr gekommen ist.

Und, wie war Ihre Geschichte?

Absolut nebulös, ein wahnsinniger Agententhriller, der mal einen Film abgeben könnte. Aber wir dachten, das passt doch gut zur Politik-Redaktion der „Bild“. Und sie hat es uns ja auch ohne Probleme abgenommen.

Die angeblichen Mails von Kühnert wurden von einem Mailkonto mit der Domainendung „jusos.de“ abgeschickt. Wie wollen Sie das angestellt haben?

Eine Mail ist erst mal ja nur ein Textdokument, in das man reinschreiben kann, was man will. Das gilt auch für die Mailadressen. Wir haben hier bei uns einen sehr fähigen Technik-Spezialisten namens Alexander Golz, der sein Können aber gar nicht ausreizen musste. Es reicht eine einzige Mail, die man einmal von einem SPD-Mitglied und einer @spd.de-Adresse erhalten hat. Die kann man dann ganz einfach in einem Mailprogramm öffnen und die Header-Daten kopieren. Alles, was wir gemacht haben, war Kopieren und Einfügen. Es war kein Hack und kein Virus.

Zu welchem Zeitpunkt hat die Bild die Geschichte dann endgültig geglaubt?

Offenbar sehr schnell. Die Sicherheitsschranken der „Bild“ scheinen lediglich gewesen zu sein, ob es die Person, die da angerufen hat, wirklich gibt, ob sie Deutsch spricht und ob er sagen kann, was in den Mails steht. Aber das konnten wir natürlich ziemlich gut. Mehr war nicht erforderlich. Immerhin musste bis zur Titelgeschichte auf Seite 1 aber ein paar Mal telefoniert werden.

Hatten Sie vorher Zweifel daran, dass die „Bild“-Zeitung Ihnen die Geschichte abnimmt?

Eigentlich nicht. Sie hat alle Erwartungen voll erfüllt.

Die „Bild“-Zeitung hat nach dem Aufmacher auf Seite 1 noch einmal nachgelegt und einen Cyber-Security-Professor zitiert, der den Verfasser der Mails „mit hoher Wahrscheinlichkeit auf jemanden mit Zugang zu Systemen der SPD“ einkreiste. Hätte die „Bild“-Zeitung überprüfen können, dass es sich um eine Satireaktion handelt?

Wir kennen diesen angeblichen Cyber-Professor nicht, vielleicht ist er auch ein Satiriker. Man hätte aber sehr leicht sehen können, dass es sich zumindest um einen Fake handeln kann. Die „Bild“-Zeitung hatte zu keinem Zeitpunkt Beweise, dass es sich um einen wirklichen Mailverkehr von Kühnert handelt. Und allein die Domainendung „jusos.de“ hätte alle Alarmglocken schrillen lassen müssen, weil die Jusos wie alle anderen in der SPD die Endung spd.de“ verwenden. Das zeigt, dass wir bei der Titanic in etwa genauso sorgfältig arbeiten wie die „Bild“-Zeitung.

Reagierte nicht direkt auf die „Titanic“-Behauptung, aber so: Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert © Twitter/@KuehniKev

… die am Dienstag mit dem Hund Schlagzeilen gemacht hat, den sie als angebliches SPD-Mitglied für die Mitgliederbefragung angemeldet hat.

Ja, da wollten die Kollegen selbst mal Satire spielen. Umso perfekter passt heute der Zeitpunkt für uns.

Haben Sie schon einen Anruf von der „Bild“-Zeitung bekommen, von Julian Reichelt zum Beispiel?

Nein, weder einen Anruf noch sonst irgendeinen Kontakt. Ich glaube auch nicht, dass das noch kommen wird.

Und von Kevin Kühnert?

Angerufen hat er nicht. Aber ich habe auf Twitter gesehen, dass er sich sehr gefreut hat.

© Twitter
Die Reaktion von „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt © Twitter/@jreichelt

 

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