Markus C. Kerber: „Wehrt euch, Bürger !!!“ – Wie die „Europäische Zentralbank“ unser Geld zerstört /// „DRAGHI“ – „Weidmann“ – „Voßkuhle“ /// „Bit-Coin/ Krypto-Währung“

 

siehe auch: „arte“ – „TOD eines BANKERS“ – „David Rossi“ – ITALIEN

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/01/06/rettung-italiens-erfolgt-auf-kosten-deutscher-steuerzahler/

Rettung Italiens erfolgt auf Kosten deutscher Steuerzahler

Ökonom Markus C. Kerber appelliert an den Widerstandsgeist der Bürger, um dem Treiben der EZB Einhalt zu gebieten. Die deutsche Demokratie dürfe nicht auf dem Altar der EU geopfert werden.

Markus Kerber, Gründer des Think Tanks Europolis. (Foto: M. Kerber)

Markus Kerber, Gründer des Think Tanks Europolis. (Foto: M. Kerber)

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ihr Buch „Wehrt euch, Bürger!“ ist in einer um fünfzig Seiten erweiterten Neuauflage erschienen. Was möchten Sie mit dem Buch erreichen?

Markus C. Kerber: Nun, zum einen gibt es seit Erscheinen der Erstauflage im September 2015 einen redaktionellen Ergänzungsbedarf. Die „unkonventionelle“ Geldpolitik der EZB und des Eurosystems hält nicht nur an, sondern schlägt immer neue Kapriolen: Angesichts des imperativen Willens von Signor Draghi, die fiskalische Unterstützung vor allem Italiens im Gewande der Geldpolitik fortzusetzen, kommt der Italiener immer mehr in Erklärungsnöte. Er ändert die Laufzeiten der kaufgeeigneten Papiere und „erklärt“, warum das Eurosystem und die EZB bereit sein müssen, auch Verluste in Kauf zu nehmen, angeblich um das Stabilitätsziel von ca. 2 Prozent Inflation der Verbraucherpreise zu erreichen. Nun hat Draghi mit dem Steinhoff-Desaster den ersten greifbaren Fall von Unternehmensanleihen, die wertberichtigt werden müssen. Sie haben in der letzten Pressekonferenz erleben können, wie er die Frage der Journalisten hiernach beantwortete: gar nicht! Draghi und „seine“ EZB fühlen sich nicht länger rechenschaftspflichtig.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Lassen sich die Kosten, welche die EZB den deutschen Bürgern und Steuerzahlern aufzwingt, konkret benennen?

Markus C. Kerber: Dieser Problematik ist in der Neuauflage ein ganzes Kapitel unter der Überschrift „Die Enteignung der Sparer und die Destabilisierung der Versorgungssysteme“ gewidmet. Über die Quantifizierung dieser Kosten der EZB gibt es eine kontroverse Diskussion. Doch die Kosten werden in der Sache von niemandem bestritten. Die Forschung meines Kollegen Gunther Schnabl auf diesem Gebiet ist mustergültig. Indessen ist Draghi und seinen französischen Mittätern in der EZB diese Problematik gleichermaßen bekannt – und egal. Sie wissen: wenn sie nicht die Billig-Geld-Politik betrieben hätten, wäre Italien längst gekippt. Denn kein Rettungsfonds ist groß genug, um dieses Casino zu retten.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Gäbe es Möglichkeiten, der Politik der EZB Einhalt zu gebieten? Immerhin ist die EZB ja unabhängig.

