„Auf den Weg ins Grauen“ – „TÜRKEI“ – „Armenien“ – „Völker-Mord“ – „Genozid“ – „24 April 1915“ – „AGHET“

 

„Fatih Akin“ – „Der armenische Völker-Mord“

„Definiere Völker-Mord“ – 1,5 Millionen Armenier“

„Auf den Weg ins Grauen“ – „TÜRKEI“ – „Völker – Mord“ – „Armenier“ – „AGHET“ – 24 April 1915

„Fatih Akin“ – It is also my Genocide – „Der Film“ – „The Cut“

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quer-denken-tv – http://quer-denken.tv/erdogan-unterstuetzt-aserbaidschan-und-wiegelt-es-gegen-armenien-auf/

Erdogan unterstützt Aserbaidschan und wiegelt es gegen Armenien auf

6. April 2016 von Gastautor: Jean Taulier    

06. April 2016 Zwischen Armenien und Aserbaidschan ist es zu neuen gewalttätigen Auseinandersetzungen um Bergkarabach gekommen. Die Entwicklung ist für Russland gefährlich, weil in der Region zahlreiche Öl- und Erdgas-Pipelines verlaufen. Wer hinter der überraschenden Eskalation steckt, ist unklar. Die US-Neocons halten Aserbaidschan für ähnlich wichtig für die Zukunft Russlands wie die Ukraine.

Die Frage „cui bono?“ (wem nützt es?) ist schnell beantwortet: Offenbar spielt hier der Gedanke eine Rolle, Russland als Energielieferanten des Westens Steine in den Weg zu legen.

Armenien war bis zur Gründung der Türkei Teil des Osmanischen Reichs und zugleich Schauplatz unheilvoller Morde während des ersten Weltkrieges.

Ich erinnere!

Ein Jahr nach dem Eklat bei der Generalaudienz des Papstes, ist der Vatikan von der Wertung der Ereignisse von 1915 als „Genozid“ abgerückt. Der Kirchenstaat hat in einem Statement den türkischen Vorschlag zur Bildung einer Historikerkommission gewürdigt und die Ermordung eines früheren türkischen Botschafters durch armenische Terroristen verurteilt.

Der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Tanju Bilgiç, kündigte an, die Türkei werde ihren Botschafter Mehmet Paçacı, der seit der Generalaudienz des Papstes am 12. April 2015 zu Konsultationen nach Ankara zurückbeordert worden ist, wieder in den Vatikan zurückkehren lassen. Diese Erklärung war eine Reaktion auf ein Statement des Vatikans, das Bilgiç als „positive Entwicklung“ qualifizierte.

Der Botschafter war abgezogen worden, nachdem Papst Franziskus in einer Ansprache im Rahmen seiner Generalaudienz von einem „Genozid“ an Armeniern im Osmanischen Reich im Zusammenhang mit den Ereignissen von 1915 sprach. Damals waren Armenier aus Ostanatolien vertrieben worden, nachdem eine Vielzahl unter ihnen parallel zur Invasion russischer Truppen gegen die Regierung revoltiert hatte.

https://i0.wp.com/www.srf.ch/var/storage/images/auftritte/news/bilder/2015/04/23/node_6792234/83662264-2-ger-DE/image_span12.jpg

Armenien, 1919: Ein Türke hält einen Mittagsschlaf auf einer Pritsche. Neben ihm tote Armenier aufgereiht.

Der Vatikan hat nun in einem Statement, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, das wiederholte Bekenntnis der Türkei zur Öffnung ihrer Archive für Historiker und Forscher interessierter Parteien gewürdigt, „um gemeinsam zu einem besseren Verständnis historischer Ereignisse und der Schmerzen und Leiden aller Parteien unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Identität zu gelangen“. Der Vatikan habe, so das Außenministerium, insbesondere die 2005 ausgesprochene Einladung Ankaras zur Bildung einer gemeinsamen Historikerkommission anerkannt.

Der Vatikan habe außerdem in seiner Erklärung die Ermordung des türkischen Botschafters im Vatikan, Taha Carım, durch die armenische Terrorgruppe ASALA im Jahre 1977 verurteilt. Auch weist Sprecher Bilgiç darauf hin, dass auch der Papst in diesem Jahr von den „tragischen Ereignissen von 1915“ gesprochen habe, statt wie im Vorjahr von einem „Genozid“. Armenien verlangt von der Türkei eine Entschuldigung und Entschädigungszahlungen auf Grund der damaligen Ereignisse.

Die Türkei lehnt dies mit der Begründung ab, dass es sich nicht um einen Genozid gehandelt habe, sondern es im Zuge der Kriegswirren zu wechselseitigen Gräueltaten gekommen sei, auf Grund derer auch zahlreiche Türken infolge von Übergriffen armenischer Gruppen in Anatolien das Leben verloren hätten.