Markus C. Kerber: Die Unabhängigkeit der EZB ist der größte institutionelle Fehler des Eurosystems. Denn die EZB ist eine ohnehin supranationale Institution. Zudem haben dort Länder wie Malta, Zypern und Luxemburg genauso viel Stimmenmacht wie Deutschland und die Niederlande. Dies ist also ein unwiderstehliches institutionelles Angebot an die traditionellen Weichwährungsländer, die Geldpolitik für die eigenen Haushaltsprobleme einzusetzen – und zwar mit dem vollen Risiko für die solide wirtschaftenden Eurozonenländer. Diese verfehlte Governance lässt sich nur durch eine Vertragsänderung korrigieren, der Italien, Frankreich und der ihnen folgende Club Med nie zustimmen werden. Daher sind die Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht das ultimative Mittel, die Exzesse der EZB einzuhegen. Leider ist der Präsident des Gerichts, Herr Professor Vosskuhle, zu keinerlei Konflikt mit dem EuGH bereit. Was nützt es, wenn das Bundesverfassungsgericht die Politik der EZB für unvereinbar mit ihrem Mandat hält, wenn der EuGH das Gegenteil bescheinigt und sich Herr Vosskuhle um des lieben Friedens willen fügt?! Es geht schließlich um die Verteidigung Deutschlands als Verfassungsstaat. Hier würde ich dem hohen Herrn Präsidenten in Karlsruhe zurufen: Mehr Luther wagen! Die deutsche Demokratie darf nicht auf dem Altar der EU geopfert werden darf. Wenn das Bundesverfassungsgericht dies nicht schafft, versagt es in seiner historisch größten Herausforderung.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie groß ist die Machtfülle von Mario Draghi und wie sichert er seine Macht ab?

Markus C. Kerber: Die Macht Draghis gründet sich auf das Unterlassen von Herrn Dr. Weidmann, ihm mitzuteilen, dass die Bundesbank die rechtwidrigen Beschlüsse der EZB nicht länger ausführt. Statt sich in der Öffentlichkeit von der EZB-Politik zu distanzieren, müsste der Bundesbank-Präsident sein ultimatives Recht andeuten, das Aufkaufprogramm nicht weiter auszuführen. Aber dazu gehört Mut und der Wille zur Macht. Bisher zeigt Herr Weidmann keine Neigung, so zu handeln wie er redet. Auch für ihn gilt: Mehr Lutter wagen. Im übrigen stützt sich Draghi in der EZB auf ein Netzwerk italienischer und französischer Getreuer: Frau Chiara Zilioli ist die Chefjuristin, Frau Brescia Morra – ehemals Banca d’Italia – leitet die administrative Widerspruchsstelle der Bankenunion und Draghis Allzweckwaffe, Ignazio Angeloni, ist überall. Nicht zu vergessen der stärkste Verbündete im Vorstand der EZB, Benôit Coeuré. Auf ihn ist immer Verlass. Hinzu kommt die Gleichschaltung des Wissenschaftsbetriebs. Wer in den letzten Jahren bei ECB Watchers Conference teilgenommen hat, fühlt sich an einen SED-Parteitag erinnert. Es gibt dort kaum wissenschaftliche Pluralität mehr.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Ziele verfolgt Draghi mit seiner Politik?

Markus C. Kerber: Den Zusammenbruch Italiens unter seinen Schulden und seiner Bankenkrise zu verhindern und zwar im Gewande europäischer Geldpolitik. Diese Chance kommt nicht wieder. Jedenfalls hat auch ein Unkundiger längst kapiert, dass das „Stabilitätsziel“ von ca. 2 Prozent Verbraucherpreisinflation nur vorgetäuscht wird.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist es denn immerhin möglich, dass Draghis Politik Italien mittel- und langfristig helfen kann?

Markus C. Kerber: Das hängt davon, ob es ihm gelingt die italienische Bankenkrise zu lösen: 450 Milliarden Euro notleidende Kredite sind nicht einfach wegzustecken und blockieren auf Dauer die Kreditvergabe in Italien. Hinzu kommt die bedrohliche Unterkapitalisierung der italienischen Banken. Wir dürfen gespannt sein, was sich Draghi zusammen mit dem Gouverneur Banca d’Italia noch ausdenken wird. Aber um die hausgemachte italienische Bankenkrise zu lösen, wird mit Sicherheit der europäische Diskurs bemüht.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In Ihrem Buch rufen Sie zu einer „Bürgerrevolte“ auf. Was verstehen Sie darunter?

Markus C. Kerber: Wenn das Bundesverfassungsgericht die Plünderung Deutschlands durch das Eurosystem nicht stoppt, ist der Kampf nicht zu Ende. Das Grundgesetz verbürgt das Widerstandsrecht. Alles Weitere hängt von der jeweiligen Situation und der politischen Phantasie der Akteure ab.

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Prof. Markus C. Kerber ist einer der wichtigsten Kritiker der EZB und einer der Initiatoren der Klage gegen deren Anleihekaufprogramm, welche das Bundesverfassungsgericht zur Prüfung an den EuGH weitergeleitet hat. Er lehrt Öffentliche Finanzwissenschaft und Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Berlin und ist Gründer des Think Tanks Europolis, der sich als eine deutsche Initiative für europäische Ordnungspolitik versteht. Kerber ist intimer Kenner der französischen Politik.

Markus C. Kerber: „Wehrt euch, Bürger – Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört“. FinanzBuch Verlag München, 160 Seiten, 14,99€. Bestellen Sie das Buch hier direkt beim Verlag.

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http://www.neopresse.com/finanzsystem/2018-die-welt-am-tropf-der-zentralbanken/

2018 – Die Welt am Tropf der Zentralbanken

NEOPresse in Finanzsystem

Die Lage zum Jahresende 2017 scheint extrem widersprüchlich: Die Wirtschaft wächst, die Aktienmärkte verzeichnen Rekordstände, die Arbeitslosenzahlen sinken und die Industrie zeigt ein seit langem nicht gesehenes Maß an Optimismus. Zugleich erstickt die Welt unter der höchsten Schuldenlast ihrer Geschichte, krankt an der größten sozialen Ungleichheit und wird von höheren Risiken als vor der Krise von 2007/2008 bedroht.

Von Ernst Wolff – Wo stehen wir denn nun wirklich? fragen sich die meisten von uns zum Jahreswechsel. Können wir beruhigt in die Zukunft sehen oder drohen historische Gefahren? Gibt es irgendeine Wirtschaftstheorie, die uns diese Fragen klar und deutlich beantworten kann?

Die Wirtschaftstheorien der Vergangenheit helfen nicht mehr weiter

Nein, die gibt es nicht. Und zwar aus einem einfachen Grund: Weil wir in einer Ausnahmesituation leben, die die Welt so noch nicht gesehen hat: Das globale Wirtschafts- und Finanzsystem ist seit 2008 klinisch tot. Es funktioniert nur noch, weil es wie ein Patient auf der Intensivstation künstlich am Leben erhalten wird, und zwar durch die Zentralbanken.

Seit dem Beinahe-Zusammenbruch von 2008 haben die größten Zentralbanken der Welt zwischen 14 und 16 Billionen US-Dollar ins globale Finanzsystem gepumpt und fast siebenhundert Mal die Zinsen gesenkt. Der größte Teil dieses „billigen“ Geldes ist in die Finanzspekulation geflossen und hat so für eine historisch nie dagewesene Verzerrung der Märkte gesorgt.

Konnte man früher davon ausgehen, dass Aktienkurse etwas über die Gesundheit eines Unternehmens aussagen, so ist es damit vorbei: Großkonzerne in aller Welt haben das billige Geld genutzt, um eigene Aktien zurückzukaufen und deren Kurse künstlich in die Höhe zu treiben. Sagten früher die Kosten und Zinserträge von Staatsanleihen etwas über die wirtschaftliche und finanzielle Stärke eines Landes aus, so gehört auch das der Vergangenheit an: Die Zentralbanken haben ganze Länder vor dem Bankrott gerettet, indem sie deren Anleihen zu überhöhten Preisen aufgekauft und durch künstlich geschaffene Nachfrage Märkte erzeugt haben, wo es eigentlich keine mehr gab.

Die Manipulation ist grenzenlos

Doch das ist nicht alles: Inzwischen greifen die Zentralbanken auch direkt in die Aktienmärkte ein und sorgen dafür, dass sogar ins Schlingern geratene Unternehmen über Wasser gehalten und andere weit über ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden. Die Schweizer Nationalbank (SNB) zum Beispiel ist inzwischen Großaktionär bei Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook und hält zur Jahreswende 2017/2018 US-Aktien im Wert von 91 Milliarden Dollar. Nur zur Erinnerung: Die SNB kann das Geld, mit dem sie Aktien kauft, selber schaffen.

Das alles heißt: Wir leben in einem durch Geldschöpfung und Zinssenkung künstlich angetriebenen und aufgeblähten System. Das aber hat fatale Nebenwirkungen, denn Zentralbanken funktionieren nach denselben Prinzipien wie der Rest unseres Wirtschafts- und Finanzsystems: Das Geld, das sie schöpfen, wird nicht verschenkt, sondern muss zurückgezahlt werden. Es erhöht also stetig den globalen Schuldenberg.