Solange die Geschehnisse von 1915 nicht lückenlos aufgeklärt sind, sollte sich der EU Beitrittskandidat Türkei wahrlich mit der Unterstützung aggressiver Auseinandersetzungen gegen Armenien zurückhalten. Gerade Deutschland hat aus der eigenen Geschichte lernen müssen, dass Fehler der Vergangenheit nur vermieden werden können, wenn sie offen diskutiert und eingestanden werden.

Die Aufnahme der Türkei in die EU muss auch von der Klärung der Übergriffe aus dem Jahr 1915 abhängig gemacht werden.

Dass Erdogan die Pressefreiheit, jedenfalls aus westeuropäischer Sicht, als störend empfindet, er Kurden in Nordsyrien bombardiert, er in Waffengeschäfte mit dem IS verwickelt ist, sollte unbedingt berücksichtigt werden.

Eine Türkei in ihrer jetzigen Verfassung ist kein Partner, wie er zu der EU passt. Die von Erdogan vertretenen Ansichten zu Pressefreiheit und Menschenrechten steht nicht mit den Prinzipien der Aufklärung und Säkularisierung des Abendlandes in Übereinstimmung. Erst wenn diese Unterschiede beseitigt worden sind, kann ein EU Beitritt der Türkei ernsthaft in Erwägung gezogen werden.

Die Türkei ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen und braucht Zeit, ihre Rolle im Zeitalter des Internets, der Religionsfreiheit, der Achtung der Emanzipation, der beginnenden Eroberung des Weltalls, der freien Presse und Meinungsäußerung zu finden.

Es eilt nicht, die Türkei in die EU aufzunehmen. Es gibt Dinge, die reifen sollten. Deutschland selbst hat schon Schlimmeres überwunden. Geben wir der Türkei Zeit, ohne abendländische Besserwisserei, ihre Identität zu finden.

Das kann von der Wiederbelebung des osmanischen Reiches bis hin zur Übergabe der Hagia Sophia an die Orthodoxe Kirche gehen.

Die Tore schwingen in beide Richtungen. Die Türkei entscheidet!

 

Informationsquellen zu den Vorwürfen des Völkermordes an den Armeniern:

Kévorkian, Raymond: The Armenian Genocide: A Complete History. London: Tauris, 2011
Bayraktar, Seyhan: Politik und Erinnerung: Der Diskurs über den Armeniermord in der Türkei zwischen Nationalismus und Europäisierung. Bielefeld 2010
Mustapha Kemal Pasha: Kemal promises more hangings of political antagonists in Turkey. „Los Angeles Examiner“, 1 Aug. 1926.
Hofmann Tessa, Armenians in Turkey Today
Akcam, Taner: Retter des Vaterlandes. „die tageszeitung“, 17.7.2001.
In Reaktion auf Attentate der Jahre 1922 und 1925 wurde ein entsprechendes Gesetz am 29.05.1926 in die Große Nationalversammlung eingebracht und in mehreren Lesungen diskutiert. Siehe auch www.aga-online.org/worship/miscellaneous.php?locale=de
Dokumentation zum türkischen Täterkult: www.aga-online.org/worship/index.php?locale=de
Dixon, Jennifer M.: Education and National Narratives: Changing Representations of the Armenian Genocide in History Textbooks in Turkey, The International Journal for Education Law and Policy,Special Issue on „Legitimation and Stability of Political Systems: The Contribution of National Narratives“ (2010),
Palazoglu and Bircan, 1995, zitiert und übersetzt nach Dixon
ASALA – Armenian Secret Army for the Liberation of Armenia: Die 1975-85 vor allem von Libanon und Syrien aus gegen türkische diplomatische Vertreter und Einrichtungen operierende „Geheimarmee“ war zum Zeitpunkt der Çelik-Erlasse bereits zerschlagen.
Kantian, Raffi: Völkerverständigung? Unmöglich mit den neuen türkischen Geschichtsbüchern. 16.11.2014 – www.deutscharmenischegesellschaft.de/2014/11/16/voelkerverstaendigung-unmoeglich-mit-den-neuen-tuerkischen-geschichtsbuechern
Ein am 07.07.2009 vom „Corriere della Sera“ in der italienischen Stadt Aquila mit Erdogan geführtes Interview: – www.corriere.it/esteri/09_luglio_07/entrare_europa_69c041d4-6abb-11de-a24c-00144f02aabc.shtml und einen Kommentar www.aga-online.org/news/detail.php?newsId=318 (Zugriff: 29.12.2014)
Vollständiger Wortlaut auf der Webseite des türkischen Außenministeriums www.mfa.gov.tr/turkish-prime-minister-mr_-recep-tayyip-erdo%C4%9Fan-published-a-message-on-the-events-of-1915_-23-april-2014.en.mfa
www.hurriyet.com.tr/dunya/27841379.asp

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