Um die Bedienung dieser Schulden zu erleichtern, gibt es nur ein bewährtes Mittel: das Anheizen der Inflation. Das Ansteigen des allgemeinen Preisniveaus führt dazu, dass die Höhe der Schulden im Verhältnis zu den übrigen Geldwerten sinkt. Doch die Herbeiführung einer solchen Inflation erfordert genau die Mittel, die seit 2008 angewandt wurden: Geldschöpfung und Zinssenkung.

Obwohl die Zentralbanken in aller Welt seit einiger Zeit ankündigen, ihre Geldpolitik nach zehn Jahren des billigen Geldes wieder straffen zu wollen (und – wie die FED – einige sehr zaghafte Versuche in diese Richtung unternommen haben), können sie diesen Weg nicht weiter beschreiten, ohne dass ihnen der größte Schuldenberg in der Geschichte in die Quere kommt. Ihn zu ignorieren, hätte den Bankrott zahlloser Schuldner zur Folge, würde riesige Löcher in die Kassen der Gläubiger reißen und das System in die nächste, möglicherweise noch schwerere Krise als 2007/2008 stürzen.

Es gibt kein Zurück

Die Situation, in der wir stecken, lässt sich also folgendermaßen beschreiben: Die Zentralbanken haben sich auf eine Geldpolitik eingelassen, die an der Oberfläche zwar einige positive Phänomene erzeugt, die sich aber nicht rückgängig machen lässt, ohne das System als Ganzes zum Einsturz zu bringen.

Anders ausgedrückt: Das globale Finanzsystem gleicht einem Suchtkranken, der auf Grund von Drogeninjektionen immer wieder kurze Aufschwungphasen erlebt, dessen Organe aber von Mal zu Mal stärker geschädigt werden und die irgendwann – ohne Vorankündigung – ihren Dienst versagen werden.

Wann das sein wird – ob 2018 oder später – kann niemand voraussagen. Nur eines ist sicher: Die Mittel der Manipulation, die den Zentralbanken zur Verfügung stehen, sind weitgehend ausgereizt. Nach Niedrig- und Nullzinsen bleiben nur noch Negativzinsen – und damit die Zerstörung des klassischen Bankgeschäftes, nämlich der Kreditvergabe – und nach der Flut neu geschaffenen Geldes bleibt nur die Schaffung von noch mehr Geld – und damit der direkte Weg in die Hyperinflation.

Quelle: antikrieg.com

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http://www.neopresse.com/finanzsystem/bitcoin-vom-vermeintlichen-rebellen-zur-stuetze-des-systems/

Bitcoin: Vom vermeintlichen Rebellen zur Stütze des Systems

NEOPresse in Finanzsystem

Die Chicago Board Options Exchange, eine der weltweit größten Optionsbörsen, hat am Montag den Handel mit Bitcoin Futures eröffnet. Damit ist in der Geschichte der Bitcoins eine neue Wegmarke erreicht.

Von Ernst Wolff – Futures zählen zu den Derivaten und sind nichts anderes als Wetten auf zukünftige Kursentwicklungen. Derivate erfüllen volkswirtschaftlich keine sinnvolle Funktion und dienen ausschließlich der Bereicherung von Spekulanten. Es waren diese Derivate, die das globale Finanzsystem bereits zweimal an den Abgrund geführt haben – 1998 und 2008.

Trotz aller Versprechen der Politik ist bis heute nichts gegen den Derivatehandel unternommen worden. Im Gegenteil: Wie man an der Einführung von Bitcoin-Futures sieht, werden sie trotz der offensichtlichen Gefahr, die sie für das globale Finanzsystem bedeuten, weiter aufgelegt. Für den Bitcoin heißt das: Sein Wert wird von nun an im globalen Finanzcasino bestimmt.

Der Bitcoin-Hype kommt dem System sehr gelegen

Das globale Finanzsystem ist seit 2008 nur durch das Schaffen enormer Geldsummen durch die Zentralbanken am Leben erhalten worden. Daher sind in den vergangenen Jahren an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten riesige Blasen entstanden, die jederzeit zu platzen drohen. Vor allem aber ist ein historisch nie dagewesener Schuldenberg entstanden. Um ihn bedienen zu können, sind die Zinssätze immer weiter gesenkt worden – zum Teil bis in negatives Territorium.

Das aber zerstört zum einen das klassische Bankengeschäft (die Kreditvergabe), und führt zum anderen zwingend in eine nicht zu kontrollierende Inflation. Aus diesem Grund sind die Zentralbanken zurzeit bestrebt, die Zinssätze wieder anzuheben – angesichts des historischen Rekordstandes der globalen Schulden ein überaus heikles Vorhaben.

In dieser schwierigen Situation kommt dem System der Bitcoin-Hype sehr gelegen: Er zieht Gelder aus anderen Märkten ab und entspannt dort die Situation leicht. Zum anderen ermöglicht er Großinvestoren, in kurzer Zeit hohe Spekulationsgewinne einzufahren und so ihre Verluste durch Zinserhöhungen auszugleichen. Noch viel wichtiger aber ist die Tatsache, dass er sie in die Lage versetzt, die Bitcoin-Blase jederzeit nach ihren Wünschen platzen zu lassen. Bereits jetzt befinden sich große Bitcoin-Mengen in der Hand sehr weniger Besitzer – ein Trend, der wegen des Eingreifens institutioneller Anleger in naher Zukunft weiter zunehmen dürfte.

Da das Spekulationsgeschäft in der Hand erfahrener Börsenprofis liegt, ziehen diese natürlich alle Register und bemühen sich gegenwärtig nach Kräften, die Gans vor dem Schlachten noch richtig zu mästen. Dazu gehört vor allem eines: Große Mengen ahnungsloser Kleinanleger in das Geschäft mit hineinzuziehen. Das scheint – vor allem mit Hilfe der Mainstream-Medien – perfekt zu gelingen, denn beim Bitcoin-Rausch handelt es sich mittlerweile um den größten Hype in der gesamten Geschichte des Finanzwesens.

Die falschen Vorstellungen der Krypto-Anhänger

Bitcoin-Fürsprecher behaupten, ihr Produkt erfülle alle Voraussetzungen für eine Währung. Leider fehlt dabei die wichtigste: Bitcoins repräsentieren nämlich keinen realen Wert. Zwar leben wir in einer Welt, in der keine Währung mehr gedeckt ist, aber alle anderen sind früher einmal in Form der Edelmetalle durch einen realen Wert gedeckt gewesen. Dass sie es heute nicht mehr sind, ist das Ergebnis des Zerfalls des Bretton-Woods-Systems, das die USA 1971 zwang, den Dollar (und damit alle an ihn gebundenen Währungen) vom Gold zu lösen. Damit wurde eine Epoche eingeleitet, die zur Explosion des Finanzsektors und damit in das derzeitige globale Finanzcasino geführt hat.

Der durch nichts gedeckte Bitcoin ist somit die erste Währung, die von vornherein als Fiat-Währung zur Welt gekommen ist. Das allein zeigt: Kryptowährungen sind keine Herausforderung des bestehenden Geldsystems, sondern repräsentieren und symbolisieren ihrem Wesen nach die höchste Stufe seines Zerfalls und seiner Fäulnis.

Wie aber kann es sein, dass Krypto-Anhänger immer wieder darauf pochen, dass ihre vermeintlichen Währungen demokratisch seien und der Weltherrschaft der Banken ein Ende setzen würden? Auch das liegt in erster Linie daran, dass sie die Welt nicht in ihrer geschichtlichen Entwicklung betrachten und deshalb einem verhängnisvollen Irrglauben unterliegen: Sie meinen, dass die bestehenden Machtverhältnisse ohne politischen Kampf und nur mit Hilfe technischer Innovationen verändert werden könnten.

Das aber wird schon deshalb nicht möglich sein, weil sich die herrschende Finanzelite ihren wichtigsten Trumpf, nämlich das Monopol der Geldschöpfung, das zurzeit ausschließlich bei den Geschäftsbanken und den Zentralbanken liegt, niemals kampflos aus der Hand nehmen lassen wird.

Auch wenn die Blockchain-Technologie, die hinter den Kryptowährungen steht, revolutionär ist und mit Sicherheit eine Zukunft haben wird, muss man feststellen: Wem diese Technologie dient, wird nicht durch raffiniert erdachte Geldsysteme entschieden, sondern durch den Kampf um die politische Macht. Und diese liegt, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, derzeit fest in den Händen der Finanzelite, deren Vertreter momentan mit dem Bitcoin dasselbe tun wie mit allem, was sie in die Hände bekommen: Sie unterwerfen ihn ihren eigenen Interessen.

Quelle: antikrieg.com

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